Causa Medjugorje: Die jüngste “Himmelsbotschaft” an die Seherin Mirjana

“Verschwendet keine Zeit, indem ihr zuviel nachdenkt”

In der katholischen Pfarrei Medjugorje in Bosnien-Herzegowina soll  – einer Schar von männlichen und weiblichen Sehern zufolge  –  bereits seit dem 24. Juni 1981 die Gottesmutter als “Königin des Friedens” erscheinen – und dies bei einigen der Visionäre sogar täglich. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Die zuständigen Oberhirten des Bistums Mostar (erst Bischof Zanic, danach sein Amtsnachfolger Bischof Peric) lehnen die  “Offenbarungen” des Himmels bzw. die mittlerweile über 40.000 Erscheinungen strikt ab.

Zu den Sehern, denen angeblich “Botschaften” der Madonna anvertraut werden, gehört auch die Familienmutter Mirjana Dragicevic-Soldo; sie soll zehn Geheimnisse von ihr erhalten haben.

Jeweils am zweiten Tag eines Monats erlebt sie  – eigenen Angaben zufolge – eine Erscheinung der “Gospa”, wie die selige Jungfrau Maria in jener Gegend bisweilen genannt wird. Diese sog. “Privatbotschaft” wird per Medjugorje-Newsletter verbreitet.

Wir dokumentieren hier die jüngsten Aussagen der “Gospa” vom 2. August 2015 im vollständigen Wortlaut (das Hervorheben einiger Äußerungen durch Linien erfolgt durch uns):

 “Liebe Kinder! Ich, als Mutter, die ihre Kinder liebt, sehe, wie schwer die Zeit ist, die ihr lebt. Ich sehe euer Leid, aber ihr sollt wissen, dass ihr nicht allein seid. Mein Sohn ist mit euch. Er ist überall. Er ist unsichtbar, aber ihr könnt Ihn sehen, wenn ihr Ihn lebt. DSC06228

Er ist das Licht, das eure Seele erleuchtet und den Frieden gibt. Er ist die Kirche, die ihr lieben sollt und für die ihr immer beten und kämpfen sollt – aber nicht nur mit Worten, sondern mit Werken der Liebe. Meine Kinder, wirkt, damit alle meinen Sohn erkennen, wirkt, damit Er geliebt werden kann, denn die Wahrheit ist in meinem Sohn, geboren von Gott – dem Sohn Gottes.

Verschwendet keine Zeit, indem ihr zu viel nachdenkt; ihr werdet euch von der Wahrheit entfernen.

Nehmt mit einfachem Herzen Sein Wort an und lebt es. Wenn ihr Sein Wort lebt, werdet ihr beten. Wenn ihr Sein Wort lebt, werdet ihr mit barmherziger Liebe lieben, ihr werdet einander lieben. Je mehr ihr liebt, je weiter werdet ihr vom Tod entfernt sein. Für diejenigen, die das Wort meines Sohnes leben werden und die lieben, wird der Tod Leben sein. Ich danke euch. Betet, dass Ihr meinen Sohn in euren Hirten sehen könnt. Betet, dass ihr Ihn in ihnen umarmen könnt.”

Hierzu einige Hinweise:

1.Es heißt in der Botschaft: “Er (Jesus) ist die Kirche.”  –  Christus ist das Haupt der Kirche, die Gläubigen sind die Glieder dieses geheimnisvollen Leibes; in Wort und Sakrament wirkt der Erlöser auch nach seiner Himmelfahrt weiter in der Welt für das Heil der Menschen. mtcarmelpic1

2. Die Aussage, Christus sei “geboren von Gott” ist zumindest mißverständlich, wenn nicht sogar irreführend. Christus selber ist ja GOTT, die zweite Person der göttlichen Dreieinigkeit. Es muß also richtig heißen: Christus ist “geboren vom Vater”, wie es auch das CREDO (Glaubensbekenntnis) lehrt: “Aus dem Vater geboren vor aller Zeit…”  

3. Was soll die Warnung vor “zu viel Nachdenken“, weil dies angeblich “Zeitverschwendung” sei, verbunden mit der Mahnung, sich sonst von der “Wahrheit” zu entfernen?  –  Soll hier womöglich einem kritischen Nachdenken hinsichtlich der Echtheit jener Erscheinungen vorgebeugt werden?

4. Sodann wird zum Gebet für die “Hirten” aufgerufen, auf daß man in ihnen Christus “umarmen” könnte. Auf der einen Seite verweigern alle Medjugorje-“Seher” seit Jahrzehnten den kirchlichen Gehorsam, indem sie die ablehnenden Stellungnahmen ihrer zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Bischof Peric) ignorieren bzw. links liegenlassen.  – Auf der anderen Seite werden “Umarmungs”-Aufforderungen zum Besten gegeben. Soll damit vielleicht der dauerhafte Ungehorsam verschleiert werden?

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das gemeinnützige Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt. 

 

 


Pater Santan Fernandes und das Problem verstiegener Heilungserwartungen

Von Felizitas Küble

Zu den “Heilungspriestern” der katholischen charismatischen Bewegung zählt seit Jahren der aus Indien stammende, in Tirol als Gemeindepfarrer wirkende Pater Santan Fernandes.  Scannen0002

Die Art und Weise seiner Verkündigung wirkt zunächst relativ bodenständig bzw. im Sinne des katholischen Brauchtums, wirbt er doch intensiv für das Tragen der “Wunderbaren Medaille” und hält gerne Predigten über Fatima und den Rosenkranz.

Dies erscheint eher untypisch für die charismatische “Szene”, kann aber eben deshalb dazu führen, daß auch jene Katholiken an des Paters Exerzitien und Tagungen teilnehmen, die sonst mit schwarmgeistigen Phänomenen nichts am Hut haben. Auch die Medjugorje-Bewegung empfiehlt die Seminare dieses “Heilungspriesters”.

FOTO: K-TV überträgt “Heilungsgottesdienste” mit Pater Fernandes, zuletzt am 1. Juli 2015 (Quelle: K-TV-Präsenz auf Facebook)

In diesem Zeitungsbericht auf “Baden-online” vom 6. September 2012 wird der Geistliche als “Segenspfarrer”, ja sogar als “Wunderheiler” bezeichnet: http://www.bo.de/lokales/lahr/der-wunderheiler-zu-besuch-in-ottenheim

Der erwähnte Artikel beginnt mit folgender Episode:

“Möchten Sie in den Himmel kommen?«  – Ein lautes »Ja« kommt dem Großteil der über 250 Gläubigen in Ottenheims katholischer Kirche über die Lippen. »Was müssen Sie machen?«  –  »Den Rosenkranz beten«, hallt es zurück. »Rosenkranz beten öffnet den Himmel«, sagt Pater Santan Fernandes, der Mittwochabend über die Glaubens- und Segenskraft der katholischen Kirche einen Heilungsgottesdienstes spricht.”

Auch dieser Einstieg wirkt auf den ersten Blick traditionell katholisch, ist aber theologisch fragwürdig, denn der Rosenkranz für sich allein genommen öffnet keineswegs den Himmel, obwohl dieser irreführende Eindruck hierbeichrkn entsteht.

Die katholische Kirche lehrt, daß uns durch die Taufe und  – damit zusammenhängend – durch die Erlösung in Christus der Himmel geöffnet wird. Wenn wir in schwere Sünde fallen, dann führen Reue, Bußsakrament und Umkehrbereitschaft uns zurück in die Freundschaft mit Gott, in den sog. “Stand der Gnade” also.

Das Rosenkranzgebet ist hilfreich für das christliche Leben und vermag eine gediegene Frömmigkeit zu stärken, ersetzt aber nicht etwa die Beichte, die für Katholiken objektiv im Falle einer Todsünde heilsnotwendig ist.

Führen “vertrauende” Gebete automatisch zur “Heilung”?

Typisch charismatisch sind freilich die verstiegenen Heilungserwartungen, die dieser “Segenspater” weckt, wie der zitierte Zeitungsbericht in den weiteren Abschnitten nahelegt.

In der charismatischen Bewegung (sowohl in der protestantischen wie in der katholischen Variante) ist jene Denkweise weit verbreitet, wonach man nur stark glauben und intensiv genug beten und “vertrauen” solle, dann werde man von seinen Krankheiten geheilt. media-390606-2

Dabei wird “übersehen”, daß Christus keineswegs alle Kranken geheilt hat, weder zu seinen irdischen Lebzeiten noch in der Kirchengeschichte allgemein. Er lehrte die Christen stattdessen im Vaterunser das Gebet: “Dein Wille geschehe!”  

Wer hingegen eine schwärmerische, irreführende (Ab-)Art des “Gottvertrauens” verkündet, begünstigt jene verkehrte Grundhaltung nach dem Motto “Mein Wille geschehe”, wobei erwartet wird, daß der Himmel dafür auch sorgen wird, wenn man ihn nur ausreichend “bestürmt”

In diesem Zusammenhang schreibt Leser “Cyprian” hier in einem Kommentar zu P. Fernandes zu Recht folgendes:

“Doch leider ist der Herr Pater der Frage ausgewichen, was mit denen ist, die Gott nicht heilt. Er führte es auf Unglauben zurück.

Ich kannte/kenne aber viele tiefgläubige Menschen, die nicht geheilt wurden und stattdessen den bitteren Kelch tranken und sich dem unergründlichen Willen Gottes fügten. Und davon gibt es unzählige Beispiele in der Kirchengeschichte – auch bei vielen Heiligen, wo Gott die Leiden eben nicht einfach wegnahm…

Hatten sie nicht genug Glauben — oder vielleicht noch einen viel, viel grösseren Glauben?!”

Gerade gestern berichtete die amtliche liturgische Lesung der katholischen Kirche vom Apostel Paulus, der zu Gott betete, ER möge ihn vom “Stachel in Fleisch” befreien. Doch der HERR erhörte seine flehentliche Bitte nicht, sondern gab ihm zu verstehen: “Laß dir an meiner Gnade genügen”. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/05/paulus-und-der-stachel-im-fleisch/)

Felizitas Küble leitet ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Theologisch unausgegorene Äußerungen der “Madonna” von Medjugorje

Von Felizitas Küble

Kürzlich haben wir uns mit dem Buch “Gedanken über Medjugorje” von Dr. Ewald Kurtz befaßt, dem man immerhin zugutehalten kann, daß er sich innerhalb der Medju-Literatur um ein höheres Niveau bemüht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/26/medjugorje-ist-die-erscheinende-gestalt-eine-lebendige-person/

Der Autor will in seiner 92-seitigen Schrift jenen Nachweis erbringen, den er in seinem Untertitel thematisiert: “Die erscheinende Gestalt als lebendige Person.”  884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Dem Verfasser zufolge zeigt sich die Glaubwürdigkeit bzw. Echtheit einer Erscheinung auch daran, ob in ihr die individuellen Züge einer lebendigen Persönlichkeit erkennbar sind, also nicht nur ein schablonenhafter Ablauf erfolgt bzw. bloß schematische Äußerungen vorliegen.

Wie bereits in unserem ersten Artikel dargelegt, eignen sich die vom Autor erwähnten Gospa-Zitate allerdings nicht, um seinen Anspruch zu begründen, weil jene Aussagen sich entweder als unsinnig oder als theologisch irrtümlich erweisen.

Medjugorje-Zitate belegen das Gegenteil des Erwünschten:

Hier folgen dazu ein paar weitere Beispiele aus dem zweiten Teil des Buches:

Auf Seite 39 bringt der Medjugorje-Anhänger folgende Gospa-Aussagen, welche die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen stützen sollen: “Opfert euer Leben für die Rettung der Welt!” 

Erstens hält sich das “Opferleben” der Medju-Seher offensichtlich in ganz engen Grenzen  – und zweitens können selbst die frommsten Christen mit noch so hochherziger Askese keine “Rettung der Welt” vollziehen, zumal Christus vor zweitausend Jahren dieses Heilswerk bereits vollbracht hat.

Sodann fordert die vermeintliche Himmelsmutter dazu auf, daß alle “mit mir durch das Gebet eine neue Welt des Friedens aufbauen” mögen; zudem sollen sie fasten, denn das wolle sie  –  die Madonna  – “ihrem Sohn Jesus für das Kommen einer neuen Zeit, einer Zeit des Frühlings, darbringen”.

Diese Endzeitschwärmerei bzw. Ankündigung eines kommenden Friedensreiches und einer “Zeit des Frühlings” ist erstens weltfremd und zweitens bibelfremd, denn die Heilige Schrift kündigt für das Ende der Zeiten einen schlimmen Glaubensabfall an  –  und nicht etwa eine “neue Welt des Friedens” etc. ???????

Auf Seite 40 wird die Erscheinung wie folgt zitiert: “Ich lade euch ein, euch mir ganz zu öffnen, damit ich durch jeden von euch die Welt bekehren und retten kann, die von Sünde und von all dem voll ist, was nicht gut ist.”

Abgesehen von der banalen Ausdrucksweise besitzt die Himmelsmutter weder mit noch ohne diese Seherschar eine Vollmacht, um die Welt zu “retten”, weil dies allein ihr göttlicher Sohn vermag. Kein Geschöpf ist hierzu imstande, auch nicht Maria, das edelste und am meisten von Gott begnadete Geschöpf.

1997: “Bald werdet ihr diesen Botschaften nachtrauern”.

Am 25.8.1997 sagte die Erscheinung: “Bald wird die Zeit kommen, in der ihr diesen Botschaften nachtrauern werdet.”  –  Der Autor fügt eigens hinzu: “Klarer kann sie das ihr bekannte Ende kaum ausdrücken.” (S. 41)

Nun sind inzwischen weitere 18 Jahre vergangen  – und von “bald” wird man insofern kaum sprechen können!

Bekanntlich haben die Sehermädchen Vicka und Marija im ersten Jahr der Erscheinungen (nämlich 1981) bereits öffentlich verkündet, es stände endgültig fest, daß sie ins Kloster gehen. Darauf wartet die Welt heute noch (es ist ohnehin nicht mehr möglich, denn beide Damen sind längst verheiratet).

Auch die Medjugorje-Visionärin Ivanka wurde keine Ordensfrau, obwohl es offenbar der “Wunsch” der Erscheinung war, wie der Autor selber zitiert:

“Wenn ihr ins Kloster gehen wollt, so wäre das auch mein Wunsch. Aber wenn ihr es nicht wollt, ist es besser, ihr tut es nicht.” (S. 50)

“Erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen weint…”

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Der Verfasser hält die “erscheinende Gestalt” auch deshalb für eine “lebendige Person”, weil sie immer wieder besondere Empfindungen wie “Trauer, Leiden und Freude” ausdrücke. Freilich erscheinen manche Gefühlsäußerungen theologisch recht merkwürdig, zB. folgende:

“Ich bitte euch, erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen über jene Seelen weint, die in der Sünde verloren gehen.” (S. 54)

Wie sollte die im Himmel hochgradig glückselige Gottesmutter denn überhaupt “blutige Tränen” weinen?  –  Zudem findet das Weinen mit den Augen und nicht mit dem Herzen statt.

Die besonders interview-freudige Seherin Vicka wird auf S. 55 wie folgt zitiert: “Das Gesicht der Gospa sieht aus wie bei  jemandem, der anfangen wird zu weinen. Und am nächsten Tag sieht es nicht besser aus, im Gegenteil:  jeden Tag leidet sie mehr.”

Da fragt man sich: Wenn eine tägliche Leidenszunahme auf dem Antlitz der Erscheinung erkennbar ist, wie wird das Gesicht der Erscheinung jetzt nach über 34 Jahren wohl aussehen?!

Reichlich unausgegoren ist auch jene Gospa-Aussage, die der Autor auf S. 68 erwähnt:

“Liebe Kinder, ihr wißt, daß ich euch unermesslich liebe und dass ich einen jeden von euch für mich will. Aber Gott hat allen die Freiheit gegeben, die ich in Liebe achte und ich verneige mich in meiner Demut vor eurer Freiheit.”

Erstens läßt es tief blicken, daß die Erscheinung einräumt, daß sie die Seher eigentlich “für mich” will (also nicht für Gott?!).

Zweitens respektiert der Himmel zweifellos die menschliche Freiheit, aber nicht in der Weise, daß er sich davor “verneigt”, als stände der Mensch samt seiner (von Gott verliehenen!) Freiheit auf einem ganz hohen und verehrungswürdigen Podest.

Drittens wird die wahre Gottsmutter sich nie ihrer eigenen Demut rühmen, denn wer dies tut, ist schon nicht mehr wirklich demütig!

 

 


Causa Medjugorje: Ist die erscheinende Gestalt eine “lebendige Person”?

Von Felizitas Küble

Medjugorje-Bücher gibt es längst wie Sand am Meer, davon fast alle zustimmend. Obwohl ich bislang über ein dutzend jener Jubel-Bücher las, fand ich in jeder dieser Publikationen zahlreiche Anhaltspunkte, die gerade  g e g e n  eine Echtheit jener Pänomene sprechen, selbst wenn die jeweiligen Autoren dies genau andersherum beurteilen. media-372515-2

Als Beispiel sei das im Jahre 2011 herausgekommene kleine Büchlein “Gedanken über Medjugorje” von Dr. Ewald Kurtz genannt, das innerhalb der Medju-Literatur durchaus zur Abteilung “höheres Niveau” gehört, weil immerhin der ernsthafte Versuch einer logischen (oder gar theo-logischen) Argumentation unternommen wird – wenngleich (aus meiner Sicht) durchaus nicht mit Erfolg.

Der Verfasser dieser Veröffentlichung untersucht die Medju-Gospa unter dem speziellen Gesichtspunkt, “ob das gesamte Verhalten und die Wortwahl der erscheinenden Gestalt wenigstens zuweilen persönliche Merkmale tragen und somit auf das individuelle Wesen eines verstorbenen Menschen schließen lassen.”

Dies ist tatsächlich ein etwas ungewöhnlicher und insofern interessanter Ansatz, wobei der Autor seine Analysen teilweise mit der Zuhilfenahme der Psychologie und Archetypen-Lehre von C. G. Jung vornimmt.

Angenommen, es würde sich bestätigen, daß es sich bei dem Erscheinungsphänomen um eine jenseitig “lebende Person” handelt, so könnte sich dies grundsätzlich sowohl auf Gestalten von “oben” wie von “unten” beziehen. Doch die negative Schlußfolgerung zieht der Autor von vornherein nicht in Betracht und verzichtet hierbei auf jede Begründung:

“Mit Vorwürfen wie diesen, daß die Seherinnen und Seher durch dämonische Mächte zu ihren Mitteilungen angetrieben würden (….), können wir uns hier nicht beschäftigen, weil sie gegenstandslos sind.” (S. 13)  – Punkt, aus  – kein einziger weiterer Satz wird für diese Option “verschwendet”. madonna-medj

Freilich eine merkwürdige Logik, wenn die Möglichkeit eines negativen Ergebnisses von vornherein als “gegenstandslos” vom Tisch gewischt wird.

BILD: weitverbreitetes “Wunderfoto” aus Medjugorje (mit merkwürdig geformten, fast krallenartigen Händen der “Madonna”)

Zu den “individuellen Zügen”, welche die Erscheinung angeblich ausweist und daher als “lebendige Person” präsentiert, zählt der Autor u.a. folgende Zitate der vermeintlichen Madonna zu Medjugorje:

“Diese Pfarre (Medjugorje) ist mir lieber als die anderen, wo ich auch gerne weilte, als der Allmächtige mich schickte.” (S. 27)

Nun freut sich diese hochbegnadete Pfarrgemeinde sicher über diese besondere Auserwählung, welche sogar noch die früheren Marienerscheinungen (also auch jene, die im Unterschied zu Medju von der Kirche genehmigt wurden), übertrifft.

Eine weitere “Gospa”-Aussage lautet: “Ich will euch von jetzt an von der Sünde unbefleckt in der Liebe weiterführen” (S. 31)

Dieses verstiegene Ansinnen kann nicht von der wahren Gottesmutter stammen, weil es dem erbsündlich geprägten Menschen überhaupt nicht möglich ist, “unbefleckt von der Sünde” zu leben.

Das folgende Zitat auf S. 36 klingt genau andersherum: “Der Satan spielt mich euch und euren Seelen, und ich kann euch nicht helfen, denn ihr seid weit weg von meinem Herzen”

Erstens “spielt” der Satan nicht nur mit den Seelen der Menschen, sondern will sie ins Verderben führen. – Zweitens fragt man sich, wenn die Himmelsmutter doch angeblich gegen die “Spiele” des Satans ohnehin “nicht helfen kann”, warum sie dann seit über 34 Jahren in Medjugorje  – teilweise sogar täglich   –  erscheint (insgesamt über 40.000 mal wohlgemerkt!).

Überhaupt scheint das Erscheinungsphantom etwas sprunghaft und empfindlich zu sein, was man natürlich (wie der Autor des erwähnten Buches) als besonders “individuell” auffassen kann, wie etwa jene Gospa-Aussage vom 4. April 1985:

“Heute ist der Tag, an dem ich damit habe aufhören wollen, euch Botschaften zu geben, weil mich einzelne nicht angenommen haben. Die Pfarrei hat angefangen, sich in Bewegung zu setzen und ich will euch Botschaften geben.”

Kommentar überflüssig!


Medjugorje-Seherin bietet wieder eine “weltbedeutende” Himmelsbotschaft

Von Felizitas Küble

Der “Seherin” Marija Pavlovic-Lunetti aus Medjugorje  in Bosnien-Herzegowina erscheint  – eigenen Angaben zufolge – seit dem 24. Juni 1981 täglich (!) die Gottesmutter als „Königin des Friedens”. Weitere Visionäre erhalten ebenfalls nach wie vor übernatürliche “Besuche” der Madonna. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Allerdings sind diese Medju-Erscheinungen kirchlich nicht anerkannt, was die meisten Anhänger jedoch nicht zu stören scheint.

An jedem 25. des Monats empfängt Marija von angeblich von der Himmelsmutter eine Botschaft, die  – so heißt es wörtlich auf der Medjugorje-Webseite  –   “in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet” ist.

Die jüngste bedeutsame Offenbarung vom 25. Juni 2015 wurde wieder in der ganzen Welt veröffentlicht  – und sie lautet wie folgt:

„Liebe Kinder! Auch heute gibt mir der Allerhöchste die Gnade, dass ich euch lieben und zur Umkehr aufrufen kann.

Meine lieben Kinder, möge Gott euer Morgen sein, nicht Krieg und Unfrieden, nicht Traurigkeit, sondern Freude und Frieden sollen in den Herzen aller Menschen zu herrschen beginnen; aber ohne Gott werdet ihr nie Frieden finden.

Deshalb, meine lieben Kinder, kehrt zu Gott und zum Gebet zurück, damit euer Herz mit Freude singen wird. Ich bin mit euch und ich liebe euch mit unermesslicher Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Hierzu stellen wir fest:

1. Das Erscheinungsphänomen ruft die “lieben Kinder”, also wohl vor allem die Seher, auch nach 34 Jahren (teils täglicher!) Erscheinungen noch zur “Umkehr” auf. Irgendetwas muß demzufolge mächtig “schief gelaufen” sein, was freilich auch der Fall ist…!  vierge_pellevoisin

2. Es ist in dieser Botschaft zwar mehrfach von “Gott” die Rede, ohne den die Menschen keinen Frieden fänden, aber wir erinnern uns, daß es in der Heiligen Schrift heißt: “CHRISTUS ist unser Friede”. – Wenn nur allgemein von “Gott” die Rede ist, dann könnte diese “Botschaft” genauso gut von einem Moslem verbreitet werden. Es fällt allgemein auf und wurde unsererseits mehrfach kritisch erwähnt, daß in den Medju-Privatoffenbarungen auffallend wenig von CHRISTUS die Rede ist. Stattdessen stellt sich die angebliche Himmelsmutter gerne selber in den Mittelpunkt, was aber vom Neuen Testament her so nicht gedeckt ist, denn dort bezeichnet sich die vom HERRN so reich begnadete Gottesmutter als “Magd des HERRN”.

3.  Sodann erhofft das Erscheinungsphantom von ihren “lieben Kindern”, daß ihre Zukunft “nicht Krieg und Unfrieden, nicht Trauer” sei, sondern “Freude und Frieden” (es fehlt noch der Eierkuchen!). – In Wirklichkeit wird es auf dieser  –  von der Erbsünde belasteten  –  Welt immer Krieg und Unfrieden geben; zudem ist dieser nicht die Ursache, sondern die Folge der Sündenverfallenheit des Menschen.

4. Die Aufforderung “Kehrt zu Gott und zum Gebet zurück”, klingt zwar fromm, ist aber bedenklich einseitig, weil hier mit keinem Wort von den GEBOTEN GOTTES die Rede ist. Schließlich genügen Glaube und Gebet alleine keineswegs für das ewige Heil, es bedarf auch der guten Werke und vor allem der Einhaltung göttlicher Gebote. 

Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Bischof Pavao Žanić aus Mostar klärt auf: “Die Wahrheit über Medjugorje”

Der angebliche Marienerscheinungsort Medjugorje liegt in Bosnien-Herzegowina im Bistum Mostar. Sowohl der jetzige katholische Oberhirte Peric wie auch sein Amtsvorgänger, Diözesanbischof Pavao Žanić (siehe Foto), äußern sich seit Jahrzehnten sehr kritisch über die dortigen Phänomene.    Zanic

Auf der offiziellen Webseite des Bistums gibt es einen aufklärenden Artkel in mehreren Sprachen, auch in deutsch. Daraus zitieren wir nachfolgend, was Bischof Zanic im Mai 1990 über den Fall des Pater Vego berichtet hat.

Dieser Franziskaner wurde durch die römische Zentrale aus seinem Orden entlassen und suspendiert. Obwohl er seine priesterlichen Vollmachten nicht mehr ausüben durfte, hielt er sich nicht an das Verbot und blieb zudem hartnäckig weiter im Kloster. Er hörte auch nicht auf den Bischof, der ihn immer wieder zum Gehorsam gegenüber dem Vatikan und der franziskanischen Leitung in Rom ermahnte.

Dergleichen kann wohl vorkommen, doch der eigentliche “Gag” des Ganzen liegt woanders:

Die angebliche Himmelsmutter soll sich in mehreren Entscheidungen gegen die Ordenszentrale und den Ortsbischof gestellt und jenen Priester entschieden als “unschuldig” verteidigt  haben. Der Geistliche hatte freilich damals bereits ein Liebesverhältnis mit einer Nonne, die von ihm mittlerweile zwei Kinder bekam. 

Wie die “Gospa” einst den Bischof anklagte

Hier die leicht gekürzte Schilderung dieses Vorgangs durch Bischof Zanic:

“Touristenführerin Marina B. brachte zu mir im August 1989 einen Priester aus Panama, Rodriguez Teofilo. Mit ihm kam auch die Journalistin Carmen C. Capriles aus Panama. mtcarmelpic1

Marina stellte sich vor als Touristenführerin, Dolmetscherin für die englische Sprache und Konvertitin von Medjugorje.

Der Priester aus Panama wollte wissen, warum ich an die Gottesmutter-Erscheinungen im Medjugorje nicht glaube. Ich habe ihm geantwortet, daß es wenigstens 20 Gründe gibt, von denen nur einer genügt, warum jeder ehrliche und gut informierte Mensch zum Ergebnis kommen könnte, daß die Erscheinungen nicht übernatürlich sind.

Er bat mich, ihm nur einen Grund ausführlich zu erläutern. Ganz kurz erzählte ich ihm den Fall des ehemaligen Franziskaner in Medjugorje, Ivica Vego:

Aufgrund des Ungehorsams wurde er – durch eine Entscheidung des HI. Vaters  –  von der Generalordensverwaltung in Rom aus dem Orden entlassen, von den Gelübden dispensiert (“a divinis suspensus”). Er wolte aber nicht gehorchen, sondern blieb im Kloster und zelebrierte weiter, teilte Kommunion aus und hatte ein festes Liebesverhältnis.

Nach dem Bericht aus dem Tagebuch von Vicka, wie auch nach der Aussage von allen Erscheinungsehern hatte die Gottesmutter 13-mal über ihn gesagt, er sei unschuldig und der Bischof sei schuldig.

Als seine Geliebte, die Ordensschwester Leopolda, schwanger wurde, haben sie beide Medjugorje und den Orden endlich verlassen. Jetzt leben sie zusammen in der Nähe von Medjugorje und haben 2 Kinder. Das von Ivica Vego redigierte Gebetbuch wird in Medjugorje immer noch in Tausenden von Exemplaren verkauft.

Als ich Dolmetscherin Marina bat, dies ins Englische zu übersetzen, empörte sie sich und sagte: “Ach, sollen wir auch diese schmutzigen Sachen enthüllen!?”

Ich erwiderte: “Es ist nicht recht, es ist sogar eine Sünde, diese Wahrheit zu verdecken, auch wenn sie unangenehm ist. Man muß sie offen sagen!” 

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.cbismo.com/index.php?mod=vijest&vijest=1677


34. Jahrestag der “Erscheinungen” von Medjugorje: Kein Grund zum Jubeln

“Seherin” Vicka: Alle Religionen glauben an “denselben Gott”

Als sich vor genau 34 Jahren die Himmelsmutter angeblich in Medjugorje “niederließ” bzw. dort mehreren Seherkindern täglich erschien und einigen davon heute noch regelmäßig “Botschaften” übermittelt, ahnte niemand, daß diese Privatoffenbarungen sage und schreibe 34 Jahre und wohl noch länger dauern, denn ein Ende dieses Aberglaubens ist nicht in Sicht. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Sicherlich wird die “Gospa” auch dann munter weiter erscheinen, wenn die vatikanische Glaubenskongregation ausdrücklich erklärt, daß die katholische Kirche zu keiner Anerkennung dieses Phänomens bereit ist. Die zuständigen Ortbischöfe von Mostar äußern sich seit über 30 Jahren ablehnend, was euphorische Medju-Anhänger jedoch nicht anficht.

Nebst endlosen Wiederholungen bzw. insgesamt eher gewöhnlichen als ungewöhnlichen Aussagen präsentiert das Erscheinungsphantom mitunter auch theologisch abwegige Äußerungen, die sicherlich nicht “von oben” stammen können.

Man kann jedes x-beliebige Medju-Buch aufschlage, um solch merkwürdige Zitate zu finden; es genügen aber manchmal auch kleine Blättchen – wie zB. die Zeitschrift “Medjugorje” aus der Schweiz. Dort erschien im Mai 2013 ein Interview mit der umtriebigen Seherin Vicka, in dem es auf S. 24 heißt:

“Einmal hat die Gospa gesagt, dass es die Menschen sind, welche die Spaltungen in den Religionen gemacht haben.” (Die Marsmännchen waren es tatsächlich nicht, also müssen es wohl doch Menschen gewesen sein?!)

Die begnadete Visionärin fügt erklärend noch hinzu, diese “Unterschiede” zwischen den Religionen würden “nicht von Gott” stammen. Das wäre andernfalls auch allzu seltsam, nicht?!

Die Seherin stellt sodann erleuchtet bzw. erleichtert fest: “Gott ist einer. Wir beten alle zum selben Gott. Wichtig ist nur, wie wir unseren Glauben leben.” – Also zwei Grundsätze sind jetzt hoffentlich allen klar: 1. Seid nett zueinander! – 2. Ob Jud, ob Heid´, ob Hottentott, wir glauben an denselben Gott.

Zudem vergißt Vicka nicht, zu erwähnen, daß die Gottesmutter  die ganze Welt und alle Menschen “gleichermaßen” liebt, unabhängig von ihrer Religion. Prima, dann laßt uns alle singen  und schunkeln: “Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind…”


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