Vatikanwissenschaftler warnt vor Weltuntergangspanik mit Berufung auf den Maya-Kalender

Das Ende der Welt findet nicht am kommenden Wochenende statt. Das betont der Leiter des Vatikan-Observatoriums, Jesuitenpater Jose Funes, in einem Artikel für die Vatikanzeitung Osservatore Romano.

Man dürfe sich nicht mit solchen „Pseudo-Prophezeiungen“ abgeben, meint der Fachmann für Astronomie.

Damit bezieht er sich auf den sog. „Kalender der Maya“, eine uralte Niederschrift, wonach angeblich am 21. Dezember 2012 die Zeitrechnung zu Ende sei  –  und damit auch der Lauf der irdischen Dinge, wie jene Maya-„Weissagung“ vielfach (miß)verstanden wird.

Eine wissenschaftliche Betrachtung des Weltalls gebe aber keinerlei Anlaß für solche Spekulationen, so der Jesuitenpater. Der Prozeß der Ausdehnung des Universums sei ständig im Gange. Wenn das moderne Rechenmodell korrekt sei, dann komme es erst in Milliarden von Jahren zum Auseinanderbrechen des Materie-Energie-Gemisches im All.

Quelle: Radio Vatikan


Maya-Wahn(sinn) in Rußland: Wachsende Weltuntergangs-Panik vor dem 21. Dezember

Der 21. Dezember 2012 rückt „bedrohlich“ näher, jenes legendäre Datum also, von dem manche Esoteriker und Aberglaubensbewegte befürchten, aufgrund eines angeblichen Maya-Kalenders sei mit diesem Tag das Ende der Zeiten angebrochen.  

In der sibirischen Stadt Tomsk bietet eine Festagentur jetzt „Überlebenspakete“ an. Bunkerplätze sind heiß begehrt. Die russische Regierung versucht indessen, ihr Volk zu beruhigen.   DSC_1086

Kerzen, Streichhölzer, Fischkonserven, Strick und Seife, dazu Anweisungen für einige Spiele, die keine Langeweile aufkommen lassen sollen  – und einen Notizblock mit Stift zum Verfassen von Briefen in die Nachwelt. So sieht das „Weltuntergangs-Set“ aus, das für 890 Rubel im russischen Tomsk über die Theke geht. 

Aber auch in der Ukraine glauben viele Menschen an eine bevorstehende Apokalypse, zB. der Ukrainer Andrej Iltschenko: „Für den Weltuntergang kaufen wir Lebensmittel und Schnaps. Dann steigen wir in unseren Bunker hinunter und schliessen feierlich die Luke„, erzählt der Student aus der Stadt Dnjepropetrowsk.

Die russische Regierung mußte einschreiten

Kein Tag vergeht, an dem russische Zeitungen und Fernsehsender nicht über den kommenden „Weltuntergang“ berichten. Die hysterische Stimmungsmache hält das Land so weit in Atem, daß sich sogar die Regierung zu einer Stellungnahme veranlaßt sah.

 „Am 21. Dezember 2012 wird die Welt mit Sicherheit nicht untergehen„, so Zivilschutzminister Wladimir Putschkow: „Es ist bewiesen, dass globale Katastrophen nur im Abstand von etwa 10 bis 15 Millionen Jahren eintreffen“, beruhigt er seine Landsleute. Die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ brachte diese Mitteilung sogar auf ihre Titelseite.

Die Regierung warnt davor, daß tausende Betrüger, Pseudo-Zauberer und „Propheten“ wie Geier auf der Jagd nach eingeschüchterten Menschen umherziehen. Der Handel mit der Angst boomt: Manche schlauen Geschäftsleute fahren satte Profite ein  – so werden beispielsweise Plätze in ehem. Sowjetbunkern teuer verkauft.

Die Einwohner des zentralrussischen Städtchens Omutninsk, 1178 Kilometer von Moskau entfernt, sorgten derweil für weltweites Kopfschütteln: sie plünderten die Regale in den Läden des Ortes und horteten Streichhölzer, Kerzen, Salz, Petroleum-Lampen, Nudeln und Konserven.

Diese hysterische Panik verursachte ein Artikel der Lokalzeitung „Omutninskije Westi“ über einen tibetischen Mönch, der ab dem 21. Dezember eine drei bis vier Tage dauernde Finsternis prophezeit habe.  Zehn Prozent der Weltbevölkerung würden dabei umkommen   –  wer überleben wolle, benötige einen Lebensmittelvorrat für zwei Monate.

Unfaßbar: Dieser kleine Beitrag diente lediglich als Lückenfüller auf der letzten Seite der Zeitung neben dem Kreuzworträtsel. Die Redaktion hatte schlicht vergessen, die Meldung als Scherz zu kennzeichnen…

Quelle: www.jesus.de


Universität Bonn: Tagung am 11. Februar zum Weltende-Mythos „2012“ des Maya-Kalenders

Universität Bonn

Image via Wikipedia

Obwohl das Jahr 2012 erst begonnen hat, blicken viele Zeitgenossen bereits gebannt auf das Ende: Für den 21. Dezember soll der Maya-Kalender angeblich den Weltuntergang vorhersagen. Wissenschaftler weisen diese abwegigen Auslegungen zurück.

Die Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie (Völkerkunde)  der Universität Bonn geht während ihrer Mesoamerikanisten-Tagung am Samstag, den 11. Februar 2012, auf die wissenschaftlichen Fakten zur angeblichen Apokalypse ein.

Eine rätselhafte Inschrift in einer Steintafel der Ausgrabungsstätte Tortuguero am Golf von Mexiko und der Maya-Kalender sollen angeblich Hinweise auf das Weltuntergangsdatum 21. Dezember 2012 geben.

Maya-Forscher Prof. Dr. Nikolai Grube von der Universität Bonn führt am Samstag, 11. Februar, ab 9.30 Uhr im Akademischen Kunstmuseum (Am Hofgarten 21)  in den Themenbereich „Mythos 2012“ ein.

Wissenschaftler aus Melbourne (Australien), von der Technischen Universität Berlin sowie den Universitäten Bonn und Hamburg unterziehen gängige Interpretationen einer kritischen Betrachtung.

Während die Forschung die aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Originaltexte der Maya als Zeugnisse antiker Zeit- und Weltvorstellungen betrachtet, werden sie inzwischen öffentlich als Quelle für zweifelhafte apokalyptische (endzeitliche) Szenarien genutzt.  In den Medien stößt das Thema auf großes Interesse.  Weitab von  wissenschaftlichen Erkenntnissen ist ein medialer Selbstläufer entstanden.

Die beteiligten Fachleute haben sich daher das Ziel gesetzt, die voreuropäischen und modernen Maya-Überlieferungen zu „2012“ in deren historischen und kulturellen Zusammenhang zu diskutieren. Weitere Beiträge befassen sich mit schein-wissenschaftlichen Auslegungen und der Vermarktung des Maya-Kalenders und der Texte.

Einblicke in laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte bieten auch die beiden anderen öffentlichen Termine der Fachtagung am 10. und 12. Februar 2012:

Am Freitagnachmittag stehen ethnologische und historische Beiträge aus der Erforschung mittelamerikanischer indigener Gesellschaften im Fokus   –  der Sonntagvormittag ist gänzlich der archäologischen Forschung auf der Halbinsel Yukatan gewidmet.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Wegen der begrenzten Zahl an Zuhörerplätzen wird um Anmeldung gebeten: per E-Mail iae@uni-bonn.de (Stichwort: „2012“) oder telefonisch von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter 0228/73-4412.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Bonn

Kontaktdaten:
Dr. Antje Gunsenheimer
Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie
Tel.: 0228/73-4456
agunsenh@uni-bonn.de