Die Kirche sollte auf den „Smart“ umsteigen…

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Zustimmung oder Ablehnung zu Referaten oder Podiumsdiskussionen sagen etwas aus über die Gesinnung der Zuhörer. Die Befindlichkeit des Katholikentags-Publikums bei der Diskussion zwischen Kardinal Woelki und dem evangelischen Kabarettisten Eckard von Hirschhausen über das Thema „Wann stört Religion? Was stört an Religion?“ ist sehr aussagekräftig.

Eckard v. Hirschhausen, der mit einer katholischen Frau verheiratet ist und eine gemeinsam veranschlagte Kirchensteuer für die katholische Kirche zahlt, forderte in dieser Diskussion: „Dafür will ich auch eine Oblate, wenn ich mit meiner Frau zur Messe gehe“.

BILD: Abschlußmesse des Katholikentags auf dem Schlossplatz in Münster

Kardinal Woelki hielt dagegen, dass die „Eucharistie das Allerheiligste ist, die auch eine bekenntnishafte Dimension“ habe. Aber „Hirschhausen wurde für seine Polemik vom Publikum gefeiert“.

Ob die Lehre der Kirche einem solchen Publikum noch zu vermitteln ist, darf bezweifelt werden.

Die katholische Lehre sagt: „Die Eucharistie als Sakrament der Sakramente nimmt eine einzigartige Stellung ein: Alle Sakramente sind auf sie als Ziel hin geordnet“ (KKK 1211) …„Die Teilnahme am göttlichen Leben und die Einheit des Volkes Gottes machen die Kirche zur Kirche; beide werden durch die Eucharistie sinnvoll bezeichnet und wunderbar bewirkt“ (KKK 1325) …“Die Eucharistie ist also der Inbegriff und die Summe unseres Glaubens“ (KKK 1327) …“Eine besonders schwere Sünde ist das Sakrileg dann, wenn es sich gegen die Eucharistie richtet, denn in diesem Sakrament ist der Leib Christi substantiell gegenwärtig“ (KKK 2120).

Vielleicht sind Bischöfe, Priester und katholische Laien am Zustand dieses Katholikentags-Publikums mitschuldig, weil sie die deutsche Ortskirche noch immer als Volkskirche sehen, die mit dem großen Mercedes der 24. Mio. Kirchensteuerzahler daherkommt und sich für bedeutsam hält.

Tatsächlich wird sie weder in der Politik noch in der Gesellschaft für wichtig angesehen. Die deutsche Ortskirche sollte realistischerweise in den kleinsten fahrbaren Untersatz, dem „Smart“ der 1 – 5 Prozent der Katholiken umsteigen, die noch bereit sind, ihr Leben an der Lehre der Kirche auszurichten. So könnte sie vielleicht wieder zum Licht auf dem Berg werden.

Unser Autor Prof. H. Gindert leitet das „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift „Der Fels“