„NetzwerkB“ bemängelt Oberflächlichkeit: Anne-Will-Talkshow zur Odenwaldschule

Pressemitteilung der Betroffenen-Initiative NetzwerkB:

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten. Ob der ARD-Film „Die Auserwählten“ das leistete, was er versprach, lassen wir offen. Wir sind keine Filmkritiker. Scannen0001 (22)

Zu beklagen ist die anschließende Diskussionsrunde bei Anne Will. Die Vermischung von Odenwaldschule, katholische Kirche und Feminismus leistete keinen erkennbaren Mehrwert und nicht einmal einen Unterhaltungswert. Man verharrte auf Klischees und Bekanntem.

Die destruktive Dynamik einer totalen Institution im Typus der Odenwaldschule wurde durch die Bewunderung des freien Umgangs und der „Lichtgestalt“ verniedlicht.

Im Talk wurde eine echte Chance vergeben, weil er zum Small Talk verkam. Sicherlich wurde eine Sensibilisierung erreicht, diese wäre aber mit einer Kampagne im Stil einer Antiraucher- oder Aidskampagne effizienter.

Die Aufarbeitung der Causa Odenwaldschule ist viel weiter fortgeschritten, als man bei der Talkrunde vernehmen konnte. Die Bedingungen auf Seiten von Organisation, Ideologie, fehlender Kontrolle und Personal sind viel besser bekannt, als man meinen will. #

Eine sorgfältige Lektüre der Publikationen von Oelkers und Miller zur Vorbereitung hätte die Macher der Sendung zu einem höheren Niveau und zu einem grösseren Tiefgang verholfen. Schade um die vertane Chance.

Weiterführende Infos: „Reformpädagogik nach der Odenwaldschule – Wie weiter?“: http://www.amazon.de/Reformpädagogik-nach-Odenwaldschule-Wie-weiter/dp/3779929295

Kontaktdaten:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: +49 (0)4503 892782 oder +49 (0)163 1625091
presse@netzwerkb.org www.netzwerkB.org
 

Bild: Evita Gründler


Tageszeitung „Die Welt“ betreibt unseriöse Stimmungsmache gegen den Vatikan

Von  Felizitas Küble

Am gestrigen Samstag, den 23. August, veröffentlichte die Tageszeitung „Die Welt“ online einen Artikel über Mißbrauchstaten des polnischstämmigen Ex-Vatikandiplomaten und Ex-Erzbischofs Weselowski.
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Im Laufe des Berichts erfährt man zwar, daß der mutmaßliche Kinderschänder vom Vatikan als Botschafter in der Dominikanischen Republik amtenthoben und darüber hinaus aus dem Priesterstand entlassen wurde, doch im Titel der Zeitung ist durchaus nicht vom „Ex-Erzbischof“  oder „ehemaligen“ Erzbischof die Rede, wie dies logisch und korrekt wäre.  zeitungen
Noch schlimmer: Es heißt schon in der Einleitung, Weselowski laufe frei in Rom herum, vom Vatikan geschützt“. 
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Ebenso tendenziös und schlichtweg falsch ist der Schlußsatz des reißerischen Artikels: „Dass der Vatikan jetzt einen mutmaßlichen Täter in einem der dramatischsten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche schützt, wird für etliche Gläubige mehr als ernüchternd sein.“
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Für das angebliche „freie Herumlaufen“ beruft sich die Verfasserin Constanze Reuscher auf eine einzige und noch dazu anonym bleibende , angebliche Zeugenaussage.
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Daß der Mißbrauchstäter „vom Vatikan geschützt“ werde, weil er nicht der Justiz der Dominikanische Republik überstellt wird, stellt eine billige und dümmliche Stimmungsmache gegen die katholische Kirche dar, denn der Ex-Vatikan-Diplomat ist nun einmal Bürger des Vatikanstaates  – und daher entspricht es dem üblichen und international gängigen Recht, daß er in seinem Heimatstaat verurteilt wird, nicht in seinem Gastland.
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Dazu kommt, daß das Urteil der Glaubenskongregation gegen den Ex-Erzbischof noch nicht rechtskräftig ist , weil die Einspruchsfrist des Beschuldigten noch nicht abgelaufen ist  –  und es entspricht den üblichen rechtlichen Standards, einen Angeklagten erst zu verhaften, wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.
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Die Einhaltung rechtsstaatlicher Kriterien wird folglich in diesem streckenweise unseriösen Artikel als Hebel für haltlose und unfaire Seitenhiebe gegen den Vatikan verwendet.
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Es wird unterschlagen, daß der Vatikan sich als Staat in dieser Causa rechtskonform verhält und keineswegs einen Mißbrauchstäter „schützt“; vielmehr ihn bereits vorweg kirchenrechtlich bestraft (amtsenthoben, suspendiert, laiisiert) und zudem durch die Glaubenskongregation verurteilt hat.

 


Bangladesch: Kloster durch radikale Muslime überfallen, Nonnen mißhandelt

60 Moslems brachen in Bangladesch am 6. Juli um 2 Uhr morgens in ein Kloster ein; sie schlugen und mißbrauchten einige der Ordensschwestern. DSC00254

Die Gewalt endete erst, als die Polizei eintraf. Die mißhandelten Nonnen befinden sich nun im Provinzialhaus in der Hauptstadt Dhaka, um den Schock zu überwinden.

“Es ist sehr traurig, dass die Schwestern nicht weiterhin für die Menschen arbeiten können, aber unsere Schwestern sind nicht mehr sicher”, klagte Rosaline Costa, eine katholische Menschenrechtsaktive.

Der erste Angreifer fesselte und knebelte zwei Nachtwächter. Danach brachen sie die Tür zum Zimmer des schlafenden Pfarrers Pater Anselmo Marandy auf und überfielen das Kloster.

Quelle: PI-News

 


Betroffenen-Initiative übt grundsätzliche Kritik an „Reformpädagogik“ und Odenwaldschule

Aktuelle Stellungnahme von „netzwerkB“:

Die Odenwaldschule ist zum Symbol der institutionalisierten sexualisierten Gewalt geworden. Ein Lehrer hat dokumentierte sexualisierte Gewalt, vom Volksmund gerne und falsch Kinderpornographie genannt, auf seinem Computer gespeichert.

Die Polizei kommt, beschlagnahmt das Material, die Schule kündigt dem Lehrer, im Nachklapp werden dem Lehrer weitere Grenzüberschreitungen vorgeworfen. IMG_1061

Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Vorfall und den neuen Vorwurf. Das hätte an jeder anderen Schule in Deutschland auch passieren können. Ist es aber nicht. An jeder anderen Schule hätte die Schulleitung um sich selbst und der Institution wegen den Vorfall der übergeordneten Behörde gemeldet, hätte die Vorkommnisse diskutiert und sich selbstkritisch auseinandergesetzt.

Nicht so an der Odenwaldschule. Stattdessen lässt die Schule das vom Landrat gesetzte Ultimatum, sich bis vergangenen Freitag zu erklären, verstreichen und musste zum Krisengespräch bei der übergeordneten Behörde antreten. Strengere Auflagen sollen nun die Schule auf Kurs bringen. Monatlich rapportieren soll sie.

Eine Strafarbeit also, wie sie eigentlich gar nicht zum Konzept der reformpädagogischen Schule passt. Vielleicht ist der nächste Schritt ja Nachsitzen.

Reformpädagogik als solche Anfang März erschien der Tagungsband „Reformpädagogik  –  wie weiter?“ in der Verlagsgruppe Beltz, herausgegeben von den Professoren für Pädagogik Jürgen Oelkers und Damian Miller.

Eigentlich ein gewöhnlicher Vorgang. Experten einer Disziplin finden auf einer Tagung zusammen, so wie in diesem Fall im Herbst 2011 im schweizerischen Kreuzlingen und diskutieren über die Frage, inwieweit die Reformpädagogik als solche für die massenhafte sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule verantwortlich gemacht werden kann oder nicht.

Das Ergebnis war niederschmetternd für die Odenwaldschule. Die Gurus dieser Ideologie waren Grenzüberschreiter, die Ideologie begünstigt die Grenzüberschreitungen und die Berichte aus der Praxis bestätigen die Erfahrung der Grenzüberschreitung. Worüber soll nach dieser Erkenntnisflut eigentlich noch diskutiert werden? Und wozu? Und mit wem?

Die Verantwortlichen der Odenwaldschule leben in ihrer eigenen Realität, und die anderen sind sich weitgehend einig. Das „Familienprinzip“, nachdem ein oder mehrere Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern unter einem Dach in sogenannten „Heimfamilien“ leben, begünstigt Grenzüberschreitungen. Darüber sind sich alle einig. Außer die Vertreter der Odenwaldschule.

Quelle und Fortsetzung der Erklärung von Norbert Denef und Andreas Huckele hier: http://netzwerkb.org/2014/05/02/zeit-das-licht-auszumachen/

 


Kolumbien: Studie kritisiert Straffreiheit bei sexuellen Übergriffen an Minderjährigen

Jeden Tag werden in Kolumbien mindestens drei Dutzend Minderjährige von Mitgliedern bewaffneter Gruppen sexuell missbraucht oder an dem seit über einem halben Jahrhundert andauernden Konflikt beteiligt. prolifeusa

Die Kampagne “Saquen mi Cuerpo de la guerra” dokumentiert in der ersten Studie diesen Mißbrauch an Kindern und Jugendlichen.

Wie aus der von Oxfam International koordinierten Studie verschiedener Menschenrechtsverbände hervorgeht, wurden in den Jahren von 2008 bis 2012 insgesamt mindestens 48.915 Minderjährige Opfer sexueller Übergriffe.

Dabei prangert die Studie auch die Straffreiheit an, welche die kolumbianische Justiz den Tätern gewährt. Oft werden in Kolumbien solche Verbrechen nicht angezeigt, weshalb es erst gar nicht zu einer strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen kommt.  

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Opferverband: Keine Verjährungsfristen für Sexualstraftaten an Minderjährigen

Pressemitteilung der Betroffenen-Initiative NetzwerkB:

86% der Deutschen sind der Meinung, strafrechtliche Verjährungsfristen für Sexualstraftaten an Minderjährigen sollten generell aufgehoben werden. Dies ergab eine Umfrage von infratest dimap im Auftrag von NetzwerkB (Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt eV).

Es gibt nur wenige gesellschaftliche Fragestellungen, bei denen die Deutschen derart einhelliger Meinung sind wie bei der Bewertung von Sexualstraftaten: So sagen in der aktuellen Umfrage nahezu neun von zehn (86 Prozent) der befragten Deutschen, strafrechtliche Verjährungsfristen für Sexualstraftaten an Minderjährigen sollten allgemein abgeschafft werden. 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Dagegen spricht sich etwa jeder Zehnte (12 Prozent) für eine Beibehaltung der gegenwärtig geltenden Verjährungsfristen aus. Zwei Prozent der Befragten haben auf diese Frage keine Antwort gegeben.

Diese Meinungsstruktur ist unter den Deutschen weit verbreitet. Große Mehrheiten für eine Abschaffung der Verjährungsfristen bei Sexualstraftaten an Minderjährigen finden sich in allen Alters- und Bildungsgruppen, unter Männern und Frauen und auch quer durch die politischen Lager der betrachteten Anhängerschaften der Parteien CDU/CSU, SPD, Linke und Grüne.

NetzwerkB fordert die Politik auf, den Willen des deutschen Volkes umzusetzen  –  wir wollen mehr demokratische Mitbestimmung!

Opfer fühlen sich von der Politik verraten

Als SPD-Fraktionschef im saarländischen Landtag hat Heiko Maas gefordert, die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufzuheben  – als Bundesjustizminister bricht er sein Versprechen. Heiko Maas hat sich im Jahr 2010 mit deutlichen Worten für die Interessen der Opfer von sexualisierter Gewalt eingesetzt.  

Heute ist Maas Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz und will davon nichts mehr wissen. Die Opfer fühlen sich von der Politik verraten. Passiert ist bisher wenig. Bislang wurde lediglich das Alter des Opfers, ab dem die Verjährungsfrist einsetzt, von 18 auf 21 Jahre angehoben.

Die Koalition plant nun laut Koalitionsvertrag, dass die strafrechtliche Verjährung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zukünftig nicht vor dem 30. Lebensjahr der Missbrauchsopfer einsetzt. NetzwerkB lehnt diese Kompromisslösung ab

Bundesminister Heiko Maas hat kürzlich NetzwerkB mitteilen lassen, dass die Vorgabe im Koalitionsvertrag vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in einem weiten Sinne verstanden wird und auch angeblich in einem solchen Sinne umgesetzt werden soll.

Quelle und vollständiger Text hier: http://netzwerkb.org/2014/03/21/86-der-deutschen-fur-aufhebung-von-verjahrungsfristen/

 


Pater Klaus Mertes SJ und seine eigene „Instrumentalisierung“ der Mißbrauchsdebatte

Wer mißbraucht das Mißbrauchsthema für fremde Zwecke?

Mitte September 2013 berichtete Radio Vatikan, daß der in der Medienwelt als „Aufklärer“ vielgerühmte Jesuitenpater Klaus Mertes die kritische Debatte um frühere Skandale und pädosexuelle Forderungen bei den Grünen kritisiert.

Und warum gefiel dem katholischen Geistlichen diese  – immerhin seit Jahrzehnten überfällige  –  Aufklärung und Kontroverse nicht?

Der heutige Leiter der Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald wandte sich wie folgt gegen die Thematisierung der grünen Vergangenheit im Wahlkampf:

„Mich ekelt jede Form der Instrumentalisierung dieses Themas und jede damit verbundene Selbstgerechtigkeit schlicht an.“

Pater Mertes hat damit die grüne Partei massiv in Schutz genommen, obwohl es sich bei jener Debatte um eine  – auch durch wissenschaftliche Archiv-Forschung fundierte  –  Sachauseinandersetzung handelte, die von Opferschutzverbänden ausdrücklich begrüßt wurde, zB. von „NetzwerkB“, einem der größten Interessensverbände von Betroffenen sexuellen Mißbrauchs.

BILD: Unser Buch-Tip: „Die missbrauchte Republik“

Da sich der Jesuit so vehement gegen jede „Instrumentalisierung“ der Mißbrauchsthemas wendet, hätte man gerne gewußt, warum gerade er kürzlich genau diese Debatte (die durch unqualifizierte UNO-Attacken gegen die Kirche erneut angeheizt wurde) zum Anlaß nahm, um Erzbischof Gerhard L. Müller wüst zu attackieren und den Präfekten der Glaubenskongregation in einem geradezu flegelhaften Ton zum Rücktritt aufzufordern.

NÄHERES dazu siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/07/feldzug-gegen-rom-pater-klaus-mertes-sj-attackiert-glaubensprafekt-gerhard-l-muller/

Während es sich bei der Debatte um die grüne Pädosex-Phase der 80er Jahre im wesentlichen um eine SACH-Auseinandersetzung handelte, die P. Mertes aber gleichwohl ekelhaft findet, hat er selber die aktuelle Mißbrauchs-Diskussion dazu vereinnahmt, um sogar eine PERSON anzugreifen, noch dazu einen besonders engen Mitarbeiter des Papstes, nämlich Kurien-Erzbischof Gerhard L. Müller.

Auszeichnung durch die SPD

Erinnern wir uns aber, daß P. Mertes vor ca 2 Jahren für seine „Aufklärungsarbeit“ mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreises der SPD ausgezeichnet wurde. Angesichts der antikirchlichen Ausfälle des Jesuiten ist diese Ehrung nicht weiter erstaunlich.

Nach dem Ausbruch der Medienwelle in puncto Mißbrauch ließ sich der Berliner Ordenszweig laut einer dpa-Meldung übrigens Folgendes einfallen:

“Für Aschermittwochabend haben die Jesuiten anlässlich der Missbrauchsfälle in ihren Gymnasien zu einem Gebet in die Kirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Plötzensee eingeladen. «Wir möchten in stillem Gebet vor Gott und der Öffentlichkeit unsere Scham und Trauer ausdrücken über die Schuld einzelner Jesuiten und die Katastrophe des institutionellen Wegsehens.”

Man beachte: Hinsichtlich des eigenen Ordens wurde durchaus zu Recht betont, daß es sich um die Schuld “einzelner” Jesuiten handelt;  doch dann ist von der “Katastrophe” des “institutionellen” (!) Wegsehens die Rede  –  eine Anschuldigung, die sich gegen die Kirche als solche richtet, nicht nur gegen einzelne Kirchenvertreter.

Schadenfreude über „anhaltenden Tsunami“

Drei Monate nach seiner “Enthüllungs”-Aktion konnte man in einer Meldung von “Radio Vatikan” am 4.4.2010 erfahren, wie sehr sich Pater Mertes offenbar über den Tsunami  freute, der über die Kirche hereinbrach:

“Der Direktor des Berliner Canisius-Kollegs, der Jesuit Klaus Mertes, ist beeindruckt von der anhaltenden Intensität der Debatte über den Missbrauch durch katholische Priester.

In einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“ schreibt Mertes (…),  er könne zwar noch nicht ermessen, wie groß die Lawine sei, die über die Kirche hinwegfege, doch es beeindrucke ihn, „die Kraft, die das Wort der Opfer hat“. Es habe eine Lawine zum Rollen gebracht und halte sie am Rollen.

Alle Versuche der Angesprochenen, sich der Wucht der Lawine zu entziehen, führt der Berliner Jesuit aus, erwiesen sich als ohnmächtig. Im Gegenteil, sie verstärkten die Lawine.“

Die schadenfrohe Genugtuung darüber, daß die eigene antikirchliche Strategie voll aufgegangen war, ist hier unüberhörbar.

Dabei ist klar, daß es Mißbrauchsfälle wie Vertuschungsvorgänge innerhalb der Kirche gab und gibt  – und daß dies alles aufgeklärt werden mußte und weiter muß.

Ebenso klar ist aber, daß die “Aktion Aufdeckung” für Pater Mertens offenbar eine taktische Flucht nach vorne war  – frei nach der Devise: Lieber darüber selber die Kontrolle behalten, bevor es andere tun.

Zudem zielte die Initiative besonders darauf ab, seine Kirchenkritik wirksam an den Mann und die Medien zu bringen und seinen modernistischen “Reformen” (z.B. Abschaffung des Zölibats, Einführung des Frauenpriestertums, Ja zur Homosexualität) durch das öffentliche Mißbrauchsgetöse mehr Gehör zu verschaffen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

ERGÄNZENDER BEITRAG: https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/07/feldzug-gegen-rom-pater-klaus-mertes-sj-attackiert-glaubensprafekt-gerhard-l-muller/


Das tragische Schicksal der jungen Sheila: „Gott hat dich zu mir geschickt.“

Von Prof. Dr. Reinhold Ortner

„Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.“ (Lk 10, 33-34)

Ein altes Buch aus dem Jahr 1662 mit dem Titel „Politischer Blumen-Garten“ liegt vor mir. Darin schreibt Christoph Lehmann: „Barmherzigkeit sieht auf die Not, und weder auf die Ursache noch auf die Person.“ Reinhold Ortner nach einem  Vortrag in der Kirche

Barmherzigkeit ist ein Grundwert pädagogi­scher Zuwendung und Liebe. Wenn ich dies betone und daran festhalte, ernte ich bisweilen Verständnislosigkeit.

Viele Menschen neigen eher zum vorschnellen Verurteilen und Bestrafen, gelegentlich auch zu überheblicher Verachtung. Sie täten besser, sich vorher selbst in die Lebensgeschichte des Betroffenen hinein zu versetzen.

FOTO: Prof. Ortner nach einem Vortrag in einer Kirche

Können wir wissen, inwieweit nicht Versuchungen und Anfechtungen den guten Willen überwältigten und ein bislang untadeliges Leben mit bösem Schlingen zu Fall gebracht haben Ging es uns nicht sogar selbst schon so?

Der Apostel Paulus schreibt: „Denn ich begreife mein Handeln nicht. Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse. Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ (Röm 7,13ff)

Siegel christlicher Nächstenliebe

Wir sind schwache, verletzliche Geschöpfe. Wer kann aus sich heraus behaupten: „Ich habe ein reines Herz; ich bin frei von der Sünde“ (Spr 20,9)?

Zu jeder Zeit in der Geschichte der Menschheit gab es den Einfluss des Bösen. In unserem Jahrhundert verdichten sich jene beängstigenden Kräfte, die den Menschen in die Abgründe der Sünde drücken wollen und tödliche Erstickungskrankheiten der Seele verursachen.

Wer kann sagen, dass er immer auf dem Weg des Guten geblieben ist, dass er noch niemals Angriffe und Einbrüche des Bösen erlebt hat, dass Sünde und Schuld ihm fern sind????????

Barm­herzig zu sein, ist im Überlebenskampf einer egozentrischen Wettbewerbsgesellschaft zum Seltenheitswert geworden, bisweilen sogar zum Unwert.

Wo nur noch der Durchsetzstarke etwas gilt, wo heuchlerische Menschen mit nach außen hin weißer Weste dastehen und sich in ihrer Selbstgerechtigkeit gefallen und als „wertvolle Menschen“ und „anständige Normale“ Achtung erfahren, müssen doch Gerechtigkeit und Barmherzigkeit auf der Strecke bleiben.

Barmherziges Verstehen und Helfen tragen immer das Siegel echter christlicher Nächstenliebe. Daher macht es besonders traurig, wenn wir gerade unseren Kindern diese pädagogisch so wertvollen Erfahrungen von Barmherzigkeit viel zu wenig schenken oder gar herzlos vorenthalten.

Sie wollte am liebsten tot sein

Sheila, ein scheues und gehemmtes Mädchen, ist heute 15 Jahre alt. Ihr Blick ist vor Ängstlichkeit und Menschenfurcht unsicher. In ihrer fernöstlichen Heimat hat sie alles andere als eine unbeschwerte und geborgene Kindheit erlebt. Da ist sie nicht die einzige, deren unberührte Kinderseele in gnadenloser Ausweglosigkeit gequält wurde.

Sheila ist erst 6 Jahre alt, als sie von ihrer Mutter fremden Männern überlassen wird. Es passiert immer im Keller des elterlichen Hauses. Ihre Angst- und Schmerzensschreie müssen noch auf dem Dachboden vernehmbar sein. Doch die Mutter in der Küche überhört sie.

„Warum hilft sie mir nicht?“ schießt es Sheila immer wieder durch den Kopf. Irgendwann schreit sie nur noch stumm. Ihr Leidensweg zieht eine ohn­mächtige, depressive und schmutzige Spur durch ihr Leben und mündet in Ausweglosigkeit und Re­signation: „Die anderen sind sowieso stärker. Ich schaffe es nie!“

Kaum 12 Jahre alt, wird Sheila durch Drogen gefügig gehalten und abhängig gemacht. Brutalität und Gewalt sind an der Tagesordnung. Sheila landet in einer Absteige. Sie möchte am liebsten tot sein. Ihre Not gleicht einem tiefen schwarzen Loch, aus dem heraus sie verzweifelt nach Erlösung weint.

Eine Hilfsorganisation befreit sie schließlich und bringt sie nach Europa. Seither versucht sie, ein neues Leben aufzubauen.

Eine Straßenlaterne umarmt

„Ich bin nichts mehr wert”, sagt sie. Körper und Seele sind in der Hölle der Perversität in Angst und Schmerz erstickt wor­den. „Ich mag mich nicht. Ich hasse meinen Körper. Ich bin von innen raus schmutzig. Gott hat mich verlassen, weil ich Ihn enttäuscht habe.“

Als Kind sehnte sie sich in ihrer Ver­lassenheit nach echter Geborgenheit und Liebe. Es gab niemanden, der Mitleid, Verständnis, Mitgefühl gehabt und sie mit starken Armen beschützt hätte „Einmal“, sagt sie, „habe ich eine Straßenlaterne umarmt und geweint: ‚Lieber Gott, lass mich ein wenig Liebe und Güte spüren, bitte!‘“

Eingeprägt haben sich die Worte ihres endlosen inneren Schreiens: „Lieber Gott, hol mich hier weg. Bitte!“

„Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.“ (Spr 14,31)

Langsam spürt Sheila in ihrer Seele, wie ihr andere echtes Mitfühlen und barmher­zig­es Hel­fen schenken. Sie erlebt, dass sie um ihrer selbst willen angenommen wird. „Du bist wertvoll und liebenswert!“, sage ich ihr:

„Der Wert deines Lebens hat überhaupt nichts damit zu tun, was einmal war oder was mit dir getan wurde. Niemand darf verächtlich auf dich herabschauen. Viele haben in ihrer heilen Selbstge­rechtigkeit Unrecht und davon keine Ahnung. Wir wol­len versu­chen, dein neues Leben aufzubauen. Ich helfe dir.“

Manchmal schicke ich ein kurzes Brief­chen:

+  „Liebe Sheila, du bist sehr wertvoll.“
+  „Es ist schön, dass es dich gibt.“
+  „Alles wird gut, Sheila. Gott liebt dich!“

Wochen später finde ich einen ein Antwortbrief:

„Gott hat dich zu mir ge­schickt. Danke, dass du mich wirklich lieb hast. Sheila“

Gemälde: Evita Gründler


Kindesmißbrauch: Grüne arbeiten eigene pädosexuelle Fehler endlich auf

Die Grünen haben angekündigt, pädosexuelle Bestrebungen in der Partei umfassend aufzuarbeiten. Eine interne Arbeitsgruppe ist künftig mit dem Thema betraut.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto):

E. Steinbach

„Die Ankündigung schonungsloser institutioneller Aufklärung der Pädophilie-Verstrickungen der grünen Partei in den 80er Jahren durch eine interne Arbeitsgruppe ist ein wichtiger Schritt, um die dringend notwendige Aufarbeitung voranzutreiben und die wissenschaftliche Aufklärung zu ergänzen.

Vor allem Opfer, Betroffene und Zeitzeugen sollen die Möglichkeit erhalten, das Erlebte zu schildern. Wir begrüßen diesen Schritt nachdrücklich.

Der Kontakt mit Opfern und Betroffenen ist wichtig, um ermessen zu können, welches Ausmaß an Verletzungen ihrer Rechte und ihrer Würde sie erleiden mussten. Die Übernahme von Verantwortung beginnt an dieser Stelle, Konsequenzen müssen gezogen werden, Beratung und Hilfsangebote für Opfer folgen.

Das ist dringend notwendig, denn die Grünen haben als einzige Partei in den 80er Jahren Pädophilie inhaltlich programmatisch durch eine „Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle“ (SchwuP) institutionell verankert.“


„NetzwerkB“ kritisiert Abschaffung der Meldepflicht für Ärzte und Therapeuten

Pressemitteilung des Opferinteressenverbands „netzwerkB“:

Wir erwarten von der Politik, dass sie endlich auch die Organisationen in Haftung nimmt, in deren Zuständigkeits- und Wirtschaftsbereich Vergehen an Menschen verübt werden. Für Organisationen die im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, verlangen wir die Einführung einer verbindlichen Haftpflichtversicherung. 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Auf Druck der am Runden Tisch beteiligten Organisationen hin wurde im Sommer 2013 von der Öffentlichkeit unbemerkt die Meldepflicht für Ärzte und Therapeuten abgeschafft, Hinweise auf drittverursachte Gesundheitsschäden, einschliesslich der Angaben der Ursachen und dem möglichen Verursacher, den Krankenkassen mitzuteilen (gemäß § 294a SGB V).

Die Täter bleiben nunmehr von Regressforderungen verschont. Die Kosten werden auf die Allgemeinheit umgelegt. Die Chance auf Beweissicherung wird auch hier unterlassen. Damit wurde der Täterschutz komplettiert.(…)

Wir verlangen eine klare Distanzierung gegenüber Forderungen der Grünen, Inzest zu legalisieren (namentlich unter anderem Christian Ströbele und Jerzy Montag). Das wäre ein Einstieg, innerfamiliäre sexuelle Gewalt zu enttabuisieren.

Oftmals kommen verschiedene Formen von Gewalt in Familien vor, die sich über psychische, physische und sexuelle Gewalt, aber auch Vernachlässigung erstrecken können. Die Betroffenen steuern der Katastrophe und der Trennung zu, die Kinder kommen dann oftmals in die Betreuung.

Wir brauchen im ganzen Land nicht nur mehr ortsnahe Frauenhäuser, sondern auch Schutzraum für hilfesuchende Männer. Insbesondere aber brauchen wir Schutzraum für gefährdete Familien, die gemeinsam eine Hilfe und geschulte Intervention suchen. Das wäre insbesondere eine Chance für die Kinder, dass sie Schlimmeres nicht erleben müssen und Auswege erleben.

Die etwa 600 Jugendämter in Deutschland brauchen einheitliche Richtlinien für ihre Arbeit. Die Nachrichten über das Heim-Unternehmen Haasenburg in Brandenburg und über die dort aktiven persönlichen Verbindungen sind ein Skandal.

Der Fall Haasenburg, der sich bis hin zu Todesfällen und schweren Verletzungen von Jugendlichen erstreckte  – über die derzeit noch Ermittlungen stattfinden  –  zeigt auch, dass Jugendämter das Wohl von Kindern und Jugendlichen nur marginal interessiert, denn physische, psychische und sexualisierte Gewalt gegen die Jugendlichen dort waren den Jugendämtern seit Jahren bekannt.

Vollständiger Text der Pressemitteilung HIER

netzwerkB  –  Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: 04503 892782 
presse@netzwerkb.org
http://www.netzwerkB.org