Vatikan: Weitere Seligsprechung in Sicht und vier Würdigungen als „Diener Gottes“

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Der Vatikan hat den Weg zur Seligsprechung der italienischen Frau Mariantonia Samà freigemacht sowie den heroischen (heldenhaften) Tugendgrad von vier weiteren Glaubensvorbildern anerkannt.
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Der Papst habe dazu am vorigen Freitag bei einer Audienz für den Präfekten der Selig- und Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Becciu, seine Zustimmung erteilt. Es handelt sich um zwei Frauen und drei Männer, darunter ein Tiroler Jesuitenpater.
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Mariantonia Samà wurde am 2. März 1875 in Sant’Andrea Jonio in der süditalienischen Provinz Catanzaro geboren und erkrankte als junges Mädchen an einer Infektion. Sie wurde auf die Fürsprache des hl. Bruno von Köln geheilt, nachdem sie nach Serra San Bruno gebracht wurde, wo der Gründer der Kartäuser starb und verehrt wurde. Zwei Jahre später wurde sie von einer weiteren neurologischen oder arthrosebedingten Krankheit befallen: Diese führte zu ihrer Lähmung, so dass sie fortan in Rückenlage und mit angehobenen Knien leben musste.

Betreut von ihrer Mutter, dem Pfarrer ihres Dorfes und einigen Ordensfrauen, lud Mariantonia jeden, der sich ihr näherte, zum Vertrauen auf Gott ein. Im Jahr 1915 legte sie in privater Form ihre religiösen Gelübde ab. Nun wurde ein Wunder anerkannt, das sich auf ihre eigene Fürsprache ereignet hatte; ihrer Seligsprechung steht damit nichts mehr im Weg.

Einsatz für nordamerikanische Eingeborene

Unter den Gläubigen, deren heroischer Tugendgrad anerkannt wurde, befindet sich Eusebio Francisco Kino, eigentlich Eusebio Francesco Chini oder Eusebius Franz Kühn.

Er war ein Tiroler Jesuit, der 1645 im Trentino geboren wurde und als Missionar in Mexiko tätig war. Dort war er auch – wie viele Jesuiten seiner Zeit – als Wissenschaftler aktiv und arbeitete als Astronom und Karthograph. Die freundliche Haltung Kinos zu den nordamerikanischen Indigenen war bei manchen seiner Ordensbrüder nicht gern gesehen. Die Indianer nannten ihn wegen seiner Kutte den „Schwarzen Bauern“.

Darüber hinaus wurde der heroische Tugendgrad dreier weiterer Gläubiger anerkannt:

„Haus der Zuflucht“ für Prostituierte gegründet

Mariano Giuseppe de Ibargüengoitia y Zuloaga wurde am 8. September 1815 in der spanischen Stadt Bilbao als Sohn einer adeligen Familie geboren. Sobald er zum Priester geweiht wurde, erlitt er zusammen mit anderen Gefährten die erste Verbannung nach Valladolid (1843), weil er die Einmischung der Regierung in einen Fall ablehnte, der gegen die Freiheit der Kirche verstieß. Zu allen Zeiten erwies er sich als Mann, der sich zwar seines Standes bewusst war, sein Leben aber komplett Gott widmete. Er gründete das „Haus der Zuflucht“ für die Befreiung von Prostituierten.

Maria Félix wurde am 25. August 1907 im Dorf Albelda (Huesca, Spanien) geboren. Ihre Eltern waren gegen ihre religiöse Berufung und so begann sie 1930 ein Hochschulstudium und erwarb ein Lizentiat in Chemie an der Universität von Saragossa. Am 15. August 1934 legte sie zusammen mit ihrer ersten Gefährtin, Carmen Aige das private Gelübde ab, um ihr Leben für Gott und die Seelen einzusetzen und dem Dienst an der Kirche zu widmen. Der Seligsprechungsprozess der Dienerin Gottes wurde 2009 in Madrid aufgenommen.

Angiolino Bonetta wurde am 18. September 1948 in Cigole (Brescia) geboren. Er war ein lebhafter Junge, extrovertiert, mit einer ausgeprägten Neigung, Gleichaltrige in seine starke religiöse Haltung einzubeziehen. Im Alter von zwölf Jahren begann sein Leiden: ein Tumor an seinem rechten Knie prägte fortan sein irdisches Leben. Die Amputation seines Beines hat ihm nicht geholfen. Bereits am 22. Januar 1963 verstarb er.

Im Jahr 1960 hatte er in einem Krankenhaus in Brescia das CVS (Centro Volontari della Sofferenza – Freiwilligenzentrum für Leidende) kennen gelernt. Er schloss sich dem Zentrum begeistert an und wurde ein wahrer Apostel. Viele Bekehrungen sind auf ihn zurückzuführen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-07/vatikan-bald-fuenf-neue-selige-darunter-ein-tiroler-jesuit.html


NORDKOREA: Evangelischer Missionar aus Südkorea seit Ende 2014 inhaftiert

Als „Gefangenen des Monats Juni“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den in Nordkorea inhaftierten Pastor Kim Kuk-gi benannt.

Der Südkoreaner (siehe Foto), der zur reformierten Presbyterianischen Kirche gehört, ist bereits seit Dezember 2014 inhaftiert.

Erst am 26. März 2015 gab die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA bekannt, dass er und der Geschäftsmann Choe Chun-gil verhaftet wurden. Die Umstände der Festnahmen sind ungeklärt. 

Die kommunistischen Machthaber warfen beiden Männern vor, „ruchlose Terroristen“ zu sein, die auch für den südkoreanischen Geheimdienst spioniert und große Mengen Falschgeld in Umlauf gebracht hätten. Darüber hinaus hätten sie sich an einer Schmutzkampagne gegen Nordkorea beteiligt. Kim hielten die Behörden ferner vor, religiöse Propaganda einer Untergrundkirche verbreitet zu haben. 

Der IGFM zufolge entbehren die Vorwürfe jeglicher Grundlage.

Nach ihren Angaben wurde der Pastor so stark unter Druck gesetzt, dass er sich im Mai 2015 auf einer inszenierten Pressekonferenz selbst der Spionage bezichtigte. Der staatliche Fernsehsender KCTV berichtete im Monat darauf, dass Pastor Kim vor dem Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Pjöngjang zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Er wirkte seit 2003 als Missionar in der chinesischen Grenzstadt Dandong. Dort half er auch nordkoreanischen Flüchtlingen, insbesondere obdachlosen Kindern. Er versandte zudem Hilfsgüter nach Nordkorea. Diese ostasiatische Diktatur gilt als das Land, in dem Christen am schärfsten verfolgt werden. 

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un in Briefen zur sofortigen Freilassung des Pastors aufzufordern. 

Quelle und weitere Infos hier: http://www.akm-online.info/

Fotos: IGFM


Das katholische St.-Gerhardswerk traf sich in Stuttgart zur Mitgliederversammlung 2019

Von Stefan P. Teppert

Am 20. September 2019 trafen sich Vorstand und Mitglieder des St.-Gerhardswerks  – der Organisation für die deutschen Katholiken aus und in Südosteuropa  –  zur diesjährigen Mitgliederversammlung in der Stuttgarter Geschäftsstelle, Jahnstraße 30.

Die vierstündige Sitzung  – unterbrochen vom Mittagessen –  eröffnete der Vorsitzende, Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, mit einer gemeinsamen Erinnerung an die verstorbenen Mitglieder Johann Reppmann und Pfr. Peter Zillich.

BILD von links nach rechts: Josef Lutz, Bischof em. Dr. Robert Zollitsch, Udo Lauther, Hans Vastag, Prof. Dr. Rainer Bendel, Pfr. Paul Kollar

Einstimmig wurden Sylvia Kocks und Gerhard Karrer als neue Mitglieder aufgenommen, die Mitgliedschaft von Msgr. Otto Barth wurde erneuert. Die Zahl der Mitglieder bleibt somit bei 72.

Im Rechenschaftsbericht des Vorstands und der Geschäftsleitung wurden folgende Punkte angesprochen bzw. befürwortet:

Durch Mitarbeit im Partnerschaftskomitee und bei gemeinsamen Reisen soll der Vorstand das Bemühen des Landes Baden-Württemberg um Kontakte zur Woiwodina und zu Serbien nachhaltig unterstützen.

BILD: Der heilige Gerhard  – er war Missionar in Ungarn – ist Namensgeber des St.-Gerhardswerks

Auch durch eigene Aktivitäten soll der Vorstand weiterhin die Beziehungen zu den Ländern des Balkans ausbauen. Bei dem zunehmenden Verfall der Kirchen in Südosteuropa blieb unklar, wie hier Hilfe geleistet werden kann.

Offen blieb auch die Frage, in welcher Form die Ideen zum Aufbau von Museen in Bacs, Apatin und Sombor über die Geschichte der Donauschwaben des Landes realisiert werden können. Der Vorstand wird versuchen, sich an den weiteren Planungen zu beteiligen und sieht es als unbedingt erforderlich an, sie zu koordinieren.

Die vom St. Gerhardswerk organisierten und mitbetreuten Wallfahrten waren dank des Engagements der Verantwortlichen auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreich.

Pater Wendelin Grubers Buch „In den Fängen des roten Drachen“ ist nun auch in ungarischer Sprache erschienen. Es entstand die Frage, ob auch eine serbische Ausgabe sinnvoll wäre. Eine für den heutigen Leser kommentierte deutsche Ausgabe wird demnächst herauskommen.

Ein neues, modernes, aussagekräftiges Logo für das St. Gerhardswerk wurde mit großer Mehrheit beschlossen und soll von der Geschäftsführung umgesetzt werden.

Hans Vastag zeigte mit dem Projektor eine Reihe von Bildern zu Werk und Wirkung des Hl. Gerhard, die sich vielfältig manifestiert haben, allerdings bisher weder als Roman oder Film noch in einem Gedenktag oder einer Wallfahrt bzw. einem Pilgerort. Auch im liturgischen Kalender fehlt der Missionar der Ungarn.

Vastag will im Auftrag des St. Gerhardswerks zu dessen 1040. Geburtstag im April 2020 eine Schrift im Umfang von rund 40 Seiten verfassen, die zahlreiche Abbildungen enthalten soll.

Nach Ablauf einer dreijährigen Wahlperiode war der Vorstand neu zu wählen. Die Neuwahl erfolgte unter Leitung des Geschäftsführers Prof. Dr. Rainer Bendel.

Zum Vorsitzenden wurde abermals Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch gewählt, zu Stellvertretern Pfr. Klaus Rapp, Hans Vastag und Josef Lutz, zum Kassier wiederum Pfr. Paul Kollar, zum Schriftführer Udo Lauther, zu Rechnungsprüfern Horst Zimmermann und Adam Kupferschmidt, zum Geistlichen Beirat Pfr. Paul Kollar. Die Wahlen erfolgten einstimmig bei Enthaltung der Kandidaten. Alle Gewählten haben die Wahl angenommen.


Öko-Religiöses: Was hat uns Deutschen die Amazonassynode zu sagen?

Glosse von Uwe C. Lay

Die Amazonas-Synode hat noch nicht stattgefunden, aber schon jetzt kann ein erstes Resümee aus dem Vorbereitungstext für uns gezogen werden:

Unser Unglück begann mit dem Germanenmisssionar Bonifatius. Völlig unsensibel für unsere naturverbundende Kultur zwang er unseren Vorfahren die christliche Religion auf, statt zu erspüren, daß es gälte, auf die Weisen der dort beheimateten Religion zu hören:

Im Einklang mit der Natur lebend, aus der spirituellen Kraft der Wälder Germaniens, in Respekt vor allem Leben, denn der Germane fühlte sich doch verschwistert mit allem Leben, nicht ihm als Herr gegenüberstehend, sondern eins mit der Natur – so baute er keine künstlichen Straßen oder lebte in Städten, abgesondert von der Natur  – und diesen so Lebenden trat kulturimperialistisch Bischof Bonifatius entgegen, dort nur Unglauben und Heidentum wahrnehmend.

Und seine erste Tat: Er fällte eine Donar-Eiche, den naturverbundenen Germanen ein heiliger Baum, ihm aber nur Rohmaterial zur Weiterverarbeitung.

Und so begann auch bei uns die Unheilsgeschichte der Naturausbeutung, der Zerstörung des Natürlichen. Die spirituellen Kräfte versiegten und auch der Germane wurde zu einem homo faber, der nun die CO2-Klimakatastrophe hervorbringt – und alles begann mit der gefällten Eiche.

Aber das sind eben die Ausgeburten einer Kirche, die Mission betreibt, statt den Dialog mit den Andersgläubigen zu führen, dabei völlig verkennend, daß der göttliche Vater schon längst bei den Germanen beheimatet war, bevor der erste Missionar zu ihnen kam, die so aber auch die Früchte des dort sich schon inkulturiert habenden Gottes mißachteten, diese wunderbare Kraft der germanischen Spiritualität, von denen zuerst die Missionare zu lernen gehabt hätten.

Umkehr tut not. Wenden wir uns also unserer wahren urgermanischen Religion wieder zu, pflanzen Donar-Eichen und werden wieder  zu natürlich Lebenden in unseren germanischen Hainen, in tiefster Solidarität mit allen Indianern der Welt, die wie wir auch aus der Technikzivilisation aussteigen wollen zu einem wahren Naturleben als Fischer und Hirten, ganz ohne (Wasser-)Kraftwerke, ohne elektrischen Strom  – einfach nur natürlich.  

Unser Autor Uwe C. Lay ist Theologe, Publizist und Konvertit; vor seinem Übertritt in die katholische Kirche war er als evangelischer Vikar tätig.


Ordensbruder Mutwald William Hengelbrock: Märtyrer und Opfer des Gehorsams

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Der Ordensbruder Mutwald William (Wilhelm) Hengelbrock FSC wurde am 10. November 1907 in Osnabrück als Sohn des Bildhauers Fritz Hengelbrock und der Schneiderin Auguste geboren.  

In dem Jungen reifte die Entscheidung zum Ordensstand. Die Ideen des Gründers der Schulbrüder, Johann Baptist de la Salle, begeisterten ihn.

So bat er mit 23 Jahren um Aufnahme ins Noviziat der Schulbrüder in Bad Honnef. Sein Ordensname war Bruder Mutwald William.

Da er als Missionar tätig sein wollte, kam er nach dem Noviziat ins Scholastikat nach Maria‑Tann in Kirnach‑Villingen im Schwarzwald, wo er sich besonders die englische Sprache aneignete. Nach erfolgreichem Abschlußexamen konnte er seinem Herzenswunsch nachgehen und in der englischen Kolonie Malakka mit großem Eifer und Einfühlungsvermögen die einheimischen Kinder unterrichten.

Bei Kriegsausbruch traf auch Br. Mutwald William die Ausweisung aus diesem Gebiet. Er suchte Zuflucht im De-La-Salle‑Kolleg in Manila, das alle von der Ausweisung betroffenen deutschen Brüder gerne aufnahm.

Arbeit gab es genug in der weit über tausend Schüler zählenden Schule. Er besaß auch große handwerkliche Fähigkeiten. Seine Schüler lernten Buchbinden, Holzschnitzen, Malen, Zeichnen und andere Fertigkeiten. Nach Hause berichtete er von den Schwierigkeiten mit der Hitze. Besonders lobte er den Eifer der philippinischen Jungen.

Während des Krieges setzte er seine Verwaltungsfähigkeiten ein und unterstützte seinen Ordensobern, Br. Xavier. Er meisterte für den Bruder Direktor so manche peinliche Situation und Fälle, die dessen Position nicht zugemutet werden konnten.

Da er die im Februar 1945 schwierige und äußerst gefährliche Kriegssituation anders beurteilte als sein Oberer, ging er zum Erzbischof und fragte ihn, ob die Brüder das Kolleg vorübergehend verlassen dürften. Der Erzbischof erteilte die Erlaubnis, nicht aber der Direktor.

Auch der Nuntius Guglielmo Plani, den man gefragt hatte, gab Br. Xavier den Rat, seinem Direktor zu gehorchen. Gegen seine eigene Überzeugung beugte sich Bruder Mutwald den Anordnungen seines Obern und blieb mit allen übrigen Mitbrüdern.

Und so fiel auch er dem grausamen Massaker am Sonntag, dem 12.2.1945, zum Opfer. Es gab 17 Schulbrüder im Kolleg, von denen 16 umgebracht wurden. Auch Zivilangehörige kamen hierbei ums Leben.

Bruder Mutwald William wurde von den japanischen Soldaten in der Kapelle mit dem Bajonett erstochen. Seine Leiche wurde zusammen mit den insgesamt 41 Opfern des grauenvollen Massakers zunächst in einem Massengrab im Garten beerdigt.

1949 wurden alle 41 Opfer exhumiert und geborgen. Man legte die Überreste in drei hölzerne Sargbehälter. Diese wurden 12. Februar 1949 auf dem La-Loma-Friedhof (North Cemetery) in Quezon City, 10 km nördlich von Manila, feierlich beerdigt.

Bruder Mutwald kann ein „Märtyrer des Gehorsams“ genannt werden. Er stand im 38. Lebensjahr, im 16. Jahr seines Ordenslebens und im sechsten seiner ewigen Profeß.

Die Kirche hat ihn in ihr Martyrologium aufgenommen. Sein Gedenktag ist der 12. Februar.


Bewegende Biografie über den großen christlichen Verlagsleiter Friedrich Hänssler

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Seit 100 Jahren ist der SCM-Hänssler-Verlag eines der größten evangelischen Verlagshäuser in Deutschland. Die inhaltliche Ausrichtung ist evangelikal geprägt, also theologisch konservativ.
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Friedrich Hänssler und Simone Martin (siehe 2. Foto) erzählen gemeinsam im Buch „Friedrich Hänssler – Ein Leben für das Evangelium“ die private Biografie und die Verlagsgeschichte der Familie Hänssler. 
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Friedrich Hänssler war langjähriger Geschäftsführer des Hänssler-Verlags und zuletzt als Berater tätig. Er ist einer der bedeutendsten evangelischen Verleger des 20. Jahrhunderts und auch im hohen Alter ein gefragter Redner.
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Weiter heißt es in einer Presse-Information:
Friedrich Hänssler ist ein von Jesus Christus geprägter Mensch. Der Mann, der seit dem 22.9.1945 – dem Tag seiner persönlichen Lebensübergabe an Christus – unter der Führung Gottes lebt, war Zeit seines Lebens gefordert.
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Zahlreiche Leitungsaufgaben in christlichen Gremien hat er übernommen, gehörte u.a. der Kammer für Publizistik der EKD an, gründete gemeinsam mit Rudolf Decker 1979 die Initiative „Gebetsfrühstückstreffen für Parlamentarier“ nach amerikanischem Vorbild, leitete den Württembergischen Christusbund (früher Brüderbund) von 1970 bis 1992, war Vorsitzender des Vereins GBA (Gute Bücher für alle), der bis heute per Schiff christliche Buchausstellungen in den Häfen der Dritten Welt organisiert und dadurch vielen Millionen Besuchern das Evangelium weitergibt.
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Viele Jahre war er in der Mitverantwortung des Missionswerks OM (Operation Mobilisation) tätig, auch ist er einer der Gründer des Christlichen Medienverbunds KEP und Kuratoriumsmitglied des Vereins ProChrist, ebenso Mitglied beim CVJM, außerdem über viele Jahre im Vorstand der Deutschen Missionsgemeinschaft DMG.
Er gehörte zum Vorstand bei der internationalen Hilfsorganisation Food for the Hungry und war Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.
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Obwohl er in erster Linie seiner durchgehend anspruchsvollen Tätigkeit als Verleger gerecht werden musste, übernahm er nebenher in vielfältiger Weise Verantwortung vor Gott und den Menschen.
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Das Hauptanliegen des Buch- und Musikmissionars bestand zu allen Zeiten in der Verbreitung des Evangeliums durch Bücher (vor allem der Bibel selbst), Musik und Filme.
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Das lebensnahe Buch- und Medienangebot des Hänsslerverlags ist bekannt für seine Sachbücher zu christlichen Themen, Familienfragen und für christliche Musik; dazu kommen Romane und Ratgeber für aktuelle Fragen.
Näheres hier: http://www.scm-haenssler.de
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Buch-Daten: Simone Martin. Friedrich Hänssler – Ein Leben für das Evangelium. Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 368 S., mit Schutzumschlag, inkl. 32-seitigem Bildteil und Leseband. € 19,99. ISBN: 978-3-7751-5889-3 | SCM Hänssler

Missionar Martin Lasarte aus Angola schreibt an die NYT über das Wirken kath. Priester

Der deutsche Missionar und Ordensgeistliche Herbert Douteil CSSp, mit dem unsere Redaktion seit Jahrzehnten verbunden ist, übersetzte den Offenen Brief des Salesianers Martín Lasarte an die New York Times (NYT) aus dem Portugiesischen.

Pater Lasarte wirkt als Missionar in Angola und beklagt sich in seinem Schreiben über das einseitige Bild bzw. Zerrbild, das viele Medien von der katholischen Priesterschaft präsentieren.

Wir zitieren die wesentlichen Abschnitte aus dieser Stellungnahme und danken Pater Douteil  – er wirkt als Missionar in Brasilien (siehe Foto) –  herzlich für seine Zusendung und Übersetzung:

Journalisten, verehrte Schwestern und Brüder:  
Ich bin ein einfacher katholischer Priester. Seit zwanzig Jahren lebe ich als Missionar in Angola. Ich sehe in vielen Massenmedien, besonders in Ihrer Zeitung, eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema pädophile Priester…Man liest einige ausgeglichene Artikel, aber auch andere voll von Vorurteilen und sogar voller Hass.

Die Tatsache, dass Personen, die die Liebe Gottes offenbaren sollten, wie ein Dolch im Leben von Unschuldigen wirken, ruft bei mir unendlichen Schmerz hervor…Es müssen alle Mittel des Schutzes angewandt werden, und alle Vorsorge für die Würde von Kindern muss absoluten Vorrang haben.

Man muss aber doch fragen dürfen, warum es ein solch großes Unwissen hinsichtlich tausender und abertausender Priester gibt, die sich für Millionen von Kindern, für unendlich viele Jugendliche und für die am meisten Benachteiligten auf der ganzen Welt aufreiben!

Ich bin der Ansicht, dass unsere Massenmedien kein Interesse daran haben, z.B. die Nachricht weiterzugeben, dass ich im Jahre 2002 viele unterernährte Kinder durch Minengebiete von Cangumbe nach Lwena in Angola bringen musste, weil diese Aufgabe weder die Regierung kümmerte noch die NGOs dazu berechtigt waren.

Es interessiert Sie wohl auch nicht, dass wir in den letzten zehn Jahren mehr als 110.000 Kindern die Möglichkeit von Erziehung und Ausbildung gegeben haben.

In den Massenmedien fehlte auch die Tatsache, dass ich gemeinsam mit anderen Priestern bei der menschenbedrohenden Krise 15.000 Personen in Kriegsgebieten beistehen musste, weil weder von der Regierung noch von der UNO Lebensmittel kamen.

In den Medien steht keine Zeile davon, dass P. Roberto, ein 75-jähriger Priester, jede Nacht die Stadt Luanda durchstreift und sich um Straßenkinder kümmert oder sie zu einem Aufnahmehaus bringt und versucht, sie bei Benzinvergiftung zu entgiften.

Es gibt auch keine Nachricht darüber, dass mehr als 60.000 unter 400.000 Priestern und Ordensleuten ihre eigene Heimat und ihre Familie verlassen haben, um ihren Brüdern im Lepraheimen, in Hospitälern, in den Flüchtlingscamps, in den Einrichtungen zum Schutz von Kindern, die der Hexerei angeklagt sind, oder von AIDS-Waisen, in Schulen für die Allerärmsten, in den Ausbildungszentren, in den Hilfszentren für Aidskranke zu helfen.

Es ist auch keine Nachricht wert, dass mein Freund, Pater Marco Aurelio, während des Kriegs in Angola einige Jugendliche zu ihrer Rettung von Kalulo nach Dondo gebracht hat, er selbst aber auf dem Rückweg von Kugeln durchlöchert wurde.

Es kümmert niemand, dass viel mehr als zehn Missionare in Angola an einer einfachen Malaria gestorben sind, weil es an ärztlicher Basisversorgung fehlt, und dass andere von einer Mine zerrissen worden sind, als sie ihre Gläubigen besuchten.

Auf dem Friedhof von Kalulo finden wir die Gräber der ersten Priester, die hierher kamen –  und keiner von ihnen erreichte das 40. Lebensjahr!

Niemand berichtet davon, wenn er etwa einmal das Leben eines „normalen“ Priesters bei seinen Freuden und Schwierigkeiten begleiten würde, während dieser, ohne Lärm zu machen, sein eigenes Leben verbraucht, um der ihm anvertrauten Gemeinde zu Diensten zu sein.

Es stimmt: Wir sorgen uns nicht darum, Sensationsnachrichten zu verbreiten, aber wir sorgen uns schlicht und einfach darum, die Frohbotschaft zu verkünden, die still in der Osternacht begonnen hat.

Es ist wahr: Ein Baum macht mehr Lärm, wenn er zusammenbricht, als ein Urwald, der wächst.

Der Priester ist weder ein Held noch ein Neurotiker. Er ist ein einfacher Mensch, der mit seiner Menschenliebe versucht, Jesus zu folgen und seinen Brüdern zu dienen. In ihm gibt es wie in jedem Menschenwesen Erbärmlichkeiten, Armseligkeiten und Schwächen, aber es gibt in ihm auch Schönheit und Güte wie in jedem Geschöpf.

Wenn man sich aber wie besessen und wie ein Staatsanwalt bei einem einzigen Thema aufhält, wobei man den Blick auf das Gesamte verliert, dann schafft dies wirklich beleidigende Karikaturen des katholischen Priestertums  –  und genau deshalb fühle ich mich angegriffen.

Journalisten, suchen Sie die Wahrheit, das Gute und die Schönheit. All dies macht Sie in Ihrem Beruf ehrenwert.

In Christus,
Padre Martín Lasarte, SDB

Webseite des Übersetzers: https://www.herbertdouteil.de/


Pfarrfest in Münster-Hiltrup zeigte Kelch des Priesters und KZ-Opfers Bernhard Poether

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag (26.8.) wurde in der Gemeinde St. Marien in Münster-Hiltrup das jährliche Pfarrfest gefeiert.

Dabei gab es nicht nur ein fröhliches Treiben, allerlei Spiele, Bücherbasar, Infostände und ein Zirkuszelt mit gekonnten Vorführungen, sondern auch jede Stunde eine Kurzansprache von Pfarrer i.R. Ewald Spieker auf dem Kirchplatz.

Der Priester zeigte den interessierten Besuchern den originalen Primiz-Kelch von Kaplan Bernhard Poeter und erwähnte sein heldenhaftes Leben. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“ (siehe Foto).

Allein im Konzentrationslager Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen von Schikanen, Hunger und Entbehrungen.

Pfarrer Spieker setzt sich seit einigen Jahren für die Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether ein und hat hierfür tausende Unterschriften gesammelt.

Der Märtyrer war in Hiltrup zur Schule gegangen und 1932 in Münster zum Priester geweiht worden.

Dieser tapfere Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Das erste Foto zeigt den nicht „nur“ künstlerisch wertvollen Kelch des Blutzeugen. Er ist vor allem das geistig-geistliche Vermächtnis des Bekenner-Kaplans, denn der Kelch enthält gleichsam sein Lebensprogramm.

Im unteren Teil – der aus Silber gefertigt ist – sehen wir vorne ein eingraviertes Kreuz mit zwei Balken, wie dies in den östlichen Kirchen üblich ist. Bernhard Poether wollte als Missionar nach Rußland gehen, daher erlernte er in Eigenregie die russische Sprache.

In kyrillischer Schrift finden wir auf seinem Kelch die Worte: „In diesem Zeichen wirst Du siegen“.

Zudem heißt es  – ebenfalls auf russisch  –  vielsagend: „Am Altare muss ein Priester stehen, der nicht mit Worten allein, sondern durch die Taten das Volk ermahnt, zu bekennen und Zeugnis abzulegen.“

Daran hat sich dieser junge Geistliche selber gehalten und sein unbeugsames Zeugnis brachte ihm den Märtyrertod.

Zudem finden sich auf dem „Fuß“ des Kelches die Abbildungen der heiligen Kyrillus und Methodius, beide waren frühmittelalterliche Missionare der Slawen. Der vergoldete obere Teil des Meßkelchs und der silberne „Fuß“ wird verbunden durch einen weißen Edelstein als Mittelstück.
Den Primizkelch erhielt die Pfarrgemeinde St. Marien von der  – inzwischen verstorbenen  – Schwester dieses NS-Opfers.

Der Kelch von Kaplan Poether wird bei besonders festlichen Anlässen in der Pfarrkirche St. Marien bei der Zelebration der hl. Messe verwendet.

 

 

 

 


Missionar und Mandarin: Ein österreichischer Jesuitenpater am Hofe des Kaisers von China

Von Susanne Habel

Erich Zettl, ehemaliger Hochschullehrer in Konstanz am Bodensee und gebürtiger Egerländer, stellte in München in einem Bildervortrag einen Landsmann vor: Ignaz Sichelbarth (1708 – 1780) kam als jesuitischer Missionar nach China. Der Missionar malte 35 Jahre lang am Hof des chinesischen Kaisers und wurde dafür zum 70. Geburtstag zum Mandarin ernannt. Neudek-SIchel-9082492

„Ignaz Sichelbarth wurde wohl am 26. September 1708 als Sohn des Malers ,Thadeus Sichelbart‘ in Neudek bei Karlsbad geboren“, begann Zettl seinen Bildervortrag. Schon der Vater sei als Künstler bekannt durch sein Werk „Krönung Mariä“ in der Wenzelskirche in Elbogen von 1696 gewesen, erläuterte Zettl. 1736 trat der 28jährige Ignaz in Brünn in das Jesuitennoviziat ein. Nach dem zweijährigen Noviziat studierte er in Olmütz Theologie, betonte aber auch seine Kenntnisse als „Maler und Stecher“.

BILD: Gedenkstein für Pater Ignaz Sichelbarth in Neudek/Nejdek 

Sichelbarth reiste von Lissabon in Portugal aus in die Mission nach China, wo er 1745 ankam. In Peking waren die Jesuiten damals seit dem ersten „Pionier der China-Mission“, Matteo Ricci (1552 – 1619), am Kaiserhof tätig. Sie durften jedoch bald nicht mehr missionieren, genossen jedoch wegen ihrer Gelehrsamkeit als Astronomen, Mathematiker, Musiker und Maler Weltruf.

Sichelbarth erhielt den chinesischen Namen Ai Qi-meng und wurde dem Kaiser von China, Qian-long, vorgestellt, der von 1736 bis 1795 regierte.

Der junge Jesuit wurde bald nach seiner Ankunft in Peking neben seinem französischen Mitbruder Jean Denis Attiret (1702 – 1768) und dem Italiener Giuseppe Castiglione (1688 – 1766) der dritte Lieblingsmaler des Kaisers Qianlong. Sichelbarth erlebte die Aufhebung des Jesuitenordens durch den Papst 1773 und starb am 6. Oktober 1780 in Peking.

Dort erinnert noch heute eine große Stele mit lateinischer und chinesischer Inschrift an den Missionar und Maler. Auch in Neudek/Nejdek wurde inzwischen eine Gedenktafel errichtet.

Gebildete Geistliche brachten neue Impulse für Kunst und Kultur

Zettl schilderte detailliert den künstlerischen Einfluß der europäischen Missionare auf die stilistische Welt am Kaiserhof in China. Die Missionare, besonders die künstlerisch aktiven Jesuiten Giuseppe Castiglione, Jean Denis Attiret und eben Sichelbarth, hätten aus dem Westen die Errungenschaften der Renaissance- und Barockmalerei mitgebracht und den Chinesen nahegebracht: Das Spiel von Licht und Schatten, auch im Gesicht von Porträtierten, die geometrische Gestaltung von Perspektive und Raum und die individuelle Darstellung besonders der Menschen sowie die Verwendung von Ölfarben seien in der chinesischen Kunst neu gewesen. Sichel-Pferd

Dort hätten zarte, quasi in der Luft schwebende Landschaftsaquarelle, kombiniert mit kalligraphischen Gedichten, Tuschezeichnungen und typisierenden flache Figurengestaltungen vorgeherrscht.

BILD: Sichelbarths Darstellung des Kaiserpferds „Leuchtende Wolke“ (1772)

Unter dem Einfluss der Missionare änderte sich dies, wie Zettl anhand von Bildbeispielen zeigte. Sichelbarth stellte, oft quasi in Koproduktion mit einheimischen Künstlern, große Bildwerke für den Kaiser her. „Die Europäer malten die naturalistischen Gesichter mit Licht und Schattierungen, die Chinesen gestalteten Kleidung und Landschaft“, so Zettl.

Pater Sichelbarth habe unter anderem den Auftrag erhalten, für eine Ruhmeshalle verdiente Kriegsherren und mongolische Fürsten zu porträtieren. Wie ein Kriegsbildreporter sollte der Jesuit auch prunkvolle Schlachtenbilder herstellen. Die Ölgemälde gefielen dem Kaiser derart gut, dass er davon auch in Paris Kupferstiche anfertigen ließ.

Auch zur Darstellung eines buddhistischen Tempels, den sich der Kaiser zu seinem 60. Geburtstag leistete, wurde Sichelbarth verpflichtet: „Der jesuitische Mönch musste den ganzen Kaiserhof als Buddhisten darstellen“, beschrieb Zettl das spirituelle Dilemma, in dem Sichelbarth während seiner ganzen Zeit am Kaiserhof steckte.

Der Kaiser besuchte den Jesuiten zum 70. Geburtstag

Pater Sichelbarth hinterließ etwa 45 bekannte Werke, so acht große Gemälde von Pferden im Museum von Peking und ein historisches Gemälde, das den Sieg der Chinesen über die Tataren 1757 darstellt. Auch zehn Bilder mit Jagdhunden stammen nachweislich von Sichelbarth. Im Nationalen Palastmuseum in Taipeh ist das große Gemälde „100 Hirsche in einer Landschaft“ verwahrt, auf dem Ignaz Sichelbarth vor einer typisch chinesischen Landschaft von Zhang Wei-bang realistisch anmutende Hirsche und andere Tiere zeigt.

An Sichelbarths 70. Geburtstag im Jahr 1777 tauchte Kaiser Qian-long bei ihm selbst auf, ernannte ihn zum Mandarin und überreichte ihm einen handschriftlichen Dank, wie der Jesuit Giuseppe Panzi berichtet.

Zettl kennt sein Forschungsthema gut: Als emeritierter Lehrbeauftragter für Chinesisch an der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung hatte Zettl von 1980 bis 2008 auch mehrfach Lehraufträge für Deutsch an verschiedenen Universitäten und Gymnasien in der Volksrepublik China. Er veranstaltete Ausstellungen an Universitäten in Konstanz, Tianjin und Zürich zu den kulturellen Beziehungen zwischen Europa und China.

„Während eines Aufenthaltes in China stieß ich tatsächlich auf einen Landsmann aus Neudek, der dort gewirkt hatte: den Künstler Ignaz Sichelbarth“, so Zettl, der 1934 in Bernau bei Neudek zur Welt kam. Inzwischen sei das Interesse so groß, daß er 2005 im heutigen Nejdek eine sehr erfolgreiche Ausstellung über Sichelbarth habe zeigen können, schloss Zettl seinen spannenden Vortrag.

Buch-Daten: Erich Zettl: „Ignaz Sichelbarth. 1708–1780“. Konstanz 2014; 115 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Kostenlos erhältlich bei: Erich Zettl, Hebelstrasse 3, 78464 Konstanz, Telefon (0 75 31) 6 45 48, eMail zettl@htwg-konstanz.de

Unsere Autorin Susanne Habel ist Redakteurin und Journalistin in München; von ihr stammen auch die beiden Fotos.

 


Fürst Gallitzin wurde Missionar in den USA: 220. Jahrestag seiner Priesterweihe

Am heutigen Mittwoch, den 18. März, vor genau 220 Jahren war die Priesterweihe von Demetrius Gallitzin (siehe Foto), der von 1770 bis 1840 lebte. Geboren als Sohn der Fürstin Amalie von Gallitzin, wuchs er in Münster und Angelmodde auf, einem beschaulichen Dorf unweit der westfälischen Metropole. Sein Vater war ein russischer Fürst. Gallitzin

Seine Mutter leitete den Kreis der „Familia sacra“, dem sich Dichter, Denker, Philosophen und Kirchenmänner zugehörig fühlten. Auch Goethe besuchte seinerzeit Amalie von Gallitzin und ihre geistig-geistliche „Familie“.

Die Fürstin, die einst der katholischen Kirche ferne stand, wurde immer glaubensstärker und war auch durch ihre Hilfsbereitschaft für Menschen in Not bekannt. So nahm sie sich vor allem der Bedrängten aus Frankreich an, die vor dem Terror der Französischen Revolution ins Münsterland flohen.

Ihr Sohn Demetrius ging als Missionar in die Vereinigten Staaten und wurde dort am 18. März 1795 zum Priester geweiht. Seit 10 Jahren läuft das Verfahren für seine Seligsprechung.