Judenretter auf dem Weg zur Seligsprechung

Papst Franziskus hat einem Franziskanermönch, der während des Holocausts bei der Rettung von Juden half, den Weg zur Seligsprechung geebnet.

Pater Placido Cortese (siehe Foto) wird zum Ehrwürdigen Diener Gottes ernannt, da er seinen Beichtstuhl in der Basilika St. Antonius in Padua dafür nutzte, um heimlich Juden zu retten. Pater Cortese tauschte sich mit einem Untergrundnetzwerk aus, das Juden und britischen Kriegsgefangenen half, der Nazi-Besetzung Italiens zu entkommen.

Der als Priester wird nun von der Kirche als „ehrwürdig“ angesehen, nachdem der Papst in einem Dekret das „heldenhaftes Leben“ des Paters gewürdigt hat.

Geboren wurde der Mönch 1907 als Nicolò Cortese auf der Insel Cres, die heute zu Kroatien gehört. Im Alter von 13 Jahren trat er in das Priesterseminar des Ordens der Minderen Konventualen ein und legte 1924 sein Gelübde unter dem Namen Placido ab. Cortese studierte Theologie in Rom und wurde 1930 zum Priester geweiht.

Dann wurde er Chefredakteur der Zeitschrift „Il Messaggero di Sant’Antonio“ (Bote des heiligen Antonius), deren Leserschaft unter seiner Leitung um 500.000 Leser anstieg.

Nach der Besetzung Paduas stellte er mit Hilfe seiner Druckerei fingierte Dokumente her, um Juden und alliierten Soldaten zu helfen, sich in der Schweiz in Sicherheit zu bringen.

Im Oktober 1944 brachten zwei deutsche SS-Offiziere Cortese dazu, die Mauern seines Klosters in Padua, das als exterritoriales Gebiet des Vatikan geschützt war, unter dem Vorwand zu verlassen, dass jemand seine Hilfe benötige.

Cortese wurde sofort verhaftet und in einen Bunker der Gestapo in Triest gebracht, wo er brutal gefoltert wurde. Laut Pater Giorgio Laggioni, seinem Vize-Postulator, verriet er jedoch nicht die Namen seiner Mithelfer.

Nach wochenlanger Folter starb er im November 1944 im Alter von 37 Jahren in Gestapo-Haft.

Sein Beichtstuhl in der Basilika St. Antonius von Padua ist noch heute ein Ort des Gedenkens und Gebets.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-08/vatikan-ehrwuerdige-diener-gottes-cortese-quattrocchi-mocellin.html


Rot-China: Psychoterror gegen Tibeter

Der tibetische Mönch Tenzin Nyima starb am 19. Januar 2021 an den Folgen der durch die chinesische Polizei zugefügten Folter.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, haben die kommunistischen Behörden in China zu weiteren Maßnahmen gegriffen, um die Tibeter in der Region Dza Wonpo einzuschüchtern.

Als Mittel dient u. a. eine tägliche Parade von Polizeikommandos, ein „Fünf-Punkte-Dokument“ und eine „Säuberungsaktion“, um die Bilder des Dalai Lama zu beschlagnahmen.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) am 23. Juli und dem siebzigsten Jahr der chinesischen Besetzung Tibets ergreifen die Behörden in Tibet präventive Maßnahmen, um einen aus Sicht der Kommunistischen Partei „harmonischen“ Ablauf der Hundertjahrfeier zu gewährleisten.

Wie die IGFM weiter berichtet, wurden bereits Ende 2020 und im Frühjahr 2021 potenzielle Kritiker festgenommen. Zu den verhafteten prominenten Tibetern zählen der Philosoph Gangkye Drubpa Kyab und der Umweltschützer Sey Nam. Beide wurden am 23. März 2021 verhaftet.

Der Tod des am 7. November 2019 willkürlich festgenommen politischen Gefangenen Tenzin Nyima („Tamey“) hat in Tibet zu einem weiteren Aufschrei geführt. Nymia erlag im Januar 2021 den Verletzungen, die er in der Haft durch Misshandlung und Folter erlitt. Um kritische Stimmen kleinzuhalten wurden Tibeter, die Solidaritäts- und Beileidsbekundungen über Nyimas Tod auf ihren WeChat Konten posteten, von bewaffneten Polizisten mehrere Tage lang festgehalten und verhört.

Mit der Strategie „durch Bedrohungen Totenstille herbeizuführen“ konfrontieren die chinesischen Behörden pauschal die gesamte tibetische Bevölkerung in Dza Wonpo, so die IGFM.

Als Mittel zur Einschüchterung dient zum Beispiel ein täglicher Marsch. Erstmals am 5. März 2021 zogen die Kommandos mit lauten Schlachtrufen durch die Straßen der Stadt. Wie örtliche Behörden am 17. März 2021 bekanntgaben, würde nun das Ausstellen und der Besitz von Fotos des Dalai Lama von nun an strafrechtlich verfolgt.

Die ansässigen Tibeter mussten diesbezüglich das „Fünf-Punkte-Dokument“ unterschreiben, in dem sie sich verpflichteten, keine Bilder des Dalai Lama aufzubewahren oder zu verbreiten, jeder illegalen Aktivität entgegenzutreten und der Partei Folge zu leisten. Bei Nichteinhaltung könnten Leistungen und Gelder, die von der Regierung an Bürger gezahlt worden sind, ausbleiben oder zurückgefordert werden.

Teil des „Fünf-Punkte-Dokuments“ ist auch die „Säuberungsaktion“. Beamte durchsuchten die Häuser der Tibeter, beschlagnahmten die verbotenen Bilder und hängten in einigen Fällen Abbildungen von chinesischen Führern an den Wänden auf.

„Die Politik der Volksrepublik China zielt darauf ab, die Bedeutung der tibetischen Religion, Sprache und Kultur herabzusetzen.Gleichzeitig treten ständig neue Verordnungen in Kraft, die als weitere Instrumente zur Kontrolle, Überwachung und Einschränkung der Religionsfreiheit von Tibetern genutzt werden “, so die IGFM.

Zur Lage der Menschenrechte in China


Pater Bernhard Vosicky: Exorzist und „Heiler“?

Von Felizitas Küble

Das Erzbistum Wien wird seit Jahrzehnten von Kardinal Christoph  Schönborn (siehe Foto) geleitet, der außerhalb seiner Diözese in „frommen“ Kreisen vor allem als begeisterter Anhänger der „Marienerscheinungen“ von Medjugorje bekannt ist, die seit fast vierzig Jahren andauern, wobei drei der sechs Seher/innen  – eigenen Angaben zufolge –  immer noch tägliche (!) Botschaften der Madonna erhalten.

Jährlich veranstaltet Erzbischof Schönborn im Herbst eine große Medjugorje-Jubelfeier im Wiener Stephansdom, meist mit Live-Auftritt einer Person aus der Medju-Seherschar, wobei es bisweilen direkt an Ort und Stelle zu einer „Erscheinung“ kommt.

Kein Wunder bei solch „aufregenden“ Vorgängen, daß neugierige oder auch visionsbewegte Schäflein gleich in Scharen kommen, voriges Jahr immerhin über 3000 Gläubige (und Abergläubige).

Laut Kathpress-Medienbericht befand sich unter den Gästen auch Maximilian Heim, Abt des namhaften Ziensterzienser-Stift Heiligenkreuz im Wienerwald (Niederösterreich).

Mehrere Mönche des dortigen Klosters treten seit langem für Medjugorje ein, darunter der bekannte Pater und Professor Karl Wallner OCist (siehe hierzu unser Bericht von 2012: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/12/pater-karl-wallner-und-die-fruchte-von-medjugorje/).

Zur Medjugorje-Veranstaltung im Stephansdom am 19. September 2019 kam zudem sein Mitbruder Bernhard Vošicky, der dort vor den Besuchern über seine eigene Tumorheilung gesprochen hat

Der vielgereiste Ordensmann ist im charismatischen Spektrum  kein Unbekannter. 

In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ berichtet die deutsch-indische Nonne Margaritha Valappila, daß Pater Vosicky gemeinsam mit ihr Exerzitien im Seminarzentrum von Bad Soden-Salmünster hielt, wobei dieses ihr schwarmgeistig geprägtes „Haus Raphael“ kirchlich nicht anerkannt ist: Das Bistum Fulda hat sich im Amtsblatt längst ausdrücklich davon distanziert, weshalb das Exerzitienhaus sich nicht als „katholisch“ bezeichnen darf.

Aber dabei wächst offenbar zusammen, was zusammengehört, denn beide – die Ordensschwester in Hessen und der Ordensbruder im Wienerwald – verstehen sich gleichsam als „Heiler“, natürlich nicht im spiritistischen bzw. esoterischen Sinne, sondern im Auftrag des Himmels und mithilfe des Heiligen Geistes, wie dabei treuherzig versichert wird.

Vor fünf Jahren brachte der Kloster-eigene Be&Be-Verlag eine begeisterte Lebensbeschreibung von und über Pater Bernhard Vosicky heraus.

Das Buch mit dem TitelNur die Liebe heilt: Erzählungen über das Wirken Gottes in meinem Leben“ beruht auf Interviews, die der Konvertit und Theologe Hinrich E. Bues mit dem „Heilungspriester“ geführt hat. Auch Dr. Bues steht der katholischen Charismatischen Erneuerung nahe.

Schon das Vorwort von Pater Karl Wallner liest sich teils wie eine vorzeitige Heiligsprechung.

Immerhin fehlt Pater Bernhard nicht an der hierfür erforderlichen „Demut“, denn das Editorial verrät uns über das Zustandekommen der Biographie: „Natürlich hat sich Pater Bernhard geziert wie eine Primadonna  – nein, wie ein demütiger Mönch.“

Daß Pater Bernhard „gescheit ist“ und aus einem „weiten Schatz des Wissens schöpft“, wollen wir dem Autor gerne glauben, zumal der Angepriesene auch als Professor für Liturgie in Heiligenkreuz tätig ist.

Merkwürdiger klingt es freilich, wenn es auf S. 11 weiter heißt, P. Bernhard sei „vor allem ein Heiler“.

Ein Heiler also? – „Das ist seine Berufung. Er hat die Gabe des Lösens….Er lebt in einer Aura der Heilung“, bekräftigt Pater Wallner, früher ebenfalls Dozent in der Heiligenkreuzer Hochschule, inzwischen Direktor von „Missio“ in Österreich.

Nach zwei weiteren Seiten des Lobens versichert der Verfasser: „Nein, dieses Buch wird keine Heiligsprechung von Pater Bernhard.“

Es ist aber von einer Seligsprechung nicht weit entfernt:

Auf S. 14 schreibt Pater Wallner weiter, auch Dr. Bues sei in den „Bannkreis“ (!) der „Faszinationskraft“ von Pater Bernhard geraten.

Abschließend bezeichnet Wallner ihn als „phänomenalen Mitbruder“. Das Buch erzähle davon, daß Gott durch Pater Bernhard „heilend und heiligend“ in diese Welt ausstrahlen wolle.

Was mag es nun bedeuten, wenn ein Priester „vor allem ein Heiler“ ist?

Typisch charismatisch steht hier nicht das Heil im Vordergrund, sondern die sog. Heilung, zumal „Heilung und Befreiung“ sich als Lieblingsvokabeln in dieser Szene etabliert haben.

Noch merkwürdiger erscheint Wallners Erklärung: „Er hat die Gabe des Lösens.“ – Damit ist natürlich nicht die sakramentale Lossprechung bei der Beichte gemeint, weil diese Vollmacht schon durch die Priesterweihe verliehen wird.

Es geht vielmehr um das in der Schwärmerszene vielgepriesene „Binden und Lösen“ von angeblich okkulten Belastungen und Bindungen etc, die mit einer Spruchformel „abgetrennt“ (!) werden.

Womit wir bereits beim springenden Punkt wären – dem Exorzismus nämlich.

Auf S. 160 schreibt Pater Bernhard über dazu: „Mit diesem Sakrament der Heiligen Weihe ist dann auch die exorzistische Weihe gegeben. Dies bedeutet, daß jeder Priester auch den Exorzismus beten darf.“

Das darf er damit noch keineswegs, weshalb sein nächster Satz dem vorhergehenden widerspricht:

„Das Gebet über Personen, von denen angenommen wird, dass sie besessen sind, bedarf allerdings einer bischöflichen Erlaubnis“ – und zwar einer schriftlichen, wie er hätte präzisieren sollen. Zudem muß es der für ihn zuständige Ortsbischof (nicht irgendein Bischof) sein.

Ihm selber sei, so heißt es weiter, diese „Erlaubnis erteilt“ worden, also hat Pater Bernhard sie von Erzbischof Schönborn erhalten.

Kritisch wird es freilich, wenn der amtliche kirchliche Exorzismus (der nur unter strengen Auflagen erteilt werden darf) mit jenem „Befreiungsdienst“ verwechselt oder vermengt wird, wie er in charismatischen Kreisen ausgeübt wird, teils auch von Laien. 

Selbst wenn Priester sich diesem „Befreiungsdienst“ verschrieben haben, um die hohen Hürden eines bischöflich gestatteten Exorzismus zu umgehen, begeben sie sich auf eine höchst problematische Ebene.

Pater Bernhard Vosicky empfiehlt für exorzierenden Geistlichen gewisse „Schulungen“ mit solchen Priestern, die schon länger in diesem „Befreiungsdienst“ stehen. Glücklicherweise sei in den letzten Jahrzehnten die Zahl der „gut ausgebildeten Geistlichen“ gestiegen, so daß sich in Deutschland und Österreich inzwischen ein „großes Team für den Heilungs- und Befreiungsdienst entfaltet“ habe (S. 163).

Die Zahl bischöflich ernannter Exorzisten hält sich zumindest hierzulande in sehr engen Grenzen.

Das „große Team“ der Heiler und Befreier bezieht sich auf den charismatischen „Befreiungsdienst“, der jedoch eine äußerst problematische Angelegenheit darstellt:

1. Da es sich dabei nicht um einen amtlichen und formalen Exorzismus handelt, ist eine bischöfliche Erlaubnis nicht erforderlich. Somit entfällt auch die dort integrierte Bedingung, vor einem Exorzismus erst einen Arzt bzw. Psychologen zu kontaktieren, um abzuklären, ob eine Besessenheit oder vielmehr eine psychische Erkrankung vorliegt (es kann auch beides zugleich der Fall sein).  

2. Bei den Betroffenen, dem in der Charismatikerszene ein „Befreiungsgebet“ angeraten oder gar aufgedrängt wird, entsteht so oder so der Eindruck, er sei vom Teufel besessen oder zumindest „umsessen“, ob nun ein Exorzismus oder ein „Befreiungsgebet“ stattfindet (wenngleich vom Ablauf/Ritus her einige Unterschiede vorhanden sind). Das kann zu erheblichen seelischen und geistlichen Schäden und Verunsicherungen führen, zumal gerade in Schwärmerkreisen schnell eine „dämonische Belastung“ herbeigeredet wird – manchmal sogar im Kontext einer sog. „Vorfahrensschuld“, von der man sich „lossagen“ müsse etc.

Bei mir melden sich seit Jahrzehnten immer mehr Menschen (darunter auch Personen aus der „Seelsorge“ von Pater Vosicky), die sich durch derartige Praktiken – wozu auch eine angebliche „Seelenschau“ gehört –  psychisch und teils auch psychosomatisch beeinträchtigt fühlen.

Vielfach werden Gläubige in diesem Spektrum mit sogenannten „besonders starken“ (!) Gebeten überrascht und überrannt, wobei sie nicht so recht wissen, wie ihnen geschieht, wenn sie nur „normale Fürbittgebete“ wünschten.

Die Situation wird gewiß nicht dadurch besser, daß man sie z.B. mit lateinischen Formeln konfrontiert, von denen die Betreffenden nicht wissen, ob es sich um eine Art Fern-Exorzismus, ein eigenwilliges „Heilungsgebet“ oder nur um einen üblichen kirchlichen Segen gehandelt hat. Von Aussteigerseite erfuhr ich, Priester hätten ihnen auf ihre Rückfrage hin die Auskunft darüber verweigert, was ihre Verunsicherung noch erhöhte.

Es existiert in der charismatischen Bewegung ein breites Feld seelsorglicher Übergriffe, man kann teils sogar von geistlichem Missbrauch sprechen. 

Leider ist die Biographie von und über Pater Bernhard Vosicky nicht geeignet, die gerade heutzutage so notwendige „Unterscheidung der Geister“ zu erleichtern, sie biblisch und kirchlich zu begründen und zu vertiefen. Vielmehr begünstigt es schwarmgeistige und irreführender Tendenzen innerhalb der Kirche.

HIER der zweite Teil der Rezension dieses Buches: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/

Zum Thema charismatisches „Binden und Lösen“ siehe auch hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/07/24/seelsorge-auf-abwegen-pfr-franck-und-das-charismatische-binden-und-loesen/

 


Tibetischer Mönch stirbt an Folgen der Folter

IGFM: Weitere Verhaftungen in Rot-China

Der tibetische Mönch und Blogger Gendun Sherab ist am 18. April 2020 an den Folgen der Folter, der er vor drei Jahren während der politischen Gefangenschaft ausgesetzt war, gestorben, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Gendun Sherab hatte 2017 Nachrichten des Dalai Lamas, dem spirituellen Oberhaupt der Tibeter, über soziale Medien verbreitet und war wegen „Verbreitung politisch heikler Dokumente“ verhaftet worden. Dabei handelte es sich um einen Lehrbrief des Dalai Lamas, in dem dieser die Wiedergeburt der religiösen Figur des Choedon Rinpoche anerkannte.

Nachdem Gendun Sherab des Klosters verwiesen worden war, stand der Mönch wegen seiner politischen Ansichten unter Beobachtung des chinesischen Geheimdienstes.

Gendun Sherab wurde während der dreimonatigen Haft immer wieder gefoltert. Trotz lebensbedrohlicher Verletzungen durfte er sich nicht im Krankenhaus behandeln lassen. So suchte er Hilfe bei der traditionellen tibetischen Medizin, die seine Leiden aber nicht wesentlich lindern konnte.

An den Folgen der Folter starb er nun in seinem Heimatort Barkal im Alter von 50 Jahren.

Wie die IGFM weiter berichtet, wurden Mitte März zehn Tibeter verhaftet, weil sie „Gerüchte“ in Zusammenhang mit dem Coronavirus verbreitet hätten. Immer häufiger werden kulturelle Aktivitäten von Tibetern unter dem Vorwurf der Bandenbildung verfolgt. So wurden im Januar zwölf Tibeter zu Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt, weil sie angeblich „eine kriminelle Bande“ gebildet sowie „abergläubische Lehren“ gepredigt hätten.

Zur Pressemitteilung auf der IGFM-Webseite (Langversion)

 


Ägypten: Koptischer Ex-Mönch Tawadros gesteht Mord an Bischof Epiphanius

Der Ägypter Wael Saad Tawadros, der noch bis vor wenigen Tagen Mönch des Klosters St Makarios war, wurde von den ägyptischen Justizbehörden als Täter des Mordes am koptischen Bischof Epiphanius identifiziert.

Der 64-jährige Bischof war in den frühen Morgenstunden des 29. Juli in dem Kloster tot aufgefunden wurde, das er als Abt leitete. Laut ägyptischen Medienberichten gestand der ehem. Mönch das Verbrechen und erklärte, dass er Bischof Epiphanius mit einer Eisenstange getötet hatte.

Am vergangenen 5. August wurde Tawadros, der bis dahin unter dem Ordensnamen Jesaja al Makary ein Mönch von San Makarios war, aus dem Kloster verwiesen und mit einer vom koptischen Patriarchen Tawadros II. unterzeichneten Anweisung aus dem Mönchsstand entlassen.

In den frühen Morgenstunden des 29. Juli wurde die Leiche von Bischof Epiphanius auf dem Weg zur Klosterkirche in einer Blutlache gefunden. Der Bischof wollte wie gewöhnlich den Tag mit Morgengebeten starten, bevor der Sonntagsgottesdienst beginnen sollte.

Der Bischof hatte als Wissenschaftler an der Übersetzung mehrerer Bibelwerke vom Griechischen ins Arabische mitgearbeitet. Die Mönche des Klosters St. Makarios hatten ihn am 3. Februar 2013 mehrheitlich zu ihrem Abt gewählt. Er pflegte intensive Beziehungen mit Freunden und Klostergemeinschaften der katholischen Kirche.

Quelle: Fidesdienst


Symbolgeschichte: WO der HIMMEL die ERDE berührt

Vor  langer Zeit lebte in einem Kloster ein Mönch, der mit großem Fleiß Theologie studierte. Als er alle Werke der frommen Kirchenlehrer und die ganze Bibel durchforscht  hatte, begann er weiter, in alten Schriften zu lesen und sein Wissen zu erweitern.

Eines Tages fand er in einem Buch die Stelle, die er schon lange gesucht hatte. Er las nämlich, daß  es irgendwo auf der Welt einen Ort gibt, wo Himmel und Erde sich berühren. Dort könne man eine Tür entdecken, die sich beim  Anklopfen von selber öffnet   –   und dann befinde man sich mitten im Himmel bei Gott, dem Herrn.

Sogleich erbat sich der Mönch von seinem Abt die Erlaubnis, diese Stelle zu suchen. Vergeblich wollte der alte Abt dem jungen Mönch dies Vorhaben ausreden. Gott sei überall, erklärte er ihm  –   und er könne dem Ewigen daher auch  überall auf Erden dienen. Der Weg zum Himmel sei  für alle Menschen und auch für jeden Mönch weit und beschwerlich.

Aber der Klosterbruder blieb bei seinem Plan und bat den Abt um seinen Reisesegen  –  und so ließ der Klostervorsteher seinen begabtesten und klügsten Mönch schweren Herzens ziehen. Dieser dankte dem Abt für alle Hilfe und versprach ihm, sobald wie möglich von seiner Fahrt zu berichten.

Der Mönch machte sich auf die Reise und besuchte alle Klöster und Bibliotheken, um nach seinem Ziel zu forschen. Es wurde Herbst und Winter  –  und die Reise immer beschwerlicher. Oft sah er sich von wilden Tieren oder bösen Menschen bedroht, aber sein Wanderbeutel enthielt keine Dukaten  –  und so ließ man ihn laufen.

Oft wollte der Ordensbruder schon in sein Kloster zurückkehren, aber er  glaubte weiterhin an den himmlischen Ort mit der geheimnisvollen Tür. Wieder wurde es Frühling und Sommer, er litt Hunger und Durst bei seinen Wegen über hohe Berge und durch tiefe Wälder.

Als  der Mönch eines Tages wieder ganz  verzweifelt war, folgte er erschöpft der Spur von Waldtieren: sie führte ihn immer tiefer in den Wald und endete auf einer großen Lichtung. Dieser Ort war so  herrlich inmitten der rauhen Bäume, daß ihn ein erhabenes Gefühl  erfüllte.

Ob hier das Ziel  seiner Reise sein könnte?  Schöner hat er nie ein Stück Erde gesehen!  Himmlische Stille und Harmonie lagen auf diesem von der Sonne so warm beschienen Ort. Zitternd vor Erwartung umschritt der Mönch diese Stätte des Friedens. Da hörte er das Plätschern eines Baches. Er entdeckte den Bach und ging an seinem Ufer entlang.

Das Wasser sprang von den Felsen herab, die glatt und warm in der Sonne lagen. Der Mönch kniete nieder und dankte Gott für die Schönheit der Schöpfung und den Trunk des frischen und klaren Wassers.  –   Als er aufschaute, fanden seine  Augen  nicht weit über dem Platz, wo er kniete, eine dunkle Stelle zwischen blühendem Gebüsch.

Geheimnisvoll faszinierteilte der Pilger, der den Himmel suchte, die kurze Strecke  bergauf.

Was er ahnte, wurde Gewißheit: die dunkle Stelle war eine Türe aus schwarzem, festem Holz. Der Mönch kniete freudig erschrocken  nieder  und bat Gott um Nachsicht für seine Neugier.

Dann nahm er allen Mut zusammen und klopfte dreimal feierlich an. Langsam öffnete sich die Tür. Zitternd tastete sich der Mönch aus der gleißenden Helle des Tages in dunklen Raum. Er betete und dankte Gott für die Erfüllung seiner Sehnsucht.

Wie lange er da gestanden und gebetet hatte, wußte er später nicht  mehr zu sagen. Als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten und er sich genauer umschaute, erkannte der Mönch zu seinem fassungslosen Erstaunen den Ort: er stand inmitten seiner alten Klosterzelle!

Er drehte  sich um, aber er fand keine Tür, geschweige die Felsen, den Bach, die Waldlichtung. Alles war so wie in seiner kleinen Behausung, als habe er sie nie verlassen: dort das Bett, der frisch gefüllte Wasserkrug und die Schüssel, das Stehpult mit der aufgeschlagenen Bibel; hier seine Kniebank mit dem geliebten Kreuz, das er damals beim Eintritt aus seiner Heimat  mitgebracht hatte.     

Er kniete sich auf seine  Gebetsbank  und bat  Gott  um Vergebung für seine dumme und unnütze Reise. Der Mönch erkannte  jetzt, daß  unser ganzes irdisches Leben eine Wanderung zu Gott ist, ein Pilgerweg in die Ewigkeit.

Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, ist immer dort, wo Gott uns hingestellt hat; dort, wo wir dem Höchsten am besten dienen können, ist diese geheimnisvolle Stätte.

FOTOs: Dr. Bernd F. Pelz