Papua Neuguinea: Nonne rettete bereits neunzig Frauen vor „Hexen“-Verfolgung

Auch in der heutigen Zeit gibt es Hexenverfolgungen und sogar Verbrennungen, z.B. in Papua Neuguinea. Dagegen setzen sich katholische Ordensschwestern ein, darunter die Schweizerin Lorena Jenal.

Schwester Lorena ist seit 1979 im Hochland als Missionarin aktiv. Papua Neuguinea liegt im südwestlichen Pazifik. Der Bischof beauftragte sie mit dem Einsatz gegen Hexenwahn: „Das sollte ich angehen, und so habe ich mich da voll in diesem Bereich eingearbeitet, weil dies im Moment die größte und tragischste Ungerechtigkeit hier ist.“

Vor allem junge Frauen würden verfolgt; es werde ihnen vorgeworfen, „magischen Rituale und Kulte“ ausgeführt zu haben. Wie Schwester Lorena berichtet, würden die betroffenen Frauen gefoltert und bei lebendigem Leibe verbrannt.

Die Nonne erklärt: „Ich konnte bisher 90 Frauen das Leben retten. Viele von ihnen konnte ich wieder zurück in ihre Gemeinschaft und Familien integrieren. Selbstverständlich begleite ich sie bis zum heutigen Tag weiter.“

Die meisten der befreiten Frauen unterstützen Schwester Lorena jetzt bei ihrer Arbeit, um weitere Frauen zu retten. Doch nicht immer kann Sr. Lorena die grausamen Praktiken abwenden: „Zehn Frauen, die ich retten wollte, wurden getötet. Gerade vor einem Monat ist die bisher letzte Frau gestorben, die ich retten wollte.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2021-03/schweiz-papua-neuguinea-itv-schwester-lorena-hexenverfolgung-not.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Ozeanien: Mord und Terror gegen „Hexen“

Schwester Anna Pigozzo, Missionarin der Cavanis-Bruderschaft  in Bereina erklärt gegenüber dem Fidesdienst:

„Die Polizei rettete zwei Frauen, als sie gefoltert, mit Messern angegriffen und mit Eisenstangen gebrandmarkt wurden. Und dies im Beisein von rund fünfhundert umstehenden Menschen, die zusahen. Dies war vor einigen Wochen auf der Titelseite der Zeitungen in Papua-Neuguinea zu lesen.

Wie kann es sein, dass Folter unter den Augen so vieler Menschen stattfindet? Was hier geschah, war eine Episode von Gewalt, die in diesem Land leider häufig vorkommt und mit einem Vorwurf der Hexerei zusammenhängt.“

Die Ordensfrau fährt fort:

„Hier in Papua-Neuguinea sind Magie und Aberglauben immer noch tief verwurzelt: Wenn z.B. eine Person plötzlich und ohne sichtbare Krankheit stirbt, neigen die Menschen dazu, zu glauben, dass der Tod durch einen Fluch verursacht wurde, der von einem Feind ausgeprochen wurde. Deshalb versucht man, den „Feind“ zu identifizieren, um ihn zu bestrafen und den unerklärbaren Tod zu rächen.

Es wird als eine Form der Gerechtigkeit angesehen, und bis 2013 berücksichtigte sogar das Gesetz diesen kulturellen Brauch und reduzierte das Strafmaß im Falle eines Mordurteils, wenn ein mutmaßlicher Vorwurf der Magie gegen das Opfer vorlag.

Im Jahr 2013 wurde das Gesetz geändert und im Jahr 2015 genehmigte die Regierung den Nationalen Aktionsplan gegen Zauberei, dessen Umsetzung jedoch offensichtlich noch langwierig und schwierig ist.

Tatsächlich hat Papua-Neuguinea sowohl in ländlichen Gebieten als auch in Städten eine Zunahme gewalttätiger Angriffe großer Gruppen erlebt, die die Opfer der Hexerei beschuldigen und Selbstjustiz vollziehen wollen. Augenzeugen des Mordes an einem Opfer, das der Hexerei beschuldigt wird, werden das Verbrechen nicht melden, aus Angst, ihr Leben oder das ihrer Familienmitglieder zu gefährden“.

Die Missionarin erinnert daran: „Im Jahre 2012 sagte Bischof Lippert den Menschen, man könne nicht katholisch sein und an Sanguma (Magie), an Hexerei glauben.. Und so bat er seine Gläubigen, zu beten, zu fasten und diesen Brauch abzulehnen.

In diesem kulturellen Kampf haben wir die Bildung als Werkzeug, um kritisches Denken und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und zu lernen, Fakten von Meinungen zu unterscheiden. Wir haben das Gebet, die Sakramente, unseren katholischen Glauben.“

Quelle: Fidesdienst