Indien: Abtreibung weiblicher Ungeborener und Kleinkinder-Mord weit verbreitet

Die Abtreibung vor allem weiblicher Ungeborener ist in Indien weit verbreitet. Die zunehmende Tötung weiblicher Kleinkinder in vielen Teilen des Landes ist ebenfalls ein schwerwiegendes Problem.

Der Verband der Indischen Ärzte schätzt, dass jedes Jahr rund fünf Millionen Mädchen im Muterleib abgetrieben werden:

“Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass selektive Abtreibungen auch in den wohlhabenden Bevölkerungsschichten weit verbreitet sind. Es ist erschreckend, dass der Wunsch nach einem Sohn diese Menschen derart verroht, dass sie bereit sind, ein ungeborenes Mädchen zu töten“, sagt die Ärztin Devadoss Margaret von den Missionsschwestern Don Boscos:

“Eine weitere Form des Frauenmordes ist die absichtliche Tötung von Mädchen innerhalb des ersten Lebensjahres. Werden Mädchen trotzdem geboren, so werden sie verstoßen oder in den Abfall geschmissen. Manchmal werden sie verbrannt oder vergiftet. Sie werden verkauft, ermordet, gefoltert und geschlagen.“

Kinder leiden auch unter den durch ihr Geschlecht bedingten Risiken, sie dürfen keine Schule besuchen, werden zur Arbeit oder zur Ehe gezwungen und misshandelt. Mädchen, die verheiratet werden, haben kein Recht auf Bildung und dürfen nicht arbeiten. Verbreitet ist auch die Angst vor einem sozialen Abstieg durch die Geburt eines Mädchens, da diese als negativer wirtschaftlicher Faktor betrachtet werden. 

“Damit wir den Mord an Mädchen in und außerhalb des Mutterleibs verhindern können, müssen wir vor allem Tests zur Bestimmung des Geschlechts abschaffen”, erklärt Schwester Margaret weiter und ergänzt:

„An zweiter Stelle müssen wir ein Umfeld schaffen, das ungeborene Kinder ohne Vorurteile im Hinblick auf das Geschlecht annimmt. Drittens müssen wir daran erinnern, dass keine Gesellschaft sich ganzheitlich entwickeln kann, wenn die andere Hälfte diskriminiert wird. Viertens wird kein Gesetz Erfolg haben, so lange wir als Gesellschaft nicht die Würde, Freiheit und Gleichberechtigung weiblicher Nachkommen fördern. Wir müssen sie als Bereicherung betrachten”.

Quelle: Fidesdienst


Brasilien: Seligsprechung von Assunta Marchetti (Scalabrini-Missionsschwester)

In der Kathedrale von Sao Paolo fand am 25. Oktober 2014 die Seligsprechung von Mutter Assunta Marchetti, einer Mitbegründerin der Scalabrini-Missionsschwestern statt. Scannen0001 (22)

“Die ganze Kirche soll die Wahrheit missionarisch verkünden. Mutter Assunta hat dies insbesondere durch ihre Nähe zu Armen und Waisen getan”, erklärte der Erzbischof von Sao Paolo, Kardínal Odilo Scherer bei dem festlichen Gottesdienst.

Die Seligsprechung nahm der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato vor. Schwester Assunta Marchetti war eine  „außerordentliche Christin, die ihren Glauben auf vorbildliche Weise lebte”, so der Kardinal.

Schwester Assunta Marchetti wurde im August 1871 in Lombrici di Camaiore in der italienischen Provinz Lucca geboren. Im Alter von 24 Jahren ging sie als Missionarin nach Brasilien, wo sie sich um Waisen und Einwanderer kümmerte.

Unter den Schmerzen einer Wunde, die sie sich auf dem Weg zu einem Krankenbesuch zugezogen hatte, litt sie bis zu ihrem Tod am 1. Juli 1948. Sie starb im Waisenheim in Sao Paolo. Die Scalabrini-Missionsschwestern sind heute in weltweit in 25 Ländern tätig.

Weitere Infos: http://www.scalabriniane.org

Quelle: Fidesdienst / Gemälde: Evita Gründler