Wir trauern um Prof. Dr. Klaus Motschmann

Von Felizitas Küble

Schon seit Jahrzehnten sind wir  –  unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt  –  freundschaftlich mit dem Politologen und Autor Klaus Motschmann (siehe Foto) verbunden. Wir haben besonders seine tiefgläubige, freundliche, aufrichtige und mutmachende Art immer sehr geschätzt. motschmann

Der Politikwissenschaftler ist am gestrigen Freitag, den 9. Dezember, nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben. Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen, besonders seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern.

Als ich heute mit seiner lieben Frau Dagmar Motschmann telefonierte, um sie etwas zu trösten und meine Anteilnahme auszudrücken, sagte sie mir zuversichtlich über ihren Mann: „Nun kann er schauen, was er geglaubt hat.“

Der engagierte Christ,  geboren am 4. März 1934, lehrte von 1972 bis 1997 an der Universität der Künste in Berlin.

Er studierte neben Politikwissenschaft auch evangelische Theologie, was sich u.a. in seinen fundierten Beiträgen zu kirchlichen und religiösen Themen zeigt, die oftmals in der konservativen Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ erschienen sind.

In dieser von der „Evangelischen Notgemeinschaft“ herausgebrachten Publikation war Prof. Motschmann jahrzehntelang als ehrenamtlicher Schriftleiter tätig. Bittprozession Auftakt Katholikentagskreuz

Die Veranstaltungen dieser evangelikalen Vereinigung wurden häufig von linksradikalen Antifa-Gruppen gestört; Klaus Motschmann selbst wurde in Berlin sogar mit infamen „Steckbriefen“ (inkl. Porträtfoto und Kontaktdaten) seitens dieser fanatischen Szene diffamiert.

Oftmals veröffentlichte auch die Berliner Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT Motschmanns Beiträge zu Religion, Kultur, Zeitgeschichte und Politik, bisweilen auch seine ausführlichen Analysen zu Gegenwartsthemen. Er kritisierte schon früh den Linksrutsch in der CDU. 2010 war er einer der Erstunterzeichner des „Manifests gegen den Linkstrend“ in der CDU.

Der lutherische Christ war gegenüber katholischen Gruppen und Persönlichkeiten sehr aufgeschlossen und solidarisch. Vor allem schätzte er den Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba, der besonders durch seinen Einsatz zugunsten der ungeborenen Kinder weit und breit große Bekanntheit erlangte.

Als ich im Frühjahr 2015 mit einigen Autoren wegen eines geplanten Gedenkbandes pro Dyba im Gespräch war, zeigte sich Prof. Motschmann sofort mit großer Freude bereit, ebenfalls einen positiven Artikel zu diesem Sammelband „Der Löwe von Fulda“ beizusteuern. Er skizzierte mir am Telefon sogar spontan die Grundlinien seines  geplanten Beitrags. Leider erlaubte es aber sein gesundheitlicher Zustand nicht mehr, diesen Artikel auszuformulieren, was er ebenso wie ich sehr bedauert hat.

P. Lothar GroppeAls unser KOMM-MIT-Jugendverlag Mitte der 90er Jahre von ultralinker Seite monatelang per Medienkampagne attackiert wurde, setzte sich Prof. Motschmann durch persönliche Ermutigungs-Briefe, tröstende Anrufe und öffentliche Stellungnahmen vehement für unser Team in Münster ein.

Er bestellte als langjähriger Bezieher 1994 sogar die Tageszeitung DIE WELT ab, nachdem dort verleumderische „Meldungen“ gegen unseren Verlag kritiklos übernommen worden waren.

Auch mit unserem jahrzehntelangen Freund und Mitstreiter, dem Jesuitenpater Lothar Groppe (siehe Foto), war Klaus Motschmann im besten Kontakt. Pater Groppe sprach mehrfach als Redner auf den Jahresversammlungen der „Evangelischen Notgemeinschaft“, deren Schriftleiter Motschmann war.

Beiden Persönlichkeiten gemeinsam war auch die Tatsache, daß sie von linksradikalen Antifa-Gruppen durch öffentlich aufgehängte „Steckbriefe“ attackiert und verleumdet wurden. Doch diese starkmütigen Männer ließen sich von derlei Angriffen nicht entmutigen oder zermürben, sondern unterstützten sich gegenseitig  – so sieht echte „konservative Ökumene“ aus.

Wir wollen den Verstorbenen nun Christus, unserem gemeinsamen HERRN, anbefehlen. Möge ER auch die Angehörigen trösten und stärken!

 


Pater Lothar Groppe zum Themenkreis Waffen-SS, Grass, Horst Tappert und Co.

Der bekannte katholische  Publizist und Jesuitenpater Lothar Groppe (siehe Foto) wandte sich mit der folgenden Zuschrift an die FAZ und äußert sich darin sachkundig zu dem immer wieder diskutierten Thema Waffen-SS  – diesmal im Zusammenhang mit der Causa Horst Tappert.

Da die „Frankfurter Allgemeine“ die Stellungnahme des Geistlichen leider nicht abdruckte, veröffentlichen wir sie hiermit gerne in unserer Webzeitschrift:   

Leserbrief zum FAZ-Artikel  „ZDF zeigt sich befremdet“ vom 25.3.2013  

P. Lothar GroppeLegt die FAZ  nicht „politisch unkorrekte“ Maßstäbe an, wenn  sie sich  über die Waffen-SS-Vergangenheit von Horst  Tappert „befremdet“ zeigt, aber über jene von Günter Grass Verständnis walten läßt? Es scheint, dass sie über Waffen-SS und allgemeine SS nicht hinreichend im Bilde ist.

Ich selber wurde wegen „Schmähung des Führers“ drei Stunden von der Gestapo verhört und hatte noch 20 mal den „Vorzug“, „Gast“ der SS (Gestapo)  –  nicht der Waffen-SS  –  zu sein. 

Einer der ranghöchsten Offiziere der Waffen-SS, Generaloberst Paul Hausser, war der „wichtigste Entlastungszeuge für die Waffen-SS“ (Mitcham).  –  Bekannt wurde sein Briefwechsel mit Bundeskanzler Adenauer, der ihn korrekt mit „Herr Generaloberst“ anredete. Hausser war Mitbegründer der HIAG (Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS.)

Freiwilligkeit vielfach höchst fraglich

Ob sich Horst Tappert  freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hat, scheint nicht festzustehen. Fest steht aber, dass Angehörige der Waffen-SS in die Oberstufe der Höheren Schulen kamen und für die „Elite-Truppe“ Waffen-SS warben. Es gab hierbei folgende Möglichkeiten: “Vortreten, wer nicht bereit ist, in die Waffen-SS einzutreten“ oder auch: Die Tür wurde abgeschlossen und „Keiner kommt heraus, der sich nicht freiwillig meldet.“

Mit meinem Vater habe ich mehrmals über Hausser gesprochen. Hausser und er waren 1925/26 unter Rundstedt im Wehrkreiskommando II Stettin. Hausser war Ia, mein Vater Ic. Mein Vater hat mir gegenüber stets sein Bedauern ausgedrückt, dass Hausser später zur Waffen-SS ging. Er sei an sich ein sehr tüchtiger und honoriger Soldat gewesen.

Es gibt bemerkenswerte Eigentümlichkeiten, die normalerweise unbekannt sind. So wurde mein Bruder, Jahrgang 1925, im Jahre 1943 aufgefordert, in die Leibstandarte einzutreten. Als Sohn eines Generals mit Pour le Mérite sei er besonders dazu berufen. Zu dieser Zeit war mein Vater allerdings von Herrn Hitler bereits aus der Wehrmacht ausgestoßen worden.

Ich selber war mittels einiger Tricks niemals Mitglied der Hitlerjugend, bekam aber im Juli 1944  –  vor der Verhaftung meines Vaters  – die Aufforderung zur Teilnahme an einem Führerlager der HJ. Die Formulierung der Einberufung wirkte geradezu komisch: „Du willst  vom … bis …. August  am Führerlager teilnehmen“.  – Ich wollte aber nicht und warf das Schreiben weg. Passiert ist nichts.

Nehmen wir einmal an, Horst Tappert hätte sich tatsächlich freiwillig  zur „Elite-Truppe“ der Waffen-SS gemeldet. Nun war er wohl kein Intellektueller, aber ein begnadeter Schauspieler.

Wir hatten jedoch ausgesprochen Intellektuelle in der Bundesrepublik , die bis in die höchsten Positionen aufstiegen, obwohl sie, wie Horst Ehmke, Hans-Jochen-Vogel und Helmut Schmidt,  brave HJ-Führer im Tausendjährigen Reich waren,  die ihre Jungen für den „Führer“ begeisterten. Oder waren sie etwa im Stillen „Widerstandskämpfer“?

Das „Befremden“ des ZDF gereicht ihm gewiss nicht zur Ehre, war doch Horst Tappert  einer der bei weitem erfolgreichsten Schauspieler, der weltweit  bekannt wurde.

Wie sagte Gottfried Benn so treffend: „Das Abendland geht nicht zugrunde an den totalitären Systemen, auch nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten.“


P. Lothar Groppe über das Fronleichnamsfest: „Unsere Zeit braucht Bekenner“

Die konservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ ist dem Christentum grundsätzlich wohlgesonnen, vor allem der katholischen Kirche.

Allerdings gilt das weniger für den dort schreibenden Kolumnisten „Pankraz“, der insofern deutlich aus dem Rahmen fällt, auch mit seiner unqualifizierten Attacke auf das Fronleichnamsfest, in der JF veröffentlicht unter dem bezeichnenden Titel: „Pankraz, T. von Aquin und die frommen Kannibalen“ vom 31.5.2013.

P. Lothar Groppe

P. Lothar Groppe

Der bekannte Publizist Lothar Groppe SJ (siehe Foto) wandte sich per Leserbrief an die „Junge Freiheit“ und protestierte gegen die antikatholischen Verunglimpfungen des „Pankraz“; die Zuschrift wurde dort leicht gekürzt abgedruckt.

Wir veröffentlichen hier nun den vollständigen Text des Jesuitenpaters: 

„Welcher Teufel hat Pankraz geritten, gegen das Fronleichnamsfest zu polemisieren? Bei den „frommen Kannibalen“  hat er  – hoffentlich nur unbewußt  –  bei Herrn Hitler Anleihe bezogen, der in  seinen „Tischgesprächen“ gegen die grauenhafte christliche Religion wetterte,  „die ihren eigenen Gott auffrißt“.

„Kein richtiges Fest, sondern ein Unfest“?  – Nach Pankraz stiftet es “keinen Frieden, sondern eher Unfrieden und zwar völlig überflüssiger Weise. Seine Wurzeln sind dubios, seine Rituale verworren und aggressiv nach innen wie nach außen.“

Was er über das Fest zu berichten weiß, offenbart seine profunde theologische Unkenntnis. Wenn „kein Historiker weiß, was den Anstoß dazu gab“, widerspricht er sich selber im nächsten Satz, in dem er Thomas von Aquin und Papst Urban IV. zitiert, die sich für die Einführung des Fronleichnamsfestes einsetzten.

Pankraz nennt Thomas von Aquin einen „bequemen Herrn, der üppige Festmähler liebte.“  –  Ein Blick in eine Lexikon hätte ihn vor dieser peinlichen Charakterisierung bewahrt. Im Dominikanerorden galt vom Fest Kreuzerhöhung am 14. September bis einschließlich Karsamstag, ausgenommen Sonn- und Festtage, strenges Fasten.

Der „bequeme Herr“ starb bereits mit 49 Jahren, weil er in unermüdlicher Arbeit theologische und philosophische Werke geschaffen hat, welche die Jahrhunderte überdauerten. Im Lexikon für Theologie und Kirche werden ihm acht Druckseiten eingeräumt. Ein Hüne von Gestalt, scherzte er bisweilen über seine krankheitsbedingte Leibesfülle.

Fronleichnamsprozessionen sollen verdeutlichen, dass der Gottmensch Jesus Christus HERR der Welt ist, der das Leben seiner Jünger prägen soll. Es handelt sich nicht, wie Pankraz meint, um das „polemisch-trotzige öffentliche Herumzeigen intimster Glaubensgeheimnisse.“

Dem Autor fehlt offenbar der Sinn für das Göttliche. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: „Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten, für Juden ein empörendes Ärgernis,  für Heiden eine Torheit,  für die Berufenen aber, Juden wie Griechen,  ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1, 23 f.).

Fronleichnamsprozessionen sind ein Glaubensbekenntnis der Katholiken, das die Gläubigen in der Gewißheit bestärkt, dass sie nicht allein sind. Im „Dritten Reich“ sangen wir am Jugendbekenntnissonntag ein Lied, das den überwiegenden Teil der katholischen Jugend im Glauben und Bekennermut bestärkte:

„Laßt die Banner wehen über unsern Reihen,
alle Welt soll sehen, daß wir neu uns weihen,
Kämpfer zu sein für Gott und sein Reich,
mutig und freudig den Heiligen gleich.
Wir sind bereit, rufen es weit,
Gott ist der HERR auch unsrer Zeit.“

1937 wurde meine Mutter von der Gestapo vorgeladen: „Sie waren in der vergangenen Woche bei der Fronleichnamsprozession. Sie wurden dabei fotografiert. Was haben Sie dazu zu sagen?“  –  Meine Mutter entgegnete: „Da haben Sie wenigstens mal eine schöne Frau fotografiert.“  – Nun wußte die Gestapo natürlich, dass meine Mutter die Frau des im Volk angesehenen „Schwarzen Generals“ war. Deshalb wurde sie nicht weiter behelligt.

In unserer weitestgehend entchristlichten Welt halten sich auch Christen häufig religiös lieber „bedeckt“. Albert Camus glaubt in „Der Fall“, den Grund zu kennen, weshalb sich so viele scheuen, öffentlich für ihre religiöse Überzeugung einzutreten: „Ihre Menschenfurcht ist übergroß. Aber unsere Zeit kann keine Duckmäuser brauchen; sie bedarf der Bekenner.“

 


Zum Tag der Deutschen Einheit: Gebet und Fürbitte für unser Land

Von Pater Lothar Groppe SJ  

In der Präambel unseres Grundgesetzes heißt es: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen….wurde dieses Grundgesetz beschlossen.“

Nicht nur, aber ganz besonders bei den Auseinandersetzungen um den Schutz der ungeborenen Kinder wird deutlich, daß das Bewußtsein der Verantwortung vor Gott für viele Abgeordnete und Politiker nur eine leere Worthülse ist.

Schon lange hat sich ein großer Teil unseres Volkes von Gott entfernt. Für andere spielt er vielleicht noch in seltenen Stunden der Besinnung eine Rolle, hat aber keinen Einfluß auf ihren konkreten Alltag.

Jene Abgeordneten, die sich am Gesetz Gottes zu orientieren versuchen und sich gewissenhaft bemühen, im politischen Alltag durchzusetzen, was dem wahren Wohl des Volkes dient, befinden sich in erschreckender Minderheit. Nicht selten fühlen sie sich auf verlorenem Posten.

Nur allzu vielen, die sich um politische Mandate bemühen, geht es im wesentlichen darum, Macht zu erringen und zu erhalten. Tatsächlich können sich oft nur jene eine reale Chance ausrechnen, wiedergewählt zu werden, die sich dem Zeitgeist anpassen.

Das Il. Vatikanische Konzil sagt zu Recht in der Pastoralkonstitution „Die Kirche in der Welt von heute“:

„Die Staatsmänner, die das Gemeinwohl ihres eigenen Volkes zu verantworten und gleichzeitig das Wohl der gesamten Weh zu fördern haben, sind sehr abhängig von der öffentlichen Meinung und Einstellung der Massen.“ (Nr. 82)

Während es für amerikanische Präsidenten selbstverständlich ist,  ihre Landsleute beim Amtsantritt um ihre Mitarbeit und ihr Gebet zu bitten, wie es Millionen Fernsehzuschauer beim Amtsantritt von Präsident Obama miterleben konnten, tun sich deutsche Politiker hiermit schwer. media-390606-2 - Kopie

Dabei ist es im Grunde das Selbstverständlichste von der Welt, wenn sie die „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ ernstnehmen.

Von den Entscheidungen der verantwortlichen Politiker hängen ja weitgehend Wohl und Wehe von Millionen ab. Nicht selten geht es um Gewissensfragen, die in schwere Schuld verstricken können.

Deshalb mahnt Paulus in seinem 1. Brief an Timotheus die damaligen Christen, ihre Bitten, Gebet und Fürbitten für alle Obrigkeiten zu verrichten, „damit wir ein ungestörtes und ruhiges Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ (2, 1)

Wenn die Pastoralkonstitution davon spricht, man müsse in der Sorge für den Frieden „inständig zu Gott beten“, daß er den Verantwortlichen in Politik und öffentlichem Leben Kraft für diese schwere Aufgabe geben, gilt das natürlich auch für den gesamten politischen Bereich.

Nun hat die Deutsche Bischofskonferenz 1966 das früher nach der Feier des sonn- und feiertäglichen Hauptgottesdienstes angeordnete Gebet für Volk und Vaterland durch eine entsprechende Fürbitte abgelöst und diese Verpflichtung nachdrücklich eingeschärft.

Diese Anordnung und Verpflichtung scheint aber noch nicht in das Bewußtsein unserer Priester und Gemeinden eingedrungen zu sein.

Obwohl ich in zahlreichen Diözesen in weit mehr als 100 Pfarreien an Sonn und Feiertagen zur Aushilfe war, erinnere ich mich in keiner einzigen Pfarrei an eine derartige Fürbitte.

Während im amtlichen kirchlichen Direktorium der Erzdiözese Paderborn alljährlich an diese Verpflichtung erinnert wird, findet man etwa im Erzbistum Berlin keinerlei Hinweis hierauf. fahne1

Pfarrer und Lektoren, die ich auf diese Weisung der Bischöfe aufmerksam machte, zeigten sich überrascht; sie hatten davon noch nie gehört.

Die Bischöfe regen folgende Formulierung an, die aber durchaus entsprechend so abgewandelt werden kann, daß sie sich dem Sprachstil der an diesen Tagen gesprochenen Fürbitten anpaßt:

„Gedenke der Bedrängnis unseres Volkes; lenke seinen Weg inmitten aller Gefahren und schenke ihm Eintracht und Einheit, Freiheit und Frieden mit allen Völkern der ganzen Erde.“

Wir sollten nicht nur dann unsere Zuflucht zu Gott nehmen, wenn drohende Gefahren die Menschen ängstigen. Man erinnere sich der zahlreichen Gebetswachen während der Golfkrise.

Denn wir sind auch im politischen Alltag auf den Beistand des Himmels angewiesen – und nicht nur für uns selbst, sondern ganz besonders auch für all diejenigen, die in Kirche, Staat und Gesellschaft Verantwortung tragen, sollten wir um Erleuchtung durch den Hl. Geist beten.

Vor allem ist es Aufgabe unserer Seelsorger, aber auch jedes einzelnen Gläubigen, den HERRN zu bitten, daß unser Volk wieder zum lebendigen Gott zurückfindet und unsere Politiker und Abgeordneten nicht danach entscheiden, was ankommt, sondern worauf es ankommt.

Erstveröffentlichung des Artikels in der kath. Zeitschrift „Der FELS“ (Nr.3/2009)

 „Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft.“

Friedrich Schiller in seinem Drama „Wilhelm Tell“

Foto von Pater Groppe: Dr. Bernd F. Pelz