Schlesische Vertriebene und Heimatfreunde der Grafschaft Glatz pilgerten nach Telgte

Von Felizitas Küble

Am Freitagnachmittag, den 25. August, begann die traditionelle Jahres-Wallfahrt der Heimatvertriebenen aus der schlesischen Grafschaft Glatz nach Telgte, einem altbewährten Marienwallfahrtsort im Bistum Münster. Der nordhrein-westfälische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier sprach im Pfarrzentrum über die Verdienste der deutschen Vertriebenen.

Seit 71 Jahren trifft sich die Glatzer Landsmannschaft zwei Tage lang bei der vielverehrten Pieta (Schmerzhafte Mutter mit Christus auf ihrem Schoß) in der Marienkapelle (siehe Foto) und der Pfarrkirche nebenan.  

Am heutigen Samstag, 26. August, feierte Weihbischof Dr. Reinhard Hauke das Festhochamt in der denkmalgeschützten Hallenkirche St. Clemens. Der Erfurter Oberhirte zelebrierte gemeinsam mit Pfr. Martin Karras, dem Präses des Heimatwerks der Grafschaft Glatz.

Kirchlich eröffnet wurde die Wallfahrt mit ihrem Motto „Gottes Wort leben“ gestern Abend in einer feierlichen Vesper in der erwähnten gotischen Pfarrkirche, geleitet und begleitet von Weihbischof Hauke sowie dem Glatzer Großdechanten Franz Jung, dem Telgter Propst Dr. Michael Langenfeld sowie zahlreichen Geistlichen. Davor gab es für die Gläubigen die Möglichkeit zur Beichte.

Diakon Georg Olbrich begründete die Fürsprache Mariens mit Hinweis auf die biblische Szene von der Hochzeit zu Kana. Schon damals habe sich die aufmerksame Sorge und Anteilnahme der Madonna gezeigt und sich ihre Fürbitte bei ihrem göttlichen Sohn als wirksam erwiesen.

Dabei stehe nicht sie selber, sondern Christus im Mittelpunkt des Geschehens  –  und in diesem Sinne Maria habe den Dienern auf der Hochzeit aufgetragen: „Was ER euch sagt, das tut!“  – Dieses letzte im NT zitierte Wort Mariens sei ein Vermächtnis für alle Christen. Der Prediger beleuchtete die Hilfe und Fürsprache Mariens mit Erfahrungen aus seinem Leben und dem seiner Familie.

In der Pfarrkirche stand im Altarraum eine barocke Madonnenstatue mit dem Jesuskind. Auf dem Sockel lagen Gedenkbildchen schlesischer Vorbilder und Seliger, darunter den im KZ Dachau verstorbenen Priester und Märtyrer Gerhard Hirschfelder aus der Grafschaft Glatz, der am am 19.9.2010 im Dom zu Münster seliggesprochen wurde. (Näheres über Kaplan Hirschfelder: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/ein-jugendbewegter-kaplan-als-martyrer-in-dachau/)

Ein Gedenkbild gab es auch über den schlesischen Bischof Joseph M. Nathan, der 1946 schwerkrank von Kommunisten vertrieben wurde und bald darauf starb.

Nach der Abendandacht begann die jährliche abendliche Lichterprozession der Glatzer Landsleute und ihrer Nachkommen (siehe Fotos). Vier Männer trugen eine die Marienstatue auf einer Bahre, andere Teilnehmer hielten die Fahne der Telgter Pieta.

Der Gebetszug führt abwechselnd entweder durch die Stadt Telgte oder am Kreuzweg entlang der Ems durch Wiesen, Fluren und Waldwege. Die Gläubigen sangen Kirchenlieder und beteten Ave-Marias.

Dutzende Priester und Ordensleute beteiligten sich an der Prozession, die nach etwa einer Stunde ihren Höhepunkt an der Gnadenkapelle von Telgte fand und mit einem Segen durch Weihbischof Hauke beendet wurde.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 

 

 

 

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Amsterdamer Erscheinung und die kuriose Todes-„Prophetie“ über Papst Pius XII.

Von Felizitas Küble

Die zahlreichen Botschaften der sogenannten Frau aller Völker in Amsterdam füllen ein umfangreiches „Blaues Buch“ (so nennt man es gerne in Anhängerkreisen).

Schaut man sich diese „Offenbarungen“ näher an, kann man sein blaues Wunder erleben: Die Seherin Ida Peerdemann präsentiert sich gerne als Prophetin, die Zukünftiges voraussagt, allerdings gibt sie dies erst bekannt, wenn das Ereignis schon eingetreten ist. 

Eine solche Nachher-Prognose findet der Leser in dem 1967 erschienenen Büchlein „Die Botschaft der Frau aller Völker“ von Pater Hermann Brouwer (siehe Abbildung unten). Der Autor ist ein überzeugter Anhänger der Peerdemann-Visionen und gab die Publikation im Namen des Amsterdam-Komitees heraus.

Auf Seite 20 wird erwähnt, daß Papst Pius XII. (siehe Foto) am 9. Oktober 1958 starb, was immerhin stimmt. Dann heißt es dort, daß die Seherin am 19. Februar 1958, also rund 8 Monate vorher, folgende Botschaft der „Frau aller Völker“ erhalten habe:

„Ich will dir etwas mitteilen, wovon du keinem, selbst dem Sacristan und deinem geistlichen Führer nichts sagen darfst. Wenn es eingetroffen ist, darfst du ihnen sagen, daß die Frau es dir jetzt gesagt hat.

Die Mitteilung lautet: Hör zu, dieser Heilige Vater, Papst Pius XII. wird Anfang Oktober dieses Jahres zu den Unseren aufgenommen werden. Die Frau aller Völker, Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin, wird ihn zur ewigen Freude geleiten.“

Fast möchte man sagen: Es darf gelacht werden!

Welchen Sinn hat solch eine „prophetische“ Botschaft, wenn die Empfängerin sie ohnehin niemandem berichten darf, nicht einmal ihrem Beichtvater bzw. Seelenführer? Was soll also dieser (un)heimliche Zirkus?

Außerdem wirkt die Bezeichnung „Heiliger Vater“ für den Papst bei der (angeblichen) Gottesmutter etwas merkwürdig, denn sie ist als Geschöpf die größte Heilige aller Zeiten, während bei den Päpsten zunächst nur das Amt als solches heilig (da von Christus gestiftet) ist – aber damit nicht automatisch auch der jeweilige Träger des Amtes. 

Noch befremdlicher erscheint aber der Ausdruck, Pius XII. werde dann Anfang Oktober „zu den Unseren aufgenommen“. Warum ist hier nicht von Gott, von Christus, wenigstens vom Himmel die Rede? Was heißt „zu den Unseren“ genau?!

Überdies müßte klar sein, daß die Madonna nicht allwissend ist (im Unterschied zu Gott), also von ihren eigenen Möglichkeiten her nicht vorauswissen kann, wann der Papst stirbt und wie sein ewiges Schicksal aussehen wird.

Darüber kann sie nur Kenntnis erlangen, wenn ihr diese vom Ewigen selbst geoffenbart wird. Aber sollte der Höchste dies etwa deshalb tun, damit Maria diese „heiße Info“ der Dame Ida Peerdemann zu Amsterdam ins Ohr flüstert, die diese Causa aber erst nach Eintreffen der Ereignisse „verkünden“ darf, wenn es ohnehin keinen mehr interessiert?!

Natürlich ist auch der Titel „Miterlöserin“, der in dieser Papst-Tod-Prognose vorkommt, keine amtliche kirchliche Bezeichnung für die Gottesmutter, sondern u.a. eine spezielle Marotte diverser „Privatoffenbarungen“, darunter eben auch jener von Amsterdam. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

 

 

 


Amsterdamer „Madonna“: Will sie eine Einheit der Menschheit ohne Christus?

Von Felizitas Küble

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (die 1945 begonnen hatten) ziehen weltweit immer mehr Kreise. Zahlreiche Bischöfe und oft über hundert Priester nehmen an dem jährlichen „Gebetstag der Frau aller Völker“ teil, der früher in Amsterdam stattfand, danach passenderweise in Heroldsbach, später in Köln oder Düsseldorf, wo er auch in diesem Jahr demnächst veranstaltet wird.

Dutzende von kirchlichen Würdenträgern senden ein wohlwollendes bis begeistertes Grußwort zu diesem „marianischen“ Kongreß, darunter aus Deutschland seinerzeit z.B. Bischof Walter Mixa, als er noch Oberhirte von Eichstätt war. Besonders eng verbunden mit den Amsterdamer Vorgängen fühlte sich Kardinal Joachim Meisner, der von 2012 bis 2016 mehrfach die Festpredigt bei den „Gebetstagen“ hielt.

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM kürzlich kritisch über das sog. „Gnadenbild“ geäußert, das eine strahlende Frau direkt vor dem Kreuz zeigt (dabei Christus komplett verdeckend), die ihre Füße selbstherrlich auf eine Erdkugel stellt und aus deren Händen (mit Wundmale!) Lichtstrahlen hervorgehen.

Die vermeintliche Gottesmutter und MAGD des HERRN präsentiert sich hier gleichsam wie eine Erdgöttin oder universale Weltenherrscherin. (Näheres dazu HIER)

Die Verdrängung unseres göttlichen Erlösers durch ein Erscheinungsphänomen geht aber nicht „nur“ bildlich vonstatten, sondern auch in Wort und Tat, denn die Frau-aller-Völker-Gebetstage legen größten Wert auf eine vielbeschworene „Einheit“ der Menschheit, wobei sich Christus letzten Endes als entbehrlich erweist, die Taufe ebenso.

Es scheint im Sinne synkretistischer (religionsvermischender) Tendenzen völlig zu genügen, wenn sich die Anhänger verschiedener Religionen (man müht sich besonders um Muslime) zur „Frau aller Völker“ bekennen; eine eigentliche Bekehrung zum Christentum ist dann offenbar nicht mehr vonnöten.

Diese Denkweise ist nicht etwa einer bloß politischen Toleranz geschuldet oder dem Versuch, die massenhaft eindringenden Muslime der letzten Jahre durch besondere Freundlichkeiten dem christlichen Glauben näherzuführen.

Bereits vor 12 Jahren dokumentierte die Erinnerungs-Publikation über den Gebetstag von 2005 (siehe Foto), daß es hier grundsätzlich darum geht, Nichtchristen aus aller Herren Länder zur „Frau aller Völker“ zu führen, wobei Maria nicht mehr – wie sonst üblich –  einen hilfreichen Weg zu Christus darstellt, sondern selber das Ziel darstellt  – und Christus hierbei völlig nebensächlich ist bzw. als interreligiöser Störenfried bisweilen komplett ausgeblendet wird.

Der Hauptredner, Pater Paul Maria Sigl, spricht in seiner Grundsatzrede über alles Mögliche, über Maria, die Erscheinungen von Amsterdam und anderswo, über Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa, über Liebe, Frieden, Freude, vor allem über die „Einheit“ –  nicht etwa „nur“ unter den Christen, sondern zwischen den verschiedenen Religions-Anhängern, über die „geeinte“ Menschheitsfamilie etc.

Wie passend ist es da, daß sich die Erscheinungs-Maria in Amsterdam als „Frau aller Völker“ bezeichnet  –  und nicht etwa als Gottesmutter oder Mutter des HERRN etc., denn dann würde ja das Hindernis CHRISTUS (das Zeichen, dem widersprochen wird!) wenigstens indirekt zur Sprache kommen.

Die Rede des Geistlichen aus Rom ist auf sechs vollen Din-A-4-Heftseiten dokumentiert  –  und nun kommt der Clou, freilich ein trauriger: In der ausführlichen Ansprache  des hochrangigen Pater Sigl (der die ordensähnliche „Familie Mariens“ leitet) kommt das Wort JESUS oder CHRISTUS nicht ein ein einziges Mal vor.

Stattdessen ist in dem Heft mehrfach von einer „wunderbaren Heilung von Muslimen“ die Rede, einer überraschenden Genesung von Krankheiten nach Gebeten zur „Frau aller Völker“, wobei die Betreffenden freilich ihrem Islam weiter die Treue halten  –  das wird anscheinend als selbstverständlich angesehen und jedenfalls mit keiner Silbe bedauert.

Es ist bekannt, daß Maria im Koran eine gewisse positive Würdigung erfährt, freilich nur als Mutter des „Propheten“ Jesus, wobei die Gottheit Christi ausdrücklich bestritten wird.

Wenn gegenüber Muslimen auf die Madonna hingewiesen wird, um einen „Anknüpfungspunkt“ zu haben, dann ist das gewiß in Ordnung  –  aber nur, wenn man dabei nicht stehen bleibt, sondern den Weg zu ihrem göttlichen Sohn aufzeigen will.

Wo dies bewußt unterlassen wird, beginnt im Grunde ein antichristlicher Weg, der nicht etwa dadurch besser wird, indem man ihn mit der Verehrung einer „Frau aller Völker“ bepflastert. Vielmehr ist dies zusätzlich noch eine unzulässige Vereinnahmung der Mutter des HERRN, die von ihrem Sohn nicht zu trennen ist.

Typisch für diese Mentalität ist auch der Bildbericht im vorletzten Blatt dieser Zeitschrift, in dem es heißt, daß zwei indische Frauen auf dem Amsterdamer Gebetstag vor dem „Gnadenbild“ zu tanzen begonnen haben (siehe Foto): „Bewußt wollten sie als Hindus zu Ehren der Mutter aller Völker tanzen.“

Das Problem sind nicht diese Tänzerinnen als solche (die subjektiv sicherlich wohlmeinende Absichten hegen), sondern die gezielt geplante Durchführung und Deutung dieses Gebetstags als Dokumentaton einer „geeinten Menschheit“  – ohne Christus, aber mit einer sogenannten Frau aller Völker…

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Papst äußert sich kritisch zu Medjugorje

Von Felizitas Küble

Medjugorje ist ein in der Kirchengeschichte komplett aus dem Rahmen fallendes Phänomen: Seit über 35 Jahren erscheint in dieser bosnischen Pfarrgemeinde laut Angaben von Seher/innen regelmäßig die Gottesmutter, um Botschaften für die Gläubigen und „die ganze Welt“ zu übermitteln.  Bislang soll es dort über 42.000 Erscheinungen und Visionen gegeben haben, was allein schon von der Häufigkeit her betrachtet bislang einmalig ist.

Die zuständigen Ortsbischöfe (erst Bischof Zanic, dann Peric) lehnen diese Privatoffenbarungen deutlich ab und haben diverse Schriften zur Begründung ihres Standpunktes veröffentlicht. Darin wird neben theologischen Einwänden vor allem die Glaubwürdigkeit mehrerer Personen aus der Seherschar infrage gestellt.

Auch Kurienkardinal Gerhard Müller äußert sich seit Jahren skeptisch über diese aufsehenerregenden Vorgänge, die jährlich über eine Million Pilger und Touristen nach Medjugorje locken. Noch vor kurzem betonte der römische Glaubenspräfekt, die Pastoral dürfe nicht auf „falschen Grundlagen“ aufbauen. Mit anderen Worten: Der Zweck heilige nicht die Mittel.

Laut einem Bericht des Nachrichtendienstes CNA hat sich Papst Franziskus diesen kritischen Stellungnahmen nunmehr deutlicher als zuvor angeschlossen.

Er sprach auf seinem Rückflug von Fatima nach Rom am Samstagabend, dem 13. Mai, vor Journalisten von „angeblichen“ Marienvisionen.

Zunächst erwähnte er die von Papst Benedikt im Jahre 2010 eingesetzte und von Bischof Ruini geleitete Untersuchungskommission zu Medjugorje und deren Abschlußbericht. Dieser halte, so der Papst, die anfänglichen Erscheinungen gegenüber den Kindern für noch klärungsbedürftig, betrachte aber die späteren und heutigen „Marienerscheinungen“ auf jeden Fall skeptisch.

Er lobte die Arbeit des Gremiums, das von 2010 bis 2012 zugange war: „Eine Kommission von tüchtigen Theologen, Bischöfen, Kardinälen… Der Ruini-Bericht ist sehr, sehr gut.“

Er persönlich denke noch kritischer als dieser Abschlußbericht über das Phänomen Medjugorje, sagte der Pontifex weiter. Vermutlich wollte Franziskus damit aussagen, daß er auch die anfänglichen Erscheinungen der ersten Wochen anzweifelt, denn er äußerte grundsätzliche Bedenken am Wiederholungsschema dieser Privatoffenbarungen.

Der Papst betonte, er bevorzuge Maria als Gottesmutter und unsere Mutter – und „nicht als eine Frau, die eine Telegramm-Stelle leitet, die jeden Tag zu einer bestimmten Stunde eine Botschaft aussendet. Dies ist nicht die Mutter Jesu. Und diese scheinbaren Erscheinungen haben nicht viel wert. Das sage ich als persönliche Meinung. Aber es ist klar. Wer denkt, dass die Muttergottes sagt: ‚Komm morgen zu dieser Uhrzeit, und ich werde Dir eine Botschaft für diese Leute geben‘?  –  Nein.“

 

 


Unser neues MARIEN-Plakat für den MAI

POSTER aus dem Ecclesia-PLAKATDIENST des KOMM-MIT-Verlags:

 

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Jüngste Medjugorje-Botschaft: Opferseelen retten sich selbst und die Welt?

Von Felizitas Küble

Seit sage und schreibe 36 Jahren erscheint angeblich die himmlische Madonna regelmäßig einer Schar von Seher/innen in Medjugorje, einer katholischen Pfarrei in Bosnien-Herzegowina (siehe Foto). 

Obgleich jene Privatoffenbarungen kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof sogar entschieden abgelehnt werden, sind bereits Millionen Gläubige, Abergläubige und Neugierige aus aller Welt an diesen Pilgerort gefahren, dessen Phänomene kein Ende nehmen wollen. 

Nun wurde die heutige „Privatbotschaft“ Mariens vom 2. Mai 2017 veröffentlicht, die von der Visionärin Mirjana Dragicevic-Soldo bekanntgegeben wurde: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6811161/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b

Darin heißt es (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, zu beten, nicht zu ersuchen, sondern Opfer darzubringen – euch selbst zu opfern… Ich bitte meinen Sohn für euch, für euren Glauben, der zunehmend in euren Herzen kleiner wird…Meine Kinder, ihr müsst besser sein. Nur diejenigen, die rein, demütig und mit Liebe erfüllt sind, erhalten die Welt – sie retten sich selbst und die Welt. Meine Kinder, mein Sohn ist das Herz der Welt.“

Dazu ist aus katholischer Sicht Folgendes anzumerken:

  1. Der Glaube der „Seherkinder“ (die natürlich alle längst erwachsen sind) wird also  – der „Madonna“ zufolge  –  immer kleiner. Aha – und das nach 36 Erscheinungsjahren? Wozu dann der ganze fromme Zirkus, wenn sich der Glaube der „Botschaftsempfänger“ trotzdem nicht verstärkt, sondern sogar verringert?!
  2. Daß jene Menschen, die „rein, demütig und mit Liebe erfüllt“ sind, die Welt „erhalten“ – und zugleich „sich selbst und die Welt retten“ –  das ist nicht nur blühender Unsinn, sondern läuft auf eine gefährliche Selbsterlösungslehre hinaus  – wobei diese tugendsamen Leute sogleich die ganze Welt „retten“. Wozu es dann noch der Erlösung durch Christus bedarf, steht in den Sternen.
  3. Christus ist keineswegs das „Herz“ der Welt (was immer dies auch heißen mag), vielmehr ist Satan der Fürst dieser Welt – und Christus ist gekommen, um der verlorenen Menschheit das Tor des Himmels zu öffnen. Er ist also der ERLÖSER der Welt. Wer an IHN glaubt und IHM nachfolgt, wird gerettet, denn in IHM allein ist das Heil.
  4. Es ist richtig, daß alle Christgläubigen dem höchsten Gott z.B. das „Opfer des Lobes“ darbringen sollen, zudem sonstige Verzichtleistungen für Gott und andere Menschen, Selbstüberwindungen, gute Werke  – all dies gehört zum glaubwürdigen Christsein dazu. Wenn sich dieser Aufruf, „Opfer zu bringen“, aber in einen problematischen Kontext (Zusammenhang) befindet, nämlich daß man sich durch derartige Opfer und Tugenden selbst „retten“ könne (ja: gar die ganze Welt), dann handelt es sich offensichtlich um eine Irreführung, die unter dem täuschenden Mantel frommer Worte einhergeht…

FOTO: Das faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ kann bei uns sehr preisgünstig statt für 19,80 € (Ladenpreis) für nur 14,80 € bezogen werden. Das fundierte Werk ist über 700 gr. schwer und ein echter Augenöffner.  – Bestellungen bitte per Mail: felizitas.kueble@web.de – oder Tel. 0251-616768


Soll der Papst die Gottesmutter demnächst in Fatima als „Miterlöserin“ definieren?

Von Felizitas Küble

Die „Internationale Marianische Gesellschaft“ (International Marian Association) veröffentlichte zu Neujahr 2017 eine Abhandlung unter dem Titel „Die Rolle Mariens im Erlösungswerk“. Darin wird Papst Franziskus gebeten, er möge bei seinem Besuch in Fatima am 13. Mai 2017 die selige Jungfrau Maria als „Miterlöserin mit Jesus, dem Erlöser“ würdigen.

Wer nun etwa meint, ein solcher Ehrentitel würde allein in der evangelischen Christenheit für Erstaunen sorgen, irrt sich. Dieser Begriff findet sich bei keinem einzigen katholischen Kirchenlehrer der christlichen Antike und des Mittelalters, geschweige hat ihn je ein Konzil verwendet.

Dabei gäbe es durchaus – um einige Windungen und Wendungen herum – eine zutreffende theologische Deutung dieses Ausdrucks, der aber gleichwohl insgesamt mißverständlich bis irreführend bleibt. Daher sollte der Papst auf eine solche Titulierung für die Madonna aus meiner Sicht verzichten.

Der richtige Teil-Gedanke in dem Wort „Miterlöserin“ besteht darin, daß wir Christen alle in einer gewissen Weise MITarbeiter am Heilswerk Christi sind und sein dürfen – durch Gottes Gnade wohlgemerkt.

Der heilige Paulus schreibt, daß wir mit unseren „Leiden ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt“  –  nämlich für seinen Leib, die Kirche (vgl. Kol 1, 24). Zudem erklärt der Völkerapostel: „Wir sind Mitarbeiter Gottes“ (1 Kor 3, 9).

Natürlich ist die Mutter des HERRN in besonderer, ja in einzigartiger Weise MITarbeiterin ihres göttlichen Sohnes, die größte Fürsprecherin im Himmel und Königin der Engel und Heiligen; man kann die selige Jungfrau wegen ihrer herausragenden Stellung im Erlösungswerk gleichsam als „Gefährtin“ Christi bezeichnen, zumal sie fest stand im Glaubensgehorsam und in der liebevollen Treue bis unter das Kreuz. 

Der Begriff „Miterlöserin“ birgt jedoch zahlreiche Irritationen und Mißverständnisse, zumal Maria selber eine Erlöste ist, wie gerade die kirchliche Lehre von ihrer makellosen Empfängnis belegt, denn diese Begnadigung bestand schließlich in einem Akt der Voraus-Erlösung im Hinblick auf das Heilswerk Christi (Bewahrung vor der Erbsünde).

Die Immaculata (unbefleckt Empfangene) ist das vom Schöpfergott hochbegnadete Geschöpf, weil es das Erlösungswerk Christi gibt, das bei Maria schon vorweg und vollständig wirksam werden konnte. Sie ist daher die Erst-Erlöste des Neuen Bundes  –  und zugleich die Voll-Erlöste, auch wegen ihrer Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele.

Aber auch eine vollendet Erlöste wird dadurch nicht zur „Miterlöserin“, vielmehr gehörte auch sie zur erlösungsbedürftigen Menschheit und lebte aus der Gnade Gottes (sie ist die Jungfrau „von Gottes Gnaden“)  –  und sie schöpfte ihre Verdienste und „Privilegien“ aus dem Heilswerk Christi; sie sagte in Freiheit JA zum Höchsten und handelte danach, denn Gott wünscht sich die Menschen nicht als Marionetten, sondern als freie Geschöpfe.

Maria ist also selber eine Erlöste, keine Erlöserin, auch keine „Miterlöserin“. Ihre Vor-Erlösung geschah im Hinblick auf die Verdienste ihres göttlichen Sohnes. Wäre sie an seinem Heilswerk in einem wesentlichen, eigentlichen Sinne mitbeteiligt, dann hätte sie sich gleichsam selber „miterlöst“, was ein Widerspruch in sich selber wäre.

Auch Papst Benedikt hat den Titel „Miterlöserin“ für die Madonna eindeutig abgelehnt und mehrfach seine theologischen Bedenken geäußert, die sich nicht etwa in ökumenischer Rücksichtnahme erschöpfen. (Näheres dazu siehe hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/)

Es geht keineswegs in erster Linie darum, Protestanten nicht „vor den Kopf zu stoßen“; vielmehr soll die katholische Lehre über Maria und ihre einzigartige Stellung im Heilsgeschehen verdeutlicht werden, ohne sie zu überspannen oder die Schwerpunkte unausgewogen zu verlagern.

Gerade wenn man die kirchliche Tradition (die nicht erst im 17. oder 19. Jahrhundert beginnt!) ernst nimmt, wird man mit  „Neuerungen“ dieser Art vorsichtig sein.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Jugend-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt