Merkwürdige Erfahrungen bei Exerzitien von Sr. Margaritha Valappila (Haus St. Raphael)

Erlebnisbericht eines Teilnehmers

Voller Hoffnung fuhr ich im Dezember 2017 nach Bad Soden-Salmünster, um von einer chronischen Erkrankung geheilt zu werden. Schon beim Abendessen wurde mir zusammen mit den übrigen Teilnehmern erklärt, dass im Hause St. Raphael strenges Stillschweigen einzuhalten sei, das auch während der Essenszeiten gelte. (Schweige-Exerzitien waren aber gar nicht angekündigt!).

Am folgenden Tag wurden wir Teilnehmer um 6, 20 Uhr vom Klang der Trompeten aus den Lautsprechern geweckt. Die Exerzitien umfassten neben Lobpreis (Popmusik mit geistlichen Liedern zum Mitsingen, bei denen man sich auch tanzend im Kreise drehen sollte), Messen, eucharistischer Anbetung auch jede Menge Vorträge durch Schwester Valappila, eine ständig lächelnde Mitsiebzigerin, die durch unterhaltsame Anekdoten ihre biblischen Vorträge untermalt (z.B. habe sie das Kreuz mit den Reliquien aus dem Besitz des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. von einer Dame geschenkt bekommen – Jesus spreche ständig mit ihr – sie sehe Jesus vor sich – Jesus sei anwesend etc.).

Sie empfiehlt jeden Tag, zur heiligen Messe zu gehen, auch wenn man 100 km weit fahren müsse, sowie täglich 4 bis 5 Rosenkränze zu beten. Frauen legt sie nahe, im Haus Raphael ohne Bezahlung die WC`s und die Zimmer zu putzen oder in der Küche mitzuhelfen. Selbstverständlich sind Spenden jederzeit willkommen.

Nach der „inneren Heilung“ brechen einzelne Teilnehmer in Heulkrämpfe aus; ihnen geht es ohne erfindlichen Grund sehr schlecht.

Der Höhepunkt der Exerzitien ist die Austeilung der Geisttaufe: Unter Handauflegung des Hausgeistlichen bzw. von Schwester Valappila kippen die Teilnehmer in Trance nach hinten weg.

Überraschenderweise kippt der Hausgeistliche nach Handauflegung durch Schwester Valappila ebenfalls nach hinten und bleibt am Boden liegen, wo er minutenlang zu zappeln und wie ein Verrückter zu lachen beginnt.

Diese vermeintliche Manifestation des Hl. Geistes erscheint mir doch sehr eigenartig; sie erinnert mich vielmehr an massenhypnotischen Experimente, die etwa um die Jahrhundertwende von Professor Charcot an der Pariser Salpetriere (Psychiatrie) an Kranken durchgeführt wurden.

Für jeden durchschnittlich begabten Hypnotiseur dürfte es kein Problem sein, ebendiese angeblich durch den Heiligen Geist bewirkten Phänomene hervorzurufen.

Selbstverständlich gehört auch die Beichte sowie ein Tag Fasten zum Bestandteil der Exerzitien.

Krankheit wird angeblich durch begangene Sünden auch der Vorfahren verursacht und kann nur nach vorangegangener Beichte geheilt werden. Sollte eine Heilung nicht stattfinden, so liegt es am mangelnden Glauben des Exerzitienteilnehmers.

Ferner sollte man so viele Exerzitien wie möglich bei Schwester Valappila besuchen, da man oft erst nach dem zehnten Male geheilt werde.

Mit Spannung habe ich auf die Heilungsberichte am Abschluss der Exerzitien gewartet. Diese waren leider völlig unspektakulär:

Eine schwerhörige Teilnehmerin sollte auf Wunsch von Schwester Valappila die Hörgeräte herausnehmen. Dies tat sie, worauf sich Schwester Valappila hinter sie stellte und fragte, ob sie ihre Worte verstehe. Als die Teilnehmerin bejahte, wurde sie für geheilt erklärt. Dasselbe könnte ich mit meinem schwerhörigen Vater auch tun; für geheilt würde ich ihn aber keineswegs halten, da er ohne Hörgeräte nach zwei bis drei Tagen wieder erheblich schlechter hört.

Zusammenfassend muss ich feststellen, dass es eine interessante Erfahrung war. Schwester Valappila glaubt tatsächlich, Heilung bewirken zu können, da sie ja  – eigenen Angaben zufolge  –  ständig Jesus sieht und Jesus zu ihr spricht.

Für einen erfahrenen Psychiater dürfte ihr Fall nichts Neues darstellen.

Wirklich kranken Menschen kann ich nur raten, sich schulmedizinisch behandeln zu lassen. Im Exerzitienhaus St. Raphael werden Hoffnungen geweckt, die nie erfüllt werden können. Die Enttäuschung danach ist dann umso bitterer.

Nicht ohne Grund legt die katholische Kirche, die das Haus Raphael nicht als katholisch anerkannt hat, hohe Maßstäbe an die Anerkennung von Wunderheilungen gestellt: In Lourdes z.B. werden in einem Zeitraum von zehn Jahren nur eine niedrige, einstellige Zahl von Heilungen von kranken Pilgern als Wunder anerkannt (nachdem deren medizinischen Unterlagen von zwei unabhängigen Ärztekommissionen in Lourdes und Paris jahrelang geprüft und als medizinisch nicht erklärbare Heilungen eingestuft wurden).

Der Autor dieses Berichts ist unserer Redaktion mit Name und Anschrift bekannt

WEITERE ARTIKEL zu Haus Raphael / Sr. Valappila:
Infos zum charismatischen Hammersegen („Ruhen im Geist“) mit Zitaten aus Valappila-Büchern: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/08/ruhen-im-geist-phaenomen-jenseits-des-verstandes-wirkt-wie-elektrischer-strom/
Kritik an einer Valappila-Ansprache: https://charismatismus.wordpress.com/2012/10/07/anmerkungen-zu-einer-ansprache-von-sr-margaritha-valappila-haus-raphael/
Zitate und Hinweise aus einem schwärmerischen Erlebnisbericht: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/11/wunderliches-aus-haus-raphael-in-bad-soden-salmunster/

 

 

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Prälat Helmut Moll sprach in Telgte über katholische Märtyrer aus der NS-Zeit

Von Felizitas Küble

Prof. Dr. Helmut Moll ist Beauftragter und Herausgeber der Deutschen Bischofskonferenz für das zweibändige Werk „Zeugen für Christus“, ein deutsches Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Es versteht sich als Teil eines Gesamtprojekts der Märtyerergeschichte des vergangenen Jahrhunderts.

Der Prälat aus Köln leitet seit 1998 die Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum Köln.

Am Samstag, dem 30. September, sprach der Geistliche (siehe Foto) im westfälischen Wallfahrtsort Telgte auf Einladung des in Sendenhorst ansässigen Fatima-Weltapostolats im Bistum Münster zum Thema „Zeugen für Christus“. Es ging um Märtyrer, die um ihres Glaubens willen einen gewaltsamen Tod auf sich nahmen.

Professor Moll konzentrierte sich in seinem aufschlußreichen Vortrag in Wort und Bild besonders auf die mit der Gottesmutter Maria verbundenen Glaubenszeugen in der NS-Zeit. Anschaulich und bewegend schilderte er ihre Liebe zu Christus und ihre authentische marianische Spiritualität als Vorbild für unsere Gegenwart.

Zugleich erwähnte er, wie sein eigener Glaube durch die intensive Beschäftigung mit diesen Märtyrer gefestigt und vertieft wurde.

Der Referent würdigte über ein Dutzend todesmutige Priester, Ordensleute und Laien, die nicht „nur“ Opfer der NS-Diktatur waren, sondern bewußte Bekenner und Blutzeugen für Christus, für Gottes Gebote und die Nächstenliebe.  

Als weiterer Gast sprach Pfarrer Hans-Karl Seeger (siehe Foto) aus Billerbeck über den seliggesprochenen Karl Leisner aus dem Niederrhein. Der Referent war langjähriger Vorsitzender des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Er ist Mitautor der Biographie „Coesfelds Fels in der braunen Flut“ über den im KZ Dachau an den Folgen unmenschlicher Misshandlung verstorbenen Dechanten Josef Lodde aus Coesfeld.

Auch der stark von der katholischen Jugendbewegung beseelte Karl Leisner wurde von NS-Scherzen ins KZ Dachau eingeliefert, wo er durch einen französischen Bischof heimlich zum Priester geweiht wurde.

Pfarrer Seeger erläuterte, wie persönlichkeitsprägend die damals weit verbreitete Christkönigs-Frömmigkeit und eine tiefe Marienliebe für diesen Märtyrer war. Zugleich holte sich Leisner Impulse für seine Charakterbildung und Selbsterziehung durch die religionspädagogisch gut bewanderte Schönstattbewegung.

Als Zeitzeugin berichtete Frau Irmgard Behnke (siehe Foto) in ergreifenden Worten vom Leben und Sterben ihres Onkels Alfons Mersmann. Dieser in Greven geborene und aufgewachsene Pfarrer war von einer tiefen Marienverehrung und seiner Hinwendung zur Botschaft von Fatima geprägt.

In schwerer Zeit suchte er Zuflucht bei der Madonna und in der Heiligen Schrift, wobei ihm besonders die Johannes-Offenbarung immer wieder Trost und geistliche Orientierung vermittelten. Er wurde wiederholt verhaftet und starb 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Buchenwald. Die Nichte zeigte den Teilnehmern mit sichtlicher innerer Erschütterung das Primizbild ihres priesterlichen Verwandten.

BILD: Irmgard Behnke berichtet aus dem Leben ihres Onkels, des Priesters Alfons Mersmann

An Maria orientiert und mit dem Sühnegedanken von Fatima verbunden war zudem der bayerische Pfarrer Karl Borromäus Kramer. Ihm war es wichtig, dem Himmel Buße und Genugtuung zu leisten für die Gottlosigkeit und Verbrechen in jener mörderischen Zeit.

Dem Geistlichen lag besonders das Gebet Jesu im Garten Getsemane am Herzen: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ – Am 27. März 1945 verstarb der geradlinige Priester in Landsberg an den Folgen seiner Haft.

Prälat Moll berichtete, wie der bekannte Schriftsteller, Philosoph und Professor Dr. Johannes Maria Verweyen durch seine Verbundenheit mit Maria zum katholischen Glauben zurückfand und in zahlreichen Büchern seine Suche und seinen Weg zur Kirche begründete.

Die bekannteste Blutzeugin, die der Geistliche vorstelle, war zweifellos die heiliggesprochene Judenchristin Edith Stein (siehe Bild im 1. Foto oben). Die gebildete Ordensfrau, die auch in Münster als Dozentin wirkte, wurde gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa Stein 1942 im KZ Auschwitz ermordet. 

Auch Laien ließen sich durch eine tiefe Marienverehrung inspirieren, z.B. der Regensburger Lagerarbeiter und Märtyrer Josef Zirkl, der durch eine Lourdesreise in seinem Glauben gefestigt wurde.

BILD: Prälat Moll spricht über das Schicksal von Charlotte Holubar, einer Blutzeugin aus der Schönstattbewegung

Mit der Schönstattbewegung verbunden und ebenfalls Blutzeugen während der NS-Tyrannei waren auch die Pallottinerpatres Franz Reinisch  – er verweigerte den Eid auf Hitler – und Albert Eise, zudem mutige Frauen wie Charlotte Holubars; ihr Lebensmotto lautete „Durch Maria zu Jesus“. Die Schönstätterin wollte „marianische Frauenart“ verkörpern.

Prälat Moll erläuterte, dass es für wahrhaft Gläubige keine Emanzipation von Gottes Wort gebe, sondern die Hingabe an seinen Willen – gleichsam ein gelebtes „Fiat“. Diese Haltung des Gottvertrauens wird in der Schönstättbewegung mit dem plastischen Begriff von der „Blankovollmacht für Gott“ definiert.

Nicht zu vergessen Pater August Benninghaus SJ, den die Gestapo im westfälischen Münster verhaftete und der am 20. Juli 1942 im KZ Dachau verhungerte. Für seine Seligsprechung wurden bei diesem Vortragsabend Unterschriften gesammelt. Der Jesuit war in der katholischen Jugendbewegung seelsorglich aktiv und zugleich marianisch ausgerichtet.

BILD: Der Redner zeigt ein Foto von Pater August Benninghaus SJ aus Münster, Märtyrer der NS-Zeit

Nach den lehrreichen und zugleich spannenden Vorträgen folgte eine Aussprache mit zahlreichen Fragen und Diskussionsbeiträgen der Besucher.

Dabei entstand eine lebhafte Debatte über Marienerscheinungen der jüngeren Zeit. Professor Moll erklärte, angebliche Privatoffenbarungen müssten mit der Heiligen Schrift, der katholischen Tradition, dem Lehramt bzw. Weltkatechismus und dem Gehorsam gegenüber der Kirche übereinstimmen. Dies sei jedoch häufig  nicht der Fall.

Er appellierte an die Teilnehmer, kirchlich nicht anerkannte Erscheinungsstätten zu meiden, aber gerne zu den seit  langem bewährten Wallfahrtsorten zu pilgern.

Die inhaltliche Grundlage des faktenstarken Vortrags von Prälat Moll bildete sein Hauptwerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ (Paderborn, 6., erweiterte und neu strukturierte Auflage 2015) sowie das bereits in 7. Auflage erschienene Taschenbuch „Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen“ über Märtyrer aus dem Erzbistum Köln im Dritten Reich, herausgegeben vom Bildungswerk der Erzdiözese Köln.

Als Ergänzung sehr empfehlenswert ist das eindrucksvolle und übersichtliche Neuerscheinung „Helden und Heilige in Dikaturen“ (siehe Abb.).

Das im Media-Maria-Verlag verlegte Buch des Historikers und FELS-Autors Dr. Eduard Werner stellt Bekenner und Märtyrer unter der nationalsozialistischen oder kommunistischen Herrschaft vor, die heroischen Glaubensmut bewiesen haben, darunter auch Judenretter und Befehlsverweigerer.

Erstveröffentlichung dieses Artikels in der kath. Monatszeitschrift DER FELS, Ausgabe v. Dezember 2017


Prälat Helmut Moll spricht am 30.9. in Telgte über marianisch geprägte Glaubenszeugen

Der Beauftragte der Dt. Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, hält demnächst einen Vortrag im westfälischen Marienwallfahrtsort Telgte.

Der Geistliche aus Köln (siehe Foto) wurde vom Fatima-Weltapostolats im Bistum Münster (48324 Sendenhorst, Weststraße 19; Tel. 02526 / 93 87 738) eingeladen zu einer Rede am Samstag, dem 30. September 2017. 

Thema: Die mit der Gottesmutter Maria verbundenen Glaubenszeugen/innen der Zeit des Nationalsozialismus – Vorbilder für unsere Gegenwart.

Der Vortrag, der anlässlich der Erscheinungen im portugiesischen Fatima vor 100 Jahren stattfindet, beginnt um 15 Uhr im Pfarr- und Pilgersaal (Kardinal-von-Galen-Platz 1). Anschließend findet eine Aussprache statt.

In Wort und Bild werden Priester und Laien vorgestellt, die in der NS-Zeit eines gewaltsamen Todes gestorben sind.
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Von Fatima inspiriert war Pfarrer Alfons Mersmann aus Greven, dessen Zeitzeugin, Frau Irmgard Behnke, als Teilnehmerin erwartet wird, zudem Pfarrer Karl Borromäus Kramer aus Niederbayern.

Von Lourdes angetan waren der niederrheinische Professor Dr. Johannes Maria Veweyen und der Lagerarbeiter Josef Zirkl. Marianisch geprägt war der selige Münsteraner Neupriester Karl Leisner, über den der langjährige Vorsitzend des Internationalen Karl-Leisner-Kreises, Pfarrer Hans-Karl Seeger (Billerbeck), sprechen wird.

Mit der Spiritualität von Schönstatt verbunden waren die Pallottinerpatres Franz Reinisch und Albert Eise, darüber hinaus die Frauen von Schönstatt Charlotte Holubars und Maria Laufenberg. Nicht zu vergessen die Jesuitenpater Augustin Benninghaus in Münster sowie Kaplan Bernhard Poether aus Münster-Hiltrup.

Grundlage des Vortrags bildet das zweibändige Hauptwerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ (Paderborn, 6., erweiterte und neu strukturierte Auflage 2015).

Ein Büchertisch verweist auf entsprechende Veröffentlichungen über die marianischen Glaubenszeugen/innen der NS-Zeit, die vor Ort eingesehen und auch erstanden werden können.

 


Kardinal Müller: Die Zukunft der Kirche hängt nicht von Fatima oder Lourdes ab

Nach Ansicht von Kurienkardinal Gerhard Müller übertreiben manche Katholiken die Bedeutung von Privatoffenbarungen, „als ob sie fast ein Dogma seien“.

Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wies der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation darauf hin, daß auch die von der Kirche approbierten (erlaubten, „anerkannten“) Erscheinungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind:

„Selbst wenn sich die Kirche für ein solches Phänomen ausgesprochen hat, ist kein Katholik verpflichtet, dorthin zu gehen oder daran zu glauben.“

In puncto Medjugorje erklärte der Kirchenmann und frühere Oberhirte von Regensburg, die Klärung dieser Ereignisse werde weitere Zeit benötigen, doch im Moment gehe es darum, die pastorale Situation zu regeln. Hinsichtlich der dortigen Visionäre sagte der Glaubenspräfekt: 

„Was die Rolle der Seher anbelangt, muß ich als Katholik sagen, daß wir uns auf Jesus Christus konzentrieren sollen.“ 

Er fügte grundsätzlich hinzu: „Es gibt vielleicht einige Privatoffenbarungen, aber sie ersetzen nicht die einzige Offenbarung Gottes durch Jesus Christus.“

Für die Kirche sei Medjugorje nicht von Bedeutung  –  und auch betreff der kirchlich gebilligten Erscheinungsstätten gelte, daß sie religiös hilfreich sein können, aber die „Zukunft der Kirche“ hänge nicht von Fatima oder Lourdes ab.

Quelle für die Zitate (italienisch): http://www.ansa.it/sito/notizie/topnews/2017/03/03/medjugorje-mueller-troppe-esagerazioni_f2c6e8b5-e3e8-47c0-9e90-42d3a47b93d2.html

Foto: Bistum Regensburg


Vom tiefen Sinn eines Lebens mit Behinderten

Von Dr. med. Edith Breburda

Vor 45 Jahren wollte eine Familie mit zwei behinderten Söhnen nach Lourdes reisen. Damals war jedoch keine Gruppe bereit, die Pilger mitzunehmen. dr-breburda1

Die Eltern Thadee und Loice entschieden daher, sich allein auf den Weg zu machen. Leider hatten sie wenig Glück, ein Hotel zu finden. Schließlich entdeckten sie eine Unterkunft, mussten dort aber in ihrem Zimmer essen und durften nicht nach unten in den Speisesaal kommen, um die anderen Gäste nicht zu stören.

Die Familie musste sich auf ihrer ganzen Reise Kommentare anhören, dass sie sich die Pilgerfahrt hätte sparen können, denn den behinderten Jungen würde es sowieso nichts nutzen, in Lourdes zu sein. Bei der Reise handle es sich nur um herausgeschmissenes Geld.

Als Marie-Helene Mathieu, die schon damals vor 45 Jahren Lehrerin in einer Förderschule war, von der Geschichte hörte, war sie empört. Sie kontaktierte Jean Vanier, den Mann, der dazu beigetragen hatte, die L’Arche, einen Verband für Behinderte, zu gründen.

Die Familie, die in Lourdes Trost, Hilfe und zumindest geistige Heilung suchte, stattdessen aber abgewiesen wurde, war der Beginn der Glaube-und-Licht-(Faith and Light)-Bewegung. Heute existieren 1500 Gemeinschaften in über 80 Ländern.  IMG_4649

Die Organisation lebt nach dem Motto der Seligpreisungen: Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.

Heute werden die intellektuellen und physischen Bedürfnisse behinderter Menschen eindeutig besser gehandhabt; dennoch erwarten diese Menschen eine Freundschaft, die über die Grundbedürfnisse hinausgeht.

„Behinderte müssen das Gefühl bekommen, selber etwas für die Gesellschaft beizutragen, nur dann fühlen sie sich als volle Menschen. Sie sollen nicht nur empfangen, sondern auch geben, denn das ist es, was sie glücklich macht“, erklären Marie-Helene Mathieu und Jean Vanier.

Faith und Light konzentriert sich deshalb auf drei Hauptpunkte:

1) Behinderte sollen erkennen, dass sie von Gott besonders geliebt werden. Auch sie können einen Grad der Heiligkeit erreichen.

2) Eltern von Behinderten dürfen nicht alleine gelassen werden. Wir sollten ihnen helfen, den Sinn und die oft nicht beachtete, verborgene Schönheit im Leid zu sehen.

3) Die Lehre der Kirche sollte vorgelebt werden, welche jeden Menschen seine Würde zugesteht, auch wenn er geistige oder physische Behinderungen hat.

Marie-Helene Mathieu ist froh, dass damals in Lourdes die Idee für Faith und Light aufgrund der DiskriminierBookCoverImageung einer behinderten Familie entstand. Wir leben in einer Zeit, in der das Leben kompromittiert wird. Mathieu ist besonders besorgt, dass in Amerika und Europa 90% der Kinder mit Down Syndrom abgetrieben werden (siehe hierzu auch das Buch: „Reproduktive Freiheit, free for what?“).

„Wir alle bilden den Leib Christi. Und doch werden Leute mit Trisomie-21 als weniger wertvoll angesehen. Im Grunde sind jedoch gerade die schwachen Glieder am unentbehrlichsten. Es gehört zu dem besonderen Charisma der Behinderten, das Herz ihrer Mitmenschen zu erreichen und aufzuschließen.

Behinderte, die wegen ihres Gebrechens von der Gesellschaft zurückgewiesen werden und deren Leben als nutzlos angesehen wird, sind in Wirklichkeit ein Geschenk Gottes. Sie sind die Ärmsten der Armen, die Sanft- und Demütigen.

Durch ihre Bedürftigkeit geben sie uns, die wir in einer hektischen Welt leben, die Chance, sich um sie kümmern zu dürfen. Die menschliche Familie kann nur Frieden finden, wenn wir uns den Armen und Schwachen zuwenden und sie aufrichten.

Die Kirche muss dafür sorgen, dass Behinderte nicht doppelt leiden. Einmal, weil sie anders sind als wir  –  und zweitens, weil sie die Gesellschaft zurückweist. Die Mitglieder der Bewegung „Faith and Light“ kommen jeden Monat zusammen, um das Leben selber zu feiern. Sie beten, spielen und essen gemeinsam. Durch so einfache Dinge können sie das Leben verändern.

Die Organisation pilgert jedes Jahr zu einem Wallfahrtsort und alle 10 Jahre noch Lourdes. Dort, wo alles angefangen hat. Sie wollen der Gottesmutter danken[1].“P1020947 - Kopie

Auch die Familie Prendergast aus Elkhorn in Wisconsin, USA, weiß von den Vorurteilen, die anders aussehende Menschen hervorrufen. Sie hatte vor Jahren zwei Mädchen aus China adoptiert. Die Kinder wurden zurückgewiesen und waren die Letzten auf der Adoptionsliste. Keiner wollte sie.

Der Grund: sie hatten beide eine Deformation ihres Gesichtes. Eine Nase war nicht vorhanden und die Augen standen weit auseinander. Sie hatten einen Geburtsdefekt, auch Meningoencephalocele genannt.

Wegen der Ein-Kind-Politik in China, in der vor allem Jungen erwünscht sind, haben behinderte Mädchen keine Chance.

Als die eigenen Kinder der Familie Prendergast das Teenageralter erreicht hatten, drängte es die Eltern, Kinder aus China zu adoptieren.

Zwischen 1999 und 2013 wurden in China 71.632 Kinder adoptiert. Viele von ihnen waren Mädchen, jünger als zwei Jahre. Die Prendergast wollten ein älteres Kind. Mutter Kimberly entdeckte das Foto von Molly, legte es aber zur Seite. Sie dachte, sie könnten so ein Kind nicht haben. Es sei zu schwierig, sich ihrer anzunehmen.

„Beinahe hätte ich das Licht meines Lebens nie kennengelernt. Ein Leben ohne meine Adoptivtöchter kann ich mir nicht mehr vorstellen“, sagt Kimberly. Die Töchter wurden operiert, jetzt haben sie ein Gesicht. Jetzt ist Molly 13, sie ist ein gescheites junges Mädchen.

Die Familie will noch zwei Söhne aus China adoptieren: Billy und seinen Freund Allan. Beide haben HasensConnie.Rose JPEGcharten und auch sie wollte keiner. Im September möchten die Eltern nach China fliegen, um ihre neuen Söhne abzuholen[2]

Ist ein Leben eines Behinderten wirklich so „nutzlos“?

Immer öfter hören wir von Kindern mit Down-Syndrom, die uns zutiefst berühren. Am 9.9.2015 konnte man in vielen Zeitungen der USA von Connie-Rose (siehe Foto) lesen. Die 2-Jährige mit Down-Syndrome bekam einen Vertrag als Model, weil ihre Bilder um die Welt gingen und die Herzen vieler Menschen begeisterte[3].

In Amerika ist die kleine Audrey Santo vielen ein Begriff. Sie fiel am 9. August 1987 als Dreijährige in das Schwimmbad der Familie. Danach konnte sie sich nicht mehr bewegen oder sprechen. Die Mutter wandelte das Zimmer ihrer Tochter in eine Wallfahrtsstätte um.

Und tatsächlich kamen immer mehr Menschen, die behaupteten, durch ihren Besuch bei Audrey geheilt worden zu sein. Es waren so viele, dass man das behinderte Kind in ein Stadium bringen musste. Kritiker behaupten, die Mutter hätte das alles nur in ihre Tochter hineininterpretiert, um dem Leben ihres Kindes einen Wert, einen Sinn zu geben.

Wie dem auch sei. Audrey ist mittlerweile gestorben. Einige streben ihre Seligsprechung an. Erstaunlich ist, dass ein behindertes Mädchen Massen anzieht, die durch sie Hilfe erfahren[4].

  • Anmerkungen:
  • [1] Antonetti S.: Marie-Helene Mathieu: A life devoted to the intellectually disabled. Aleteia, 8. September 2015
  • [2] Idzera C.W.I.: Elkhorn family adopts children with facial differences. Wisconsin State Journal, 29. August 2015
  • [3] Ledebetter C.: Connie-Rose, Toddler Model with Down Syndrome, Wins Hearts Everywhere. Huffpost, 09.09.2015
  • [4] Little Audrey Santo Foundation. http://www.littleaudreysantofoundation.org/

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Buch-Neuerscheinung vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)


Warum die katholische Kirche gegenüber „Privatoffenbarungen“ vorsichtig ist

Die Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ veröffentlichte in ihrer Ausgabe Nr. 13/2005 eine Zeitschriftenkritik bzw. Besprechung von „Theologisches“ unter dem Titel „Offenbarung oder Täuschung?“. Theologisches

Werner Olles befaßt sich darin auch mit der grundsätzlichen Haltung der katholischen Kirche gegenüber Erscheinungen, Visionen, „Botschaften“, also sog. Privatoffenbarungen. Wir veröffentlichen nachfolgend die entsprechenden Abschnitte, die das Thema fundiert und zutreffend beleuchten:

Die (…) katholische Monatsschrift „Theologisches“ befaßt sich in einem aktuellen Sonderheft mit der Thematik „Neuere Marienerscheinungen“. Weil gerade unter traditionsverbundenen Katholiken die Tendenz, sich bestimmten Marienerscheinungen und Privatoffenbarungen zuzuwenden, stark anstieg, warnte der Kanonist (Kirchenrechtler) Hans Barion bereits zu Beginn der siebziger Jahre vor der Unart „naiver Anti-Progessisten“, sich auf das Gebiet der „Muttergotteserscheinungen abdrängen zu lassen“.

Diese spezielle Frömmigkeit sei dabei, die dringend notwendige geistige Auseinandersetzung mit der als bedrückend empfundenen Glaubenskrise zu ersetzen.

Inzwischen verschwimmen gar esoterische Themen und Thesen mit Visionen und Privatoffenbarungen und haben längst Eingang in die Verlagsprogramme einstmals gut katholischer Verlage gefunden.  media-372515-2

Und in Internetpublikationen wird nicht nur für Medjugorie und Heroldsbach, zwei kirchlicherseits nicht anerkannte Erscheinungsorte, sondern auch für Salzkristall-Lampen und ähnlichen Esoterik-Tand geworben.

Zwar besagt die grundlegende theologische Lehre, daß private Offenbarungen, marianische Erscheinungen und wunderbare Heilungen, aber auch Erscheinungen Jesu Christi und mit ihnen verbundene Zeichen möglich sind, das Grundproblem ist jedoch die Frage nach ihrer Authentizität. Massensuggestion und die Kraft des Unterbewußtseins machen es oft nicht leicht, eine wahre Erscheinung von einer Illusion oder Täuschung zu unterscheiden.

Dabei läßt sich die Kirche von dem Prinzip leiten, daß bei Privatoffenbarungen die übernatürliche Wirkung nicht vorausgesetzt werden darf, sondern nach strengen Regeln überprüft werden muß.

Bis heute sind von der (vatikanischen) Ritenkongregation nur Lourdes, La Salette, Fatima und Guadalupe als echte marianische Erscheinungen anerkannt worden.

Um jegliche Autosuggestion, Sinnestäuschung und subjektive Wahrnehmungsphänomene auszuschließen, die beispielsweise durch das Eindringen des Charismatismus in die Kirche zugenommen haben, werden inzwischen bei Privatoffenbarungen auch Psychiater und Mediziner eingeschaltet. Halluzinationen, Simulationen, Hysterie und Geltungssucht können so besser dargestellt werden, ohne sich damit verengte materialistische Denkweisen zu eigen zu machen oder vorschnell von „religiösem Wahn“ zu sprechen.

Quelle und vollständiger Text hier:  http://jungefreiheit.de/service/archiv/


Frankreich: Kardinal protestiert in Lourdes gegen die geplante Homo-„Ehe“

Der Erzbischof von Paris hat die geplante gesetzliche Einführung der Homo-„Ehe“ in Frankreich als eine „Anmaßung“ bezeichnet, die die Grundlagen der Gesellschaft erschüttern werde.

In einer Rede bei der Vollversammlung der Französischen Bischofskonferenz in Lourdes betonte Kardinal André Vingt-Trois erneut die Notwendigkeit einer nationalen Debatte, um Entscheidungen einer solchen Tragweite fällen zu können. Er forderte die Regierung auf, von ihrem Vorhaben abzulassen.

Die Kommunen reagieren derweil unterschiedlich: Der Bürgermeister von Hantay hat angekündigt, am kommenden 10. November die symbolische Hochzeit eines lesbischen Paares zu feiern zu wollen. Eine Reihe anderer Bürgermeister erklärten hingegen mit Berufung auf ihre Gewissensentscheidung, grundsätzlich keine „Eheschließungen“ von Homosexuellen durchführen zu lassen.

Quelle: Radio Vatikan