Tansania geht gegen Magie, heidnische Praktiken und Albino-Diskriminierung vor

Im ostafrikanischen Tansania ist die Tätigkeit von „Medizinmännern“ künftig verboten. Die Regierung will damit vor allem Menschen ohne Hautfarbe (Albinismus) schützen, deren Körperteile zur Hexerei mißbraucht werden. 305fe9127f

Die heidnischen Medizinmänner mixen aus Blut und Gewebe einen Zaubertrank, der Glück und Reichtum verheiße. Geschäftsleute sollen angeblich Unsummen dafür bezahlen.

In Tansania leben mehr als 33.000 Menschen mit Albinismus. In den vergangenen drei Jahren sind mindestens 70 Personen rituellen Morden oder Verstümmelungen zum Opfer gefallen; nur etwa zehn Täter wurden wegen Mordes verurteilt. Das soll sich jetzt ändern.

Der tansanische Innenminister Mathias Chikawe kündigte eine Kampagne im ganzen Land an, um den heidnischen Medizinmännern das Handwerk zu legen und sie vor Gericht zu stellen. Die tansanische Albinismus-Gesellschaft begrüßte das Berufsverbot.

Auch die Kirchen verurteilen die rituellen Verstümmelungen von Menschen ohne Hautfarbe aufs schärfste. Allerdings sind sie skeptisch, ob das Verbot zum Erfolg führt, denn in der Bevölkerung gebe es eine große Nachfrage nach diesen heidnischen Praktiken.

Selbst führende Politiker nähmen die Dienste der „Medizinmänner“ in Anspruch, sagte Ruhestandspastor Leonard Mtaita, ein früherer Generalsekretär des ökumenischen Christenrates in Tansania. Nach seiner Ansicht ist noch viel Bildungs- und Aufklärungsarbeit nötig.

Von den 41 Millionen Einwohnern Tansanias sind 52 Prozent Christen, 32 Prozent Muslime und 14 Prozent Anhänger heidnischer afrikanischer Naturreligionen. Der Rest sind Hindus und Angehörige anderer religiöser Minderheiten.

Quelle: http://www.idea.de