„Traditionis Custodes“ aus liturgischer, pastoraler und kirchenrechtlicher Sicht

Von Prälat Prof. Dr. Georg May

Papst Fran­zis­kus hat unter dem Datum des 16. Juli 2021 ein Motu pro­prio mit dem Titel „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ über den Gebrauch der Römi­schen Lit­ur­gie vor der Reform von 1970 erlas­sen.

Die „Lit­tera Apos­to­lica in forma Motu pro­prio data“ ist ein Gesetz des Paps­tes. Mit den Wor­ten Motu pro­prio wird aus­ge­sagt, daß es nicht auf Wunsch oder Auf­trag erlas­sen wor­den ist, son­dern auf eige­nen Antrieb des Paps­tes.

Es trägt denn auch deut­lich seine Hand­schrift. Es ist eini­ger­ma­ßen erstaun­lich, viel­leicht aber auch aus­sa­ge­kräf­tig, daß das Motu pro­prio nicht in latei­ni­scher, son­dern in ita­lie­ni­scher Urspra­che ver­faßt wor­den ist.

Die bekannte Absage des Paps­tes an die latei­ni­sche Lit­ur­gie­spra­che setzt sich hier fort in die Geset­zes­spra­che. In latei­ni­scher Spra­che ist nur die Über­schrift des Motu pro­prio gehal­ten: „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ = Die Wäch­ter der Über­lie­fe­rung.

Die Über­schrift des Motu pro­prio gibt den Zweck die­ses Geset­zes dahingehend an, daß es den Gebrauch der Römi­schen Lit­ur­gie, die der Reform von 1970 vor­her­ging, regeln will.

Eine Ein­schrän­kung auf bestimmte Berei­che die­ser Lit­ur­gie wird an die­ser Stelle nicht gemacht. Ähn­lich spricht Art. 1 des Motu pro­prio von den (allen) lit­ur­gi­schen Büchern, die von den Päps­ten Paul VI. und Johan­nes Paul II. ver­öf­fent­licht wor­den sind.

Im fol­gen­den Text des Motu pro­rio ist aber ledig­lich von dem Meß­buch die Rede. Die übri­gen Bücher wie die betr. der Sakra­mente und das Bre­vier wer­den nicht erwähnt.

Das Motu pro­prio „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ wird beglei­tet von einem sechs­sei­ti­gen Schrei­ben des Paps­tes an die Bischöfe der gesam­ten Kir­che, in dem er die Motive zu erläu­tern unter­nimmt, die ihn bestimmt haben, diese Ent­schei­dung zu tref­fen.

BILD: Überlieferte Messe in St. Aegidii, einer Innenstadt-Kirche von Münster (im Nazarener-Stil ausgestattet)

Er geht aus von der Befug­nis, die in dem Indult der Kon­gre­ga­tion für den Got­tes­dienst „Quat­tuor abhinc annos“ vom 3. Okto­ber 1984 (AAS 76, 1984, 1088-1089) gewährt und von Papst Johan­nes Paul II. in dem Motu pro­prio „Eccle­sia Dei“ vom 2. Juli 1988 (AAS 80, 1998, 1495-1498) bestä­tigt wor­den ist.

Sie sei vor allem ver­an­laßt wor­den durch den Wil­len, die Auf­he­bung der Spal­tung (scisma) mit der Bewe­gung des Erz­bi­schofs Lef­ebvre zu begüns­ti­gen.

Diese Befug­nis sei jedoch von vie­len Kir­chen­glie­dern als die Mög­lich­keit ver­stan­den wor­den, das Mis­sale Roma­num des hei­li­gen Paps­tes Pius‘ V. frei zu benut­zen und einen gleich­lau­fen­den (par­al­le­len) Gebrauch mit dem Mis­sale Roma­num Pauls VI. zu begrün­den.

Die große Zustim­mung zu der so ver­stan­de­nen Frei­heit habe Papst Bene­dikt XVI. ver­an­laßt, eine klare recht­li­che Rege­lung zu tref­fen, indem er das Meß­buch Pius‘ V. als außer­or­dent­li­chen Aus­druck ein und der­sel­ben Lex orandi erklärte und eine rei­chere Mög­lich­keit des Gebrauchs des Mis­sale von 1962 gewährte.

Gleich­zei­tig habe er aner­kannt, daß das Mis­sale Pauls VI. der ordent­li­che Aus­druck der Lex orandi der katho­li­schen Kir­che des latei­ni­schen Ritus sei.

Die Furcht vor Spal­tun­gen in der Pfarr­ge­mein­schaft habe er als unbe­grün­det erklärt, denn die bei­den For­men des römi­schen Ritus könn­ten sich gegen­sei­tig berei­chern.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags des katholischen Kirchenrechts-Experten Dr. Georg May (der am 14. September 95 Jahre alt wird) hier: https://www.glaubenswahrheit.org/traditionis_custodes/


Heute Abend beginnt das jüdische Neujahrsfest

Rosh HaShana ist das jüdische Neujahrsfest; es hat einen biblischen Ursprung (Lev. 23,23-25): „Ein heiliger Tag mit lautem Blasen des Shofar (Widderhorn) zum Gedächtnis“. 

Der Begriff Rosh HaShana (zu deutsch: Jahresbeginn, Kopf des Jahres) ist rabbinisch. Auch die ehrfurchtsvollen Inhalte des Festes stammen aus rabbinischer Zeit: Reue und Buße, Vorbereitung auf den Tag des göttlichen Gerichts und Gebete für ein fruchtbares Jahr. 

Das zweitägige Fest fällt auf den 1. und 2. Tishri des jüdischen Kalenders, findet also gewöhnlich im September des Gregorianischen Kalenders statt. 

Das Fest beginnt wie alle jüdischen Feiertage am Abend des Vortages.

Zu den wichtigen Gebräuchen von Rosh HaShana gehören das Shofar-Blasen während eines ausgedehnten Gottesdienstes, der sich auf die Inhalte des Festes konzentriert, und reiche, häusliche Mahlzeiten, mit denen der Beginn des neuen Jahres gefeiert wird. Die Gebetsliturgie enthält Bußgebete als zusätzliche Einschaltungen in die gewöhnliche Liturgie.

Symbolisch für Rosh HaShana stehen Äpfel mit Honig. Sie sollen entsprechend dem Neujahrsgruß „Shana tova u-metuka“ ein süßes neues Jahr bringen.

Zahlreich wie Granatäpfelkerne sollen die religiösen Gebote sein, die befolgt werden.  

Das Hallel, eine Sammlung von Segenssprüchen und Psalmliedern, wird zu Beginn eines jeden neuen Monats an den drei Wallfahrtsfesten und anlässlich allgemeiner Errettung aus Not gesprochen.  

Die Bedeutung von Rosh HaShana ist mehr als nur symbolisch. Es markiert beispielsweise in Israel auch den Beginn des neuen Schul- und Studienjahres.

Regierungskorrespondenzen, Zeitungen und die meisten Radiosendungen tragen zuerst das „jüdische Datum“. Glückwünsche zum neuen Jahr werden zu Rosh HaShana versandt, nicht im Dezember.

Quelle: https://embassies.gov.il/berlin/AboutIsrael/Feiertage/Pages/Rosh-ha-Shana.aspx?utm_source=InforuMail&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter+06.09.2021


Älteste Kirchenorgel der Welt in Bethlehem

Die vermutlich älteste Kirchenorgel der Welt, die im 12. Jahrhundert in der Geburtskirche von Bethlehem im Einsatz war, wird derzeit aufwendig erforscht und rekonstruiert.

In einem fünfjährigen Forschungsprojekt will die Franziskaner-Kustodie von Jerusalem das Instrument, das wahrscheinlich von französischen Kreuzfahrern ins Heilige Land gebracht wurde, untersuchen und nachbauen, um wieder seinen Klang hören zu können, teilte der Orden in Jerusalem mit.

Das Instrument war zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Archäologen in der Basilika über der traditionellen Geburtsstätte Christi in Bethlehem entdeckt worden. Es befindet sich in Jerusalem und soll hier demnächst im Franziskaner-Museum ausgestellt werden.

Das Instrument sei fast ein Jahrhundert lang in der Geburtskirche verwendet worden und dann bei einer muslimischen Eroberung am Ende des 12. Jahrhundert entfernt und versteckt worden. Vermutlich wurde es in Holzkisten vergraben, um es zu schützen und eventuell wiederverwenden zu können.

Das Forschungsprojekt solle auch tieferen Aufschluss über den Einsatz und die Entwicklung der Orgel in der Liturgie sowie über die Musikgeschichte des Mittelalters geben.

Bereits im 10. Jahrhundert waren Orgeln in der Liturgie der westlichen Kirche eingeführt und stetig deren Bedürfnissen angepasst worden. Aber materielle Belege für die Entwicklung der Orgel reichten bislang nur bis ins 15. Jahrhundert zurück.

Quelle und vollständige Nachricht: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-07/heiliges-land-jerusalem-kultur-musik-forschung-cmc.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Kardinal Burke kritisiert Traditionis custodes

In einer 19-Punkte-Erklärung zum Schreiben Traditionis Custodes von Papst Franziskus hat Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto) die Maßnahmen gegen die überlieferte Messe als „hart und revolutionär“ bezeichnet und die Frage aufgeworfen, ob der Papst überhaupt die Autorität hat, die Feier der heiligen Messe in der überlieferten Form zu verbieten.

Der Kardinal stellt in seiner Erklärung vom 22. Juli die Frage, ob der Papst die klassische Liturgie „rechtlich aufheben“ könne. Papst Franziskus lege der TLM Beschränkungen auf, „die letztlich deren Abschaffung signalisieren.“

Damit verfügte Papst Franziskus mit sofortiger Wirkung weitreichende und tiefgreifende Änderungen des Schreibens Summorum Pontificum seines Vorgängers Benedikt XVI. aus dem Jahr 2007. Dieses erkannte das Recht aller Priester an, die traditionelle Messe unter Verwendung des Römischen Messbuchs von 1962 zu feiern.

Der Kirchenrechts-Experte Burke argumentiert wie folgt: Es sei „die Fülle der Macht (plenitudo potestatis) des römischen Papstes erforderlich, um die Lehre und die Disziplin der Kirche zu verteidigen und zu fördern“. Aber diese Macht sei keine „absolute“ Potestas dahingehend, dass ein Papst die Lehre der Kirche nach seinem Gutdünken ändern „oder eine liturgische Disziplin vernichten kann, die in der Kirche seit der Zeit von Papst Gregor dem Großen und sogar noch früher lebendig ist“, so der Kardinal.

Kardinal Burkes Erklärung, dies auf seiner persönlichen Website veröffentlicht wurde, verteidigt nachdrücklich die Rechtmäßigkeit der überlieferten Messe, die Papst Benedikt XVI. in Summorum Pontificum die „außerordentliche Form“ des römischen Ritus nennt und als Usus Antiquior würdigt.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-burke-kann-papst-franziskus-die-alte-messe-ueberhaupt-abschaffen-8858


Agatha-Christie-Indult: Die traditionelle Messe als „Weltkulturerbe“ erhalten

Britische Dichter und Denker pro überlieferte Liturgie

In der aktuellen Debatte über die „alte Messe“ wird bisweilen auch über jene Stufenleiter diskutiert, wodurch der überlieferte Gottesdienst in lateinischer Sprache nach der Liturgiereform „gerettet“ wurde.

Erst unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. gab es weltweit und damit auch in Deutschland die sogenannte „Indultmesse“: dieser päpstliche Erlaß enthielt zwar eine Erlaubnis zur Zelebration der alten Messe (heute amtskirchlich die „außerordentliche Form des römischen Ritus“ genannt), band diese jedoch an die Genehmigung des jeweiligen Ortsbischofs. Damit war es eine Erlaunis „von bischöflichen Gnaden“, kein eigentliches Recht der Gläubigen.

Dann kam ein großer Sprung nach vorne unter der Amtszeit von Papst Benedikt, von dem bekannt war, daß er dem klassischen Ritus wohlgesonnen ist, weil er dies in seinen liturgischen Büchern bereits verdeutlicht hatte.

Er weitete die Vielfalt und Freiheit der Riten aus und sorgte durch eine großzügigere Erlaubnis der alten Messe für eine liturgische Versöhnung in der Kirche. Aus dem vorherigen Gnadenakt wurde gleichsam ein Rechtsanspruch, den eine Gemeinschaft von Gläubigen von ihrem Bischof erwarten durfte.

Vor der Indultmesse – also zur Zeit von Papst Paul VI. – gab es universalkirchlich überhaupt keine allgemeine Erlaubnis zugunsten der alten Messe – mit einer Ausnahme:

1971 wurde für England und Wales eine Ausnahmeregelung gebilligt, die als Agatha-Christie-Indult bezeichnet wird. Damit wurde zwar nicht direkt die vorkonziliare Liturgie erlaubt, aber immerhin das 1966 eingeführte Altarmeßbuch, das eine organische Weiterentwicklung der überlieferten Messe darstellt (aber keinen „Bruch“ wie die nachkonziliare Liturgiereform).

Warum aber wurde dieses Indult nach der bekannten Krimi-Autorin genannt, die zudem keine Katholikin, sondern Anglikanerin war?

Am 6. Juli 1971 erschien in der namhaften Zeitung „The Times“ ein Aufruf zahlreicher, größtenteils nicht-katholischer Künstler, Intellektueller und sogar zweier anglikanischer Bischöfe, in dem der Vatikan dazu aufgerufen wurde, die überlieferte Messe weiterhin zu gewähren. Der Appell war von 57 bedeutsamen Persönlichkeiten unterzeichnet, z.B. von dem weltberühmten jüdischen Musiker Yehudi Menuhin – und eben auch von Agatha Christie.

Deren Argumentation war natürlich nicht theologisch, sondern künstlerisch und kulturhistorisch geprägt. Sie erklärten, daß dieser uralte Ritus nicht nur der Kirche gehöre, sondern als einzigartiges Kulturerbe gleichsam für die ganze Menschheit von großer Bedeutung sei. In der Erklärung heißt es z. B.:

Wenn ein unsinniges Dekret die vollständige oder teilweise Zerstörung von Basiliken oder Kathedralen anordnen würde, dann wären es natürlich die Gebildeten – welchen persönlichen Glauben auch immer sie hätten –, die sich mit Schrecken erheben würden, um sich einer solchen Möglichkeit zu widersetzen.

Hierzu gibt es ein Buch von Gianfranco Amato mit dem Titel Der Indult von Agatha Christie. Wie die tridentinische Messe in England gerettet wurde. Darin beschreibt der Autor, wie die klassische Liturgie für England bewahrt worden ist und welch bedeutsame Rolle dabei die berühmte Krimi-Autorin spielte.


Kardinal Müller kritisiert Traditionis Custodes: Der Hirte schlägt auf die Schafe ein

Kardinal Gerhard Müller hat schwere Bedenken an Ton, Inhalt und Sinn des Schreibens „Traditionis Custodes“ von Papst Franziskus angemeldet, und dessen theologischen wie pastoralen Ansatz deutlich in Frage gestellt. 

In einem in englischer Sprache veröffentlichten Essay schreibt der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, die „erkennbare Absicht“ des Motu Proprio sei, auf die Dauer die Feier der heiligen Messe in der überlieferten Form „zum Aussterben zu verurteilen“ – und das auf Kosten der Gläubigen, der Familien und Gemeinschaften der katholischen Tradition:

„Ohne die geringste Empathie“ gehe das von Franziskus vorgelegte Motu Proprio „hinweg über die religiösen Empfindungen der – oft auch jugendlichen Teilnehmer – an den Messen nach dem Missale Johannes XXIII“, kritisiert der Kurienkardinal.

Müller schreibt wörtlich: „Statt den Geruch der Schafe anzunehmen, schlägt der Hirte hier mit seinem Stab kräftig auf sie ein.“

Papst Franziskus habe zwar versucht, so der Kardinal, „die Motive darzulegen, die ihn als den Träger der obersten Autorität der Kirche bewegt haben, die Liturgie im außerordentlichen Ritus zu unterdrücken“.

Doch angesichts der Unausgewogenheit „im Einsatz gegen die massiven Angriffe auf die Einheit der Kirche im deutsch-synodalen Weg (und bei sonstigen Pseudo-Reformern) und der harschen Disziplinierung der altrituellen Minderheit drängt sich das Bild von der Feuerwehr auf, die statt des lichterloh brennenden Hauses zuerst die kleine Scheune daneben rettet“, so Müller.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/schwere-bedenken-kardinal-mueller-kritisiert-traditionis-custodes-8832

Foto: Bistum Regensburg


Warum macht Papst Franziskus die liturgische Vielfalt von Benedikt XVI. zunichte?

Von Dr. David Berger

Es war eines der Hauptanliegen von Papst Benedikt XVI.: der klassischen Liturgie, der Messe „aller Zeiten“ erneut einen besonderen Platz in der katholischen Kirche und ihrer lebendigen Tradition zu geben.

Mit dem Apostolischen Schreiben „Summorum Pontificum“ rückte Benedikt XVI. die klassische Liturgie als außerordentliche Form gleichberechtigt neben die neue (reformierte, ordentliche) Form der Messe.

Jeder katholische Priester hatte nun das Recht, auch die „alte“ Messe in lateinischer Sprache zu feiern, ohne zuvor seinen Bischof um Erlaubnis bitten zu müssen. Besonders junge Katholiken fanden so in der „alten“ lateinischen Liturgie eine neue geistliche Heimat. Zahlreiche Priesterberufungen wurden im Lebensraum dieses wunderbaren Kultus geweckt.

Doch mit mit einem heute veröffentlichten Motu Proprio schafft Franziskus das Apostolischen Schreiben „Summorum Pontificum“ von Benedikt XVI. de facto ab. Und legt den „reformierten“ Messritus, der mit einem bislang einzigartigen Rückgang der Gottesdienstbesucher einherging, als „einzige Ausdrucksweise“ des Römischen Ritus fest.

An die Stelle der Freiheit rücken nun Verbote und Drohungen an alle, die nichts anderes wollen als katholisch zu bleiben. Eine der Gründe: ein tiefes Misstrauen gegenüber der Tradition und den Priestern, das Bergoglio antreibt.

Kath.net schreibt dazu:

„Der von seinem Vorgänger Benedikt XVI. 2007 umfangreicher erlaubte außerordentliche Ritus darf mit sofortiger Wirkung nur noch mit Erlaubnis des Ortsbischofs gefeiert werden. Allein der Ortsbischof dürfe für seine Diözese den Gebrauch des von Papst Johannes XXIII. 1962 veröffentlichten Messbuchs gestatten, heißt es in dem aktuellen Erlass „Traditionis custodes“ (Hüter der Tradition).

Der Bischof allein bestimme auch Orte, Zeiten und Priester, die mit Gläubigen die Eucharistiefeier nach dem alten Ritus feiern wollten…Damit ist de facto das Apostolischen Schreiben Summorum Pontificum von Benedikt XVI. Geschichte.

Mit der Abschaffung von „Summorum Pontificum“ schlägt Franziskus nicht nur seinem Vorgänger – bildlich gesprochen – ins Gesicht. Er setzt auch sein Zerstörungswerk der Catholica fort… Möchte er die katholische Kirche als traditionelle Hüterin des Wahren, Guten und Schönen mit in den zerstörerischen Strudel des Great Reset treiben?

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://philosophia-perennis.com/2021/07/16/franziskus-so-schlaegt-er-papst-benedikt-xvi-ins-gesicht/


Warum uns die Gendersprache unfrei macht

Von Dr. Axel Bernd Kunze

„Geschlechtersensible Sprache“ ist kein Ausdruck von Vielfalt und Respekt. Gendersprache führt zu einem permanenten Bekenntniszwang und macht unfrei.

Sie besetzt den öffentlichen und zunehmend auch kirchlichen Raum mit einer radikalkonstruktivistischen Weltanschauung, politisiert und moralisiert den alltäglichen Sprachgebrauch, zerstört Schönheit und Differenzierungs­fähigkeit unserer Sprache.

Und alle großen Verbände im Bistum Hildesheim machen mit. Ob die Mitglieder in den Gemeinden vor Ort wirklich wollen, was die Verbandsspitzen hier propagieren, bleibt fraglich.

Gesellschaftlich hat Gendersprache keine Mehrheit, aus guten Gründen. Mit seiner neuen Handreichung „Geschlechtersensible Sprache“ auf äußerst dürftiger (schöpfungs-)theologischer Grundlage verabschiedet sich das Bistum Hildesheim als Kulturträger.

Gendersprache bleibt künstlich und aufgesetzt, wird administrativ von oben durchgedrückt.

Wann werden Messbuch und Lektionare gegendert? Wann werden Zelebranten und Lektoren sich ständig verhaspeln, weil sie den Genderstern mitlesen müssen? Wann sollen wir die Psalmen gegendert singen, sodass diese wie eine Vorlage aus der kirchlichen Verwaltung klingen?

Denn wenn man die vollmundigen Worte des Generalvikars ernstnehmen wollte, dürfte die Liturgie doch wohl kein Ort der Intoleranz, Unfairness und Diskriminierung bleiben.

Wir danken dem Autor Dr. Kunze für seine freundliche Abdruckserlaubnis. – Der genderkritische Beitrag wurde zuerst auf seinem Blog veröffentlicht: https://bildung-und-ethik.com/2021/06/25/schlaglicht-gendersprache-im-bistum-hildesheim-kirche-verabschiedet-sich-als-kulturtrager/


Pater Anselm Schott starb vor 125 Jahren: Autor des lateinisch-deutschen Meßbuchs

Es gab zwar vor und während des Konzils auch den „Bomm“, aber der „Schott“ war und ist bis heute weitaus bekannter:

Es handelt sich um lateinisch-deutsches Volksmeßbuch, das nach dem Benediktiner Anselm Schott benannt wurde, der im 19. Jahrhundert erstmals eine deutschsprachige Übersetzung der römischen Liturgie herausbrachte, das eine riesige Verbreitung erfuhr und bis heute von den Gläubigen im überlieferten Ritus verwendet wird.

Der bekannte Mönch starb im Alter von nur 53 Jahren am 23. April 1896 in der traditionsreichen Benediktinerabtei Maria Laach – und damit vor 125 Jahren.

Friedrich August Schott – der später den Ordensnamen Anselm erhielt – erblickte 1843 im württembergischen Staufeneck das Licht der Welt, studierte in Tübingen Theologie, war als junger Priester zunächst im oberschwäbischen Biberach tätig, wurde dann aber Mönch in Beuron.

Infolge des gegen die katholische Kirche gerichteten „Kulturkampfs“ von Reichskanzler Bismarck wurden alle Ordensleute aus dem Land vertrieben (es sei denn, sie waren in der Krankenpflege tätig). Daher gelangte Pater Schott erst nach Belgien, dann nach Prag, Österreich und schließlich – nach der Verständigung zwischen Preußen und Vatikan – in die Abtei Maria Laach in der Eifel.

Im Herderverlag erschien 1884 das von ihm erstellte „Volksmeßbuch“; darin wurden die hl. Messen der Sonn- und Feiertage ins Deutsche übersetzt, ausgehend vom „römischen Meßbuch“.

Schotts zweisprachiger „Volksschott“ war zwar nicht die erste Übersetzung, aber die beliebtesteste. Sie erfuhr durch die liturgische Bewegung eine noch viel weitere Verbreitung.

Mit der Aufforderung zur „tätigen Teilnahme“ der Gläubigen in der hl. Messe hatte der hl. Papst Pius X. die liturgische Erneuerung ermutigt. Hinsichtlich der Kirchenmusik hat er Anfang des 20. Jahrh. neben dem Gregorianischen Choral auch den Volksgesang gewürdigt.

Vor fast 90 Jahren begann sodann als weiterer Schritt zu mehr Volkstümlichkeit in der Liturgie die sogenannte Betsingmesse, in der die deutsche Kirchenlieder eine größere Rolle spielten. Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/12/vor-85-jahren-begann-der-siegeszug-der-betsingmesse-in-wien-schoenbrunn/

Weitere Informationen hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-04/deusches-messbuch-pater-anselm-schott-125-jahre.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Konservativer Kardinal Sarah zurückgetreten

Papst Franziskus hat am heutigen Samstag (20.2.) den Rücktritt des schwarzafrikanischen Kardinals Robert Sarah als Präfekt der Gottesdienstkongregation angenommen.

Sarah ist im Juni des Vorjahres 75 Jahre alt geworden; in diesem Alter bieten die Bischöfe und Leiter vatikanischer Dikasterien dem Papst obligatorisch ihren Rücktritt an. Dieser kann ihn annehmen oder ihre Dienstzeit verlängern.

Der Würdenträger aus Guinea hat eine Reihe theologischer konservativer Bücher im Fe-Verlag veröffentlicht, darunter die Werke „Gott oder nichts“, „Die Macht der Stille“, „Herr, bleibe bei uns“ und „Aus der Tiefe des Herzens“.

Der Kurdienkardinal hat sich während seiner Amtszeit immer wieder mit klaren Aussagen zu Wort gemeldet und eine wachsende Verweltlichung und Liberalisierung in der Kirche beklagt.

Auch im Bereich des Gottesdienstes setzte er sich für die Ehrfurcht vor dem Heiligen, die Würde der Liturgie und die Einhaltung der kirchlichen Bestimmungen ein.

Außerdem ermahnte er die Gläubigen zum Festhalten an der biblisch-kirchlichen Lehre zu Streitthemen wie Abtreibung, Unauflöslichkeit der Ehe und Segnung homosexueller Partnerschaften. Auch zum Islam hat er sich mehrfach sehr kritisch zu Wort gemeldet.

In der Coronakrise erklärte er dem Klerus, daß Schwerkranken und Sterbenden die Sakramente und der priesterliche Beistand nicht vorenthalten werden dürften.

Bereits beim letzten Konklave war der Würdenträger aus Afrika als möglicher Papst-Kandidat im Gespräch.