Valtortas blühende Phantasie: Christi letztes Wort am Kreuz lautete „Mama“…

8. Teil unserer Serie über „Valtortas Irrtümer“

Die 12 Bände mit dem Titel „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta geistern seit Jahrzehnten durch fromme katholische Kreise. Ich kenne sogar evangelische Christen, die alle Bände sammeln und die Visionen und Einsprechungen der „Seherin“ ernst nehmen.

Dabei standen die Valtorta-Bücher mit Recht auf dem vatikanischen Index, also der Auflistung „verbotener Bücher“. Der Index wurde durch das 2. Vatikanum abgeschafft; freilich ist er moralisch nach wie vor bedeutsam, denn die jeweiligen Werke kamen ja nicht ohne Grund auf eben diesen Index.

Valtortas grenzenloser Kitsch  – Jesus und Maria sind ständig mit dem „Liebkosen“ und „Küssen“ ihnen nahestehender Personen beschäftigt –  ist allein schon Grund genug, um zu wissen, daß dieser sentimentale Sermon nicht von „oben“ diktiert sein kann.

Zudem stellt sich die Frage, warum der Himmel sich nach fast zweitausend Jahren Wartezeit plötzlich „durchringen“ sollte, die schmalen Evangelien-Berichte durch Endlos-Erzählungen auszuschmücken, die sich über 12 dicke Bände hinziehen.

Im übrigen ist nicht nur der Stil dieser Visionärin mehr als blumig und von einem unentwegten Karussell der Gefühle geprägt, auch inhaltlich liegt eine ganze Menge im Argen. Wir haben dies in den bisherigen sieben Artikeln aus unserer Serie bereits genau nachgewiesen.

Hier ein weiteres Beispiel:

Es gibt bekanntlich sieben Worte Jesu am Kreuz, die biblisch überliefert sind. Aber Valtorta weiß es natürlich besser; ihr soll der HERR durch übernatürliche Einsprechungen geoffenbart haben, daß sein letztes Wort in Wirklichkeit……

……aber klar doch: MAMA….

lautete. So wünscht sich das vielleicht eine italienische „Seherin“, so stellt sie sich das Heilswerk Christi vor: mehr natürlich als übernatürlich!

Aber Christus hat als Gott-Mensch am Kreuz in freier Entscheidung ein Erlösungsgeschehen vollzogen – und selbstverständlich galt sein letztes Wort dem himmlischen Vater, mit dem er „eines Wesens“ ist – und nicht seiner irdischen Mutter, so nahe ihm Maria sicherlich menschlich und geistlich verbunden war.

Im 11. Band kann  man auf S. 281 nachlesen, der letzte große Ruf Christi am Kreuzesstamm sei das Wort „Mama“ gewesen. Dieser „gewaltige Schrei“ habe die Stille zerrissen, danach sei Jesus verstorben.

Danach folgen „dramatisch“ erscheinende Szene, in denen sich Maria wie eine Hysterische benimmt, sich bis zum Boden krümmt und wild herumschreit: „Ich habe keinen Sohn mehr“.

Auch das ist theologisch unsinnig, denn die wahre Gottesmutter war eine gläubige Frau, die keineswegs davon ausging, mit dem Tod sei alles aus.

Fotos: Archiv, Petrusbruderschaft

 


Die „Seherin“ Maria Valtorta und ihre irrgeistigen Thesen über die „göttliche“ Madonna

6. Teil der Serie „Valtortas Irrtümer“

Am heutigen 1. Januar 2013, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, veröffentlichte eine von zwei Katholiken betriebene Webseite namens „WegWahrheitLeben“ wieder einige Auszüge aus den Visionen der italienischen „Seherin“ Maria Valtorta: http://wegwahrheitleben.wordpress.com/2013/01/01/maria-ist-miterloserin/

Valtortas umfangreiche Buchbände „Der Gottmensch“, die auf angeblichen himmlischen „Diktaten“ beruhen,  sind kirchlich nicht anerkannt, sie wurden vom  vatikanischen Hl. Offizium sogar ausdrücklich verworfen.

(Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/05/der-%E2%80%9Eosservatore-romano%E2%80%9C-uber-valtortas-visionen/)

Dieser fromme Blog bemerkt zudem nicht einmal, daß er sich im Grunde selbst widerspricht:

Eingangs gibt es dort zur Illustration nämlich ein schönes, kunstvolles Marienbild, wobei der Heiligenschein der Madonna die Worte des Engels enthält: Ave Maria, gratia plena“  =  Sei gegrüßt Maria, voll der Gnade! 

Genau dies ist der springende Punkt: durch Gottes GNADE wurde die Madonna das, was sie ist: media-374638-2

Das edelste Geschöpf Gottes und die auserwählte Mutter unseres Erlösers, der auch Maria erlöst hat, freilich in der bevorzugten Weise der Voraus-Erlösung (= makellose Empfängnis), wie das Immaculata-Dogma der katholischen Kirche verkündet.

Da Maria der von Gott am meisten begnadete Mensch ist, da sie die Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes ist, kann sie nicht zugleich im eigentlichen Sinne eine „Miterlöserin“ sein, nachdem sie doch selber durch des Schöpfers Huld erlöst wurde.

Erst recht ist die Madonna nicht „göttlich“. Dies zu behaupten wäre geradezu Gotteslästerung, weil ein Geschöpf dann mit dem Schöpfer selbst gleichgesetzt würde.

Sicherlich hat die seligste Jungfrau durch Gottes Hilfe  in einzigartiger Weise am Heilswerk des Ewigen mitwirken dürfen. Daher ist sie gleichsam Mitarbeiterin und Mithelferin beim Erlösungswerk ihres göttlichen Sohnes.

Wir alle sollen freilich „Mitarbeiter der Wahrheit“ sein (vgl Eph. 4,25); die Gottesmutter war dies zweifellos in herausragender Weise; insofern ist sie die Erste unter Gleichen, die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Dies ändert aber nichts an der grundlegenden Tatsache, daß die Madonna sich in der Dimension der Geschöpfe befindet, ihr Sohn hingegen GOTT selber ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf darf nicht verwischt werden. Der Titel „Miterlöserin“ gehört wegen seiner mißverständlichen bis irreführenden Ausdrucksweise daher nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Darauf hat auch Papst Benedikt mehrfach und deutlich hingewiesen. – Infos siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

Zurück zu Maria Valtorta. Die erwähnte Webseite veröffentlichte am heutigen Neujahrstag jene „Einsprechungen“, welche die Seherin angeblich am 2. Juli 1943 von Christus selbst erhalten habe:

„Jesus sagt:  “Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.“

Es gibt keine „göttliche“ Mutter, weil Maria nicht göttlich ist, also keine Göttin ist, sondern ein Geschöpf. Die katholische Kirche hat nie etwa anderes gelehrt.

Wenn Maria Valtorta mit ihren irrgeistigen Visionen dem Zeugnis der Heiligen Schrift und dem Lehramt der Kirche widerspricht, verbreitet sie fundamentale Irrlehren. Boppard-Severus-DSC_0357-2-2

Es ist geradezu unverfroren, Maria und Christus gleichzusetzen, was dann auch im nachfolgenden Satz geschieht, wo die „übermenschliche Mission der Erlösung“ angeblich jeweils dieselbe sein soll.

Maria ist aber kein Übermensch und sie übernahm keine übermenschliche Mission und erst recht nicht jene der „Erlösung“, da sie selbst als Angehörige des Menschengeschlechtes der Erlösung in Christus bedurfte.

Im nächsten Abschnitt erfolgt erneut eine dreiste Gleichsetzung unseres göttlichen Heilands mit seiner menschlichen Mutter, die erneut als „göttlich“ bezeichnet wird:

„Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Angesichts dieser seit 2000 Jahren ganz neuen Lehren bzw. Irrlehren meint wohl auch dieser Erscheinungs-„Jesus“, daß hier erheblicher Erklärungsbedarf besteht. Daher heißt es sodann:

„Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt: “Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte”.

Die katholische Kirche akzeptiert keine gnostischen Geheim- und Sonderlehren, die angeblich bis zum 2. Juli 1943 „nicht bekannt“ gewesen seien.

Laut verbindlicher katholischer Lehre ist die „göttliche Offenbarung“  mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Daran hat sich auch eine angebliche „Seherin“ namens Maria Valtorta samt ihrem Fanclub zu halten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

HINWEIS der Redaktion: Herr Schenker hat in einer Zuschrift –  siehe  Leserkommentare hier –  darauf hingewiesen, daß der Ausdruck „göttlich“ in bezug auf die Madonna im entsprechenden italienischen Abschnitt von Valtortas Schriften offenbar fehlt. Wissenschaftlich geklärt werden kann die Frage, was Valtorta hier tatsächlich selber schrieb, allein mit ihrer Originalhandschrift bzw einer notariell beglaubigten Abschrift.

 


Meine Erfahrungen mit den Büchern „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta

Zu unseren kritischen Beiträgen über die  –  kirchlich nicht anerkannten  –  Privatoffenbarungen der italienischen „Seherin“ Maria Valtorta erhielten wir folgenden aufschlußreichen und nachdenkenswerten Leserkommentar. Der Name des Autors bzw. der Autorin ist uns bekannt; wir veröffentlichen den Bericht wunschgemäß mit dem Nicknamen „Wachsamer Uhu“:

„Ich kann aus ein wenig persönlicher Erfahrung über dieses Werk sprechen. Ich hatte ca. 1 ½ Bände gelesen, als ein guter Priester in der Zeitschrift Vision 2000 vor dieser „Privatoffenbarung“ warnte.

Zuvor hatten begeisterte Anhänger dieses Werkes versucht, alle meine Bedenken auszuräumen. So schwankte ich beim Lesen zwischen Skepsis und dem Verlangen, Christus näher kennen zu lernen. media-80458-2

Aber ich befand mich auch in der Versuchung der unheiligen Neugier, die im Verlangen nach Einblicken in Verborgenes bestand. Die Vorstellung,  geheime und dennoch angeblich durch Jesus und Maria selbst autorisierte Einblicke in ihr Privatleben zu bekommen, war verführerisch. Ich stellte fest, dass das Werk auf der Grundlage dieser Vorstellung einen gewissen Unterhaltungswert besaß.

Heute bin ich diesem mutigen Priester dankbar, der mit seiner Warnung eine Welle von Protestschreiben auslöste.

Zunächst reagierte auch ich (allerdings nur innerlich) mit Unverständnis, warum er gerade diese „Privatoffenbarung“ als falsch und bedenklich darstellte, da ich zu diesem Zeitpunkt noch mit der Vorstellung liebäugelte, sie könnte ja vielleicht doch wahr sein.

Gott sei Dank veranlasste mich die Warnung des Priesters, mir die Schriften kritischer und aufmerksamer vorzunehmen. Als ich dann noch ein wenig weiter las, stach mir ein regelrechter Knäuel haarsträubender Häresien ins Auge.

 Im 3. Band, S. 341, wird der Valtorta-Jesus wie folgend zitiert: „Wehe denen, die sich zwischen ihrem ersten und zweiten Erscheinen (dem einzelnen Gericht und dem Endgericht) vor dem Richter nicht gereinigt haben; sie werden sich nicht mehr von ihren Giften des Bösen reinigen können. Die dritte Kategorie wird sich nie reinigen können; keine Strafe kann sie reinwaschen.“

Diese drohende Mahnung (im 1. Satz) würde zwingend bedeuten, dass unreine Seelen entweder ewig im Fegefeuer bleiben müssten oder vom Fegefeuer in die Hölle kämen, jedenfalls niemals in den Himmel gelängen.

All’ dies steht im krassen Widerspruch zur Lehre der Kirche. Zudem können die Seelen im Fegefeuer die Reinigung nur passiv erleiden, sie können sich nicht aktiv reinigen, geschweige denn sich dabei noch „beeilen“ (um rechtzeitig vor dem Endgericht damit fertig zu werden).

Nachdem ich also klar erkennen durfte, dass es sich unmöglich um Himmelsbotschaften handeln kann, fiel mir auch wieder ein, was mich schon vorher irritiert hatte:

Es war mir u.a. aufgefallen, dass der Valtorta-Jesus oftmals den (falschen) geographischen Begriff „Palästina“ verwendete, der zur Lebzeit Jesu noch gar nicht eingeführt worden war. Selbst mit seiner Gottheit und prophetischem Wissen könnte dies nicht begründet werden, denn Gott würde wohl kaum im vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Heidentum einen Begriff verwenden, den ein römischer Kaiser viele Jahre später zum Zwecke der Verleugnung des biblischen Fundaments des Heiligen Landes noch einführen würde. Aber damals wollte ich das Werk nicht sogleich verwerfen und beschloss, den Zweifel und die Frage einfach einmal offen zu lassen und weiter zu lesen.

An noch etwas erinnerte ich mich, das mich zu Recht verstört hatte:

Manche der „Botschaften“ ungefähr um das Jahr 1940 enthielten derartige Banalitäten (z.B. wie die Muttergottes für ihren lieben Sohn die Honigkuchen buk, die er so gerne aß), dass ich mich fragte: „Inmitten der sich anbahnenden Massenvernichtung (1940!) reden Jesus und Maria von Honigkuchen…?!?“  – Und dennoch wollte ich zu diesem Zeitpunkt das Werk nicht sogleich verwerfen und verdrängte diesen Zweifel mit dem Versuch fadenscheiniger Erklärungen.

Ich halte dieses Werk für sehr bedenklich und schädlich. Valtorta liest sich so leicht und flüssig, es ist wie ein unterhaltender Familienroman. Alles wird fertig aufbereitet auf dem Tablett serviert. Lange Reden, in denen  –  angeblich von Jesus und Maria  –  alles gesagt und vorgekaut wird, sollen wohl menschliche Anstrengungen ersetzen, Gott zu suchen und Seinen Willen zu ergründen.

„Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant“

Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant, kein einziges Wort ist überflüssig. Sie ist kein Unterhaltungsroman. Die Bibel ist auch viel komplexer. Ihr Bedeutungsgehalt ist dem flüchtigen Leser zunächst teilweise verborgen und erschließt sich nicht dem Unterhaltungssuchenden. Sie fordert heraus zu lebenslanger Hingabe, zu Gebet und auch intellektueller und geistiger Anstrengung.

Hier sehe ich (bei Valtortas Büchern) ganz klar eine Versuchung, nämlich jene, eine vermeintliche „Wahrheit“ als vorgefertigten, leichten Imbiss der viel anspruchsvolleren, aber dafür wahren Lectio Divina vorzuziehen.

Gerade wenn Anhänger Valtortas so sehr davon überzeugt sind, dass ihnen die Privatoffenbarung reiche geistliche Frucht bringe und keinesfalls schade, kann diese Lektüre ihnen umso mehr schaden. Wenn sich allmählich und unmerklich falsche Vorstellungen über Christus ins geistliche Leben einschleichen und einprägen, wird der Leser von Gott entfremdet.

Jemand sagte, dass gute Priester auf die Frage, ob man Valtorta lesen dürfe, meist mit den Worten „ja, aber neben der Bibel“ antworten würden. Ich vermute, dass Anhänger Valtortas hier primär das „ja“ registrieren. Außerdem erweckt die Formulierung „neben der Bibel“ den Anschein einer Gleichwertigkeit dieser Schriften, die natürlich nicht besteht.

Es ist zu bedenken, dass es sich beim „Gottmensch“ von Valtorta um ein 12-bändiges Megawerk von ca. 4400 (!) Seiten handelt, weswegen sich der Leser unverhältnismäßig lange mit Valtortas „Privatoffenbarung“ aufhält.

Die eigentlich verheerende Wirkung wäre aber, wenn er dann keinen rechten geistlichen Zugang mehr zur „trockenen“, prägnanten und scheinbar sperrigen Bibel fände.

Wie das Lesen „neben der Bibel“ abläuft, kann ich mir aufgrund eigener Erfahrung und von dem, was ich sonst mitbekomme, vorstellen: Vielleicht zwischendurch mal aus Pflichtgefühl ein wenig in der Bibel gelesen, diese sodann mit dem nicht eingestandenen Gedanken, „dies wäre erledigt“ weggelegt und mit freudigem Händereiben und Bequemmachen auf dem Lesesessel nochmals den „Gottmensch“ Band x zu Gemüte geführt… (Ja, ich kenne „Süchtige“, die die Bände mehrfach lesen.)

Im schlimmsten Fall werden die Ereignisse aus dem Jesusroman verkündet wie das Evangelium. Genau dies widerfuhr mir, bevor ich das Werk überhaupt kannte: Eine Frau belehrte mich, dass Maria als Tempeljungfrau gedient habe. Ich wunderte ich mich damals, woher sie dies hätte, brach das Gespräch aber ab, da mich die hochmütige Art der Belehrung abstieß.

Ich frage mich, ob es eine Art Abhängigkeit von dieser „Privatoffenbarung“ gibt. Es werden alle möglichen Erklärungen gefunden, um zu begründen, wie das Werk auf den Index der kirchlich verbotenen Bücher gelangen konnte. Eine davon lautet, dass es dem Willen Gottes entsprochen hätte, dass das Werk als „Sühne“ auf dem Index landen und dabei aber trotzdem segensreiche Wirkungen entfalten möge. Eine andere lautet, das Heilige Offizium hätte das Werk gar nicht oder nicht vollständig gelesen.

Das Erkennen und Verwerfen einer falschen Offenbarung wird, je länger und inniger der Mensch daran geglaubt hat, immer schwerer. Es ist ein heißes Eisen, auch eine Belastungsprobe für Freundschaften unter Christen, da eine ablehnende Sicht auf dieses Werk (wie die meine) begeisterte Anhänger notwendigerweise verletzen muss.“

 


Maria Valtorta und ihre „Jesus-Diktate“: Auch Kitsch ist ein Merkmal der Falschmystik

5. Teil der Serie „Valtortas Irrtümer“

Seit Jahrzehnten geistern zahlreiche dickleibige Bände namens „Der Gottmensch“ von Maria Valtorta durch fromme Kreise und Gebetsgruppen.

Dabei wissen viele Gläubige nicht, daß der Vatikan die ausufernden Ergüsse der italienischen Visionärin bereits in den 50er Jahren abgelehnt und ihre Gottmensch-Bücher kurzerhand auf den Index (Liste verbotener Bücher) gesetzt hat.  75743_14122011

Diese damalige Entscheidung wurde von Papst Benedikt, als er noch Kardinal Ratzinger hieß, ausdrücklich gutgeheißen und darauf hingewiesen, daß sie grundsätzlich nach wie vor gültig ist, wenngleich nicht mehr im kirchenjuristisch-formalen Sinne (weil der Index nach dem Konzil abgeschafft wurde).

Immer wieder werden im Internet Auszüge aus Valtorta-Schriften angeboten und verherrlicht, was einerseits unangemessen ist, andererseits immerhin den Vorteil hat, daß nüchtern denkende Katholiken nach Lektüre dieser süßlichen Fantastereien wohl doch von selber draufkommen, daß es sich hierbei unmöglich um ein echtes „Diktat“ von Christus handeln kann, das er Valtorta vom Himmel her gleichsam einflüsterte.

Am heutigen Sonntag veröffentlichte ein User mit dem Nicknamen „loveshalom“ auf Gloria-TV folgenden Auszug aus Band X von „Der Gottmensch“: http://de.gloria.tv/?media=313483&postings

Dabei geht es um die „Chronik“ einer Begegnung von Christus und Maria Magdalena  –  eine Szenerie, die wir hier zur allgemeinen Abschreckung und ohne jeden Kommentar vollständig wiedergeben:

Auszug aus „Der Gottmensch“, 10. Band:

„Jesus: „… Die Biene arbeitet, der Vogel singt, der Mandelbaum trägt Früchte, ein anderer Baum spendet Wohlgeruch.
Und alle erfüllen so ihre Aufgabe. Ebenso ist es bei den Seelen. Und deine Aufgabe ist es, zu lieben.“

Maria Magdalena: „Dann entzünde mich, Herr. Ich bitte dich um diese Gnade.“

„Genügt dir nicht die Kraft der Liebe, die du schon besitzest?“

„Sie ist zu gering, Herr. Sie mag ausreichen, um die Menschen zu lieben, aber nicht für dich, der du der unendliche Herr bist.“

„Gerade weil ich es bin, wäre eine unendliche Liebe nötig…“

„Ja, mein Herr, diese will ich. Schenke mir eine unendliche Liebe.“

„Maria, der Allerhöchste, der weiß, was Liebe ist, hat dem Menschen gesagt: ‘Du sollst mich lieben mit allen deinen Kräften.’ Mehr verlangt er nicht. Denn er weiß, dass es schon ein Martyrium ist, mit allen seinen Kräften zu lieben.“

„Das macht nichts, mein Herr. Gib mir eine unendliche Liebe, damit ich dich lieben kann, wie man dich lieben muss und wie ich noch niemanden geliebt habe.“

„Du bittest mich um ein Leiden, das dem des Scheiterhaufens gleicht, der brennt und verzehrt. Auf dem man verbrennt und langsam von den Flammen verzehrt wird… Überlege es dir gut.“

„Schon lange denke ich daran, mein Herr. Aber ich habe nie gewagt, dich darum zu bitten. Gib mir diese unendliche Liebe, Herr!“

Jesus sieht sie an. Sie steht vor ihm, noch mager von den Nachtwachen und dem Schmerz, mit ihrem einfachen, bescheidenen Gewand und der schlichten Frisur, wie ein braves Mädchen.

Mit ihrem blassen Antlitz, das sich vor Sehnsucht rötet, und ihren bittenden Augen, die vor Liebe leuchten, ist sie schon mehr ein Seraph als eine Frau. Sie ist wahrlich die Beschauliche, die das Martyrium der absoluten Kontemplation erfleht…

Jesus sagt ein einziges Wort, nachdem er sie lange angesehen hat, als wolle er ihren Willen abwägen: „Ja.“

„Ach, mein Herr! Welche Gnade, aus Liebe zu dir zu sterben!“

Sie fällt auf die Knie und küsst die Füße Jesu.

„Steh auf, Maria. Nimm diese Blüten. Es sollen die Blumen deiner geistigen Vermählung sein. Sei sanft wie die Frucht des Mandelbaumes, rein wie seine Blüte, leuchtend wie das aus seiner Frucht gepresste Öl, wenn es entzündet ist, und duftend wie dieses Öl, wenn es mit Essenzen gesättigt bei den Gastmählern versprüht oder auf die Häupter der Könige gegossen wird, duftend nach deinen Tugenden. Dann wirst du wahrlich über deinen Herrn den Balsam ausgießen, den er so unendlich liebt.“

Maria nimmt die Blumen, aber sie erhebt sich nicht, sondern schenkt schon im voraus den Balsam der Liebe mit ihren Küssen und den Tränen, die sie auf die Füße des Herrn vergießt.“


Die Heilige Schrift ist das große Geschenk Gottes an uns!

Nicht über das hinausgehen, was uns Gott in der Kirche schenkt!

Unser freier Mitarbeiter Stjepan Vucina aus Bochum reagiert mit einer eindringlichen Stellungnahme auf unseren Artikel „Valtortas Irrtümer“ (3. Teil), wobei wir seinen warnenden Hinweisen voll zustimmen:

Meine Antwort zu “Der Osservatore Romano’ über Valtortas ‚Visionen’.“

Es ist so schlimm, dass so viele Katholiken der Kirche nicht mehr folgen!

Man macht, was man will und was man selber für richtig hält. Viele warten sehnsüchtig auf immer neuere „Offenbarungen“ und nehmen unreflektiert auf, was sie in die Finger bekommen, ohne es theologisch zu prüfen – und dann werden solche Offenbarungen noch leidenschaftlich gerne verbreitet, um andere Menschen noch in diese Sackgasse hineinzuziehen. media-358103-2

Keinem dieser Katholiken reicht mehr das, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche schenkt. Es ist ihnen zu wenig  –  sie wollen mehr, als Gott ihnen gewährt!

Ich selbst war bis vor einiger Zeit so eingestellt; doch durch die Gnade Gottes durfte ich zur Erkenntnis kommen, dass ich mehr wollte als Gott, dass ich mich über Gott erhoben habe. Mir reichten seine Geschenke, die er uns durch die Kirche gibt, nicht aus  – und die negativen Folgen dieser Anmaßung sind nicht ausgeblieben!

Deshalb möchte ich jeden Katholiken eindringlich davor warnen, über das hinaus zu gehen, was uns Gott in der Kirche schenkt.

Irgendwann einmal  –  früher oder später  –   wird das negative Konsequenzen nach sich ziehen. Und wenn man dann noch andere Menschen hineingezogen hat, werden diese Konsequenzen um so schlimmer sein – und dann gibt es kein Zurück mehr.  Dann wird man diese Konsequenzen tragen müssen!

In früherer Zeit nannte man das „Gottes Strafe“. Die Heilige Schrift, für die sich so wenige Katholiken interessieren, spricht bei solchen Fällen immer von der Strafe Gottes.  Heutzutage ist die Verwendung „Strafe Gottes“ selbst unter den Katholiken verpönt, doch es gibt sie nach wie vor. Gott straft den Hochmut und den Ungehorsam auch heute noch!

Die Heilige Schrift ist das Buch der Kirche, sie ist ein großes Geschenk Gottes an uns; sie steht über allen anderen Büchern!

Dennoch gibt es so viele Katholiken, die dieses Geschenk für gering erachten. Stattdessen stellen sie schwarmgeistige Bücher und Privatoffenbarungen über die Schrift, so als seien sie (weit) bedeutender!

Ich wünsche all diesen Katholiken, dass sie sich besinnen, dass sie bescheiden werden, dass sie mit dem zufrieden sind, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche geschenkt hat!

Stjepan Vucina