Wirtschaftsexperten widersprechen europäischer Kritik an deutscher Wirtschaftskraft

Führende Wirtschaftsexperten haben die Kritik der EU-Staaten an Deutschlands ökonomischer Stärke und Führungskurs in Europa deutlich zurückgewiesen.
Der Wirtschaftsweise Lars Feld stellt hierzu fest: „Nicht Deutschland ist zu stark, sondern die anderen sind zu schwach. Darin liegt das Problem für Europa. Viele Länder haben es in den vergangenen Jahren versäumt, zum Beispiel ihre Arbeitsmärkte zu reformieren und damit zusätzliche Jobs und Wachstum zu schaffen.“  – Das räche sich jetzt, erklärte der Experte gegenüber „Bild“.

Lars Feld mahnt: „Statt mit den Fingern auf Deutschland zu zeigen und immer neue Hilfen zu fordern, sollten die Länder lieber Reformen im eigenen Land durchführen. Dann kommt Europa eher aus der Krise.“

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, bezeichnete Deutschlands Stärke als „gut für Europa“. Hüther wörtlich: „Je mehr unsere Wirtschaft wächst, umso größer sind die Impulse für die anderen. Wir sind die Einzigen, die den Laden derzeit in Gang halten.“

Der renommierte Ökonom Jim O`Neill sieht Chancen, daß sich die europäische Konjunktur besser hält als vielfach befürchtet:

„Die meisten Menschen gehen davon aus, daß Europa bereits in einer tiefen Rezession steckt und Deutschland ebenfalls in einen Abschwung hineinläuft. Die jüngsten Daten sprechen eine andere Sprache“, sagte der langjährige Chefvolkswirt von Goldman Sachs im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Eine entscheidende Rolle kommt O`Neill zufolge Deutschland zu. Die positiven Konjunkturdaten aus Deutschland seien für ihn bisher die interessanteste Entwicklung in diesem Jahr  –  immerhin stehe Deutschland für ein Drittel der Wirtschaftskraft der Euro-Zone.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur