„Strategische“ Fasten-Aktion des Gebetshauses Augsburg zur „Rettung Europas“

Von Hanna Jüngling

Wir befinden uns schon mitten in der Fastenzeit. Das „Gebetshaus“ in Augsburg mit Johannes Hartl (siehe Foto) an der Spitze hat einen Fastenaufruf gestartet, den man sich einmal genauer ansehen sollte.

Allerdings sage ich gleich, dass ich  – wieder nicht –  nicht in der Lage bin, in das Halleluja-Schreien auszubrechen, das offenbar alle angesichts dieser Aktion befallen hat. Da nun schon die ARD und alle großen katholischen Medien Lobeshymnen auf das Gebetshaus singen, gehöre ich offenbar zu den Spielverderbern und Bedenkenträgern.

Doch zunächst möchte ich nachvollziehen, was Hartl will:

Bekehrung eines Kontinents durch Hungerstreik?

Hartl will durch eine massenhafte Fastenbewegung die Errettung Europas herbei… ja, was eigentlich? Herbeibeten? Herbeihungern? Herbeiverzichten? Herbeizwingen? Herbeibitten? Herbeiflehen?

Er spricht von einer „Strategie“, von „strategischem Fasten“ — also weiß er, was man tun muss, um die Herzen 100 Millionen anderer zu lenken, nämlich eisern 40 Tage lang fasten. 

Klingt irgendwie nach Voodoo und weniger nach demütigem Bitten. Warum stellen wir nicht 100 Millionen stellvertretender Püppchen auf und durchbohren sie mit kleinen Kreuzen, damit ihre lebendigen Gegenstücke sich „christlich“ bekehren?

Ja, ich weiß, das klingt provokativ und wird manche treffen, aber ich bitte einen Moment um Nachdenklichkeit und Unterscheidungswillen:

Wer „strategisch“ fastet, macht es tatsächlich wie die Schamanen, die die rechten Zaubersprüche, Tanzschritte und Opfergaben zu platzieren wissen, um eben „strategisch“ Regen, Fruchtbarkeit oder Erfolg von den Göttern zu erringen.

Allein dass Hartl bezüglich des Fastens, das doch eigentlich eine persönliche Einkehr vor Gott ist und dessen Ziel der Läuterung des Fastenden hin zu einer heiligen Selbstlosigkeit dienen soll, die keinem bestimmten „Zweck“ gilt, als „Strategie“ auffasst, lässt mich zurückweichen:

Um auf völlig unbeteiligte, eben diese bislang noch namenlosen 100 Millionen zu bekehrenden Menschen einzuwirken, will er 10.000 „Berufene“ finden, die zu diesem Behufe fasten.

Ich finde das sehr magisch gedacht…
Und überhaupt: welche Rettung? Rettung wovor und wozu? Und warum gerade jetzt?
Und warum ausgerechnet 100 Millionen Menschen? Warum nicht 1 Milliarde oder am besten alle?

Antworten gibt uns die Website des Gebetshauses https://gebetshaus.org/ (6.3.2017)

Der „Quer“-Leib Christi?

„Quer durch den Leib Christi verbreitet sich Hoffnung und Menschen auf der ganzen Welt hören vom Herrn, dass dies eine besondere Zeit für Europa ist. Im letzten Jahr trafen sich Propheten, Evangelisten und Leiter großer Dienste aus der ganzen Welt, um sich über das auszutauschen, was Gott auf diesem Kontinent vorhat.“ 

Quer durch den Leib Christi… wo ist das, dieses „quer“? Eine „Quer“-Szene also auch im Leib Christi… Aber dort sollten doch alle eins sein. Klar — sie sind es nicht bzw. die Kirche hat bis mindestens zu Pius XII. behauptet, die „anderen“, also alle, die nicht zur römisch-katholischen Kirche gehören, aber getauft sind, gehörten nicht dazu und seien abgeschnitten vom mystischen Leib Christi (Pius XII., Mystici corporis, 1943)…

Ja, in der Kirche muss eine große Vielfalt und gewiss ein immer wieder überraschendes Laienapostolat sichtbar sein, denn ohne ein solches ist ein nur auf die Hierarchie fixierter Leib Christi wirklich tot. Aber es muss nach der Güte dessen gefragt werden, was da eingewurzelt werden soll, und ob es zur Kirche und zu Jesus passt.

Man möge mir verzeihen, aber diese Frage darf nicht einfach kurz mal abgehakt werden und kann an sich auch nicht durch einen Johannes Hartl und seine Orakel in aller Welt bestimmend beantwortet werden, die ja zumeist völlig selbstbestimmten charismatischen oder pfingstlerischen Freikrichen entstammen.

Gibt es ein globales Orakel-Kollektiv?

Ein nicht weiter erklärtes „Wir“ um Hartl hört offenbar direkt „vom Herrn“, und dies „weltweit“, dass der etwas Großes mit Europa vorhat  –  und zwar demnächst.

Es trafen sich irgendwelche nicht näher genannten „Propheten“ und „Evangelisten“ und „Leiter großer Dienste“ der ganzen Welt, um sich darüber auszutauschen, was Gott aktuell in Europa vorhat.

Woher wissen die das alles? Wie können sich Menschen „darüber austauschen, was Gott (konkret demnächst) vorhat“? Hatten die Herren kollektive Eingebungen oder schwebten Briefchen vom Himmel? Oder brachten sie sich gegenseitig einfach in Stimmung, wurden enthusiastisch und ihnen deuchte, Gott habe nun mit Europa etwas Großartiges vor?

Ist das eine Kaste von Supervisionären, Orakeln und frommen Schamanen, die Dinge wissen, die selbst der Papst in Rom nicht wissen oder beurteilen kann, weil er offenbar zu den Propheten, Evangelisten und Leitern großer Dienste nicht dazugehört? Warum nennt Hartl nicht Ross und Reiter? Wer sind diese Leute, die einen außerordentlichen Einblick in Gottes Pläne zu haben vorgeben?

Und irgendwie fällt mir da die erfolglose römische Anstrengung zur „Neuevangelisierung“ seit 1985 ein. Was hat Rom samt den Bischofssitzen falsch gemacht, was Johannes Hartl und sein Quer-Propheten- und Orakelkabinett besser wissen?

Den vollständigen Artikel unserer Autorin Hanna Jüngling finden Sie hier: http://zeitschnur.blogspot.de/2017/03/europe-shall-be-saved-hungerstreik-fur.html


Ansichten eines Religionslehrers: Ist die hl. Wandlung ein „magischer Hokuspokus“?

Von Felizitas Küble

Hinsichtlich der theologischen Ansichten zahlreicher Religionslehrer ist man Kummer gewohnt – und das seit Jahrzehnten. Kein Wunder angesichts der größtenteils modernistischen Ausrichtung kirchlicher Hochschulen, Akademien, Fakultäten etc. images (2)

Doch was der katholische Religionslehrer Egon Weiß aus Maria Thalheim (Bistum München) in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Nr. 33/2015) per Leserzuschrift ausbreitet, fällt sogar noch aus dem Rahmen heutiger liberaler Vorstellungen vieler Religionspädagogen. 

Der Autor beginnt gleich mit einem Frontalangriff auf die priesterliche Vollmacht zur eucharistischen Wandlung:

„Als Religionslehrer kann man mit Vernunft begabten, kritischen jungen Menschen nicht mehr einreden, dass zölibatär lebende, geweihte Männer die Fähigkeit, die Macht und Gewalt besitzen, neben anderen „Großtaten“, wie zum Beispiel Sündenvergebung, Brot und Wein in Fleisch und Blut Jesu zu verwandeln.“afc127c26a

Hier stellen sich aus unserer Sicht drei Fragen bzw. Kritikpunkte:

  1. Was hat der Zölibat (die Ehelosigkeit römisch-katholischer Priester) mit ihrer sakramentalen Vollmacht zu tun? – Rein gar nichts. Die katholische Kirche hat die Wandlungsvollmacht der orthodoxen oder griechisch-katholischen Priester (die im Regelfall verheiratet sind) nämlich nie bestritten. Der Zölibat ist für das Priestertum sehr angemessen, aber nicht notwendig, weshalb die Kirche Ausnahmen zuläßt (zB. auch im Falle von evangelischen Pastoren, die konvertieren und dann Priester werden).
  2. Was soll der Zusammenhang von Wandlung bzw. Altarsakrament mit „Vernunftbegabung“ und „kritischen jungen Menschen“?  – Schon vor 2000 Jahren „murrten“ viele Zuhörer (darunter sogar Jünger) über die eucharistische Rede Jesu, wie uns das Johannesevangelium bezeugt. Der Zweifel daran ist also nichts Neues unter der Sonne. Klar ist aber auch: Wenn Christus wirklich Gott ist – und das ist der theologische Ast, auf dem das Christentum sitzt  – dann ist es für ihn eine Kleinigkeit, Wunder zu wirken, weil ER als göttlicher Erlöser über den Naturgesetzen steht. Folglich ist auch seine wahre Gegenwart in den Gestalten von Brot und Wein überhaupt kein Problem für die „Vernunft“  – das wäre nur dann der Fall, wenn die Gottheit Christi bestritten wird.  Duccio
  3. Es geht zudem beim sakramentalen Dienst des Priesters nicht um „Fähigkeit, Macht und Gewalt“, sondern um eine von Christus verliehene Vollmacht, die ihren Usprung gerade nicht in den bloß natürlich-menschlichen Fähigkeiten des Geistlichen hat, sondern in der Beauftragung und Sendung durch Christus, also in der Priesterweihe.

Religionslehrer Weiß schreibt weiter hinsichtlich der jungen Menschen, denen man nichts derartiges mehr „einreden“ könne:

„Sie können es intellektuell nicht (mehr) fassen, dass auf das Wort eines Priesters Unfassbares geschehen soll, wie es anlässlich des vom Vatikan ausgerufenen Jahrs des Prieters 2009 wieder formuliert wurde: „Oh, wie groß ist der Priester…Gott gehorcht ihm (dem Priester): Er spricht zwei Sätze aus  – und auf sein Wort hin steigt der Herr vom Himmel herab und schließt sich in eine kleine Hostie ein.“ – Das ist pure Magie und abgrundtiefer Aberglaube.“

Abschließend schreibt der Autor, christlicher Glaube sei eine Haltung und eine Lebensausrichtung, „kein magischer Hokuspokus“.

Auch hierbei bringt der bayerische Religonspädage einiges durcheinander:

  1. Magie ist der Versuch heidnischer Religionen oder abergläubischer Personen, sich die „himmlischen Mächte“ durch bestimmte Rituale und Formeln dienstbar zu machen. Nicht Gottes Wille steht hier im Vordergrund, sondern der eigene – wobei die „überirdischen Kräfte“ für eigene Interessen bzw. Wünsche vereinnahmt werden.
  2. Demgegenüber handelt es sich bei der priesterlich-sakramentalen Vollmacht nicht um den erwähnten Versuch, sich des Himmels gleichsam zu „bemächtigen“, sondern im Gegenteil um den Gehorsam gegenüber dem Willen Christi, der die Eucharistie beim letzten Abendmahl vollzogen und seine Apostel mit diesem Sakrament beauftragt hat.
  3. Es geht hierbei nicht vorrangig um den Priester als „Privatperson“, sondern als geweihter Amtsträger, wobei der Priester zuvor CHRISTUS gehorcht und sich als Diener des Ewigen zur Verfügung stellt. Der Priester handelt „in persona Christi“, gleichsam an Christi Statt – und nicht aufgrund eigenmächtiger Fähigkeiten oder Talente.

Von einem Religionslehrer sollte man erwarten dürfen, daß ihm das ABC des Glaubens geläufig ist.


Benedict Daswa wird als erster südafrikanischer Märtyrer selig gesprochen

Er starb als Bekenner gegen den Aberglauben

Am kommenden 13. September wird in Südafrika der am 2.2.1990 ermordete Benedict Samuel Daswa selig gesprochen: es handelt sich um den ersten von der katholischen Kirche anerkannten südafrikanischen Märtyrer. 027_24

Zu diesem Anlaß bietet eine eigene Internetseite (www.daswabeatification.org.za) Infos zum Leben dieses vorbildlichen Gläubigen.

Im Februar 1990 gab es in der Region seines Heimatdorfes zahlreiche heftige Unwetter, hinter denen sich nach Ansicht der Einheimischen Hexerei verbarg. Der Ältestenrat beschloss, sich mit einem magischen “Medizinmann” zu beraten, und bat die Dorfbewohner um einen finanziellen Beitrag von je 5 Rand für dessen Bezahlung.

Benedict erklärte, es handle sich bei den Gewittern um natürliche Phänomene und betonte, daß sein katholischer Glaube ihm den Beitrag zur Bezahlung des  Schamanen verbiete. RadioVatikan

Am 2. Februar 1990 wurde Benedict in seinem Fahrzeug bei einer Straßenblockade angehalten. Er konnte zu Fuß fliehen und versteckte sich in einem Haus. Doch nachdem die Frau bedroht wurde, die ihn versteckt hielt, stellte sich Benedict seinen Mördern. Er wurde mit Messerstichen getötet und seine Leiche wurde mit kochendem Wasser übergossen.

Am 22. Januar dieses Jahres genehmigte Papst Franziskus der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen die Veröffentlichung des Dekrets über die Anerkennung des “Martyriums des Dieners Gottes Benedetto Daswa (Bakali)“.

Stellvertretend für Papst Franziskus wird der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, am 13. September in der Wallfahrtsstätte Benedict Daswa, in Tshitanini in der Provinz Limpopo der Seligsprechung vorstehen.

Quelle: Fidesdienst


„Besenkapellen“, Magie und Aberglaube: Reisigbesen als Abwehrzauber

Von Felizitas Küble

In Bayern, Oberschwaben und im Allgäu gibt es einige sogenannte „Besenkapellen“ im ländlichen Raum. Dort sind keine Besen ausgestellt wie in einem Museum. Vielmehr haben noch im vorigen Jahrhundert viele Leute dort ihren magischen Vorstellungen freien Lauf gelassen und tun dies vereinzelt auch heute noch:

Es gab vielfach eine abergläubische Angst vor Zigeunern oder „Hexen“ (bisweilen wurde beides miteinander vermengt und das „fahrende Volk“ als verhext angesehen). Zudem wollte man keine Diebe im Haus und keine Hausierer vor der Tür. Was tun?

Man stellte einen Besen aus Reisigholz kopfüber vor die Haus- oder Stalltür. Damit wollte man eben nicht nur Sturm, Hagel und sonstige Unwetterschäden „abhalten“, sondern auch einen Abwehrzauber gegen „Hexen“ und Schadensmagie sowie gegen Diebe betreiben.

Daß solche Abwehrmittel  aber  s e l b e r  magisch sind bzw. sich auf einer abergläubischen Ebene befinden, wurde weitgehend verdrängt. (Auch die sog. „weiße“ Magie ist ja magisch, nicht nur die offensichtliche Schwarzmagie, bei der man immerhin weiß, woran man ist!)

Mitunter wurden Besen nicht nur an der eigenen Haustür abgestellt, sondern an den Wänden kleiner Dorfkirchen und Kapellen. Manchmal waren es sog. „Pestkapellen“, die aus Dankbarkeit errichtet wurden, wenn eine Ortschaft ganz oder größtenteils von der Pest verschont blieb. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden, im Gegenteil. P1020947 - Kopie

Wer die Seuche als Betroffener überlebte, „opferte“ dafür symbolisch einen Besen als Reinigungsgerät, weil man ja von der Pest „gereinigt“ wurde. Das kann man noch als bloße Symbolhandlung verstehen.

Übergang vom Besen-Symbol zum Besen-Kult:

Es blieb aber nicht immer bei harmlosen Anfängen. Nach einiger Zeit machte sich ein geradezu magischer „Besenkult“ breit  –  und das Ende vom Lied war der Besen als Abwehrzauber gegen „Hexen“ oder böse Geister bzw. Dämonen (evtl. verbunden mit der Wahnvorstellung vom „bösen Blick“).

In manchen Gegenden  – vor allem im ländlichen Raum –   glaubte man: Wenn ein Besen, der in der Nähe der Tür angelehnt war, umfiel, war die Frau (oder der Mann), welche(r) als nächste(r) hereinkam, angeblich eine Hexe bzw. ein Hexenmeister. (Auch verdächtigte Männer wurden während des Hexenwahns verfolgt, wenngleich bei weitem nicht so häufig.)

Hier kamen altgermanische, heidnische (!) Vorstellungen zum Vorschein, die trotz der Christianisierung unseres Volkes nicht vollständig überwunden wurden. Glaube und Aberglaube, tiefe Volksfrömmigkeit und Magie liegen mitunter „haarscharf daneben“, deshalb gilt mit Recht das Prinzip: Wehret den Anfängen!

Grenzwertig ist es schon, wenn man glaubte, durch den Gang zu einer speziellen Besenkapelle von bestimmten Krankheiten wie Furunkeln oder Karbunkeln geheilt zu werden (so zB. bei einer Besenkapelle in der Nähe von Wolfegg im Vorallgäu). Warum mußte es  – so fragt man sich – denn unbedingt gerade eine „Besenkapelle“ sein?

Als weiteres Beispiel sei die Besenkapelle im oberschwäbischen Haisterkirche bei Bad Waldsee erwähnt  – genau heißt sie eigentlich St-Wendelinus-Kapelle, benannt nach dem irischen Missionar Sankt Wendelin. Noch bis vor 50 Jahren haben Leute dort um die Kapelle herum ihre Reisigbesen hinterlassen, vereinzelt auch noch danach.

Die lokale „Bildschirmzeitung“ schreibt hierzu Folgendes:

„Wer unter Hautauschlägen, Geschwüren, Warzen litt, konnte von seinen Leiden befreit werden, wenn er bei der Wendelinuskapelle – im Volksmund auch „Besenkapelle“ genannt – heimlich einen Reisigbesen ablegte.

Als einmal ein Pfarrer von Haisterkirch zu Beginn des letzten Jahrhunderts gegen diesen Aberglauben von der Kanzel wetterte und danach als Beweis alle Besen einsammelte, wollte es das Ungemach, dass er wenige Wochen später ein „Oisa“ (Abszess) ins Genick bekam. Für die Bevölkerung war dies eine deutliche Bestätigung ihres Aberglaubens und die Besenablegerei florierte noch mehr. Kaum jemand machte sich Gedanken darüber, dass sich der Pfarrherr aufgrund des Reibens am damals üblichen Stehkragen ganz einfach infiziert hatte.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Fotos: Felizitas Küble, Dr. Bernd F. Pelz


Südafrika: Benedikt Daswa wurde Märtyrer, weil er magische Praktiken ablehnte

Papst stimmt einem Seligsprechungsverfahren zu

Für den katholischen Religionslehrer und kirchlich bestätigten „Diener Gottes“ Samuel Benedikt Daswa aus Südafrika wird ein Seligsprechungsverfahren eröffnet, wozu Papst Franziskus am 22. Januar 2015 seine ZustimmuDr. Pelz.ng erteilte.

Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen empfahl dem Papst diese Entscheidung.

Der Tod des Katecheten wird als Märtyrium anerkannt, denn er starb, weil er sich gegen Magie bzw. Hexerei in seinem Dorf Nweli wandte.

Die Ältesten wollten einen heidnischen Medizinmann einsetzen, doch der glaubensstarke Katholik Daswa widersprach diesem Ansinnen.  Daraufhin wurde er von einem aufgebrachten Mob erschlagen bzw. zu Tode geprügelt.

Schon zuvor hatte der tapfere Lehrer sich wegen seiner Kritik an gewissen „traditionellen“ Praktiken bei einem Teil der Bewohner unbeliebt gemacht.

Das Kirchenvolk in Südafrika freut sich besonders über diese päpstliche Entscheidung.

Quelle: Radio Vatikan (englischsprachig)  – Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 

 


Tansania geht gegen Magie, heidnische Praktiken und Albino-Diskriminierung vor

Im ostafrikanischen Tansania ist die Tätigkeit von „Medizinmännern“ künftig verboten. Die Regierung will damit vor allem Menschen ohne Hautfarbe (Albinismus) schützen, deren Körperteile zur Hexerei mißbraucht werden. 305fe9127f

Die heidnischen Medizinmänner mixen aus Blut und Gewebe einen Zaubertrank, der Glück und Reichtum verheiße. Geschäftsleute sollen angeblich Unsummen dafür bezahlen.

In Tansania leben mehr als 33.000 Menschen mit Albinismus. In den vergangenen drei Jahren sind mindestens 70 Personen rituellen Morden oder Verstümmelungen zum Opfer gefallen; nur etwa zehn Täter wurden wegen Mordes verurteilt. Das soll sich jetzt ändern.

Der tansanische Innenminister Mathias Chikawe kündigte eine Kampagne im ganzen Land an, um den heidnischen Medizinmännern das Handwerk zu legen und sie vor Gericht zu stellen. Die tansanische Albinismus-Gesellschaft begrüßte das Berufsverbot.

Auch die Kirchen verurteilen die rituellen Verstümmelungen von Menschen ohne Hautfarbe aufs schärfste. Allerdings sind sie skeptisch, ob das Verbot zum Erfolg führt, denn in der Bevölkerung gebe es eine große Nachfrage nach diesen heidnischen Praktiken.

Selbst führende Politiker nähmen die Dienste der „Medizinmänner“ in Anspruch, sagte Ruhestandspastor Leonard Mtaita, ein früherer Generalsekretär des ökumenischen Christenrates in Tansania. Nach seiner Ansicht ist noch viel Bildungs- und Aufklärungsarbeit nötig.

Von den 41 Millionen Einwohnern Tansanias sind 52 Prozent Christen, 32 Prozent Muslime und 14 Prozent Anhänger heidnischer afrikanischer Naturreligionen. Der Rest sind Hindus und Angehörige anderer religiöser Minderheiten.

Quelle: http://www.idea.de


Brasilien: Voodoo-Magier will deutsche Nationalelf mit einem Fluch belegen

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Wie die „Rheinische Post“ (RP-online) berichtet, will Voodoo-„Priester“ Helio Sillman aus Rio de Janeiro die deutsche Nationalmannschaft vor dem WM-Spiel gegen Brasilien verfluchen, um dadurch einen Sieg Deutschlands mittels „spiriueller Energie“ zu vereiteln und Brasilien auch ohne deren Superstar Neymar ins Endspiel gelangen zu lassen.
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„Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können“, sagt Voodoo-Magier Sillman.
Sein „Altar“ ist eine kleine rechteckige Box, die aussieht wie ein Fußball-Feld. Das Ritual ist vor jedem Spiel gleich:

Erst zündet Sillman vier Kerzen in den Nationalfarben des Landes an und stellt sie in die Box, danach legt er die Puppen hinein. Seinen Lieblingen sendet er „Kraft und Energie“ mit Hilfe der Orixas, der Götter und Geister des heidnischen Voodookults, dessen Wurzeln in Westafrika liegen.

Vor über zwei Jahren wurde unser folgender Grundsatzartikel zum Voodoo-Kult sowie über den Okkultismus bzw. Spiritismus in der Zeitschrift „Theologisches“ veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2012/03/04/voodoo-spiritismus-magische-kulte-ritual-aus-der-finsternis/

 


Kongo: Mädchen mit “geheimen” Kräften werden dämonisiert und ausgesetzt

Im afrikanischen Kongo haben Armut und der weit verbreitete Aberglaube dramatische Folgen: viele Mädchen werden für das Unglück von Familien verantwortlich gemacht, weil sie angeblich geheime Kräfte besitzen; sie werden deshalb ausgesetzt. Bsp-7

Zur Bekämpfung dieses Phänomens und um den betroffenen Mädchen zu helfen, unterstützt das italienische Hilfswerk “Movimento Lotta Fame nel Mondo (MLFM)” ein Aufnahmezentrum in Ek’Abana in der Diözese Bukavu.

Dort sollen die Mädchen in einem familiären Umfeld aufwachsen und durch verständnisvolles Entgegenkommen ihr Selbstbewusstsein wieder erhalten; dabei werden auch die Talente der Mädchen und deren Bildung gefördert; außerdem versucht man, zwischen den Mädchen und ihren Herkunftsfamilien zu vermitteln und deren Rückkehr in die Familien zu ermöglichen.

Auch Kinder mit einer Behinderung, die von ihren Familien ebenfalls ausgesetzt werden, oder Kinder aus Familien in Not werden in dem Zentrum betreut. Das ursprünglich auf neun Mädchen ausgelegte Heim nahm im Laufe der Jahre hunderte Mädchen auf, so dass ein neues Gebäude dazu gekauft werden musste, die heute weitere Schlafsäle, Therapieräume, Spielzimmer und Gemeinschaftsräume beherbergen.

Quelle: Fidesdienst


Die UNO warnt: Kinder aus Afrika werden für magische Voodoo-Rituale mißbraucht

Das UN-Komitee für Kinderrechte (Genf) schlägt Alarm: Hunderte, wenn nicht tausende Jungen und Mädchen aus Afrika werden Jahr für Jahr nach Europa verschleppt, um in Voodoo-Ritualen missbraucht zu werden.    DSC00254

Ein besonderes Zentrum sei London. Das Komitee appelliert an die britische Regierung, mehr zu tun, um diesen Menschenhandel zu unterbinden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Voodoo-Kult stammt aus Westafrika und hat seine Wurzeln in heidnischen Stammesreligionen und Hexenkulten. Mit magischen Handlungen wollen Anhänger sich rächen und Menschen zu Tode bringen.

Die Vorsitzende des UN-Komitees, die norwegische Jura-Professorin Kirsten Sandberg (Oslo), zeigt sich besorgt über Berichte, wonach Hunderte afrikanische Kinder ihren Eltern entrissen und nach London gebracht wurden, um an ihnen religiöse Rituale zu vollziehen. Vielfach würden sie vergewaltigt oder gefoltert. Doch sei die Zahl der Verurteilungen von Tätern in Großbritannien „extrem niedrig“.

Kinder ermordet und verstümmelt

Die Londoner Zeitung „The Times“ führt einige bekannt gewordene Fälle an. So sei die achtjährige Victoria Climbie von der Elfenbeinküste nach England gebracht worden. Dort hätten sie Verwandte im Jahr 2000 umgebracht, weil sie als Hexe gegolten habe.

Ein Jahr später sei die verstümmelte Leiche eines nigerianischen Jungen in der Themse aufgefunden worden. Die Polizei ging davon aus, dass er einem religiösen Ritual zum Opfer gefallen war.

Im Jahr 2010 war der 15 Jahre alte Kristy Bamu aus der Demokratischen Republik Kongo von seiner Schwester und ihrem Lebenspartner zu Tode gequält worden, weil angeblich ein Fluch auf ihm lag. Bsp-7

Nach Sandbergs Angaben ist die Ermordung von Kindern in religiösen Ritualen Teil eines größeren Problems:

Tausende Minderjährige aus Afrika und Asien würden von Europäern sexuell ausgebeutet. Immer wieder werde berichtet, dass britische Staatsbürger, darunter auch verurteilte Sexualstraftäter, gemeinnützige Einrichtungen im Ausland gründen mit dem Ziel, Kinder zu missbrauchen. Zu diesem Zweck reisten auch zahlreiche Pädosexuelle nach Asien, besonders nach Kambodscha und Thailand.

2011 wurde bekannt, dass Zuhälter und Menschenhändler junge Afrikanerinnen mit „Voodoo-Schwüren“ zur Prostitution in Deutschland zwingen. Sie drohten ihnen mit der Ermordung ihrer Verwandten durch religiöse Rituale.

Quelle: http://www.idea.de

Fotos: 1. Bild: Evita Gründler  – 2. Bild: Dr. Bernd F. Pelz

 


„Hexen“-ABC: Vorurteile widerlegt

A wie Altertum:  In der Antike gab es „Hexen“-Verbrennungen allein bei den heidnischen Religionen (auch bei den „alten Germanen“), nicht jedoch im Christentum. Die Vorstellung von „Hexen“ existierte zwar dem Ausdruck nach noch nicht (es gab diesen Begriff erst ab dem 15.  Jahrh.), der Sache nach aber schon, denn es wurden sowohl im Römischen Reich (sog. „Zwölftafelgesetz“, Tafel VIII.)  wie in den germanischen Stämmen die sog. „Schadenszauberer“ verfolgt (männliche ebenso wie weibliche). Vogel-Katze

Hierzu Wikipedia: „Die vorchristlichen Germanen kannten die Verbrennung von Schadenszauberern seit frühester Zeit.“ –  Ursache hierfür war eine „panische“ Angst vor Schwarzmagiern.  (Das Wort „Pan“ stammt übrigens vom griechischen Waldgötzen „Pan“, der Schrecken verbreitete). Das Ergebnis der Zauberer-Verfolgung entdeckten Forscher z.T. bei den sog. „Moorleichen“.

B wie Bibel: Hierzu heißt es bei Wikipedia: „Hexen im Sinne der Frühen Neuzeit kennt die Bibel nicht.“  – Auch der Begriff „Hexe“ kommt in der Heiligen Schrift nicht vor. Gebildete Angehörige des Jesuitenordens wußten, daß der Hexenwahn heidnische Wurzeln hat, weshalb sie gegen den Hexenwahn in der Frühen Neuzeit auftraten, nicht allein der bekannte Pater Friedrich von Spee SJ, sondern schon vor ihm Pater Adam Tanner SJ: http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Tanner

C wie Christentum: Das frühe Christentum kannte im Unterschied zur heidnischen Umwelt keine Verfolgung von „Magiern“.  Wikipedia schreibt: „Die alte Kirche war an Verfolgungen nicht beteiligt und lehnte die mit Hexerei verbundenen Ansichten und Praktiken als Aberglaube (Canon episcopi) ab.“  –  Im frühen Mittelalter bis hinein ins 11. Jahrhundert gab es keinerlei Hexenverfolgung von christlicher Seite. Der Glaube an „Hexen“ und erst recht deren Ermordung bzw. Verbrennung wurde vom Kirchenrecht sogar schwer bestraft, im Mord-Falle mit der Todesstrafe.

Hierzu ebenfalls Wikipedia: „Im karolingischen Frühmittelalter gab es jedoch keine Hexenverfolgung. Karl der Große bestätigte durch das Gesetz den Beschluss des Konzils von Paderborn aus dem Jahr 785: „Wer vom Teufel verblendet nach Weise der Heiden glaubt, es sei jemand eine Hexe und fresse Menschen, und diese Person deshalb verbrennt oder ihr Fleisch durch andere essen lässt, der soll mit dem Tode bestraft werden.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster