München: Der Historiker Hesemann spricht am 7. November über Papst Pius XII.

Der Historiker und Vatikan-Journalist Michael Hesemann stellt am Mittwoch, 7. November, in München sein neues Buch über Papst Pius XII. und dessen umstrittenes Verhalten zum Holocaust offiziell vor.

Kurz vor dem 80. Jahrestag der „Reichspogromnacht“ wird die Buchvorstellung im Rahmen einer „Domspatz-Soirée“ vom katholischen Publizisten Michael Ragg moderiert. Die öffentliche Veranstaltung im Pfarrsaal der Sankt Sebastian-Kirche, Karl-Theodor-Str. 117, in München-Schwabing, beginnt um 19:30 Uhr. Der Eintritt beträgt acht Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., war München eng verbunden. Von 1917 bis 1925 hat er in der Hauptstadt Bayerns als Vatikanbotschafter gewirkt. Nach Angaben des Verlags Langen-Müller seien hunderttausende Akten über die NS-Zeit im Geheimarchiv des Vatikans unter Verschluss gewesen und erst in diesem Jahr für die Forschung freigegeben worden.

Michael Hesemann habe als einer der ersten Historiker überhaupt „Zugang zu den brisantesten Dokumenten des 20. Jahrhunderts“ erhalten. Im Rahmen seiner umfassenden Aufarbeitung dieses dramatischen Kapitels der jüngeren Kirchengeschichte würden sie in diesem Band „weltexklusiv“ veröffentlicht.

Michael Hesemanns Bücher sind internationale Bestseller. Sie erschienen bisher in vierzehn Sprachen mit einer Gesamtauflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren. Hesemann ist seit 1999 als Journalist beim Pressesaal des Heiligen Stuhls akkreditiert.

Der Pfarrsaal ist mit der Tram Linie 27, Haltestelle Ackermannstraße oder der U2, Haltestelle Hohenzollernplatz, zu erreichen.

Näheres zu dieser Domspatz-Soirée gibt es unter: http://www.raggs-domspatz.de.


Kopten-Bischof lud Papst nach Höxter ein

Im Juni feierte sein Kloster in Brenkhausen sein 25. Gründungsjubiläum und Vertreter von Politik, Kirche und Kultur kamen, um zu gratulieren: CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder und Ex-Minister Klaus Töpfer, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Feige und Bischof Dr. Mussinghoff, Vertreter des Europarlamentes, des Bundes- und Landtages, der evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche.

Jetzt ehrte man auch in Rom das ökumenische Engagement des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Norddeutschland und Abtes von Brenkhausen, Anba Damian.

Am letzten Mittwoch wurde er vor 40.000 Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans von Papst Franziskus persönlich empfangen (siehe Foto).

„Ein junger Offizier der Schweizergarde begrüßte mich und führte mich in den vordersten Teil der Halle“, erzählt der koptische Würdenträger noch immer sichtlich bewegt:

„Dort übergab er mich an einen päpstlichen Kammerherrn, der mich zu meinem Platz führte – nicht, wie ich gedacht habe, in die erste Reihe zu jenen, die den Papst am Ende kurz treffen sollten, auch nicht auf die Plätze neben ihm, die katholischen Bischöfen vorbehalten sind, sondern auf einen zentralen Sitz an vorderster Front, direkt gegenüber dem Thron des Papstes, dem absoluten Ehrenplatz also. Ich fragte mehrfach nach, ob das denn so richtig sei, doch man beruhigte mich: Man wollte mir als Vertreter einer Schwesterkirche auf besondere Weise die brüderliche Liebe des Papstes bekunden.“

Pünktlich um 9.30 Uhr morgens betrat Franziskus die Audienzhalle und wurde jubelnd begrüßt. Nachdem er den Mittelgang passiert, dutzende Kinder gesegnet und geküsst hatte und tausende Selfies geschossen wurden, erblickte er den koptischen Bischof und ging direkt, mit breitem Lächeln, auf ihn zu:

„Es war eine herzliche Begrüßung, als seien wir Brüder, die lange voneinander getrennt waren. Er umarmte mich, wir sprachen miteinander auf Deutsch, das er sehr gut verstand. Ich erzählte ihm von unserem Kloster und lud ihn ein, uns in Höxter zu besuchen. ‚Wir werden sehen‘, erwiderte Franziskus“, berichtet Anba Damian.

Bis dahin aber hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch eine Bitte an den Bischof von der Weser: „Beten Sie für mich, ganz besonders in dieser schweren Zeit!“

Anschließend überreichte der schwarzgekleidete Bischof dem Mann in Weiß eine kostbare koptische Ikone von der Geburt Christi. „Ist die wirklich für mich?“, fragte Franziskus, offensichtlich beeindruckt von dem kostbaren Geschenk.

Am Ende der Audienz kam der Papst erneut herunter, um sich von seinem Gast aus Ägypten zu verabschieden. Er setzte seinen Namen in eine schwere Bibel, die der Bischof eigens aus Deutschland mitgebracht hat. „Sie stammt von einem Eisenbahner aus Warburg, dessen sehnlichster Wunsch ein Papstautogramm in seiner Familienbibel war“, meinte der Bischof. „Ich konnte den Mann einfach nicht enttäuschen.“

Noch ein kurzes Gespräch mit Erzbischof Dr. Gänswein, dem Präfekten des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär Benedikts XVI., dann war die Audienz nach knapp zwei Stunden beendet.

Am Nachmittag führte der deutsche Historiker und Bestsellerautor Dr. Michael Hesemann (siehe Foto) den Bischof aus Höxter durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom und zum historischen Petrusgrab. „Durch eine Öffnung in einer Mauer konnte ich die Gebeine des heiligen Petrus sehen, die man in Plexiglaskästen gelegt hat“, erzählt Bischof Damian.

„Das war eine bewegende Begegnung mit dem Ursprung unserer Kirchen. Petrus hat Markus nach Alexandria geschickt, wo dieser unsere Kirche begründete. Unser koptischer Papst ist der Nachfolger des heiligen Markus. Am Vormittag hatte ich den Nachfolger Petri getroffen. Gab es ein schöneres Symbol für die tiefe Einheit unserer Kirche jenseits aller äußeren Trennung?“

Am nächsten Morgen konferierte Bischof Damian mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch:

„Kardinal Koch empfing mich mit großer Herzlichkeit. Wir sprachen eine Stunde lang in großer Offenheit über die Lage der christlichen Minderheit in Ägypten. Was für ein kluger, bescheidener Mann, der im Auftrag des Papstes den Dialog mit den Kirchen führt und auch in unserer Kirche zurecht hochgeschätzt wird.“

Tief beeindruckt von dem herzlichen Empfang im Vatikan plan der Bischof aus Ägypten bereits die Rückkehr nach Rom:

„Im nächsten Jahr möchte ich mit einer ökumenischen Delegation in die Ewige Stadt reisen und gemeinsam mit Vertretern der Politik und der lokalen Kirchen meine Einladung nach Höxter wiederholen.“

Quelle (Text/1. Foto): Pressemitteilung des koptischen Klosters Höxter-Brenkhausen

 

 


HEEDE: Marienerscheinungen im Emsland?

Von Felizitas Küble

Am 1. November 2017 erinnerte der katholische Schriftsteller Michael Hesemann auf dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ an die wundersamen Ereignisse in der emsländischen Dorfgemeinde Heede am Allerheiligenfest 1937, also mitten in der Nazizeit: http://www.kath.net/news/61509

Unter dem Titel „Ein deutsches Fatima?“ würdigt der Autor die über hundert Marienerscheinungen auf dem dortigen Friedhof und den umliegenden Grundstücken; er erwähnt, daß Heede vom zuständigen Osnabrücker Bischof Bode als Gebetsstätte anerkannt sei. 

Allerdings ist dies sogar in Heroldsbach der Fall, der kirchlich am meisten abgelehnten Privatoffenbarung aller Zeiten.

Auch hier wurde vom Bistum Bamberg – bei bleibendem NEIN zu den angeblichen Erscheinungen  – eine Gebetsstätte eingerichtet, was zwar ein gewisses „pastorales“ Zugeständnis an die anhaltenden Pilgerscharen darstellt, aber gleichwohl nicht mit einem kirchlich anerkannten Wallfahrtsort bzw. einer gebilligten Erscheinungsstätte vergleichbar ist. 

So ist auch Heede kirchlich keineswegs approbiert (genehmigt, gutgeheißen), sondern wird lediglich – wie in ähnlichen Fällen auch –  sozusagen toleriert.

Allerdings wird die feinsinnige Unterscheidung zwischen „Gebetsstätte“ und „Wallfahrtsstätte“ von den Gläubigen oftmals nicht beachtet, weshalb diese diplomatisch sein sollende „Regelung“ in der Praxis mißverständlich bis irreführend ist. 

Zurück zu Heede, wo vor über 80 Jahren die Gottesmutter erschienen sein soll, wobei sie sich als „Königin des Weltalls“ und „Königin der Armen Seelen“ präsentierte und zukünftig unter diesen Titeln verehrt werden wollte. 

Hier stellt sich die z.B. die Frage, ob „Königin“ der Armen Seelen denn eine theologisch sinnvolle Formulierung darstellt.

Die Gottesmutter ist Helferin und Fürsprecherin der Christgläubigen, also sicherlich auch der Seelen im jenseitigen Läuterungszustand. Den Ausdruck „Königin“ könnte man landläufig aber auch so verstehen, als ob sie die „Erste unter Gleichen“ wäre. Die Madonna ist gewiß nicht die oberste „Arme Seele“, sondern lebt in der himmlischen Herrlichkeit.

Außerdem ist dieser Titel in der kirchlichen Tradition nicht präsent; weder findet er sich in der Lauretanischen Litanei noch in amtlichen Dokumenten. 

Ähnliches gilt für die Bezeichnung „Königin des Weltalls“, mag sie auch von Pius XII. einige Male verwendet worden sein. Eine fundierte Überlieferungsgeschichte existiert für einen solchen marianischen Ehrentitel jedenfalls nicht.

Es gibt eine Reihe von Büchern über Heede, darunter jenes von Heinrich Eizereif (siehe Foto), das aber – wie die meisten Publikationen dazu – unkritisch berichtet. Die Marienstatue auf dem Titelbild ist nach den Aussagen der vier jugendlichen Visionärinnen entstanden (zunächst waren es fünf Sehermädchen, aber eine von ihnen ist schon früh „abgesprungen“).

Was an dieser Darstellung etwas verwundert, ist die Tatsache, daß die „Madonna“ ihre linke Hand (vom Betrachter aus gesehen) auf die Erdkugel hält  – über dem Globus befindet sich aber ein Kreuz. So stellt sich die Frage, warum diese „Maria“ die Erde und das Kreuz Christ gleichsam mit ihrer Handfäche „trennt“.

Bei der letzten Heede-Vision am 3. November 1940 verabschiedete sich die angebliche Gottesmutter von den Sehermädchen folgendermaßen: „Nun, liebe Kinder, zum Abschied noch den Segen! Bleibt Gott ergeben und brav! Betet oft und gern den Rosenkranz! Nun ade, liebe Kinder. Auf Wiedersehen im Himmel!“ 

Abgesehen von der bieder-naiven Sprache (z.B.“brav“) fällt auf, daß von Christus nicht die Rede ist. Zudem entsteht der Eindruck, als habe die Erscheinung den Kindern eine „unschlagbare“ Heilsgewißheit vermitteln wollen: „Auf Wiedersehen im Himmel!“  

Als Christen dürfen wir, wenn wir uns um die Nachfolge Christ ernsthaft bemühen, gewiß von Zuversicht und Heils-Hoffnung getragen sein, aber nicht von einer verstiegenen Heils-Sicherheit. Schließlich können wir nicht im vorhinein wissen, ob wir bis zuletzt dem Glauben treu bleiben und ob wir wirklich einst im Frieden Christi sterben.

Zum Phänomen Heede möchte ich mich gelegentlich in weiteren Beiträgen äußern und zusätzliche kritische Punkte ansprechen. Dieser Artikel soll lediglich als „Einleitung“ dazu dienen.

 


Berlin: Kundgebung von „Bündnis C“ am 19. September mit namhaften Rednern

Die neu gegründete christliche Partei „Bündnis C – Christen für Deutschland“ lädt am Samstag, 19. September, zu ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung unter dem Motto „Politik braucht Christen“ nach Berlin ein. Spieker-Foto

Auf der Kundgebung von 10:30 bis 12:30 Uhr im Tagungshaus Aquino der Katholischen Akademie in Berlin-Mitte sprechen u.a. die Jugend-Psychotherapeutin Christa Meves, der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Spieker (siehe Foto), der Bestsellerautor Michael Hesemann und Philip Kiril Prinz von Preußen, evangelischer Pfarrer und Religionslehrer.

Der Eintritt ist frei, alle Interessierten ist willkommen.

Die Kundgebung wird nach Angaben des Veranstalters so rechtzeitig beendet sein, dass die anschließende Teilnahme am „Marsch für das Leben“ möglich ist. Dieser beginnt um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt.

Das Tagungszentrum Aquino, Hannoversche Straße 5b in 10115 Berlin, ist vom Berliner Hauptbahnhof, Ausgang Europaplatz, in 15 Minuten zu Fuß oder mit der Tramlinie M5 bis Haltestelle Naturkundemuseum (2 Stationen) oder Oranienburger Tor (3 Stationen) zu erreichen.

Zum „Bündnis C“ haben sich zu Jahresanfang die christliche „AUF-Partei für Arbeit, Umwelt und Familie“ und die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) zusammengeschlossen. Das Bündnis versteht sich als Partei, in der sich Christen aller Konfessionen jenseits des Links-Rechts-Schemas für eine Politik nach christlichen Wertmaßstäben einsetzen.

Nähere Infos gibt es unter: www.buendnis-c.de, info@buendnis-c.de oder Telefon: 07 21 / 49 55 96.


Hochrangiges Buch zur Familien-Synode in Rom findet weltweit großes Interesse

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Die internationale Initiative „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ präsentierte am 19. Mai 2015 im Hotel Columbus unweit des Petersdomes der Presse in Rom das italienische Original des Buches „Opzione preferenziale per la Famiglia. Cento domande e cento risposte intorno al Sinodo(Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten zur Synode).

Verfasser des Buches sind Erzbischof Aldo di Cillo Pagotto von Paraíba in Brasilien, Bischof Robert Francis Vasa von Santa Rosa in Kalifornien (USA) und Weihbischof Athanasius Schneider von Astana in Kasachstan.

Das Vorwort verfasste Kardinal J. Medina Estévez. Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz von Minsk und Bischof Áureo Patricio Bonilla, Apostolischer Administrator von Galápagos, schrieben Würdigungen.Das Buch stellte Tommaso Scandroglio vor, er ist Assistent für Rechtsphilosophie und Theoretische Philosophie an der Europäischen Universität Rom.
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Scandroglio erläuterte die Intention der Veröffentlichung: Das Buch will die katholische Bevölkerung über die Lehre der katholischen Kirche zur Ehe und Sexualität informieren.
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Ebenso soll darüber aufgeklärt werden, auf welchen Feldern die katholische Lehre heute am meisten angegriffen wird, wie etwa durch die „Gender-Ideologie“ oder die Aufweichung der Sakramentenpastoral (z.B. durch die Forderung, geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen).
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Verleger des Buches ist die Associazione „Supplica Filiale“ in Rom. Die Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Französische, Polnische, Portugiesische und Spanische sollen in Kürze folgen. Ebenso sprach John Smeaton, Leiter der in Großbritannien ansässigen „Society for the Protection of Unborn Children SPUC“ (Gesellschaft zum Schutze der ungeborenen Kinder).
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Zur Präsentation kamen viele der bekannten, in Rom angesiedelten Vatikanisten.
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Inzwischen wurden 254.000 Unterschriften gesammelt. Viele namhafte Persönlichkeiten aus Deutschland haben teilgenommen: Christa Meves, Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg, Prof. Dr. Hubert Gindert, Johanna Gräfin von Westphalen. Michael Hesemann usw.
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Die Associazione „Supplica Filiale“ ist nicht die Organisatorin der Unterschriftensammlung. Diese werden von einer Vielzahl von Vereinigungen oder Einzelpersonen auf der ganzen Welt gesammelt. Jedoch wurde ein Verein mit diesem Namen gegründet, um die Arbeiten in Rom zu koordinieren sowie Publikationen herausgeben zu können.
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Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter „Aktion Kinder in Gefahr“  – seine aktuellen Stellungnahmen erscheinen regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

München: Tagung zur bedrängten Lage der Christen im Nahen Osten

Die bedrohte Situation christlicher Minderheiten im Nahen Osten steht im Mittelpunkt einer „Domspatz-Soirée“ am Donnerstag, 26. Februar, im CVJM-Haus in München. Hesemann, Michael

Zunächst stellt der Historiker Michael Hesemann (siehe Foto) im Podiumsgespräch mit Moderator Michael Ragg sein im Februar im Herbig-Verlag erscheinendes Buch über den „Völkermord an den Armeniern“ offiziell vor.

Der Autor hat dazu nach Verlagsangaben auch „bisher unveröffentlichte Dokumente aus dem Päpstlichen Geheimarchiv“ ausgewertet. Vor hundert Jahren, 1915, hatte die Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern, Aramäern, Pontos-Griechen und anderer christlicher Bewohner des Osmanischen Reiches begonnen.

In einer weiteren Podiumsrunde unter Mitwirkung des Vorsitzenden des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD), Simon Jacob, geht es dann um die aktuelle Lage der Christen in Syrien, dem Irak und anderen Ländern des Nahen Ostens. RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Zu der Domspatz-Soirée lädt auch die Münchner Arbeitsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ein.

Der Abend im Festsaal des CVJM, Landwehrstraße 13, beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro.

Zum CVJM-Haus gelangt man zu Fuß in höchstens zehn Minuten vom Hauptbahnhof oder Stachus.  

Der Veranstalter empfiehlt eine unverbindliche Platzreservierung unter Telefon: 0 83 85 / 9 24 83 37 oder buero@raggs-domspatz.de.

Nähere Infos gibt es unter www.raggs-domspatz.de

 


Michael Hesemanns Buch über Fatima

1. Teil der Rezension von Felizitas Küble

Das 330 Seiten starke Sachbuch von Michael Hesemann mit dem Titel „Das Fatima-Geheimnis“ und einem Vorwort von Kardinal Joachim Meisner erschien merkwürdigerweise im esoterischen Kopp-Verlag.

Vielleicht bestehen inhaltliche Überschneidungen zwischen Verlag und Autor wegen der früheren UFO-Schriften Hesemanns (wobei er sich noch im Jahre 2008 öffentlich zu UFO-Überzeugungen bekannte).

Offenbar wurde sein etwas reißerisch aufgemachtes Fatima-Buch nicht schlecht verkauft, denn im Dezember 2009 erreichte es bereits die vierte Auflage.

Der Untertitel deutet an, daß darin außer Fatima auch weitere Privatoffenbarungen thematisiert werden: „Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit.“

Auf S. 89 erklärt der Historiker, sein Buch solle „untersuchen, was damals in Fatima tatsächlich geschah, „sine ira et studio“ (ohne Zorn und Eifer) und ohne Wertung.“

Zweifellos ein hoher Anspruch, dem der Autor nur zum Teil gerecht wurde. Mag das Buch auch ohne Zorn geschrieben sein, so doch nicht ohne Eifer – und schon gar nicht „ohne Wertung“.

Allerdings muß man dem Verfasser zugutehalten, daß er sein Thema stellenweise immerhin differenzierter beleuchtet, als dies sonst in der Fatima-Publizistik üblich ist.

Der „Eifer“ Hesemann nimmt mitunter pathetische Formen an, die das Ereignis Fatima überstark dramatisieren, etwa wenn er davon ausgeht, daß die dortigen Erscheinungen „letztendlich Weltgeschichte machen sollten“ (S. 26) oder wenn er vom Erscheinungsjahr 1917 schreibt, es sei für die drei Seherkinder das Schicksalsjahr geworden „und durch sie das Schicksalsjahr der Menschheit“ (S. 31). Warum nun gleich der „Menschheit“?

Ähnlich heißt es auf S. 13: „Durch Fatima war das große Wunder des 20. Jahrhunderts, die friedliche Öffnung des Eisernen Vorhangs, das Ende des Kalten Krieges, der Fall des atheistischen Kommunimus, erst möglich.“ (S. 13)  Auch wenn, wie der Autor meint, Papst Johannes Paul II. hiervon überzeugt war, so hätte man für diese recht steile These, daß Fatima den Untergang des Kommunismus „erst möglich“ gemacht habe, doch gerne eine einleuchtende Begründung gelesen.

Ebenfalls auf S. 13 schreibt Hesemann zu Fatima: „Keiner himmlischen Manifestation der Neuzeit fühlten sich die Päpste seit Pius XII. so eng verbunden“.  – Diese Behauptung trifft ersichtlich allein auf Johannes Paul II. zu, keineswegs aber allgemein auf „die Päpste seit Pius XII.“.

Es scheint, als ob der Verfasser die Bedeutung des von ihm gewählten Buch-Themas mit solch überzogenen Äußerungen bekräftigen wolle.

Wesentlicher Unterschied zur göttlichen Offenbarung

Auffallend ist, daß er den Ausdruck „Privatoffenbarung“ vermeidet und lieber von „Offenbarung“ oder „Marienoffenbarung“ schreibt. Sein einführender Grundsatzartikel trägt sogar den pauschalen Titel „Die Offenbarung“ (S. 10).P1020947

Die kath. Kirche ordnet aber auch die von ihr anerkannten Erscheinungen als „Privatoffenbarung“ ein, um sie dadurch klar von der göttlichen Offenbarung (auch „öffentliche“ Offenbarung genannt) abzugrenzen. 

Diese „Offenbarung Gottes“ ist uns durch die Hl. Schrift und die apostolische Überlieferung bezeugt; sie gehört daher zum verbindlichen Glaubensgut der Kirche, nicht jedoch Privatoffenbarungen, zumal sich diese von der „öffentlichen Offenbarung“ nicht nur graduell, sondern wesentlich unterscheiden.

(Näheres dazu siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/29/was-bedeutet-die-kirchliche-approbation-einer-privatoffenbarung-genau/)

In puncto Bibelexegese bietet Hesemann mitunter eine eher oberflächliche Schmalspur-Theologie, garniert mit phantasievollen Legenden aus apokryphen „Evangelien“ (z.B. S. 14 und 15), die bekanntlich nicht zum biblischen Kanon zählen.

So verengt er die bekannten Abschnitte aus der Johannes-Apokalypse (Offb. 12,1 ff) über das „große Zeichen am Himmel“ und über die „Frau, mit der Sonne bekleidet…“ auf seine verkürzte Marien-Deutung: „Johannes wußte, dass diese Frau Maria war.“

Die SONNENFRAU ist vor allem die KIRCHE

Selbst unter betont marianischen Theologen   –  erinnert sei zB. an die mariologischen Schriften des Kardinals und Professors Dr. Leo Scheffczyk   –   ist es unbestritten, daß die primäre, die wesentliche Bedeutung des „großen Zeichens“ sich auf die Kirche bezieht  –  genauer: auf das Gottesvolk des Alten und des Neuen Bundes. bildma1

Die selige Jungfrau ist als Mutter des HERRN und als personifizierte Brücke vom Alten zum Neuen Bund natürlich das edelste Glied des Gottesvolkes, die höchstrangige Tochter der Kirche. Insofern bezieht sich die sekundäre, nachrangige Deutung dieser Bibelstelle tatsächlich auf die Gottesmutter.

Der hl. Kirchenvater und bedeutende Bibelexeget Hippolyt von Rom schrieb am Ende des 2. Jahrhunderts in seiner Schrift „De Antichriste“ (Kapitel 61):

„Mit der Frau, die von der Sonne bekleidet ist, meint Johannes  ohne Zweifel die Kirche. Denn sie ist angetan mit dem Logos (Christus), dem vom Vater gezeugten, der heller leuchtet als die Sonne.“

Auch der „Hirte des Hermas“ (verfaßt von Hermas von Rom um 145 n. Chr.), eine der wichtigsten frühchristlichen Schriften, bezieht das „große Zeichen“ auf die Kirche  – und die „12 Sterne“ deutet er auf die 12 Apostel (wie bei den Kirchenlehrern üblich).

Der bekannte mittelalterliche Mönch Rupert von Deutz erläutert ebenfalls: „Die sonnenumkleidete Frau ist das Symbol der Kirche, deren bester Teil die selige Jungfrau Maria ist, durch die glückselige Frucht ihres eigenen Leibes.“

Daß Hesemann diese primäre Kirchen-Auslegung betr. der „Sonnenfrau“ völlig unerwähnt läßt und stattdessen munter mit apokryphen Legenden fortfährt, erlaubt einige Zweifel an seinem mariologischen Kenntnisstand.

Dort, wo es darauf ankäme, Mariens biblisch bezeugte Vorrangstellung angemessen zu betonen, läßt es der Autor hingegen an Sorgfalt fehlen:

So benennt er auf S. 16 den Gruß des Engels wie folgt: „Sei gegrüßt, Begnadete, der Herr ist mir Dir.“  –  Doch was heißt schon „Begnadete“? –  Begnadet sind alle Christen, alle Getauften! 

Ave Maria: „Sei gegrüßt, du Gnadenvolle!“3068

Mag dieser flache Ausdruck so auch in der ökumenischen Einheitsübersetzung zu lesen sein, so haben orthodoxe und sogar evangelische Bibelausgaben an dieser Stelle das Wort „Hochbegnadete“ verwendet.

In bewährten katholischen Übersetzungen (z.B. in jener von P. Konstantin Rösch oder der Keppler-Bibel) wird zu Recht meist das Wort „Gnadenvolle“ verwendet, zuweilen auch „Gnadenreiche“.

Papst Benedikt zitiert Lk 1,28 (griechischer Urtext: Chaîre kecharitomene) ebenfalls mit „Freue dich, du Gnadenvolle“, z.B. bei seiner Generalaudienz am 19.12.2012 und in seinen Büchern.

Wenn sich Hesemann mit weiteren Erscheinungen befaßt, die er teils im Schnelltempo durchläuft, führt dies manchmal zu mißverständlichen Darstellungen.

So schreibt er betreff La Salette von der „großen apokalyptischen Botschaft“ (S. 18), welche die beiden Hirtenkinder Melanie und Maximin  empfangen haben wollten. Dies klingt deshalb irreführend, weil jene „apokalyptische“ Botschaft (das sog. „Große Geheimnis“), mit dem Melanie erst Jahrzehnte später herausrückte, kirchlich abgelehnt wurde  –  lediglich die bereits 1846 verkündeten Worte Mariens fanden die Zustimmung des zuständigen Bischofs.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster

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