Wie Israel einen Angriff durch Kampfesmut und das Gebet des Moses besiegte

Aus der heutigen liturgischen Sonntags-Lesung der kath. Kirche: Exodus 17,8-13:

In jenen Tagen kam Amalek und suchte in Refidim den Kampf mit Israel. Daher sprach Moses zu Josua: Wähle uns Männer aus, und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen. kt2012-p1110153

Josua tat, was ihm Moses aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Moses, der Hohenpriester Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen.

Solange Moses seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Moses die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Moses und er setzte sich darauf.

Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, so daß seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging.

So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.


Moses, Führer der Israeliten und „Knecht des HERRN“, stirbt in Moab

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Deuteronomium 34,1-12:

In jenen Tagen stieg Moses aus den Steppen von Moab hinauf auf den Nebo, den Gipfel des Pisga gegenüber Jericho, und der HERR zeigte ihm das ganze Land. ER zeigte ihm Gilead bis nach Dan hin,  ganz Naftali, das Gebiet von Efraim und Manasse, ganz Juda bis zum Mittelmeer, den Negeb und die Jordangegend, den Talgraben von Jericho, der Palmenstadt, bis Zoar. header_buch

Der HERR sprach zu ihm: Das ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob versprochen habe mit dem Schwur: Deinen Nachkommen werde ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen schauen lassen. Hinüberziehen wirst du nicht.

Danach starb Mose, der Knecht des HERRN, dort in Moab, wie es der HERR bestimmt hatte.

Man begrub ihn im Tal, in Moab, gegenüber Bet-Pegor. Bis heute kennt niemand sein Grab. Moses war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Sein Auge war noch nicht getrübt, seine Frische war noch nicht geschwunden.

Die Israeliten beweinten Moses dreißig Tage lang in den Steppen von Moab. Danach war die Zeit des Weinens und der Klage um ihn beendet.

Josua, der Sohn Nuns, war vom Geist der Weisheit erfüllt, denn Moses hatte ihm die Hände aufgelegt. Die Israeliten hörten auf ihn und taten, was der HERR dem Moses aufgetragen hatte.

Niemals wieder ist in Israel ein Prophet wie Moses aufgetreten. Ihn hat der HERR Auge in Auge berufen. Keiner ist ihm vergleichbar, wegen all der Zeichen und Wunder, die er in Ägypten im Auftrag des HERRN am Pharao, an seinem ganzen Hof und an seinem ganzen Land getan hat, wegen all der Beweise seiner starken Hand und wegen all der furchterregenden und großen Taten, die Moses vor den Augen ganz Israels vollbracht hat.


Nach Gesprächen mit dem HERRN leuchtete das Antlitz des Moses

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Exodus 34,29-35:

Als Moses vom Berg Sinai herunterstieg, die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand, wusste er nicht, daß sein Antlitz leuchtete, weil er mit dem HERRN geredet hatte.  Als Aaron (der erste Hohepriester) und alle Israeliten Moses sahen, strahlte sein Antlitz Licht aus  –  und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu kommen. kt2012-p1110153

Erst als Moses sie rief, kamen Aaron und alle Sippenhäupter der Gemeinde zu ihm zurück  –  und Moses redete mit ihnen. Dann kamen alle Israeliten herbei  –  und er übergab ihnen alle Gebote, die der HERR ihm auf dem Sinai mitgeteilt hatte.

Als Moses aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er über sein Gesicht einen Schleier. Wenn Moses zum HERRN hineinging, um mit IHM zu reden, nahm er den Schleier ab, bis er wieder herauskam. Wenn er herauskam, trug er den Israeliten alles vor, was ihm aufgetragen worden war.

Wenn die Israeliten bemerkten, daß sein Antlitz strahlte, legte er den Schleier über sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit dem HERRN zu reden.


Als sich die Israeliten in der Wüste nach den Fleischtöpfen Ägyptens sehnten…

Heutige Lesung der kath. Kirche: Buch Exodus 16,1-5.9-15:

Die Israeliten brachen von Elim auf und kamen in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der fünfzehnte Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.

Die ganze Gemeinde murrte in der Wüste gegen Moses und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch in Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen.1_0_648212

Da sprach der HERR zu Moses: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Wenn sie am sechsten Tag feststellen, was sie zusammengebracht haben, wird es doppelt soviel sein, wie sie sonst täglich gesammelt haben.

Dann sprach Moses zu Aaron: Sag der ganzen Gemeinde der Israeliten: Tretet hin vor den HERRN; denn er hat euer Murren gehört.
Während Aaron zur ganzen Gemeinde der Israeliten sprach, wandten sie sich zur Wüste hin. Da erschien plötzlich in der Wolke die Herrlichkeit des HERRN.

Der HERR sprach zu Moses: Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: Am Abend werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt sein von Brot, und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR, euer Gott, bin.

Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.
Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das?  –  Denn sie wußten nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt.


Christus will nicht als Schauwundertäter gelten, sondern als „Erfüller des Gesetzes“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Matthäus 8,1-4:

Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: HERR, wenn du willst, kannst du bewirken, daß ich rein werde.
Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein!  – Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
Jesus aber sprach zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemandem davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Moses angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (deiner Heilung) sein. media-444757-2

HINWEISE zur Auslegung:

Auf den ersten Blick mag es überraschen, daß Christus den geheilten Aussätzigen strikt auffordert: „Nimm dich in acht!  Erzähl niemandem davon!“  – Warum betreibt unser HERR keine „Reklame“ für sein wundertätiges Wirken, sondern verbietet sogar jedes Reden darüber?

Ganz einfach: Christus ist nicht als Wundertäter und „Heilkünstler“ zur allgemeinen Volksunterhaltung unterwegs, es geht ihm nicht um Schauwunder zum Erstaunen der Menge, sondern um eine wirkliche Umkehr der Menschen: „Kehrt um! Tut Buße! Das Reich Gottes ist nahe!“ 

So verkündet es auch sein Herold (Vorläufer), Johannes der Täufer, dem Volke.  Beide wollten, daß Menschen vor allem aufgrund der göttlichen BOTSCHAFT glauben, nicht so sehr wegen aufsehenerregenden „Zeichen und Wunder“.

Zudem weiß Christus, daß Wundertaten oft nur einen oberflächlichen „Glauben“ bewirken, der nicht in die Tiefe geht, sondern sich eher auf die „fünf Sinne“ stützt; ein solcher „Sinnesglaube“ hält in Notlagen und Herausforderungen des Lebens oftmals nicht stand.

Interessant ist, daß der Kranke Christus nicht etwa nur als „Meister“ oder „Lehrer“ (Rabbi) anspricht, sondern als HERR (Kyrios), was in der Heiligen Schrift immer für Gott selber steht, denn ER allein ist der HERR. Damit bekannte der Aussätzige ganz klar seinen Glauben an die Gottheit Christi.

„Dein Wille geschehe!“

Ebenso bedeutsam ist es, daß der Kranke ausdrücklich sagte: „Wenn du willst…“, also nicht etwa drängte: „Ich möchte unbedingt gesund werden, sorge  du dafür“  –  sondern vielmehr demütig bittet: „WENN du willst…“ 

Diese Haltung entspricht Christi eigenem Verhalten vor seinem Leiden: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“  – und auch der Vaterunser-Bitte des HERRN: „Dein Wille geschehe!“

Sodann sprach Christus zum Geheilten: „Zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Moses angeordnet hat.“ 

Dies war eine feste jüdische Regel, daß rein gewordene Aussätzige sich zu einem Priester begeben, denn nicht ein Arzt, sondern ein Priester mußte das Nichtmehrvorhandensein von Aussatz feststellen. Danach wurde ein Reinigungsritus am Tempel vollzogen und  Gott ein Dankopfer dargebracht, wie im AT (Lev 13 f) angeordnet.

Christus will das Gesetz des Alten Bundes keineswegs abschaffen, das betont gerade das Matthäus-Evangelium immer wieder, sondern ER ist in seiner Person die Erfüllung und Vollendung des  Gesetzes, das Moses auf Gottes Antrieb hin einst den Israeliten verkündete, wozu auch viele Ritualgesetze gehörten.

„Das“  – nämlich Christi Gehorsam gegenüber dem mosaischen Gesetz  –  soll für die jüdische Priesterschaft der „Beweis“ für Christi göttliche Sendung sein  –  und nicht etwa das Hinausposaunen seiner Wundertaten.

Felizitas Küble