Bundesärztekammer verteidigt Verbot des ärztlich assistierten Selbstmords

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für den Erhalt des „Verbots der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ (§ 217 StGB) ausgesprochen.

„Ein Arzt überschreitet eine Grenze, wenn er seinem Patienten durch die aktive Tötung oder durch die Verfügungsstellung eines Medikamentes direkt zum Tode hilft“, erklärte Montgomery im rbb-Inforadio. „Aufgabe eines Arztes ist es nicht, Menschen zu töten oder ihnen den Weg in den Tod zu ebnen“.

Aufgabe von Ärzten sei es stattdessen, „einem Menschen den unausweichlichen Vorgang des Sterbens so erträglich wie irgend möglich zu machen“. Dazu gebe es heute Palliativmedizin.

Für Ärzte müsse klar sein, „dass wir als Helfende, als Heilende ans Bett treten und nicht als Tötende“, so Montgomery. Mit Blick auf die Verhandlung beim Bundesverfassungsgericht betonte er, er sei zuversichtlich, dass der gefundene Kompromiss, der auf einem guten und vertrauensvollen Arzt-Patient-Verhältnis aufbaue, vom Gericht bestätigt werde.

Quelle: ALfA-Newsletter


BÄK-Präsident Frank Montgomery: „Ärzte sind keine Sterbehelfer“

„Ein Stück aus dem Tollhaus“

Stellungnahme des Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, zum Referenten-Entwurf des Bundesjustizministeriums, wonach Mediziner und Pflegekräfte bei Suizidhilfe straffrei bleiben sollen:

„Das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Erst soll die gewerbsmäßige Sterbehilfe verboten werden und dann will das Justizministerium die gesetzlichen Grundlagen für Ärzte als Sterbehelfer schaffen.

Aber unsere Position ist klar, als Sterbehelfer stehen wir Ärzte nicht zur Verfügung.

Ärztinnen und Ärzte haben Sterbenden unter Wahrung ihrer Würde und unter Achtung ihres Willens beizustehen. Es ist ihnen aber verboten, Patienten auf deren Verlangen zu töten und sie dürfen auch keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.

Das ist in der Muster-Berufsordnung für die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland klar geregelt und findet sich so auch in den Berufsordnungen der Ärztekammern wieder. Diese sind nach den Heilberufegesetzen den Bundesländern unterstellt.

Wenn das Bundesjustizministerium nun in dem jüngsten Referentenentwurf meint, diese Länderzuständigkeit über ein Bundesgesetz aushebeln zu können, ist es schlecht beraten.

Warum das Justizministerium grundlegende medizin-ethische Werte in Frage stellt, Kompetenzen der Bundesländer ignoriert und einen Koalitionsstreit als Sommertheater inszeniert, bleibt unverständlich.“

 


Montgomery fordert Verbot der organisierten „Sterbehilfe“

Der Präsident der Bundesärztekammer vermutet eine Umgehung des „Sterbehilfe“-Verbots und fordert ein strikteres Gesetz.

Anlaß für die Vermutung des Ärztepräsidenten ist das jüngst veröffentlichte „Weißbuch 2012“ der Organisation „Sterbehilfe Deutschland“ des ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch. Laut diesem Bericht unterstützte der Verein im vergangenen Jahr 27 Menschen beim Selbstmord (Suizid).

Die angegebenen Daten entsprechen etwa den Ausmaßen in den Niederlanden und der Schweiz. Dort steigen die Zahlen seit Jahren.

78 % der Fälle waren Frauen, eine davon war erst 46 Jahre alt. Diese Ärzte agieren streng abgeschirmt. Zwar ist Beihilfe zum Suizid in Deutschland kein Straftatbestand. Nach dem in 2011 verschärften ärztlichen Standesrecht aber ist sie strengstens untersagt.

Die Regierungskoalition hatte im Jahr 2009 angekündigt, eine Verschärfung der Gesetze vorzunehmen. Die FDP will allein die gewerbliche „Sterbehilfe“ verbieten, die CSU jede Form.

Motgomery zeigte sich entsetzt darüber, daß es sich meistens um depressive und andere psychisch labile Menschen handelte, Menschen also, deren freier Wille eingeschränkt sei.

Die „Frankfurter Rundschau“ vom 10. April 2012 berichtet vom Fall eines „Herrn C“, dessen Willensfreiheit „durch die psychische Fehlentwicklung deutlich eingeschränkt“ sei.

Quelle: Webseite „Kultur und Medien“ der Aktion „Kinder in Gefahr“