Prof. Andreas Wollbold und Dr. Gero Weishaupt zur DBK und „Amoris laetitia“

Mathias von Gersdorff

Am 8. Februar 2017 veröffentlichte die katholische „Tagespost“ ein Interview mit dem Priester und Pastoraltheologen Prof. Andreas Wollbold (siehe Foto) zur Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) über das päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“. Wollbold, Prof. Dr. Andreas

Das DBK-Papier öffnet wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion in Einzelfällen. Das Schreiben erzeugte viel Irritation, weil es der Tradition und diversen Lehrschreiben der Kirche wie etwa „Familiaris consortio“ widerspricht.

Zusätzlich sorgte es für Unverständnis, dass die Bischofskonferenz implizit zu wissen vorgibt, wie Papst Franziskus „Amoris laetitia“ interpretiert sehen will. Dazu erklärte Bischof Konrad Zdarsa von Augsburg, Bischöfe hätten den Papst nicht zu interpretieren.

Kath.net veröffentlichte eine Zusammenfassung des Interviews von Prof. Wollbold mit der „Tagespost“. Der entscheidende Absatz zur Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen lautet:

„Der Pastoraltheologe kritisiert dann, dass sowohl im Schreiben „Amoris laetitia“ als auch im Bischofswort die kirchenrechtliche Klarheit fehle. Das Schreiben der Bischofskonferenz behandle nur das „forum internum“. Hier ist der geschützte Raum von Gewissen, Beichte und Seelsorge gemeint, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. papst_letzter_tag_01

Für die Öffentlichkeit selbst gelte aber laut Wollbold nach wie vor das „forum externum“ und damit auch Kanon 915 des CIC, nachdem wiederverheiratete Geschiedene an den Orten, wo ihre Situation bekannt sei, nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen.“

Der kath. Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt kommentierte die Stellungnahme von Prof. Wollhold folgendermaßen:

„Genauso sehe ich das auch: Can 915 gilt nach wie vor. Denn die objektive Seite der Sünde des Ehebruches ist für den Kommunionspender wahrnehmbar. Die subjektive Seite freilich nicht.

Man muss hier deutlich zwischen innerem Gewissensbereich und äußerem Rechtsbereich unterscheiden, d.h. zwischen der subjektiven Seite und der objektiven Seite der Sünde. Letztere bleibt bei innerer Nichtanrechenbarkeit der Sünde, aber bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der ehebrecherischen Status unverändert und verbietet damit die Zulassung zur Kommunion.“
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Aus diesen beiden Texten wird verständlich, was das Dokument der Bischofskonferenz (gewollt oder ungewollt) bezweckt:

Der innere Gewissenbereich wird im DBK-Papier im Grunde zu einem äußeren Rechtsbereich gemacht, über welchen der Priester im Beichtstuhl urteilen muss. Das ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit, denn der Priester kann nicht ins Gewissen anderer Menschen hineinblicken. Das DBK-Papier fordert also etwas von den Beichtvätern, was sie gar nicht leisten können.

Abgesehen davon setzt das DBK-Papier das Kirchenrecht außer Kraft. Dieses ist aber für die Priester verbindlich.

Durch das DBK-Papier wird auch die Morallehre der Kirche insoweit außer Kraft gesetzt. Im Papier wird zwar darauf hingewiesen, dass der Ehebruch eine schwere Sünde ist, dass man sich zum Empfang der Kommunion nicht im Zustand der schweren Sünde befinden darf etc., doch aufgrund der oben genannten Gründe bleibt die Morallehre wirkungslos.

Die Stellungnahme von Professor Wollhold ist deshalb so wertvoll, weil sie klare Kriterien für die Beurteilung der Interpretationen von Amoris laetitia und ihre Durchführung bietet.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt u.a. die Webseite http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Info-Hinweis: Kardinal Müller hat zwar ähnlich wie Bischof Zdarsa erklärt, Bischöfe sollten Papstschreiben nicht interpretieren, allerdings bezog sich diese Bemerkung nicht auf die DBK-Erklärung, wie in Medienberichten als Eindruck entstand, da sie schon vorher erfolgte.


Nach dem DBK-Papier fordern Progressisten weitere „Reformen“ in der Kirche

Mathias von Gersdorffgersdorff

Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen; sie streben stets nach maximalen Zielen. 

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit dem Titel: „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘. Laut diesem Papier sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass dies dem Progressismus nicht reichen würde, war von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Schreibens die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gewährt werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda:

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, das Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden.

Es sei nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von Bischofskonferenz) und Organisationen wie das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele Leute im Kirchenvolk  –  oder eben die FAZ  –  nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland noch am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; er veröffentlicht seine aktuellen Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Warum die „soziale Gerechtigkeit“ schon im Mutterleib beginnen muß

Mathias von Gersdorff

Ein Teil des linken Lagers hat gemerkt, dass man gegenwärtig mit links-akademischen Themen wie „Gender“ oder „sexuelle Vielfalt“ bei den eigenen Wählern nur noch Kopfschütteln ernten kann. gersdorff

Insbesondere nach dem Sieg von Donald Trump gegen Hilary Clinton verteidigten etliche linke Kommentatoren und Journalisten die These, die sogenannten „identitätspolitischen Themen“  –  wozu Gender gehört  –  würden lediglich eine akademische Elite ansprechen, nicht aber den typischen SPD-Wähler.

So verwundert nicht, dass die Sozis wieder das Thema soziale Gerechtigkeit für sich entdeckt haben. Vor allem Martin Schulz, Spitzenkandidat in spe der SPD für die diesjährige Bundestagswahl, tönt laufend, er wolle sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Wenn er sich darüber äußert, ist es in der Regel recht schwammig und man gewinnt den Eindruck, er habe eine gesellschaftliche Strukturierung vor sich, die es so nicht mehr gibt: Arbeiter, Mittelstand, Oberschicht. Dies wäre aber noch das geringste Problem.

Wirklich schlimm ist die Tatsache, dass jene, die vollmundig das Thema soziale Gerechtigkeit in den Mund nehmen, gewisse Teile der Bevölkerung völlig ausblenden. Das geschieht zum Teil deshalb, weil sie oft von einem Menschenbild ausgehen, nach welchem jemand nur dann ein wirklicher Mensch ist, wenn er im Arbeitsprozess integriert ist.

Aufgrund dieses im Kern marxistischen Menschenbildes fallen zwei Gruppen mehr oder weniger aus den linker Visionen einer angeblich gerechteren Welt völlig heraus:

Foto: M. von Gersdorff•    Jene Frauen, die vor allem oder „nur“ Mütter sein wollen.
•    Die ungeborenen Kinder.

Für die Sozis beginnt – praktisch gesehen – ein Mensch erst mit der Geburt, ein Objekt der sozialen Gerechtigkeit zu sein. Diese defizitäre und gar verzerrte Sicht des Sachverhalts führt zu massiven sozialen Ungerechtigkeiten:

Zuallererst zum Tod unzähliger Menschen, die noch nicht geboren wurden.

Aber auch zu einer steuerlichen, sozialpolitischen und gesellschaftlichen Geringschätzung der Frauen, die vorwiegend oder „nur“ Mütter sein wollen. Denn unsere Politik favorisiert eindeutig das Lebensmodell der arbeitenden Mutter.

Dies wiederum hat schwerwiegende Konsequenzen für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder: Eine große Zahl von Frauen würde nicht abtreiben, wenn sie als Mütter besser abgesichert wären; Ursache ist dann also die blanke materielle Not.

Statistiken, Umfragen, Berichte von Beratungsstellen bestätigen diese Erkenntnis. Diejenigen, die gerne und laut über soziale Gerechtigkeit sprechen, müssten dies zur Kenntnis nehmen und entsprechende politische Lösungen suchen.

Doch das geschieht nicht, weil im linken Meinungsspektrum das Thema Lebensrecht von Personen okkupiert ist, die das genaue Gegenteil von sozialer Gerechtigkeit wollen: Das uneingeschränkte Recht auf Selbstbestimmug, das in Konkurrenz zum Recht auf Leben steht.

Anders ausgedrückt: Partikularinteressen (anders kann man das Selbstbestimmungsrecht nicht bezeichnen) haben dann gegenüber der „Sozialen Gerechtigkeit“ den absoluten Vorrang, denn das Recht auf Leben ist die Grundlage der sozialen Gerechtigkeit: Eine Gesellschaft kann nicht gerecht sein, wenn ein Teil von ihr über das Leben des anderen Teiles frei bestimmen kann.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; der katholische Publizist veröffentlicht seine aktuellen Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Fotos: M. von Gersdorff


USA: So dreist lügt die Abtreibungslobby

Mathias von Gersdorff

In den letzten Tagen zirkuliert ein Video der US-amerikanischen Lebensrechtsgruppe „Live Action“. 

M. von GersdorffDas Thema: Die Lügen der Abtreibungsorganisation „Planned Parenthood“ (PP), also der US-amerikanischen Schwesterorganisation des deutschen Vereins „Pro Familia“.

In diesem Film wird die PP-Vorsitzende Cecile Richards  bei einer Rede gezeigt, in der sie mit Inbrunst erklärt, Planned Parenthood leite vorgeburtliche Betreuung der Schwangeren. Aus diesem Grund sei es ungerecht, ihre Organisation auf die Durchführung von Abtreibungen zu reduzieren. Infolgedessen seien die staatlichen finanziellen Zuschüsse der US-Regierung   –  500 Millionen Dollar jährlich – völlig gerechtfertigt.

In den Vereinigten Staaten ist die Finanzierung von Abtreibung mit Steuergeldern höchst unbeliebt, selbst bei liberal eingestellten Menschen. Während des letzten Wahlkampfes war dies eines der meist diskutierten Themen im Bereich Lebensrecht.

„Live Action“ hat nun untersucht, ob es tatsächlich stimmt, dass Planned Parenthood vorgeburtliche Betreuung anbietet. Das Ergebnis: Lediglich 5 von 97 kontaktierten Beratungsstellen bieten diesen Service an. Die anderen sagten vorneweg, sie würden Abtreibungen, aber keine Schwangerenbetreuung anbieten.

Die Untersuchung zeigt nicht nur, dass Planned Parenthood  –  wohl der größte Abtreibungskonzern weltweit  –  mit Lügen arbeitet, sondern auch, dass ihnen bewusst ist, wie problematisch ihr Abtreibungsgeschäft im Grunde ist, sonst würden sie nicht mit solcher Bestimmtheit erklären, vorwiegend Schwangerenbetreuung zu leisten. Mit dieser Lüge versuchte Cecile Richards, sich und der von ihr geführten Organisation PP eine weiße Weste zu verpassen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Autoritäre Kehrtwende in puncto „Fake-News“: Grüne fordern den „starken Staat“

Mathias von Gersdorff

Die Bundestagsfraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ betreibt eine atemberaubende Kehrtwende in ihrer Medienpolitik. Wie „Heute.de“ meldet, sind die Grünen zur Auffassung gelangt, dass „freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft“ nicht ausreichen.   

M. von GersdorffGegen sog. „Fake-News“ (falsche Nachrichten, die oft Verleumdungen enthalten) soll nun ein Aktionsplan aufgestellt werden. „Das Netz wirkt derzeit wie ein Brandbeschleuniger“, so die Grünen laut Heute.de. Selbst die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas sind den Grünen noch zu lahm.

Diese Haltung bezeichnet eine drastische Kehrtwende in der Medienpolitik der Grünen.

Diese Partei sperrte sich bislang systematisch gegen jegliche Verbesserung im Jugendmedienschutz. Obwohl dieser in der Praxis systematisch verwässert wurde (in der Theorie ist der deutsche Jugendmedienschutz im europäischen Vergleich erstaunlicherweise recht gut), verhinderten die Grünen jegliche Verschärfung.

Was die Grünen fordern, entspricht auch nicht der bundesrepublikanischen Tradition der „regulierten Selbstregulierung“:

Nach dem Krieg wurde ein System eingeführt, in welchem die Medien selbst auf die Einhaltung der Mediengesetze achteten, insbesondere beim Jugendschutz. Bewusst wollte man eine starke staatliche Hand vermeiden und beließ es bei der Aufstellung von allgemeinen Richtlinien (wobei der Jugendmedienschutz immer enger gefasst war als andere Bereiche).

Die totalitäre Versuchung der Grünen

Plötzlich halten die Grünen nichts mehr von dieser liberalen Regelung. Dabei sind ihre politischen Forderungen zum Teil dermaßen radikal und fanatisch, dass selbst Fake-News kaum mithalten können: Bündnis_90_-_Die_Grünen_Logo.svg

So setzen sich Grüne für die Liberalisierung von Inzest ein. Sie meinen, Transvestiten sollten in Kitas Homosexualität erläutern. Die „Grüne Jugend“ will die „Zweigeschlechtlichkeit“ überwinden. Und was bei denen vom Bereich Queer oder Gender kommt, würde selbst in Science-Fiction-Filmen als unglaubwürdig erscheinen.

Dennoch ist der Ruf der Grünen nach einem starken Staat in der Medienpolitik nicht ganz erstaunlich: Wer seine politischen Vorstellung nach der eigenen Phantasie und nach Utopien ausrichtet, verfällt früher oder später dem Autoritarismus, denn anders sieht er die Realisierung seiner Ziele nicht erreicht.

Die Grünen als radikale und fanatische Partei sind ständig der totalitären Versuchung ausgesetzt.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und schreibt aktuelle Kommentare zum Zeitgeschehen hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Kardinal Müllers Einwände zu Dubia-Kardinälen steigern die Verwirrung

Mathias von Gersdorff

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, kritisierte das Vorgehen der Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Cafarra bezüglich des Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia von Papst Franzikus. gersdorff

[Zur Erinnerung: Diese vier Kardinäle haben einen Fragenkatalog mit sog. „dubia“ (Zweifel) an Papst Franziskus gesandt, in welchem um Präzisierungen zu bestimmten Aussagen im päpstlichem Schreiben gebeten wird. Insbesondere geht es um die Frage, ob unter bestimmten Voraussetzungen wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen dürfen. Nach traditioneller Kirchenlehre ist dies nicht möglich. Amoris Laetitia enthält Passagen zu dieser Problematik, die zu völlig konträren Auslegungen geführt haben. Nicht selten werden diese Passagen nach eigenem Geschmack ausgelegt. So sind nun liberale Bischöfe oder sogar Bischofskonferenzen der Auffassung, die früheren Einschränkungen zur Erteilung der Kommunion seien aufgehoben worden. Konservative behaupten, es hätte sich nichts geändert. Der normale Gläubige schaut verblüfft dieser Debatte zu, die zunehmend an Schärfe gewinnt.]

Nun hat sich Kardinal Müller in einem Internet-Fernsehinterview am 8. Januar 2017 zu diesem Thema geäußert und die Vorgehensweise der vier Kardinäle kritisiert, vor allem die Tatsache, dass sie ihre Anfrage an den Papst veröffentlicht haben. Zudem erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Amoris Laetitia stelle keine Gefahr für den Glauben dar.

In der Tat hat Kardinal Müller seit der Veröffentlichung versucht, das Amoris-Laetitia–Problem dadurch zu lösen, dass er das päpstliche Schreiben im Sinne der Tradition auslegte. Insofern ist seine Haltung nicht ganz neu.

Dennoch wirft sein letztes Fernsehinterview Fragen auf: Bischof Gerhard Ludwig Müller Internet

Es ist schon bemerkenswert, dass Kardinal Müller den Rahmen eines Fernsehinterviews wählt, um seine Brüder im Kardinalskollegium zu kritisieren. Als Präfekt der Glaubenskongregation stehen ihm geeignetere Möglichkeiten zur Verfügung als ein 11-minütigen Interview, in welchem lediglich ca. drei Minuten dem Apostolischen Schreiben gewidmet waren.

Besitzt die Aussage im Fernsehinterview überhaupt eine relevante Autorität? Von einem Präfekten hätte man eine derart gewichtige Stellungnahme, die geradezu ein Erdbeben verursacht hat, entweder im „L´Osservatore Romano“ oder in einer Fachzeitschrift für Theologie erwartet.

Somit stellt sich eine weitere Frage: Kardinal Müller hatte nicht die Zeit, seine Kritik angemessen zu begründen. Ein derart kurzes Format lässt eine ausführliche Begründung, die der Bedeutung der Aussagen entspricht, gar nicht zu.

Doch das wäre wirklich angebracht. Es kann Kardinal Müller unmöglich entgangen sein, dass etliche Bischöfe und Bischofskonferenzen das Schreiben ganz anders als im Sinne der Tradition (und dessen eigener Auffassung) auslegen und die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene öffnen wollen. Das ist auch die klare Tendenz in Deutschland, dem Heimatland des Glaubenspräfekten.

Foto: Radio VatikanWenn er schon der Meinung war, die Autoren der „dubia“ kritisieren zu müssen, so wäre es angebracht gewesen, auch diejenigen zu kritisieren, die vorpreschen und Amoris Laetitia in Widerspruch zur Tradition auslegen, Kardinal Marx vorneweg.

Durch seine einseitige Kritik hat Kardinal Müller leider die Verwirrung rund um das päpstliche Schreiben gesteigert. Die normalen Gläubigen empfinden eine noch nie dagewesene Kakophonie in einer moraltheologischen Frage, die eigentlich schon seit Jahrhundert von vielen Päpsten, Theologen und Konzilien geklärt wurde.

Es macht sich der Eindruck breit, das Lehramt gelte nicht mehr bzw. sei nicht mehr ernst zu nehmen. Viele fragen sich: Wieso bestätigen der Papst und der zweite Mann im Vatikan, also der Präfekt der Glaubenskongregation, nicht die Lehre der Kirche in dieser wichtigen Frage, wo doch so viele Leute diese Lehre bestreiten?

Unser Autor Mathias von Gersdorff  aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht seine aktuellen Berichte hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

HINWEIS: Kardinal Müller und Co. hatten vor der Veröffentlichung von AL viele Verbesserungsvorschläge an den Papst eingereicht, angeblich war es sogar eine „zwanzigseitige Liste mit Korrekturvorschlägen“.  Quelle: http://www.kath.net/news/58114

Fotos: M. v. G., Bistum Regensburg, Radio Vatikan


SPD in Hessen zu Linksfront bereit – Genderprogramm würde voll durchstarten

Mathias von Gersdorff

Der Vorsitzende der hessischen SPD, Thorsten Schäffer-Gümbel, ist offen für eine Koalition mit der Linkspartei nach der nächsten Landtagswahl. Sein primäres politisches Ziel ist eine Landesregierung „jenseits der Union“. Damit stünde egersdorffiner rot-rot-grünen Koalition in Hessen nichts mehr im Wege.

Was das für die Bildungspolitik bedeutet, kann man sich leicht ausmalen:

Die CDU hat im Spätsommer 2016 das radikalste Gender-Lehrprogramm Deutschlands für die Schulen erlassen. Aufgrund der anhaltenden Proteste ist es aber gut möglich, dass die Implementierung in der restlichen Legislaturperiode relativ moderat ausfällt.

Diese Zurückhaltung könnte von kurzer Dauer sein:

Sollte Rot-Rot-Grün die Macht nach den nächsten Wahlen in Hessen übernehmen, bräuchte die neue Landesregierung lediglich den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von CDU-Kultusminister Ralph A. Lorz vollumfänglich in die Praxis umzusetzen, um aus den Schulen wahre Gender-Indoktrinationsstätten zu machen.

Rot-Rot-Grün würde somit zum Vollstrecker einer Gender-Revolution werden, deren Grundlagen die CDU zuvor gelegt hat.

Wenn man allein diese Gefahr in Betracht sieht, erkennt man, wie falsch, verantwortungslos und kinder- und familienfeindlich CDU-Kultusminister Lorz gehandelt hat, als er seinen Gender-Lehrplan in Kraft setzte.

Der einzige Ausweg der CDU, um diese Gefahr zu bannen, besteht darin, diesen Lehrplan einzustampfen. Die Christdemokraten sollten endlich die Kritik von Eltern, katholischer Kirche, Familienorganisationen etc. ernst nehmen. 

Die CDU-Politiker sollten endlich die Gefahren erkennen, die der neue Lehrplan in sich birgt. Lorz´ Gender-Lehrplan ist eine tickende Zeitbombe.

Mit seinem, neuen, absurden und unnötigen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ hat der CDU-Kultusminister den Schulfrieden in Hessen zerstört und die Eltern in Alarmbereitschaft versetzt.

Damit muss endlich Schluss sein. Ministerpräsident Volker Bouffier muss schnell einlenken: Der Gender-Lehrplan gehört in die Tonne!

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und betreibt die Infoseite http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/