Die Amsterdamer „Erscheinungen“ und das irreführende Bild der „Miterlöserin“

Von Felizitas Küble

Am 2. September 2017 findet in Düsseldorf wieder der jährliche „Gebetstag der Frau aller Völker“ statt. Über diese sogenannten Marienerscheinungen von Amsterdam (die von 1945 bis 1959 dauerten) haben wir mehrfach kritisch berichtet (siehe HIER).

Dort wird u.a. ein Dogma von Maria als „Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin“ gefordert  –  ein Anliegen, das die Anhänger jener Visionen von Ida Peerdemann seit Jahrzehnten an die Kirchenleitung herantragen.

Während der Ehrentitel „Fürsprecherin“ für die Madonna seit jeher geläufig ist, während man auch das Wort von der „Mittlerin“ (in totaler Abhängigkeit vom eigentlichen Mittler Christus) richtig verstehen kann, ist der Titel „Miterlöserin“ kein Bestandteil der amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Überdies ist dieser Begriff nur mit erheblicher Mühe und Relativierung glaubenskonform auslegbar – mit anderen Worten: er ist zumindest sehr auslegungsbedürftig, mißverständlich und im Grunde irreführend. (Siehe dazu auch die ablehnende Haltung von Papst Benedikt: HIER)

Diesmal werfen wir einen Blick auf das bekannte „Gnadenbild“ der Amsterdamer Erscheinungen, wie es auf der offiziellen Webseite (http://www.de-vrouwe.info/de/ein-bild-zum-nachdenken) gezeigt wird.

Dazu sei Folgendes angemerkt.

  1. Die sofort ins Auge springende theologische Dreistigkeit besteht darin, daß sich jene „Maria“ direkt vor das Kreuz ihres göttlichen Sohnes stellt und ihn damit komplett nicht nur verdrängt, sondern verdeckt und somit unsichtbar macht. Im Neuen Testament heißt es, daß die Gottesmutter mit dem  Apostel Johannes neben dem Kreuz stand; man sieht sie in kirchlichen Darstellung bisweilen auch unter dem Kreuz, aber nie direkt vor dem Kreuz, den HERRN versteckend.
    Es stellt sich damit die Frage, ob die Madonna auf diesem häretischen „Gnadenbild“ nicht nur  –  wie per „Amsterdam“ gefordert  –  als „Miterlöserin“, sondern indirekt
    (nämlich von der Bildgestaltung her) sogar als die eigentliche Erlöserin präsentiert wird.
  2. Daß von den Händen Mariens Lichtstrahlen ausgehen, kennt man zwar auch von anderen frommen Devotionalien, allerdings nicht wie hier mit durchbohrten Händen. Auch auf diese Weise werden Attribute, die allein Christus zukommen, auf seine Mutter übertragen, während ER selber hier gar nicht mehr zu sehen ist.  – Dies hängt zusammen mit der Amsterdamer Erscheinung vom 31.5.1951. Dort erkannte die „Seherin“ Ida Peerdemann „mitten in den Händen Mariens etwas, als ob dort eine Wunde gewesen“ sei.
    Am 22. Juni 2002 hielt der führende Amsterdam-Apologet Pater Paul
    Sigl in Köln einen Lichtbilder-Vortrag, der unter dem vielsagenden Motto stand: „Die leuchtende und durchbohrte Hand der Miterlöserin.“  (Näheres dazu HIER)
  3.  Äußerst problematisch ist auch die Deutung des Tuches, das um ihre Taille gebunden ist. Dazu erklärte die „Madonna“ bei ihrer vermeintlichen Erscheinung am 15.4.1951: „Dies ist wie das Lendentuch des Sohnes. Ich stehe ja als die Frau vor dem Kreuz des Sohnes.“  – Auch hier findet eine Gleichstellung mit Christus bei gleichzeitiger Verdrängung seiner Präsenz statt.
  4. Die Frauengestalt steht selbstherrlich auf einer Weltkugel, darunter zahllose Schafe, die wohl die Weltbevölkerung symbolisieren sollen. (Das Visionsphämomen bezeichnet sich selbst mit dem neuen Titel einer „Frau aller Völker“.)  Bei den in der Kirche sonst verbreiteten Darstellungen der Madonna auf dem Globus sieht man sie stattdessen, wie sie der Schlange (dem Satan) den Kopf zertritt; dieser steht meist auf einer Mondsichel (Symbol des Heidentums und des Islam).
    Hier aber wird die sog. „Frau aller Völker“ fast wie eine kosmische Erdgöttin oder Weltenherrscherin im Strahlenglanz präsentiert.  – Dazu paßt die Amsterdamer „Botschaft“ vom 31.5.1951: „Meine Füße habe ich fest auf die Erdkugel gesetzt, weil mich der Vater und der Sohn in diese Zeit, in diese Welt bringen will als die Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin“.   –  Der Heilige Geist fehlt interessanterweise in dieser Aufzählung. Zudem fragt man sich, warum der Himmel denn angeblich eine neue Sonderform Mariens „in diese Zeit“ bringen will?
  5. Am 1.4.1951 erklärte das Erscheinungsphantom etliche Merkwürdigkeiten: „Ich stehe vor dem Kreuz mit Kopf, Händen und Füßen wie von einem Menschen. Mein Leib ist wie von  Geist…Mein Leib ist aufgenommen gleich dem Sohn. Jetzt stehe ich opfernd vor dem Kreuz. Fürwahr, ich habe mit meinem Sohn seelisch und vor allem auch körperlich gelitten.“  – Hierzu sind wohl folgende Richtigstellungen angebracht: Die Madonna ist keineswegs „aufgenommen gleich dem Sohn“, vielmehr ist Christus als Gott aktiv aufgefahren in den Himmel, aus eigener Vollmacht nämlich; Maria hingegen wurde als Geschöpf von Gott  „aufgenommen“ in die ewige Herrlichkeit  –  ein wohlgemerkt nicht nur gradueller, sondern wesentlicher Unterschied.
    Zudem erschließt sich nicht, warum Maria mit ihrem Sohn „vor allem auch körperlich“ gelitten haben soll. Sodann ist die Formulierung „Mein Leib ist wie von Geist“ zumindest mißverständlich. 
  6. Theologisch gerade absurd erscheint überdies folgende „Botschaft“ vom 31.5.1954: „Wenn das Dogma ausgesprochen ist, dann wird die Frau aller Völker der Welt den Frieden, den wahren Frieden schenken.“  –  Hier wird unser Erlöser erneut völlig an den Rand gedrängt; ER ist der wahre Friedefürst, denn „Christus ist unser Friede“ (Eph 2,14), sagt das Neue Testament unmißverständlich. Zudem findet sich in der Hl. Schrift nirgendwo eine Verheißung für einen künftigen irdischen Weltfrieden.
    Überdies hätte man gern gewußt, warum die „Frau aller Völker“ bereits ein Jahr nach der 1950 erfolgten Dogmatisierung der Assumpta
    (Aufnahme Marias in den Himmel) ein weiteres (und noch dazu unsinniges) Dogma fordert.

Irritierend wirkt daher auch dieses Foto (http://www.de-vrouwe.info/de/duesseldorf-2017), zumal hier ein halbes Dutzend hoher kirchlicher Würdenträger vor dem Amsterdamer „Gnadenbild“ knien, auf dem unser Erlöser komplett verdrängt und durch eine Erscheinungs-„Maria“ ersetzt wird, mag auch das Kreuz im Hintergrund teilweise noch zu sehen sein. (Wobei nicht sicher ist, ob es sich um ein Kreuz handelt –  da man nur den oberen Teil erkennen kann; es könnte auch ein umgedrehtes Tau-Zeichen sein, wie es in esoterischen Kreisen weit verbreitet ist.)

Zu dem oft gehörten Einwand, jene Amsterdamer Privatoffenbarungen seien kirchlich „anerkannt“, sei klargestellt:

Die zuständigen Bischöfe von Haarlem-Amsterdam haben diese Erscheinungen über Jahrzehnte hinweg abgelehnt, ebenso die römische Glaubenskongregation bis einschließlich der Amtszeit von Kardinal Ratzinger als Präfekt (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/19/vatikan-glaubenskongregation-hat-amsterdamer-erscheinungen-1974-abgelehnt/)

Der holländische Bischof Josef Maria Punt, dessen Mutter ebenfalls zur Schar der begeisterten Peerdemann-Anhängern gehört, hat sich über diese konstanten kirchlichen Entscheidungen hinweggesetzt und am 10.6.2002 zur vielfachen Überraschung den Kult um die „Frau aller Völker“ genehmigt.

Der Vatikan hat diese Entscheidung nie bestätigt, aber eine gewisse Notbremse gezogen und wenigstens jenes Anrufungswort der Frau aller Völker „die einst Maria war“ untersagt. (Näheres dazu: https://charismatismus.wordpress.com/2017/03/03/jungfrau-maria-oder-frau-aller-voelker/)

Zudem hat die Glaubenskongregation ihr striktes Urteil, es „steht fest“, daß die Amsterdamer Erscheinungen „nicht übernatürlich“ seien, im Jahre 2006 erneut veröffentlicht und damit bekräftigt  – auch gegenüber der bischöflichen „Anerkennung“.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

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Sind die Verheißungen von FATIMA erfüllt? – Hat sich Rußland bereits bekehrt?

Von Felizitas Küble

Die weltbekannten Erscheinungen von Fatima (Portugal) aus dem Jahre 1917 sind seit 1930 kirchlich approbiert (genehmigt, gebilligt). Diese Befürwortung des damaligen Bischofs von Leira-Fatima erlaubt den Gläubigen, jenen Marienvisionen ihre Zustimmung zu schenken, verpflichtet sie aber nicht dazu. 2732900420_68d28f8a20

Die Offenbarung Gottes ist laut kirchlicher Lehre mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen, weshalb sogenannte „Privatoffenbarungen“ – auch im Falle einer „Anerkennung“  –  für die Gläubigen nicht verbindlich sind; jene gebilligten Erscheinungen sind nicht nur kein Dogma, sie gehören auch nicht zum „Glaubensgut“ der Kirche, sind also kein integraler Bestandteil ihrer amtlichen Verkündigung.

Im Zusammenhang mit dem Fatima-Phänomen gibt es mittlerweile eine Reihe von Bittschriften und Petitionen, in welchen die Kirchenführung aufgefordert wird, die von Fatima geforderte Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens zu vollziehen, um damit eine Bekehrung Rußlands und ein Zeitalter des Friedens einzuleiten.

Vatikan: Rußlandweihe erfolgte 1984 durch Johannes Paul II.

Der Vatikan hingegen weist dieses Ansinnen zurück mit der Begründung, jene Weihe sei bereits vor über 20 Jahren von Papst Johannes Paul II. vorgenommen worden, weshalb die entsprechenden Forderungen gegenstandslos seien.

Zu diesem Streitpunkt folgen nun einige Infos von beiden Seiten:vierge_pellevoisin

Die Hauptseherin von Fatima ist die Ordensfrau Sr. Lucia, die hochbetagt im Jahre 2005 verstarb.

Schwester Lucia gab ab den 30er Jahren bekannt, daß sie auch nach den kirchlich approbierten Erscheinungen von Fatima weitere Botschaften des Himmels erhalten habe, darunter eine Marienvision vom 13. Juni 1929 mit u.a. folgendem Inhalt: „Die Zeit ist gekommen, wo GOTT den Heiligen Vater bittet, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt die Weihe Rußlands an mein Unbeflecktes Herz vorzunehmen, wobei ER verspricht, es (Rußland) durch dieses Mittel zu retten.“   

In weiteren Äußerungen Lucias wurde zudem als Folge dieser Weihe „eine Zeit des Friedens“ angekündigt.

Das Thema Rußlandweihe spielt aktuell nach wie vor in vielen katholischen Veröffentlichungen eine beträchtliche Rolle.

„Kath.net“: Ankündigungen Fatimas bereits eingetroffen

So gibt z. B. die bekannte katholische Nachrichtenseite „Kath.net“ in einem Artikel mit dem Titel „Geistliche Luftbrücke Moskau-Fatima“ am 19. August 2016 zu verstehen, daß die Abschaffung des Kommunismus in der Sowjetunion eine Erfüllung der Fatima-Verheißung sei:

„Pater Werenfried van Straaten, viele Gläubige in Russland und weltweit waren davon überzeugt, dass die Geschehnisse der Wendejahre eng mit der Botschaft von Fatima in Verbindung stehen…

Der Moskauer Putsch am 19. August, der das Ende der Sowjetunion einleitete, fiel genau auf den Jahrestag der vierten Marienerscheinung in Fatima. Die Nachricht von der Zerschlagung des Putsches erreichte die Welt am 21. August, an dem die kirchliche Liturgie den Gedenktag „Maria Königin“ feiert.

Als Dank für die friedliche Revolution und den Fall des Kommunismus initiierte „Kirche in Not“ zusammen mit katholischen wie orthodoxen Kirchenvertretern und mehr als 150 russischen Fernseh- und Radiosendern am 13. Oktober 1991 eine Liveübertragung der Wallfahrtsfeierlichkeiten aus Fatima.“

Vielfache Kritik an „fehlender Weihe Rußlands“

Traditionell orientierte Gruppierungen denken häufig anders über diese angeblichen Zusammenhänge.

In diversen katholischen Internetseiten wird behauptet, die Weihe Rußlands sei in Wirklichkeit „immer noch nicht erfolgt“, beispielsweise hier: https://wegwahrheitleben.wordpress.com/2010/12/13/die-geheimnisse-von-fatima-iv-die-weihe-russlands-ist-noch-immer-nicht-erfolgt/

Die traditionalistische Webseite „Katholisches.info“ vom 14.10.2013 schreibt dazu in ähnlicher Weise Folgendes: picture-45

„Die 2005 in Coimbra verstorbene letzte Seherin von Fatima, die Karmelitin Schwester Maria Luzia vom Unbefleckten Herzen beharrte darauf, daß mit der Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens 1984 durch Johannes Paul II. der Wunsch der Gottesmutter noch nicht erfüllt worden sei, da Rußland nicht erwähnt wurde.“

(Es trifft zu, daß Rußland in jener Weiheformel von 1984 nicht namentlich erwähnt (sondern allenfalls angedeutet) wurde. Die Behauptung, Lucia habe diese Weihe nicht als gültig angesehen, wird in diesem Artikel allerdings nicht belegt.)

Der seit Jahrzehnten Fatima-aktive Pater Nicolas Gruner schrieb am 1. Mai 2014 ebenfalls, die Weihe Rußlands sei noch nicht erfolgt. Näheres hier: https://poschenker.wordpress.com/2014/06/30/pater-nicolas-gruner-weihe-russlands-an-das-unbefleckte-herz-mariens-aktion-bittschrift-an-den-papst/

Rom: Sr. Lucia bestätigt die Rußlandweihe

Völlig anders äußert sich hingegen das offizielle Web-Portal des Vatikan hierzu. Dort heißt es: 

„Schwester Lucia bestätigte persönlich, daß dieser feierliche und universale Weiheakt dem entsprach, was Unsere Liebe Frau wollte („Sim, està feita, tal como Nossa Senhora a pediu, desde o dia 25 de Março de 1984“: „Ja, es ist so geschehen, wie es Unsere Liebe Frau am 25. März 1984 erbeten hatte“: Brief vom 8. November 1989)“

In Übereinstimmung damit berichtete vor drei Jahren der „Schweizer Fatima-Bote“ (Nr. 56) folgendes:Vat_Flagge

„Nach seiner Rückkehr von Rom wagte Pater Luis Kondor am 11.Mai 1984 Sr. Lucia im Karmel von Coimbra zu fra­gen: „Ist die Weihe wirklich vollzogen worden, wie dies Unsere Liebe Frau erbeten hatte?“. –  Sie antwortete: „Ja, diese Weihe wurde vom Himmel ange­nommen“. „Und wel­ches Zeichen werden wir dafür, Schwester, erhalten?“ – „Schauen sie in den Osten von dort wird die Antwort kommen“.

Und sie kam tatsächlich. Schwester Lucia bestätigte auch die Nachricht über die Bekehrung Russlands, die sie aus einer glaubwürdigen Quel­le erhalten hatte: Russland hat offiziell den Weg des gottlosen Kommunismus aufgegeben und ist zur Religionsfreiheit zurückgekehrt.“

Der in diesem Artikel erwähnte Pater Louis Kondor war der amtliche Leiter des Seligsprechungsverfahrens für die beiden anderen Fatima-Seher Jacinta und Francesco; zudem stand er jahrzehntelang im Kontakt mit Sr. Lucia und war zuständig für die Veröffentlichung ihrer Erinnerungen.

Rückschau der Fatima-Seherin: Verheißungen sind erfüllt

Im Jahre 2006 erschien von offiziöser Seite eine aufschlußreiche Buchbroschüre (siehe Foto): „Schwester Lucia –  Die Botschaft von Fatima“.  – Der Untertitel lautet: „Wie sehe ich die Botschaft durch die Zeit und durch die Ereignisse?“Titel

Nach einer Aufforderung ihres Ordensgenerals hatte Schwester Lucia noch im hohen Alter eine Art Rückschau auf die damaligen Ereignisse vorgenommen und dabei notiert, wie sie die Botschaft von Fatima durch die vergangene Zeitspanne hindurch beurteilt und aus ihrer jetzigen Sicht beleuchtet.

In dieser Veröffentlichung, die von ihrem Karmel-Kloster in Coimbra herausgegeben und mit Imprimatur ihres Bischofs von Leira-Fatima versehen wurde, geht es auch um das umstrittene Thema der Weihe und die damit verbundene Verheißung einer Bekehrung Rußlands und einer Zeitspanne des Friedens.

Dazu schreibt Sr. Lucia auf Seite 52 hinsichtlich der von ihr zitierten Erscheinungs-Botschaft „Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird“ Folgendes:

„Das Wort „das sich bekehren wird“ kommt vom Wort „Bekehrung“. Das heißt, es wird einen Wechsel geben vom Bösen zum Guten. (…) Diese Weihe erfolgte öffentlich durch den Heiligen Vater Johannes Paul II. in Rom am 25. März 1984 vor dem Gnadenbild unserer Lieben Frau. (…)

Nachdem der Heilige Vater alle Bischöfe der Welt angeschrieben hatte mit der Bitte, sie mögen sich in diesem Weiheakt mit Seiner Heiligkeit vereinigen, ordnete er an, dass das Gnadenbild  eigens nach Rom gebracht werde, um zum Ausdruck zu bringen, dass er die Weihe vor diesem Bild vollziehe, weil Unsere Liebe Frau von Fatima darum gebeten hatte.“

Schwester Lucia: „Es gibt immer noch Blinde…“

Auf S. 54 bekräftigt Sr. Lucia ihre Sicht der Dinge, wonach der Weiheakt vollzogen und die Bekehrung Rußlands erfolgt sei, wobei sie etwas ungnädig über die Skeptiker bzw. „Blinden“ urteilt: P1020947 - Kopie

„Nach all dem gibt es immer noch Blinde, die nicht sehen oder nicht sehen wollen und sagen: Aber es gibt immer noch Kriege in dieser Welt und unsere Herrin hat doch den Frieden versprochen.“

Zu diesem Einwand äußert sich die Hauptseherin von Fatima folgendermaßen:

„Ja, unsere Herrin hat den Frieden versprochen im Blick auf alle Kriege in der Welt, die durch den gottlosen Kommunismus entfacht wurden, nicht aber im Blick auf die Bürgerkriege, die es immer gab und geben wird.“

Neue Definition: „Bekehrung bedeutet Umwandlung zum Guten“

Auf S. 55 geht Sr. Lucia erneut auf Ihre spezielle Deutung der Bekehrungs-Verheißung von Fatima ein:

„Das Wort „wird sich bekehren“ heißt: Es wird eine Umwandlung vom Bösen zum Guten erfolgen. Oder es wird eine Verwandlung geben.“

Damit dürfte klar sein: Schwester Lucia geht davon aus, daß die Verheißung einer Bekehrung Rußlands und einer Periode des Friedens bereits in Erfüllung gegangen ist.

Hierzu stellen sich aus meiner Sicht folgende Fragen bzw. Einwände:  131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

  1. Unter Bekehrung wird unter gläubigen Katholiken zweifellos eine Umkehr bzw. Hinwendung zur katholischen Kirche verstanden. Dies würde bedeuten, daß Rußland  –  also zumindest die Mehrheit des Volkes bzw. der meisten Orthodoxen und sonstigen Christgläubigen  –  sich wieder der katholischen Kirche anschließt. Die bescheidenste Mindestanforderung wäre eine allgemeine Hinwendung der Bevölkerung zum christlichen Glauben (selbst wenn dies die schismatisch-orthodoxe Version wäre). Aber nicht einmal hiervon kann annähernd die Rede sein. Eher gewinnt man den Eindruck: In Rußland blüht weniger der Glaube als vielmehr der Aberglaube (Esoterik, Magie, Okkultismus, Geistheilertum, Schwärmerei)  –  von diversen politischen Problemen und verheerenden Mißständen ganz zu schweigen.
  2. Wenn Sr. Lucia erklärt, unter „Bekehrung“ sei eine „Umwandlung vom Bösen zum Guten“ zu verstehen, so ist dies bestenfalls an den Haaren herbeigezogen. Einen solchen Zustand  –  also auch den Fall des Kommunismus  –  kann man gewiß als deutliche politische Besserung einordnen, hat aber mit einer „Bekehrung“ im eigentlichen Sinne schlichtweg nichts zu tun. Niemand käme zum Beispiel auf die fantasievolle Idee, aus dem bloßen Ende des „DDR“-Kommunismus zu schlußfolgern, in den neuen Bundesländern habe dadurch zugleich eine „Bekehrung“ stattgefunden.
  3. Aus der Fatima-Verheißung geht eindeutig hervor, Rußland werde sich bekehren und der Welt werde „eine Zeit des Friedens gewährt“. Die von Lucia erwähnte Einschränkung, dies beziehe sich allein auf jene Kriege, die der „gottlose Kommunismus“ verursache, ist im Wortlaut der Fatima-Botschaft nicht enthalten. (Zudem ist der Kommunismus  –  genau genommen  –  nicht nur „gottlos“ wie zB. der Atheismus, sondern antigöttlich – er bekämpft aktiv den Gottesglauben!)

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 

 


Lucia und Jacinta am 13. Oktober 1917 in Fatima: „Der Krieg geht heute zu Ende“

Von Felizitas Küble

In Europa sind zwei kirchlich genehmigte Marienerscheinungsorte besonders bekannt, nämlich Lourdes und Fatima.

Wenn die Kirche eine Privatoffenbarung approbiert (billigt, gestattet, „anerkennt“), dann bedeutet dies keine Glaubensverpflichtung für Katholiken, sondern lediglich eine Erlaubnis zur Zustimmung. Erscheinungen sind also weder heilsnotwendig noch Bestandteil des Glaubensgutes („depositum fidei“) oder der amtlichen kirchlichen Verkündigung.fatima-von-anfang-an Daher ist den Gläubigen eine sachliche Kritik an Privatoffenbarungen seit jeher erlaubt.

Das 360 Seiten starke Buch „Fatima von Anfang an“ gehört zwar durchaus zur Fatima-begeisterten Literatur, ist aber nicht in allem stromlinienförmig; so wird zB. den Aussagen von Sr. Lucia nicht immer voll zugestimmt und die Erzählweise der Publikation ist insgesamt recht nüchtern.

Dieses Buch von Pater Joao de Marchi schildert u. a. die Befragung von Seherkindern durch Prof. Dr. Formigao am Abend des 13. Oktober 1917, also einige Stunden nach dem spektakulären Sonnenwunder in der Nähe von Fatima.

Dabei wird das damalige Protokoll des portugiesischen Geistlichen zitiert  –  auch das Gespräch mit Jacinta (S. 201):

Der Priester fragte das Seherkind: „Was hat die Dame gesagt?“  – „Sie sagte, wir sollen jeden Tag des Rosenkranz beten, und daß der Krieg heute zu Ende geht.“  – „Zu wem sagte sie das?“ – „Zu Lucia und mir, Francisco hörte nichts.“

Was nun das Interview mit Lucia am selben Abend betrifft, so ist die entsprechende Stelle gestrichen worden. Auf die Frage, was Maria ihr kurz vor dem Beginn des Sonnenwunders mitgeteilt habe, antwortete die Seherin demzufolge (S. 199):

„Sie sagte, wir sollen unser Leben bessern und unseren Herrn  nicht mehr beleidigen, der sei schon so viel beleidigt worden und daß wir täglich den Rosenkranz beten und um Verzeihung unserer Sünden bitten sollen.“

In Wirklichkeit geht es an dieser Stelle in Dr. Formigaos Protokoll wie folgt weiter: „….daß der Krieg heute aufhören werde und daß wir unsere Soldaten sehr bald erwarten sollen.“

„Ernsthafte Zweifel an der Echtheit“

Nachdem der Krieg an diesem Tag des Sonnentanzes keineswegs zu Ende ging (sondern erst im nächsten Jahr), fragte Dr. Formigao die Seherkinder am 19. Oktober 1917 noch einmal. Dieses Protokoll wird in dem erwähnten Buch ab S. 205 wiedergegeben. 0022

Eingangs heißt es: „Am 13. Oktober sagten beide, Lucia wie auch Jacinta, daß sie aus dem Mund der Seligen Junfrau die Worte „Der Krieg wird heute zu Ende gehen“ gehört hatten.“ 

Der Verfasser dieses Pro-Fatima-Buches räumt ein: „Diese Aussage der Seher konnte ernsthafte Zweifel an der Echtheit der Erscheinungen hervorrufen“.

Daher habe sich Dr. Formigao am 19. Oktober erneut zu den Kindern aufgemacht, um sie zu befragen.

Jacinta reagierte zunächst eher ausweichend („sie sagte, der Krieg würde zu Ende gehen“) und verwies auf Lucia, weil diese die Erscheinung besser verstanden habe. Lucia blieb ihrer ursprünglichen Aussage treu und beharrte zweimal darauf („Ich weiß nur, daß ich sie sagen hörte, der Krieg gehe an diesem Tag zu Ende“), wobei bereits klar war, daß diese Ankündigung ein Irrtum war.

Wie aus der wissenschaftlichen Studie „Rosenkranz und Kriegsvisionen“ von Monique Scheer hervorgeht, worin jenes Protokoll ausführlicher abgedruckt ist, hat sich Lucia im weiteren Verlauf des Interviews dann doch noch verunsichert geäußert: „Ich erinnere mich schon nicht mehr gut, was sie (Maria) sagte. (…) Vielleicht habe ich Unsere Liebe Frau nicht gut verstanden.“ – Und Jacinta erklärte auf erneute Nachfrage, wann der Krieg zu Ende gehe: „Ich glaube, er geht am Sonntag zu Ende.“ – Dies war dann freilich auch nicht der Fall (vgl. S. 52).

„Widersprüchliche oder unklare Aussagen“

Abschließend schreibt Pater Joao de Marchi, der Buchautor, trotz seiner sonstigen Fatima-Anhänglichkeit folgendes dazu: „Wie man sieht, handelt es sich bei der Frage, das Ende des Krieges betreffend, um widersprüchliche oder unklare Aussagen.“

Auf S. 211 schildert der Verfasser die kirchenamtliche Befragung der Untersuchungskommission vom 8. Juli 1924. Auch dort habe Lucia  – ca sieben Jahre nach dem Ereignis – daran festgehalten, daß die Madonna betreff des Kriegsendes von „heute“ gesprochen habe. 

Zugleich erwähnte sie damals eine ganz neue Variante hinsichtlich ihrer Cousine Jacinta, denn diese habe ihr „später“ gesagt, die Gottesmutter habe am 13. Oktober 1917 folgendes mitgeteilt: „Die Menschen müssen sich bekehren, der Krieg wird innerhalb eines Jahres zu Ende gehen.“ 

Diese Version taucht allerdings in den drei diesbezüglichen Gesprächen von Dr. Formigao mit Jacinta nicht auf. Dort hat sie beim ersten Mal „heute“ gesagt, dann beim zweiten Interview (wie bereits erwähnt) verunsichert auf Lucia verwiesen, beim dritten Mal (am 2. November 1917) plötzlich wieder eindeutig „heute“ gesagt (vgl. S. 213).   Titel

Vom schwierigen Umgang mit einer Schwierigkeit

Im Fatima-Schrifttum wird das offensichtliche Problem größtenteils auf zweifache Weise umgangen:

Teilweise bleibt diese HEUTE-Aussage einfach unerwähnt, so etwa in dem weitverbreiteten Buch „Rom – Moskau – Fatima“ von Pater Dr. Otto Bohr. Dort werden die Ereignisse des 13. Oktober 1917 zwar auf 14 Seiten breit geschildert, dieser Satz aber ausgelassen.

Neben Kürzungen gibt es unrichtige Darstellungen, die da lauten: „Der Krieg geht seinem Ende entgegen“ (das wäre ohnehin eine banale Aussage des Himmels, zumal jeder Krieg mal seinem Ende entgegengeht)  – oder „Der Krieg geht bald seinem Ende entgegen.“

Eine weitere Variante, diese Schwierigkeiten zu umgehen, besteht darin, sie in eine Wenn-Dann-Prophetie umzuwanden.  So heißt es in dem vom Clarentinerpater Abilio Ribeiro verfaßten Buch „Fatima  – Botschaft und Weihe“ auf S. 22: „Wenn die Menschen sich bessern, wird der Krieg heute noch zu Ende gehen.“  –  Es ist zwar hier zutreffend das Wort „heute“ erwähnt, aber eine ursprünglich nicht vorhandene WENN-Einschränkung vorgenommen: „Wenn die Menschen sich bessern…“Buch

Eine gewisse Glättung der Problematik wird auch darin erkennbar, bei diesem Thema nicht mehr wörtlich zu zitieren, sondern auf eine indirekte Schreibweise umzusteigen, so zB. in dem bekannten Buch „Fatima und Pius XII.“, das der katholische Verlagsleiter Johannes M. Höcht verfaßte. Dort kann man lesen: „Der Krieg gehe dem Ende entgegen.“ (S. 75)

Prof. Fonseca verbannt das Problem in Fußnoten

Das bekannteste Fatima-Buch ist wohl der Klassiker „Maria spricht zur Welt“ von Prof. Dr. Gonzaga de Fonseca.

Er schreibt in der 18. Auflage hierzu auf S. 91 hinsichtlich der Äußerungen Lucias betr. dieser Marienbotschaft: „Sie fügte hinzu, der Krieg gehe dem Ende entgegen und die Soldaten würden bald heimkehren.“Fatima

Allerdings wird immerhin in einer Fußnote erwähnt, Lucia und Jacinta hätten bei verschiedenen Befragungen geäußert, die Madonna habe gesagt: „Der Krieg wird heute zu Ende gehen….“ (Es wird danach versucht, diese Aussagen zu relativieren.)

In dem 1975 erschienenen Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima“ berichtet die Seherin selbst auf S. 158 über die Ereignisse des 13. Oktobers. Dort wird die Marienbotschaft von ihr wie folgt zitiert:

„Ich möchte dir sagen, dass hier eine Kapelle zu meiner Ehre gebaut werden soll; ich bin unsere Liebe Frau vom Rosenkranz; man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten. Der Krieg geht zu Ende und die Soldaten werden in Kürze nachhause zurückkehren.“

Auf S. 159 gibt es dazu aber ein „Nachwort“ von ihr, das Sei damals an ihren Bischof sandte. Darin heißt es:

„Ich hatte so viel damit zu tun, mich an die zahllosen Gnaden zu erinnern, um die ich Unsere Liebe Frau bitten sollte, dass mir dadurch möglicherweise ein Irrtum unterlaufen ist, als ich nämlich sagte, der Krieg werde am selben Tag, dem 13., zu Ende gehen.“

Tatsache ist also: Die Hauptseherin Lucia beharrte von 1917 bis 1924 auf dem Wort HEUTE. Wenn dies auch ein objektiver Irrtum war, so wollte sie diesem immerhin persönlich „treu“ bleiben und sich nicht hinterher um ihre Ursprungs-Worte „herummogeln“.

Ende der 30er Jahre, als sie für den damaligen Diözesanbischof eine Niederschrift über die Fatima-Ereignisse anfertigte, kehrte sie diesen Ausdruck zunächst unter den Tisch, um dann in einem Nachwort den damaligen Fehler endgültig einzuräumen.

Abschließend noch eine Bemerkung zur  –  ebenfalls von Lucia erzählten  –  Marienbotschaft vom 13. Oktober 1917, dem Tag des Sonnenwunders: „Sie sagte, wir sollen unser Leben bessern und unseren Herrn  nicht mehr beleidigen, der sei schon so viel beleidigt worden und daß wir täglich den Rosenkranz beten und um Verzeihung unserer Sünden bitten sollen.“ 

Schön und gut, aber warum ist hier nicht von der Beichte die Rede? Wäre das nicht sehr passend?  –  Natürlich ist der Rosenkranz ratsam und die Reue bzw. Bitte um Verzeihung unentbehrlich. Das ändert nichts daran, daß das Sakrament der Buße bei schweren Sünden notwendig und bei läßlichen Sünden sehr empfehlenswert ist.

WEITERE ARTIKEL zum Thema Fatima, Sonnenwunder usw. hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/fatima-und-thema-sonnenwunder/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Medjugorje und die „gerechten Seelen“…

Von Felizitas Küble

Am 2. Tag jedes Monats gibt es in dem  –  kirchlich nicht anerkannten   –  Erscheinungsort Medjugorje eine sog. „Privatbotschaft der Muttergottes an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo“, diesmal jene vom 2. November 2014. (Zusätzlich wird monatlich eine „an die ganze Welt gerichtete“ Offenbarung verkündet bzw. verbreitet.)

Wir zitieren hier abschnittweise diese neueste „himmlische“ Mitteilung und stellen dazu die passenden bzw. fälligen Fragen:  nd_de_toute_aide_querrien_1652

„Liebe Kinder, ich bin bei euch mit dem Segen meines Sohnes, mit euch, die ihr mich liebt und die ihr versucht, mir zu folgen. Ich möchte auch mit euch sein, die ihr mich nicht annehmt. Euch allen öffne ich mein Herz voller Liebe und segne euch mit meinen mütterlichen Händen. Ich bin eine Mutter, die euch versteht. Ich habe euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt. Ihr, die ihr Schmerzen lebt, versteht meinen Schmerz und mein Leiden um jene meiner Kinder, die nicht zulassen, dass sie das Licht meines Sohnes umstrahlt, jene meiner Kinder, die in der Finsternis leben.“

Diese Äußerungen der angeblichen Madonna sind weitgehend sinnfrei bzw. sinnlos  – mit anderen Worten: (ge)haltlos. 

Warum sollte die wahre Gottesmutter eigens erscheinen, um diesen  –  zudem teils unlogischen  –  Jammersermon abzuliefern? 

Was soll zB. die Aussage „Mariens“ an die „lieben Kinder“, sie habe „euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt“?  – Zudem hätte man gern gewußt, warum jene, „die in der Finsternis leben“, gleichwohl „ihre Kinder“ sind. media-372515-2

„Deshalb brauche ich euch, euch, die das Licht umstrahlt hat und die ihr die Wahrheit begriffen habt. Ich rufe euch auf, meinen Sohn anzubeten, damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht. Meine Apostel, dann werdet ihr mir helfen können.“

Getaufte Gläubige, die in der Nachfolge Christi leben, sind nicht etwa nur von seinem „Licht umstrahlt“, sondern der dreieinige Gott wohnt in ihrer Seele und ihr Leib ist deshalb, wie Paulus schreibt, ein „Tempel des Heiligen Geistes“.

Seltsam bis esoterisch klingt auch die Begründung, Christus solle angebetet werden, „damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht“.  –  Der einzig entscheidende Grund für die Anbetung Christi ist die Glaubenstatsache, daß ER der menschgewordene GOTT selber ist, die zweite Person der heiligen Dreieinigkeit.

„Mir zu helfen bedeutet, für diejenigen zu beten, die die Liebe meines Sohnes nicht kennengelernt haben. Indem ihr für sie betet, zeigt ihr meinem Sohn, dass ihr Ihn liebt und Ihm nachfolgt. Mein Sohn hat mir versprochen, dass das Böse niemals gewinnen wird, denn ihr, die Seelen der Gerechten, seid da; ihr, die ihr versucht, eure Gebete mit Herz zu sagen; ihr, die ihr eure Schmerzen und Leiden meinem Sohn darbringt; ihr, die ihr begreift, dass das Leben nur ein Wimpernschlag ist; ihr, die ihr euch nach dem himmlischen Königreich sehnt. All dies macht euch zu meinen Aposteln und führt euch zum Sieg meines Herzens. Deshalb, meine Kinder, reinigt eure Herzen und betet meinen Sohn an. Ich danke euch!“

Das Gebet für andere Menschen ist sicherlich richtig und wichtig, genügt aber keineswegs für ein Leben in der Nachfolge Christi. Es reicht auch nicht aus, seine eigenen Gebete „mit Herz zu sagen“ oder sich „nach dem himmlischen Königreich zu sehen“. – Entscheidend für ein glaubwürdiges Christenleben ist vielmehr die Beachtung der Gebote Gottes sowie Werke des Glaubens und der Nächstenliebe.

Zudem erscheint es recht merkwürdig, wenn die vermeintliche Madonna die Empfänger ihrer Botschaft als „Seelen der Gerechten“ preist und würdigt: dergleichen führt leicht zu hochmütiger Gesinnung nach der Devise: Wie schön, wir hier sind die gerechten Seelen  – und da draußen ist die böse Welt!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Medjugorje: Vicka gibt sich die Ehre…

Am 29. Juni dieses Jahres veranstaltete die bekannte Medjugorje-„Seherin“ Vicka eine Art Jugendtreffen in der italienischen Gemeinde Sestola; jedenfalls begann die fromme Freiluft-Veranstaltung mit rockigen Pop-Tönen.

Birgit KelleDanach folgten heruntergespulte Vortragsreden der Visionärin, wobei sie sich wie eine Primadonna verhielt und ständig Küßchen in die Menge und in Richtung jener Priester im Meßgewand verteilte, welche sich in einer Reihe hinter ihr befanden.

Zudem grinste und kicherte Vicka am laufenden Meter und winkte den Leuten zu, als ob sie „Lady Di“ höchstselbst wäre. Die folgende Aufzeichnung dokumentiert dies anschaulich: http://www.youtube.com/watch?v=vFLG9S5GuG4#

Etwa ab der Hälfte des Videos beginnt sie, ca. zehn Minunten lang mit der Erscheinungs-Maria zu sprechen. Dabei fällt auf, daß Vicka offenbar fast immer dasselbe Wort gegenüber der „Gospa“ ausspricht. Dies kann man leicht erkennen, wenn man ihre Mundbewegungen beobachtet.

Vielleicht kennt sich jemand mit der kroatischen Sprache aus und kann uns mitteilen, um welches Wort bzw. welche Worte es sich hierbei handelt.

Angesichts der andächtigen Zuschauerschar auch bei diesem Vicka-Auftritt wundert man sich, daß ihr überhaupt noch jemand ernsthaft zuhört  – aber dies ist wohl das eigentliche und einzige „Wunder“ von Medjugorje…