Führende Experten widerlegen angeblichen „Zusammenhang“ von Zölibat und Mißbrauch

Von Felizitas Küble

In der seit Februar 2010 anhaltenden Mißbrauchsdebatte wird recht häufig die Ehelosigkeit katholischer Priester direkt oder indirekt als Ursache für pädosexuelle Verfehlungen benannt; zumindest wird der Zölibat mit Hinweis auf klerikale Kinderschänder infrage gestellt – und dies bisweilen auch von Seiten kath. Oberhirten (vgl. entsprechende Äußerungen der Bischöfe Lehmann, Schönborn oder Jaschke).

Die Frage steht im Raum: Besteht ein Ursache-Wirkung-Verhältnis oder zumindest ein gewisser Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellem Mißbrauch?

FOTO: Das fundierte Sachbuch „Die mißbrauchte Republik“ bringt Fakten über die sexuelle Revolution der 68er

Befassen wir uns dazu also mit den Stellungnahmen von renommierten Fachleuten:

Dr. Norbert Leygraf ist Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen. Gegenüber dem „Deutschlandradio“ erklärte der Gerichtspsychiater am 23. August 2010, kein Mensch werde durch den Zölibat pädosexuell geprägt, zumal diese Neigung bereits während der Pubertät entstehe, das Zölibatsversprechen erfolge hingegen viel später. 

Daher sei es „nicht sonderlich einleuchtend“, überhaupt einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Mißbrauch herzustellen.

Dr. Leygraf widersprach zudem der Auffassung, daß abnorme Formen der Sexualität unter kath. Priestern überdurchschnittlich vertreten seien: „Irgendwelche Studien, die belegen würden, daß sie besonders häufig Leute mit einer abnormen Sexualität wären, gibt es nicht.“ 

Der bekannte Forensiker Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber aus Berlin erklärte bereits am 6.2.2010 zu Beginn der Mißbrauchsdebatte, daß katholische Priester gerade wegen ihrer geistigen Grundhaltung weitgehend davor geschützt seien, zu Mißbrauchstätern zu werden.

Der evangelische Kriminal-Psychiater Kröber ist Mitherausgeber des Standardwerkes „Handbuch der Forensischen Psychiatrie“.Heiliger Wolfgang Gebet in der Krypta 2 Seinen Studien zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein kath. Priester zum Mißbrauchs-Täter wird, 36 mal geringer als bei Männern, die nicht zölibatär leben.

FOTO: Katholische Geistliche beim Gottesdienst mit ihrem Bischof (Foto: Bistum Regensburg)

Ähnlich argumentiert der bekannte Buchautor und Psychotherapeut Manfred Lütz, Direktor eines Psychiatrischen Krankenhauses in Köln, in der FAZ vom 11.2.2010:

„Den Zölibat in diesem Zusammenhang (Kindesmißbrauch) zu nennen, ist besonders verantwortungslos. Auf einer Tagung 2003 in Rom erklärten die international führenden Experten – alle nicht katholisch – es gebe keinerlei Zusammenhang dieses Phänomens mit dem Zölibat.“ 

Bei der erwähntenTagung handelte es sich um einen kompetenten Fachkongreß: er dauerte eine Woche und versammelte international führende Forensische Psychiater, Mediziner und Sexualwissenschaftler zum Thema Mißbrauch.

Außerdem verteidigte auch Prof. Dr. Norbert Nedopil aus München bereits im März 2010 in  diversenTalksendungen den Zölibat und wies überdies auf die hohe Zahl unrichtier Anzeigen hin.

Dr. Nedopil ist  Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie der Uni München (LMU). Er erklärte zB, dMarienstatt-DSC_0111-3aß die religiös begründete, freiwillige Ehelosigkeit das Risiko  s e n k t , zum Sexualtäter zu werden: „Wenn man Sexualität einschränkt, dann sinkt auch das Verlangen danach.“ 

Auch Prof. Dr. Christian Pfeiffer nimmt den Zölibat gegen Mißbrauchsvorwürfe in Schutz: Der evangelische Kriminologe und frühere SPD-Justizminister von Niedersachsen ist heute Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. 

In einem Gastbeitrag für die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“  stellte er klar, daß die der statistische Anteil der Priester an den Mißbrauchsfällen exakt 0,1 % beträgt, also 1 Promille. Obwohl es überall Dunkelziffern gibt, rechnet er bei Priestern „für alle Fälle“ eine dreifach so hohe Dunkelziffern wie sonst, was dann 0,3% ergäbe, also drei Promille.

Auch Prof. Pfeiffer stellt fest, daß selbst bei hochgerechneter Dunkelziffer der Priester-Anteil sehr gering ist, ein Zusammenhang zwischen Zölibat und Mißbrauch daher nicht erkennbar: http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-drei-promille-aller-taeter-1.24359

Sachkundige Experten widerlegen somit eindeutig das Vor- und Fehlurteil, wonach priesterliche Ehelosigkeit die  –  oder überhaupt eine  –  Ursache für Mißbrauchstaten sei.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster
Kontakt: felizitas.kueble@web.de


Stützt sich Kardinal Meisner betreff „Pille danach“ auf interessengeleitete „Forschungsergebnisse“ von Abtreibungsbefürwortern?

Pressemitteilung der „Initiative Nie wieder!“ vom 9. Februar 2013:

Von der Kehrtwende Kardinal Meisners bei der Beurteilung der „Pille danach“ wurden viele Katholiken überrascht. Hatte er noch bis vor kurzem das Präparat als Mittel zur Frühabtreibung eingestuft, will er das so nicht mehr behaupten.

Bei seiner Entscheidung beruft er sich auf „neueste, wissenschaftliche Forschungsergebnisse“, die ausgerechnet von der Präsidentin des Internationalen Vereins der Abtreibungsärzte „FIAPAC“ (International Federation of Professional Abortion and Contraception Associates) stammen. 

Die Kirche dürfe sich wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht verschließen, so Kardinal Meisner  –  und die hätten ergeben, dass es neue Präparate mit unterschiedlichen Wirkprinzipien gäbe:

Es gäbe Präparate, welche die Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutter keineswegs verhindern, sondern nur den Eisprung so lange verzögern, bis es nicht mehr zu einer Zeugung kommen könne. Damit seien diese  „Pillen danach“ nach einer Vergewaltigung vertretbar.

Doch sei zu beachten, dass die Kirche mit ihrer sog. „Pillen-Enzyklika“ Humanae Vitae von 1968 zwar auch die künstliche Verhütung verboten habe, dabei aber von der ehelichen Sexualität ausgehe. Davon sei aber keine „verbrecherische Befruchtung“ abgedeckt, von der man bei einer Vergewaltigung sprechen müsse, wie es in der Erklärung seiner Pressestelle heißt.

Die angeblich so revolutionären, neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse, die alle früheren Forschungen über den Haufen werfen sollen, wurden in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin publiziert und bilden offenbar die Grundlage der Entscheidung Kardinal Meisners.

In diesem Papier wird in der entscheidenden Frage nach der nidationshemmenden und damit abtreibenden Wirkung der „Pille danach“ eine Studie der Schwedin Kristina Gemzell Danielsson zitiert, die am Karolinska Institut in Stockholm forscht.

Frau Prof. Dr. Gemzell Danielsson wurde vor vier Jahren Präsidentin des Internationalen Verbands der Abtreibungsärzte „FIAPAC“, nachdem der bekannte  Wiener Abtreiber Dr. Christian Fiala vom Präsidentenamt zurückgetreten war.

Zudem ist Frau Prof. Gemzell Danielsson eng verbunden mit „Pro Familia“, der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung. In den Einrichtungen von „Pro Familia“  hält sie und andere Abtreiberkollegen immer wieder Vorträge und sie werden auch in eigenen Publikationen erwähnt. „Pro Familia“ betreibt mindestens vier „medizinische Zentren“ in Deutschland, in denen Kinder im Mutterleib getötet werden. (…)

Was veranlasst nun Kardinal Meisner zu dieser unsäglichen „Pillen-Erklärung“, die zwar auf den ersten Blick keine falschen Aussagen macht, aber beim genaueren Hinschauen zumindest einige Fragen aufwirft. 

Unverständlich ist besonders,  warum man die Studie der Präsidentin des weltweit arbeitenden Abtreibervereins FIAPAC als Beweis dafür heranzieht, daß die neue „Pille danach“ angeblich nur eine Ovulationshemmung und nicht auch eine Nidationshemmung  verursacht.

War es der Druck der Massenmedien, die möglicherweise die Abweisung eines „Vergewaltigungsopfers“ an kath. Krankenhäusern in Köln konstruiert hatten?  – Oder der Einfluss des Katholikenausschusses, einer Vereinigung kath. Laien im Erzbistum Köln, welche die Liberalisierung der Kirche betreiben?  (…)

Oder hatte der Kardinal einen Berater, wohlmöglich den Bestsellerautor und ärztlichen Direktor am kath. Alexianer-Krankenhaus in Köln-Porz, Herrn  Manfred Lütz?

In Kölner Kreisen munkelt man, Lütz  habe Kardinal Meisner den Rat erteilt, sich bei seiner Entscheidung auf neueste wissenschaftliche Studien der FIAPAC-Präsidentin zu stützen, die eine abtreibende Wirkung der „Pille danach“ leugnet.

Doch hätte Kardinal Meisner wissen müssen, daß sein Berater schon im Jahre 2011 in einem Interview mit Radio Vatikan das wissenschaftlich nachgewiesene Post-Abortion-Syndrom  –   also die posttraumatische Belastungsstörung der Frau nach der Abtreibung eines Kindes  –  als Wunschdenken der Lebensschützer und als „letztlich naiv“ bezeichnet hat, was ihn als kirchlichen Berater hätte disqualifizieren müssen.

Kardinal Meisner wollte sicher ein Problem lösen, doch merkte er nicht, daß er vielleicht in die Falle ging?

PS: Wir haben die Erzdiözese Köln bzw. S.E. Joachim Kardinal Meisner gebeten, uns jene Präparate (Pillen danach) namentlich zu benennen, die angeblich keine nidationshemmende Wirkung haben  –  und baten darum, uns ebenfalls entsprechenden Studien auszuhändigen

Weinheim, den 9. Februar 2013

Initiative Nie Wieder
Cestarostraße 2,  D-69469 Weinheim                  
Telefon: 06201/2909929  Fax: 06201/2909928
E-Mail: info@babycaust.de

Katholischer Autor Manfred Lütz erhält evangelikalen Hoffnungsträger-Preis

Den Hoffnungsträger-Preis des württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“ bekommt in diesem Jahr der katholische Theologe, Mediziner und Buchautor Manfred Lütz (siehe Foto).   Foto: Bistum Augsburg

Er ist Chefarzt des psychiatrischen Krankenhauses der Alexianer in Köln und Mitglied des Päpstlichen Rates für die Laien.

Mit seinen Büchern und Medienauftritten setze er sich für den christlichen Glauben ein, begründete der Vorsitzende der „Apis“, Pfarrer Steffen Kern, die Entscheidung des pietistischen Landesgemeinschaftsrates.

Weil Lütz „in herausragender Weise“ Gott ins Gespräch bringe, sei er ein „Hoffnungsträger für unser Land“, erklärte der evangelikale Pastor.

Der Gemeinschaftsverband stiftete die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung vor vier Jahren, um Persönlichkeiten zu ehren, „die sich in besonderer Weise im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen gesellschaftlich engagieren“.

Die Preisverleihung erfolgt am 15. Januar 2013 im christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd.

Die Laudatio hält der Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA und Weggefährte des Preisträgers,  Pfarrer Helmut Matthies.

Quelle: www.idea.de

Foto: Bistum Augsburg


CDL-Chefin Mechthild Löhr und Manfred Lütz heute Abend bei „Anne Will“ (ARD)

Am heutigen Mittwoch, den 21.11.2012, läuft in der ARD anläßlich der ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“um  22.45 Uhr die Talkshow Anne Will.  –  Mit dabei: CDL-Chefin Mechthild Löhr (siehe Foto).

Thema: „Letzte Ausfahrt Paradies – gibt es ein Leben nach dem Tod?“   

Dies sind die Gäste der Fernseh-Gesprächsrunde:

Seyran Ates  (Buchautorin, Rechtsanwältin –  sie überlebte 1984 nur knapp ein Attentat),
Manfred Lütz  (katholischer Theologe, Buchautor und Psychiater  – Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln),
Philipp Möller  (Atheist – Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung),
Vince Ebert  (Physiker und Kabarettist),
Mechthild Löhr  (Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“, CDL)

Die ARD schreibt zur geplanten Sendung Folgendes:

„Wer eine sogenannte Nahtoderfahrung gemacht hat, ist überzeugt: Nach dem Sterben geht es weiter. Überall auf der Welt ähnelt sich das, was Menschen zwischen Leben und Tod erfahren. Ein Beweis dafür, dass es ein Jenseits gibt, oder schlicht dafür, dass beim Sterben bei allen Menschen die gleichen neurologischen Prozesse ablaufen? Ist der Glaube an eine höhere Macht wahrer Trost oder nur ein Trostpflaster, um die Angst vor dem Tod erträglich zu machen?“

 
Kontaktdaten der CDL:
Christdemokraten für das Leben,
48167 Münster, Schlesienstr. 20
Tel.: 0251 / 6 28 51 60  –  Fax: 0251 / 6 28 51 63
info@cdl-online.de
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