Lauterbach ruft Gastronomie zur 2G-Regel auf

Wie der Nachrichtensender N-TV berichtet, hat der SPD-Politiker und „Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach wieder einmal vor einem schlimmen Corona-Infektions Herbst gewarnt und eine „sehr viel höhere Impfquote“ gefordert, bevor eine „Normalität“ in absehbarer Zeit möglich sei (also Verzicht auf Lockdowns).

In diesem Zusammenhang rief er Restaurants und Clubs dazu auf, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Dabei ging Lauterbach nicht darauf ein, daß es z.B. in Münster unlängst nach einer Party zur Infektion von 86 Teilnehmern nach strikter 2G-Einlaßregel gekommen ist. (Näheres siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/09/18/munster-86-corona-infizierte-nach-2g-party-kein-einziger-nicht-geimpfter-war-zugegen/)

Weiter heißt es in der ntv-Meldung, zukünftig solle laut Lauterbach „kein Mittel“ ausgeschlossen werden, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen.

Dabei brachte er ausdrücklich auch „die Zahlung sogenannter Impfprämien“ ins Gespräch, wenngleich er vorher „sehr skeptisch“ darüber gedacht habe.

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Zur israelischen Studie über Covid-Immunität

Die Ergebnisse der bisher weltweit größten Beobachtungsstudie zur SARS-CoV-2-Immunität, in der über 30.000 Datensätze der israelischen Krankenkasse MHS ausgewertet wurden, sind aufschlußreich:

Menschen, die eine vollständige Immunisierung mit dem Pfizer/BioNtech-Impfstoff abgeschlossen haben, weisen ein 13-mal höheres Risiko auf, sich erneut mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die Wahrscheinlichkeit, Symptome zu entwickeln, ist 27-mal höher und das Risiko, hospitalisiert zu werden, achtmal höher als bei genesenen Menschen mit natürlicher Immunantwort.

Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete Paul Podolay (AfD), Mitglied im Ausschuss für Gesundheit:

„Die Studie die aktuell in Fachkreisen große Wellen schlägt, zeigt empirisch auf, dass die natürliche Immunität des Menschen im Kampf gegen COVID um ein Vielfaches wirksamer ist, als die Impfung.  

Die Konsequenzen für die Politikgestaltung sind immens, da die Studie der Impfkampagne die Substanz entzieht. Wenn Geimpfte sich 13-mal häufiger re-infizieren, verhindern sie nicht die Ausbreitung des Virus, sondern beschleunigen diese höchstwahrscheinlich noch. Das zudem 8-fach erhöhte Risiko, stationär behandelt werden zu müssen, lässt die Illusion endgültig zusammenbrechen, dass Impfungen unser Gesundheitssystem schützen würden.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass nicht mehr zu unterscheiden ist, wer wirklich ‚Treiber der Pandemie‘ ist.

Diskussionen über 2G-Regeln, Lockdowns für Ungeimpfte und eine etwaige Überlastung des Gesundheitssystems durch Ungeimpfte wurden auf Basis dieser Studie obsolet gemacht.“  

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Justizministerin: Wink mit dem Zaunpfahl ?

Von Felizitas Küble

In der WELT am Sonntag vom 22. August 2021 wurde auf S. 4 ein ausführliches Interview mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht veröffentlicht.

Unter dem Titel „Ich kann mir einen neuen Lockdown nicht vorstellen“ beantwortet die SPD-Politikerin eine Reihe von Fragen über die Coronapolitik der Bundesregierung.

Die Ministerin spricht sich für eine Verlängerung der sogenannten „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ auch nach dem 11. September aus und befindet sich damit auf der Linie ihrer Partei.

Der Bundestag solle – so sagt sie – der Bundesregierung die „rechtliche Möglichkeit“ geben, um auf steigende Infektionszahlen „reagieren“ zu können. Das Parlament solle das „Fortbestehen“ besagter Lage „feststellen“.

Noch brenzliger wird es mit folgender Frage: „Wäre es mit dem Grundgesetz vereinbar, wenn im Herbst die 2G-Regel eingeführt würde, also nur Geimpfte und Genesene Einlass in den öffentlichen Raum erhielten?“

Hierauf antwortet Lambrecht immerhin zunächst wie folgt:

„Jeder Eingriff in Freiheitsrechte muss gut begründet und verhältnismässig sein. Ich sehe nicht, wie man eine derart schwerwiegende Beschränkung mit dem Infektionsschutz rechtfertigen könnte.“

Das sind zwar „nur“ verfassungsrechtliche Selbstverständlichkeiten in puncto Grundrechte, aber der Ministerin fällt noch etwas ein:

„Es macht einen Unterschied, ob ein Gastronom im Rahmen seiner Vertragsfreiheit sagt „Bei mir werden nur Geimpfte und Genesene bedient“, oder ob der Staat so etwas vorgibt.“

Diesen rechtlichen Unterschied wird keiner bestreiten wollen, allerdings klingt der „Hinweis“ wie eine Empfehlung, quasi ein Wink mit dem Zaunpfahl nach dem Motto: Was wir uns als Regierung an „Freiheitseinschränkungen“ gegen Geimpfte nicht erlauben dürfen, das kann ja der wackere – oder gar woke“ (wachsame) – Bürger erledigen.

Die Politikerin hat zudem nur in eine einseitige Richtung argumentiert. Im Rahmen der „Vertragsfreiheit“ könnte ein Gastwirt auch das Gegenteil praktizieren und nur Nicht-Geimpften Einlaß gewähren. In Österreich ist von solch einem Fall bereits die Rede.

Im Sinne der Fairneß ist weder das eine noch das andere sinnvoll. Vielmehr sollte sich unser Volk nicht „spalten“ lassen, sollten Geimpfte und Ungeimpfte respektvoll bleiben, statt sich gegeneinander ausspielen zu lassen.

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Springer-Presse immer Lockdown-kritischer

Von Felizitas Küble

Wer die Springer-Presse von der schlagzeilenlustigen BILD-Zeitung bis zur WELT und WELT am Sonntag in den letzten Wochen und Monaten beobachtet hat, gewinnt zunehmend den Eindruck, daß der Konzern sich in der Causa Corona immer kritischer gegenüber der amtlichen Politik äußert.

Vor allem BILD – zunächst recht lange brav auf Regierungskurs gelegen – entwickelt sich in Sachen Lockdown und Impf-Druck zunehmend zur ProtestPlattform und will anscheinend „Volkes Stimme“ laut vertreten, wenngleich es sich dabei natürlich lediglich um einen Teil der Bürger handelt – allerdings keinen geringen.

FOTO: Schlagzeilen von BILD am 10. August: „Hört auf mit Spaltungs- und Panik-Sprüchen – Gleiche Rechte für alle Menschen, Geimpfte und Ungeimpfte – Schluß mit Einschränkungen unserer Grundrechte – Wir wollen, daß jeder in die Kirche darf“ usw.

In anderen Ländern – etwa Italien oder Frankreich – ist der Protest aus dem Volk weitaus stärkerallerdings sind die Gerichte und Behörden dort auch liberaler und verbieten in der Regel keine Demonstrationen und Kundgebungen. So durften in Frankreich hunderttausende gegen Impf-Pflicht und Gesundheitspaß auf die Straße gehen.

Aus dem Springer-Verlag in Berlin stammen auch die seriösen Zeitungen WELT und die WELT am Sonntag (Wams). Wie kritisch sich eine WELT-Ressortleiterin derzeit äußert, haben wir heute bereits berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2021/08/11/scharfe-kritik-der-welt-an-merkels-politik/

Vor allem die WamS hat sich in den letzten Monaten zunehmend skeptischer gegenüber Merkel und der offiziellen Corona-Politik positioniert. Das geht sowohl aus dem Nachrichtenteil wie aus Leitartikeln und dem Editorial von Chefredakteur Boie hervor.

In der WamS vom 8. August 2021 erschien auf Seite 2 ein riesig aufgemachter Artikel mit der Schlagzeile: „Höchste Zeit für die Freiheit“. – Staatsrechtler Prof. Dr. Horst Dreier, ein führender Rechtswissenschaftler – und übrigens Mitglied der SPD – wendet sich darin gegen massive Grundrechtseinschränkungen. Die „Eingriffe in die Freiheit“ seien begründungsbedürftig, schreibt er, nicht der Gebrauch der Grundrechte.

Über diesen gehaltvollen Grundsatzartikel schreiben wir noch einen eigenen Beitrag.


FREIE WÄHLER: Bleibt Aiwanger standhaft?

Von Felizitas Küble

Seit Wochen steht der unangepaßte Vize-Ministerpräsident von Bayern, Hubert Aiwanger, unter Beschuß sowohl von links wie auch von Markus Söder, mit dem die von Aiwanger geführten FREIEN WÄHLER koalieren und gemeinsam den Freistaat regieren.

Der bodenständige Niederbayer, der zugleich Landes-Wirtschaftsminister und außerdem Bundesvorsitzender seiner Partei ist, wird in manchen Medien gerne als „Bauer“ bezeichnet, was zwar nicht falsch, aber unvollständig ist: Aiwanger ist ein akademisch gebildeter Agrar-Ingenieur.

Der 50-jährige Chef der Freien Wähler (FW) – die übrigens zur Bundestagswahl antreten und in Rheinland-Pfalz bereits im Landtag sitzen – ist unter Druck von Medien und Politik geraten, weil er sich nicht impfen lassen möchte.

Man fragt sich, wo Freiheit und Toleranz in diesem Lande bleiben, wenn eine persönliche Entscheidung des katholischen Familienvaters zu derartigen Attacken – nicht zuletzt durch MP Söder – führen kann.

Es bleibt zu hoffen, daß Aiwanger sich nicht mürbe machen läßt und damit auch verdeutlicht, daß wir in einem freiheitlichen Staat leben, in dem jedweder Zwang zur Impfung nicht infrage kommt – das gilt auch für eine direkte oder indirekte Impf-Pflicht.

Allein schon der vielgebrauchte Ausdruck „Impf-Verweigerer“ hat einen negativen Beigeschmack, als würde jemand quasi seine Pflicht und Schuldigkeit „verweigern“.

Söder hat seinen Vize-Ministerpräsidenten erst oberlehrerhaft abqualifiziert und dann sogar unfair in die Nähe der „Querdenker“ gerücktaber auch dadurch ließ sich Aiwanger nicht unterkriegen, was eine robuste Standfestigkeit zeigt.

BILD: Sachlich-kritisches Bestseller-Buch des Biologen Arvay zur Impf-Debatte

Mit Recht wendet er sich gegen eine staatliche Impf-Pflicht und gegen das Impfen von Kindern ab 12 J., was die Stiko (Ständige Impf-Kommission) bislang genauso sieht. Die FREIEN WÄHLER lehnen in ihrem Wahlprogramm-2021 die Einführung einer Impf-Pflicht ausdrücklich ab. Somit bewegt sich Aiwanger bei diesem Thema sehr wohl innerhalb seiner Parteilinie.

Es geht aber nicht allein um diese Thematik. Der FW-Chef positioniert sich deutlicher als die CSU unter Söder gegen die Grünen („eine intolerante Verbotspartei“), eine verfehlte Asylpolitik und den Genderwahn (leider verwendet das FW-Programm selber den Genderstern), er verteidigt deutlich den Mittelstand und fordert Schluß mit unverhältnismäßigen Corona-Lockdowns.

Die Grünen seien – so sein Vorwurf – zu einer radikal-feministischen Partei mit „Mobbing gegen Männer“ geworden: „Bei denen muss man sich schon dafür entschuldigen, ein Mann zu sein.“Auch die Frauenquote lehnt der etwas robust aufretende Familienvater ab und schlägt eine familiengerechte Förderung vor.

Den abwertenden linken Ausdruck „alte weiße Männer“ bezeichnet Aiwanger als „Rassismus in Reinform“. Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker bei 90% Unverständnis für Impf-Unwillige (siehe die kürzliche INSA-Umfrage hierzu).

Der eigenständig denkende FW-Chef beklagt zugleich im Interview mit „The European“: „Traditionelle Werte finden ja in der CDU nicht mehr statt, sondern nur noch grüner Mainstream.“ Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker mit Unverständnis für Impf-Unwillige.

Vermutlich werden viele bayerischen Wähler genau das tun, was der FW-Chef ihnen empfiehlt: Erststimme CSU, Zweitstimme Freie Wähler und dies umso mehr, als sich Söder von Jahr zu Jahr stärker von seinen einstigen konservativen Ansichten – oder trieb er früher eher taktische Sprücheklopferei? – entfernt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Fixierung auf Corona-Inzidenz ist sachfremd

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), fordert Medienberichten zufolge, dass für die Beurteilung der Corona-Pandemie die Inzidenz weiterhin der „Leitindikator“ bleiben müsse.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der den Empfehlungen des ihm unterstellten RKI bislang stets gefolgt war, widerspricht in diesem Punkt seinem Behördenleiter:

Neben der Inzidenz, so der Minister, brauche es „zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten“. Mit steigender Impfrate verliere die Inzidenz „ihre Aussagekraft“.

Dazu erklärt Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto), Bundessprecher der AfD:

„Spahn weiß genau, dass ein starres Festhalten am Inzidenzwert als maßgebliches Kriterium für die Beurteilung der Corona-Lage schon bald zum nächsten Lockdown führen wird – und das womöglich direkt vor der Bundestagswahl. Da dies die Wahlaussichten der Union nicht gerade verbessern würde, ändert Minister Spahn jetzt seine Position und erklärt plötzlich, dass auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen sollen.

Die AfD fordert seit Monaten, dass sich die Bundesregierung nicht an abstrakten Inzidenzwerten, sondern an der Zahl der tatsächlich Erkrankten und der schweren Krankheitsverläufe orientieren soll, die in Kliniken und auf Intensivstationen behandelt werden müssen.

Bleiben diese Zahlen wie bisher so gering, dass sie durch unser Gesundheitssystem beherrschbar sind, sind schwere Grundrechtseingriffe, wie sie mit jedem Lockdown verbunden sind, absolut unverhältnismäßig. Diese Erkenntnis dämmert jetzt offenbar auch Minister Spahn.“


Wähler von AfD u. FDP sind Lockdownkritisch

Das Erfurter INSA-Institut wollte in einer repräsentativen Umfrage aktuell erfahren: Würden die Befragten erneute weitreichende Lockdown-Maßnahmen bei einer weiteren Welle befürworten?

Während 47 Prozent der Befragten dem zustimmen, lehnen 35 Prozent dies ab. 15 Prozent wissen keine Antwort. Vier Prozent machen keine Angabe dazu.

Weibliche Befragte stimmen der Aussage dabei etwas häufiger als männliche zu (49 zu 44 %).

Die Befragten zwischen 50 und 59 Jahren stimmen der Aussage etwas häufiger und die Befragten ab 60 Jahren deutlich häufiger als jene zwischen 18 und 49 Jahren zu (56 bzw. 66 zu je 51 %).

Zur GRAFIK: Besonders hohe Zustimmungswerte mit je 69% für einen solchen Lockdown gibt es bei Wählern der Grünen und der SPD. Bei Unionswählern sind es 67%, bei der Linkspartei 60%.

Allein die Wähler der FDP und noch mehr der AfD sind mehrheitlich gegen einen weiteren Lockdown bei einer neuen Corona-Welle: 59% bei den Liberalen sagen NEIN, bei der AfD sind es 68%.

HIER geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de


Wagenknecht fordert Ende der Panikmache

Erklärung der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht (Linkspartei):

Wenn alle Risikogruppen geschützt sind, werden Corona-Maßnahmen überflüssig.

Bei Markus Lanz kritisiere ich die andauernde Panikmache durch Politiker wie Karl Lauterbach oder die Forderung nach Zwangsimpfungen für bestimmte Berufsgruppen.

Allerdings darf die Regierung nicht wieder einen ganzen Sommer verschlafen, sondern muss alles dafür tun, um nach den Sommerferien einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten. Schon längst hätte man alle Schulen mit Luftfiltern ausstatten und für zusätzliches Personal und kleinere Klassen sorgen können.

Schon längst hätte man viele mobile Impfteams dorthin schicken können, wo es noch Bedarf gibt.

Denn eines ist klar: Erneute Schulschließungen sind den Kindern und ihren Eltern nicht zumutbar und darf es nicht geben.

Quelle: https://www.getrevue.co/profile/team-sahra/issues/die-menschen-vor-katastrophen-und-lebensrisiken-besser-schutzen-684982?utm_campaign=Issue&utm_content=view_in_browser&utm_medium=email&utm_source=Sahra+Wagenknecht


Universitätsstudie: PCR-Tests allein sind ungeeignet als Basis für Corona-Maßnahmen

Pressemeldung der Universität Duisburg-Essen:

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) weisen im renommierten Journal of Infection* darauf hin, dass die Ergebnisse von RT-PCR-Tests allein eine zu geringe Aussagekraft haben, um damit Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zu begründen.

Gemäß ihrer Untersuchung beweisen positive Testergebnisse nicht hinreichend, dass mit SARS-CoV-2 Infizierte andere Personen mit dem Coronavirus anstecken können. Zusammen mit Wissenschaftler:innen der Universität Münster und dem MVZ-Labor Münster hatten sie zuvor rund 190.000 Ergebnisse von mehr als 160.000 Menschen dahingehend ausgewertet.

Die RT-PCR-Test-Technik gilt als Goldstandard, wenn es um den Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 geht. Sie kann nur in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt werden.

Während der Pandemie wurden und werden die Ergebnisse von Corona-Tests mittels RT-PCR-Technik verwendet, um die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen (Inzidenz) zu ermitteln.

Dieser Inzidenzwert bildet für Bund und Länder wiederum eine wichtige Basis, um Anti-Corona-Maßnahmen zu begründen, zum Beispiel Kontaktbeschränkungen bzw. Ausgangssperren. Dies stellen die Forschungsteams aus Essen und Münster jedoch aufgrund ihrer Datenauswertung infrage.

„Ein positiver RT-PCR-Test allein ist nach unser Studie kein hinreichender Beweis dafür, dass Getestete das Coronavirus auf Mitmenschen auch übertragen können“, sagt Erstautor Prof. Dr. Andreas Stang, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) des Universitätsklinikums Essen. „Die am Ende errechnete Zahl von SARS-CoV-2 positiv Getesteten sollte daher nicht als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, wie Quarantäne, Isolation oder Lockdown, benutzt werden.

Die Autor:innen raten deshalb, Daten aus anderen Bereichen zur Bewertung der Pandemie-Lage zu erheben bzw. zu nutzen. „Geeigneter wären zum Beispiel verlässliche Angaben zur Intensivbetten-Belegung sowie zur Mortalität, also zu der jeweiligen Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19“, schlägt Epidemiologe Prof. Stang vor. In seinem Fachgebiet werden die Folgen von Epidemien auf Gesellschaften untersucht.

Das Forschungsteam spricht aber auch über die Möglichkeit, die Aussagekraft des RT-PCR-Wertes bei künftigen Bewertungen der Pandemielage zu verbessern, indem der sog. Cycle-threshold-Wert (Ct-Wert) einbezogen wird. Durch die auch als Schwellen-Zyklus-Wert bekannte Zahl können Aussagen über die Ansteckungsgefahr durch positiv getestete Personen gemacht werden. Liegt der Ct-Wert bei positiv Getesteten bei 25 oder höher, geht man derzeit davon aus, dass diese nicht mehr ansteckend sind, weil die Viruslast zu gering ist.

Bei durchschnittlich etwa 60 % der Getesteten mit COVID-19-Symptomen wurden solch hohe CT-Werte nachgewiesen; In den Wochen 10 bis 19 waren es sogar 78 %, die sehr wahrscheinlich nicht mehr ansteckend waren“, betont Prof. Stang. „Auch das Abfragen von COVID-19-Symptomen bei Getesteten würde helfen, die Ergebnisse von RT-PCR-Tests besser bewerten zu können.“

*Originalveröffentlichung:
„The performance of the SARS-CoV-2 RT-PCR test as a tool for detecting SARS-CoV-2 infection in the population“ https://doi.org/10.1016/j.jinf.2021.05.022

Quelle: https://www.uni-due.de/2021-06-18-studie-aussagekraft-von-pcr-tests


Studie: Viele Deutsche wollen auch nach Corona größeren Abstand einhalten

Viele Menschen könnten auch nach einem eventuellen Ende der Coronazeit darauf achten, größeren Abstand zu anderen Menschen zu halten als vorher. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Johannes- Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) gekommen.

Wie sie in einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift Scientific Reports berichten, hatten sie 136 deutsche Erwachsene während des sog. ersten Lockdowns, im Frühling des vergangenen Jahres, an jeweils bis zu zehn aufeinanderfolgenden Terminen einen Online-Test machen lassen.

Dabei bekamen die Probanden auf dem Bildschirm eine menschliche Silhouette zu sehen. Anschließend sollten sie mit der Computermaus die Entfernungen markieren, welche sie vor der Coronakrise zu der gezeigten, unbekannten Person bevorzugt hätten und welche sie während der Pandemie und nach deren eventuellen Ende bevorzugen würden.

Dieser Test wurde mit einigen der Teilnehmer im August und Oktober wiederholt.

Im Ergebnis gaben die Probanden als bevorzugten Abstand während der Coronakrise mit durchschnittlich rund 180 Zentimetern einen Wert an, der deutlich über den offiziell vorgegebenen 150 Zentimetern liegt.

Hingegen beträgt die für die Zeit vor Corona als bevorzugt angegebene Distanz im Durchschnitt rund 120 Zentimeter und entspricht damit ungefähr dem bereits aus früheren Untersuchungen bekannten bevorzugten Mindestabstand bei der Begegnung von unbekannten Menschen.

„Diese Ergebnisse hatten wir so oder so ähnlich erwartet“, sagt Dr. Christoph Freiherr von Castell vom Psychologischen Institut der JGU, einer der leitenden Wissenschaftler der Studie.

„Überrascht hat uns aber, dass die Probandinnen und Probanden angaben, nach einem eventuellen Ende der Pandemie einen Abstand von durchschnittlich rund 140 Zentimetern zu anderen Menschen zu bevorzugen, also einen größeren Abstand als vorher.“

Sollten viele Menschen auch nach einem Ende der Coronakrise tatsächlich darauf achten, größeren Abstand zu wahren, könnte das laut Dr. Robin Welsch, Studienleiter aufseiten der LMU, Konsequenzen für das Zusammenleben haben, etwa für die Kommunikation: „Zum Beispiel müsste man bei größerem Abstand lauter sprechen, um verstanden zu werden, und feine Nuancen der Mimik wären möglicherweise nicht mehr so gut zu erkennen.“

Veröffentlichung: R. Welsch et al., Physical distancing and the perception of interpersonal distance in the COVID-19 crisis, Scientific Reports 11, 11485 (2021)
https://doi.org/10.1038/s41598-021-90714-5

Quelle: Pressemeldung der Universität Mainz