Bischof Voderholzer erinnert an Papst Silvester und die Bedeutung des Sonntags

Voller Wortlaut der Silvester-Predigt des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer im Dom St. Peter am 31.12.2016:

Liebe Mitbrüder im Bischofs-, Priester- und Diakonenamt!
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben an den Mensch gewordenen Gottessohn!

Der letzte Tag des Jahres trägt den Namen Silvester. Wohl den wenigsten, die mit diesem Tag vor allem Feuerwerk, ausgelassenes Feiern und Party bis in die frühen 141225_Dom erster Weihnachtsfeiertag 5Morgenstunden des 1. Januar verbinden, wird bewusst sein, dass sie damit den Namen eines Bischofs von Rom, den Namen eines Papstes im Munde führen. Es ist der Name des Papstes, der am 31. Dezember des Jahres 335 nach einer 19-jährigen Amtszeit in Rom starb und seit dem 5. Jahrhundert als Heiliger verehrt wird.

Im kirchlichen Bereich und Sprachgebrauch greifen wir schon öfter einmal auf die Heiligennamen zurück, wenn wir bestimmte Tage bezeichnen: Stefani für den 26. Dezember, Josefi für den 19. März oder Michaeli für den 29. September. Aber außerhalb von kirchlichen Kreisen muss man dann meistens schon erklären, dass wir mit dem Peter und Pauls-Tag den 29. Juni meinen.

Bei Silvester aber, so scheint mir, haben wir den einmaligen Fall, dass sich der Name des an diesem Tag verehrten Heiligen bis in die säkularste Welt hinein eingebürgert hat, mit der Folge freilich, dass es den allermeisten gar nicht bewusst ist, wo diese Bezeichnung herstammt. Allein dies ist schon bemerkenswert.

Silvester: Papst nach dem Ende der römischen Christenverfolgung

Darüber hinaus führt uns das Leben und Wirken des heiligen Silvester in eine für die Kirchengeschichte außerordentlich wichtige Zeitspanne. Silvester wurde Papst genau ein Jahr nach dem Erlass des Mailänder Edikts 313.

Mit ihm hatte Kaiser Konstantin, der gerade durch Ausschaltung seines letzten Konkurrenten die Macht an sich gerissen hatte und auf dem Wege war, das römische Reich noch einmal zu einen, dem Christentum den Status einer „erlaubten Religion“ zugesprochen und damit die Christenverfolgung im römischen Reich beendet.papst_letzter_tag_01

Auf die politische Entwicklung dürfte Papst Silvester, der noch die Zeiten der Verfolgung miterlebt hatte, wenig Einfluss genommen haben. Jedenfalls haben wir keine historischen Zeugnisse dafür. Zu unbedeutend und zu gering im Vergleich zum mächtigen Kaiser war der Bischof von Rom in dieser Zeit noch.

Aber Silvester wird Zeuge und Nutznießer verschiedenster Maßnahmen von Kaiser Konstantin zugunsten der Kirche. Er erlebt nicht nur den Bau der ersten päpstlichen Basilika auf dem Gelände der Laterani, sondern auch über dem Petrusgrab im Vatikan.

Der Sonntag als Ruhetag und Feiertag zugleich

Papst Silvester wird vor allem Zeuge der Einführung des Sonntags als staatlich geschützter Ruhetag. Im Jahr 321, es war das siebte Jahr des Pontifikates von Papst Silvester, hat Kaiser Konstantin die Sieben-Tage-Woche gesetzlich eingeführt und damit dem Abendland die vom jüdisch-christlichen Offenbarungsglauben her als göttlich begründete Zeitstruktur geschenkt.

Evangelische Kirche in Augsburg Eine Zeitstruktur, die, gleichermaßen am Rhythmus der Sonne und des Mondes Maß nehmend, der Ruhe und der Muße ihr Recht gibt und den Menschen schützt vor der Versklavung an die Arbeit. Ja, es ist Kaiser Konstantin in den Jahren des Pontifikats von Papst Silvester, der den Sonntag gesetzlich befreit von Lohn-Arbeit und Gerichtsterminen und ihn so positiv frei macht für die gottesdienstliche Versammlung am helllichten Tag und die Feier der Eucharistie nicht nur am Abend oder vor Sonnenaufgang.

Der Sonntag als erster Tag der Woche, der Tag der Auferstehung Jesu Christi, der bereits in neutestamentlicher Zeit die Vorzüge und Würden des Sabbats an sich gezogen hatte, wird somit der Urfeiertag des Abendlandes.

Das Konzil von Nizäa bestätigte die Gottheit Christi

In Silvesters Amtszeit fällt auch das erste Konzil von Nizäa 325. Der Bischof von Rom nahm nicht persönlich daran teil, war aber durch zwei Delegaten vertreten und unterstützte das Anliegen, gegen die Lehre des Arius von der wesenhaften Unterordnung des Logos unter den Vater die Gleichewigkeit und Göttlichkeit des Sohnes als Glauben der Kirche feierlich festzuhalten.krippe_weihnachten - Kopie

Konstantin, der die Reichseinheit durch die Uneinigkeit der Christen in Gefahr sah, war sehr an einer Einigung gelegen, und so dürfte er den Konzilsbeschluss durch die Einführung eines Festes bekräftigt haben – Weihnachten am 25. Dezember als Fest der Geburt, als Fest der Menschwerdung, Fest des „homoousios“.

Die angebliche Überformung eines heidnischen Festes des „Sol invictus“ als Ursprung des christlichen Weihnachtsfestes wird in der historischen Literatur mittlerweile längst als eine – wenn auch hartnäckig sich haltende – „Forschungslegende“ bezeichnet (vgl. die Studien von Martin Wallraff, Christus verus sol  –   und Hans Förster, Die Anfänge von Weihnachten und Epiphanias).

Es spricht vieles dafür, dass Kaiser Konstantin bald nach 325 das Weihnachtsfest am 25. Dezember neu eingeführt hat als Reaktion auf den Konzilsbeschluss von der Gleichwesentlichkeit des menschgewordenen Sohnes mit dem ewigen Vater. Möglicherweise hat er gleichzeitig, um dem nach wie vor ja auch zahlenmäßig starken Heidentum entgegenzukommen, gleichzeitig auch ein heidnisches Fest für den unbesiegbaren Sonnengott gestattet. Dass wir den 25. Dezember als genuin christliches Fest und den neben dem schon älteren 6. Januar als Weihnachtstag dem Kaiser Konstantin verdanken, scheint historisch ziemlich gesichert.

Kreuzigung als Todesstrafe verboten

Papst Silvester wird schließlich auch Zeuge des Verbotes der Kreuzigung als Todesstrafe. Diese bis dahin ja für die Menschen oft zu erlebende Grausamkeit wird – nicht zuletzt im Hinblick auf den Kreuzestod des von den Christen verehrten und als Erlöser bekannten Christus – geächtet.

Der berühmten Legende gemäß schrieb Konstantin auch seinen Sieg in der entscheidenden Schlacht an der Milvischen Brücke 312 schon dem Kreuz als Segensbringer zu. „In hoc signo vinces – in diesem Zeichen wirst Du siegen“, soll ihm am Vorabend der Schlacht in einer Vision verheißen worden sein. Die Ächtung der Kreuzigung als Vollzugsform der Todesstrafe war nun aber die Voraussetzung dafür, dass das Kreuz fortan als Erkennungszeichen der Christen, als Segenszeichen und Zeichen des Glaubens mehr und mehr in den öffentlichen Raum dringen konnte und das Fischsymbol in den Hintergrund drängte. Kreuzkuppel

Zusammen mit dem Glauben an den Mensch gewordenen Gottessohn steht das Kreuz auch für das sozial-caritative Engagement der Kirche. Als Kaiser Julian (den die Nachwelt den „Apostaten“ nannte), ein Neffe Konstantins, eine Generation später im Jahr 361 kurzzeitig das Rad der Geschichte noch einmal zurückdrehen und das Heidentum noch einmal beleben wollte, forderte er in einem Brief den Oberpriester Arsacios von Galatien auf, sich die Christen mit ihrem sozial-caritativen Tun zum Vorbild zu nehmen.

„Denn“, so der abtrünnige Nachfahre Konstantins als wahrhaft unverdächtiger Zeuge, „es ist eine Schmach, wenn von den Juden nicht ein einziger um Unterstützung nachsuchen muss, während die gottlosen Galiläer [gemeint sind die, die an den Galiläer Jesus den Christus glauben] neben den ihren auch noch die unsrigen ernähren, die unsrigen aber der Hilfe von unserer Seite offenbar entbehren müssen.“

Kaiser Julian, der die Christen zurückdrängen und das Heidentum wieder stark machen wollte – nach eineinhalb Jahren wurde sein Vorhaben durch seinen plötzlichen Tod bekanntlich jäh beendet – muss einräumen, dass sich die Christen um alle bedürftigen Menschen sorgen, unabhängig von Religion und Herkunft.

Ob überhaupt und wie stark Papst Silvester auf diese Entwicklungen Einfluss nehmen konnte, ist historisch schwer zu sagen. Kein Wunder ist es freilich, dass man in späterer Zeit den Einfluss des zeitgleich zu Kaiser Konstantin amtierenden Bischofs von Rom rückschauend zu vergrößern versuchte. Diesem Anliegen verdankt sich die Legende, die oft – nicht nur – aber besonders in Rom auf Bildern dargestellt ist, vor allem im alten Baptisterium neben der Lateranbasilika.

Die Fälschung „Konstantinische Schenkung“ markiert unselige Geschichte

Die frühmittelalterliche Legende besagt, dass Papst Silvester den Kaiser Konstantin durch das Bad der Taufe vom Aussatz „gereinigt“, also geheilt, habe. Somit käme Silvester entscheidender Anteil am Verhalten Konstantins zu. Als Zeichen der Dankbarkeit habe ihm der Kaiser das „Patrimonium Petri“ geschenkt, also den Grundstock für den Kirchenstaat.

Damit wurde zugleich die weltliche Herrschaft des Papstes legitimiert. Die später als Fälschung erkannte „Konstantinische Schenkung“ markiert freilich eine unselige Geschichte, die erst mit dem Ende des Kirchenstaates im 19. Jahrhundert ein Ende nahm. Radio Vatikan

Davon unabhängig, unabhängig auch von der Frage nach dem persönlichen Glauben Kaiser Konstantins und unabhängig von dem teils fürchterlichen machtpolitischen Gehabe dieses Mannes bleiben als die großen Gaben jener Jahre, in denen Kaiser Konstantin als mächtiger Kaiser, und Papst Silvester als noch kleiner Bischof von Rom amtierten:

1. der Sonntag als staatlich geschützter Ruhetag und wöchentliches Osterfest mit der Freiheit zur gottesdienstlichen Versammlung, dann
2. das Weihnachtsfest am 25. Dezember als Fest der Menschwerdung des mit dem Vater gleichwesentlichen Sohnes, und schließlich
3. das Kreuz in seiner verklärten Form als öffentlich nicht mehr nur toleriertes, sondern anerkanntes und verehrtes Zeichen des Segens und des zur Barmherzigkeit verpflichtenden Glaubens.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Es wird seit geraumer Zeit viel vom christlichen Abendland gesprochen, und dies wird sich vermutlich im Zusammenhang der Wahlen im nächsten und übernächsten Jahr noch verstärken. Nicht alles, was gelegentlich als bedroht angesehen wird, ist wirklich Inbegriff, Gabe oder Frucht des christlichen Abendlandes.

Christentum durch innere Aushöhlung gefährdet

Die Lesung aus dem Ersten Johannesbrief, in der von der letzten Stunde die Rede ist, warnt vor dem Auftreten des Antichrist (1 Joh 2,18f.) und erinnert zugleich daran, dass der Glauben weniger von äußeren Angriffen her gefährdet ist als vielmehr durch innere Aushöhlung und Umdeutung aus den eigenen Reihen. Dies gilt auch für das christliche Abendland, das weniger durch die Überfremdung durch Zuwanderung, sondern durch die innere Schwachheit und geistige Auswanderung bedroht ist.  bild-jesus-oben

Bei den drei großen Erbstücken aus der Silvestrinisch-konstantinischen Zeit aber sind wir auf sicherem Boden, haben wir Kriterien an der Hand, die uns helfen bei der Unterscheidung der Geister. Dafür Licht und Orientierung zu geben, ist Aufgabe der amtlichen Vertreter der Kirche, nicht die Einmischung in die tagespolitische Debatte.

Das politische Tagesgeschäft ist Aufgabe der getauften und gefirmten Weltchristen in den Parteien und Verbänden, und ich möchte sie ausdrücklich dazu ermutigen. Die Bischöfe und Priester sollten nicht zu schnell bestimmte politische Positionen in den Rang von Glaubenssätzen erheben und andere zu Häresien erklären.

Vielfalt der Meinungen nicht verwerflich

Gerade in der gegenwärtigen Debatte bezüglich der Herausforderungen durch die großen Migrationsbewegungen ist eine Pluralität von Positionen nicht von vorneherein verwerflich. Diejenigen, die sie dann auch öffentlich verantworten müssen, sollten sie gut begründen können. Und wer sich dem christlichen Abendland verpflichtet fühlt, hat – nicht nur, aber doch vornehmlich – in den drei genannten Punkten sichere Anhaltspunkte:

Foto: IGFMDer Sonntag und seine Heiligung vor allem durch die gemeinsame Eucharistie als Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi. – Wo man sich um den Schutz des Sonntags vor weiterer Aushöhlung und vor seinem Verrat an Kommerz und Freizeitindustrie bemüht, und gleichzeitig mit aller Phantasie und Kreativität auch neue Formen der Sonntagskultur zur Einbettung der Eucharistie erkundet, darf man den Würdetitel des christlichen Abendlandes für sich in Anspruch nehmen.

Das Abendland lebt ferner von Weihnachten als Fest der Menschwerdung Gottes mit all seinen weitreichenden Konsequenzen:

Tief begründete Einheit aller Menschen, der einen Menschheitsfamilie mit der Verpflichtung weltweiter Solidarität; gesunde Skepsis gegenüber allen übertriebenen Formen von Nationalismus; andererseits Sensibilität für das kleine, bedrohte, hilfsbedürftige Leben; des ungeborenen und des hinfällig gewordenen; und ehrfurchtsvolle Zurückhaltung hinsichtlich von wissenschaftlichen Experimenten mit dem Erbgut des Menschen und bewusster Verzicht auf alle Verzwecklichung – das macht verantwortlich christlich-abendländisches Verhalten aus.

Kreuz als Zeichen des himmlischen Erbarmens

Zum Abendland gehört nicht zuletzt das Kreuz als das Erkennungszeichen der Christen, das Kreuz, das der Herr aus einem Zeichen der Grausamkeit in ein Zeichen der kreuz1erbarmenden Liebe Gottes verwandelt hat.

Wir sollten alles unternehmen, es in seiner Heilsbedeutung und den Glauben begründenden Kraft zur Geltung zu bringen; es nicht festlegen lassen auf die Instrumentalisierung zur kriegerischen Befreiung und Rückeroberung der heiligen Stätten in den Kreuzzügen; ihm in den Häusern und Wohnungen und in der Öffentlichkeit einen würdigen Ort geben; es demütig und gläubig tragen und zeigen als den einzigen Grund, dessen wir uns rühmen dürfen, wie der Apostel Paulus sagt (vgl. Gal 6,14); in seiner Kraft schließlich das Erbarmen weitertragen, das wir selbst im Kreuz empfangen haben.

Im Zeichen des Kreuzes, liebe Schwestern und Brüder, segnen wir am Schluss dieser Feier am Silvestertag 2016 das nun zu Ende gehende Jahr und erbitten wir den Segen für alle Tage und Wege des neuen Jahres 2017 nach Christi Geburt. Amen.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/typo3conf/ext/mediathek_main/uploads/3/161231_Predigt_Silvester_2016.pdf


Dr. David Berger kritisiert Kampagne gegen Gender-Kritikerin Birgit Kelle

Von Felizitas Küble

Am vergangenen Freitag hielt die Familienrechtlerin und Kritikerin der Gender-Ideologie, Birgit Kelle, einen Vortrag in Düsseldorf, wozu sie von der CDU-Bundestagsabygeordneten Sylvia Pantel eingeladen wurde.

Die Veranstaltung wurde in jeder Hinsicht ein voller Erfolg, obwohl im Vorfeld ultralinke und homosexuelle Gruppen versucht hatten, einen Auftritt der christlichen Publizistin Kelle zu verhindern.
c55e39_0d87426a341346338f737833593ace49.jpg_srb_p_659_407_75_22_0.50_1.20_0.00_jpg_srb

Wie wir kürzlich hier im CF berichtet haben, sind keineswegs alle Homosexuellen mit den rabiaten Methoden intoleranter „queerer“ Funktionäre einverstanden.

Inzwischen hat sich auch der homosexuell orientierte Philosoph und Schriftsteller Dr. David Berger zu Wort gemeldet. Auch er setzt sich deutlich für die Meinungsfreiheit von Birgit Kelle ein. 

Unter dem Titel „Nach queeren Protesten: großer Ansturm auf Kelle-Vortrag“ veröffentlicht er auf seiner Webseite „Gaystream.info“ am 24. August 2015 einen Kommentar und dieses Schaubild, das Frau Kelle zeigt und einen islamkritischen Ausspruch von ihr zitiert, den sie auf der Düsseldorfer Veranstaltung geäußert hat.

Kein Bündnis konservativer Christen mit dem Islam

Das christliche und bürgerlich-konservative Spektrum  ist sich – so mein Eindruck – größtenteils darüber einig, daß eine Art Schulterschluß mit Muslimen in puncto Homosexualität nicht infrage kommt, schon weil der Islam zwischen Person und Sache nicht unterscheidet, aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen. (Der Koran enthält zB. nicht die Zehn Gebote als sittliches Prinzip, geschweige das Leitbild der umfassenden Nächstenliebe  –  oder gar das Ideal der Feindesliebe.)

Man bedenke nur, daß radikal-islamische Staaten wie z.B. der Iran schwule Männer brutal am Baukran aufhängen oder daß IS-Terroristen homosexuelle Personen von Hochhäusern herunterwerfen. Auch bei anderen Themen (z.B. Ehebrupressefotoberger11ch von Frauen) kennt die Scharia keine Gnade und fordert die Steinigung der „Täterinnen“ nach dem „Vorbild“ Mohammeds (und ganz im Gegensatz zum Beispiel Jesu Christi, der eine Ehebrecherin vor der Steinigung rettete).

Zurück zu David Berger (siehe Foto), der sich seit geraumer Zeit für mehr Gelassenheit,  Toleranz und Meinungsvielfalt innerhalb der schwulen Gruppierungen einsetzt und zugleich durch islamkritische Äußerungen „aufgefallen“ ist, was bereits zu starkem Gegenwind im eigenen Lager geführt hat. (So wurde er zB. als Chefredakteur des Homosexuellen-Magazins „Männer“ gefeuert: siehe hierzu unser damaliger Bericht.)

Hinsichtlich der Vortragsveranstaltung von Birgit Kelle schreibt Dr. Berger:

„Auch die Erwartungen der Kelle-kritischen Teilnehmer, sie würde sich homophob äußern, wurden enttäuscht. Deutliche Kritik kam von Kelle aber an dem, was sie als „Gender-Gaga“ bezeichnet. (…) Die Etablierung des Gender-Mainstreaming ginge völlig „an der Bevölkerung vorbei“.“

Felizitas Küble leitet hauptamtlich den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Birgit-Kelle-Debatte: Homosexuelle plädieren für Toleranz und Meinungsfreiheit

Von Felizitas Küble

In der Online-Version der schwulen Zeitschrift „Männer“ wurde ein ablehnender Artikel über die Gender-kritische Autorin Birgit Kelle veröffentlicht, was nicht weiter erstaunt. Buchvover Gender Gaga

Interessant ist freilich, daß sich im Leserkommentar-Bereich mehrere gemäßigte Homosexuelle zu Wort melden, die einen anderen Kurs als die Redaktion fahren und ausdrücklich für mehr Meinungsvielfalt und Toleranz eintreten, auch gegenüber Andersdenkenden.

FOTO: Titelbild des jüngsten Kelle-Buches: Gender-Gaga

So schreibt zum Beispiel Oliver M. Fehn u.a. folgendes:

„Liebe Schwule und Berufsschwule,
Ihr versucht, die Lesung einer deutschen Autorin zu stoppen, weil deren Ansichten zum Thema Homosexualität nicht Punkt für Punkt euren fixen Ideen entsprechen. Was ist das eigentlich für eine Auffassung von Demokratie? Tickt ihr noch ganz richtig?

Eins der größten Verdienste unserer Gesellschaft ist die Meinungsvielfalt, ohne sie würden wir zu einer sozialistischen Ödnis verkommen wie einst die alte DDR – und ich könnte, wie ihr wisst, noch schlimmere Beispiele aus der Geschichte nennen.

Ich bin Autor und habe u.a. selbst zwei Romane geschrieben, in denen das Thema Homosexualität eine wichtige Rolle spielt. Ich hatte – hauptsächlich als Jugendlicher – auch eine Menge eigener schwuler Erfahrungen, auf die ich nicht verzichten möchte. Explizit schwul fühle ich mich deshalb nicht – die letzten Jahre meines Lebens sind in erster Linie geprägt von Beziehungen mit Frauen, auf die ich ebenso wenig verzichten möchte. Kelle_IMG_9393_RGB_(c)_Foto_Kerstin Pukall

Doch um beim Thema zu bleiben: Damals, in jenen Jahren, waren wüste Beschimpfungen und Verfolgungen Schwuler an der Tagesordnung. Es war ein Segen, als – leider viel zu spät – ein Ruck von Toleranz durch die Menschen ging und das Thema mit viel mehr Lockerheit betrachtet wurde.

Heute sind homosexuelle Beziehungen kein großes Thema mehr. Was aber euch betrifft – ihr könnt mit eurer neugewonnenen Freiheit einfach nicht umgehen.

An den von euch abgedruckten Zitate aus der Feder von Frau Kelle kann ich nichts Schlimmes finden – es sind die Meinungen einer Frau, die eben nicht lesbisch ist, es auch nicht werden will und verständlicherweise ihre Probleme hat, sich in diese Rolle hineinzudenken.

Und einer solchen Frau wollt ihr den Krieg erklären, mit den Mitteln des Totalitarismus und des Meinungsverbots? Was ist los mit euch? Habt ihr irgendwie den Verstand verloren?“

HIER lesen Sie den vollständigen Kommentar, zudem den erwähnten „Männer“-Artikel und weitere Stellungnahmen von Homosexuellen, die sich (selbst)kritisch mit intoleranten Zügen einer linksgerichteten, verbissen agierenden Homo-Lobby befassen: http://m-maenner.de/2015/08/nichts-als-aerger-mit-der-kelle/

Es ist für konservative Christen wichtig, zu wissen, daß es in diesem Spektrum unterschiedliche Meinungen gibt und es daher unfair wäre, alle Homosexuellen in einen Topf zu werfen, nur weil linksdrallige „Lautsprecher“ öffentlich den Ton angeben und von vielen „politisch korrekten“ Mainstream-Medien gehätschelt werden.

Felizitas Küble leitet hauptamtlich den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HINWEIS: Dieser Beitrag wurde von Dr. David Berger, einem homosexuellen Philosophen, Theologen und Publizisten, ausführlich zitiert und positiv kommentiert: http://www.gaystream.info/#!Wie-Schwule-im-Ansehen-von-Katholiken-steigen/cjds/55d9de660cf21fd94cc2fcb5