Sachsen: Ministerin Stange (SPD) gegen Ausladung eines AfD-nahen Künstlers

Sachsens Kulturministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat die Ausladung des Malers Axel Krause von der Leipziger Jahresausstellung kritisiert. „Es geht nicht, daß Menschen wegen ihrer politischen Haltung stigmatisiert und gesellschaftlich ausgeschlossen werden. Die AfD ist eine demokratisch gewählte Partei“, sagte Stange den Dresdner Neuesten Nachrichten.

Krause war nach Protesten anderer Künstler aufgrund seiner Sympathien für die AfD und seiner Mitgliedschaft im Vorstand der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung von der Ausstellung ausgeladen worden. Zwischenzeitlich drohte auch das Aus der gesamten Veranstaltung.

Sie könne verstehen, daß man die Positionen der AfD nicht teilt, sagte Stange: „Aber wir leben zum Glück in einer Demokratie und die fordert uns auf, uns mit Positionen auseinanderzusetzen. Ausgrenzung ist der falsche Weg, damit spaltet man die Gesellschaft.“

Die Kunst- und Meinungsfreiheit gelte auch für Verlage, verdeutlichte die SPD-Politikerin mit Blick auf die Diskussion über konservative und rechte Verlage auf der Frankfurter und Leipziger Buchmesse.

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2019/saechsische-kulturministerin-kritisiert-ausladung-von-axel-krause/


Historiker Wolffsohn kritisiert Abhängung von Nolde-Gemälden als „Tugendhysterie“

Von Felizitas Küble

Zur Zeit wird in Medien viel über den führenden Maler des Expressionismus, Emil Nolde, diskutiert. Obwohl die Nazis seine Kunst als „entartet“ ablehnten, war Nolde ein überzeugter Antisemit und auch ansonsten ein Anhänger der NS-Ideologie.

Dies wird derzeit in einer Berliner Ausstellung breit dokumentiert, ist aber unter Fachleuten längst bekannt.

Bundeskanzlerin Merkel hat jetzt sogar Nolde-Bilder in ihrem amtlichen Büro abgehängt.

Der deutschjüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn kritisiert die jüngste Debatte und Merkels Abhäng-Aktion als „ein bisschen viel Tugendhysterie“.

Für ausländische Gäste, die das Kanzleramt besuchen, seien Nolde-Bilder keine Zumutung gewesen, sondern ein Bekenntnis zur Gebrochenheit deutscher Geschichte:

„Geschichte ist nicht nur eindimensional. Mich stört ganz schrecklich, dass wir so etwas wie eine korrekte Einheitsmeinung Deutschlands haben. Das ist so antiintellektuell, wie es nur sein kann.“

Gegenüber dem Deutschlandradio stellt der Münchner Geschichtswissenschaftler und Bestseller-Autor gestern (12.4.) außerdem klar: „Auf jeden Fall sind Nolde-Bilder zeigbar“, https://www.deutschlandfunk.de/historiker-zu-antisemitischem-kuenstler-auf-jeden-fall-sind.694.de.html?dram:article_id=446139

Wolffsohn erklärt, die Erwartung sei weltfremd, große Persönlichkeiten müßten eine „vollkommen reine Weste“ haben.

BILD: In seinem Bestseller „Deutschjüdische Glückskinder“ schreibt Prof. Wolffsohn über das Schicksal seiner Familie

Sodann gäbe es zudem jene, „die ganz bewusst leugnen, ignorieren, den Kopf in den Sand stecken. Wir kennen das auch in Bezug auf Günter Grass, der für viele immer noch moralisch auf dem Denkmalsockel steht.“

Doch für den in Israel geborenen Historiker zählt die Kunst als solche – und dazu gehöre die Tatsache, „dass sie von Menschen gemacht wird“. Niemand entspreche aber „dem Idealbild vom perfekten Menschen.“

Wolffsohn erinnert hierbei an das Luther-Jahr: „Wir haben im Jahre 2017 das Luther-Jahr gefeiert. Luther war ein ganz schlimmer Antisemit, der bis hin zur Verbrennung von Juden plädiert hat. Soweit ist Herr Nolde nicht gegangen.“


Goslar: Ausstellung künstlerischer Werke von Tsibi Geva ab 2. Juli 2015

Am Donnerstag, den 2. Juli 2015, beginnt im Mönchehaus-Museum in Goslar eine Ausstellung mit Werken des israelischen Malers Tsibi Geva. Der Künstler ist zur Eröffnung um 19 Uhr anwesend.
(Foto (c) Tsibi Geva)
Tsibi Geva gehört zu den prominentesten israelischen Künstlern. Er wurde 1951 im Kibbutz Ein Shemer geboren und lebt und arbeitet in Tel Aviv.

Seit 1979 sind seine Werke in Ausstellungen weltweit zu sehen, so u.a. im Institute of Contemporary Art in Boston, dem American University Museum in Washington, DC, und dem MACRO Testaccio Museum in Rom. Führende Museen in Israel zeigten außerdem Solo-Ausstellungen, so z.B. das Haifa Museum of Art, das Ashdod Art Museum, das Monart Center und das Israel Museum in Jerusalem. Das Tel Aviv Museum of Art zeigte außerdem eine Retrospektive. 2015 vertritt Tsibi Geva sein Land auf der Kunstbiennale in Venedig.

Ausstellung: „Tsibi Geva – Gemälde 2010 – 2015″ vom 3. Juli bis 9. August 2015

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Anschrift: Mönchehaus-Museum Goslar, Mönchestraße 1 in 38640 Goslar

Foto: Tsibi Geva, Ohne Titel, Diptychon, 2011, Acryl und Öl auf Leinwand, 178 x 360 cm, © Tsibi Geva

Quelle: israelische Botschaft in Berlin


Der Leipziger Künstler Michael Triegel ließ sich taufen: „Ich suchte das Geheimnis“

Unter dem Titel „Michael Triegel: Das hat mich gepackt“ berichtet DIE ZEIT online am 15. Mai 2014 über den bekannten Künstler Michael Triegel, der vor vier Jahren ein Porträt von Benedikt XVI. malen durfte. Damals schlagzeilte die Presse erstaunt: „Atheist malt Papst“.

Das liberale Wochenblatt bzw. deren Redakteurin Anne Hähnig führte mit dem neugetauften Künstler, der schon mehrere katholische Altäre gestaltete und von jeher biblische Motive liebte, nun ein ausführliches Interview. Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Obwohl ungläubig, zumindest skeptisch, war der Künstler aus Leipzig seit vielen Jahren ein Suchender; jemand, der von einer „großen Sehnsucht nach dem Geheimnis“ über das bloß Weltliche hinaus geprägt wurde; ein Agnostiker, der eigentlich gerne glauben wollte, aber zunächst nicht konnte:

„Ich bin auf der Suche nach dem Geheimnis, einer Wahrheit jenseits dessen, was wir in Worte fassen können.“

Nun wurde Michael Triegel während der Osternacht in der Dresdner Hofkirche durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen.

Auf diesen Weg wurde er auch durch Exerzitien hingeführt, vor allem durch gründliches Studium der Heiligen Schrift, wie er im Gespräch mit der ZEIT berichtet.

Während ihn zunächst an ader katholischen Kirche vor allem das Glanzvolle und äußerlich Eindrucksvolle ansprach, was bei einem Künstler wenig erstaunt, war es letztlich die Schlichtheit des Glaubens, ja die Unbeholfenheit einer unscheinbaren hl. Messe, die ihn ergriff:

„Um zu sehen, wie ein Gottesdienst in Rom abläuft, besuchte ich dort zuvor eine kleine Kirche. Es saßen rührend wenige Menschen auf den Bänken, vielleicht acht oder neun. Der Priester am Altar suchte verzweifelt nach der richtigen Stelle im Messbuch, und als er sie endlich hatte, las er in einem radebrechend schlechten Italienisch daraus vor. Das alles war so rührend, dass es mich beruhigt hat. Das war die Kirche, die ich suchte: nicht perfekt, aber wahrhaftig.“

Über seine Taufe berichtet der 45-Jährige im ZEIT-Interview:
„Das war ein großartiger Augenblick. Die Osternacht hat ja eine wunderbare Dramaturgie. Erst ist die Kirche ganz dunkel, dann kommt der Priester mit der Osterkerze herein. Was mich dann doch wie Paulus umgehauen hat, war die Kommunion. Ich wusste für einen kurzen Moment gar nicht mehr, wo ich gerade bin.“
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An Papst Benedikt faszinieren ihn seine Persönlichkeit und vor allem seine Bücher, auch die stete Betonung, daß sich Glaube und Vernunft nicht widersprechen: „Für mich war das der Knackpunkt“, erklärt er hierzu.
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Vollständiges Interview siehe hier: http://www.zeit.de/2014/21/michael-triegel-papst-benedikt-portraet/komplettansicht
Foto: Dr. Bernd F. Pelz