Stephanus-Preisverleihung an die HMK

Von Felizitas Küble

Am heutigen Samstag, den 3. Juli 2021, erhielt die evangelikal orientierte „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) im hessischen Wetzlar den Sonderpreis der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“, die von Michaela Koller geleitet wird; sie ist beruflich als Referentin der IGFM (Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte) für Religionsfreiheit und als Publizistin tätig.

Die Katholikin ist zugleich als Bloggerin (Vaticanista) aktiv und seit Jahren auch Gastautorin in unserem CHRISTLICHEN FORUM.

Die mit dem Preis verbundene Spendensumme von 1000 Euro erhält die überkonfessionelle HMK für ihre Hilfsprojekte in der Türkei, wo christliche Flüchtlinge aus Irak und Syrien sich vielfach in Not und Elend befinden.

Über diese und andere Aktivitäten informierte ein kurzer, aber eindringlicher Dokumentationsfilm unter der Regie von Michaeala Koller – er schilderte zugleich die Entstehung der HMK.

Gegründet wurde das in Uhldingen am Bodensee beheimatete Hilfswerk von dem judenchristlichen, evangelischen Pastor Richard Wurmbrand aus Rumänien, der unter der kommunistischen Diktatur wegen seines Glaubens 13 Jahre lang im Gefängnis saß und danach – als er im Westen lebte – über die leidende Gemeinde Jesu hinter dem Eisernen Vorhang zahlreiche Bücher veröffentlichte, darunter sein aufrüttelnder Erlebnisband „Gefoltert für Christus“.

Aus seinem Verein wurde im Laufe der Jahrzehnte ein weltweit aktives Hilfswerk mit einer aktuellen Monatszeitschrift „Stimme der Märtyrer“ und einem hervorragenden Jahreskalender „Länder der Märtyrer“.

Der evangelische Theologe und IDEA-Vorstandschef Helmut Matthies – er leitete jahrzehntelang die Zeitschrift IDEA-Spektrum – erinnerte an das mutige Wirken Wurmbrands und auch an das Versagen in westlichen Ländern, in denen das Unrecht im Ostblock vielfach ignoriert worden sei, was auch für kirchliche Kreiseinsbesondere in der EKD – gelte.

Die Auszeichnung wurde vom HMK-Vorsitzenden Stefan Weber entgegengenommen. Auch HMK-Missionsleiter Manfred Müller hielt eine eindringliche Ansprache, ebenso die pakistanische Bürgerrechtlerin und Menschenrechtsanwältin Aneequa Anthony (siehe 2. Foto: mit Michaela Koller) in Form eines per Zoom zugeschalteten Grußworts.

Auch der frühere geschäftsführender IGFM-Vorsitzende Karl Hafen würdigte die Arbeit der HMK in seiner Laudatio und informierte über die gegenseitigen Kontakte zwischen seiner Organisation und der HMK.

Der ebenfalls in IGFM einst aktive Dr. Wolfgang Link (siehe Foto) erläuterte als Gründer der Stephanus-Stiftung die Motive für seine Initiative und begleitete die Veranstaltung mehrfach musikalisch.

Die Moderation der Preisverleihung übernahm Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung (siehe 1. Foto ganz rechts).

Zum Ausklang gab es Gebete und Segensworte des in Ägypten seelsorglich tätigen, katholischen Monsignore Joachim Schroedel (siehe Foto) und des evangelischen Pastors Manfred Müller, des Missionsleiter der HMK.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das CHRISTOFERUSWERK in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreut und das seit Jahrzehnten sowohl mit der HMK wie auch der IGFM zusammenarbeitet.

Erstes Foto: Stephanus-Stiftung, B. Özcan – Weitere Bilder: IGFM, Felizitas Küble


Stephanus-Sonderpreis für die HMK am 3. Juli

Teilnahme ab 10,30 Uhr per Zoom möglich

Der Verein „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) mit Sitz in Uhldingen erhält am 3. Juli um 11 Uhr in Wetzlar den diesjährigen „Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen“.

Coronabedingt wird die einstündige Übergabe im kleinen Kreis stattfinden und kann per Zoom im Internet mitverfolgt werden.

Interessierte mögen sich anmelden unter stephanuspreisverleihung@googlemail.com , um dann kurz vor Beginn den Zugangslink zu erhalten. Rückfragen sind telefonisch unter 0176 – 31553517 möglich.

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche ist mit 170 Projekten in rund 50 Ländern dort tätig, wo die christlichen Gemeinden in Bedrängnis leben. Das überkonfessionelle Hilfswerk agiert unabhängig und seine Aktivitäten werden durch Spenden getragen.

Die HMK wurde 1969 von dem rumänischen lutherischen Pastor Richard Wurmbrand gegründet. Er wurde 1909 in Bukarest in eine deutsch-jüdische Familien hineingeboren, war aber in jungen Jahren Atheist, bevor er im Alter von 28 Jahren zum christlichen Glauben fand.

Später versteckte er Juden vor der Verfolgung. Im Jahr 1948 geriet er in die Mühlen des kommunistischen Regimes, das ihn verhaftete, folterte und insgesamt 14 Jahre einsperrte. Von diesen Erfahrungen berichtete er in seinem ersten Buch „Gefoltert für Christus“.

Wurmbrand ging es stets darum, weniger über diese Leiden als solche zu berichten, sondern davon zu erzählen, wie die Nöte im Aufblick auf das Kreuz Christi überwunden werden können. Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ würdigt mit der Auszeichnung die große Treue dieser Initiative zu ihrem Gründer sowie ihr Selbstverständnis als „Stimme der Märtyrer“.

Die „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ sieht die verfolgten Christen nicht als Bittsteller an, sondern verweist auf die Segen bringenden, mutigen Glaubenszeugnisse der bedrängten Gemeinde. Christen, die in Freiheit leben können, werden so aufgefordert, eindeutiger in der Nachfolge Jesu zu leben. Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ widmet den mit 1.000 Euro dotierten Preis der Arbeit in der Türkei.

Viele Flüchtlinge fristen dort ohne Arbeitserlaubnis ihr Dasein in großer Not. HMK aber hilft durch einen Partner mit Schulausstattung, Lebensmittelpaketen, Heizmaterial, Medizin, Hygieneartikeln und Kleidung. Der Preis wird am Samstag, den 3. Juli 2021 um 11 Uhr, am Standort des HMK-Außenbüros in Wetzlar überreicht.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Bedingungen wird diese Übergabe im kleinen Kreis stattfinden und per Zoom im Internet mitzuverfolgen sein.

Interessierte möchten sich bitte unter stephanuspreisverleihung@googlemail.com anmelden, um kurz zuvor den Zugangslink zu erhalten. Sie können auch telefonisch unter 0176 – 31553517 Rückfragen stellen.

Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde.

Die Stiftung verleiht alljährlich ihren Stiftungspreis oder Sonderpreis. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Kardinal Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt, die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony und der frühere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, wegen seiner Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China.

BILD: Michaela Koller und Aneeqa Anthony

Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat i.R.

Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.

PROGAMM-Ablauf der Preisverleihung am Samstag (3. Juli)

Einlass in die Zoom-Cloud                                                                10.30 Uhr

Erste Begrüßung der Teilnehmer                                                       10.55 Uhr

Beginn der Hybrid-Veranstaltung und Einführung mit Musik          11 Uhr                                                                                                                                                                                    
Veeh-Harfe: Dr. Wolfgang Link, Gründer der Stephanus-Stiftung

Moderation: Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung

Grußworte: Michaela Koller, Vorstandsvorsitzende, Stephanus-Stiftung

Helmut Matthies, ehem. Redaktionsleiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea

Aneeqa Anthony, Menschenrechtsanwältin aus Pakistan

Laudatio von Karl Hafen, ehem. Geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Ansprache von Stefan Weber, Vorstandsvorsitzender der Hilfsaktion Märtyrerkirche

Segensworte zum Ausklang von Monsignore Joachim Schroedel

und Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf

Ende des Online-Festakts                                                                          12 Uhr

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Pakistan: Über 30 Islamkritiker in Todeszellen

Angeklagtes Ehepaar freigesprochen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) begrüßt den Freispruch des pakistanischen Ehepaars Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar durch den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof in Lahore, der am Donnerstag bekannt wurde.

Das Gericht ordnete zudem die Freilassung der beiden Christen an, die bislang noch nicht erfolgt ist. Die Eheleute saßen sieben Jahre in Erwartung der Todesstrafe hinter Gittern:

Ein Richter in der Stadt Toba Tek Singh (Provinz Punjab) hatte am 4. April 2014 wegen des Vorwurfs der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed und der Verunglimpfung des Koran die Todesstrafe verhängt.

Sie sollen am 18. Juli 2013 SMS-Mitteilungen, die den Propheten Mohammed und den Koran verunglimpfen, an den muslimischen Geistlichen Mohammed Hussain verschickt haben.

Der inzwischen 50-jährige Shafqat Emmanuel war seit einem Unfall im Jahr 2004 ab der Hüfte gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Der Hausmeister sei kaum des Lesens und Schreibens mächtig, argumentierte sein Verteidiger. Seine Frau Shagufta arbeitete als Putzfrau. Das Paar hat vier Kinder im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren.

Die SMS-Mitteilungen gingen vom Mobiltelefon der Frau aus, das sie einen Monat zuvor verloren hatte. Beobachter hielten es für möglich, dass jemand die in gutem Urdu – der Amtssprache – verfassten Botschaften gesendet hat, um dem Ehepaar zu schaden. Die beiden Verurteilten können aber nicht Urdu schreiben.

Die IGFM benannte die Eheleute zusammen mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA im Mai 2014 zu Gefangenen des Monats.

Mehr als 30 Menschen sitzen zurzeit wegen Blasphemie in pakistanischen Todeszellen. Bisher wurde kein wegen Blasphemie Verurteilter vom Staat hingerichtet. Allerdings gehen verschiedene Quellen von über 75 (seit 1987) außergerichtlich Getöteten aus.

Die zitierte EU-Resolution erwähnt den diesbezüglichen Lynchmord an dem muslimischen Studenten Mashal Khan – angeblich ein Ahmadiyya-Moslem – im April 2017. Ahmadiyya-Muslime werden in Pakistan besonders häufig Opfer religiös motivierter Gewalt und der Blasphemie beschuldigt.

Im April dieses Jahres kritisierte das Europäische Parlament in einer Resolution Pakistan wegen seines Umgangs mit religiösen Minderheiten, insbesondere die Instrumentalisierung der drakonischen Blasphemie-Gesetze. Es forderte die sofortige und bedingungslose Aufhebung des skandalösen Urteils gegen Emmanuel und Kausar.

„Der Fall zeigt, dass internationale Appelle ihre Wirkung nicht verfehlen. Wir fühlen uns ermutigt, weiter energisch für die unschuldig wegen Blasphemie Inhaftierten einzutreten“, sagt Michaela Koller (siehe Foto), Referentin für Religionsfreiheit in der IGFM.

Weitere Infos zur Arbeit der IGFM


IGFM-Appell an Papst: Irak-Reise für Einsatz pro religiöse Gleichberechtigung nutzen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) dankt dem Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, für seinen mutigen Entschluss zur Irak-Reise am Freitag dieser Woche trotz Ansteckungs- und Terrorgefahr.

Zugleich appelliert die Menschenrechtsorganisation an Papst Franziskus diese Gelegenheit zu nutzen, um mit deutlichen Worten für die volle Gleichberechtigung aller religiösen Strömungen im Irak einzutreten.

Die aktuelle Sicherheitslage im Irak ist sehr fragil, insbesondere für alle religiösen Minderheiten, wie Christen, Juden, Jesiden und schiitische Muslime, die in der Autonomen Region Kurdistan oder im Gebiet der ursprünglich geplanten Autonomieregion in der Ninive-Ebene leben.

Prof. Thomas Schirrmacher, Internationaler Präsident der IGFM erklärt dazu:

„Das in den Jahren 2006 und 2007 geplante autonome Gebiet „Ninive-Plains-Project“, sah eine Selbstverwaltung durch die christliche und jesidische Minderheit vor und scheiterte in der Umsetzung. Weder die Kräfte der irakischen Zentralregierung noch die der kurdischen Autonomieregion waren imstande, Christen, Jesiden und Schiiten vor der Terrormiliz IS zu schützen.

Es droht aktuell der Exodus von ca. 150.000 bis 250.000 verbliebenen Christen. Die volle Gleichberechtigung aller Religionsgemeinschaften ist die Basis für friedliche Entwicklung. Dies sollte Papst Franziskus in Bagdad und Erbil thematisieren!“

Dr. Schirrmacher begrüßt, dass der Papst mit dem Programm die kurdische Regierung stärkt. Inzwischen schreitet in der kurdischen Region die Religionsfreiheit stark voran.

BILD: IGFM-Referentin Michaela Koller mit dem jesidischen Geistlichen Baba Chawish im Nordirak.

Die Minderheiten sehen die Region als Zufluchtsort im Irak. Schirrmacher kritisiert aber auch, dass im Irak bis heute keine Aufarbeitung über die Ursachen des IS-Terrors stattfinde. So seien zwar die IS-Gebiete weitgehend unter Kontrolle der Regierung, aber von einem Sieg gegen den Islamismus könne keine Rede sein. Christen, Mandäer, Jesiden und Juden seien lange bevor der IS aufkam, aus dem historischen Gedächtnis ausradiert worden. In den Schulen werden die vier Minderheiten verschwiegen. Intellektuelle und physische Auslöschung folgen aufeinander.

Eine weitere massive Gefahr ist der von Strafe bedrohte Glaubenswechsel und die Religionszugehörigkeit Minderjähriger, diese ist im Zweifel immer islamisch: Während der Schreckensherrschaft zwischen den Jahren 2014 und 2017 betrieben die Islamisten einen systematischen Menschenhandel mit jesidischen Frauen und Mädchen.

Mit der militärischen Niederlage im Dezember 2017 konnten viele jesidische Frauen und Mädchen aus der IS-Gefangenschaft fliehen oder wurden freigekauft. Viele Kinder aus diesen Verbindungen leben jedoch weiterhin in den Familien der Islamisten oder in kurdischen Kinderheimen.

Laut irakischem Recht ist ein Kind eines muslimischen Elternteils von Geburt an ebenfalls muslimisch, das Sorgerecht für das Kind steht dem Vater zu, das gilt auch für Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Unter dem Deckmantel des irakischen Rechts können die Gewaltverbrecher ihre Vernichtungsideologie an den Jesiden fortführen, was eine Sekundärfolge des Genozids darstellt, so die IGFM.

Weitere Infos: https://www.igfm.de/so-hilft-die-igfm-fluechtlingen-im-nordirak/


Bürgerrechtler Ike aus Nigeria erhält am 3.7. den Stephanuspreis für verfolgte Christen

Der nigerianische Priester und Menschenrechtler Obiora Francis Ike (siehe Foto) erhält am 3. Juli 2020 den diesjährigen Stephanuspreis für verfolgte Christen.

Der Theologe und Sozialethiker fungiert als Direktor der schweizerischen Stiftung Globethics.net mit Sitz in Genf. Von 1998 bis 2009 war er Generalvikar des katholischen Bistums Enugu im Süden Nigerias.

„Professor Ike ist Brückenbauer zwischen Europa und Afrika, Muslimen und Christen sowie zwischen Gegenwart und Zukunft. Wir ehren ihn, weil er trotz der Gefahr für sein Leben unbeirrt und emsig an seinem Einsatz besonders für die junge Bevölkerung seiner Heimat festhält. Wir würdigen seine überzeugenden Bemühungen für mehr Frieden und Zuversicht“, erklärt Stiftungsvorsitzende Michaela Koller (siehe Foto unten).

Obiora Ike hat mehr als 20 regierungsunabhängige Organisationen gegründet. Darunter ist das Katholische Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden (CIDJAP), das seit 1987 ein Patenschaftsprogramm für Bildung betreibt, welches auch aus Deutschland und Österreich unterstützt wird.

Ike, der fließend Deutsch spricht, studierte in Innsbruck und wurde auch in Österreich 1981 zum Priester geweiht. An der Universität Bonn folgte 1985 seine Promotion mit einer Doktorarbeit über ein Thema der katholischen Soziallehre und dessen Bedeutung für Afrika.

„Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft“, sagt er. Mit seinem Programm tut der 1956 in Nordnigeria geborene Ike genau das, was die islamistische Terrormiliz Boko Haram bekämpft. Deren Name bedeutet übertragen: Keine Ausbildung, keine westlichen Werte, keine Zivilisation. 

Seit vielen Jahren brennen diese Terroristen Schulen, Kirchen und Moscheen nieder. Sie bekämpfen die Muslime, die sich nicht ihrer Weltsicht anschließen und verfolgen die Christen, für die Nordnigeria bald schon zu einem der gefährlichsten Orte auf der Welt geworden ist.

Inzwischen herrscht in ganz Nigeria ein hohes Maß an Unsicherheit. Die Christen werfen ihrer Regierung vor, auf die blutige Herausforderung viel zu dürftig zu reagieren. Für mehr Schutz gingen sie schon demonstrieren, von Europa und Amerika weitgehend unbeachtet.

Im Oktober 2002 entging Obiora Ike selbst nur knapp einem Mordanschlag. Im November 2012 stürmten Terroristen eines Sonntags in den frühen Morgenstunden die katholische Kirche Sankt Leo in Enugu, wo Prälat Obiora Ike wirkte, und zerstörten das Inventar. Daraufhin ermutigte er die Gläubigen, standhaft im Glauben auszuharren und den Angreifern zu vergeben.

Wegen der Corona-Pandemie wird es nicht  –  wie ursprünglich geplant – einen Festakt im Rittersaal des Deutschordenshauses in Frankfurt geben. Eine Feier mit Laudatio des bekannten katholischen Publizisten Martin Lohmann wird voraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt.


Frankfurt: Pater Tom – ehem. Dschihadisten-Geisel – erhielt den Stephanuspreis

Die Stephanusstiftung für verfolgte Christen hat am Sonntag in Frankfurt ihren diesjährigen Stiftungspreis an Tom Uzhunnalil, einen indischen Pater des Salesianerordens vergeben.

Die Verleihung erfolgte „in Anerkennung seines Mutes, angesichts höchster Gefahr, seinen Glauben, seine Nächstenliebe und seine Hoffnung in die Verwandlung der Herzen bewiesen zu haben“.

Laudator Michael Blume, Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium Baden-Württemberg, betonte, der Preisträger habe sich nicht dazu verleiten lassen, die Täter zu hassen, die ihn am 4. März 2016 von dem Gelände eines Altenpflegeheims der Mutter-Teresa-Schwestern in der südjemenistischen Stadt Aden entführten.

Die Dschihadisten ermordeten bei dem Überfall 16 Menschen, darunter auch vier der Schwestern.

18 Monate dauerte die Geiselhaft bei einer radikal-islamischen Gruppe. Im Juli und Dezember 2016 tauchten im Internet Videos mit flehentlichen Appellen des Paters auf, sich für seine Freilassung einzusetzen.

Die Entführer hatten ihn zu den Aufnahmen gezwungen. Sie rechneten vielleicht nicht mit der überwältigenden Resonanz. Weltweit beteten Menschen und setzten sich mit Appellen an verschiedene Regierungen für ihn ein. Schließlich kam er wohl auf Vermittlung des Sultanats Oman am 12. September 2017 frei.

BILD: Michaela Koller überreichte Papst Benedikt während seiner Amtszeit eines ihrer Bücher

Die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller betonte: „Ohne seine Besonnenheit hätte er wohl nicht überlebt und zeigen können: Der Einsatz für die Verfolgten lohnt sich.“

Pater Tom Uzhunnalil kündigte in seiner Dankesrede an, den Preis den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ von Mutter Teresa widmen zu wollen.


Frankfurt: Ehem. Dschihadisten-Geisel erhält den Stephanuspreis am 15. September

Islamisten haben am Karfreitag einen indischen Priester im Bürgerkriegsland Jemen gekreuzigt“, berichteten irrtümlich viele Medien weltweit Ende März 2016.

Glücklicherweise hat der entführte Pater des Salesianerordens, Tom Uzhunnalil, 18 Monate Geiselhaft überlebt und wurde am 12. September 2017 freigelassen. Ziemlich genau zwei Jahre nach seiner überraschenden Freilassung kommt der 59-jährige Priester am 13. September nach Deutschland.

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen in Frankfurt ehrt ihn mit ihrem diesjährigen Stephanuspreis.

Die dschihadistischen Täter ermordeten bei dem Überfall auf ein Altenpflegeheim am 4. März 2016 in der südjemenitischen Stadt Aden 16 Menschen, darunter vier Schwestern des Mutter-Teresa-Ordens.

Pater Tom Uzhunnalil verschleppten sie an einen unbekannten Ort. Erst im Juli und nochmals im Dezember 2016 tauchten Videos mit seinen flehentlichen Appellen auf, sich für ihn einzusetzen. Weltweit schrieben Menschen Appelle und beteten für seine Rettung.

Er wird über die Bedeutung des Einsatzes für die Verfolgten sprechen.

Der Pater nimmt die Auszeichnung für verfolgte Christen am Sonntag, 15. September ab 16 Uhr in einem Festakt im Rittersaal des Deutschordenshauses in Frankfurt (Brückenstrasse 3, Zufahrt zwischen Elisabethstrasse 14 und 16) persönlich entgegen.

Um 15 Uhr wird Pater Tom in der Deutschordenskirche im Rahmen einer Andacht ein Glaubenszeugnis über seine Erfahrungen und die Kraft des fürbittenden Gebets geben.

 


Michaela Koller spricht auf Bonifatius-TV über die christliche Heldin Asia Bibi

Vor einer Woche wandte sich unsere Gast-Autorin und Menschenrechts-Expertin Michaela Koller an die Zuschauer des katholischen Internet-Senders Bonifatius-TV. Dabei sprach sie über den Freispruch für die pakistanische Christin und Familienmutter Asia Bibi: https://www.bonifatius.tv/home/michaela-koller-`gottesstaat-contra-rechtsstaat-in-pakistan_6209.aspx

Michaela Koller (siehe Foto) arbeitet als Referentin für Religionsfreiheit und Verfolgte Christen bei der IGFM. Zudem ist die Vorsitzende der Stephanus-Stiftung.

Hier folgt ihre Botschaft an die Zuschauer:

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hat sich mit anderen Unterstützern vor einer Woche sehr über den Freispruch der pakistanischen Christin Asia Bibi gefreut, freigesprochen vom Vorwurf der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed.

Die Urteilsbegründung ist ein Dokument von großer Schönheit, voll des Respekts vor der Religion, auch vor der christlichen: Dem Koran zufolge, so heißt es darin, sei der Glaube eines Muslimen unvollständig, bis er an alle heiligen Propheten und Boten des Allmächtigen Gottes glaubt, „einschließlich“ – so wörtlich „Jesus Christus (Isa, Sohn der Maria) Friede sei mit Ihm. Aus diesem Blickwinkel betrachtet war die Beleidigung durch die muslimischen Kolleginnen nicht weniger gotteslästerlich.“

Gegen Asia Bibi sei mehr gesündigt worden, als sie sündige, schrieb Richter Asif Saeed Khan Khosa, in seinem Teil der Urteilsbegründung feingeistig Shakespeares King Lear zitierend.

Was war noch genau ihre Geschichte?

Asia Bibi sitzt seit Juni 2009 hinter Gittern (…). Im November 2010 wurde sie zum Tode verurteilt. Die Vorwürfe der Gotteslästerung kamen während der Arbeit in Sheikhupura (Provinz Punjab) auf.

BILD: Michaela Koller und die pakistanische Rechtsanwältin und Bürgerrechtlerin Aneeqa Anthony (rechts)

Die Landarbeiterin hatte bei der Ernte für sich und die anderen Erntehelferinnen Trinkwasser geholt. Nachdem sie selbst aus dem Becher getrunken hatte, beschwerte sich eine Nachbarin, die das beobachtet hatte. Das Gefäß könnten nun die Muslime auf dem Feld nicht mehr anrühren: Es sei unrein geworden, weil sie als Christin daraus getrunken habe. Asia Bibi möge ihrem Glauben abschwören, da Jesus ein Bastard gewesen sei. Sie habe darauf geantwortet: „Ich glaube an meine Religion und an Jesus Christus, der für die Sünden der ganzen Menschheit am Kreuz gestorben ist.“

Es entbrannte ein Streit, in dessen Folge ihr die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed vorgeworfen wurde, was nach pakistanischem Strafrecht seit Mitte der 80er Jahre als todeswürdiges Verbrechen gilt. Die Richter, die das jüngste Urteil fällten, erkannten aber keinen Beweis für die Vorhaltungen der Anklage.

Die mindestens zwei Prozent Christen in Pakistan und Angehörige anderer Minderheiten sind nun ernüchtert von ihrem Hoffnungsträger, Premierminister Imran Khan. Der international bekannte Sportler, der 1992 die Weltmeisterschaft als Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft errang, und vielfach engagierte Wohltäter brachte das Image mit ins Amt, zu seinem Wort zu stehen und mit eiserner Hand gegen die Fundamentalisten im Land vorzugehen.

Noch am Tag des Freispruchs sagte er unmissverständlich, die pakistanische Regierung achte das Urteil, gegen das die Islamisten protestierten. Nur zwei Tage später schwenkte er um: Asia Bibi darf nicht mehr ausreisen.

Triumphierend gab ein Sprecher der Extremisten-Partei TLP nach der Übereinkunft mit der Regierung bekannt, dass diese sich dafür entschuldigt habe, die Gefühle der Muslime verletzt zu haben. Millionen Islamisten feiern nun die Kapitulation von Demokratie und Rechtsstaat: Brandschatzungen, Attentate, Aufrufe zum Mord an der Freigesprochenen, Drohungen gegen Richter, alles ist nun nachträglich legitimiert.

Dieser und andere Blasphemiefälle zeigen: In Pakistan verläuft wirklich die Front zwischen zwei Weltbildern: auf der einen Seite das legalistisch-islamische Rechtsverständnis, das die Welt zwischen Muslimen und Ungläubigen aufteilt, und sich anmaßt, über die Rechtsansprüche Gottes urteilen zu können, auf der anderen Seite das seit der Antike gewachsene Menschenrechtsverständnis, das in der Zeit Britisch-Indiens im Rechtssystem dort Fuß fasste.

Seit der Militärdiktatur (1977 bis 1988) wird Letzteres zurückgedrängt, etwa durch die Einführung mehrerer Blasphemiegesetze, bei deren Auslegung besonders Ahmadi-Muslime und Christen ins Fadenkreuz geraten.

Über den Fall Asia Bibi ist ein Machtkampf entbrannt, der durch den weltweiten Einsatz für die Freilassung über Pakistans Grenzen hinaus reicht. Nun müssen die Regierungen der freien Welt Druck auf Pakistan ausüben, damit es Asia Bibi sicheres Geleit in ein Asylland garantiert. (…) Wenn dies nicht verlässlich und entschlossen durchgeführt wird, haben die Verteidiger der Menschenrechtsidee die Schlacht verloren.

 


Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen an Jesuitenpater Samir verliehen

Priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg gewürdigt

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hat am Samstag in der Residenz im bayerischen Eichstätt dem ägyptischen Jesuitenpater Professor Pater Samir Khalil Samir ihren Sonderpreis für sein Lebenswerk verliehen.

Samir sei einer der „großen Multiplikatoren des Christlichen Ostens“, sagte Archimandrit Andreas-Abraham Thiermeyer, ehem. Gründungsrektor des Collegium Orientale und vor seinem Ruhestand Beauftragter für Flüchtlingsseelsorge der Diözese Eichstätt in seiner Laudatio.

BILD: Pater S. Khalil Samir und die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller

Er zeichne sich durch Furchtlosigkeit und Klarheit aus, vor allem wenn er eine entschlossene Stellungnahme der Imame zur Bestialität der IS-Terrororganisation fordere. Samir bezeichne es zudem als Drama, dass die Mehrheit schweige, während mutige, große islamische Denker ihre Kritik vorgebracht haben.

Der Geistliche und Wissenschaftler habe so nicht nur Wesentliches zur Bündelung des Detailwissens der Fachwelt durch regelmäßige Kongresse sowie Enzyklopädien und Publikationsreihen beigetragen. „Unser Preisträger ist jemand, der nicht nur in der Wissenschaft, in elitären Zirkeln, sondern auch weltkirchlich geachtet und gehört wird“, unterstrich Thiermeyer.

Pater Samirs Botschaft an den Westen, die er in zahlreichen Medienkommentaren und Interviews verbreitet habe, sei eindeutig:

„Achtet auf die Menschenrechte, auf die Religionsfreiheit, sie ist ein unaufgebbares Grundrecht. Sie ist der „Lackmustest“ für alle anderen Freiheiten. Ein globaler Friede ohne Frieden zwischen den Religionen ist nicht möglich. Vergesst die Christen und ihre Verdienste im Nahen und Mittleren Osten nicht. Tretet vernehmlich für sie ein.“

Thiermeyer zeichnete in seiner Rede den priesterlichen und wissenschaftlichen Lebensweg Samirs im ständigen Wechsel zwischen Europa und Nahost nach, der von dramatischen Ereignissen wie einem Bürgerkrieg und einer Feuersbrunst und glücklichen Fügungen gekennzeichnet ist.

BILD von links nach rechts: Archimandrit Andreas Thiermeeyer, Oliver Maksan, M. Koller, Pater Samir, Stiftungsgründer Wolfgang Link

Zu den Glücksmomenten zählten Begegnungen mit Menschen, die ihn in seinem Einsatz für das arabisch-christliche Erbe bestärkten. Darunter war auch der frühere Jesuiten-General Pater Pedro Arrupe, der ihn – nach einem Gebet um die richtige Entscheidung – 1973 ermuntert habe, die Arbeit für das arabisch-christliche Erbe aufzunehmen.

Um Deutsch zu lernen, reiste Samir in den siebziger Jahren nach Regensburg und besuchte eine Veranstaltung an der dortigen Universität. Der Professor, der diese leitete, hieß Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.. „Die erste Begegnung also mit dem, der ihn dann einige Jahrzehnte später als Papst Benedikt XVI. bat, vor seinem Schülerkreis über den Islam zu referieren, und ihn 2009 zum Mitarbeiter für die Nahost-Sondersynode 2010 berief“, berichtete Thiermeyer.

Den Menschen Samir Khalil Samir skizzierte die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller (siehe Foto), der sich durch einen „Geist mit großer Klarheit“ auszeichne. Er sei ein Pater mit „herzlicher Verbindlichkeit“, humorvoll, offen und voll des Respekts vor seinen Gesprächspartnern. Koller kennt Samir bereits seit 2010 durch regelmäßige Zusammenarbeit, u. a. an einem gemeinsamen Buch.

Der Vorstand der Stephanus-Stiftung habe sich dazu entschlossen, mit der Auszeichnung das Lebenswerk dieses Preisträgers zu würdigen, das im Dienste des geistigen Erbes der arabischen Christen stehe. „Pater Samir hat dabei aber nicht allein durch seine Forschung, sondern auch durch sein Auftreten in den Medien und gegenüber Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft den Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein der Bedrängten und Verfolgten geebnet“, unterstrich Koller.

In einem Gespräch mit dem Moderator Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, rief Samir zu mehr Mut im Dialog auf. Die Unterschiede müssten ebenso wie die Gemeinsamkeiten benannt werden.
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„Die Konzepte des Christentums und des Islam sind grundsätzlich verschieden“, erklärte er. Trotz aller Gewalt solle niemals vergessen werden, auf Frieden hinzuwirken. Samir warnte zugleich vor säkularen Konzepten in Europa, die die prägende Rolle des Christentums verleugneten.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier.
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Der Preis ist nicht dotiert. Professor Samir lebt wieder in Ägypten und erhält von der Stephanus-Stiftung eine Unterstützung für Projekte vor Ort.
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Den feierlichen Rahmen des Festakts im barocke Spiegelsaal unterstützten Ann Kristina Pscherer an der Querflöte, Christine Fath-Pscherer, Leiterin der Musikschule Eichstätt und Rudolf Pscherer, ehrenamtlicher Musikpräfekt am Bischöflichen Seminar Eichstätt, vierhändig am Klavier
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Pater Samir Khalil Samir: Mit nicht einmal 18 Jahren trat Samir 1955 ins Noviziat des Jesuitenordens ein und wurde hauptsächlich in Frankreich, jedoch auch in den Niederlanden, ausgebildet. Im Juli 1968, nun vor 50 Jahren, empfing er die Priesterweihe im koptischen Ritus. In seiner islamwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Al-Ghazzāli (1058-1111), der die aristotelische Logik in die islamische Jurisprudenz und Theologie einführte und in einer zweiten Dissertation mit dem arabisch christlichen Denker Abū Zakariyyā Yaḥyā Ibn ‘Adī al-Takrītī (893-974), auf den sich Averroes, gestorben 1198, von Thomas von Aquin als „der Kommentator“ des Aristoteles bezeichnet, wiederum berief. An der Universität Saint-Joseph in Beirut begründete Samir das Forschungs- und Dokumentationszentrum CEDRAC zur Erforschung des christlich arabischen Literaturerbes. In Beirut unterrichte er auch Imame über das Christentum. Im Jahr 2015 leitete er das Päpstliche Orientalische Institut (PIO) in Rom. Die Wissenschaft und Öffentlichkeit verdankt Samir mehr als 60 Werke und mehr als 1.500 Artikel.
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Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren.
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In diesem Jahr nahm den Hauptpreis Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, ehemals Bischof von Hongkong, in Empfang, für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China. Über das Ereignis wurde weltweit berichtet. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat im Ruhestand. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.
Stephanuspreis: Der Stephanuspreis wird seit 2006 verliehen. Mit dem Sonderpreis der Stephanus-Stiftung wurde hingegen erstmalig im Jahr 2008 eine Leistung geehrt. Damals ging der Preis an den katholischen Prälaten Helmut Moll für seine Redaktionsarbeit am Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts.
Die Redaktion Idea empfing den Preis 2011 für ihre nachhaltige und vorurteilsfreie Berichterstattung über Bedrängnis und Verfolgung von Christen.
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Im Jahr 2012 erfolgte die Verleihung an Schwester Hatune Dogan aufgrund ihres Kampfes für Religionsfreiheit. Erst wieder im Jahr 2017 kam es zu einer Sonderpreisverleihung: Thomas Schirrmacher, Präsident des Internationalen Rates der IGFM und stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, nahm ihn für sich und sein Team der Redaktion des Jahrbuchs Religionsfreiheit in Empfang.
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Rückfragen unter: stephanuspreisverleihung@gmail.com

 


Preisverleihung: Pater Samir SJ gab Christen im Orient ein neues Selbstbewußtsein

Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen verleiht ihren diesjährigen Sonderpreis einem der einflussreichsten Gelehrten im Dialog zwischen Orient und Okzident: Der ägyptische Jesuitenpater Professor Pater Samir Khalil Samir (siehe Foto) wird an diesem Samstag in der Residenz im bayerischen Eichstätt mit der Auszeichnung geehrt.

„Der Islamwissenschaftler und katholische Theologe ist Berater führender Persönlichkeiten aus Kirche und Politik, einige darunter waren sogar seine Studenten. Weil er gerade orientalischen Christen durch seine Forschungen ihre Geschichte und damit neues Selbstbewusstsein in Zeiten der Unterdrückung zurück gegeben hat, wird er für sein Lebenswerk geehrt“, unterstrich die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Stephanus-Stiftung, Michaela Koller.

Das US-Magazin „Time“ sagte dem 80-jährigen Geistlichen höchsten Einfluss nach: Er sei jener Jesuit gewesen, der die Vorstellungen des Papstes über den Islam angeregt habe. Damit war die Regensburger Rede des emeritierten Papstes Benedikts XVI. gemeint, durch die der Dialog im Jahr 2006 erst wieder in Fahrt kam. Mit Deutschland verbindet Samir, dass er jährlich im Bistum Regensburg in den Sommerferien in der Seelsorge aushilft.
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„Samir hat sich in der islamischen Welt Respekt verschafft, weil er nicht bei Höflichkeiten stehenbleibt, sondern mit seinen Gesprächspartnern auf Augenhöhe gemeinsam nach der Ursache von Krisen und Ungerechtigkeit sucht“, begründet die Stephanus-Stiftung weiter ihre Entscheidung.
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Zudem habe der Priester mit mancher Geschichtsklitterung aufgeräumt, indem er nachwies, in welchem Ausmaß christliche Gelehrte in Syrien und Mesopotamien das griechisch-römische Erbe an die islamisch-arabische Zivilisation weitergegeben haben. Ohne diesen Einfluss hätte auch die europäische Philosophie seit dem Mittelalter wohl einen anderen Weg eingeschlagen.
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„In Deutschland lernen Jugendliche diese Geschichte in der Schule nur unvollständig. Orientalische Christen kommen darin nicht vor“, sagte die Vorstandsvorsitzende. In Italien, Frankreich, USA und im Libanon, wo Pater Samir gelehrt habe und häufig auch als Kommentator in den Medien vorkomme, sei diese Information verbreiteter. „Europa hat diesen Christen einen großen geistigen Schatz zu verdanken, was Pater Samir nicht müde wird, darzustellen.“
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Mit nicht einmal 18 Jahren trat Samir 1955 ins Noviziat des Jesuitenordens ein und wurde hauptsächlich in Frankreich, jedoch auch in den Niederlanden, ausgebildet. Im Juli 1968  – vor 50 Jahren – empfing er die Priesterweihe im koptischen Ritus.
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BILD: Michaela Koller überreicht Papst Benedikt ihr Interview-Buch mit Pater Samir SJ
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In seiner islamwissenschaftlichen Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Al-Ghazzāli (1058 – 1111), der die aristotelische Logik in die islamische Jurisprudenz und Theologie einführte und in einer zweiten Dissertation mit dem arabisch christlichen Denker Abū Zakariyyā Yaḥyā Ibn ‘Adī al-Takrītī (893-974), auf den sich Averroes, von Thomas von Aquin als „der Kommentator“ des Aristoteles bezeichnet, wiederum berief.
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An der Universität Saint-Joseph in Beirut begründete Samir das Dokumentationszentrum CEDRAC zur Erforschung des christlich arabischen Literaturerbes. In Beirut unterrichte er auch Imame über das Christentum. Im Jahr 2015 leitete er das Päpstliche Orientalische Institut (PIO)in Rom.
Wissenschaft und Öffentlichkeit verdanken Pater Samir mehr als 60 Werke und mehr als 1500 Artikel.
Die Laudatio hält Archimandrit Dr. Andreas Abraham Thiermeyer, Gründungsrektor des Collegium Orientale.
Der Theologe und Chefredakteur der „Tagespost“, Oliver Maksan, moderiert den Festakt.
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TERMIN: Die Preisverleihung beginnt um 15 Uhr im Spiegelsaal.
Anmeldungen und Rückfragen unter: stephanuspreisverleihung@gmail.com und 0177 – 2599187
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Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde. Die Stephanus-Stiftung hilft laut ihren Statuten verfolgten Christen in Not, etwa durch einen Zuschuss zum Lebensunterhalt oder zu Anwaltskosten, und deckt Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf.
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Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Schwester Hatune Dogan (siehe Foto), die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, Pfarrer Gottfried Martens, von der zur SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) gehörenden Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin-Steglitz und der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt. Im vorigen Jahr erhielt die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony den Preis, die in der Vergangenheit prominente Fälle vor Gericht verteidigte, in denen Christen fälschlich der Blasphemie angeklagt waren.
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In diesem Jahr nahm den Hauptpreis Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, ehemals Bischof von Hongkong, in Empfang, für seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China. Über das Ereignis wurde weltweit berichtet. Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat im Ruhestand. Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.
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Weiteres Info zu P. Samir: https://charismatismus.wordpress.com/2013/05/30/nahost-experte-samir-khalil-der-arabische-islam-wird-immer-radikaler/