Münster: Gedenkabend für Märtyrer der NS-Diktatur mit Dr. Mosei Boroda am 25. Nov.

Von Felizitas Küble

Der christenfreundliche jüdische Literat und Komponist Dr. Moisei Borada (siehe Foto) hält demnächst wieder eine eine geistlich-musikalischen Lesung im Gedenken an christliche Märtyrer des 20. Jahrhunderts.

Dabei soll vor allem an katholische Priester erinnert werden, die während der NS-Diktatur für ihren Glauben starben.

Die Gedenkveranstaltung beginnt am kommenden Sonntag, dem 25. November, um 17 Uhr in der Kirche St. Clemens in Münster-Hiltrup (Hohe Geest in 48165 Münster). Danach gibt es für alle Interessierten einen Empfang im Pfarrheim.

Der Anlaß für diese Andacht ist das zehnjährige Bestehen des Arbeitskreises Bernhard Poether. Dieser katholische Kaplan hatte sich während der NS-Diktatur für eine polnische Familie eingesetzt, um sie aus den Fängen der Polizei zu holen. Am Tag darauf wurde er verhaftet und starb später im KZ Dachau. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/26/pfarrfest-in-muenster-hiltrup-zeigte-kelch-des-priesters-und-kz-opfers-bernhard-poether/)

Die Veranstaltung beginnt mit einer Diashow und Musik. Der Hiltruper Pfarrer Nike Netzler begrüßt die Gläubigen. Die erste Lesung erinnert an Kaplan Poether, die zweite an den seligen Karl Leiser. Auch dieser Geistliche starb  – wie tausende weiterer Priester – als Opfer der NS-Tyrannei im KZ.

Monika Kaiser-Haas, die Vizepräsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises, hält diese Gedenkansprache.  (Ein Lebensbild des Seligen hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/06/17/der-selige-karl-leisner-priester-bekenner-und-maertyrer-in-schwer-bedraengter-zeit/)

Es folgen weitere Lesungen, die an christliche Blutzeugen erinnern, wozu auch die bekannten vier Lübecker Märtyrer gehören.

Nach jeder Lesung erfolgt eine Diashow und klassische Musik (z.B. Bach, altgeorgische Choräle).

BILD: Buchtitel über Kaplan Bernhard Poether

Zum Abschluß sprechen Dr. Mosei Boroda und Pfarrer em. Ewald Spieker aus Hiltrup.

Die Gesamtkomposition des Abends liegt bei dem jüdischen Schriftsteller und Musikwissenschaftler Dr. Boroda aus Georgien. Er lebt seit vielen Jahren in Herne (Westfalen) und setzt sich unermüdlich für das Andenken von Menschen – zumal Geistlichen – ein, die in der NS-Diktatur wegen ihres Glaubens bzw. ihrer Nächstenliebe ermordet wurden.

Dem Autor wurde 2016 der Ehrentitel „Botschafter georgischer Kultur“ verliehen; zudem erhielt er Literaturpreise und das Ehrendiplom der „Gesellschaft für die Renaissance jüdischer Kultur“.


Münster-Hiltrup: „Großes Gebet der Eidgenossen“ am Sonntag, 16. September

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Das Fatima-Weltapostolat im Bistum Münster lädt ein zur Eucharistischen Anbetung mit dem „Großen Gebet der Schweizer Eidgenossen“ am 16. September 2018 (14 bis 18.30 Uhr) in die Kirche St. Clemens in Münster-Hiltrup (Patronatsstraße 2 in 48165 Münster):
In der Einladung heißt es dazu: 

Als Christen dürfen wir nicht die Augen verschließen vor den Nöten in unserer Zeit. Unsere Welt, in der immer mehr Menschen sich von Gott abwenden, befindet sich geistig in großer Not. Wir sind zum Gebet aufgerufen, stellvertretend für so viele Menschen, die heute unter großer Not leiden, aber vielleicht selbst nicht beten können.

Das „Große Gebet“ der Schweizer Eidgenossen, zu dem wir herzlich einladen, ist ein besonders wertvolles und wirkungsvolles Gebet. Es ist in der Schweiz in Zeiten großer Not entstanden und wurde auch vom hl. Nikolaus von Flüe gebetet.

In Verbindung mit dem betrachtenden Rosenkranzgebet wird es helfen, unsere Not zu mindern und uns geistig neu auszurichten. Im Blick darauf sind die Texte des „Großes Gebetes“ formuliert. In beeindruckender Weise schlägt es einen großen Bogen durch die Hl. Schrift und trägt die Menschheit in ihrer geistigen Not vor Gott.

Dementsprechend dauert dieses Gebet über einen langen Zeitraum. Es wird um 14 Uhr beginnen und bis etwa 18.30 Uhr dauern.

Natürlich können Sie während des Gebetes kommen und gehen, wie es für Sie persönlich möglich ist. Es wird während des Gebetes auch Pausen geben und jeder kann sich eine kleine Stärkung mitnehmen.

Charakteristisch für das „Große Gebet“ ist, dass es in verschiedenen Körperhaltungen gebetet wird, was gerade bei so einem langen Gebet wichtig ist, um Körper und Geist in Einklang zu halten.

Seien Sie herzlich eingeladen zu diesem wirkmächtigen Gebet aus der Tradition der Kirche.

Rückfragen beim Fatima-Weltapostolat in Sendenhorst: 02526-9387738


Pfarrfest in Münster-Hiltrup zeigte Kelch des Priesters und KZ-Opfers Bernhard Poether

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag (26.8.) wurde in der Gemeinde St. Marien in Münster-Hiltrup das jährliche Pfarrfest gefeiert.

Dabei gab es nicht nur ein fröhliches Treiben, allerlei Spiele, Bücherbasar, Infostände und ein Zirkuszelt mit gekonnten Vorführungen, sondern auch jede Stunde eine Kurzansprache von Pfarrer i.R. Ewald Spieker auf dem Kirchplatz.

Der Priester zeigte den interessierten Besuchern den originalen Primiz-Kelch von Kaplan Bernhard Poeter und erwähnte sein heldenhaftes Leben. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“ (siehe Foto).

Allein im Konzentrationslager Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen von Schikanen, Hunger und Entbehrungen.

Pfarrer Spieker setzt sich seit einigen Jahren für die Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether ein und hat hierfür tausende Unterschriften gesammelt.

Der Märtyrer war in Hiltrup zur Schule gegangen und 1932 in Münster zum Priester geweiht worden.

Dieser tapfere Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Das erste Foto zeigt den nicht „nur“ künstlerisch wertvollen Kelch des Blutzeugen. Er ist vor allem das geistig-geistliche Vermächtnis des Bekenner-Kaplans, denn der Kelch enthält gleichsam sein Lebensprogramm.

Im unteren Teil – der aus Silber gefertigt ist – sehen wir vorne ein eingraviertes Kreuz mit zwei Balken, wie dies in den östlichen Kirchen üblich ist. Bernhard Poether wollte als Missionar nach Rußland gehen, daher erlernte er in Eigenregie die russische Sprache.

In kyrillischer Schrift finden wir auf seinem Kelch die Worte: „In diesem Zeichen wirst Du siegen“.

Zudem heißt es  – ebenfalls auf russisch  –  vielsagend: „Am Altare muss ein Priester stehen, der nicht mit Worten allein, sondern durch die Taten das Volk ermahnt, zu bekennen und Zeugnis abzulegen.“

Daran hat sich dieser junge Geistliche selber gehalten und sein unbeugsames Zeugnis brachte ihm den Märtyrertod.

Zudem finden sich auf dem „Fuß“ des Kelches die Abbildungen der heiligen Kyrillus und Methodius, beide waren frühmittelalterliche Missionare der Slawen. Der vergoldete obere Teil des Meßkelchs und der silberne „Fuß“ wird verbunden durch einen weißen Edelstein als Mittelstück.
Den Primizkelch erhielt die Pfarrgemeinde St. Marien von der  – inzwischen verstorbenen  – Schwester dieses NS-Opfers.

Der Kelch von Kaplan Poether wird bei besonders festlichen Anlässen in der Pfarrkirche St. Marien bei der Zelebration der hl. Messe verwendet.

 

 

 

 


CHRISTUS ist unser göttlicher „Kumpane“

Von Felizitas Küble

Es würde wenig ehrfürchtig klingen, wenn wir sagen, Christus sei unser „Kumpel“, obgleich ER seine Jünger als „Freunde“ bezeichnet hat. Aber „Kumpel“ klingt für den Sohn des lebendigen Gottes wirklich zu flapsig und oberflächlich!

Schaut man sich aber die sprachliche Herkunft dieses Wortes an, sieht die Sachlage anders aus, denn der Begriff kommt vom lateinischen „Cumpane“. 

Dieser Ausdruck leitet sich ab von „Cum Pane“  (Pane = Brot, cum = mit)  –  es ist also jemand, der das Brot mit uns teilt. (Daraus ergeben sich dann auch bekannte Begriffe wie Kompanie und Companion.)

Die Mahlzeit  – vor allem sein Brot – mit jemandem teilen, gilt seit jeher als Zeichen von Freundschaft und Verbundenheit.

Interessanterweise erkannten die Emmaus-Jünger unseren HERRN beim Brotbrechen (Lk 24,31).

Zwar brannte schon vorher ihr Herz, als ER ihnen die Heilige Schrift  –  die Prophetie des Alten Bundes – erschloß und auf sich als Messias bezog. Doch erst als ER mit ihnen zu Tisch saß und das Brot brach, wußten sie: ER ist es, der Heiland des jüdischen Volkes und Erlöser der Welt. Daher bezeichneten die ersten christlichen Gemeinden die heilige Eucharistie als „Brotbrechen“.

Diesen interessanten sprachgeschichtlichen Hinweis erzählte heute in Kurzform der Geistliche bei seiner Predigt vor der Marien-Kirche von Münster-Hiltrup bei der Fronleichnamsmesse. Danach folgte die Prozession (siehe Foto) mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin bzw. „Himmel“ durch die Straßen der Stadt, um Christus als höchsten HERRN zu ehren, der im Altarsakrament wahrhaft zugegen ist.

HIER gibt es übrigens einen Kanon (eignet sich vor allem als Tischgebet) mit dem Titel „KumPane –  der das Brot mit mir teilt: http://www.familiengebet.de/index.php?id=79

 


Prof. Dr. Helmut Moll informierte über die Seligsprechung in der katholischen Kirche

Von Felizitas Küble

Pfarrer Ewald Spieker begrüßte den Kölner Prälaten Prof. Dr. Helmut Moll am Sonntag, dem 26. März 2017, im Gemeindesaal von St. Clemens in Münster-Hiltrup. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“. 

Allein im KZ Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, weit über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen der Schikanen und Entbehrungen.

Auf der Veranstaltungen wurden Unterschriften für eine Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether gesammelt, der in Hiltrup zur Schule ging und in Münster zum Priester geweiht wurde. Dieser Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen heroischen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Prof. Moll (siehe Foto) hielt einen Vortrag über das grundsätzliche Thema: „Die Bedeutung einer Seligsprechung und ihre Durchführung auf der diözesanen Ebene“.

Der Prälat ist ein ausgewiesener Experte hierzu: Er war über zehn Jahre theologischer Konsultor an der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren. Im Auftrag der Dt. Bischofskonferenz brachte er das „Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ heraus, das 2015 bereits in sechster Auflage erschien.

Unter den Zuhörern der Veranstaltung befand sich auch Monika Kaiser-Haas mit ihrem Mann; sie ist die Nichte des ebenfalls im KZ Dachau verstorbenen Priesters Karl Leisner und stellv. Leiterin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Unser zweites FOTO zeigt das Ehepaar aus Münster-Hiltrup im Gespräch mit Prälat Moll nach dieser Tagung.

Zu Beginn seines Vortrags erwähnte Professor Moll, daß Papst Johannes Paul II. im Jahre 1983 den „advocatus diaboli“ bei den Selig- und Heiligsprechungs-Verfahren abgeschafft hat. Dieser  –  wörtlich übersetzt  –  „Anwalt des Teufels“ war damit beauftragt, alles Mögliche an skeptischen Infos, Einwänden und bedenklichen Tatsachen über den zur Debatte stehenden Selig-/Heiligsprechungs-Kandidaten zusammenzuschen, was er auftreiben konnte. 

War es also vorher eher ein kirchenjuristisches Pro-und-Contra-Verfahren, so liegt seit 1983 der Schwerpunkt eher auf einer historischen Vorgangsweise. Neben Geschichtswissenschaftlern werden auch theologische und medizinische Fachgutachten von sog. Konsultoren eingeholt, um ein umfassendes und durchaus ggf. auch kritisches Bild über die betreffende Persönlichkeit zu gewinnen. 

Die Untersuchung konzentriert sich  – so Prof. Moll –  vor allem auf die letzten zehn Lebensjahre des Kandidaten, der einen heroischen (heldenhaften) Tugendgrad aufweisen sollte, zumal bei den drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), aber auch den vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit.  – Dieser außergewöhnliche Tugendgrad bedeutet aber nicht eine Art moralische Vollkommenheit, die ohnehin GOTT selbst vorbehalten bleibt.

Der Referent bedauerte, daß bislang nur zwölf Persönlichkeiten aus Südamerika zur „Ehre der Altäre“ erhoben wurden. Etwas ironisch fügte er an, Europa sei zwar voller Heiliger, zugleich aber auch voll von „leeren Kirchen“.

Manche Persönlichkeiten wie der Schweizer Einsiedler Klaus von Flüe oder Albertus Magnus haben sehr lange auf ihre Heiligsprechung „gewartet“, der letztgenannte gar ca. 500 Jahre. Manche Selig- bzw. Heiligsprechungen seien in der Öffentlichkeit umstritten, sagte Prälat Moll, etwa jene des letzten österreichischen Kaisers Karl I., von Papst Pius IX. oder dem Opus-Dei-Gründer Escriva de Balaguer.

Der Redner plädierte für einen größeren Anteil von Laien, zumal von Ehepaaren. Er berichtete, daß vor allem Papst Johannes Paul II. besonders viele heiliggesprochene Eheleute wünschte. In diesem Sinne hat Prälat Moll ein neues Buch mit dem Titel „Selige und heilige Ehepaare“ veröffentlicht.

Reguläre Seligsprechungsverfahren gibt es erst in der Neuzeit seit Papst Urban VIII.; im Altertum und Mittelalter habe man allein die Heiligsprechung gekannt; in der christlichen Antike geschah dies dadurch, daß der Bischof die Gebeine bzw. Reliquien vorbildlicher Christen oder Märtyrer in die Bischofskirche übernahm und so gleichsam „zur Ehre der Altäre erhob“. Die orthodoxe Kirche kennt bis heute keine Seligsprechungen, verehrt aber sehr wohl auch ihre Heiligen (manche von ihnen, wie z.B. den hl. Nikolaus, gemeinsam mit der kath. Kirche).  index

BILD: Titel des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts (Blutzeugen der Kirche unter dem Kommunismus, Nationalsozialismus, Missionsgebiete, Märtyrer der Reinheit).

Damit ein Seligsprechungsverfahren erfolgreich läuft, müssen von neun Gutachten der hinzugezogenen Konsultoren sieben positiv beschieden sein, also für eine Beatification (Seligsprechung) plädieren. Die sog. Relatoren üben ergänzend noch eine beratende Funktion aus. Der Postulator leitet im Auftrag des Bischofs das Verfahren. Dies zeigt, daß ein solcher „Prozeß“ von seiner Struktur her sehr gründlich durchgeführt werden soll.

Voraussetzung für eine Verfahrenseröffnung ist die auf diözesaner bzw. bischöflicher Ebene erfolgte Erklärung, daß der Betreffende ein „Diener Gottes“ ist, was eine private Verehrung durch die Gläubigen ermöglicht. Etwa ein Drittel der Verfahren scheitern oder „bleiben hängen“ (kommen nicht weiter), führen also nicht zur Seligsprechung.

Eine amtskirchliche bzw. liturgische Verehrung in der ganzen Kirche beginnt erst nach einer Heiligsprechung  –  nach einer Seligsprechung nur räumlich begrenzt (in einem bestimmtem Bistum oder einer Ordensgemeinschaft). Bei einigen Seligsprechungen hat die Kirche den liturgisch-öffentlichen Kult zurückgedrängt, etwa beim „Anderl von Rinn“. Bei den Abbildungen erhalten allein die Heiligen einen Nimbus, die Seligen „nur“ eine Gloriole.

Für eine Seligsprechung ist zusätzlich zum positiven Abschluß des Verfahrens normalerweise ein Wunder nötig, für eine Heiligsprechung ein weiteres Wunder; diese müssen im Falle von Heilungen jeweils von medizinischen Gutachten bestätigt sein. (Eine solche Wunderheilung muß schnell geschehen, vollständig und dauerhaft sein.) Bei Märtyern ist ein postmortales (nach dem Tod erfolgendes) Wunder  für die Seligsprechung nicht erforderlich, weil das Blutzeugnis selber bereits als Wunder gilt, das durch Gottes Gnade ermöglicht wird. Die Heiligsprechung eines Märtyrers bedarf aber eines Wunders.

Abschließend erwähnte Prof. Moll, daß Papst Franziskus, der dem Jesuitenorden angehört, den relativ unbekannten, seliggesprochenen Jesuitenpater Peter Faber, der ein Gefährte des Ordensgründers Ignatius von Loyola war, erstaunlicherweise einfach per Dekret zum Heiligen erklärt habe  –  also ohne das übliche kirchliche Prozedere und ohne das sonst nach der Seligsprechung zusätzlich erforderliche Wunder.

Der Redner erläuterte abschließend die Bedeutung der Heiligen als „Leuchttürme des Glaubens“, als Zeugen für Christus und als Fürsprecher für uns.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Münster-Hiltrup: Stuhlkreise statt Kniebänke in der alten St. Clemens-Kirche?

Pfarreirat will „vorgegebene Bedingungen aufbrechen“

Im Herbst 2013 wurde 80 geladenen Gästen in der alten St.-Clemens-Kirche in Münster-Hiltrup ein Gastmahl mitten im Gotteshaus geboten. Wir haben damals kritisch hierüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/04/protest-in-munster-ein-gastmahl-gehort-nicht-in-die-kirche/

Nun schildert eine aktuelle Mitteilung an die Clemens-Gemeinde, die bei den Pfarrei-Nachrichten der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ veröffentlicht wurde, daß der Pfarreirat ein neues „Projekt“ beschlossen habe, nämlich „eine alternative Situation der Sitzplätze auszuprobieren“: P1020947 - Kopie

„In der Zeit vom 24. Oktober bis zum 21. November 2015 sollen die Bänke versuchsweise entfernt und durch eine provisorische Einzel-Bestuhlung ersetzt werden.“

Verschiedene Gruppen hätten den Wunsch nach einem „flexiblen“ Raum geäußert, heißt es weiter. So könnten zB. die Kinder „im Stuhlkreis eine Andacht feiern“ oder es könnten Bibelgespräche in der Kirche stattfinden etc. –  Man fragt sich, wozu es in dieser Gemeinde ein Pfarrheim bzw. Gemeindehaus gibt, um Stuhlkreise oder Bibelrunden anzubieten.

Nun bestehe also vier Wochen lang die Möglichkeit, den Kirchenraum „anders zu erleben“ sowie ein „Gefühl für eine Bestuhlung zu bekommen, die immer, je nach Bedarf, veränderbar ist“.

Am Schluß kommt jenseits der zunächst erwähnten „praktischen“ Überlegungen vermutlich das eigentliche Motiv zur Sprache:

„Wir wissen, dass der Kirchenraum Einfluss auf die Liturgie hat“, weshalb er „durch seine Gestaltung und somit auch durch die Bänke Bedingungen“ setze:

„Mit dieser Initiative wollen wir die vorgegebenen Bedingungen aufbrechen und einladen, neue Wege zu gehen.“

Mit anderen Worten: Die Kniebänke sollten entfallen. Damit wird für die Kirchgänger das Knien (etwa bei der hl. Wandlung bzw. Anbetung des Altarsakramentes) erheblich erschwert und ggf. bei alten oder kranken Personen unmöglich gemacht. Stattdessen ist das gemütlichere Sitzen und zumal der „Stuhlkreis“ angesagt.

Wird hier das Gotteshaus gezielt mit einem Gemeindehaus „verwechselt“?


Münster: Fragen an Prof. A. Karimi verliefen im Sande und manche Antworten im Nebel

Von Felizitas Küble

Den folgenden Leserbrief sandte ich an die „Westfälischen Nachrichten“ (WN), nachdem dort am 22. Mai 2015 ein Artikel erschienen war, in dem  – aus meiner Sicht – einseitig über eine Vortragsveranstaltung zum ISLAM berichtet und skeptische Fragesteller unfair abgekanzelt wurden. 009 - Kopie (2)

Die WN haben meine Zuschrift am Freitag, den 29. Mai, größtenteils veröffentlicht. Hier folgt nun die vollständige Fassung meiner kritischen Wortmeldung:

„Dieser Artikel über die Vortragsveranstaltung im katholischen Pfarrheim St. Clemens (Münster-Hiltrup) erinnert eher an einen subjektiv gefärbten Kommentar als an den Versuch einer neutralen Berichterstattung. So wird zum Beispiel munter behauptet, die Tagung mit dem islamischen Religionsphilosophen Ahamad Karimi  habe „offenbart“, wie tief hierzulande teilweise „Angst und Argwohn gegenüber dem Islam verankert“ seien.

Zudem wird der „harte und teils aggressive Ton“ beklagt, den einige Besucher bei ihren Fragen an den Referenten artikuliert hätten. Das Lob an den Vortragsreder, der versucht habe, „umfassend zu antworten“, trifft nach meiner Einschätzung allenfalls teilweise zu; bei mir und anderen Teilnehmern, mit denen ich sprach, entstand vielmehr der Eindruck, daß er sich zuweilen in ausweichende Floskeln flüchtete. Köln-MoscheeDSC_0596_ShiftN

In dem Bericht findet sich zudem kein Hinweis auf die Tatsache, daß Prof. Karimi weder während noch nach seiner Rede bereit war, auch nur eine einzige jener Fragen zu zitieren oder gar zu beantworten, die schon im Vorfeld der Veranstaltung in mehreren Kirchen in Briefboxen eingesammelt wurden.

BILD: Große Moschee in Köln-Ehrenfeld (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Auch die mehrfach geäußerte Bitte an den Referenten, zumindest auf einen Teil jener Fragen einzugehen, blieb unerfüllt. Dennoch wurde ihm dieses etwas befremdlich erscheinende Verhalten von den Besuchern des Abends keineswegs vorgeworfen, was bei einer angeblich „aggressiven“ Stimmung sicherlich der Fall gewesen wäre.

Auf dem Einladungflyer zu der Veranstaltung war überdies zu lesen, es gehe dabei um die Themenbereiche: „Wie integriert sind Muslime? – Ist der Islam eine friedliche Religion oder eine, die zu Gewalt aufruft? – Wie verhält sich „der“ Islam gegenüber Frauen?“ 

Auf diese Aspekte ging der Vortrag von Dr. Karimi aber allenfalls am Rande ein; vielmehr beschäftigte er sich im akademischen Stil einer Universitäts-Vorlesung weitgehend abstrakt mit religionsphilosophischen, mystischen und poetischen Einschätzungen, welche weniger über den Islam „an sich“ aussagen, als vielmehr die persönliche Spiritualität des Redners aufzeigen, die sicherlich interessant sein mag. Doch verfehlte der Vortrag damit weitgehend die in Pfarrbriefen und Einladungszetteln vorgestellten Themen von der Gewaltproblematik bis zur Unterdrückung der Frau.

IGFM-Kampagne-IKEA-Saudi-Arabien-1_01 Nachdem der Redner sich nicht bereitfand, die bereits gesammelten Fragen zu beantworten, war es nur logisch, daß in der Diskussionsrunde nun jene Gesichtspunkte zur Sprache kamen, welche vielen Menschen auf den Nägeln brennen. Im Zeitungsbericht werden beispielhaft drei Fragen genannt, wobei im nächsten Satz ein angeblich „oftmals vorwurfsvoller Unterton“ beklagt wird. Diese Unterstellung ist aus meiner Sicht unberechtigt.

Da es sich bei zwei der drei zitierten Beispiele offenbar um meine Fragen handelt, kann ich dazu klar Stellung beziehen: Zur Frage „Warum tut der Islam nicht mehr gegen terroristische Gruppen wie ISIS?“ erwähnt der Autor hierzu Dr. Karimis Antwort, „daß die Menschen in den betroffenen Ländern nicht einfach auf die Straße gehen könnten, da sie dann noch härtere Repressionen zu erwarten hätten“.  

In Wirklichkeit haben weder ich noch andere Besucher eine solch unrealistische Erwartung geäußert. Vielmehr erklärte ich, gerade um zu verdeutlichen, daß die Mehrzahl der Muslime mit dem Islamismus nichts am Hut hat, sei es doch wichtig, daß jene friedlich gesinnten Muslime sich hierzulande stärker zu Wort melden, zum Beispiel auch durch Massendemonstrationen, die ein klares Signal an die Öffentlichkeit vermitteln würden.

Nachdem Professor Karimi überdies betonte, der Koran sei im wesentlichen durchaus kein Gesetzbuch, wies ich ihn darauf hin, eben deshalb gäbe es jene islamischen Rechtsnormen namens „Scharia“, was der Referent eher ausweichend mit dem Hinweis darauf beantwortete, die religionsgesetzlichen Vorstellungen innerhalb des Islam seien vielschichtig und könnten keineswegs auf einen einzigen Nenner gebracht werden, was ich allerdings auch gar nicht behauptet hatte.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MiT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt