Vatikan: Ist der Papst verärgert über konservative Katholiken in den USA?

Von Dr. David Berger

In der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“erschien vor einigen Tagen ein umgebremster Wutausbruch gegen Katholiken in den USA: Sie würden sich in einer „Ökumene des Hasses“ mit den Protestanten zusammentun und Fremdenfeindlichkeit und „Islamophobie“ propagieren.

Sie stünden Donald Trump nahe und versuchten, Einfluss auf die Politik auszuüben. Damit verhielten sie sich ungehorsam dem Papst gegenüber.

Der Artikel fasst auf populäre Weise einen mehr akademischen Beitrag zusammen, der sich in der jüngsten Ausgabe der italienischen Jesuiten-Zeitschrift „La Civilta cattolica“ findet – vermutlich auch eine Auftragsarbeit, die aus dem Vatikan kommt.

Der konkrete Anlass für diese Kampagne des Vatikan gegen Christen in den USA dürfte ein besorgter Brief zahlreicher prominenter US-Katholiken an Donald Trump vom Januar dieses Jahres sein

Darin erheben sie schwere Vorwürfe gegen Obamas und Clintons Einmischung in innerkatholische Angelegenheiten: mit Rückendeckung durch George Soros sollen sie einen Putsch im Vatikan initiiert haben, um den konservativen Papst Benedikt zu stürzen und ihn durch den ultralinken Papst Franziskus zu ersetzen. Die Gruppe um Obama, Soros und Clinton nannte ihr Projekt „Katholischer Frühling“ (catholic spring).

Unter diesem Stichwort sollen Soros, Obama und Clinton die ihnen zur Verfügung stehende diplomatische Maschinerie der Vereinigten Staaten, ihre Einflüsse und die Finanzmacht Soros benutzt haben, um den „Regimewechsel“ in der römisch-katholischen Kirche herbeizuführen.

Für die konservativen Katholiken in den USA, die durch Papst Benendikt XVI. einen ungeheuren Aufschwung erlebten, bedeutete der Machtwechsel im Vatikan einen schweren Schlag.

Die Verfasser des Briefes sprechen von einer gewollten Revolution innerhalb der Kirche, die deren Kernbestände zum Absterben bringen sollte. Schon im Sommer letzten Jahres berichteten katholische Newsagenturen der USA von den Aktivitäten der drei Mächtigen.

Sie erwähnen eine Einflussnahme der amerikanischen Sicherheitsdienste beim Konklave an sowie den Umstand, dass internationale Finanztransaktionen aus den USA mit dem Vatikan in den letzten Tagen vor dem Rücktritt von Papst Benedikt suspendiert und dann kurz nach der Wahl von Franziskus wieder aufgenommen wurden.

Den vollständigen Artikel von Dr. Berger lesen Sie hier: https://philosophia-perennis.com/2017/07/15/zornausbruch-im-vatikan-us-katholiken-deckten-die-verwicklung-des-papstes-in-das-soros-netzwerk-auf/ 


Radio Vatikan im Interview mit Erzbischof Gänswein über Papst Benedikt

Im April wird er 90 Jahre alt, doch nach wie vor gilt: „Papst Benedikt ist guter Dinge!“  – Das sagt sein Sekretär, Kurien-Erzbischof Georg Gänswein, in einem Interview mit Radio Vatikan. Der emeritierte Papst gehe täglich spazieren, lese die Zeitung, bete, höre Musik und empfange Besucher.

Prälat Gänswein weiter:  

„Was ihm etwas Sorgen bereitet, sind die Füße, die Beine. Er hat Schwierigkeiten mit dem Gehen, darum nimmt er den Rollator zu Hilfe, und damit kommt er ganz gut zurecht.

Sonst: ganz klar im Kopf, ganz hell. Nimmt Anteil an allem. Er liest, er betet, er hört Musik, er hat Besuch; jeden Tag ist auch ein kleiner Spaziergang mit Rosenkranz angesagt, also – das, was er am Anfang seiner Zeit als Papa emeritus gemacht hat, das macht er auch jetzt.“

Frage: Schaut er italienische oder deutsche Fernsehnachrichten? Liest er den „Osservatore Romano“ (Vatikanzeitung), italienisch oder deutsch?

Wenn der Bruder da ist, sind deutsche Nachrichten angesagt. Wenn der Bruder nicht da ist, sieht er – da er ja in Italien lebt – italienische Nachrichten. Der (italienische) „Osservatore Romano“ ist selbstverständlich eine Lektüre, Tag für Tag, und er liest darüber hinaus auch anderes, um sich zu informieren und zu wissen, was in der Welt los ist.

Frage: Hat er einen sehr geregelten Tagesablauf oder bleibt er einfach mal länger im Bett?

Nein – die Regelmäßigkeit des Ablaufs, die konkrete Einteilung des Tages ist seit eh und je eindeutig. Es ist nicht so, dass er mal ausschläft, und dann fängt der Tag eben später an, sondern der Tag beginnt mit der heiligen Messe, jeden Tag zur gleichen Zeit.

Frage: Und hält er da auch eine kleine Predigt oder Betrachtung? Bereitet er sich darauf vor?

Jeden Sonntag, ja. Am Sonntag hält er immer eine schöne Predigt für uns, die „Memores“ und mich. Ab und zu ist auch ein Besuch da.

Frage: Schreiben Sie sich eigentlich auf, was der emeritierte Papst predigt  –  oder geht das einfach so verloren?

Wir halten es fest, was er predigt, denn er spricht frei. Er hat wohl ein Predigtheft, in das er Notizen macht, aber er predigt frei. Und wir versuchen schon, festzuhalten, was er sagt.

Quelle und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2017/03/19/wie_geht_es_benedikt_xvi_fragen_an_georg_g%C3%A4nswein/1299704


Spekulationen über Jesus: Umstrittenes Papyrus-Fragment ist wahrscheinlich eine Fälschung

Ein kleines Papyrus-Fragment sorgte in den vergangenen Tagen für große Schlagzeilen. Auf dem Schnipsel steht: „Jesus sagte zu ihnen, meine Frau…„. – Inzwischen mehren sich die Stimmen, die von einer „unbeholfenen Fälschung“ reden.

Den kleinen Papyrus hatte die Religionswissenschaftlerin der amerikanischen Harvard-Universität, Professor Karen King, der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Es soll sich um einen Dialog zwischen Christus und seinen Jüngern handeln, in dem es um die Frage geht, ob Maria Magdalena als Frau würdig sei, ein Jünger zu sein, was Jesus gemäss Papyrus bejahte. Das Schriftstück ist in koptischer Sprache verfaßt, einer späten Form des Altägyptischen.

Der englische Forscher Francis Watson von der Universität Durham ist überzeugt, daß es sich bei dem Schriftstück um eine moderne Fälschung handelt. Watson behauptet, daß alle Satzfragmente aus dem apokryphen, koptisch abgefaßten „Thomas-Evangelium“ (einer kirchlich nicht anerkannten Sammlung angeblicher Jesus-Worte)  kopiert und neu zusammengestellt wurden. Die Wortwahl lasse eindeutig auf einen Autor aus der Neuzeit schließen, meint Watson: „Das ist die gängige Sicht vieler Spezialisten – nicht nur meine.“

Watson hat den achtzeiligen Jesus-Papyrus Wort für Wort, Satzglied für Satzglied zerpflückt und mit dem sog. „Thomas-Evangelium“ verglichen  –  und weist nach, daß sämtliche Einzelteile dort zu finden sind, schreibt der Sonntagsblick.

Auch in einem Beitrag im L´Osservatore Romano, der offiziellen Vatikan-Zeitung, ist von einer „unbeholfenen Fälschung“ die Rede. In der Zeitung findet sich eine Analyse von Alberto Camplani, der an der Sapienza-Universität in Rom tätig ist. Auch er zweifelt die Echtheit des Papyrus an.

Der Züricher Theologie-Professor Jörg Frey teilt diese Skepsis: „Der Verdacht erhärtet sich, dass es schlicht eine moderne Fälschung ist„, sagt er. Ihm sind noch weitere verdächtige Details aufgefallen:

So ist das Papyrusstück sehr gerade geschnitten und kaum zerfetzt, wie man es erwarten würde. Außerdem ist die Schrift auf der Rückseite auffällig stark verblaßt. „Wenn das Stück einem Codex entstammt, müsste man eher annehmen, dass die Schrift vorne und hinten etwa gleich gut lesbar ist“, analysiert Frey.

Weniger seriös reagierten viele Zeitungen in Deutschland. Obwohl King selbst eine vorsichtige Interpretation ihrer Entdeckung anmahnte, waren die Meinungen schnell präsentiert:  „An der Echtheit der Zeilen gibt es kaum Zweifel“, jubelte etwa das Magazin Der Spiegel. Einige Medien deuteten sogar  an, daß das Christentum dadurch in seinen Grundfesten erschüttert werde.

Inzwischen scheint auch Karen King ihr Sensationsfund nicht mehr ganz geheuer zu sein. Sie gibt zu bedenken, daß für eine „abschliessende Beurteilung“ noch weitere Untersuchungen notwendig seien. 

Quelle: www.jesus.ch  (Autor: Bruno Graber)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz