Medjugorje: Mirjanas neue Himmelsbotschaft

Von Felizitas Küble

Medjugorje ist ein kirchlich nicht anerkannter, aber allseits bekannter Erscheinungsort in Bosnien-Herzegowina. Dort soll seit über 34 Jahren der “Himmel die Erde berühren”, wie es in Fankreisen gerne heißt.

Zur Seherschar gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo; sie erhielt am 2. Oktober 2015 von der Gospa (wie die Madonna in jener Region genannt wird) wieder eine “Privatbotschaft”, die auch online verbreitet wird. Wir veröffentlichen den vollen Wortlaut (Linien zur Hervorhebung von uns):  Scannen0004

“Liebe Kinder! Ich bin hier bei euch, um euch zu ermutigen, euch mit meiner Liebe zu erfüllen und von neuem aufzurufen, Zeugen der Liebe meines Sohnes zu sein.

Viele meiner Kinder haben keine Hoffnung, sie haben keinen Frieden, sie haben keine Liebe. Sie suchen meinen Sohn, aber sie wissen nicht, wie und wo sie Ihn finden. Mein Sohn breitet für sie die Hände aus; helft ihnen, dass sie in Seine Umarmung kommen.

Meine Kinder, deshalb müsst ihr um die Liebe beten. Ihr müsst viel, viel beten, damit ihr noch mehr Liebe habt, denn die Liebe besiegt den Tod und bewirkt, dass das Leben fortbesteht. Apostel meiner Liebe, meine Kinder, vereint euch mit aufrichtigem und einfachem Herzen im Gebet, wie weit ihr auch immer voneinander entfernt seid.

Ermutigt einander im geistigen Wachstum, so wie ich euch ermutige. Ich wache über euch und bin mit euch wann immer ihr an mich denkt. Betet auch für eure Hirten, für diejenigen, die wegen meinem Sohn und wegen euch allem entsagt haben. Liebt sie und betet für sie. Der himmlische Vater hört eure Gebete. Ich danke euch.”

Hierzu einige Anmerkungen:Wetzlar-DSC_0640-2 - Kopie

1. Die wahre Gottesmutter wird nur jene Menschen als ihre “Kinder” bezeichnen, die auch Kinder Gottes sind. Alle Menschen sind zwar Geschöpfe Gottes, aber die geistliche Kindschaft erhalten wir durch die Taufe; durch die schwere Sünde wird die Freundschaft mit Gott zerstört. Daher sind jene Getauften, die sich nicht  mehr in der Gnade Gottes befinden, keineswegs im Zustand der Gotteskindschaft (theologisch als “Gnadenstand” bezeichnet). Wenn also jemand weder Hoffnung, noch Frieden, noch Liebe hat, dann ist er kein Kind Gottes – und folglich auch kein Kind der Madonna. Es wird hier aber das Gegenteil behauptet.

2. Wer Christus sucht, findet ihn in der Kirche  – wo sonst?  Warum wird diese klare Lösung in der Medju-Botschaft nicht erwähnt? Stattdessen ruft diese Erscheinung ihre Seherschar fast flehentlich um Hilfe an. Wozu hat Christus dann überhaupt eine Kirche gegründet, wenn die “Madonna” jahrzehntelang auf die Erde steigt, um ein halbes Dutzend Visionäre als geistliche Hilfstruppen zusammenzurufen?

3. Die Liebe Christi besiegt den Tod und schenkt uns das ewige Leben bei Gott. Hier wird aber gesagt: “…daß das Leben fortbesteht”. – Welches Leben? Das irdische? – Falls hier die ehelich-intime Liebe gemeint sein sollte, welche für Nachkommenschaft sorgt, so überwindet diese Form der Liebe keineswegs den Tod, denn sie existiert im Jenseits nicht mehr.

4. Das “geistige Wachstum” ist freilich etwas, das Mirjana und die anderen Visionäre von Medjugorje dringend benötigen, was aber durch derart banale Botschaften kaum zustandekommen kann. Im übrigen erscheint es merkwürdig, wenn die angebliche Madonna nur dann über ihre Schar wacht, sofern diese “an mich denkt”. Wo ist hier von Gott, wo von Christus oder vom Hl. Geist die Rede?

Felizitas Küble leitet hauptberuflich den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Broschüre über Charismatik und Falschmystik

Im Frühjahr 2008 erschien im Münsteraner KOMM-MIT-Jugend-Verlag die 52-seitige, großformatige (DIN-A-4) Dokumentation “Botschaften des Himmels?”  mit dem Untertitel “Charismatik und Falschmystik unter der Lupe”.

Diese fundierte Schrift von Felizitas Küble, die vor allem von Theologen, Priestern und Wallfahrtsleitern bestellt wird, befaßt sich mit grundsätzlichen Fragen zum Bereich Marienverehrung, Mystik, Charismatik, Erscheinungen, Visionen  – aber auch kritisch mit einzelnen Themen, die vielen Gläubigen auf den Nägeln brennen, darunter: Scannen0006

Endzeitpanik
Endzeitschwärmerei
Heroldsbach
Medjugorje
La Salette (über die kirchlich abgelehnte 2. Version)
Montichiari (Rosa Mystica)
Psychotechniken, Gruppendynamik
Don Gobbi, marianische Priesterbewegung
Teresa Higginson (Haupt-Christi-Verehrung)
Charismatische Praktiken (“Ruhen im Geist” etc)
Biblische Warnungen vor falschen Propheten etc.

Wer diese Broschüre lesen bzw. gezielt weitergeben möchte, kann sie für nur  5,95 € einschließlich Versandkosten beziehen bei: KOMM-MIT-Verlag, 48167 Münster, Schlesienstr. 32, Tel. 0251-615151, Fax 0251-614020, Mail: Felizitas.kueble@web.de

(Bei Auslandsbestellungen beträgt der Preis 8 Euro wegen des überaus hohen Auslands-Portos!)


Medjugorje: Vatikan verbietet Sehern das Verbreiten von “Botschaften” in der Pfarrei

Wie der Vaticanist Gianluca Barile bei “Rorate coeli” berichtet, hat Kardinal Gerhard Müller dem Gemeindepfarrer Marinko Sarosa und den 6 angeblichen Visionären, die seit 34 Jahren behaupten, die “Gospa” (Madonna) zu sehen, verboten, innerhalb der Pfarrei Medjugorje “Zeugnisse und Botschaften” zu verbreiten. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

(Hier geht´s zum Original: klicken)

Das ist ein sehr harter Schlag, die dem “Propagandaministerium” in Medjugorje, der Kommunikationsmaschinerie der angeblichen Seher, zugefügt wird, das so genannt wird, weil von dort die Botschaften  –  fast zeitgleich in verschiedene Sprachen übersetzt  –  in jeden Winkel der Welt gesendet werden können.

Nachdem einigen der Seher kirchlich verboten wurde, in italienischen Diözesen öffentliche Versammlungen abzuhalten, ist es die -zigste Bestätigung, daß sich die sog. Erscheinungen darauf zubewegen, sich in “schwarzen Rauch ” aufzulösen.

Die von Kardinal Müller geleitete Glaubenskongregation wird sich innerhalb der nächsten Wochen treffen; das letzte Wort dazu wird Papst Franziskus haben, der kein Geheimnis aus seiner – wenn auch verschleierten – Skepsis bezüglich der Echtheit des Phänomens Medjugorje gemacht hat.


Mirjanas Botschaft: Sind die Seher von Medjugorje “Träger der Wahrheit”?

Von Felizitas Küble

Die jüngste sog. “Privatbotschaft” von Medjugorje, die am 2. September 2015 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erging, enthält eine Reihe seltsamer theologischer Aussagen  – nebst dem nichtssagenden Wortschwall, den man in dieser (kirchlich nicht anerkannten) Pilgerstätte seit Jahrzehnten gewohnt ist. 3341030867_659e6e056e

Wir dokumentieren die auf einer Medjugorje-Seite HIER veröffentlichte “Botschaft” im vollen Wortlaut:

“Liebe Kinder! Meine lieben Apostel der Liebe, meine Träger der Wahrheit, wieder rufe ich euch und versammle euch um mich, damit ihr mir helft, all meinen Kindern helft, die durstig sind nach Liebe und Wahrheit – dürstend nach meinem Sohn.

Ich bin die Gnade vom himmlischen Vater gesandt, euch zu helfen, das Wort meines Sohnes zu leben. Liebt einander! Ich habe euer irdisches Leben gelebt. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, aber, wenn ihr einander liebt, werdet ihr mit dem Herzen beten, werdet ihr geistige Höhen erreichen und euch wird sich der Weg in den Himmel öffnen. Dort warte ich auf euch, eure Mutter, denn ich bin da.

Seid meinem Sohn treu und lehrt andere die Treue. Ich bin mit euch, ich werde euch helfen. Ich werde euch den Glauben lehren, damit ihr ihn den anderen richtig zu vermitteln wisst. Ich werde euch die Wahrheit lehren, damit ihr unterscheiden könnt. Ich werde euch die Liebe lehren, damit ihr erkennt, was wahre Liebe ist. Meine Kinder, mein Sohn wird es tun, Er wird durch eure Worte und eure Taten sprechen. Ich danke euch.“ image001

Hierzu stellen wir folgende Einwände und Fragen:

  1. Die Seher, welche die Erscheinung “um sich versammelt”, sind keineswegs “Träger der Wahrheit”, denn nur EINER kann von sich sagen: “Ich bin der Weg, die WAHRHEIT und das Leben”.  – In einem weiteren Sinne ist zweifellos auch die Kirche Träger der Wahrheit, weil sie von Christus beauftragt wurde, die Offenbarung Gottes zu verkünden. Ein solches “Amt” haben aber die Visionäre von Medjugorje nicht inne!
  2. Schlicht unsinnig ist die Äußerung der “Gospa” (wie die Madonna in jener Region genannt wird), die “lieben Kinder” (Seherschar) mögen u.a. auch ihr helfen – weil sie “durstig” nach Wahrheit und Liebe ist?     –  Selbst dann, wenn sich dieser Nachsatz allein auf die “lieben Kinder” bezieht (was sprachlich unklar erscheint), bleibt immer noch die Frage, in welcher Weise denn die Visonäre der himmlischen Maria “helfen” sollen.
  3. Die selige Jungfrau ist zwar “von Gottes Gnaden”, genauer gesagt durch Gottes Huld voll der Gnaden, aber sie ist keineswegs an sich “die Gnade”, weil die Quelle der Gnade allein der dreieinige Gott selber ist.
  4. “Ich werde euch den Glauben lehren”, so heißt es in dieser Botschaft nach über 34 Jahren Erscheinungen – was hat die “Gospa” denn bislang getan? –  Wozu gibt sie sich ein tägliches (!) Stelldichein zu Medjugorje, wenn sie jetzt  ankündigt, der Seherschar künftig den Glauben zu lehren? – Zudem ist hierfür keine Sonderbotschafterin erforderlich; vielmehr existiert zum Zwecke der Glaubensunterweisung seit zweitausend Jahren die katholische Kirche mit ihren Geistlichen.
  5. Sodann ist die Aussage wohl nicht frei von Anmaßung, wonach Christus selbst durch die Worte und Taten der Sehergruppe “sprechen” werde. Auch hierfür fehlt den Visionären der himmlische Auftrag, weil dieser bereits an die Kirche und ihre geweihten Diener verliehen worden ist, die bei der Sakramentenspendung “in persona Christi” sprechen und handeln.

 


Causa Medjugorje: Die jüngste “Himmelsbotschaft” an die Seherin Mirjana

“Verschwendet keine Zeit, indem ihr zuviel nachdenkt”

In der katholischen Pfarrei Medjugorje in Bosnien-Herzegowina soll  – einer Schar von männlichen und weiblichen Sehern zufolge  –  bereits seit dem 24. Juni 1981 die Gottesmutter als “Königin des Friedens” erscheinen – und dies bei einigen der Visionäre sogar täglich. 884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Die zuständigen Oberhirten des Bistums Mostar (erst Bischof Zanic, danach sein Amtsnachfolger Bischof Peric) lehnen die  “Offenbarungen” des Himmels bzw. die mittlerweile über 40.000 Erscheinungen strikt ab.

Zu den Sehern, denen angeblich “Botschaften” der Madonna anvertraut werden, gehört auch die Familienmutter Mirjana Dragicevic-Soldo; sie soll zehn Geheimnisse von ihr erhalten haben.

Jeweils am zweiten Tag eines Monats erlebt sie  – eigenen Angaben zufolge – eine Erscheinung der “Gospa”, wie die selige Jungfrau Maria in jener Gegend bisweilen genannt wird. Diese sog. “Privatbotschaft” wird per Medjugorje-Newsletter verbreitet.

Wir dokumentieren hier die jüngsten Aussagen der “Gospa” vom 2. August 2015 im vollständigen Wortlaut (das Hervorheben einiger Äußerungen durch Linien erfolgt durch uns):

 “Liebe Kinder! Ich, als Mutter, die ihre Kinder liebt, sehe, wie schwer die Zeit ist, die ihr lebt. Ich sehe euer Leid, aber ihr sollt wissen, dass ihr nicht allein seid. Mein Sohn ist mit euch. Er ist überall. Er ist unsichtbar, aber ihr könnt Ihn sehen, wenn ihr Ihn lebt. DSC06228

Er ist das Licht, das eure Seele erleuchtet und den Frieden gibt. Er ist die Kirche, die ihr lieben sollt und für die ihr immer beten und kämpfen sollt – aber nicht nur mit Worten, sondern mit Werken der Liebe. Meine Kinder, wirkt, damit alle meinen Sohn erkennen, wirkt, damit Er geliebt werden kann, denn die Wahrheit ist in meinem Sohn, geboren von Gott – dem Sohn Gottes.

Verschwendet keine Zeit, indem ihr zu viel nachdenkt; ihr werdet euch von der Wahrheit entfernen.

Nehmt mit einfachem Herzen Sein Wort an und lebt es. Wenn ihr Sein Wort lebt, werdet ihr beten. Wenn ihr Sein Wort lebt, werdet ihr mit barmherziger Liebe lieben, ihr werdet einander lieben. Je mehr ihr liebt, je weiter werdet ihr vom Tod entfernt sein. Für diejenigen, die das Wort meines Sohnes leben werden und die lieben, wird der Tod Leben sein. Ich danke euch. Betet, dass Ihr meinen Sohn in euren Hirten sehen könnt. Betet, dass ihr Ihn in ihnen umarmen könnt.”

Hierzu einige Hinweise:

1.Es heißt in der Botschaft: “Er (Jesus) ist die Kirche.”  –  Christus ist das Haupt der Kirche, die Gläubigen sind die Glieder dieses geheimnisvollen Leibes; in Wort und Sakrament wirkt der Erlöser auch nach seiner Himmelfahrt weiter in der Welt für das Heil der Menschen. mtcarmelpic1

2. Die Aussage, Christus sei “geboren von Gott” ist zumindest mißverständlich, wenn nicht sogar irreführend. Christus selber ist ja GOTT, die zweite Person der göttlichen Dreieinigkeit. Es muß also richtig heißen: Christus ist “geboren vom Vater”, wie es auch das CREDO (Glaubensbekenntnis) lehrt: “Aus dem Vater geboren vor aller Zeit…”  

3. Was soll die Warnung vor “zu viel Nachdenken“, weil dies angeblich “Zeitverschwendung” sei, verbunden mit der Mahnung, sich sonst von der “Wahrheit” zu entfernen?  –  Soll hier womöglich einem kritischen Nachdenken hinsichtlich der Echtheit jener Erscheinungen vorgebeugt werden?

4. Sodann wird zum Gebet für die “Hirten” aufgerufen, auf daß man in ihnen Christus “umarmen” könnte. Auf der einen Seite verweigern alle Medjugorje-“Seher” seit Jahrzehnten den kirchlichen Gehorsam, indem sie die ablehnenden Stellungnahmen ihrer zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Bischof Peric) ignorieren bzw. links liegenlassen.  – Auf der anderen Seite werden “Umarmungs”-Aufforderungen zum Besten gegeben. Soll damit vielleicht der dauerhafte Ungehorsam verschleiert werden?

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das gemeinnützige Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt. 

 

 


Pater Santan Fernandes und das Problem verstiegener Heilungserwartungen

Von Felizitas Küble

Zu den “Heilungspriestern” der katholischen charismatischen Bewegung zählt seit Jahren der aus Indien stammende, in Tirol als Gemeindepfarrer wirkende Pater Santan Fernandes.  Scannen0002

Die Art und Weise seiner Verkündigung wirkt zunächst relativ bodenständig bzw. im Sinne des katholischen Brauchtums, wirbt er doch intensiv für das Tragen der “Wunderbaren Medaille” und hält gerne Predigten über Fatima und den Rosenkranz.

Dies erscheint eher untypisch für die charismatische “Szene”, kann aber eben deshalb dazu führen, daß auch jene Katholiken an des Paters Exerzitien und Tagungen teilnehmen, die sonst mit schwarmgeistigen Phänomenen nichts am Hut haben. Auch die Medjugorje-Bewegung empfiehlt die Seminare dieses “Heilungspriesters”.

FOTO: K-TV überträgt “Heilungsgottesdienste” mit Pater Fernandes, zuletzt am 1. Juli 2015 (Quelle: K-TV-Präsenz auf Facebook)

In diesem Zeitungsbericht auf “Baden-online” vom 6. September 2012 wird der Geistliche als “Segenspfarrer”, ja sogar als “Wunderheiler” bezeichnet: http://www.bo.de/lokales/lahr/der-wunderheiler-zu-besuch-in-ottenheim

Der erwähnte Artikel beginnt mit folgender Episode:

“Möchten Sie in den Himmel kommen?«  – Ein lautes »Ja« kommt dem Großteil der über 250 Gläubigen in Ottenheims katholischer Kirche über die Lippen. »Was müssen Sie machen?«  –  »Den Rosenkranz beten«, hallt es zurück. »Rosenkranz beten öffnet den Himmel«, sagt Pater Santan Fernandes, der Mittwochabend über die Glaubens- und Segenskraft der katholischen Kirche einen Heilungsgottesdienstes spricht.”

Auch dieser Einstieg wirkt auf den ersten Blick traditionell katholisch, ist aber theologisch fragwürdig, denn der Rosenkranz für sich allein genommen öffnet keineswegs den Himmel, obwohl dieser irreführende Eindruck hierbeichrkn entsteht.

Die katholische Kirche lehrt, daß uns durch die Taufe und  – damit zusammenhängend – durch die Erlösung in Christus der Himmel geöffnet wird. Wenn wir in schwere Sünde fallen, dann führen Reue, Bußsakrament und Umkehrbereitschaft uns zurück in die Freundschaft mit Gott, in den sog. “Stand der Gnade” also.

Das Rosenkranzgebet ist hilfreich für das christliche Leben und vermag eine gediegene Frömmigkeit zu stärken, ersetzt aber nicht etwa die Beichte, die für Katholiken objektiv im Falle einer Todsünde heilsnotwendig ist.

Führen “vertrauende” Gebete automatisch zur “Heilung”?

Typisch charismatisch sind freilich die verstiegenen Heilungserwartungen, die dieser “Segenspater” weckt, wie der zitierte Zeitungsbericht in den weiteren Abschnitten nahelegt.

In der charismatischen Bewegung (sowohl in der protestantischen wie in der katholischen Variante) ist jene Denkweise weit verbreitet, wonach man nur stark glauben und intensiv genug beten und “vertrauen” solle, dann werde man von seinen Krankheiten geheilt. media-390606-2

Dabei wird “übersehen”, daß Christus keineswegs alle Kranken geheilt hat, weder zu seinen irdischen Lebzeiten noch in der Kirchengeschichte allgemein. Er lehrte die Christen stattdessen im Vaterunser das Gebet: “Dein Wille geschehe!”  

Wer hingegen eine schwärmerische, irreführende (Ab-)Art des “Gottvertrauens” verkündet, begünstigt jene verkehrte Grundhaltung nach dem Motto “Mein Wille geschehe”, wobei erwartet wird, daß der Himmel dafür auch sorgen wird, wenn man ihn nur ausreichend “bestürmt”

In diesem Zusammenhang schreibt Leser “Cyprian” hier in einem Kommentar zu P. Fernandes zu Recht folgendes:

“Doch leider ist der Herr Pater der Frage ausgewichen, was mit denen ist, die Gott nicht heilt. Er führte es auf Unglauben zurück.

Ich kannte/kenne aber viele tiefgläubige Menschen, die nicht geheilt wurden und stattdessen den bitteren Kelch tranken und sich dem unergründlichen Willen Gottes fügten. Und davon gibt es unzählige Beispiele in der Kirchengeschichte – auch bei vielen Heiligen, wo Gott die Leiden eben nicht einfach wegnahm…

Hatten sie nicht genug Glauben — oder vielleicht noch einen viel, viel grösseren Glauben?!”

Gerade gestern berichtete die amtliche liturgische Lesung der katholischen Kirche vom Apostel Paulus, der zu Gott betete, ER möge ihn vom “Stachel in Fleisch” befreien. Doch der HERR erhörte seine flehentliche Bitte nicht, sondern gab ihm zu verstehen: “Laß dir an meiner Gnade genügen”. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/05/paulus-und-der-stachel-im-fleisch/)

Felizitas Küble leitet ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Theologisch unausgegorene Äußerungen der “Madonna” von Medjugorje

Von Felizitas Küble

Kürzlich haben wir uns mit dem Buch “Gedanken über Medjugorje” von Dr. Ewald Kurtz befaßt, dem man immerhin zugutehalten kann, daß er sich innerhalb der Medju-Literatur um ein höheres Niveau bemüht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/26/medjugorje-ist-die-erscheinende-gestalt-eine-lebendige-person/

Der Autor will in seiner 92-seitigen Schrift jenen Nachweis erbringen, den er in seinem Untertitel thematisiert: “Die erscheinende Gestalt als lebendige Person.”  884bb991a79922716df25fc4342f10d8_XL

Dem Verfasser zufolge zeigt sich die Glaubwürdigkeit bzw. Echtheit einer Erscheinung auch daran, ob in ihr die individuellen Züge einer lebendigen Persönlichkeit erkennbar sind, also nicht nur ein schablonenhafter Ablauf erfolgt bzw. bloß schematische Äußerungen vorliegen.

Wie bereits in unserem ersten Artikel dargelegt, eignen sich die vom Autor erwähnten Gospa-Zitate allerdings nicht, um seinen Anspruch zu begründen, weil jene Aussagen sich entweder als unsinnig oder als theologisch irrtümlich erweisen.

Medjugorje-Zitate belegen das Gegenteil des Erwünschten:

Hier folgen dazu ein paar weitere Beispiele aus dem zweiten Teil des Buches:

Auf Seite 39 bringt der Medjugorje-Anhänger folgende Gospa-Aussagen, welche die Glaubwürdigkeit der Erscheinungen stützen sollen: “Opfert euer Leben für die Rettung der Welt!” 

Erstens hält sich das “Opferleben” der Medju-Seher offensichtlich in ganz engen Grenzen  – und zweitens können selbst die frommsten Christen mit noch so hochherziger Askese keine “Rettung der Welt” vollziehen, zumal Christus vor zweitausend Jahren dieses Heilswerk bereits vollbracht hat.

Sodann fordert die vermeintliche Himmelsmutter dazu auf, daß alle “mit mir durch das Gebet eine neue Welt des Friedens aufbauen” mögen; zudem sollen sie fasten, denn das wolle sie  –  die Madonna  – “ihrem Sohn Jesus für das Kommen einer neuen Zeit, einer Zeit des Frühlings, darbringen”.

Diese Endzeitschwärmerei bzw. Ankündigung eines kommenden Friedensreiches und einer “Zeit des Frühlings” ist erstens weltfremd und zweitens bibelfremd, denn die Heilige Schrift kündigt für das Ende der Zeiten einen schlimmen Glaubensabfall an  –  und nicht etwa eine “neue Welt des Friedens” etc. ???????

Auf Seite 40 wird die Erscheinung wie folgt zitiert: “Ich lade euch ein, euch mir ganz zu öffnen, damit ich durch jeden von euch die Welt bekehren und retten kann, die von Sünde und von all dem voll ist, was nicht gut ist.”

Abgesehen von der banalen Ausdrucksweise besitzt die Himmelsmutter weder mit noch ohne diese Seherschar eine Vollmacht, um die Welt zu “retten”, weil dies allein ihr göttlicher Sohn vermag. Kein Geschöpf ist hierzu imstande, auch nicht Maria, das edelste und am meisten von Gott begnadete Geschöpf.

1997: “Bald werdet ihr diesen Botschaften nachtrauern”.

Am 25.8.1997 sagte die Erscheinung: “Bald wird die Zeit kommen, in der ihr diesen Botschaften nachtrauern werdet.”  –  Der Autor fügt eigens hinzu: “Klarer kann sie das ihr bekannte Ende kaum ausdrücken.” (S. 41)

Nun sind inzwischen weitere 18 Jahre vergangen  – und von “bald” wird man insofern kaum sprechen können!

Bekanntlich haben die Sehermädchen Vicka und Marija im ersten Jahr der Erscheinungen (nämlich 1981) bereits öffentlich verkündet, es stände endgültig fest, daß sie ins Kloster gehen. Darauf wartet die Welt heute noch (es ist ohnehin nicht mehr möglich, denn beide Damen sind längst verheiratet).

Auch die Medjugorje-Visionärin Ivanka wurde keine Ordensfrau, obwohl es offenbar der “Wunsch” der Erscheinung war, wie der Autor selber zitiert:

“Wenn ihr ins Kloster gehen wollt, so wäre das auch mein Wunsch. Aber wenn ihr es nicht wollt, ist es besser, ihr tut es nicht.” (S. 50)

“Erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen weint…”

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Der Verfasser hält die “erscheinende Gestalt” auch deshalb für eine “lebendige Person”, weil sie immer wieder besondere Empfindungen wie “Trauer, Leiden und Freude” ausdrücke. Freilich erscheinen manche Gefühlsäußerungen theologisch recht merkwürdig, zB. folgende:

“Ich bitte euch, erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen über jene Seelen weint, die in der Sünde verloren gehen.” (S. 54)

Wie sollte die im Himmel hochgradig glückselige Gottesmutter denn überhaupt “blutige Tränen” weinen?  –  Zudem findet das Weinen mit den Augen und nicht mit dem Herzen statt.

Die besonders interview-freudige Seherin Vicka wird auf S. 55 wie folgt zitiert: “Das Gesicht der Gospa sieht aus wie bei  jemandem, der anfangen wird zu weinen. Und am nächsten Tag sieht es nicht besser aus, im Gegenteil:  jeden Tag leidet sie mehr.”

Da fragt man sich: Wenn eine tägliche Leidenszunahme auf dem Antlitz der Erscheinung erkennbar ist, wie wird das Gesicht der Erscheinung jetzt nach über 34 Jahren wohl aussehen?!

Reichlich unausgegoren ist auch jene Gospa-Aussage, die der Autor auf S. 68 erwähnt:

“Liebe Kinder, ihr wißt, daß ich euch unermesslich liebe und dass ich einen jeden von euch für mich will. Aber Gott hat allen die Freiheit gegeben, die ich in Liebe achte und ich verneige mich in meiner Demut vor eurer Freiheit.”

Erstens läßt es tief blicken, daß die Erscheinung einräumt, daß sie die Seher eigentlich “für mich” will (also nicht für Gott?!).

Zweitens respektiert der Himmel zweifellos die menschliche Freiheit, aber nicht in der Weise, daß er sich davor “verneigt”, als stände der Mensch samt seiner (von Gott verliehenen!) Freiheit auf einem ganz hohen und verehrungswürdigen Podest.

Drittens wird die wahre Gottsmutter sich nie ihrer eigenen Demut rühmen, denn wer dies tut, ist schon nicht mehr wirklich demütig!

 

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 351 Followern an