Wagenknecht: Gendersprache ist ausgrenzend

Die auch in ihrer eigenen Partei „umstrittene“, weil nicht immer zeitgeistkonforme Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht befaßt sicn in ihrem jüngsten Newsletter kritisch mit der immer stärker um sich greifenden

Gendersprache und erklärt dazu:

„Es gibt offen rassistische oder homophobe Begriffe. Dass sie geächtet sind, ist gut. Aber wem ist gedient, wenn ich jetzt Bürger_innen sage oder Fußgehende statt Fußgänger? Diese künstliche Sprache ist selbst ausgrenzend.

Viele Menschen, die andere Sorgen haben als sich mit den ständig neuen Regeln korrekten Sprechens zu beschäftigen werden dadurch ihrer Sprache beraubt, denn ihre Art, sich auszudrücken, wird verächtlich gemacht.“

Auch in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“ nimmt sie das linksliberale Milieu vor allem in Politik und Medien skeptisch unter die Lupe und beklagt, daß sich diese Zeitgeistsurfer mehr um lebensferne Randthemen wie das Gendern kümmern, statt die Anliegen armer und schwacher Menschen sowie der leistungsstarken Mittelschicht aufzugreifen.

Unter dem Titel „Links steht nicht mehr für Gerechtigkeit“ (gemeint ist hier vor allem die soziale Gerechtigkeit) gab die Politikerin der österreichischen Zeitung Kurier am 4. Juli ein Interview, in dem sie sich auch zu dem gegen sie laufenden Parteiausschlußverfahren äußert.

Hier gehts zum Interview: https://kurier.at/politik/ausland/sahra-wagenknecht-links-steht-nicht-mehr-fuer-gerechtigkeit/401432881?utm_campaign=Sahra%20Wagenknecht&utm_medium=email&utm_source=Revue%20newsletter


Historiker Michael Wolffsohn beleuchtet Israelfeindlichkeit von linksliberaler Seite

Von Felizitas Küble

Der deutschjüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto) ist als erfolgreicher Autor und Vortragsredner öffentlich bekannt. In diesem Jahr erschien sein neues Buch „Tacheles“ mit dem Untertitel: „Im Kampf um die Fakten in Geschichte und Politik“.

Am 28. April veröffentlichte er in der zeitgeistkritischen NZZ (Neuen Zürcher Zeitung) einen kritischen Aufsatz über das „antisemitisch-antizionistische Muster der Linken“.

Israelfeindlichkeit und Aversion gegen Juden beschränken sich keineswegs auf das rechtsextreme Spektrum, auch nicht auf den politischen Islam; vielmehr gilt dies seit Jahrzehnten auch für das ultralinke Lager und einen erheblichen Teil der selbsternannten „Linksliberalen“.

Man denke beispielsweise an die berüchtigte Israel-Allergie der „Süddeutschen Zeitung“, die selbst vor offen antisemitischen Karikaturen nicht haltmachte: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/03/israelhas-suddeutsche-zeitung-begibt-sich-mit-karikatur-ins-sturmer-abseits/

In seinem NZZ-Artikel befaßt sich Wolffsohn auch mit dem Politologen Achille Mbembe aus Kamerun und seinen anti-israelischen Entgleisungen. Diese Ikone vieler Linksliberaler sollte die Eröffnungsrede zur Ruhrtriennale halten, die zwar wegen Corona abgesagt wurde, was aber nichts am Problem als solches ändert.

Der Verfasser weist darauf hin, daß sich Antizionisten gerne auf linke Juden aus Israel oder sonstwoher berufen, um für ihre Vorurteile gegen Israel eine Art jüdisches Schutzschild zu präsentieren. Daß es diese „israelischen Außenseiter“ gibt und sie unentwegt ihre Bücher produzieren, ist übrigens ein Beleg für die freiheitliche Demokratie dieses jüdischen Staates – und auch für das breite Meinungsspektrum unter Juden (vonwegen „aller unter einer Decke“).

FOTO: Titelbild eines der zahlreichen Bücher Wolffsohns: „Deutschjüdische Glückskinder“

Wolffsohn verweist dabei auf Judith Butler und Noam Chomsky. Frau Butler ist als „Begründerin“ des Genderismus weltbekannt; ihre jüdische Herkunft hindert sie nicht an ihrer Agitation gegen Israel bei gleichzeitiger Vorliebe für die arabische Seite und die islamische „Sache“.

Kein Wunder, daß die israelische Botschaft in Deutschland überhaupt nicht erfreut war, als ihr im Jahre 2012 der Adorno-Preis in Frankfurt verliehen wurde. Wir haben die entsprechende Meldung damals veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2012/08/31/israels-botschafter-in-deutschland-kritisiert-verleihung-des-adorno-preises-an-judith-butler/

Zurück zu Prof. Wolffsohns Aufsatz in der NZZ, in dem der Autor klarstellt, man könne manchen Linksliberalen durchaus zugutehalten, daß sie sich über ihren unterschwelligen Antisemitismus selber nicht so ganz im klaren sind; freilich ändert dies nichts  – auch das schreibt Wolffsohn  – am objektiven Sachverhalt.

Das gilt auch für den bereits erwähnten und in Deutschland gern hofierten Historiker Achille Mbembe, der heute im südafrikanischen Johannesburg doziert.

Wolffsohn hält dessen „philosophische Kost“ für eine „ziemlich dünne Suppe“: „Im Kern ist sie ein postkolonialistischer Um- und Aufguss Frantz Fanons. Wilde Vergleiche von Israel und Nazis oder südafrikanischer Apartheid, wobei Israel, versteht sich, schlimmer sei….Mehr Ideologie als Philosophie oder gar Empirie.“

Der Apartheid-Vorwurf gegen den jüdischen Staat ist ohnehin unsinnig, zumal arabische Israelis dieselben Bürgerrechte wie Juden haben (allerdings eine Pflicht weniger, denn der Wehrdienst bleibt ihnen erspart). Natürlich gibt es auch arabische Parteien und Parlamentarier in Israel – und in der Knesset wird zweisprachig geredet.

Von soviel Freiheitsrechten wie in Israel können Muslime in islamischen Ländern nur träumen, weshalb sich immer mehr Israelo-Araber aus eigenem Interesse mit dem jüdischen Staat identifizieren.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Foto-Quelle und Webseite von Prof. Wolffsohn: http://www.wolffsohn.de/