Vor siebzig Jahren entstand der Staat Pakistan IGFM: Politische Gefangene freilassen!

Anlässlich des 70. Jahrestags der Unabhängigkeit Pakistans am 14. August weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt auf die hohe Zahl von Menschenrechtsverletzungen, insbesondere Todesurteile und Hinrichtungen hin.

Davon sind vor allem Angehörige der Minderheiten dort betroffen. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, 5 Prozent Schiiten, je knapp zwei Prozent Ahmadiyya und Christen.

Im Jahr 1956 erklärte sich Pakistan zur Islamischen Republik, seit der Jahrtausendwende ist es faktisch eine Atommacht.

Die IGFM fordert Präsident Mamnoon Hussain auf, anlässlich des Staatsjubiläums Zeichen der Versöhnung zu setzen und politische Gefangene sowie sogenannte „Blasphemie-Gefangene“ zu begnadigen und frei zu lassen.

Mit der Loslösung von Indien und der Gründung des neuen und eigenständigen Staates Pakistan am 14. August 1947 sollte nach dem Willen der Partei All-India Muslim League in Britisch-Indien um den Widerstandskämpfer Muhammad Ali Jinnah die politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung der Muslime sichergestellt werden.

Andere Minderheiten unterstützten die Idee, ebenfalls in der Hoffnung auf Gleichberechtigung. „Sie dachten, dass es besser sei, mit Muslimen als mit Hindus zu leben, weil sie dieselbe Diskriminierung wie wir im indischen Subkontinent erlitten hatten“, kritisiert die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony, die der Minderheit der Christen und der IGFM angehört.

Zu den Hauptopfern der Unterdrückung zählen neben den Christen die Ahmadiyya-Muslime. Im Jahr 1974 erklärte das pakistanische Parlament die Ahmadiyya zur nicht-islamischen Minderheit, woraufhin die Verfolgung der Ahmadiyya eskalierte.

Zentrale Instrumente zur Unterdrückung Andersgläubiger und Andersdenkender, unter denen auch die Christen leiden, sind die sog. „Blasphemie“-Gesetze (Islamkritik, „Beleidigung“): Fadenscheinige Vorwürfe, falsche Anklagen, unfaire Gerichtsurteile und sogar Lynchjustiz sind die Folgen ihres Missbrauchs für persönliche und familiäre Rachefeldzüge.

„Unter dem Druck radikalislamischer Abgeordneter im Parlament und durch den Druck gewaltbereiter extremistischer Gruppen und Terrorzellen ist die pakistanische Regierung nicht in der Lage, das Gesetz zu ändern, geschweige denn abzuschaffen“, erklärt Michaela Koller (siehe Foto), IGFM-Referentin für Religionsfreiheit.

Die Blasphemiegesetze dienen auch zur Rechtfertigung von Verbrechen, wie im Fall des Lynchmords an dem säkular-muslimischen Studenten Mashal Khan:

Der 23-jährige Mann aus der pakistanischen Stadt Mardan wurde am 13. April dieses Jahres Opfer eines kalkulierten Mordaufrufs, nachdem er zuvor durch Kritik am Missmanagement seiner Universität und an sozialen Missständen angeeckt war. Die Täter hatten den Studenten der Blasphemie beschuldigt und so Kommilitonen und Universitätsmitarbeiter gegen ihn aufgestachelt, die mit Gegenständen auf ihr Opfer einschlugen und ihn aus dem zweiten Stock des Studentenheims warfen.

Siebzig Jahre nach der Gründung Pakistans sind schwerste Menschenrechtsverletzungen, politische Gefangene und Blasphemie-Gefangene Normalität. Von Gleichberechtigung ist nichts geblieben. Sklaverei in Form von Zinsknechtschaft, sowie systematische Kinderarbeit sind keine Seltenheit. Das Land leidet unter Korruption und Terrorismus. Versammlungsorte von Schiiten, Anhängern des Sufismus oder von Christen sind Ziel von Terroranschlägen.

Pakistan ist ein negatives Beispiel für ausufernden religiösen Extremismus und den Abbau von Rechtsstaatlichkeit.

Weitere Infos: www.igfm.de/pakistan


Menschenrechtsexpertin Koller über die Lage der Christen in Pakistan

Das Kölner Domradio befragte Michaela Koller am 31. Juli 2017 über die Situation der religiösen Minderheiten  – zumal der Christen –  im islamisch geprägten Pakistan. Rund 90% der Einwohner in diesem fernasiatischen Land sind Muslime.

Frau Koller (siehe Foto) ist  Referentin für Religionsfreiheit bei der IGFM (Intern. Gesellschaft für Menschenrechte). Die katholische Publizistin und Menschenrechtsexpertin berichtet, die Lage in Pakistan sei angespannt. Es gäbe zwar rein kultisch-liturgisch keine Beschränkungen, aber die Christen werden dort „gesellschaftlich benachteiligt“.

Das sog. Blasphemie-Gesetz stellt Islam-Kritik unter Strafe: „Es ist eines der Hauptinstrumente zur Unterdrückung von religiösen Minderheiten“, so Koller. Von staatlicher Diskriminierung seien nicht allein die 2,7 Prozent Christen betroffen, sondern auch Hindus oder innerislamische Minderheiten wie die Ahmadi-Muslime.

Das „Domradio“ erinnert an „verheerende Anschläge auf Christen in den vergangenen Jahren, zum Beispiel Ostern 2016.“  – Auf die Frage, wie sich die Sicherheitslage inzwischen entwickelt hat, antwortet Frau Koller, diese habe sich „nicht verbessert:

„Es hat erst vor einer Woche einen verheerenden Anschlag mit 22 Toten in Lahor in Punjab gegeben und im Frühjahr gab es auch Anschläge, die mindestens so blutig waren wie der von Ostern 2016. In einer Woche gab es fünf Anschläge mit jeweils mindestens 13 bis 80 Toten.“

Erschwerend sei es zudem für viele Christen, daß sie der ärmeren Schicht der Bevölkerung angehören und nicht wenige von ihnen sich sogar in Zwangsarbeitsverhältnissen befinden.


Peter Seewald über Papst Benedikt, seine Theologie, Amtszeit und Persönlichkeit

Papst em. Benedikt wird am kommenden Sonntag 90 Jahre alt. Der Band „Letzte Gespräche“ mit dem Journalisten Peter Seewald (siehe Foto) stellt eine Bilanz seiner Amtszeit dar: Die darin verarbeiteten Interviews wurden kurz vor und nach Benedikts Rücktritt für die Arbeit an einer Biografie geführt.

Im folgenden Gespräch mit ZENIT-Korrespondentin Michaela Koller (siehe Foto) zeichnet Peter Seewald das Bild eines modernen Wahrheitssuchers und „Knotenlösers mit Kopf und Herz“, das er sich in vielen intensiven Begegnungen von ihm machen konnte.

Herr Seewald, Papst Benedikt XVI. wird am Sonntag 90 Jahre alt; er hat, was wohl nur wenige in der Geschichte von sich behaupten konnten, sein eigenes Pontifikat überlebt. Was wissen Sie aus eigener Anschauung, wie es ihm aktuell geht?
 
Seewald: Ich habe ihn im Dezember das letzte Mal gesehen und besuche ihn jetzt im Mai. Ich weiß, dass es ihm gut geht, natürlich dem Alter von 90 Jahren entsprechend. Er ist in allem etwas langsamer geworden. Er hat mit dem Gehen Probleme, spricht langsamer und hört auch schlechter. 
Natürlich leidet er auch unter der gewaltigen Glaubenskrise, die selbst viele Verantwortliche in der Kirche noch nicht richtig erkannt haben. Er ist ja kein Pensionist, der sich zum Rosenzüchten zurückgezogen hat. Er hat bei seinem Rücktritt erklärt, dass er die Last dieser Kirche im Gebet mitträgt.
Auch als Papa emeritus nimmt er regen Anteil daran, was in der Kirche und in der Welt passiert. Ansonsten freut er sich darüber, dass er in der Ruhe seines Klosters sonnige Tage mit Freunden erleben kann.
 
Öffentlich wurden mehrfach sehr unterschiedliche Bilder vom Menschen Joseph Ratzinger gezeichnet. Sie kennen ihn aus drei Lebensphasen persönlich, als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation, als Papst und schließlich als „Papa emerito“. Was zeichnet ihn denn wirklich aus?
 
Seewald: Ich habe ihn jetzt ein Vierteljahrhundert als Journalist begleitet und habe unter seinen vielen Wegbegleitern, die ich gesprochen habe, außer Hans Küng noch niemanden getroffen, der das Bild des finsteren, machtbeflissenen, harten, einsamen und rückwärtsgewandten Mannes, das ja von Ratzinger in manchen Medien noch immer gepflegt wird, teilen würde. 
Ich habe ihn als wirklichen Mann Gottes, als beispiellosen Intellektuellen kennengelernt, der durch seine brillanten Analysen, durch die Nachhaltigkeit seiner Prognosen besticht, und als Theologen des Volkes, der nie vergessen hat, woher er gekommen ist, der immer bemüht war, den Glauben vor allem auch den einfachen Menschen zu vermitteln.
In der persönlichen Begegnung ist er ein sehr herzlicher Mensch, mit dem man auch viel lachen kann, mit dem es immer spannend ist, und der es einem leicht macht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er ist alles andere als kontaktscheu und besticht durch seine Demut.
Ich habe mich immer um journalistische Distanz bemüht, und natürlich ist auch ein Joseph Ratzinger nicht frei von Fehlern. Aber es ist eigentlich unmöglich, wenn man sich mit Person und Werk beschäftigt, nicht auch Sympathie für diese Person und dieses Werk zu empfinden.
 
Vom persönlichen Eindruck zum Urteil der Geschichte: Was wird, Ihrer Prognose zufolge, seine bleibende Bedeutung prägen?
Seewald: Noch nie stand jemand so lange wie Joseph Ratzinger  –  mehr als drei Jahrzehnte lang  –  an der Spitze der größten und ältesten Institution der Welt.
Er ist durch seine Beiträge zum Konzil, die Wiederentdeckung der Väter und die Verlebendigung der Lehre als ein Erneuerer des Glaubens, der Kirchenlehre zu sehen.
 .
BILD: Michaela Koller überreicht Papst Benedikt eines ihrer Bücher
 .
Was Benedikt XVI. von anderen Päpsten unterscheidet, ist ein Werk, das ganz unabhängig vom Pontifikat bereits groß und bedeutend ist. Ich denke, der Tag ist nicht mehr fern, an dem man von Papst Benedikt allgemein als den Kirchenlehrer der Moderne sprechen wird.
Ich schließe mich da den Worten von Papst Franziskus an, der sagte: „Sein Geist wird von Generation zu Generation immer größer und mächtiger in Erscheinung treten.“
 
Sein Nachfolger Papst Franziskus hat ein katholisches Selbstbewusstsein neu gestärkt. Dies gab es auch unter Benedikt XVI., zusammengefasst in der Schlagzeile „Wir sind Papst“. Warum ist dies so schnell eingebrochen?
 .
Seewald: Von „schnell eingebrochen“ kann nicht die Rede sein. Wir vergessen allzu leicht, wie die ersten vier Jahre des Pontifikats ausgesehen haben. Man hat von einem „Benedetto-Fieber“ gesprochen, das man nicht für möglich hielt. Er hat Millionen von Menschen mit seinen Schriften bewegt, Millionen von Menschen versammelt.
Es war eine Zeit, in der seine Kritiker fast nicht mehr wagten, ein kritisches Wort zu sagen, wenn alle Welt so voller Begeisterung ist. Dann gab es den Bruch durch die Williamson-Affäre. Diese Schnittstelle hat das Pontifikat in zwei Teile geteilt. Nach dem Hosianna in der ersten Hälfte wurde es nun mühsam.
Er hat aber nie einen Holocaust-Leugner wieder zum Bischof der katholischen Kirche gemacht. Diese Überschrift hat dem Pontifikat einen Schlag versetzt, aber sie ist falsch.
Dann kam der Missbrauchsskandal, der nun ausgerechnet dem Papst angelastet wurde. Dabei hat Ratzinger schon als Präfekt soviel wie möglich getan, um solchen Verbrechen nicht nur vorzubeugen, sondern die Fälle aufzuarbeiten, die Täter zu bestrafen und die Opfer zu würdigen.
Diese Linie hat er als Papst konsequent fortgeführt. Selbst seine Kritiker mussten anerkennen, dass Benedikts Management maßgeblich dazu beitrug, dass sich eine der gewaltigsten Krise der Kirchengeschichte nicht zu einem Fanal für die ganze katholische Kirche auswirkte.
Wenn wir durch den zunehmenden zeitlichen Abstand auf das Pontifikat und die Diskussion darum wieder einen freieren Blick auf Person und Werk bekommen, wird man auch die gewaltige Leistung erkennen können, die sich damit verbindet. 
Wir haben im deutschen Papst nicht nur eine Jahrhundertbiografie, sondern auch eine echte Jahrhundertgestalt, einen der brillantesten und charismatischsten Figuren unserer Zeit.
.
Viele Anzeichen, etwa die neue Auseinandersetzung mit seiner Lehre, die vielen Titel, die dazu erscheinen, die Symposien, die nach ihm benannten Studiengänge und Institute, die weltweite enorme Nachfrage nach seinen Texten etc. lassen erkennen, dass eine Renaissance des Werkes von Joseph Ratzinger bereits begonnen hat.
 
Von einem seiner Schüler wurde der emeritierte Papst Benedikt einmal als Dissident bezeichnet. Sie arbeiten ja an seiner Biographie: Können Sie sich vorstellen, inwiefern diese Bezeichnung passend ist?
 
Seewald: Er hat sich immer mutig eingemischt, gegen Tendenzen gestellt, von denen er überzeugt war, dass sie den Menschen, der Welt oder der Kirche schaden. Ratzinger ist immer auch eine Art Widerstandskämpfer gewesen: Aus der Erfahrung der atheistischen Diktatur heraus hat er dafür eine besondere Sensibilität.
 .
Er hat es aber nie beim Widerspruch belassen, sondern immer auch Lösungen angeboten. Er hat sich in schwierigen Situationen als Knotenlöser erwiesen, der mit Kopf und Herz den Menschen Orientierung geben kann.
Joseph Ratzinger träumte davon, als Professor ein theologisches Werk zu schaffen, das unserer Zeit wieder Christus zeigen kann. Aber er hat sein Lebensglück ganz dem Dienst für die Kirche geopfert. Die Berufungen zum Erzbischof und zum Präfekten waren alles andere als seine persönlichen Sternstunden.
 .

Frankfurt: Stephanuspreis für mutige pakistanische Menschenrechtlerin Anthony

„Unermüdlich, selbstlos und in ständiger Gefahr für ihr eigenes Leben“ setzt sich die katholische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Maria Anthony aus Lahore für verfolgte Christen und die Schwächsten in Pakistan ein: Dafür ist sie am vergangenen Samstag mit dem „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“ in Frankfurt geehrt worden.

Laudatorin Michaela Koller, Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung, überreichte in der Frankfurter Jesuitenhochschule St. Georgen den diesjährigen Preis mit der Begründung, dass die christliche Anwältin erstmals in einem Fall von Lynchmord gegen ein der Blasphemie verdächtiges Ehepaar im November 2014 erfolgreich für Gerechtigkeit gekämpft hat.

BILD: Preisträgerin Aneeqa Maria Anthony (rechts) und Laudatorin Michaela Koller bei einer Papstaudienst in Rom

Dabei habe sie sich nicht einmal durch eine Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, das zu ihrer Ermordung aufrief, davon abschrecken lassen und weiter die Interessen der drei überlebenden Kinder des christlichen Ehepaars vertreten.

Zudem stehe die Menschenrechtsverteidigerin fest im Glauben. Dies belege ihre Antwort auf die Frage nach dem Quell ihrer Kraft, trotz aller Anfeindungen fortzufahren:

„Unsere Stärke gibt uns Gott. Er ist die einige Waffe, die wir haben. Bei schwierigen Ermittlungen wird mir oft geraten, mich zu bewaffnen. Aber Gott wird uns immer, wenn wir große Dinge zu tun bereit sind, beschützen.“

Mit einem Sonderpreis wurde außerdem  –  zusammen mit Max Klingberg und Ron Kubsch  –  Bischof Thomas Schirrmacher, stellv. Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, für die Herausgabe des doppelten Jahrbuches über Religionsfreiheit sowie Diskriminierung und Verfolgung von Christen ausgezeichnet.

An der festlichen Übergabe beteiligte sich auch der Stifter und neue Ehrenvorsitzende des Vorstands, Wolfgang Link, der seit mehr als vier Jahrzehnten menschenrechtsaktiv ist.

Im September übergab er sein Amt als Vorsitzender an die Frankfurter Journalistin und Menschenrechtsexpertin Michaela Koller und am 25. März ernannte der Vorstand den Frankfurter Philosophen und Menschenrechtler Emmanuel Ogbunwezeh, geboren in Nigeria, zum neuen stellv. Vorsitzenden.

„Das Recht kann wie die Musik Menschen zusammenführen und versöhnen. Zu seiner Durchsetzung bedarf es jedoch furchtloser Menschenrechtsverteidiger wie Aneeqa Maria Anthony“, sagte Michaela Koller in ihrer Laudatio.

Die musikalische Umrahmung der Feierstunde gestaltete die Hamburger Komponistin Gloria Bruni, die mit ihren eingespielten Werken und ihrer Sopranstimme das Publikum, insbesondere die Preisträgerin Anthony fesselte.

Quelle: https://de.zenit.org/articles/stephanuspreis-an-pakistanische-menschenrechtlerin/


Stephanus-Stiftung verleiht Preis an pakistanische Menschenrechtsanwältin

Festliche Preisverleihung am
Samstag, 25. März 2017, von 14.30 bis 16.30 Uhr
in der Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen

(Offenbacher Landstraße 224 in 60599 Frankfurt am Main).

Da nur ein begrenztes Platzkontingent zur Verfügung steht,
wird um Rückantwort gebeten: an stephanuspreisverleihung@gmail.com oder per Post: https://charismatismus.files.wordpress.com/2016/06/20160622_090015.jpg?w=215&h=210
Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen, c/o M. Koller, Richard-Strauss-Allee 29 in 60598 Frankfurt

Die Preisträgerin 2017 ist Aneeqa Maria Anthony

Menschenrechtsanwältin und Koordinatorin von The Voice Society aus Lahore in Pakistan für ihren

Einsatz für Gerechtigkeit im Namen der Schwächsten sowie ihren Dienst für das universale Erbe der Menschenrechte und für die gesellschaftliche Harmonie.

FOTO: Preisträgerin Aneeqa M. Antony (rechts) und IGFM-Referentin Michaela Koller

Außerdem wird der Sonderpreis der Stephanus-Stiftung an Bischof Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher, Ron Kubsch und Max Klingberg als Herausgebertrio des Jahrbuchs „Religionsfreiheit“ und des Jahrbuchs „Verfolgung und Diskriminierung von Christen“ verliehen.

Musikalischer Rahmen: Komponistin und Sängerin Gloria Bruni, Hamburg
Moderation: Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, IGFM-Referent, Philosoph, Frankfurt
Laudatio: Michaela Koller, Stiftungsvorsitzende, IGFM-Referentin, Frankfurt


Hochkarätige internationale Konferenz über verfolgte Christen in Wien

Christen sind die weltweit am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft. Dies ging aus der Internationalen Konferenz zum Thema „Christen in Bedrängnis“ in Wien hervor, auf der Politiker aus dem Europäischen Parlament und Experten zum Thema referierten.  IGFM_Scharia

Mehr als 100 Millionen Menschen werden wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt. Jedes Jahr werden zwischen 100.000 bis 150.000 deswegen getötet. Diese Zahlen der Hilfsorganisation „Open Doors“ las der Sonderbeauftragte der Europäischen Kommission für Religionsfreiheit außerhalb der EU, Ján Figeľ, auf der Konferenz „Christen in Bedrängnis“ am Wochenende in Wien vor.

National und international tätige Politiker, Fachleute, Geistliche und Medienvertreter aus Österreich und anderen Ländern informierten über die Verletzung der Religionsfreiheit auf der ganzen Welt. Veranstalter war das „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“.

Abgehackte Gipfelkreuze und Schmierereien an Kirchen

Ellen Kryger Fantini vom „Observatory on Intolerance and Discrimination Against Christians in Europe“ teilte mit, dass ihre Organisation 1.800 Fälle von Intoleranz gegen Christen seit 2005 in Europa erfasst habe. Dazu gehörte Vandalismus gegen christliche Gräber oder Kreuze, abgehackte Gipfelkreuze oder Schmierereien an Kirchen. GegKoller-Michaela_kwi_author_listen Kirchen in den Niederlanden, Frankreich und Österreich habe es sogar Brandanschläge gegeben.

José-Luis Bazán, Justitiar des Zusammenschlusses der katholischen Bischofskonferenzen in der EU, verwies auf Belästigungen oder Bedrohungen, denen christliche Flüchtlinge von muslimischen Flüchtlingen in Unterkünften ausgesetzt sein können.

Zu den weiteren Sprechern der Konferenz gehörten Michaela Koller (siehe Foto), Journalistin und Referentin für Religionsfreiheit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt sowie mehrere Experten der christlichen Organisation ADF International. Auf der Webseite der Konferenz können viele Vorträgen im Video angeschaut werden.

Der Veranstalter „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“ wurde von seinen Partnerorganisationen „Alliance Defending Freedom” (ADF International), „Christian Solidarity International“, „Open Doors“, „Kirche in Not“, „Plattform Christdemokratie“ und der Landtagsabgeordneten in Wien Gudrun Kugler unterstützt. Die Schirmherrschaft hatte Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien. 

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/christen-in-bedraengnis-internationale-konferenz-in-wien-98512/


Michaela Koller ist neue Vorsitzende der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat am vergangenen Mittwoch in Frankfurt einen neuen Vorstand gewählt. Neue Vorsitzende des Vorstands ist die FrankfurKoller-Michaela_kwi_author_listter Politikwissenschaftlerin und Referentin für Religionsfreiheit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Michaela Koller (siehe Foto).

Die 47-jährige Publizistin und frühere Vatikan-Korrespondentin löst den Stifter Wolfgang Link (74 J. ) ab. Der promovierte Naturwissenschaftler und Pädagoge aus Gegenbach im Schwarzwald, mehr als 40 Jahre in der Menschenrechtsarbeit aktiv, ist künftig stellv. Vorsitzender. Insgesamt sieben neue Mitglieder sind in den Vorstand berufen worden.

Die Stephanus-Stiftung wird künftig nicht mehr treuhänderisch von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), sondern vom Stiftungs- und Nachlassmanagement der Frankfurter Sparkasse verwaltet.
 .
Sie vergibt einmal im Jahr den inzwischen renommierten Stephanus-Preis für standhafte Christen in Verfolgerstaaten. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre sind der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael I. Sako aus Bagdad und der eritreische Patriarch Abuna Antonios zu nennen. HMK-Foto
 .
Im vorigen Jahr ging der Preis posthum an den ermordeten armenisch-katholischen Erzbischof von Mardin, Ignatius Maloyan und dieses Jahr an Pfarrer Gottfried Martens von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz.

IS-Täter in deutschen Flüchtlingsheimen aktiv

Der neue Vorstand forderte am Mittwoch in Frankfurt, endlich den Genozid an den Christen durch die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu stoppen und zu bestrafen. Sie unterstützt daher die Initiative zugunsten eines Kriegsverbrechertribunals der Vereinten Nationen über die Verbrechen des IS. Die Forderung richtet sich zunächst an den UN-Sicherheitsrat, der allein nach Kapitel VII der UN-Charta die Errichtung des Tribunals beschließen kann.
 .
Der Stephanus-Stiftung liegen zudem aufgrund von Flüchtlingsbefragungen Erkenntnisse vor, denen zufolge sich Anhänger des IS in deutschen Flüchtlingsunterkünften aufhalten. Die Fanatiker bekennen sich in Einzelfällen zu Gräueltaten, darunter Morde und Vergewaltigungen, sogar an Kindern. Die Stiftung fordert, diese endlich strafrechtlich zu verfolgen. foto-dcubillas-www_freimages_com_
.
Bevor ein IS-Kriegsverbrechertribunal errichtet ist, sollten sie sich wegen Volksverhetzung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener vor Gericht hierzulande verantworten.
 .
Mit großer Sorge stellt die Stephanus-Stiftung fest, dass Verfahren gegen fanatische Gewalttäter, die Christen und andere Minderheiten in deutschen Unterkünften angreifen, regelmäßig zu keiner Verurteilung führen. „Das ist eine Einladung an Fanatiker, als Kuffar, also Ungläubige, beschimpfte Andersdenkende, weiter anzugreifen“, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller.
 .
Zur Stephanus-Stiftung: Die überkonfessionell arbeitende Stiftung unterstützt in Not geratene verfolgte Christen mit einem Zuschuss zum Lebensunterhalt und zu Anwaltskosten. Ferner stellt sie christlichen Gemeinden Bibeln und religiöse Literatur zur Verfügung.
Mit dem Stephanus-Preis können Personen sowie Institutionen ausgezeichnet und geehrt werden, die sich in Verfolgerstaaten oder in Verfolgungssituationen als Bekenner besondere Verdienste erworben und trotz Gefahr für Leib und Leben gewaltlos an der Verbreitung des christlichen Glaubens mitgewirkt haben.
Die Stiftung vergibt zudem einen Sonderpreis für Institutionen, die sich besondere Verdienste im Einsatz für verfolgte Christen, christliche Gemeinschaften und Gemeinden erworben haben. Mit dem Sonderpreis wurden schon Institutionen wie CLAAS in Pakistan und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA geehrt. Der Preis ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde, Stephanus benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde.
 
Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen
c/o Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Borsigallee 9, D-60388 Frankfurt/Main
Tel. 069 – 420108-28
religion@igfm.de; stephanusstiftungffm@gmail.com
Internet: www.stephanus-stiftung.org