Souverän und mutig: Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller und die Causa Christian Wulff

Von Felizitas Küble

Erzbischof Gerhard L. Müller   –  er ist  Chef der römischen Glaubenskongregation  –  stellt bei vielen Themen unter Beweis, daß er mutig, standpunktfest und geistig souverän auf aktuelle Ereignisse, Streitthemen und grundsätzliche Herausforderungen zu reagieren vermag.

Dies zeigt sich z.B. auch angesichts diverser Debatten um Ex-Bundespräsident Christian Wulff:

Zu einem Zeitpunkt, als dieser auf dem Höhepunkt seiner Macht und Beliebtheit stand, als er sich zudem noch der besonderen Gunst der BILD-Zeitung erfreute, die das „Traumpaar“ Christian und Bettina ständig in Jubelpose präsentierte  –  genau damals, als die Medien-Sonne äußerst freundlich über dem Präsidenten leuchtete, besaß der damalige Bischof von Regensburg den Mut, das deutsche Staatsoberhaupt daran zu erinnern, daß er als Katholik durchaus keine Sonderrechte beanspruchen kann.

In jener Zeit  –  Mitte September 2011  –  ging es in der öffentlichen Diskussion u.a. darum, daß Wulff als geschieden-Wiederverheirateter nicht zum Tisch des HERRN geladen ist.

Reformorientierte Katholiken wandten sich wie üblich gegen den vermeintlich „starren“ Standpunkt der katholischen Kirche   –  und auch der Bundespräsident selbst brachte beim amtlichen Empfang von Papst Benedikt in Berlin sein persönliches Eheschicksal indirekt zur Sprache, was durchaus nicht zu seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt gehörte.

Der damalige Bischof von Regensburg, Gerhard L. Müller, hatte seinerzeit öffentlich daran erinnert, daß geschieden-Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten zugelassen sind   –   und wir berichteten darüber. Der Untertitel unseres Beitrags lautete: „Der Bundespräsident hat als Katholik keine besonderen Vorrechte.“

Der damalige Oberhirte von Regensburg hatte öffentlich klargestellt: „Wir Katholiken gehen von dem hohen Gut, ja, dem Geschenk der Unauflöslichkeit der Ehe aus.” 

Das gelte auch für den Katholiken Christian Wulff, so der Bischof: „Als Bundespräsident hat Christian Wulff im staatlichen Sektor Anspruch auf besondere Achtung. Als Katholik hat er keine besonderen Vorrechte.“

Als sich Christian Wulff noch in Glanz und Gloria, in Glamour und Glück sonnen konnte, zeigte Bischof Müller klaren Mut zum Widerspruch  –  und genauso beweist er ihn jetzt, wenn er jene unfaire, geradezu verleumderische Pressekampagne vom Vorjahr kritisiert, die Christian Wulff zum Rücktritt veranlaßte.

Medienkritik hört man von Kirchenführern sonst eher selten  –  viele Bischöfe wollen es sich mit dieser mächtigen „vierten Gewalt“ im Staate wohl nicht verderben (mitunter gewinnt man den Eindruck, als hätten die Medien längst schon die „erste Gewalt“ inne).

Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller hat sich jetzt zum Korruptionsprozeß gegen Ex-Präsident Wulff geäußert: „Wer nur ein wenig Gerechtigkeitssinn hat, kann den juristischen und finanziellen Aufwand um 700 Euro nicht verstehe“, stellte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazins FOCUS klar. 

Er fügte hinzu: „Es ist auch nicht zu tolerieren, dass Personen in ihrer Menschenwürde so verletzt und gekränkt werden dürfen, besonders wenn die Vorwürfe gar nicht bewiesen sind.“

Damit dokumentiert Erzbischof Müller erneut seinen wachen Gerechtigkeitssinn und seine zeitgeistkritische Courage, die allen Bischöfen zu wünschen wäre.

Foto: Bistum Regensburg


Causa Limburg: Andreas Püttmanns wohlfeiler Moralismus im Portal der Bischofskonferenz

Von Felizitas Küble

Der im konservativen Spektrum namhafte Publizist Dr. Andreas Püttmann gefällt sich in den letzten Monaten offenbar mit seiner scharfen Kritik am eigenen Lager.

Nun ist derlei Sachkritik an sich durchaus kein Problem, sondern mitunter lobenswert; es kann  –  je nachdem  –  Ausdruck von Courage und geistiger Unabhängigkeit sein, zuweilen aber auch von pubertär anmutendem Rebellentum zeugen. 

Im CHRISTLICHEN FORUM wurde Dr. Püttmanns Ausführungen zur Causa Limburg bereits vor vielen Wochen faktenorientiert widersprochen.Limburg-102 

Nun hat der katholische Buchautor erneut „losgelegt“   –  und zwar  bezeichnenderweise auf dem amtlichen Web-Portal der Deutschen Bischofskonferenz („Katholisch.de“): dort erschien gestern sein jüngster Rundumschlag zum Dauerbrenner namens Bischof Tebartz-van Elst.

Zunächst sei klargestellt:

Kein Vernünftiger im konservativen „Lager“ betreibt irgendeine „Anhimmelung“ des Limburger Oberhirten. Auch jene, die den Bischof gegen gehässige Medienjagd in Schutz nehmen, bestreiten damit keineswegs schwerwiegende Fehler, nehmen aber zur Kenntnis, daß sich Tebartz-van Elst mehrfach entschuldigte und erwarten keine zig-fache Wiederholung solch öffentlicher Bußübungen.

Unstrittig ist auch, daß sich der Limburger Bischof mit seiner Klage gegen das links agierende Wochenmagazin „Der Spiegel“ nicht mit Ruhm bekleckerte, weder moralisch noch intellektuell.

Hätte er gegenüber dem Reporter gesagt „Business-Class haben wir bezahlt“ statt „Business-Class sind wir geflogen“, hätte ihm niemand an den Karren fahren können, denn tätsächlich hat das „Upgrade“ auf die 1. Klasse dem Bistum keinen einzigen Cent gekostet.  –  Nun kann man sich in einer hektischen oder angenervten Stimmung schon mal unkorrekt ausdrücken, ohne daß man dem Betreffenden hierbei böse Absichten unterstellen muß.

Verheerender war freilich des Bischofs Fehlentscheidung, dem Drängen seines Anwalts nachzugeben und den „Spiegel“ zu verklagen, wobei TvE  –  um überhaupt eine einstweilige Verfügung zu erreichen  –  eine eidesstattliche Versicherung abzugeben hatte, was ihm womöglich zuvor nicht ausreichend klar war. 

Foto: PROWie dem auch sei: Als Quittung hierfür erhielt der Bischof eine teure Geldauflage, aber eben keinen Strafbefehl, keinen Prozeß, keine Vorbestrafung, obwohl viele offenbar damit gerechnet haben, nicht zuletzt in durchaus vorlauter Art bzw. Unart auch Erzbischof Zollitsch.

Somit hat das Hamburger Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlaß eines Strafbefehls eben n i c h t  entsprochen, sondern das Verfahren angesichts des bischöflichen Eingeständnisses und quasi wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Dieses „verhältnismäßige“ Vorgehen hat viele Bischofsgegner  –  vor allem innerhalb der Kirche  –  reichlich enttäuscht, denn die Hamburger Richter haben durchaus sachorientiert entschieden und sich weder von der öffentlichen Hysterie noch von der Staatsanwaltschaft zu einem Strafbefehl verleiten lassen.

Nach diesen Vorbemerkungen nun zum bereits erwähnten Artikel von Dr. Püttmann auf dem offiziellen Bischofskonferenz-Portal:

Der Verfasser beschwert sich eingangs über die Bischofs-Unterstützer, wobei er deren sog. „Entlastungsversuche“ kurios darstellt, so daß jene TvE-Fans als lächerlich präsentiert werden, was wohl wenig fair ist.

Kritik an Solidarität „bis in die hohe Kirchenhierarchie“…

Sodann kritisiert er „Solidaritätsadressen und Durchhalteparolen bis in die hohe Kirchenhierarchie hinein“, was er dramatisierend als „moralischen Supergau“ bezeichnet.

Scharfe Worte, die Dr. Püttman damit begründet: „Wahrheit, Wahrhaftigkeit und der richtige Umgang mit Schuld gehören zu ihrer Kernkompetenz.“

Besteht der „richtige Umgang mit Schuld“ im Christentum etwa darin, jemanden, der seit Monaten medienweit wüst attackiert wird, der gleichsam im Graben liegt, noch weiter mit Vorhaltungen zu traktieren?

Wünscht der Autor, daß die Kirche auch mit seiner eigenen Schuld derart umginge? Oder auf welch hohem Roß sitzt er eigentlich?

Von einem Bischof, der unter die Medienräuber fiel…

Erinnern wir uns an Christi Gleichnis:

Als der barmherzige Samariter dem verletzten Mann tatkräftig geholfen hat, erkundigte er sich nicht erst nach dessen moralisch „sauberer Weste“, sondern schritt spontan zur heilsamen Tat.

Auch der Limburger Bischof ist unter die (Medien-)Räuber gefallen   –  und wer ihm in dieser schweren Zeit beisteht „bis hinein in die hohe Kirchenhierarchie„, beweist couragierte Tapferkeit während einer geradezu haßerfüllten Hexenjagd.

Wo bleibt denn die Empörung des Autors über das verlogene öffentliche Kesseltreiben? – Erinnern wir uns zB. an die faustdicke Lüge hinsichtlich der 15.000-Euro-Badewannen-Story, die wochenlang die Runde machte und den Volkszorn hervorrief, obwohl sie komplett erfunden war.

Einseitiger Moralismus von der wenig tapferen Sorte

Warum blüht der wohlfeile Moralismus des Herrn Dr. Püttmann nur einseitig in Richtung des ohnehin am Boden liegenden Bischofs? Warum greift er nicht die herrschenden Medien wegen zahlreicher Verstöße gegen „Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ an? – Das würde wirklich Mut beweisen, weiteres Drauftreten auf den attackierten Bischof ist hingegen kein Zeichen edelmütiger Gesinnung.

Der auf hohem moralischen Roß sitzende Verfasser fragt weiter, wo denn jetzt das „Rücktrittsangebot“ des Bischofs bleibe. Ist Püttmann etwa entgangen, daß der Papst TvE keineswegs als Oberhaupt des Bistums Limburg amtsenthoben, sondern ihm vielmehr eine wohltuende „Auszeit“ vergönnt hat?

Gerade Dr. Püttmann betont seit Jahren seine ausgeprägt „romtreue“ Haltung. Wo bleibt denn jetzt die Würdung der päpstlichen Entscheidung in der Limburger Causa?

Abschließend empört sich der Autor weiter über die Fraktion der Bischofs-Unterstützer, welche über eine „Medienkampagne lamentieren“ würden, wobei „so viel moralische Stumpfheit und Wahrheitswurstigkeit“ aus seiner Sicht „schwer zu ertragen“ sei.

Weiß er nicht, daß sich zB. auch der bekannte ZDF-Moderator und evangelische Theologe Peter Hahne scharf gegen dieses tatsächlich unfaire, ja teils hysterische Kesseltreiben im Blätterwald gewandt hat?

Der angesehene Fernsehjournalist erklärte dazu ohne Wenn und Aber: „Ich habe selten soviel Haß und Häme erlebt“. Will Püttmann dem evangelischen Schriftsteller und TV-Moderator nun etwa auch „moralische Stumpfheit“ unterstellen?

PS: Auch CICERO beschwert sich jetzt über Hetzjagd-Stimmung in den Medien: http://www.cicero.de/berliner-republik/heissgelaufen/56457

1. Foto: Dr. Bernd F. Pelz / 2. Foto: Medienmagazin PRO


Originelle INFO-Links zur Causa Limburg

Ausgezeichnete STELLUNGNAHME der nicht-katholischen Politikwissenschaftlerin Dr. Cora Stephan: http://cora-stephan.blogspot.de/2013/10/prunk-protz-pranger.html

HIER folgt eine innerlich vornehme, sehr nachdenkliche Frauenstimme im sonst so schrillen Chor der Medien-Hysterie: http://monikapetryblog.blog.de/2013/10/16/hommage-bischof-limburg-16605946/

Origineller KLARTEXT einer kath. Webseite zur Causa Limburg, Kirchensteuer, Zollitsch usw: http://www.freiburgbaerin.eu/arm-demuetig-und-barmherzig-die-konsequenzen-aus-der-blink-blink-schlammschlacht/

WAS ein katholischer Kaplan aus dem Bistum Limburg zu berichten weiß: http://kath.net/news/43351

Anschauliche Erklärung dafür, warum barocke Pracht oft das genaue Gegenteil von persönlichem Luxus ist: http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/10/barocke-pracht-ist-das-wirklich-luxus.html

Köstlicher schwarzer Humor: http://kreuzknappe.blogspot.de/2013/10/limburger-bistumsspitze-will-neuen.html


Causa Limburg: n-tv-Redakteur kritisiert „Hetzjagd“ gegen Bischof Tebartz-v. Elst

Obwohl der Nachrichtensender „n-tv“ im allgemeinen die Boulevard-Sprücheklopferei gegen den Limburger Oberhirten dummdreist mitmachte („Skandal-Bischof“, „Protzbau“ etc), erschien dort am gestrigen Samstag, den 19. Oktober, ein positiv aus dem Rahmen fallender Artikel von Fabian Maysenhölder unter dem Titel „Der Bischof und seine Auszeit in Rom“.

Der angenehm sachlich argumentierende Autor schreibt einleitend: e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

„Der Limburger Bischof verweilt in Rom und wartet auf eine Privataudienz bei Franziskus. Damit ist er aus der Schusslinie und sorgt dafür, dass Nüchternheit in den Fall einkehren kann. Es ist der einzig richtige Schritt, denn eine Chance hatte der Geistliche nie.“

Es hätte freilich theoretisch auch anders laufen können, so der n-tv-Redakteur:

„Ein Bischof, der vor seinen Gläubigen nach Rom flieht, dort vom Papst zurechtgewiesen wird und seinen Posten verliert. Das war es, und das ist es noch, was viele offenbar erwarten. Die Uhren der Kirche aber ticken anders. Das wird häufig kritisiert, doch in diesem Fall ist es unbedingt notwendig. Das weiß auch Papst Franziskus.“

Der Verfasser fügt nüchtern abwägend hinzu:

„Es ist wichtig, dass Franziskus sich nicht von dieser Welle der Empörung leiten lässt. Denn bislang sind zu viele Fragen ungeklärt, um den Konflikt angemessen zu regeln – entgegen dem Eindruck, der unter der Berichterstattung über den „Protz-Bischof“ entstehen könnte. Bislang ist völlig unklar, wer in Limburg für welche Dinge Verantwortung trägt und wie gewisse Entscheidungen zustande kamen.“

Sodann erinnert der n-tv-Redakteur an ein wesentliches Prinzip des Rechtsstaates:

„Die Unschuldsvermutung ist in Strafverfahren ein wichtiges Grundprinzip: Demnach ist jeder so lange unschuldig, bis ihm das Gegenteil bewiesen wird. Dieser Grundsatz sollte auch für den Umgang mit Franz-Peter Tebartz-van Elst gelten, egal wie lange die Klärung dauert.“

Doch genau dieses grundlegende Rechtsprinzip wird von vielen Medien  –  keineswegs allein von Sensations- und Straßenblättern, sondern auch von der sog. „Qualitätspresse“  – häufig mit Füßen getreten, wenn es gilt, die eigene Bekanntheit und Auflage durch reißerische Skandalmeldungen zu steigern  – und damit eine künstliche Empörungsmaschine anzukurbeln.

Für die Opfer solch unfairer Methoden ist das freilich bitter; hierzu stellt der Autor zutreffend fest:

„Nüchtern betrachtet hatte Tebartz-van Elst nie eine Chance, nachdem die Hetzjagd auf ihn eröffnet worden war. Die wenigen Dinge, die er äußerte, wurden stets als Worte eines uneinsichtigen Bischofs von Limburg ausgelegt. Jegliche – durchaus vernünftige – Versuche seinerseits, darauf hinzuweisen, man solle doch auf gesicherte Fakten durch entsprechende Untersuchungen warten, wurden als Verzögerungstaktik gebrandmarkt.“

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Peter Hahne zur Causa Limburg: „Habe selten so viel Haß und Häme erlebt.“

Der evangelische Theologe und bekannte Fernsehjournalist Peter Hahne übt scharfe Kritik am Umgang weiter Teile der Öffentlichkeit und der Medien mit den Vorgängen im katholischen Bistum Limburg.

So viel Hass und Häme wie gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst habe er selten erlebt, schreibt Hahne in seiner Kolumne in der Zeitung „Bild am Sonntag“ vom 20. Oktober.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Im Radio sei der Kirchenmann als „Eichhörnchengesicht“ verspottet worden; im Fernsehen habe ein Komiker ein Twitter-Foto kommentiert, das Tebartz als Außerirdischen oder als Horrorfigur „Gollum“ aus dem Roman „Herr der Ringe“ dargestellt habe.

Der Berliner TV-Moderator hierzu: „Es schreit zum Himmel, wenn erklärte Christen oder Kirchenleute sich daran beteiligen und mit ihrem Spott Talkshow-Honorare kassieren.“

 Jetzt werde auch noch „das brenzlige Thema Kirchensteuer“ diskutiert. Das frühere EKD-Ratsmitglied Hahne: „Das scheuen die Kirchen wie der Teufel das Weihwasser.“

Er habe nie verstanden, warum die beiden großen Kirchen damit so defensiv umgehen. Denn die 9,8 Milliarden Euro, die sie im vorigen Jahr aus Kirchensteuern erhalten haben, flössen in Aufgaben, „die die Kirchen besser wahrnehmen, als der Staat es vermag: Notfall- und Militärseelsorge, Caritas und Diakonie, Jugend- und Seniorenarbeit und die selbst unter Atheisten gefragten Kitas und Schulen“.

Die Kirchen unterhalten, wie Hahne erläutert, mit staatlicher Förderung so prächtige Kulturgüter wie den Kölner Dom oder die Wieskirche: „Nach Limburger Maßstäben müsste man solche Kunstschätze allesamt Prunk- und Protzbauten nennen. Auch für Kathedralen hätte man einst Sozialwohnungen bauen und Armen helfen können!“

Deshalb halte er „das Theater um die 30 Millionen Euro für ein denkmalgeschütztes Ensemble in Limburg für lächerlich, zumal es nicht aus den Kirchensteuern finanziert wurde, sondern vom ‚Bischöflichen Stuhl‘  – und der sei aus den sogenannten „Staatsleistungen“ als Entschädigung für die Enteignung der Kirchen vor mehr als 200 Jahren gespeist.

Quelle: http://www.idea.de


Mathias v. Gersdorff zur Causa Limburg: „Die FAZ wird nicht ungeschoren davonkommen.“

„Investiturstreit im 21. Jahrhundert“

In diversen Artikel hat die FAZ immer wieder den Vorwurf abgewiesen, gegen den Limburger Bischof werde eine „Medienkampagne“ inszeniert.

Nun: die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 13. Oktober widmete diesem Thema ihren Aufmacher auf der ersten Seite  –  sowie komplett die Seiten 2, 3, 4 und die dritte Seite im Lokalteil.

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Aufgrund der Buchmesse beherbergte ich etliche ausländische Gäste. Sie fragten mich, wieso eine überregionale Zeitung einem Lokalthema so viel Platz widmet.

Ich musste ihnen zustimmen: Das Ausmaß der Berichterstattung über die Kosten des Baus des Limburger Diözesanzentrums übersteigt jedes vernünftige Maß.

Wenn hier keine Kampagne stattfindet, existieren überhaupt keine Medienkampagnen.

Offensichtlich wollen manche Redaktionen die Vorgänge rund um den Limburger Bischof maßgeblich beeinflussen. Eine Art „Investiturstreit im 21. Jahrhundert“.

Daniel Deckers schreibt am 17. Oktober 2013 im kleinen Kommentar der FAZ auf Seite 8: Die Gefahr sei nicht gering zu schätzen, dass der lawinenartige Furor ob des Missbrauchs von Freiheit viel Sinnvolles unter sich begrübe.

Da kann man nur lachen. Daniel Deckers und andere in der FAZ sind verantwortlich für das Kesseltreiben, das zur Zeit gegen Bischof Tebartz-van-Elst veranstaltet wird.

Es ist abstoßend, ansehen zu müssen, mit welcher Verbissenheit man versucht, einen Menschen dermaßen fertig zu machen.

Die FAZ wird nicht ungeschoren davonkommen.

MATHIAS VON GERSDORFF ist katholischer Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt


Evangelikaler Theologe zur Causa Limburg: Medien betreiben Spießrutenlaufen

Scharfe Kritik am Umgang der Medien mit dem katholischen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat der Leiter des Gießener Instituts für Ethik und Werte, der evangelikale Theologe Stephan Holthaus (siehe Foto), geübt. holthaus_stephan_606_pr13_2f52251200

Gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte Holthaus am 14. Oktober:

„Bei aller berechtigten Sachkritik am Umgang mit Kirchengeldern im Bistum Limburg und der Kommunikationspolitik des Bischofs  –  was derzeit für ein Spießrutenlaufen inszeniert wird, ist der Sache abträglich und bestärkt nur die generellen Kirchenkritiker unserer Zeit.“

Das alles grenze an eine Vorverurteilung. Die Unschuldsvermutung gelte so lange, bis das Gegenteil bewiesen sei: „Das sollte nicht nur für die Rechtsprechung, sondern auch für den medialen Umgang mit Menschen gelten.“

Dr. Holthaus ist auch Prorektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen: „Transparenz ist für die Kirche Roms das Gebot der Stunde. Augenmaß und Sachlichkeit das Gebot für die Medien. Beides scheint zu fehlen.“

Quelle: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/fall-tebartz-van-elst-medien-inszenieren-spiessrutenlaufen-921.html

HINWEIS: Es gibt erfreulicherweise auch Ausnahmefälle einer durchaus kritischen, aber sachlichen Berichterstattung, die redlich versucht, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen – zB. dieser Bericht im Handelsblatt: http://app.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/affaere-um-limburger-bischof-kritik-der-medien-nur-ein-vorwand/8928716-2.html


Causa Limburg: Landeskomitee der Katholiken in Bayern (LdK) kritisiert „Medienkampagne“

Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern (LdK) unterstützt den Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst. Die Diskussion verlaufe völlig unangemessen, sagte der LdK-Vorsitzende Dr. Albert Schmid (siehe Foto) dem Bayerischen Rundfunk: „Hier wird ein moralischer Vorwurf erhoben, den kann ich nicht nachvollziehen.“ Schmid_Wuerzburg_2013_2

Dr. Schmid  –  er amtierte früher als SPD-Fraktionsvorsitzender von Bayern  –  erklärte, er halte den Limburger Bischof nach wie vor für tragbar. Außerdem teilte der LdK-Chef die Meinung des Präfekten der Glaubenskongregation im Vatikan, Erzbischof Gerhard L. Müller, wonach es sich bei der Diskussion über Bischof Tebartz-van Elst um eine unfaire „Medienkampagne“ handle.

Quelle: http://www.kreisbote.de/news/bayern/bayerns-katholiken-komitee-verteidigt-limburger-bischof-lby-3164302.html

Foto: http://www.landeskomitee.de/index.php/landeskomitee/geschaeftsleitung.html


Glaubenspräfekt Müller kritisiert „Medien-kampagne“ gegen den Limburger Bischof

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erneut den Rücken gestärkt. Der ranghohe Kurien-Erzbischof amtierte bis Sommer 2012 als Oberhirte von Regensburg.AL-0020

Während einer heiligen Messe in der römischen Kirche „Campo Santo Teutonico“ erklärte der Glaubenspräfekt am Freitagabend, daß es sich bei den Attacken gegen den Limburger Bischof um eine „Medienkampagne“ und um „Lügen von Journalisten“ handle.

Er verwies auf die Verantwortung von Ordinariatsmitarbeitern betreff der hohen Baukosten des „Diözesanen Zentrums“ in Limburg.

Erzbischof Müller hatte sich bereits Mitte September in einem von der „Tagespost“ veröffentlichten Interview hinter Tebartz van Elst gestellt.

Auf die Frage, was Rom von der Limburger Bistumsleitung erwarte, antwortete der Glaubenspräfekt:

“Um es gleich zu sagen: Die Leitung eines Bistums ist gemäß der sakramentalen Verfassung der Kirche dem geweihten und mit dem Papst in Gemeinschaft stehenden Bischof aufgetragen. Wer die Aussagen des II. Vatikanischen Konzils über das Bischofsamt nicht kennt oder das Hirtenamt wie ein politisches Amt missversteht, ist fehl am Platz.

Das Domkapitel ist eine Gruppe von Priestern aus dem Presbyterium einer Diözese, die dem Bischof mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihre Aufgabe ist es nicht, den Bischof zu kontrollieren, sondern ihn zu unterstützen. Der hierarchische Obere eines Bischofs ist allein der Papst und nicht etwa, wie in den Medien kolportiert, der Vorsitzende einer Bischofskonferenz.”

HINWEIS: Hier geht es zu kritischen Gedanken von Alexander Schönburg über das Kesseltreiben gegen den Limburger Bischof : http://onalexandersmind.blogspot.de/?m=1

HIER folgt ein aufschlußreicher Artikel des Kulturchefs der Tageszeitung DIE WELT: http://www.welt.de/politik/deutschland/article120851635/Von-wegen-Protz-Bauten-in-Limburg-sind-exzellent.html

Foto: Bischöfl. Presseamt Regensburg