Ehe und Familie: Ist die Bibel keine „Orientierungshilfe“ mehr für die EKD?

Scharfe Kritik an der „Orientierungshilfe“ des Rates der EKD zu Ehe und Familie übt die evangelische Michaelsgemeinde in Bensheim (Südhessen).120505184_B_July und Mike draussen

Das Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und schließt auch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ein.

In einer Stellungnahme schreibt der Kirchenvorstand, das EKD-Papier schaffe ein schwerwiegendes theologisches Problem: „Sie gibt die grundlegende reformatorische Ansicht auf, dass die biblische Botschaft Maßstab kirchlichen Handelns ist.“

Das Gremium unter Leitung von Pfarrer Christoph Bergner sieht ferner „ein logisches Problem“: Für die EKD sei entscheidend, dass die Lebensgemeinschaften verlässlich, fürsorglich und respektvoll seien. Aber dann könnte die Kirche auch Beziehungen mit mehreren Partnern oder in einer Familie gutheißen.

Nach Ansicht des Kirchenvorstands sind Verlässlichkeit und Treue keine ausreichenden Kategorien für ethische Wertungen: „Auch bei der Mafia herrschen Treue und Verlässlichkeit. Dennoch wird auch die EKD weder sämtliche sexuelle Beziehungen noch mafiöse Vereinigungen unterstützen wollen.“

Zudem habe sich die christliche Verkündigung immer schon an der gesellschaftlichen Wirklichkeit gerieben: „Die Christenheit hat diese Spannung als höchst produktiv und hilfreich erlebt.“ 

Quelle: http://www.idea.de