Warum eine verfehlte amerikanische Politik zum Erstarken des Islamismus führte

Das US-amerikanische Gatestone-Institut ist ein politisch-strategischer Think-Thank bzw. hochrangiger Expertenrat mit Sitz in New York.

Das von prominenten Juden, früheren Diplomaten und Politikwissenschaftlern geprägte Institut veröffentlicht regelmäßig aktuelle Berichte und fundierte Analysen aus liberal-konservativer Sicht, wobei auch die Asylpolitik der deutschen Kanzlerin Merkel bereits kritisch durchleuchtet wurde.   IGFM-Kampagne-IKEA-Saudi-Arabien-1_01

Am heutigen 11. November 2016 erschien dort ein Artikel über den mißlungenen „arabischen Frühling“, der in Wirklichkeit für noch mehr Chaos sorgte oder sogar die radikal-islamischen Bewegungen vorantrieb. Dabei befaßt sich Nonie Darwish mit der verfehlten Politik Präsident Obamas im Nahen und Mittleren Osten.

Dessen Strategie ging von der Annahme aus, wenn die autokratischen weltlichen Herrscher in islamischen Ländern (etwa Libyen, Syrien, Ägypten) gestürzt werden könnten, würde das herrliche Zeiten für die Demokratie in dieser Region herbeiführen.

Stattdessen wuchs aber der Islamismus, wobei dieser sogar aktiv von den USA unterstützt wurde, um etwa das syrische Assad-Regime zu entmachten. Genau aus jenen vom Westen geförderten „Rebellengruppen“ erstarkte der IS nebst weiteren islamistischen Ablegern.

„Gatestone“ schreibt hierzu: „Nachdem Ägypten die Muslimbruderschaft niedergerungen hatte, verschob sich das Ziel, das islamische Kalifat in Ägypten zu gründen, einfach nach Syrien, dem einzigen arabischen Land, in dem ein säkularer muslimischer Führer den Arabischen Frühling überlebt hatte. CIMG0825

Die Förderung des Islam scheint auch ein wichtiger Faktor in der Gleichung Obamas für Amerika gewesen zu sein. Staatssekretär Hillary Clinton folgte ihm und veranstaltete mehrere geschlossene Konferenzen über „Religionsdiffamierung“, um die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und jede Kritik am Islam international mit Geldstrafen und Gefängnis zu kriminalisieren. Sie gibt lieber der freien Meinungsäußerung die Schuld am Terrorismus als den gewalttätigen Lehren des Islam.“

Zudem weist der Bericht von Darwish darauf hin, daß Obamas erste große Präsidentschaftsrede am 4. Juni 2009 in Kairo stattfand – und zwar „vor einer großen Anzahl islamischer Scheichs und Mitgliedern der Muslimbruderschaft“. 

Weiter heißt es: „Obama ermutigte und legitimierte sie. Ein verachteter ägyptischer Präsident Hosni Mubarak nahm nicht teil. Damit wurde mit dem Segen der Vereinigten Staaten der Aufstieg der muslimischen Bruderschaft in Ägypten begonnen.“

Aus Sicht des Gatestone-Instituts war genau dies das langersehnte Ziel der Muslimbruderschaft: „Amerikas Hilfe zu bekommen, um die Diktaturen – damals zumeist militärisch und säkular – zu stürzen, sie dann aber durch sich selbst, die Islamisten, zu ersetzen.“

Quelle für die Zitate: https://de.gatestoneinstitute.org/9306/amerika-arabischer-fruehling

HINWEIS: Unser CHRISTLICHES FORUM hat allein über die Causa SYRIEN über 140 Artikel und Berichte veröffentlicht  –  und hierbei von  v o r n h e r e i n  vor den dortigen islamistischen Rebellen gewarnt – zu einem Zeitpunkt, als diese immer noch von westlicher Seite leichtfertig unterstützt wurden. Hier z.B. unser Artikel vom 9. Februar 2012, also vor fast fünf Jahren: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/09/katholischer-patriarch-warnt-vor-sturz-des-assad-regimes/


Ägypten: Gemäßigte Muslime solidarisieren sich mit Christen gegen die Diktatur der Muslimbruderschaft

Am Nil hat das Gedenken an den Sturz von Präsident Mubarak vor zwei Jahren ein breites Aufbegehren gegen das neue Regiment der Muslimbrüder gebracht. Wie Ende Januar 2011 lautet auch jetzt die Losung „Brot, Freiheit, Gerechtigkeit“.

Der Ruf nach dem Lebensnotwendigen wird diesmal noch ungeduldiger als im Januar 2011, hat sich doch die Versorgungslage unter den Muslimbrüdern akut verschlechtert, die Arbeitslosigkeit ufert aus und die ägyptische Währung stürzt ab. Obwohl in der Bruderschaft mehrheitlich privat erfolgreiche Unternehmer sitzen, versagen sie jetzt bei der Nationalökonomie.

Jene Massen, die von Freitag bis Sonntag in fast allen Städten auf die Straßen gingen, wurden mit scharfen, tödlich gezielten Schüssen empfangen. Nicht genug der vielen Toten und hunderten Verwundeten auf den Straßen und Plätzen von Kairo, Ismailia oder Suez; nun hat die Justiz ausgerechnet jetzt gleich 21 Todesurteile verhängt, die neue Unruhe auslösten. Es ging um blutige Ausschreitungen von Fussballfans im Stadion von Port Said. Der harte Urteilsspruch ausgerechnet am Jahrestag der ägyptischen 11er Revolution mußte Öl ins Feuer giessen.

Die Muslimbrüder scheinen jedoch diese Konfrontation zu suchen, um mit dem wachsenden Volkswiderstand gegen ihr Regime aufzuräumen. Mursi spricht bereits von einer „Konterrevolution“ und verhängt erneut den Ausnahmezustand, wie er unter Mubarak geherrscht hatte.

Aber noch nie waren in Ägypten alle demokratischen Kräfte  –  Christen und moderate Muslime –  so solidarisch wie in dieser schweren Stunde.

So hatten die Islamisten zum orientalischen Weihnachtsfest am 7. Januar dazu aufgerufen, Kopten und andere Christen bloß nicht zu beglückwünschen. Doch Maher Kamal, der eben aus Ägypten zurückgekehrte Präsident der koptisch-orthodoxen Kirchgemeinde von Zürich-Dietlikon, berichtet genau das Gegenteil: „Ich habe früher nie so viele und so herzliche Glück- und Segenswünsche von Muslimas und Muslimen auf Weihnachten erhalten wie diesmal!“

Würden Muslimbrüder und Salafisten mehr als auf ihre Hasspredigten auf den Koran hören, so fänden sie dort in der „Sure Marjam“ (Maria) die Jesus bejahende Aussage: „Heil Dir am Tag Deiner Geburt!“ 

Autor: Heinz Gstrein
Quelle: http://www.jesus.ch


Ägypten: Präsident Mursi und seine Beteuerungen – der Schein trügt!

Unter Mursi mehr Anklagen wegen „Präsidentenbeleidigung“ als in 30 Jahren Mubarak-Regime

Um Ägypten ist es oberflächlich ruhig geworden. Die neue, islam-orientierte Verfassung ist in Kraft getreten und ihre Gegner gönnen sich jetzt eine Ruhepause nach dem vergeblichen Kampf gegen dieses Grundgesetz der Muslimbrüder.

Staatspräsident Mursi nützt die Erschöpfunsphase seiner Widersacher zu einer grossen Beschönigungsaktion seiner islamistischen Herrschaft im Ausland. Sogar die FAZ  gab Mursis Beteuerungen unkritisch wieder: Er behauptete, daß auch in einem von der Muslimbruderschaft regierten Ägypten die Christen frei und gleichberechtigt wären.

Tatsächlich gehen Angriffe auf koptische Kirchen und Gemeinde-Einrichtungen unvermindert weiter, ebenso die Gefängnisstrafen für Muslimas und Muslime, die zum Christentum konvertieren.

Mursis irreführendes Interview vor seinem Staatsbesuch in Berlin gipfelt in der Behauptung: „Die Zeit der Diktatur ist vorbei!“   

Tatsache ist jedoch – wie der Kairoer Anwalt Eid nachweist –  daß in den 200 Tagen von Mursis Herrschaft schon mehr Anklagen wegen „Präsidentenbeleidigung“ erhoben wurden, als in den 30 Jahren unter Mubarak.

Auch die Islamisierung des öffentlichen Lebens geht munter weiter. TV-Sprecherinnen und Flugbegleiterinnen der Egypt Air werden Schleier aufgezwungen, die Schulbücher von Bildern unverschleierter Frauen „gereinigt“. Sogar das Foto der großen ägyptischen Frauenrechtlerin Durriya Shafiq (1908-1975) muss sich seine Schwärzung gefallen lassen.

Die früher oft konkurrierenden Kirchen Ägyptens schliessen sich nun auf die Parlamentswahlen im April zu gemeinsamer Kampagne für eine Verfassungsrevision zusammen: Orthodoxe, evangelische und katholische Kopten sowie die kleineren christlichen Gemeinschaften.

Bisher waren die Erdrutsch-Wahlerfolge der Muslimbrüder nach dem Sturz von Mubarak vor zwei Jahren in erster Linie auf die Vereinnahmung der gesamten islamischen Strukturen für ihre politischen Ziele zurückzuführen. Alle anderen Parteien, die aus dem Nichts anfangen mußten, sind dadurch von Anfang an ins Hintertreffen geraten. Das muß jetzt für die Parlamentswahlen verhindert werden. 

Autor: Heinz Gstrein
Quelle: http://www.jesus.ch