Der 20. Todestag von Erzbischof Dyba erinnert an sein zeitloses Vermächtnis: CREDO!

Von Prof. Dr. Cornelius Roth

Wer damals auf dem Domplatz dabei war, als Erzbischof Dyba im Jubiläumsjahr 2000 am Ende seiner Predigt die Worte „Credo, Credo, Credo!“ schmetterte, dem geht heute noch ein Schauer über den Rücken (weil man ihn zu hören meint), andererseits wundert man sich, dass dies schon 20 Jahre her ist.

Damals schwor er die Bonifatiuspilger darauf ein, den Glauben zu erneuern, die Treue zu bekennen und den Segen zu empfangen.

Nur wenige Wochen danach erlag er am 23. Juli einem plötzlichen Herztod, der viele Menschen schockierte und in Trauer zurückließ. Vielen ist vor allem noch im Gedächtnis, wie er einem Team des Hessischen Rundfunks seinen Begräbnisplatz in der Johanneskapelle des Fuldaer Doms zeigte. So als ob er etwas geahnt hätte…

Heute – 20 Jahre danach – hat die Kirche einen nicht für möglich gehaltenen Missbrauchsskandal hinter sich und gerät gesellschaftlich in immer größere Bedeutungslosigkeit.

Die Corona-Pandemie hat sie in zusätzliche Unsicherheit gestürzt – finanziell und vom Selbstverständnis her.

Was können wir da von einem Bischof lernen, der wie kaum ein anderer im deutschen Episkopat eine klare Sicht auf die Dinge hatte und auch klare Worte nicht scheute? Der aber darüber hinaus auch menschenzugewandt war und sich immer Zeit für diejenigen nahm, die ihn brauchten?

Man kann sich vorstellen, was Erzbischof Dyba zum Synodalen Weg und anderen Entwicklungen in der momentanen Kirche gesagt hätte. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Vielmehr tut vielleicht gerade heute, wo die Unsicherheiten in der Kirche zunehmen, ein Blick auf das Wesentliche unseres Glaubens gut, den er wie kaum ein anderer hatte. „Mensch, werde wesentlich.“

Dieses Wort von Angelus Silesius war dementsprechend auch eines seiner Lieblingsworte in den letzten Jahren.

Heute wesentlich zu sein und zu glauben bedeutet keinen Rückzug zu alten Formen vergangener Generationen (um den es Erzbischof Dyba nie ging), sondern zu erkennen, wie wichtig es ist, dass wir die Botschaft des Evangeliums neu in die Welt bringen – selbstbewusst, mutig und attraktiv.

Heute wesentlich zu glauben bedeutet nicht ständiges Kreisen um sich selbst, sondern den Weg ins eigene Innere zu gehen, um dort zu einer neuen persönlichen Christusbeziehung zu finden und diese dann nach außen fruchtbar zu machen.

BILD: In diesem Sammelband „Der Löwe von Fulda“ schrieb auch Prof. Cornelius Roth ein ausführliches Lebensbild über Erzbischof Dyba

Heute wesentlich zu glauben bedeutet den Mut, bestimmte Dinge beim Namen zu nennen („Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein!“, vgl. Mt 5,37), ohne dabei das Differenzieren zu vergessen und die komplizierte Welt von heute außer Acht zu lassen.

Heute wesentlich zu glauben bedeutet schließlich auch, Gott an neuen Orten zu finden (weil man ihn in allen Dingen sucht), auch im Internet und in virtuellen Formen der Vergemeinschaftung, aber stets so, dass es dabei immer zunächst um Gott geht –  und dann erst um uns.

Erzbischof Dyba hat in diesem Sinn wesentlich geglaubt und gelebt, und das ist wohl das wichtigste Vermächtnis, das er uns 20 Jahre nach seinem Tod geben kann.

Er hat im Lauf seines (zu kurzen) Lebens vor allem die Menschen geschätzt, die ähnlich „wesentlich“ gelebt haben, die eine Sache auf den Punkt bringen, klar und verständlich formulieren konnten (und nichts verbargen), die ehrlich waren, die durch ihr Leben und nicht durch viele Worte ein Beispiel des Glaubens gegeben haben.

Das war in den Nachkriegsjahren, in denen er sich als Student durchgeschlagen hat, nicht anders als in seiner Zeit als Kaplan in Wuppertal, an der Kurie in Rom, als Diplomat in Afrika, Europa und Lateinamerika und schließlich als Bischof von Fulda.

Der Blick für das Wesentliche hat Erzbischof Dyba manches prophetisch vorhersehen lassen (wie die Entwicklung beim assistierten Suizid) und manches mutig und kompromisslos entscheiden lassen (wie das Verbot von Beratungsbescheinigungen bei Schwangerschaftskonflikten in seinem Bistum).

Dabei war er aber immer von einer tiefen Glaubensüberzeugung geprägt, aus der heraus er handelte. Sein „Credo“ aus dem Jahr 2000 möge uns auch heute Ermutigung sein, aus dem Glauben heraus zu leben und zu handeln.

Die Erstveröffentlichung dieses Beitrags von Monsignore Dr. Cornelius Roth erfolgte im aktuellen „Bonifatiusboten“ (Kirchenzeitung des Bistums Fulda)


Fulda: Gedenkmesse für Erzbischof Johannes Dyba, der vor 20 Jahren plötzlich verstarb

Am kommenden Donnerstag, dem 23. Juli, findet im Hohen Dom zu Fulda das Jahresgedächtnis für Erzbischof Dr. Johannes Dyba (siehe Foto) statt, der im Heiligen Jahr 2000 völlig unerwartet verstorben ist.

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber wird um 9 Uhr ein Pontifikalamt feiern.

Alle Gläubigen sind zu dieser Gedenkmesse am 20. Todestag des Erzbischofs herzlich eingeladen, wie die Pressetelle des Bistums Fulda mitteilt.

Kürzlich ist im Fe-Verlag ein neues Buch über Erzbischof Dyba erschienen, das unser Autor, der aus Schlesien stammende Pfarrer und Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann verfaßte.

Das informative Taschenbuch trägt den Titel Erzbischof Johannes Dybas geistige Silhouette und kostet nur 4,95 Euro.

Näheres dazu hier: https://www.fe-medien.de/epages/fe-medien.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fe-medien/Products/50064

Diese informative Publikation, die zum 20. Todestag des glaubensstarken Fuldaer Bischofs erschien, ist eine passende Ergänzung zu unserem eigenen Gedenkbuch über Dyba unter dem Titel „Der Löwe von Fulda“, in dem 33 Autoren (darunter drei Bischöfe) diesen mutigen Oberhirten würdigen. Dieser eindrucksvolle Sammelband kostet 14,80 Euro.

Beide Bücher können bei uns oder im Fe-Verlag bestellt werden.

 


Peter Beyerhaus – „Papst der Evangelikalen“ – ist mit 90 Jahren verstorben

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet, ist „einer der international bekanntesten evangelikalen Theologen aus Deutschland“ am 18. Januar 2020 verstorben: Prof. Dr. Peter  Beyerhaus aus Gomaringen.

Der Missionswissenschaftler war u.a. jahrzehntelang Präsident der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, eines theologisch konservativen Dachverbands. Er wurde nicht selten respektvoll als „Papst der Evangelikalen“ bezeichnet.

Prof. Beyerhaus plädierte für eine konservative Ökumene, die er auch als „Bekenntnis-Ökumene“ bezeichnete, denn sie verband die „bekennenden“ Gläubigen aus den christlichen Konfessionen, wobei er neben der katholischen auch die orthodoxe Kirche miteinbezog. Dies wurde auch in seiner Zeitschrift „Diakrisis“ und seinen Kongressen deutlich, ebenso in seinen vielfältigen Kontakten „über Grenzen hinweg“.

1980 empfing ihn Papst Johannes Paul II. und 2009 Papst Benedikt XVI. in Privataudienz. Vor allem Papst Benedikt fühlte er sich theologisch eng verbunden.

Der Missionswissenschaftler hat mit seiner klaren biblischen Sichtweise stets vor schwarmgeistigen Versuchungen und Verirrungen der Christenheit gewarnt. Einen seiner kritischen Artikel dazu haben wir hier im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/29/prof-peter-beyerhaus-ueber-begriff-und-wesen-der-religioesen-schwarmgeisterei/

Den evangelikalen Theologen habe ich bereits Anfang der 80er Jahren während einer Lebensrechtstagung in einem Diakonissenhaus persönlich kennen- und schätzen gelernt. Schon bald danach entstand ein dauerhafter Kontakt. Der Familienvater Beyerhaus bestellte gerne unsere KOMM-MIT-Schriften für Angehörige und Verwandte.

Es gab auch gemeinsame Projekte: So hat Prof. Beyerhaus noch im Jahre 2015 für unseren Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ einen eigenen Beitrag geliefert. In diesem Sammelband äußern sich 33 katholische und evangelische Autoren über Erzbischof Jonannes Dyba, der auch bei evangelikalen Christen als großes Vorbild galt. Erzbischof Dyba war für ihn die „ideale Verkörperung eines geistlichen Wächters“

Wir dokumentieren hier den Beyerhaus-Artikel aus diesem Buch:

Prof. Peter Beyerhaus über Erzbischof Dyba:

Erzbischof Dr. theol. Dr. jur. can. Johannes Dyba, der am 23. Juli 2000 verstorbene Oberhirte der Diözese Fulda, stellt für viele Christen die ideale Verkörperung eines geistlichen Wächters dar, der unerschrocken Alarm schlug, wo den ihm anempfohlenen Menschen Gefahr für Seele und Leib drohte.

Besonders die Allerschutzlosesten, die ungeborenen Kinder, die angesichts der sich ausbreitenden brutalen Abtreibungspraxis sogar im Schoß ihrer Mütter keinen behüteten Ort mehr besitzen, fanden in ihm ihren kompromißlosesten Anwalt.

Unvergessen ist das Zeichen, das er zu Weihnachten des Jahres 1988 setzte, als er am Tage der Unschuldigen Kinder von Bethlehem, dem 28. Dezember, von den Türmen aller katholischen Kirchen seiner Diözese die Trauerglocken läuten ließ. Auch einige evangelische Kirchen folgten diesem Beispiel.

Fünf Jahre später war er der erste deutsche Bischof, der seine Caritas-Stationen aus dem System der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung aussteigen ließ; denn er konnte es vor Gott nicht verantworten, daß die Kirche selbst sich durch Ausstellung von Beratungsscheinen, die er provozierend, aber treffend „Tötungslizenzen“ nannte, moralisch an der Auslöschung unschuldigen Menschenlebens mitschuldig machte.

Selbst seine katholischen Mitbischöfe hielten ihn mehrheitlich für zu radikal und unnötig streitbar; aber für ihn zählte nicht die Diplomatie des öffentlich Vertretbaren, sondern allein der in der Bibel geoffenbarte Wille des heiligen Gottes.

Berühmt wurde die Begründung, die er ein Jahr vor seinem Tod in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ für sein unbeugsames Verhalten gab:

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft  –  und dazu gehören auch seine Gebote  –  in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“

Ob Dyba ahnte, daß er sich tatsächlich schon so bald darauf für sein Tun und Lassen in seinem geistlichen Auftrag vor dem Richterstuhl Gottes zu verantworten haben werde? Er war schon seit geraumer Zeit physisch durch verschiedene Krankheiten angeschlagen. Hinzu traten die seelischen Anfechtungen, die ihm der Haß seiner Widersacher bereitete, welche sich durch sein schonungsloses Ansprechen der konkreten Sünden angeprangert fühlten.

Noch am Tage vor seinem Tod las er in der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ einen unter die Gürtellinie gehenden Schmähartikel gegen sich. Schon zuvor hatte der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein ihn gemeinsam mit dem Papst eingereiht unter „die Kräfte, die es in einem neuen Kulturkampf zu bekämpfen gilt“.

Fröhliches Naturell und geistliche Schlagfertigkeit

Aber Johannes Dyba war weder ein fanatischer noch ein wehleidiger Mensch. Im Gegenteil besaß er von Kindesbeinen an ein unverwüstlich fröhliches Naturell und Berliner Witz. Dybas geistliche Schlagfertigkeit war frappierend. So vermochte er durch seinen Humor, sich die Herzen der ihm Anbefohlenen im Sturm zu gewinnen.

Das galt auch für seinen Auftrag als katholischer Militärbischof, der sich bei den Soldaten großer Beliebtheit erfreute und auch von Seiten der staatlichen Stellen mit Hochachtung wegen der Klarheit seiner christlichen Position behandelt wurde. Als das Bundesverfassungsgericht das beschämende „Mörder-Urteil“ über den soldatischen Beruf aussprach, stellte er sich schützend vor die Bundeswehr-Angehörigen, deren Auftrag er eindeutig als einen friedenserhaltenden und friedensstiftenden definierte.

Das Wächteramt von Erzbischof Dyba beschränkte sich nicht auf den ethischen Aspekt. Für ihn war sein kirchliches Aufsichtsamt ein unteilbares – und galt in gleicher Weise auch der Verteidigung der hierarchischen Ordnung, gegen deren Auflösungstendenzen durch das ungestüm geforderte Frauenpriestertum er mit guter biblischer Begründung entgegentrat.

Ebenso wichtig war ihm die Reinerhaltung der katholischen Lehre, die er durch ideologische Modetheologien gefährdet sah. So erkannte er z.B. schon frühzeitig in der Feministischen Theologie eine Tendenz zur Gotteslästerung.

In diesem Einstehen für die unverkürzte biblische Wahrheit ergaben sich fast ungesucht auch Verbindungen zu bekennenden Christen und Gemeinschaften auf evangelischer Seite.

So studierte und kommentierte Johannes Dyba mit sympathischem Interesse die Verlautbarungen des „Theologischen Konvents Bekennender Gemeinschaften“, z.B. die Orientierungshilfen zur Heiligkeit der Ehe (1998) und zur Heilsuniversalität Jesu Christi gegenüber den anderen Religionen („Kein anderer Name“).

Viele evangelische Christen sahen in ihm ihren eigenen Bischof

Im April 1998 empfing er in seiner bischöflichen Residenz in Fulda eine dreiköpfige Delegation des Vorstands der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, bestehend aus Prof. Horst W. Beck, Dr. Rolf Sauerzapf und Prof. Peter Beyerhaus, die ein mehrstündiges, fruchtbares Gespräch mit ihm führte.

In der Tat sahen viele evangelische Christen in ihm ihren eigenen Bischof. Das zeigte sich darin, daß – wie er uns berichtete – über die Hälfte aller sich hilfesuchend oder dankbar an ihn wendenden Zuschriften von Protestanten kamen, die sich von ihren Kirchenleitungen geistlich im Stich gelassen fühlten.

Mit den bekenntnistreuen evangelischen Christen verband den 16. Nachfolger des Germanen-Apostels Winfried Bonifatius (672 – 754 n. Chr.) auch die Besorgnis über die rapide Säkularisierung des einst christlichen Abendlandes, das Entstehen eines schamlosen Neuheidentums, weshalb die Neuevangelisierung Europas in ihm einen tatkräftigen Fürsprecher fand.

Er selbst hatte ja den längeren Abschnitt seiner kirchlichen Laufbahn im Missionsdienst verbracht: als Apostolischer Nuntius in Argentinien und in westafrikanischen Ländern.

Verkündigung der Frohen Botschaft: darin sah Johannes Dyba bei allem notwendigen Einstehen für die bedrohte christliche Wahrheit seine Hauptaufgabe, für das sein Herz warm schlug.

Es ging ihm dabei darum, bei den Menschen erneut den Blick auf Jesus Christus auszurichten und die Hoffnung auf die kommende Herrlichkeit zu wecken, eine Hoffnung, aus der er selbst seine geistlichen Kräfte schöpfte.

So sagte er in einer im Sommer 1998 in Österreich gehaltenen Predigt:

„Denn was an ihr (Maria) geschehen ist, soll nach dem Heilsplan Gottes auch an uns geschehen; Hoffnung auf den einzigen, auf den wir hoffen dürfen. Hoffnung, von der der heilige Apostel Paulus sagt: ‚Ich  halte dafür, daß all die Leiden der Gegenwart nichts sind gegenüber der Herrlichkeit, die einmal an uns offenbar werden wird. Diese Herrlichkeit, von der es dann heißt, daß kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, keines Menschen Herz sich auch nur ersinnen kann, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.‘ – Damit sind wir beim eigentlichen Schatz: der Liebe Gottes.“

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hrsg.): Der Löwe von Fulda – 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba, KOMM-MIT-Verlag, Münster, 2015, 207 Seiten, ISBN 978-3-921090-98-5, Preis 14,80 €.

Der eindrucksvolle Dyba-Gedenkband kann bei uns bestellt werden. Wir liefern portofrei und legen eine Dyba-Broschüre gratis dazu: Tel. 0251-616768

 

 


Pater Lothar Groppe ist seit 60 Jahren Priester

Von Felizitas Küble

Der weithin bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller Lothar Groppe erreichte gestern (30. Juli) das gesegnete Alter von 92 Jahren; heute  – am 31. Juli 2019  –  feiert der Geistliche in Berlin sein 60-jähriges Priesterjubiläum.

Der glaubensstarke Gottesmann hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegseinsatz studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

BILDER: Titelfotos zweier Bücher von Pater Groppe: „Theodor Groppe – der Schwarze General“ und „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich“

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern hat selber als Schuljunge von 12 Jahren deutlich gegen Hitler Stellung bezogen. Er war mehrfach „Gast“ der Gestapo. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Die Tugend der Tapferkeit liegt anscheinend in der Familie Groppe. Auch der Vater des „Schwarzen Generals“ war Offizier und wurde dann Verleger. Im Kulturkampf druckte er die verbotenen Hirtenbriefe des Bischofs von Trier und wurde wegen „Majestätsbeleidigung“ zu zwei Jahren Gefängnis und hoher Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde in Festungshaft verwandelt, weil er Offizier war.

Weil Theodor Groppe den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der mutige General verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich klar an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre. Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, präzise und bodenständig.

Der schwungvolle Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen).

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis heute steht der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen. So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda. Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder.

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig. Seit August 2015 lebt der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Seine Freunde sowie unser Christoferuswerk und KOMM-MIT-Verlag wünschen ihm ein frohes Priesterjubiläum und Gottes reichen Segen!


Bischof Algermissen: Erzbischof Dybas plötzlicher Tod hat viele Menschen erschüttert

Am vergangenen Montag wurde im Hohen Dom zu Fulda das Jahresgedächtnis für den am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Erzbischof Johannes Dyba begangen, wobei sein Amtsnachfolger Heinz Josef Algermissen ein Pontifikalamt zelebrierte. Dabei wird stets zugleich für die Mutter Algermissens gebetet, die vor fünf Jahren ebenfalls an einem 23. Juli verstarb.

Im Vorjahr fiel die Gedenkmesse für den glaubensstarken Oberhirten Dyba auf einen Sonntag, weshalb Bischof Algermissen im vollbesetzten Dom eine längere Predigt hielt.

Hier folgen nun einige Auszüge aus dieser Ansprache des Bischofs vom 23. Juli 2017:

„Was ist der Tod?“, fragen wir und hören die Antwort, diskret und vorsichtig: „Umzug aus dem Zelt in die ewige Wohnung von Gott, aus der Fremde in das Vaterhaus.“

Wenn wir diese Antwort ernst nehmen, werden entscheidende Fragen in uns wach, die unsere gewohnte Lebensweise in Frage stellen und die wir darum gern beiseiteschieben:

Ist das, was uns zurzeit innerlich so sehr beschäftigt, was wir mit Leidenschaft erstreben, wirklich erstrebenswert? Ist das, was uns bedrückt und worum wir uns Sorgen machen, wirklich diese Sorge wert?Vor dem Horizont der Ewigkeit bekommen die Dinge ihre wahre Dimension, wird manches aufdringlich Große klein, anderes Kleine sehr wichtig.

Diese Wahrheit relativiert so vieles, wie ich selbst bei der Begleitung meiner Mutter während der letzten Monate ihres Lebens und bei ihrem Sterben heute vor vier Jahren erlebt habe.

Und als heute vor 17 Jahren Erzbischof Dr. Johannes Dyba plötzlich starb, waren viele Menschen erschüttert; sein Tod war auch eine Infragestellung ihrer selbst.

Erzbischof Johannes war ein leidenschaftlicher Verkündiger der österlichen Botschaft des Lebens. Von daher verteidigte er das menschliche Leben in seiner unantastbaren Würde in allen Lebensphasen.

BILD: Unser Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ über Erzbischof Dyba mit 33 Autoren – und einem Geleitwort von Bischof Algermissen

Seinen Einsatz für den Schutz des menschlichen Lebens, besonders für das unbedingte Lebensrecht des noch nicht geborenen Menschen, seine warnende und mahnende Stimme angesichts von manch zweifelhaften Kompromissen sowie Feigheit und Lüge, die ich in der Gesellschaft zunehmend feststelle, will ich nicht vergessen.

In seinem Kampf gegen die „Kultur des Todes“ erfüllte er die Vorgabe des Hl. Bonifatius, in einem seiner Briefe ausgedrückt: „Wir wollen nicht stumme Hunde sein und schweigend zuschauen…“

Wenn wir in dieser Hl. Messe die Namen von Erzbischof Johannes und meiner Mutter besonders erwähnen und für sie beten, wissen wir im Glauben, dass sie „ewige Wohnung“ gefunden haben und in der himmlischen Liturgie für uns und unser Bistum beten. In der universalen Einheit der Lebenden und Verstorbenen dürfen wir darauf vertrauen, dass sie Teilhabe am ewigen Osterfest des Auferstandenen gefunden haben.“

Foto: Leupolt, Bistum Fulda


Unser Christoferuswerk traf wieder viele Freunde auf dem Glaubenskongreß in Fulda

Von Felizitas Küble

Bereits seit dem Jahr 2000 findet jährlich der Kongreß „Freude am Glauben“ statt, den das Forum Deutscher Katholiken organisiert. Meist findet die Veranstaltung in Fulda statt, bisweilen auch in Regensburg oder Aschaffenburg. 

Auch diesmal trafen sich am vergangenen Freitag bis Sonntag bekannte konservative Persönlichkeiten und Verbände sowie interessierte Gläubige in der hessischen Domstadt  – größtenteils Katholiken, aber auch eine Reihe Evangelikaler nahmen daran teil.

Unser Christoferuswerk   – das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt  –  war diesmal erneut mit einem großen Infostand vertreten, wobei wir als Stand-Nachbar wieder Mathias von Gersdorff (Aktion „Kinder in Gefahr“) und Benno Hofschulte (SOS Leben) begrüßen konnten. Herr von Gersdorff ist unseren Lesern seit langem als Gastautor bekannt.

Auch sonst konnten wir vielen befreunden Gruppen und Persönlichkeiten begegnen, auch früheren Ferienhelfern und MITarbeitern. Unser Stand ist durch die Plakate über Erzbischof Johannes Dyba besonders aufgefallen und fand reges Interesse. Dyba war die treibende kirchliche Kraft bei der Gründung des „Forums Deutscher Katholiken“, das von Prof. Dr. Hubert Gindert geleitet wird.

Es bildeten sich in unserer Nähe immer wieder kleinere Gesprächsgruppen  – wie das erste Foto zeigt:  Der Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, im Gespräch.  Ich überreichte dem Oberhirten  unsere neue Broschüre über Erzbischof Dyba, seinen Vorgänger im Amt.

Bischof Algermissen schrieb vor zwei Jahren zudem das Vorwort zu unserem Gedenkband „Der Löwe von Fulda“, das an den mutigen Erzbischof Dyba erinnert, der in den Herzen vieler Katholiken – aber auch konservativer evangelischer Christen – unvergessen ist. Das erleben wir auch durch das große Interesse an unserer Unterschriftensammlung für eine Seligsprechung Dybas, die vom „Forum Deutscher Katholiken“ unterstützt wird.

Das zweite Bild zeigt unsere Helferin Cordula Mohr sowie ihre Tochter Laura. Cordula hat im Dyba-Sammelband ebenfalls einen Beitrag verfaßt; die katholische Familienmutter leitet den Regionalverband Münsterland-Nord der Lebensrechtsvereinigung „ALfA“ (Aktion Lebensrecht für alle) und ist aktiv im NRW-Landesvorstand der CDL (Christdemokraten für das Leben), die ebenfalls mit einem Infostand vertreten waren. Cordula hat zusammen mit mir per Notebook am Samstagvormittag einige Artikel im CF veröffentlicht.

Auf dem dritten Foto sehen wir mit Frau Ehrhardt eine weitere CDL-aktive Dame bzw. Lebensrechtlern im anregenden Gespräch mit jungen Teilnehmern vor unserem Stand.

Das vierte Foto zeigt rechts außen Frau Barbara Dyba-Roth (die Schwester Erzbischof Dybas) im Gespräch mit einem Interessenten – links von ihm sehen wir im Hintergrund Herr von Gersdorff in Diskussion mit einer Teilnehmerin.

Da wir ständig an unserem Stand beschäftigt waren, konnten wir von den Vorträgen in der großen Halle so gut wie nichts mitbekommen. Allerdings wurde uns erzählt, daß mehrere Referenten sich sehr positiv über Kardinal Gerhard Müller äußerten und dem ehem. Glaubenspräfekten für sein segensreiches Wirken in der Kirche dankten.

Unser Schlußbild dokumentiert einen Teil unserer Stellwand hinter unserem Infostand: Plakate mit Aussagen von Erzbischof Dyba, eine Infotafel über die weltweite Christenverfolgung sowie unten rechts ein lebensfrohes Poster für Ehe und Familie: JA zur Schöpfungsordnung Gottes!

 

 

 

 

 

 


Erzbischof Johannes DYBA: „Er gab mir Halt in meiner Jugendzeit“

Der aus Deutschland stammende, in der Steiermark (Österreich) wirkende Benediktinerpater Ulrich Diel hat in „Klosterhof.blogspot“ einen Artikel über seine Jugendzeit und seine Begeisterung für Erzbischof Johannes Dyba veröffentlicht.

Zudem fügt er am Schluß eine aufschlußreiche Anekdote dazu, die den glaubensfrohen Fuldaer Bischof in seiner kontaktfreudigen, direkten  und buchstäblich „entgegenkommenden“ Art zeigt.

Der Benediktiner ist zugleich als Kaplan in einer steirischen Pfarreiengemeinschaft tätig.

Als Schüler war er, wie so viele katholische Pfadfinder, ein eifriger Leser des KOMM-MIT-Kalenders, den Günter Stiff, der Gründer des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKS (das dieses „Christliche Forum“ betreibt) jahrzehntelang herausgebracht hat.

Zunächst erzählt uns der Autor, wie er Ende der 90er Jahre „so richtig stolz war, ein Hesse zu sein“, denn das Bistum Fulda, in welchem Erzbischof Dyba amtierte, liegt im Hessenland.

„Ich habe oft nach Fulda geschielt“

Freilich gehörte der junge Ulrich damals in die Nachbar-Diözese Mainz. Dabei habe er „oft nach Fulda geschielt“:

„Dort war Erzbischof Dyba als Löwe von Fulda im Amt. (…) Er hatte Profil und widersprach dem Mainstream. Er gab mir Halt und war bekannt für seine klaren Aussagen.

Ganz im Sinne Papst Johannes Paul II. gab es für ihn keine Kompromisse mit der Kultur des Todes. Er stieg aus der staatlichen Schwangerkonfliktberatung aus, ohne die Beratungstätigkeiten und die Hilfe für in Not geratene Frauen zu kürzen.

Mit dieser klaren Position setzte er ein deutliches Zeichen für das Leben. Dies schien mir in dieser Zeit wichtiger, als mit dem Staat auf Teufel komm raus zusammen zu arbeiten.“

„Das hat Dyba nie nötig gehabt“

Obwohl auch die anderen Bischöfe wohl grundsätzlich für das Lebensrecht und damit gegen Abtreibung eingestellt waren, ist diese Position damals allein bei Erzbischof Johannes Dyba echt unbeirrbar und unerschrocken zum Ausdruck gekommen. Auch dies stellte der Verfasser damals bei Gesprächen immer wieder fest:

„Ich hatte meine Mitmenschen gefragt, wie wohl ein Bischof Kamphaus oder ein Bischof Dyba zur Abtreibung stehen. Jeder war der Überzeugung, dass Kamphaus eher für Abtreibung sei und Dyba streng dagegen. Wobei Kamphaus sicher auch strikter Abtreibungsgegner ist. Aber wenn man mit dem staatlichen Tötungssystem zusammenarbeitet, dann deckt man es letztlich und verwischt seine Meinung. Das hat Dyba nie nötig gehabt.“

In Ulrichs Schulranzen fehlte der KOMM-MIT-Jugendkalender genauso wenig wie das Porträtbild von Erzbischof Dyba (siehe oben):Fürs CF verwenden

„Auf meinem roten Schulordner hatte ich obiges Foto Dybas geklebt. Im Schulrucksack hatte ich immer den Komm-mit-Kalender. So bewaffnet ging ich in die Schule und verteidigte munter die heilige Kirche.“

„Na, wat seid ihr denn für Jungs?“

Abschließend berichtet Pater Ulrich von einem aufschlußreichen und typischen Erlebnis, das andere Autoren in ähnlicher Weise in dem vielseitigen Dyba-Gedenkbad „Der Löwe von Fulda“ (siehe Foto) schildern:

„1995 wurde Erzbischof Karl Braun in Bamberg neu in sein Amt eingeführt. Wir standen am Osttor des Bamberger Domes und wollten einen Blick auf die kirchlichen Würdenträger erhaschen. Praktisch alle stiegen aus ihren Limousinen aus und verschwanden schnurstracks im Dom. Nach der Feier ging es ebenso in die umgekehrte Richtung.
Mit einer rühmlichen Ausnahme: Erzbischof Dyba erblickte uns und ging auf uns zu. „Na, wat seid ihr denn für Jungs?“. – Menschenfurcht? Fehlanzeige!“
 
Quelle für die Zitate: http://klosterhof.blogspot.de/2010/07/erzbischof-dyba.html
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DYBA-Buch: Den umfangreichen, farbigen Gedenkband DER LÖWE VON FULDA (700 gr.) gibt es bei uns für 14,80 Euro. – Tel. 0251-616768 oder per Mail: felizitas.kueble@web.de

CHRISTLICHES FORUM erneut auf dem Kongreß „Freude am Glauben“ vertreten

Vom vergangenen Freitag bis Sonntag (22. – 24.4.2016) wurde in Aschaffenburg der jährliche katholische Kongreß „Freude am Glauben“ durchgeführt, der ansonsten zumeIMG_0802ist in Fulda stattfindet, bisweilen auch in Regensburg. 

Die Schirmherrin der stets dreitägigen Großveranstaltung war bis zu ihrem Tod im Februar 2016 die bekannte Lebensrechtlerin Johanna Gräfin von Westphalen, Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“ und Gründerin sowie Ehrenvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben). Auch die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr war diesmal wieder auf dem Glaubenskongreß dabei.

Unser erstes FOTO zeigt den Infostand der CDL mit der stellv. CDL-Chefin Odila Carbanje (rechts) im Gespräch mit CDL-Pressesprecherin Susanne Bajog.

Der Kongreß fand heuer bereits zum 16. Mal statt. Die Initialzündung für diese eindrucksvollen jährlichen Bekenntnistage des Glaubens stammt von keinem Geringeren als Erzbischof Johannes Dyba, dem unbeugsamen, tapferen Oberhirten von Fulda. IMG_2010

Er hat katholische Gruppen und Persönlichkeiten unter Prof. Dr. Hubert Ginderts Leitung im Sommer 2000 (nur wenige Wochen vor seinem plötzlichen Tod) ermutigt, den Kongreß „Freude am Glauben“ ins Leben zu rufen, um kirchentreue Katholiken zu sammeln, zu vernetzen und zu stärken.

Diese gründeten am 30. September 2000 das „Forum Deutscher Katholiken“ als einen lockeren Dachverband theologisch konservativer Persönlichkeiten und Initiativen.

An diesen glaubensstarken Kirchenmann hat unser CHRISTLICHES FORUM bzw. Christoferuswerk eV auf dem Kongreß unübersehbar erinnert: durch Dyba-Poster an unserer Standwand, durch Flugis, Postkarten  – und vor allem durch unser Dyba-Buch „Der Löwe von Fulda“, das großes Interesse und viele Käufer fand.

Zudem sammelten wir erneut eifrig Unterschriften für eine Seligsprechung Dybas.

Unser zweites FOTO zeigt Prälat Edmund Dillinger mit unserem Gedenkband in der Hand  –  er ist zudem einer der 33 Autoren dieses Buches, zumal er mit Erzbischof Dyba jahrzehntelang freundschaftlich verbunden war.IMG_0798

Natürlich habe ich mich gefreut, wieder viele Mitstreiter, ehem. Ferienhelfer und Bekannte unseres Christoferuswerks und KOMM-MIT-Verlags zu treffen, darunter Anna Diouf, eine katholische Bloggerin und Konvertitin mit senegalesischen Wurzeln (siehe drittes Foto links), mit der ich mich schon beim Glaubenskongreß 2015 in Fulda sehr gut verstanden habe; Frau Diouf ist Ansprechpartnerin für das katholische „Collegium Musicum“, einer Akademie für sakrale Kunst und Kultur.

Hinter ihr sieht man zwei weitere Mitstreiter im Gespräch, nämlich unser langjähriger CF-Autor Mathias von Gersdorff und der Sozialethiker Prof. Dr. Manfred Spieker  –  auch diese beiden Publizisten sind Autoren in unserem Dyba-Gedenkband. Erfreulicherweise befand sich der Infostand von Gersdorffs Initiative erneut direkt neben dem unsrigen.

Zum Schluß noch eine Anmerkung: Das einzige Grußwort für den Kongreß von Politikerseite stammt vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Warum hat sich außer dem CSU-Chef sonst niemand aus der Polit-Prominenz zu einem Gruß „herabgelassen“? Wo blieb denn das Grußwort der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel?

HIER können Sie übrigens alle Vorträge des Kongresses unter „Dokumentationen“ anschauen: www.bonifatius.tv

 

 


Dyba-Gedenkband: eine gelungene Würdigung des „Löwen von Fulda“

Von Uwe C. Lay

Buchdaten: Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten. 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba. Herausgegeben von Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag Münster, 208 Seiten, erschienen 2015, Preis 14,80 € Fürs CF verwenden

Erzbischof Dyba war das „Entfant Terrible“ der Deutschen Bischofskonferenz:

„Der Fuldaer Bischof führte als gebürtiger Berliner in seinem bischöflichen Wappen keinen Teddy, sondern einen Bären und erwies sich oft genug als solcher. In der Bischofskonferenz galt er manchen als ‚enfant terrible‘, die zugleich froh waren, dass er sagte, was sie so deutlich nicht zu sagen wagten; anderen galt er als das Salz in der Suppe. Für die Medien gab es kein Thema, zu dem sie neben, ja oft sogar vor dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz nicht auch Johannes Dyba hören wollten.“

So würdigt das Internetlexikon Wikipedia den vor 15 Jahren so plötzlich verstorbenen Bischof Dyba, hierbei die katholische Kirchenzeitung des Erzbisstums Berlin zitierend.

Auch der „Spiegel“ markiert in seinem Nachruf deutlich, warum dieser Bischof kein Liebling der Medien war:

„Als der Vatikan-Diplomat […] 1983 Bischof von Fulda wurde, war er bereits als ironisch-bissiger Kirchen-Fundi europaweit bekannt. Diese Linie  –  es gilt nur das päpstliche Wort  –  behielt er konsequent bei. Mit griffigen Sprüchen machte der gebürtige Berliner alles nieder, was in Deutschland altbackener katholischer Theologie und Moral widersprach: Abtreibung und Beratungsschein, Gays und Grüne, kritische Theologen und zögerliche Bischöfe, selbstbewusste Laien und jeglichen Demokratieversuch der Kirche.“

Mit Bischof Dyba verbindet sich zu allererst sein großer Kampf gegen die durch katholische Beratungsstellen ausgestellten Lizenzen zum Töten von Ungeborenen. Gerade sein Engagement für den Schutz des Lebens machte ihn dann auch zu einem Oberhirten, der weit über die Katholische Kirche hinaus Freunde und Bewunder fand.

Er stand und steht für das Bewahren der kirchlichen Lehre in Zeiten, in denen viele die Anpassung an den Zeitgeist für die wichtigste Aufgabe der Kirche ansehen. Daß er deshalb oft angefeindet wurde und wird, verwundert nicht.

Wer mehr über diese beeindruckende Bischofsgestalt erfahren möchte, ist gut aufgehoben in dem jetzt neu publizierten Buch „Der Löwe von Fulda“, herausgegeben von Felizitas Küble  –  mit dem Untertitel: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.

33 Autoren, katholische wie evangelische, zeichnen ihr Bild von diesem Bischof. Eingeleitet wird das Buch durch ein Geleitwort seines Nachfolgers, des Bischofs Algermissen (Fulda). Es entsteht durch die Polyphonie der einzelnen Beiträge so ein vielseitiges, diesem Bischof gerecht werdendes Portrait in den schweren Zeiten des heutigen Glaubens- und Sittenverfalles.

Es entsteht das Bild eines fest im katholischen Glaubens Stehenden, der mutig und unerschrocken die Fehlentwicklungen innerhalb der Kirche im Zeitgeist der 68er kritisierte und ihnen entgegentrat. Viel Erfolg war diesem Rufer in der Wüste nicht beschieden, auch wenn er maßgeblich an dem Ausstieg der Kirche aus der Praxis der Ausstellung von Tötungslizenzen beteiligt war.  Auch das verheimlichen die Autoren nicht.

So ist sein Werk kein abgeschlossenes, auf das der Leser nun beruhigt zurückblicken kann, sondern ein Auftrag zum Weiterwirken in seinem Geiste. Gerade dies verdeutlichen die vielen facettenreichen Beiträge. In einem Wort: eine gelungene Würdigung eines großen Streiters Jesu Christi.

Der Autor Uwe C. Lay ist Theologie und Konvertit; er war vor seinem Übertritt in die katholische Kirche als evangelischer Vikar tätig. Sein Beitrag erschien zuerst in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 1/2016)

 


Neuerscheinung würdigt Leben und Wirken von Erzbischof Johannes Dyba

Rezension des Buches „Der Löwe von Fulda“

Dank und Anerkennung dem KOMM-MIT-Verlag in Münster für diese treffliche Anthologie. Es gelang der Herausgeberin Felizitas Küble, bedeutende Persönlichkeiten aus dem Wirk- und Lebenskreis des vor 15 Jahren verstorbenen Erzbischofs als Autoren zu gewinnen.  Fürs CF verwenden

Schon das exzellente Grußwort der Gräfin Johanna von Westphalen  – seit 17 Jahren Bundes- bzw. Ehrenvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) – erweist sich als meisterliche Würdigung dieses Kirchenmannes.

Es kann hier nicht der Ort sein, die kenntnisreichen Aspekte der zahlreichen Verfasser einzeln zu schildern. Die Wiedergabe der Erlebnisse und Eindrücke einiger Zeitgefährten, die den Tenor des Ganzen treffen, mag bereits erhellend sein. Aus der Lektüre und Rekapitulation aller Beiträge formt sich ein geistiger Kristall, dessen durch das Leben geschliffene Facetten in den zahlreichen Beiträgen immer neu aufleuchten:

Pastor Dr. Joachim Cochlovius aus der bayerischen evangelischen Landeskirche stimmt mit dem „Löwen von Fulda“ überein beim kompromißlosen Einsatz für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder.

Reinhard Dörner, Dipl.-Theologe und Germanist, betrachtet Erzbischof Dyba und Kardinal von Galen als „aus gleichem Holz geschnitzt“. Er zitiert einen aus der deutschen Bischofskonferenz kommenden Tadel an Dyba: „Johannes, seitdem Du hier bist, gibt es Streit.“

Besonders wertvoll ist der Beitrag seiner Schwester Barbara Dyba-Roth; sie kennt ja ihren Bruder Johannes von klein auf und setzt ihn gegenwärtig in seinem fröhlichen Naturell, seinem unbeugsamen Glauben, seinem steten Blick auf das Wesentliche. Von Schmerz getroffen, muss sie erfahren, dass seine Prophezeiungen sich bewahrheitet haben (z.B. zunehmende Abtreibungen und ihre Bagatellisierung, wachsende Tendenzen zur Euthanasie).

Gabriele Kuby, bedeutende Soziologin und Konvertitin, schreibt: „Erzbischof Dyba wollte das Antlitz der Kirche wieder zum Leuchten bringen…, sie vom Schmutz reinigen. Er wußte, dass er dafür eine  „kritische Masse“ von vielen kleinen Heiligen braucht, die den Weg der Umkehr tatsächlich gehen.“

Die Lektüre dieses Buches kann gerade auch in unseren Tagen einen Anstoß zur Umkehr bewirken.

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/

Der Autor dieser Besprechung ist Gymnasiallehrer im Ruhestand und unserer Redaktion persönlich bekannt.