Kinder als Opfer für die Götzen – auch heute?

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 106 (105),3-4.35-36.37.40:

Wohl denen, die das Recht bewahren,
und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist.
Denk an mich, HERR, aus Liebe zu deinem Volk,
such mich auf und bring mir Hilfe!

Sie vermischten sich mit den Heiden
und lernten von ihren Taten.
Sie dienten ihren Götzen;
diese wurden ihnen zur Falle.

Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar
als Opfer für die Dämonen.
Der Zorn des HERRN entbrannte gegen sein Volk,
ER empfand Abscheu gegen sein Erbe.


Papst Franziskus warnt vor theologischem Progressismus und Abfall von der Tradition

Das Volk Gottes entfernt sich von Gott, wenn ihm Anpassung und Weltlichkeit näher liegen als der unveränderliche Wille des Ewigen.

In seiner Morgenpredigt vom 18. November (siehe Foto) deutete Papst Franziskus die Lesung aus dem 1. Makkabäerbuch (1 Makk 1:10-15.43-54-57.62-64): 1_0_747648

Führende Vertreter des Volkes wollten damals die Besonderheit Israels auflösen und gerne so wie die anderen Nationen sein; sie gaben damit ihre eigenen Traditionen auf, so der Papst: Sie verhandelten mit anderen Völkern und hielten sich dabei für die „Fortschrittlichen“, die dorthin gehen, wo auch die anderen hingingen.

„Pupertierendes Fortschrittsdenken“ verrät die Treue

Das sei ein „pubertierendes Fortschrittsdenken“, urteilte der Papst. Über die eigene Treue zu verhandeln, sei „Apostasie, Ehebruch“. Der Pontifex erklärte weiter:

„Das ist ein Widerspruch. Wir verhandeln nicht über Werte, sondern über die Treue. Und genau das ist die Frucht des Dämons, des Fürsten dieser Welt, der in uns den Geist der Weltlichkeit fördert. Das hat Konsequenzen. media-521118-2

Erst haben sie die Sitten der Heiden angenommen und dann einen Schritt weiter gemacht: Der König schrieb seinem ganzen Reich vor, zu einem einzigen Volk zu werden, und alle Eigenarten aufzugeben. Das ist nicht die gute Globalisierung der Einheit aller Nationen, jede mit ihren eigenen Sitten, aber vereint. Das ist die Globalisierung der Uniformität. Dieses Einheitsdenken ist eine Frucht der Weltlichkeit“.

Dieser Geist der Weltlichkeit herrsche auch heute, so der Papst. Er wolle uns dazu führen, das Einheitsdenken für Fortschritt zu halten. In den Zeitungen könne man das lesen, gerade auch in den letzten Tagen. Heute meine man, dass „wir alle wie alle sein müssen, „dass wir normaler sein müssen, dass wir tun was alle tun, in diesem pubertierenden Fortschrittsdenken“.

„Es gibt Gesetze, die Menschenopfer schützen“

Und dann „geht die Geschichte weiter: die Todesurteile, die Menschenopfer“. Auch heute gebe es viele Menschenopfer  –  und schlimmer noch: „Es gibt Gesetze, die diese schützen“: 20131021_Demonstration_StraA_burg_C

„Was uns aber tröstet: dass vor diesem Weg des Geistes der Welt, des Fürsten der Welt, dass vor diesem Weg der Treulosigkeit immer der HERR steht, der sich selbst nicht verleugnen kann, der immer der Treue ist:

ER wartet immer auf uns, ER liebt uns so sehr und ER vergibt uns, wenn wir voll Reue über einen Schritt, über manchen kleinen Schritt in diesem Geist der Weltlichkeit, zu ihm gehen, dem treuen Gott vor seinem untreuen Volk.

Im Geist der Kinder der Kirche beten wir zum HERRN, dass er uns mit seiner Güte, mit seiner Treue vor diesem weltlichen Geist rette, der über alles verhandelt.

ER behüte uns und lasse uns vorwärts gehen, wie er sein Volk in der Wüste vorwärts hat gehen lassen, indem er es bei der Hand nahm, wie ein Vater sein Kind führt. An der Hand des HERRN gehen wir in Sicherheit“.

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2013/11/18/papstpredigt:_pubertierendes_fortschrittsdenken_und_der_f%C3%BCrst_dieser/ted-747648

Archäologische Funde bestätigen erneut Menschenopfer-Rituale im alten Heidentum

Religiös-rituelle Tötungen von der Frühzeit bis heute

In antiker Zeit waren Menschenopfer bei den meisten heidnischen Religionen an der Tagesordnung, auch bei den Germanen übrigens, wie z.B. diverse „Moorleichen“-Funde bestätigen  –  wenngleich beileibe nicht alle „Moorleichen“ als Menschenopfer für die „Götter“ starben; manche wurden dort als „Straftäter“ hingerichtet  –  oder wegen einer Behinderung versenkt. Das erschüttert uns heute zu Recht  –  aber gibt es bei uns ähnliches nicht auch im Rahmen der Abtreibung?

Weitaus größer als in germanischen Ländern waren die Opferzahlen ritueller Menschentötungen in lateinamerikanischen Anden-„Kulturen“ (zB. Inka) sowie im Nahen und Mittleren Osten:

Dort wurden Kinder beispielsweise dem Götzen „Baal“ durch den Feuertod geopfert, vor allem in Phönizien. Der phönizische Baalskult findet Anhänger auch in Nordafrika, etwa in der großen Stadt Karthago; auch dort wurden vorzugsweise kleine Kinder aus der Schicht des Adels zu Ehren der Götter (und aus Furcht vor ihnen) verbrannt.  

All diese Praktiken wurde von den Propheten Israels scharf verurteilt. Weitere Gegner der Hebräer waren zB. die Ammoniter: Diese brachten ihrem Götzen „Moloch“ ebenfalls Menschenopfer dar (vgl. 2 Könige 21, 6, 2 Könige 23, 10).

Indirekte „Menschenopfer“ gab es zuweilen bei der Beerdigung eines Königs oder heidnischen Oberpriesters, wobei diese hochrangigen Verstorbenen den größten Teil ihrer Familie inklusive der Bediensteten mit in ihre Grabstätte nahmen, damit ihnen diese Leute im Jenseits „zu Diensten“ waren.

Teilweise wurden Menschenopfer auch für die Hellseherei praktiziert: Aus der Art des Todeskampfes oder aus der Beschaffenheit von Körperteilen wollte man Hinweise für Zukunftsweissagungen finden.

Auch das afrikanische Heidentum kennt Menschenopfer, etwa beim Voodookult, der zudem das verwandte Phänomen der sog. „Untoten“ hervorbrachte.  Rituelle Tötungen für die „Geister“ sind in dieser schwarzmagischen Religion ohnehin gang und gäbe  – auch hier und heute:

Mitunter werden Flüchtlinge aus Afrika unterwegs von Schlepperbanden zur Beschwichtung der „Götter“ ins Meer geworfen: http://journalistenwatch.com/cms/2013/07/27/voodoo-ritual-menschen-als-opfer-fur-die-geister-ins-meer-geworfen/

Judentum und Christentum lehnen Menschenopfer ab

Die Israeliten jedoch lehnten solche „religiösen“ Menschenopfer ab, ihr Gott  –  der wahre Gott  –  wünschte diese nicht, lehnte sie sogar entschieden ab. Wenn Israeliten jedoch den heidnischen Kulten verfielen, wurde dies von Gott verurteilt; so heißt es beim Propheten Jeremia anklagend:

„Haben doch die Kinder Judas das getan, was mir zuwider ist, spricht der HERR…Sie haben die Opferstätte des Tophet gebaut im Tale Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter im Feuer zu verbrennen, was ich sie nicht geheißen habe“ (Jer 7,30).  – Auch in Jesaja 66,3 werden Menschenopfer kritisiert.

Ebenso in Psalm 106 (105), 36 f., wo es über den Abfall der Israeliten zu den Göttern anderer Völker heißt: Sie dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zur Falle.
Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar als Opfer für die Dämonen.“

Diese Ablehnung hat auch das Christentum übernommen. Marienstatt-DSC_0111-3

Der manchmal von Atheisten-Seite geäußerte Einwand, Jesu Kreuzestod sei doch gewissermaßen ein religiöses „Menschenopfer“, ist unsinnig, da Christus der menschgewordene Sohn Gottes und damit GOTT selbst ist; es handelt sich also gleichsam ein „Gottesopfer“: Der Ewige selbst geht in seinem Sohn den Weg der Erlösung!

Im eisigen lateinamerikanischen Hochgebirge finden Forscher immer wieder  –  durch die Kälte gut erhaltene   –  Mumien, die einst durch Opferrituale der Inka ums Leben kamen, meist waren es Kinder und Jugendliche.

Teilweise wurden sie wochenlang vorher mit Coca (Kokain) und Alkohl betäubt, um gefügiger zu werden und sich „willig“ den Göttern zu opfern; die hierfür Auserwählten wurden dann lebendig eingemauert und erlitten den Tod durch Erfrieren.

Wie das internationale Forscherteam um Andrew Wilson von der University of Bradford im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciecnes“ (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1305117110) berichtet, ergibt sich der erwähnte Drogenbefund aus Haaranalysen der Mumien. Die konservierten Leichen sind heute in Kältekammern im „Museum of High Altitude Archaeology“ (MAAM, maam.gob.ar) zu sehen.

Entdeckt wurden die aktuell untersuchten drei Kindermumien 1999 in Schreinen in der Nähe des Gipfels des Llullaillaco (ein Andenvulkan in ca 6740 m Höhe).

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster