Regensburg: Bischof feiert Rosenkranzmonat Mariahilf-Bildnis mit bewegender Geschichte

Am 7. Oktober feierte die Kirche das Rosenkranzfest. Aus diesem Anlass trafen sich am 8. Oktober 2021 zahlreiche Gläubige im Regensburger Dom, um gemeinsam mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den Rosenkranzmonat Oktober zu eröffnen.

Vor den Altarstufen stand ein Reliefbild mit der Darstellung Mariahilf, so wie es einst von Lucas Cranach geschaffen wurde.

Die schlichte Darstellung stammt aus dem Besitz von Michael Lottner, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sein Leben lassen musste, weil er den mutigen Domprediger Dr. Johann Maier verteidigte.

Er hatte während des Krieges die Mariahilf-Darstellung in seinem Elternhaus auf dem Dachboden verborgen. Seinen Plan, das Bildnis nach dem Krieg wieder in seinen Heimatort Katzdorf bei Neunburg vorm Wald zu bringen, konnte er nicht verwirklichen.

Am 23. April 1945 wurde er nach Verhaftung und Misshandlung von den Nationalsozialisten erschossen. Seine Leiche lag am nächsten Tag zu Füßen des Galgens von Domprediger Dr. Maier und Josef Zirkl, ein Rentner, der mit Domprediger Maier auf dem Moltkeplatz (heute Dachauplatz) hingerichtet wurde.

Alle drei Persönlichkeiten sind verzeichnet im Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts.

Im Blick auf das Marienbild, das von einem Verwandten Lottners dem Bistum Regensburg übergeben wurde, kam Bischof Rudolf ein Zitat von Papst Franziskus in den Sinn: „Das Lehramt sagt Dir, wer Maria ist, aber das gläubige Volk zeigt Dir, wie man Maria liebt“.

Michael Lottner, so Bischof Rudolf, sei „ein Mann des gläubigen Volkes“ gewesen, „der der Gottesmutter in herzlicher Liebe zugetan war“. Nach der Predigt trug Bischofskaplan Dr. Konrad Ackermann das Bildnis durch den Dom, damit es auch die Gläubigen betrachten konnten. Auch bei der anschließenden Lichterprozession wurde es mitgeführt.

Quelle (Text/Foto) und vollständiger Beitrag hier: https://bistum-regensburg.de/news/bischof-dr-rudolf-voderholzer-eroeffnet-feierlich-den-rosenkranzmonat


Die frohe Botschaft des Engels an Maria

Ein Wiedersehen!

Der Engel in der Regensburger Kathedrale

Bringt immer noch seine fröhliche Botschaft

Der Gottesmutter.

Und sie lächelt –

Und wie sie lächelt!

Ihre Vorfreude ist unermesslich.

Und meine auch,

denn dass ich noch einmal in meinem Alter die beiden Frauen sehe,

ist ein Teil des großen Glücks des Altwerdens.

Es ist nichts vorbei,

Solange es in dir wächst und gedeiht.

Und die frohe Botschaft der Verkündigung ist übermächtig –

F r o h

Und soooo schön!

Schaut, wie sie lächelt!

Waltraud Weiß

Foto: Evita Gründler


Das Christentum ist die „Religion des Leibes“

Von Felizitas Küble

Bei der heutigen Predigt anläßlich des Hochfestes der Aufnahme Marias in den Himmel erklärte der Priester in der St.Aegidii-Kirche, auch dieser Feiertag bezeuge einmal mehr, daß das Christentum eine „Religion des Leibes“ ist – weit entfernt von jener angeblichen „Leibfeindlichkeit“, die ihr von unwissender Seite oft und gerne unterstellt wird.

Bereits im Altertum hat die Kirche jahrhundertelang den Versuchungen der Gnosis und des Manichäismus

widerstanden, die damals dem philosophischen Zeitgeist entsprachen; diese Geistesströmungen (irr)lehrten, die Seele bzw. die Vernunft des Menschen sei zwar gut, aber die Materie schlecht – und damit auch der Leib, der das „Gefängnis“ des Geistes sei.

Daher konnte sich die gnostische Richtung – auch jene, die sich ein christliches Mäntelchen zu geben versuchte – nie mit dem vollen Menschsein Christi anfreunden. Teilweise wurde seine Gottheit durchaus nicht geleugnet – jedoch war aus dieser dualistischer Sicht eine Verbindung von „gutem“ Gott und „böser“ Materie so undenkbar wie ein rundes Viereck.

Daher gab es damals die Sekte der Doketisten, die davon ausgingen, Christus habe keinen wirklichen menschlichen Körper gehabt, sondern lediglich einen Scheinleib. Die katholische Kirche hat den Doketismus von Anfang an abgelehnt und betont: Der Sohn Gottes ist voll und ganz Mensch geworden, er hat die menschliche Natur angenommen und ist in allem uns gleich geworden – außer der Sünde.

Gerade die Zentralwahrheit des Christentums – nämlich die Menschwerdung des Erlösers – bezeugt in aller Klarheit, wie sehr dieser Glaube nicht allein die unsterbliche Seele des Menschen schätzt, sondern daß sie auch den Körper würdigt, zumal er einst in verklärter Weise zur Auferstehung berufen ist, so daß Leib und Seele dann in der Ewigkeit wieder vereinigt sein werden.

Die Wertschätzung des Leibes kommt auch zum Ausdruck nach seinem Tod durch die Erdbestattung. Während im Heidentum schon zu Beginn des Christentums die Leichenverbrennung weit verbreitet war, hat die Kirche und ihre Gläubigen stets an der Grablegung des Leibes festgehalten.

Die Christen haben in der Verfolgungszeit drei Jahrhundete lang sogar sehr aufwendig unterirdische Katakomben errichtet, um ihre Märtyrer und sonstigen Verstorbenen zu bestatten. Der von Gott erschaffene und durch die Taufe geheiligte Leib erfuhr großen Respekt, denn er ist ein Tempel des Heiligen Geistes, wie Paulus schreibt – und zur ewigen Herrlichkeit berufen.

Die Wertschätzung des ganzen Menschen mit Leib und Seele kommt auch bei dem katholischen Dogma von der Aufnahme Marias in den Himmel voll zum Tragen:

Nicht allein die Seele der Madonna, sondern die ganze voll-erlöste Frau und Mutter, die Christus einst in ihrem Leibe getragen hat, wurde von Gott in sein Reich aufgenommen. So wurde an ihr gleichsam „vorweggenommen“, was alle Menschen, die im Frieden Christi heimgehen, am Jüngsten Tage erfahren werden: die Auferstehung ihres Leibes in Herrlichkeit und damit das vollendete Glück der Seligen.

Ja, das Christentum – und besonders der katholische Glaube – ist eine Religion des Leibes, weit entfernt von seiner Verachtung, aber tief geprägt vom Schöpfungsglauben, vom Menschen als Ebenbild Gottes, von der Würde des Leibes, den sogar Christus selbst in seiner „Knechtsgestalt“ angenommen hat.

Der HERR, der aus eigener göttlicher Kraft auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, hat auch seine eigene Mutter – das höchste Geschöpf auf Erden – heimgeholt in sein ewiges Reich.


Werner Bergengruen: ANGELUS DOMINI – Gedicht über das Ave-Läuten der Kirche

In der Lyrik-Sammlung „Herbstlicher Aufbruch“ des Dichters Werner Bergengruen finden wir auf S. 31 das Gedicht „Angelus Domini“ – bezogen auf den „Angelus“, das traditonelle Gebet „Der Engel des HERRN“, der Maria die Botschaft brachte von der Menschwerdung Christi, dem Eintritt des Ewigen in unsere Welt.

Der Höhepunkt des Angelus besteht aus einem zentralen Bibelwort des Johannesprologs: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

In dem erwähnten Buch heißt es erklärend unter Bergengruens Versen: „Nach der Schlacht von Lepanto 1571, dem Sieg der Christenheit über die Türken, wurde das dreimalige tägliche Angelus-Läuten in der katholischen Kirche eingeführt.“ Tatsächlich entstand im Volksmund das Wort „Türkenläuten“. Ein Zusammenhang besteht, doch der Brauch ist noch älter (siehe HIER)

HIer folgt nun im vollen Wortlaut jenes leider weitgehend noch unbekannte Gedicht, das dem katholischen Ave-Läuten und dem Angelus gewidmet ist:

ANGELUS DOMINI

Dreifach, so ist es beschlossen,
ehegestern und heut
kommt von den Türmen geflossen
das triumphale Geläut.
Jenem Siege vor allem,
der die Bedrohung zerbrach,
klang es zuerst und nun hallen
es die Jahrhunderte nach
.

Ach, alle Siege der Erde,
sind sie denn wert des Geläuts?
Unser ist Angst und Beschwerde,
Abgrund und Sterbekreuz.
Sei uns der Friede verliehen,
den die Welt nicht erdacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Dreifach – und so soll es dauern,
gestern, morgen und heut
rinnt über Dächer und Mauern
zärtliches Trostgeläut.
Herzen haben geschrien
bis ans Verbleichen der Nacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Hob über heißem Gewühle
sich das Licht zum Zenit,
wehen Schweigen und Kühle
dunkel im Glockenlied.
Atme. Die Schwüle wird fliehen,
die dich so bange gemacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Ist die Helle geschieden,
ruft es vom Turmgemacht:
sinne, Seele, dem Frieden
heiliger Geheimnisse nach.
Uralte Sternbilder ziehen
heute wie je auf die Wacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

So in die irdischen Stunden
schaut das Ewige ein.
Immer aufs neue gefunden
leuchtet der Glorienschein,
von des Geläutes Magien
immer aufs neue entfacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Werner Bergengruen

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Meine Seele preist die Größe des HERRN

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Lk 1,46b-47.48-49.50-51.53.54-55.

Meine Seele preist die Größe des HERRN,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.

ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.

ER nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen.
das ER unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

.


Jutta: Warum ich zur Kirche zurückkehre

Wie das PRO-Medienmagazin berichtet, hat die evangelische Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, folgendes erklärt:

„Die Kirchenlehre ist nicht gesetzt, sondern entwickelt sich immer neu, das Evangelium ereignet sich im Dialog – so zumindest die Theorie. In der Praxis brauchen Sie dafür viel Kondition.

Eben diesen Standpunkt verstehe ich nicht und genau deshalb kehre ich zum katholischen Glauben zurück, in den ich auch hineingeboren wurde und dem ich über 35 Jahre lang den Rücken gekehrt hatte – und zwischendurch evangelisch und evangelikal war.

Am KKK – dem Katechismus der Katholischen Kirche – und an vielem anderen kann man sich „abarbeiten“ und das ist gut so. Ich habe selten etwas so Fundiertes – und ich habe viel gelesen, natürlich nicht als Theologin – und Klares, eindeutig Ausformuliertes und Tröstliches gelesen wie in diesem KKK.

Ich habe dort nichts gefunden, was mir nahelegen würde, mein Heil etwa woanders als bei Jesus Christus zu suchen – oder das aussagen würde, dass ER gar eine Miterlöserin hätte oder dass die menschlichen „Werke“ überdimensional zählen sollten.

Ich habe vielmehr in der katholischen Literatur gelernt, dass man Maria, die Gottesmutter, nicht anbeten darf, aber dafür freiwillig verehren kann.

Ich lese gerade ein Buch über Joseph, den Nährvater Jesu – und bin so bewegt und habe mir vorher niemals die Hl . Familie wirklich im Geiste genau angeschaut – und Joseph, genau wie Lazarus, bei dessen Tod Jesus weinte, spricht kein Wort. Aber der Allmächtige hat ihn erwählt als den gesetzlichen Vater seines Sohnes.

Ich möchte nicht immer neu verhandeln müssen, was das Evangelium bedeutet. Ich möchte nicht basisdemokratisch glauben. Die Basisdemokratie funktioniert noch nicht einmal in der Politik, dazu ist der Lobbyismus zu stark.

Mein Evangelium steht in der Bibel, ich entdecke auch die katholische Übersetzung, die ebenfalls bewegend und sehr verständlich ausgedrückt ist.

Und nein – ich bin nicht für Frauen im Bischofsamt. Es geht auch nicht darum, wer was besser leisten könnte. Der Allmächtige will es nicht und Gehorsam bringt Segen.

Frauen sind so wichtig und unendlich wertvoll, auch und vor allem, wenn sie nicht meinen, sie müssten überall mithalten können. Aber man sieht ja an Eva, der es auch schwerfiel, zu gehorchen.

Aber diskriminiert fühle ich mich nicht, weil ich als Frau nicht Priester werden darf – und dass Gleichgeschlechtliche ebenso wie Alleinlebende – neudeutsch: Singles – enthaltsam bzw. zölibatär leben sollen, wäre für die Apostel und die frühen Gläubigen nie in Frage gestellt worden. Gottes Wort sagt das in aller Liebe.

Ich habe lange in der Welt gelebt, aber das Leben in der Welt, in der man anscheinend alles ausleben darf, macht überhaupt nicht glücklich, vielleicht momenteweise, aber der „Fels“ fehlt komplett.

Das wird nur überdeckt durch die angebliche Buntheit und das Wegschieben, dass Leid und Tod zum Leben gehören. Und das Problem gibt es nicht erst, seitdem die katholische Kirche ins Strudeln geraten ist. Bei der evangelischen Kirche ist es trotz aller ihrer Liberalität noch schlimmer.

Der vollständige Name und die Anschrift von Jutta S. ist unserer Redaktion bekannt


Zur Kontroverse um Maria „Miterlöserin“ im Kontext der kirchlichen Tradition

Von Felizitas Küble

Auf dem traditionalistischen Blog „Katholisches.info“ wurde am 20. Mai 2021 ein längerer Beitrag von Pater Paolo Siano veröffentlicht, in dem sich dieser Ordensmann mächtig zugunsten des Titels „Miterlöserin“ (lateinisch: Coredemtrix /Corredemtrix) aus dem Fenster hängt.

Er zitiert gerne aus mehr oder weniger wichtigen theologischen Zeitschriften, die meist während des Pontifikats von Pius XII. erschienen waren.

Dabei sind gewisse „mariologische“ Ausführungen in diesem oder jenem Blatt, mag es auch noch so ehrenwert sein, durchaus nicht von Bedeutung für die Frage nach der lehramtlichen (!) Stellung einer solcher Bezeichnung für die selige Jungfrau.

Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn diese Publikationen mit Imprimatur erschienen sind, wobei eine solche „Druck-Erlaubnis“ keine kirchliche Bestätigung ihres Inhalts darstellt, sondern lediglich beinhaltet, daß seine Verbreitung gestattet ist. Solch ein Buch „darf“ also von gläubigen Katholiken gelesen werden – nicht mehr und nicht weniger.

Für die Frage nach der lehramtliche Relevanz kommt man durch haufenweises Zitieren solcher zwar genehmigter, aber keinesweges kirchenamtlicher Bücher – vornehmlich aus den 50er Jahren – nicht wirklich weiter.

Immerhin muß auch der Autor als begeisterter Vertreter der „Miterlöserin“-These einträumen, daß es vor Leo XIII. keinen Papst gab, der diesen Marientitel jemals vertreten hat – weder schriftlich noch mündlich.

Es mutet etwas merkwürdig an, wenn es ausgerechnet „Traditionalisten“ offenbar nicht weiter stört, für ihre These keine kirchliche TRADITION vorlegen zu könnenimmerhin geht es um ca 1900 Jahre.

Erst seit ca. 120 Jahren gibt es spärliche Hinweise aus päpstlichen Munde, aber sie erfolgten nicht im Rahmen einer offiziellen Lehrverkündigung.

Selbst für den betont „marianischen“ Papst Pius XII. findet während seiner gesamten Amtszeit kein eindeutig belegtes Zitat für „Maria Miterlöserin“, weshalb sich der Verfasser auf eine angebliche Aussage aus einer Ansprache „oder einem Brief“ (nicht einmal das ist klar) stürzt und stützt, von welcher nicht einmal das Datum gesichert ist und der Autor sich auf Sekundärquellen beruft, deren Beweiswert sich in Grenzen hält.

Foto: Radio Vatikan

Es fehlt also für den Corredemptrix-Titel jede lehramtliche TRADITION, die wenigstens noch bis ins Mittelalter hineinreichen würde – was doch gerade für Traditionalisten ein echtes Manko sein müßte.

BILD: Papst Benedikt bezeichnete den Miterlöserin-Titel als „irreführend“

Immerhin gibt auch der Autor selber zu, daß die Bezeichnung „Miterlöserin“ zum ersten (!) Mal von Pater Salmeron SJ ausgesprochen wurde, einem Theologen des Konzils von Trient (und somit in der Neuzeit).

Allerdings hat es erneut lehramtlich nichts zu bedeuten, wenn sich ein frommer Geistlicher auf einer Kirchenversammlung in dieser oder jener Weise geäußert hat.

Für das Mittelalter – ganz zu schweigen vom christlichen Altertum bzw. der Patristik (Kirchenväterzeit) – finden sich keine Belege, sonst hätte der findige Verfasser sie allzu gerne präsentiert.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Corredemtrix wird niemals zum Dogma erklärt werden, denn sie gehört nicht einmal zur amtlichen kirchlichen Verkündigung, ist kein Bestandteil des „depositum fidei“ (überlieferten Glaubensgut) – es fehlt ihr sogar jedwede grundlegende Verankerung in der TRADITION der Kirche und erst recht in der „göttlichen Offenbarung“ (sie wird bezeugt durch Bibel und apostolische Überlieferung).

Ergänzender Artikel hierzu: https://charismatismus.wordpress.com/2019/08/21/kann-eine-erloeste-zugleich-miterloeserin-sein/


Zwischen Panikmache und Verstiegenheit: Blut-Jesu-„Heilungsgebet“ unter der Lupe

Von Felizitas Küble

Auf den Leser-Foren von Gloria-TV tummelt sich viel Frommes und Oberfrommes, viel Gläubiges und Abergläubiges, gleichsam ein buntes Allerlei kreuz und quer durch die – dort etwas simpel gestrickte – katholische Welt.

Dabei treibt die „Volksfrömmigkeit“ bisweilen seltsame Blüten bis Sumpfblüten im erscheinungsbewegtem Gewande.

Das gilt auch für ein dort empfohlenes sogenanntes „Heilungsgebet durch das Kostbare Blut Jesu“: https://gloria.tv/post/C79d7uGJH1De1GTdiLkF14ajB

Hier seien die wichtigsten Abschnitte nacheinander zitiert:

Unendlich guter Vater, gieße nun in deiner großen Zärtlichkeit das kostbare Blut deines Sohnes Jesus über mich dein Kind X…. aus, um alle Bindungen zu lösen, die Du bei deinem Kind siehst und die es in Ängsten und Krankheit, so wie den Schmerz, in Sünden, in Zweifel, in Qualen, in der Besessenheit, in Unsicherheit und in Schuldgefühl gefangen halten.“

Warum sollte jemand sich in einem Gebet z.B. zur „Besessenheit“ bekennen, obwohl diese gerade bei Gläubigen äußerst selten vorkommt? – Hier wird also unnötige und unangemessen Panik geschürt.

Unklar ist auch, was mit „Bindungen“ genau gemeint ist – der Text erinnert an gewisse charismatische Heilungsgebete mit ihren ständigen Beschwörungsformeln vom „Binden“ und Lösen“, für die es weder in der Bibel noch in der kirchlichen Tradition eine Basis gibt. (Die Stelle bei Mt. 16,18 steht in einem ganz anderen Kontext.)

Diese kritische Deutung wird durch die weiteren Anrufungen bestätigt:

Unendlich guter Vater, löse im kostbaren Blute Deines Sohnes Jesus alle Bindungen, alle diese Verfluchungen, die meinem Glück und meiner völligen Gesundheit entgegenstehen.“

Erneut wird dem Beter unsinnige Angst eingejagt, indem erstens von „Verfluchungen“ die Rede ist, zweitens der irrige Eindruck erweckt wird, als seien diese die eigentliche Ursache von Krankheiten und mangelndem Glückauch dies ist eine bekanne Vorstellung aus dem schwärmerischen Spektrum, das sich gerne in ein Karussell dramatischer Gedanken und Gefühle hineinsteigert.

Dem folgt nun ein Flehruf an Maria, der diese angstbesetzte Pseudo-Frömmigkeit munter weiterführt:

Du aber gütige Mutter Jesu, durchtrenne durch Deinen Gnadendienst alle diese Bindungen, die der Vater im kostbaren Blute seines Sohnes gelöst hat. Heilige Maria, Mutter unseres Retters, treibe das Böse aus den verletzten Bereichen meines Wesens aus und nimm alle Spuren der Mächte des Bösen, die umherschleichen, weg von mir.“

Erstens widersrpicht sich der Text schon im ersten Satz, denn wenn Gott-Vater die vermeintlich fatalen Bindungen bereits „gelöst“ hat, dann gäbe es keine Notwendigkeit zur zusätzlichen „Durchtrennung“ durch die Madonna – einmal abgesehen davon, daß sie nicht von sich aus direkt wirken, sondern lediglich durch ihre Fürsprache bei Christus helfen kann.

Sodann ist die danach folgende Formel („Treibe das Böse aus den verletzten Bereichen…..“) verstiegen und theologisch irreführend, denn wir werden unser Leben lang mit den Wirkungen der Erbsünde zu kämpfen haben – und genau darin besteht unsere Herausforderung (und nicht etwa in einer ständigen Nabelschau – hierbei über unsere „Verletzungen“ meditierend).

Gott hilft uns nicht am Leiden vorbei (das gilt auch für Versuchungen), aber er hilft uns hindurch. Man könnte auch sagen: ER nimmt uns nicht immer die Last hinweg, aber er stärkt unsere Schultern, damit wir sie besser tragen können.

Abschließend wird im typischen Stil charismatischer „Proklamationen“ , welche Gott gleichsam auf eine Gebetserhörung festlegt, Folgendes verkündet:

Vater ich preise Dich für die Wunder, die derzeit durch die Macht des kostbaren Blutes Deines Sohnes Jesus im ganzen Wesen deines Kindes geschehen. Ich bin so sicher, dass Du handelst, dass Du Dein Kind befreist, dass ich Dir jetzt schon für die Wundertaten danke, die durch dieses Gebet geschehen werden.“

Natürlich sollen wir GOTT loben und preisen für alle Hilfen, Gnaden und Wegweisungen, ihm danken für seine Fügungen, für Trost und Beistand. Aber stets sollte dabei der Wunsch aus dem Vaterunser-Gebet im Vordergrund stehen: „Dein Wille geschehe!“

GOTT ist ein persönliches Wesen und keine esoterische „Kraft“ oder Energie, die wir beliebig für unsere Interessen und Zwecke einspannen können, denn seine Gnade und seine Gaben sind unverfübar.

Nicht der Ewige hat uns und unseren Wünschen zu dienen, sondern wir sollen uns ihm als Diener zur Verfügung stellen – so wie Maria es einst bei der Verkündigung durch den Engel so treffend gesagt hat: „Siehe, ich bin die Magd des HERRN – mir geschehe nach Deinem Wort!“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Evita Gründler, Dr. Bernd F. Pelz, Archiv


MARIA: Nicht „Miterlöserin“, sondern edle Mitarbeiterin im Heilswerk Christi

Von Felizitas Küble

In dem bekannten Interview-Buch „Gott und die Welt“ äußert sich Papst Benedikt (damals Kardinal Ratzinger) im Abschnitt „Von den Dogmen“ auch zum Thema: Ist Maria eine „Miterlöserin?“ – Der Glaubenspräfekt stellt fest:

„Die Antwort der Glaubenskongregation darauf lautet, daß das, was damit gemeint ist, in anderen Titeln Marias in besserer Weise ausgesagt ist, während die Formel „Miterlöserin“ sich von der Sprache der Schrift und der Väter zu weit entfernt und daher Mißverständnisse hervorruft.“

Gemeint sind also die Heilige Schrift und die Aussagen der antiken Kirchenväter (Patristik) aus der christlichen Frühzeit.

Sodann erklärt Kardinal Ratzinger:

„Was ist richtig daran? Nun, richtig ist, daß Christus nicht außerhalb von uns oder neben uns stehenbleibt, sondern mit uns eine tiefe, neue Gemeinschaft bildet… Dieser große Austausch ist der eigentliche Inhalt der Erlösung, die Einschränkung des Ich und das Hineinreichen in die Gemeinschaft mit Gott.

Weil Maria die Kirche als solche vorwegnimmt und sozusagen Kirche in Person ist, so ist dieses „Mit“ in ihr exemplarisch verwirklicht.

Aber über diesem „Mit“ darf man nicht das „Zuerst“ Christi vergessen. Alles kommt von IHM, wie besonders der Epheser- und der Kolosserbrief sagen; auch Maria ist alles, was sie ist, durch IHN.

Das Wort „Miterlöserin“ würde diesen Ursprung verdunkeln.

Eine richtige Intention drückt sich in einem falschen Wort aus. Für die Dinge des Glaubens ist gerade die Kontinuität mit der Sprache der Schrift und der Väter wesentlich; die Sprache der Schrift ist nicht beliebig manipulierbar.“

Damit erklärt der spätere Papsst Benedikt damals als Glaubenspräfekt: dieser Begriff „Miterlöserin“ ist sprachlich und inhaltlich zu weit von Bibel, Dogma und kirchlicher Überlieferung.

Zugleich können wir aber feststellen: Die selige Jungfrau Maria ist das edelste Geschöpf Gottes und zugleich die wichtigste Mitarbeiterin am Heilswerk Christi.

Dazu kommt: Eine Erlöste kann keine Erlöserin sein, auch keine Miterlöserin im eigentlichen Sinne. Die Gottesmutter ist die Ersterlöste und Vollerlöste des Neuen Bundes. Das ist amtliche kirchliche Lehre, sogar ein Dogma, nämlich das der makelosen Empfängnis – ihr Freisein von der Erbsünde ist ein Gnadenakt Gottes, wie es im Immaculata-Dogma heißt – und zwar „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes“.

Durch Gottes Gnade und Erwählung ist die Madonna schon im ersten Augenblick ihres Daseins von Erbschuld frei bzw. davor bewahrt geblieben.

Sowohl biblisch wie dogmatisch besteht kein Zweifel, daß Maria zur erlösungsbedürftigen Menschheit gehört, wenngleich bei ihr die Erlösung eine „Voraus-Erlösung“ und durch die Aufnahme in den Himmel eine „Voll-Erlösung“ war – damit änderte sich der Zeitpunkt (Maria wurde nicht wie wir erst durch die Taufe erlöst), aber nicht der göttliche Gnadenakt der Erlösung als solcher.

Als Erlöste kann Maria nicht zugleich Erlöserin sein, auch nicht Miterlöserin.

Es gibt zwar durchaus eine Mitwirkung der Gläubigen am Gottesreich, schreibt Paulus doch, daß wir für Christi Leib, die Kirche, ergänzen sollen, was insoweit an seinem Heilswerk noch „fehlt“, das freilich an sich vollkommen ist und keinerlei Ergänzung bedarf; es geht um die Mitwirkung am kirchlichen Heilswerk auf geschöpflicher Ebene – und eben hier ist die Gottesmutter die Erste: von allen Geschöpfen ist sie das edelste und heiligste – und die erste Christin, die erste Erlöste und Begnadete des Neuen Bundes.

Mögen es manche auch noch so oft wiederholen und fordern (vor allem die Anhänger der kirchlich nicht anerkannten Amsterdamer Erscheinungen), es bleibt dabei:
Das Dogma „Maria Miterlöserin“ wird nie kommen, die Kirche wird es nie einführen.
Warum nicht?

Ganz einfach: weil es weder in der Bibel noch in der kirchlichen Tradition den nötigen Rückhalt findet.

Selbst wenn man also den Ausdruck „Miterlöserin“ mit entspechenden Auslegungen, Fußnoten und Einschränkungen richtig verstehen könnte, so ist er insgesam in seiner Wirkung äußerst mißverständlich bis irreführend und daher bei weitem nicht dogma-reif, weil ein Dogma stets aus einem Guß ist – und nicht durch x-Fußnoten und Anmerkungen eingeschränkt wird. Bei einer unklaren Sachlage kann man es nämlich gleich ganz bleiben lassen, statt einen theologischen Eiertanz zu vollziehen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Unser PLAKAT zum Marienmonat MAI

POSTER aus dem KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. vorweg in Briefmarken beilegen). – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz