Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 124 (123),1-2.3-4.5-6.7-8.

Hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt
– so soll Israel sagen -,
hätte sich nicht der HERR für uns eingesetzt,
als sich gegen uns Menschen erhoben,

dann hätten sie uns lebendig verschlungen,
als gegen uns ihr Zorn entbrannt war.
Dann hätten die Wasser uns weggespült,
hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.

Dann hätten sich über uns die Wasser ergossen,
die wilden und wogenden Wasser.
Gelobt sei der HERR,
der uns nicht ihren Zähnen als Beute überließ.

Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen;
das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN,
der Himmel und Erde erschaffen hat.

 

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Gott hört unser Seufzen und will alle befreien, die dem Tod geweiht sind

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 102 (101),16-17.18-19.20-21.29.22.

Die Völker fürchten den Namen des HERRN
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der HERR baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

ER wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht ER nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den HERRN lobpreise.

Denn der HERR schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt ER auf die Erde nieder;
Er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen,
ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen,
damit sie den Namen des HERRN auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.

 


Lobe den HERRN, meine Seele!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 104 (103),1-2.27-28.29bc-30.

Lobe den HERRN, meine Seele!
HERR, mein Gott, wie groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid,
du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.

Alle warten auf dich,
dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein;
öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.

Nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sende aus deinen Geist und alles wird neu geschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

 


Durch Christus bringen wir Gott das Opfer des Lobes dar

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 13,15-17.20-21:

Brüder! Durch Jesus lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen preisen. Herz-Jesu_01

Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen; denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen.

Gehorcht euren Vorstehern, und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen über euch und müssen Rechenschaft darüber ablegen; sie sollen das mit Freude tun können, nicht mit Seufzen, denn das wäre zu eurem Schaden.

Der Gott des Friedens aber, der Jesus, unseren HERRN, den erhabenen Hirten seiner Schafe, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes, ER mache euch tüchtig in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut. ER bewirke in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, dem die Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen.

 


Der Schöpfer ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, vom HERRN geführt

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 95 (94),1-2.4-5.6-7.

Kommt, lasst uns jauchzen vor dem HERRN
und zujubeln dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
vor ihm jauchzen mit Liedern!

In seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
sein sind die Gipfel der Berge.
Sein ist das Meer, das ER geschaffen hat,
das trockene Land, das seine Hände gebildet.

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserm Schöpfer!
Denn ER ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt.

 


PREDIGT von Pastor Dr. Werner Neuer beim „Marsch für das Leben“ in Berlin

Seit Jahrzehnten kennen und schätzen wir den evangelischen Theologen und Pfarrer Dr. Werner Neuer (siehe Foto). Stets hat er sich engagiert und entschieden für das Lebensrecht aller Menschen, auch der ungeborenen Kinder eingesetzt.  bild-089_1024_1
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Der „Marsch für das Leben“ am vergangenen Samstag (17.9.) endete im Beisein von über 7000 Teilnehmern mit einem ökumenischen Gottesdienst vor dem Berliner Reichstag, wobei der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Liturgie leitete –  und der evangelikale Pastor Neuer die Predigt hielt. Eine erfreuliche, glaubenskonservative Ökumene für das Lebensrecht!
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Nicht allein der Schweigemarsch, sondern sogar der Abschlußgottesdienst wurde vom ohrenbetäubenden Lärm ultralinker Gegendemonstranten gestört, zumal einige Randalierer in das abgesperrte Gottesdienst-Terrain eindrangen.
Daß bei gewissen Abtreibungsbefürwortern nicht einmal ein Minimal-Respekt vor dem Gottesdienst und dem Glauben der Christen erkennbar wurde, ist erschreckend.
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Was wäre wohl geschehen, welchen Medienwirbel hätte es ausgelöst, wenn in unserem Land z.B. ein Freitagsgebet muslimischer Mitbürger in derart unflätiger Weise gestört worden wäre? Was in der Berichterstattung ebenfalls kaum erwähnt worden ist: 14 Polizisten wurden von Chaoten verletzt, 12 Personen wurden festgenommen.
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Die Predigt von Dr. Neuer hier zu sehen: www.youtube.com/watch?v=6rWLS6Y4iZc
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Wir baten den Pfarrer darum, seine Ansprache schriftlich veröffentlichen zu dürfen, was er gerne erlaubt hat und wofür wir herzlich danken. Hier folgt der vollständige Wortlaut:
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Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus!bild-052_1024_1

Liebe Schwestern und Brüder!

Es ist mir eine große Freude, dass wir diesen Ökumenischen Gottesdienst gemeinsam als Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen feiern können.

BILD: Die Teilnehmer(innen) beim „Marsch für das Leben“ kamen aus nah und fern (Foto oben und hier: Bistum Regensburg)

Damit legen wir ein Zeugnis dafür ab, dass das Ja zur unantastbaren, von Gott verliehenen Würde des Menschen und zum unendlichen Wert des menschlichen Lebens zu den gemeinsamen Grundüberzeugungen der Christenheit gehört, die von den konfessionellen Unterschieden nicht betroffen sind.

Die Ethik aller christlichen Kirchen beruht auf dem geoffenbarten Wort Gottes, das im 5. Gebot jede Tötung unschuldiger Menschen kategorisch verbietet. Nicht nur uns Christen, allen Menschen ist gesagt: Du sollst nicht töten!

Wir wollen in diesem Gottesdienst Gott als den Schöpfer allen Lebens preisen, dem wir unser Dasein, unser einzigartiges Leben und die unermesssliche Herrlichkeit der Schöpfung verdanken. Dass wir dies gemeinsam als Christen aus verschiedenen Kirchen und Konfessionen tun ist besonders erfreulich, obwohl dies eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Ausgangspunkt dieser Predigt ist ein Text, der vielen von uns bekannt sein dürfte: Psalm 139, die Verse 1–6, 13+14; 23+24. Ich lese die Verse nach der Übersetzung Martin Luthers:

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.…
Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.…
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
Prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!

GEBET: „HERR, lass uns jetzt stille werden vor Dir, dass wir hören, was Du uns sagen willst.“

Die Verse dieses Psalmes beschreiben mit eindrucksvollen Worten Gott als den Geber, Erhalter und Beschützer allen menschlichen Lebens. Ich möchte drei Aussagen des Textes in den Vordergrund stellen:Kreuzkuppel

  1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.
  2. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.
  3. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel!

1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.

Unsere menschliche Wahrnehmung ist zunächst vor allem eine Außenwahrnehmung. Durch unsere Sinne nehmen wir unsre Umwelt wahr. Wir sehen, hören, schmecken, riechen  und spüren unsere Umgebung und ziehen daraus unsere Folgerungen. Die meisten Menschen nehmen wir nur von außen wahr. Nur einen Teil  der Menschen (vor allem unsere Familie, Verwandte und Freunde) nehmen wir so gut wahr, dass wir etwas Verlässliches über ihr Inneres sagen können.

Aber oft ist das, was wir über ihr Inneres wissen, viel zu wenig, um sie wirklich zu verstehen. Oft haben wir Mühe, gerade jene Menschen zu verstehen, die wir am besten zu kennen meinen. Psalm 139 macht deutlich: Der lebendige Gott kennt solche Schwierigkeiten nicht. Er kennt uns Menschen alle bis ins Innerste: P1020947

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.´Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott kennt nicht nur unser Tun und unser äußeres Ergehen, sondern er kennt all unser Denken, Wollen und Fühlen. Dass der ewige, unendlich erhabene Schöpfer Himmels und der Erde uns kleine Menschen vollständig kennt und versteht, dass er überhaupt an uns persönlich interessiert ist, ist für unser begrenztes menschliches Denken unbegreiflich. Der Psalmist zieht deshalb das Fazit:

Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

Viele Menschen – sofern sie noch irgendwie an Gott glauben – empfinden Gottes Allwissenheit als etwas Bedrohliches. Sie erschrecken beim Gedanken: Alle Bosheit, die ich getan, gesagt oder auch nur gedacht habe, ist Gott bekannt! Ist diese Tatsache nicht beschämend für uns Menschen, ist doch auch unser Leben als Christen befleckt von Egoismus, Lieblosigkeit und Bosheit? Für den Psalmisten ist Gottes Allwissenheit eine tröstliche und befreiende Einsicht, weil er sich in Gott – trotz seiner Sünden – geborgen weiß:A.L.Content_Was_wir_wollen

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine bergende und schützende Hand über mir.

Der Psalm 139 lädt uns alle dazu ein, unser Leben gerade auch mit seinen dunklen Seiten vertrauensvoll in Gottes gute Hände zu legen, um Gottes Geborgenheit, Schutz und Fürsorge, und seine Vergebung zu empfangen! Denn wer sein Leben Gott anvertraut, darf nicht nur mit seinem Schutz, sondern auch mit seiner Vergebung rechnen!

Der Psalmist hat volles Vertrauen zu Gott, weil er sein Leben mit all seinen Fehlern und Schwächen von Anbeginn, vom ersten Moment seines Daseins an in Gott geborgen weiß: Damit sind wir bei der 2. Botschaft unseres Textes:

  1. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.

Der Psalmist rühmt Gott als seinen Schöpfer vom ersten Augenblick seiner Entstehung:

Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.

Der Psalmist sieht in seinem Leben offenkundig nicht das Produkt eines blinden Naturprozesses, sondern – um es in heutiger Sprache zu sagen – das unerhört planvolle, außerordentlich geniale , wahrhaft „wunderbare“ Werk Gottes des Schöpfers. Kein heutiger Leser oder Hörer sollte hier einwenden: Die moderne Naturwissenschaft habe die Entstehung des Menschen „begreiflich“ gemacht. Das Gegenteil ist der Fall:

Die Erkenntnisse der modernen Zellbiologie haben eine solche Genialität feinstens aufeinander abgestimmter planvoller zellbiologischer Abläufe zutage gebracht, dass der namhafte atheistische Philosoph Anthony Flew seinem Atheismus öffentlich den Abschied gegeben und sich zur Plausibilität des Schöpferglaubens bekannt hat. Auch ein bestens mit der neuesten Forschung vertrauter Naturwisssenschaftler kann mit gutem Gewissen in den staunenden Dank des Psalmisten einstimmen:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin! DSC_0048

Die christliche Kirche hat sich die Sicht von Psalm 139 zu eigen gemacht, indem sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis Gott als den allmächtigen Schöpfer bekennt:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Wir Menschen sind nicht – wie viele heute meinen – das Produkt blinder Naturprozesse, sondern – um es mit Papst Benedikt XVI. zu sagen: „Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder von uns ist gewollt. Jeder von uns ist geliebt. Jeder von uns ist gebraucht.“  – Diese freudige Gewissheit darf und soll uns Menschen – Christen wie Nichtchristen – bestimmen!

Auffällig an Psalm 139 ist, dass der Psalmist nicht nur seine persönliche Gewissheit ausspricht. Wenn wir den ganzen Psalm lesen – auch die Verse, die ich nicht verlesen habe, dann ist deutlich, dass sein Blick in die universale Weite der Welt geht. Er sieht nicht nur in seinem eigenen kleinen Leben Gottes Weisheit, Fürsorge und Liebe am Werk, sondern in „allen Werken“ Gottes, also im gesamten Kosmos:  Wunderbar sind deine Werke. Diese Worte beschreiben in lapidarer Kürze die ganze Welt als großartige Schöpfung Gottes.

Es ist die Not vieler heutiger Menschen, dass sie diese Weltsicht nicht mehr haben. Stattdessen erscheint ihnen die Welt oft als sinnlos oder gar feindselig. Dass jeder Mensch ein Geschenk von unendlichem Wert ist, dass die gesamte Schöpfung Geschenkcharakter hat, die unser Leben nicht nur ermöglicht, sondern unendlich bereichert – dies alles ist aus dem Blick geraten. DSC06228

Anstelle des Lobpreises Gottes als des Schöpfers allen Lebens ist eine geradezu nihilistische Verneinung des Lebens getreten, das Nein zur Menschenwürde und zur menschlichen Geschöpflichkeit, das in der Abtreibung und Euthanasie sichtbar werdende millionenfache Nein zum Leben  – von den tagtäglichen Zerstörungen menschlichen Lebens in Kriegen und Bürgerkriegen ganz zu schweigen.

In unserer Kundgebung und in unserem Schweigemarsch haben wir diese Situation öffentlich beklagt. Dies war angesichts des Schweigens der Gesellschaft bitter nötig und wird auch in Zukunft nötig sein! Jetzt in diesem Gottesdienst wollen wir die Klage über die Lebensfeindschaft der Menschen unserer Zeit ausmünden lassen in den Lobpreis des lebendigen Gottes, der das Leben und die Liebe in Person ist. Dieser Lobpreis darf nie verstummen.

Am Anfang und am Ende unseres Engagements steht das Lob des dreieinigen Gottes, weil wir IHM alle alles verdanken. Damit sind wir beim letzten Punkt dieser Predigt:

  1. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel.

Der Psalm 139 preist den gesamten Kosmos und damit alles, was Gott getan hat, tut und tun wird. Der Lobpreis des Psalmisten betrifft nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Der Psalm schließt mit der umfassenden Bitte:

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. marsch_2013_photo_dv_447_m

Der Psalmist will bewahrt bleiben vor den bösen Abgründen und Wegen seines eigenen Herzens. Vor allem aber will er geleitet werden auf ewigem Wege. Er rechnet fest damit: Gott meint es auch in Zukunft gut mir und diese Zukunft endet nicht im diesseitigen Leben, sondern in der ewigen Welt Gottes!

Mit der Bitte leite mich auf ewigem Wege macht der Psalmist deutlich, dass er dieses ewige Ziel, das Gott ihm gesetzt hat, unbedingt erreichen will. Was in unserem Psalm nur angedeutet ist, wird im Neuen Testament durch das Kommen Jesu Christi, unseres Erlösers und Herrns, zur ausdrücklichen Verheissung:

Durch den Glauben an Christus hat unser Leben ein ewiges Ziel! Als Christen dürfen wir einmal definitiv und für immer in der Gemeinschaft mit Gott leben in einer neuen Welt ohne Tränen, ohne Gewalt, ohne Mord und ohne Tod, in einem Leben in immerwährender Freude und Glückseligkeit. Zu diesem Glauben und dieser Hoffnung laden wir alle Menschen ein – auch unsere Gegner und Feinde!

Als Christen hören wir nicht auf, zuversichtlich zu hoffen:

Unser himmlischer Vater, der ewige Gott des Friedens und der Liebe,
der Stifter und Bewahrer alles Lebendigen
wird unser irdisches Dasein des Leides und des Todes einmal definitiv verwandeln
und vollenden in ein Leben ewiger Freude!
Und er wird auch diese Welt verwandeln in eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit.
Und es wird ewiger Friede sein im Himmel und auf Erden!
Und dieser „Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft,
der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem HERRN.“ –
Amen.“


GOTT wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, ihr Flehen verschmäht ER nicht

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 102 (101),13-14.15-16.17-22.

Du aber, HERR, du thronst für immer und ewig,
dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht.
Du wirst dich erheben, dich über Zion erbarmen;
denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein, die Stunde ist da.

An Zions Steinen hängt das Herz deiner Knechte,
um seine Trümmer tragen sie Leid.
Dann fürchten die Völker den Namen des HERRN
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der HERR baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.
ER wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht ER nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den HERRN lobpreise.
Denn der HERR schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

ER will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,
damit sie den Namen des HERRN auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.