Die Keuschheit ermöglicht „sexuelle Selbstbestimmung“ statt Triebbestimmung

Mathias von Gersdorff

Am 22. September wird dieses Jahr erneut der “Marsch für das Leben” in Berlin stattfinden, bei dem für das Lebensrecht der Ungeborenen auf der Straße demonstriert wird.

Wie in den Jahren zuvor fühlen sich Radikalfeminist/innen von dieser Veranstaltung provoziert und rufen zu Gegendemonstrationen, Blockaden und Störungen auf. In den vergangenen Jahren konnten sie ca. 1500 linke Aktivisten mobilisieren. Das reicht, um den Marsch zu stören, jedoch nicht, um ihn ernsthaft zu beeinträchtigen oder gar zu blockieren.

Die wichtigste Gruppierung in diesem Kontext ist das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“. Deren Argumentation lautet: Wer Abtreibungen verbieten oder den Zugang erschweren will, greift das „Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper“ an.

Abtreibung müsse legal und leicht zugänglich sein, denn ansonsten könnte die Frau nicht „selbstbestimmt“, also nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen leben. Wird eine Frau „ungewollt“ schwanger, so solle sie frei entscheiden können, ob sie das Kind bekommt oder nicht.

Dieses Prinzip wird im Slogan „My Body, my choice“ zum Ausdruck gebracht. Früher verwendeten Abtreibungsaktivisten noch die deutsche Sprache und brüllten “Mein Bauch gehört mir!“.

Die angebliche „Selbstbestimmung“ erstreckt sich auch auf den Körper des ungeborenen Kindes, obwohl es eine andere Person als die Mutter ist. Die „Selbstbestimmung“ beinhaltet also eine Art Recht zum Töten des eigenen Kindes.

Dass der so definierte Begriff „sexuelle Selbstbestimmung“ barer Unsinn und sogar unlogisch ist, soll hier kurz erläutert werden:

1. Wenn eine Frau tatsächlich „selbstbestimmt“ lebt, könnte sie schlicht und ergreifend entscheiden, keinen Geschlechtsverkehr zu haben und damit von vornherein ausschließen, schwanger zu werden. Diese banale Tatsache aber kommt in den Aussagen der Feministinnen niemals vor.

Auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, ist für sie keine Option. Das feministische Verständnis von „Selbstbestimmung“ beinhaltet impliziert hemmungslosen Sex, obwohl dadurch die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, stark ansteigt. Denn Verhütungsmittel sind nicht völlig sicher, abgesehen davon, dass irgendwann die sog. „Pillenmüdigkeit“ eintritt.
Wer aber der Auffassung ist, man müsse sich dem Geschlechtstrieb ohne Einschränkungen hingeben, lebt nicht „selbstbestimmt“, sondern unterwirft sich seinem Trieb. Dieser wird als so mächtig empfunden, dass man gar nicht anders kann, als diesem zu folgen. Der Wille ist zu schwach, sich dagegen zu wehren, so die feministische „Logik“. Dies bedeutet im Grunde genommen „Triebbestimmung“.
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2. Dass die Frau keine „Selbstbestimmung“ besitzt, zeigt auch die banale Tatsache, dass sie durch den Geschlechtsakt schwanger werden kann. Dem eigenen Körper interessiert nicht, was die Frau will: Sind die Voraussetzungen gegeben, dann wird sie schwanger, ob sie das will oder nicht. Das ist aber alles andere als „Selbstbestimmung“. Der Körper lässt sich nicht bestimmen, denn er folgt der Natur.

„Sexuelle Selbstbestimmung“ besitzt im Grunde nur, wer frei entscheiden kann, ob und wann er Geschlechtsverkehr hat und sich dabei nicht von seinem Trieb, sondern von einer sittlichen Norm leiten lässt.

Diese Norm ist für die katholische Kirche folgende: der Geschlechtsakt ist nur ethisch einwandfrei, wenn er innerhalb einer gültigen Ehe vollzogen wird und offen für neues Leben ist.

Keuschheit bezeichnet ein Leben nach dieser Norm, dem 6. Gebot Gottes in und außerhalb der Ehe. Die Tugend, die ein solches Leben ermöglicht, heißt Reinheit. Papst Paul VI. erklärte dazu: „Die Reinheit ist die Atmosphäre, in der die Liebe atmet.“

Wichtig ist dabei, zu beachten, dass der Geschlechtstrieb nicht entscheiden soll, ob und wann jemand den Eheakt vollzieht. Der Trieb ist lediglich eine Hilfe für den Vollzug. Der Mensch soll nicht ihm folgen, wie das eben Tiere tun, sondern immer souverän entscheiden, so die katholische Sexualethik.

Alle Religionen und Kulturen setzten Normen auf, die mehr oder weniger der katholischen Sittenlehre ähnelten. Der entscheidende Punkt aber ist immer: Der Mensch soll sich nicht willenlos seinem Trieb hingeben, sondern nach einem höheren Prinzip leben. Dies setzt voraus, dass er seine Triebe zügelt und diesem Prinzip unterordnet.

Erst die 1968er Revolte bzw. die sexuelle Revolution vertraten das Prinzip, der Mensch solle sich nicht nach Prinzipien orientieren, sondern wie ein Tier seinen Trieben hingeben. Die 1968er haben diese moralische Verkommenheit philosophisch zu rechtfertigen versucht.

Diese Verwahrlosung führt aber mitnichten zu einer „Selbstbestimmung“, sondern zu einer Versklavung –  und zwar unter die eigenen Triebe.

Am 22. September sollten die Abtreibungsaktivisten deshalb nicht „sexuelle Selbstbestimmung“, sondern „unfreie Triebbestimmung“ fordern.
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Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und schreibt aktuelle Artikel u .a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/
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Leistungen der Schüler gehen zurück, Gender und Sexualkunde werden vorangetrieben

Mathias von Gersdorff

Die deutschen Schulen sorgen regelmäßig mit zwei Themen für Schlagzeilen:

  1. Der Rückgang des Leistungsniveaus und
  2. der Erlass von Sexualkunde und Gender-Lehrplänen, womit die Schüler indoktriniert werden sollen.

Was den ersten Punkt angeht, so ist das Ergebnis des „Bildungsmonitors 2018“ eindeutig: Die Leistungen der deutschen Schüler werden immer schlechter.

Diese Einschätzung wird auch von Personen und Medien geteilt, die nicht aus dem christlichen oder konservativen Milieu stammen. Die „Zeit“ ist beispielsweise gnadenlos und schreibt: „Leistungen der Schüler gehen bundesweit zurück“. Auch der Berliner „Tagespiegel“ urteilt: „In der Bildungspolitik geht es nicht voran, fast alle Bundesländer machen Rückschritte.“

Die Ergebnisse des „Bildungsmonitors 2018“ kamen keineswegs überraschend. Zuvor ergaben die sog. „IQB-Bildungstrends“, die in der Kultusministerkonferenz vorgestellt wurden, ähnliche Ergebnisse.

Gleichzeitig wird Gender in den Schulen systematisch zum interdisziplinären Lehrinhalt ausgebaut.

Eine Beschreibung der Gender-Initiativen in den einzelnen Bundesländern können Sie in dem Buch „Gender Revolution in den Schulen“ lesen: https://www.aktion-kig.org/kampagnen/buch-genderevolution/?kig_genderrevolution

Das Bundesfamilienministerium ist zu einem Propagandisten der Gender-Ideologie geworden: Wo sie nur kann,  betreibt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Werbung für Gender oder für die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“.

In ihrem Bundesministerium ist ebenfalls die „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ angesiedelt, eine mit Steuergeldern finanzierte Propaganda-Zelle für Gender.

Die „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ unternimmt seit Jahresanfang eine bundesweite Kampagne, um die Einführung von Gender bzw. einer Ideologie der sexuellen Vielfalt an den Schulen Deutschlands zu beschleunigen.

Auf ihrer Internetseite schreibt die Antidiskriminierungsstelle offen, was sie in den Schulen vorhat: „Schulen sind zentrale Orte, um alles über gesellschaftliche Vielfalt zu lernen und ihr mit Respekt und Akzeptanz zu begegnen.“

Die Verfall der Leistung und der Ausbau von Gender in den Schulen sind eng miteinander verbunden: Für viele Politiker ist nämlich Schulpolitik nichts anderes als linke Gesellschaftspolitik.

Gerade die Grünen, Sprösslinge der 1968er-Revolution, verachten Leistung, Effizienz, Pflichtgefühl oder Disziplin. Für sie ist die Schule vor allem ein Ort, in welchem linke gesellschaftspolitische Ideen in die Praxis umgesetzt werden sollen.

Schulsexualerziehung und Gender-Indoktrination sind die Instrumente linker Ideologen in ihrem Kampf gegen Ehe, Familie und christliche Wurzeln unseres Landes.

Wir können uns mit der desolaten Situation in den Schulen auf keinen Fall abfinden, sondern müssen entschlossen dagegen protestieren.

Deshalb bitte ich Sie, unsere Aktion „Keine Experimente mit unseren Kindern!“ zu unterstützen. Klicken Sie hier.

Wir müssen mit Nachdruck in der Öffentlichkeit erklären, dass:

  • dass Eltern ein vorrangiges Recht auf die Erziehung ihrer Kinder besitzen,
  • dass der Staat keine Gesinnungserziehung an den Schulen durchführen darf,
  • dass der Respekt vor der Unschuld der Kinder höchste Priorität in der schulischen Erziehung haben muss,
  • dass die Ehe zwischen Mann und Frau die beste Partnerschaftsform für Kinder, Gesellschaft und Staat ist,
  • dass die Gender-Doktrin eine unvernünftige, antichristliche und fanatische Ideologie ist.

Die Unfähigkeit unserer Politiker hinsichtlich der Schulpolitik manifestiert sich in diesen Tagen, an denen der Schulbetrieb wieder beginnt, besonders eklatant: In Deutschland herrscht ein dramatischer Lehrermangel.
 
An Deutschlands Schulen fehlen nach Darstellung des Deutschen Lehrerverbands fast 40.000 Pädagogen, insbesondere im Norden Deutschlands. Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen.  „Da ist in fast allen Bundesländern die Entwicklung verschlafen und seit Jahren nicht auf den Geburtenanstieg reagiert worden“, kritisierte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbandes.

In Berlin und in Sachsen muss man sogar von einem regelrechten Bildungsnotstand sprechen!

In Hessen, wo Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) den radikalsten Gender-Lehrplan Deutschland erlassen hat, protestieren die Schulleiter seit Jahren wegen der inakzeptablen Bedingungen an den Schulen, ohne dass es zu Besserungen kommt.

Zuletzt haben alle Darmstädter Gymnasien sowie zwei Gesamtschulen im Kreis Darmstadt-Dieburg „Überlastungsanzeigen“ an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) geschickt. Die Personalräte von elf Schulen beklagen, dass sie auch nach drei Monaten noch keine Antwort von Lorz erhalten haben.

Das ist das Ergebnis einer Schulpolitik, die von Leuten betrieben wird, denen die Gender-Indoktrination wichtiger als Rechnen oder Deutsch ist.

Mit diesen Experimenten an unseren Kindern muss endlich Schluss sein!
Die Zukunft der Kinder darf nicht in den Händen von Ideologen liegen.
Das zu verhindern, liegt an uns.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt diese Webseite: https://kultur-und-medien-online.blogspot.com/


GENDER auf dem Weg zur Psycho-Diktatur

Mathias von Gersdorff

Inzwischen gibt es viele Bezeichnungen für die Gender-Ideologie: Gender-Irrsinn, Gender-Gaga, Gender-Wahn(sinn), Gender-Quatsch etc. Keine dieser Bezeichnungen ist aus meiner Sicht wirklich zufriedenstellend.

Denn sie beschreiben nicht ausreichend das wahre Problem: Gender ist eine fanatische und radikale Ideologie  – und ihre Vertreter führen eine Revolution durch, koste es, was es wolle.

Sie meinen, ich übertreibe?  – Schauen wir in die Vereinigten Staaten, wo man hinsichtlich Gender-Ideologie noch weiter ist als hier in Deutschland: Beim Boston-Marathon am 16. April 2018 durften fünf Männer als Frauen teilnehmen. (Quelle: https://edition.cnn.com/2018/04/15/us/boston-marathon-transgender-participants/index.html)

Der Boston-Marathonlauf ist nicht irgendeine Sportveranstaltung in dem riesigen Land, sondern eine der bekanntesten. Hier wurde offensichtlich eine Show, eine Propaganda-Inszenierung zugunsten von Gender organisiert.

Die banale Tatsache, dass diese Männer einen enormen Vorteil gegenüber den Frauen haben, darf keine Rolle spielen. Die Ideologie geht vor.

Werden wir bald erleben, dass Männer als Frauen beim Gewichtheben, Fußball und sonstige Sportarten, in denen Kraft und Ausdauer entscheidend sind, auftreten dürfen?

Gender: Krieg gegen die Realität

Es wäre ein Fehler und sogar gefährlich, diese groteske Nachricht bloß als „witzig“ zu bezeichnen, denn was wir hier erleben, ist ein Krieg gegen die Realität  – und ein solcher Krieg muss letztlich in die Diktatur führen.

Die Gender-Ideologie ist dermaßen unvernünftig und realitätsverachtend, dass sie nur auf diktatorische Weise durchgesetzt werden kann.

Um das festzustellen, brauchen wir nicht über den Atlantik zu blicken. Bei uns gibt es genug Beispiele, die zeigen, dass sich langsam, aber sicher eine Psycho-Diktatur bildet.

Vom 13. bis zum 15. April 2018 fand in Frankfurt ein Kongress mit dem Namen „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ statt.

Es ging um Themen wie „Am Glück wie am Unglück sind immer beide Partner beteiligt“, „Die vielfältigen Pfade zwischen Trauma, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und interpersoneller Gewalt“ oder „Eine einfache und effektive interaktionale Unterscheidung zwischen verschiedenen Paartypen, die mit Gewalt leben“.

Kampagne gegen Prof. Gerhard Amendt

Trotz solcher recht akademisch klingender Vortragsthemen kam dieser Kongress in die Schlagzeilen. Der Grund: Einer der Redner, der Soziologe Prof. Dr. Gerhard Amendt, sei angeblich „homophob“.

Prompt hat sich eine Allianz gegen diesen Kongress gebildet, die von der Universität Frankfurt, in deren Räumlichkeiten der Kongress stattfinden sollte, sogar eine Stornierung der Raumvermietung forderte.

Wohlgemerkt: Im Kongress an der Universität Frankfurt ging es gar nicht um Homosexualität. Das war diesen Homo-Aktivisten aber egal; sie meinten, Amendt hätte sich kritisch gegenüber Homosexualität und Gender geäußert und deshalb dürfe der ganze Kongress nicht stattfinden.

Prof. Amendt ging öffentlich auf die Angriffe ein und konnte etliche Medien erfolgreich abmahnen. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk erklärte er: „Wir müssen der politischen Denunziation Einhalt gebieten“.

Erfreulicherweise ist die Universität Frankfurt trotz des massiven Drucks nicht eingeknickt und erklärte: „Im Sinne der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit versteht sich die Goethe-Universität als Ort, an dem kontroverse Themen und polarisierende Positionen offen geäußert werden können.“

Falscher Feueralarm als „Protestnote“

Das brachte die Homo-Aktivisten noch mehr in Rage. Sie versuchten, den Kongress schließlich durch einen Feueralarm zu verhindern. Weil man es nicht für möglich hält, zitiere ich die (linksgerichtete) Frankfurter Rundschau:

„Die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ an der Goethe-Universität in Frankfurt musste am Abend unterbrochen werden. Während der Eröffnungsrede des umstrittenen Soziologen Gerhard Amendt wurde Feueralarm ausgelöst, der Veranstaltungsort musste geräumt werden. Rund 30 Personen protestierten gegen den Auftritt von Amendt. Später wurde der Kongress fortgesetzt.“

Hier geht es nicht um einen isolierten Fall. Ich könnte mehrere Persönlichkeiten nennen, die aufgrund von Störungen linksradikaler Regenbogengruppen nicht mehr in der Öffentlichkeit sprechen können.

Und aus eigener Erfahrung weiß ich: Wer sich für die „Ehe zwischen Mann und Frau“ und gegen Gender ausspricht, kann nur mit schwerem Polizeischutz öffentlich reden.

FORTSETZUNG des Gersdorff-Artikels hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/04/gender-eine-radikale-gefahrliche-und.html


Homo-Ehe: CSU verzichtet auf Klage und paßt sich den Linksideologen an

Mathias von Gersdorff

Der Verzicht der CSU auf eine Klage gegen die sog. „Ehe für alle“ ist die letzte Episode einer längeren Liste von Kapitulationen gegenüber der linksgrünen Gesellschaftspolitik.

Kampflos übergibt die C-Partei aus Bayern die Deutungshoheit über Ehe und Familie den Grünen, die maßgeblich in den letzten Jahrzehnten die Anti-Ehe-Revolution im Geiste der 1968er gesteuert haben.

Aufgrund der Tatsache, dass die Ehe zwischen Mann und Frau (und die christliche Familie) in der christlichen Gesellschaftsethik einen zentralen Platz einnimmt, ist die de facto Akzeptanz des atheistischen und absurden Ehebegriffes der Grünen ein wahrhaft historischer Schritt der CSU in die Dekadenz.

Selbst Kardinal Reinhard Marx, der zum liberalsten Flügel der katholischen Kirche gehört, kritisierte die „Ehe für alle“ und forderte eine Klage beim Verfassungsgericht. „Die Ehe sollte auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bezogen bleiben.“ Der Staat dürfe den Ehebegriff nicht umdefinieren, „denn er basiert ja auf der Tatsache, dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau und auf Weitergabe des Lebens ausgerichtet schon vor ihm da ist, sie ist gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es den Staat überhaupt gibt“, so der Kardinal gegenüber der „Welt am Sonntag“ am 24. Dezember 2017.

Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die sich in gesellschaftspolitischen Themen längst nicht mehr eindeutig christlich oder konservativ positioniert, kommentierte am 7. März irritiert die Haltung der CSU: „Auch diese Lehre gehört zur Identität der CSU: Aus dick aufgeblasenen Backen kommt auch nur heiße Luft. . . . Unbestreitbar kann der Gesetzgeber die Ehe neu definieren. . . . Aber hier wäre eine Änderung des Grundgesetzes geboten – und ehrlich gewesen. Doch was schert das die Christliche Union noch?“

Die Entscheidung der CSU, nicht gegen die „Ehe für alle“ klagen zu wollen, hat mitnichten lediglich juristische Konsequenzen. Wie Anfangs erwähnt, ist das der Verzicht, für den wahren Begriff der Ehe kämpfen zu wollen. Der Begriff der Ehe wird de facto den linksgrünen Gesellschaftsideologen und Politikern überlassen.

Für diese ist ein kultureller Sieg viel wichtiger als ein juristischer. Für rotgrüne Spät-68er ist der juristische Kampf gegen die Ehe im Grunde ein getarnter Kulturkampf.

Dieser Umstand wird besonders deutlich in der Argumentation, mit der der Bundesjustizminister in der letzten Legislaturperiode, Heiko Maas (SPD), die Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare ohne eine vorherige Grundgesetzänderung verteidigte.

In einem Kommentar für die „Welt“ vom 7. Juli 2017 erklärte er: „Nirgendwo im Grundgesetz steht, dass nur Mann und Frau eine Ehe eingehen können. Es kommt allein auf das Begriffsverständnis von „Ehe“ an. Auch der Ehe-Begriff ist entwicklungsoffen. Weil er sich gewandelt hat und Ehe heute die dauerhafte Lebensgemeinschaft zweier Menschen beliebigen Geschlechts ist, brauchen wir keine Änderung des Grundgesetzes, damit gleichgeschlechtliche Paare in Zukunft heiraten können.“

Heiko Maas behauptet im Grunde, dass der Begriff „Ehe“ gar nicht eindeutig definiert ist und sich ständig verändert. Konsequenterweise müsste er fordern, dass der Bundestag ständig das Ehegesetz dem sich neu etablierenden Begriff von „Ehe“ anpassen müsste. Sollte nächstes Jahr beispielsweise das Volk der Auffassung sein, dass eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann, so müsste der Bundestag das Gesetz vom 30. Juni rückgängig machen.

Die Argumentation von Heiko Maas kennt man auch aus einem anderen Bereich: Gender. Hier ist selbst die menschliche Natur in ständiger Veränderung. Der Einzelne ist unentwegt dabei, seine sexuelle Orientierung zu verändern. Mal ist er Mann, mal ist er Frau, mal ist er eine Mischung von beidem in unterschiedlichen Proportionen.

Wer so denkt, braucht gar keine Verfassung. Für ihn ist die Kultur oder besser gesagt der Zeitgeist die absolute Richtschnur für politisches und gesellschaftliches Leben.

Daraus ergeben sich zwei weitere Fragen: 

1. Wer definiert, was die herrschende Kultur ist?
Die Zeitungen? Das Fernsehen? Die Kulturbranche? Die Demoskopen? Der „Volkswille“? Die wissenschaftliche Dialektik wie im Kommunismus?

Sei es, wie es sei: Recht wird in dieser Welt von demjenigen definiert, der die Deutungshoheit über die Kultur besitzt. Kultureller Einfluss ersetzt geradezu das Recht. Wer gesellschaftlichen Einfluss besitzt, der definiert auch, was Recht ist. Er definiert also, was die Ehe ist, was Eigentum ist, was „Recht auf Leben“ ist etc. 

2. Wie kann sich der einzelne Bürger gegenüber einem Kultur-Hegemon schützen?
Eigentlich gar nicht: Wird die Kultur (bzw. wer bestimmen kann, was die herrschende Kultur ist) zur Richtschnur für das Recht und für das politische Leben, verschwinden im Grunde die Grundrechte und die Rechtsgüter. Alles wird zur Manövriermasse des Kultur-Hegemons.

Ist das hier beschriebene übertrieben? Wer die Debatte um die sog. „Homo-Ehe“ begleitet hat, konnte sehen, mit welcher Aggressivität die Gegner behandelt wurden. Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt verstieg sich sogar zu der Behauptung, wer gegen die „Ehe für alle“ sei, sei ein „A…loch“  –  ähnliche Aussagen gab es zu Hauf. Dass man homophob sei, war noch das Mildeste.

Im Grunde ging es gar nicht um Argumente, sondern um die Ausgrenzung des Andersdenkenden – unter dem Vorwand der Bekämpfung von Diskriminierung! Man muss deshalb davon ausgehen, dass die politischen Auseinandersetzungen in Zukunft mit zunehmender Aggressivität geführt werden, denn es geht nicht mehr um die Suche nach der Wahrheit und darum, was rechtens ist, sondern um die brutale Durchsetzung der eigenen Sicht der Dinge. Egal, wie falsch diese sein kann.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Kommentare veröffentlicht er u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Die Kirche als Abbruchunternehmen? – Zum fatalen Kommunionbeschluß der Bischöfe

Mathias von Gersdorff

Unmittelbar vor Beginn der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erstaunte Kardinal Reinhard Marx die Öffentlichkeit mit seiner Aussage, er spreche sich keineswegs für kirchliche Segnungen homosexueller Paare aus. 

Einige Wochen davor hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz in einem Interview beim Bayerischen Rundfunk sehr wohl für Segnungen „im Einzelfall“ plädiert, was eine weltweite Welle der Empörung auslöste. Kurz vor der Vollversammlung äußerten sich auch die deutschen Bischöfe Gebhardt Fürst (Stuttgart-Rottenburg) und Stephan Burger (Freiburg) ablehnend gegenüber diesem Vorstoß.

Nun könnte eventuell geklärt sein, wieso der Kardinal diesen Rückzieher vornahm: Die Deutsche Bischofskonferenz hat beschlossen, dass evangelische Personen, die mit einem Katholiken verheiratet sind, unter bestimmten Umständen die Kommunion empfangen dürfen.

Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass diese  –  völlig unerwartete  –  Ankündigung viele Gläubige in einen Schockzustand versetzen wird.

Die Begründung der Oberhirten scheint wie ein Trick bzw. wie eine Zurechtbiegung des Kirchenrechtes: In extremen Notlagen sollen evangelische Ehepartner zu Kommunion zugelassen werden. Eine Notlage sieht die Bischofskonferenz dann als gegeben an, wenn die Ehe unter einem Ausschluss zur Kommunion erheblichen Schaden nehmen könnte. Das Kirchenrecht sähe diese Sonderfall vor.

BILD: Unser Autor Mathias von Gersdorff wird auf der Leipziger Buchmesse interviewt

Theologen und Kirchenrechtler müssen diesen schwerwiegenden Beschluss analysieren und beurteilen. Die deutschen Bischöfe haben eine eigentlich sakrilegische Kommunion unter bestimmten Umständen zugelassen.

Dies könnte weitreichende Konsequenzen für die Verortung der deutschen Bistümer in der Weltkirche und für das Verhältnis der Gläubigen zu ihren Oberhirten haben. Im Extremfall könnten sich die deutschen Bischöfe, die diesen Beschluss in ihren Bistümern einführen, im Schisma befinden.

Was aber schon festgestellt werden kann: Dass die Bischofskonferenz der Dekonstruktions-Strategie von Kardinal Marx folgt.

Die Instanz, die gegebenenfalls den evangelischen Ehepartner zur Kommunion zulassen soll, ist der Seelsorger, also normalerweise der Pfarrer vor Ort. Entsprechend seinem „Geist der Unterscheidung“ soll er prüfen, ob eine Erlaubnis gestattet werden kann.

Interessanterweise folgt diese dezentrale „Lösung vor Ort“ dem Muster, das sich Kardinal Marx für die Segnungen homosexueller Partnerschaften ausgedacht hatte: Keine allgemeinen Regeln, kein universelle Formel, sondern Einzelfall-Lösungen. Dies ist freilich unfair gegenüber den Pfarrern, denen damit der „Schwarze Peter“ zugeschoben wird.

Diese Einzellfall-Lösungen würden aber verbindlichen lehramtlichen Aussagen widersprechen. Die hl. Kommunion darf nämlich nur jemand empfangen, der bekennt, katholisch zu sein. Ansonsten ist er nicht in der katholischen Kirche.

Der Tisch des HERRN ist auch das sichtbare Zeichen der Verbundenheit mit der kirchlichen Gemeinschaft, der „Communio“.  Die Kommunion ist also kein reiner privater Akt, sondern hat etwas durchaus Gemeinschaftliches an sich. Die oft vorgebrachte Forderung aus der evangelischen Welt, auch Protestanten zur katholischen Kommunion zuzulassen, ignoriert systematisch diesen Sachverhalt.

Wie Kardinal Joseph Ratzinger in der Erklärung „Dominus Iesu“ ausführt, ist das katholische und das evangelische Verständnis grundlegend unterschiedlich.

Schon in der Frage der Zulassung von wiederverheirateten Personen zur Kommunion in Folge der Veröffentlichung des Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia wählte man zum Teil den Weg der Einzelfallprüfung auf lokaler Eben.

Wie bereits mehrmals erläutert, führt diese Vorgehensweise zur Auflösung eines universal geltenden Lehramtes und einer allgemein geltenden Sittenlehre.

Dass sich auf diese Weise ein Sammelsurium von theologischen Ansichten und Praktiken bilden wird, ist offensichtlich. Was verbindet dann noch die Katholiken untereinander?

Dies umso mehr, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, Ausnahmen allein für wiederverheiratete Geschiedene und protestantische Ehepartner zu erlauben. Die nun angewandte „Logik“ könnte man auf viele Konstellationen ausdehnen: Es gäbe dann  – so gesehen  – weitere Lebenssituationen, die scheinbar eine „Einzelfall-Lösung“ ermöglichen.

Mit der Frage nach der Verbindlichkeit eines universellen Lehramtes und einer universellen Sittenlehre stellt sich auch immer drängender die Frage, welche Autorität die deutschen Bischöfe in moraltheologischen Fragen noch in Anspruch nehmen wollen.

Was können die Oberhirten überhaupt noch vom Kirchenvolk hinsichtlich Glaube und Moral fordern? Kirchensteuer zahlen und nicht die AfD wählen?

So gesehen ist die nun getroffene Entscheidung auch eine Selbstdemontage des Bischofsamtes.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Kommentare veröffentlicht er u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Der progressive Reformkatholizismus will den „moralischen Paradigmenwechsel“

Mathias von Gersdorff

Die jüngsten Plädoyers von Kardinal Reinhard Marx und Bischof Franz-Josef Bode zugunsten von Segnungen homosexueller Partnerschaften haben auf der ganzen Welt Erschütterung und Entsetzen ausgelöst.

Die Demarche der beiden Deutschen ist allerdings keine isolierte Handlung. Auf breiter Front bläst der Progressismus zu einem Ansturm gegen die traditionelle Lehre der Kirche.

Am deutlichsten wurde dies von keinem Geringeren als dem vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin geäußert. Er spricht von einem regelrechten „Paradigmenwechsel in der Moral“, auf der Grundlage einer liberalen Interpretation von Amoris laetitia.

Kardinal Parolin erklärt dazu in einem Interview mit Radio Vatikan: „Es ist ein Paradigmenwechsel und der Text selbst besteht darauf. Das ist es, was man von uns verlangt – dieser neue Geist, dieser neue Ansatz! Jede Veränderung bringt also immer Schwierigkeiten mit sich, aber diese Schwierigkeiten müssen bewältigt werden.“

Der hochrangige Kardinalstaatsekretär ließ dabei offen, wie dieser Paradigmenwechsel Gestalt annehmen würde. Das erledigen andere für ihn. 

So hat beispielsweise der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi bei einem Vortrag Mitte Dezember 2017 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom behauptet, künstliche Verhütung sei in gewissen Situationen nicht nur akzeptabel, sondern sogar geboten.

Chiodi ist alles andere als ein Leichtgewicht. Er lehrt Moraltheologie an der katholischen Fakultät der Universität Mailand. Im Juni 2017 wurde er an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen. Es blieb nicht beim Vortrag im Dezember in der Gregoriana. Seitdem konnte er seine Ansichten mehrmals in der Tageszeitung Avvenire (offiziöses Organs der italienischen Bischofskonferenz) vorbringen.

Sein Vortrag wurde von vielen als der Beginn einer Demontage der Enzyklika „Humanae Vitae“ von Paul VI. aus dem Jahr 1968 verstanden. Darin bekräftigte der Papst die katholische Sexualmoral und die Lehre der Kirche über Ehe und Familie. Insbesondere bestätigte er, dass der Geschlechtsakt nur in einer gültig geschlossenen Ehe – und zwar zwischen Mann und Frau (das muss man heute hinzufügen) – ethisch erlaubt ist. Der Geschlechtsakt muss zudem offen für die Fortpflanzung sein, weshalb künstliche  Verhütungsmittel nicht erlaubt sind. Diese Lehre wurde von Papst Johannes Paul II. 1981 im Apostolischen Schreiben „Familiaris consortio“ bestätigt.

Diese beiden päpstlichen Schreiben „Humanae Vitae“ und „Familiaris consortio“ waren bislang die größten Hindernisse für den Progressismus, die kirchliche Sexualethik umzukrempeln.

Nun sehen seine Vertreter wohl dank Amoris Laetitia den Zeitpunkt gekommen, mit der traditionellen Lehre zu brechen, wozu die Beseitigung von Humane Vitae nötig wäre.

Über Bestrebungen in dieser Hinsicht meldete die Katholische Presseagentur Österreichs: „Ob aus dem Vatikan tatsächlich bald eine Neuauslegung der „Pillen-Enzyklika“ kommt, ist ungewiss. Dass eine Kommission im Auftrag des Papstes die Entstehungsgeschichte von „Humanae vitae“ untersucht, hat der Leiter des Archivs der Glaubenskongregation, Alejandro Cifres, unlängst der Nachrichtenagentur „Kathpress“ bestätigt.“

Die Debatte, die der Veröffentlichung von Amoris Laetitia folgte, war in ihrer Dimension, Schärfe und Polemik einzigartig in der Geschichte der Kirche. Konträrer könnten die Positionen nicht sein: Während die einen meinen, es hätte sich an der Lehre der Kirche nichts geändert, sagen andere, das Apostolische Schreiben würde mit der traditionellen Lehre brechen.

Wie immer man zu Amoris Laetitia steht, so muss man feststellen, dass die zweite Gruppe gegenwärtig bestrebt ist, Fakten zu schaffen. Anders kann man den Schlachtruf Kardinal Parolins für einen Paradigmenwechsel in der Moral nicht verstehen.

Was den Progressismus betrifft, so kann man sagen: „Wenn Rom in den (deutschen) Wald hinein ruft, so schallt es aus München, Mainz und Berlin heraus“.

Um sich hierbei auf Kardinal Marx zu beschränken, so ist er in puncto Homo-Agenda schon lange aktiv.

In seiner Pfingstpredigt 2015 sprach er sich für eine Willkommenskultur aus und erwähnte auch die Homosexuellen: „Die zugezogenen Norddeutschen und die Bayern, die Mittelschicht und die Hartz-IV-Empfänger, die Arbeitslosen und die Direktoren der Banken, die Grünen und die Schwarzen, die Homosexuellen und die Heterosexuellen, die Geschiedenen und die Ehejubilare, die Flüchtlinge und die Gebirgsschützen“.

Während der Familiensynode im Herbst 2015 meinte Kardinal Marx, die Kirche müsse sich bei den Homosexuellen sogar entschuldigen. Die Forderung nach Segnungen homosexueller Paare kommt also nicht ganz überraschend.

Die einzige Person, die das Post-Amoris-Laetitia-Chaos beenden könnte, ist der Papst selbst. Doch er ist nicht bereit, Klarheit zu schaffen.

Dr. Markus Büning, ein Autor, der noch letztes Jahr die franziskus-freundliche Initiative „Pro Pope Francis“ unterstützte, schrieb nun: „Aus meiner Sicht ist nun ganz klar derjenige gefordert, der das höchste Lehramt in der Universalkirche innehat, der Papst. Schweigt er zu solch einer Forderung, muss man notgedrungen, vorausgesetzt er kennt die dreiste Forderung des C8-Kardinals Marx, dies als Zustimmung werten. Dann hat auch der Papst ein Problem!“

Franziskus hat aber die Progressiven jüngst indirekt ermutigt, in ihrem Kurs fortzufahren, als er in seiner Apostolischen Konstitution „Veritatis Gaudium – Über die kirchlichen Universitäten und Fakultäten“ vom 29. Januar 2018 die Akademiker zu einer „kulturellen Revolution“ auffordert:

„Diese beachtliche und unaufschiebbare Aufgabe verlangt auf der kulturellen Ebene akademischer Bildung und wissenschaftlicher Forschung die großherzige und gemeinsame Anstrengung hinsichtlich eines radikalen Paradigmenwechsels, ja mehr noch – ich erlaube mir zu sagen – hinsichtlich einer »mutigen kulturellen Revolution«“

Kein Wort also an die Progressisten, sich zu mäßigen oder sich an die traditionelle Lehre zu halten.

Der „normale Katholik“ ist angesichts dieses Panoramas zunehmend verwirrt. Doch dazu besteht kein Anlass, denn noch viele Würdenträger verbreiten und verteidigen die unveränderbare Lehre der Kirche über Sexualität, Ehe und Familie. Zuletzt taten das die Bischöfe Kasachstans mit dem „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“.

In diesem Dokument wird klargestellt:

„Das beständige Lehramt der Kirche, angefangen von den Lehren der Apostel und aller Päpste, hat die kristallklare Lehre Christi bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe, sowohl in der Lehre (in der Theorie), als auch in der sakramentalen Disziplin (in der Praxis) unzweideutig, ohne einen Schatten des Zweifels und immer in demselben Sinn und in derselben Bedeutung bewahrt und weitergegeben. Wegen ihres göttlich begründeten Wesens darf die sakramentale Disziplin niemals dem geoffenbarten Wort Gottes und dem Glauben der Kirche an die absolute Unauflöslichkeit einer gültigen und vollzogenen Ehe widersprechen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Kommentare zum Zeitgeschehen in Kirche und Welt schreibt er u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Bischof Bode erntet den wohlverdienten Beifall von Gegnern und „Reformern“ der Kirche

Mathias von Gersdorff

Wenn Bischof Franz-Josef Bode mit seinem Vorschlag, Homo-Paare segnen zu lassen, Applaus von den Feinden der Kirche ernten wollte, so hat er sein Ziel erreicht.

So kommentierte das „Neue Deutschland“, ehem. Organ der SED in der DDR: „Ein gewichtiges Wort. Immerhin ist der Niedersachse stellvertretender Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und dienstältester Bischof in Deutschland.“

Das Internetportal „Queer“, das sich selbst als das „Zentralorgan der Homo-Lobby“ bezeichnet, gab der Nachricht zwar Bedeutung, hielt sich aber mit einer Bewertung zurück. 

In den Kommentaren zum Queer-Artikel wurde aber betont, dass es sich um eine Revolution und eine Abkehr von der katholischen Lehre handelt: „Wir reden hier von der katholischen Kirche! Da ist das eine Revolution, die Herrn Bode unter Ratzinger den Kopf gekostet hätte. In seinem (und Wojtylas) Volkswartbund-Sprech der 40er Jahre ginge es hier um die Segnung der ‚Legalisierung des Bösen‘.“

Ein anderer Schreiber fordert, dass die Homo-Community diesen Kirchenmann unterstützt: „Bischof Bode war immer schon liberal und weltoffen, auch gegenüber Schwulen und Lesben, weswegen er von Steinzeitkatholiken immer mal wieder angegriffen wurde. Seine jetzige Forderung sollte man uneingeschränkt unterstützen und nicht sofort Maximalforderung stellen. Schritt für Schritt!“

Markus Gutfleisch, Sprecher der „Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche“ meint: „Bischof Bode bringt neuen Wind in die katholische Kirche.“

Begeistert äußert sich auch das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK). Dessen Präsident Thomas Sternberg erklärt: „Wir brauchen ein Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare“.

Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann macht sich in Katholisch.de sogar schon Gedanken, wie eine solche „Segnung“ liturgisch aussehen könnte.

Die ultralinken Katholiken von „Wir sind Kirche“ fordern sogar von der Bischofskonferenz Leitlinien für die Segnung homosexueller Paare.

An diese Reaktionen wird klar: Auf der Seite Bischof Bodes versammeln sich all diejenigen, die seit eh und je gegen die Kirche wettern und das katholische Lehramt ablehnen. Sie haben sofort verstanden, dass es hier um eine Demontage der katholischen Lehre über Ehe und Familie und damit auch um eine Schwächung der katholischen Kirche insgesamt geht. 

Auf der anderen Seite stößt Bischof Bode gerade diejenigen vor den Kopf, die in einer zunehmend säkularisierten Welt der Kirche treu bleiben. Und noch schlimmer: Just zu einem Zeitpunkt, in dem sich viele Muslime dem katholischen Glauben zuwenden, verdunkelt Bischof Bode die Strahlkraft der Kirche Christi.

Zu meinen, Bischof Bode würde das Ausmaß seines Handelns nicht ermessen, ist naiv. Seit langem kämpft er gegen die katholische Lehre über Ehe, Familie und Sexualität. Vor der Bischofssynode im Herbst 2015 gehörte er zu den Liberalsten überhaupt. Er musste wissen, dass er Jubel bei den Kirchenfeinden erzeugen würde.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt und veröffentlicht seine aktuellen Stellungnahmen u.a. auf diesem Weblog: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/