Der Mars-Maulwurf des DLR hämmert sich erstmals in den Untergrund des Roten Planeten

Am 28. Februar 2019 hat sich der Marsmaulwurf des DLR (Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt) erstmals vollautomatisch in den Marsboden gehämmert. In einem ersten Schritt drang er über eine Phase von vier Stunden mit 4000 Hammerschlägen etwa 18 bis 50 Zentimeter in den Marsboden ein.

GRAFIK: Nach ihrem Start landete die NASA-Sonde InSight etwas nördlich des Mars-Äquators und entfaltete seine Solarpanele. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

„Bei seinem Weg in die Tiefe ist der Maulwurf anscheinend auf einen Stein getroffen, hat sich um etwa 15 Grad geneigt und diesen beiseitegedrückt oder sich an ihm vorbeigeschoben“, sagt der wissenschaftliche Leiter des HP3-Experiments Prof. Tilman Spohn:

„Anschließend hat er sich in fortgeschrittener Tiefe gegen einen weiteren Stein gearbeitet, bis die geplante vierstündige Betriebszeit der ersten Sequenz abgelaufen war.“

Bei Tests auf der Erde zeigte sich, dass die stabförmige Rammsonde in der Lage ist, kleinere Steine zur Seite zu schieben, was allerdings sehr zeitintensiv ist.

Nach einer Abkühlpause wollen die Forscher den Maulwurf in einer zweiten Sequenz für erneut vier Stunden weiterhämmern lassen. In den Folgewochen mit weiteren Abschnitten wollen sie bei ausreichend porösem Untergrund eine Zieltiefe von drei bis fünf Metern erreichen. 

Dabei zieht der Maulwurf hinter sich ein mit Temperatursensoren bestücktes, fünf Meter langes Flachbandkabel in den Marsboden hinein.

Die Sonde pausiert nach jedem Schritt für etwa drei Marstage (Sol), um nach dem mehrstündigen Hämmern mit Reibung und Hitzeentwicklung etwa zwei Tage abzukühlen und dann bei ausreichender Tiefe die Wärmeleitfähigkeit des Bodens zu messen.

„Dazu wird eine Folie in der Hülle des Maulwurfs mit bekannter elektrischer Leistung für einige Stunden geheizt“, erklärt DLR-Planetenforscher Dr. Matthias Grott: „Der gleichzeitig gemessene Anstieg der Temperatur der Folie gibt uns dann ein Maß für die Wärmeleitfähigkeit des unmittelbar umgebenden Bodens.“

Ergänzend misst das am InSight-Lander angebrachte Radiometer die Temperatur des Marsbodens an der Oberfläche, die von leichten Plusgraden bis fast minus hundert Grad Celsius schwankt.

Quelle und ausführlicher Text hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-32400/#/gallery/33593


MASCOT landete sicher auf dem Asteroiden

Der Asteroid Ryugu hat in 300 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde einen neuen Bewohner: Lander MASCOT wurde am 3. Oktober 2018 auf dem Asteroiden abgesetzt und nahm seine Arbeit auf.

Um 3.58 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wurde das Landegerät erfolgreich von der japanischen Raumsonde Hayabusa2 getrennt. Damit beginnen für das internationale Team aus Ingenieuren und Wissenschaftler die 16 Stunden, in denen der Lander mit Messungen auf der Asteroidenoberfläche beginnt.

BILD: Die künstlerische Darstellung zeigt, wie der Lander MASCOT auf den Asteroiden sinkt (Foto: DLR)

Am Tag zuvor hatte sich die Sonde Hayabusa2 der japanischen Raumfahrtagentur auf den Weg in Richtung Ryugu gemacht. In einer Höhe von 51 Metern wurde MASCOT ausgeklinkt und fiel im freien Fall – langsamer als ein irdischer Fußgänger – auf sein Ziel, den Asteroiden, zu.

Im MASCOT-Kontrollraum am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie im angrenzenden Wissenschaftlerraum war die Erleichterung über die erfolgreiche Separation und die Bestätigung der Landung deutlich spürbar: „Es hätte nicht besser laufen können“, erklärte MASCOT-Projektmanagerin Dr. Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme: „Aus den Betriebsdaten des Landers konnten wir erkennen, dass er sich von der Raumsonde trennte und nach rund 20 Minuten auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe kam.“

Bereits der Moment der Separation gehört zu den Risiken während der Mission: Wäre MASCOT nicht wie geplant und oftmals getestet ohne Probleme aus dem Mutterschiff separiert worden, hätte das irdische Team kaum Möglichkeiten gehabt, dieses Problem zu beheben. Doch alles verlief reibunglos:

Bereits während des Abstiegs auf den Asteroiden schaltete die Kamera MASCAM ein und nahm 20 Bilder auf, die nun an Bord der japanischen Sonde gespeichert sind.

Auch das Team des Magnetometers konnte in den von MASCOT gesendeten Daten erkennen, dass das Instrument bereits der vor der Separation einschaltete und Messungen durchführte:

„Die Messungen zeigen das relativ schwache Feld des Sonnenwindes und die sehr starken magnetischen Störungen durch das Raumfahrzeug“, erläutert Prof. Karl-Heinz Glaßmeier: „Im Moment der Separation erwarteten wir eine deutliche Abnahme des Störfeldes – und diese wir konnten wir auch deutlich erkennen.“

Schon 20 Minuten nach der Separation kam MASCOT auf der Oberfläche zur Ruhe. Nun analysiert das Team die Betriebsdaten, die MASCOT zur Erde sendet, um zu erfahren, was in 300 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde auf dem Asteroiden Ryugu geschieht.

Quelle und Fortsetzung der DLR-Meldung hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-30118/#/gallery/32227

 


MASCOT landet bald auf einem Asteroiden

Fast vier Jahre mussten Wissenschaftler und Ingenieure warten, bis die japanische Hayabusa2-Sonde mit dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelten und gebauten Lander MASCOT an Bord ihr Ziel erreichte: den Asteroiden Ryugu.

Mit der Annäherung und der Ankunft am 27. Juni 2018 ist die Landung nun in greifbare Nähe gerückt. Voraussichtlich in der ersten Oktoberwoche 2018 wird mit MASCOT zum ersten Mal ein wissenschaftliches Labor mit Instrumenten gezielt auf einem Asteroiden landen.

BILD: Der Asteroid Ryugu aus einer Höhe von ca. 1000 Meter

Zurzeit führt die japanische Raumfahrtagentur JAXA mit der Raumsonde Hayabusa2 Messungen durch, die die Schwerkraft des Asteroiden präziser bestimmen sollen. Diese Angabe ist auch für die Landung von MASCOT eine wichtige Größe.

Auf der Asteroidenoberfläche wird MASCOT an mehr als einem Ort Messungen durchführen. Dabei wird er autonom „entscheiden“ und die Instrumente betreiben.

Projektleiterin Dr. Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme erläutert im Interview mit Manuela Braun, wie das Team den Lander MASCOT auf seine Mission vorbereitet, wie seine Arbeit auf dem Himmelskörper ablaufen wird – und welche Risiken auf ihn warten.

Frage: Auf den aktuellen Aufnahmen erkennt man gut, dass der Asteriod von großen Brocken übersät ist und auch große Krater auf seiner Oberfläche hat. Wird dies auf die Landung Auswirkungen haben?

Der Krater beunruhigt uns nicht – wir könnten dort auch landen. Von der Topographie her ist derzeit nichts ausgeschlossen. Es gibt aber andere Kriterien wie die physikalischen Eigenschaften von Ryugu, die wir berücksichtigen müssen – z.B. die thermischen Bedingungen auf dem Asteroiden.

Wenn es für MASCOT zu heiß wird, ist es ungünstig: Die Instrumente können nur in ihren vorgesehenen Betriebstemperaturen optimal arbeiten, sonst erhält man zu viel Rauschen in den erfassten Daten. Und zu hohe oder zu niedrige Temperaturen sind auch nicht gut für die Batterie, weil sie sich sonst gefährlich aufheizen oder nutzbare Kapazität verlieren würde.

Quelle (Text/Foto) und FORTSETZUNG des Interviews hier: https://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-29259#/gallery/31615


Keime im flachen Wasser: eine unsichtbare Gefahr vor allem für Kinder

EU-Bericht unzulänglich  –  ADAC mißt auch im flachen Wasser

Der ADAC hat in den vergangenen Monaten die Wasserqualität von 41 Badeseen im Einzugsbereich zwölf deutscher Großstädte getestet und dabei teilweise drastische Ergebnisse zu Tage gefördert. Jede siebte Meßstelle lieferte bedenkliche Keimkonzentrationen im ufernahen Flachwasser.

Das birgt vor allem für Kinder, die an diesen Stellen gerne und ausdauernd spielen, ein erhöhtes Infektionsrisiko, ohne daß die Gefahr von außen ersichtlich wäre. Neben den insgesamt zehn Meßstellen mit der Note „bedenklich“ wurden 18 der 65 Meßpunkte mit „ausreichend“ bewertet, 17 schnitten „gut“ und 20 sogar „sehr gut“ ab. Seeschaukeln am Seil

Die Gewinner des ADAC-Badegewässer-Tests mit der besten Wasserqualität waren jeweils eine Meßstelle im Langener Waldsee (Strandbad) bei Frankfurt/Main, im Lußsee (Nordufer) in München sowie im Ammelshainer See (Nordufer), im Cospudener See (Ostufer) und im Kulkwitzer See (Strandbad Markranstädt).

An diesen fünf Meßpunkten bestanden nur sehr geringe Risiken für Badegäste, mit krankmachenden Keimen in Berührung zu kommen. Deshalb erhielten alle die Wertung „sehr gut“ und das Prädikat „Testsieger“.

Testverlierer mit der Note „bedenklich“ und der höchsten Keim-Belastung im Vergleich war die Meßstelle am Südufer des Elfrather Badesees in Krefeld. Zum Testzeitpunkt hielten sich in Nähe des Meßpunkts bis zu 100 Kanadagänse auf, Liegewiese und Uferbereich waren übersät mit Vogelkot.

Die Stadtverwaltung ist sich des Problems bereits bewusst und versucht gegenzusteuern: so rät sie mit einem entsprechenden Warnschild aus gesundheitlichen Gründen vom Baden ab.  – Erstaunlich in diesem Zusammenhang: Der aktuelle EU-Badegewässerbericht bescheinigt dem Elfrather Badesee eine gute Wasserqualität.

Im Gegensatz zu den offiziellen EU-Messungen, die im Schwimmbereich ab einem Meter Wassertiefe vorgenommen werden, mißt der ADAC bereits im ufernahen Flachwasser bis zu 30 Zentimetern Tiefe. Der aktuelle Test zeigt deutlich, daß dieser vor allem von Kindern genutzte Bereich stärker mit gesundheitsgefährdenden Keimen belastet ist, als die Ergebnisse des EU-Berichts vermuten lassen.

Kurt Heinen, ADAC-Vizepräsident für Tourismus, erklärt hierzu: „Die Gemeinden sollten diesen Test zum Anlass nehmen, neben konsequenten Reinigungsmaßnahmen regelmäßig eigene Untersuchungen durchzuführen und ein Belastungsprofil auch für Flachwasser zu erstellen.“

Außerdem fordert der ADAC, einheitliche Grenzwerte für ein Badeverbot entsprechend den Empfehlungen des Umweltbundesamtes in die Landesverordnungen aller Bundesländer zu übernehmen und bei Überschreitungen sofort Badeverbote zu erlassen.

Die ADAC-Wasserexperten entnahmen in der Hochsaison 2012 an 65 Meßpunkten im Abstand von rund vier Wochen drei einzelne Wasserproben. Zu Beginn der Badesaison 2013 wurden an einem Termin nochmals drei parallele Proben pro Meßpunkt gezogen. Alle Proben wurden auf die Keime Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht und die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet. Sämtliche Proben wurden bereits vor dem Einsetzen des Hochwassers in einzelnen deutschen Regionen entnommen.

Quelle:  Pressemeldung des ADAC vom 23.7.2013