20. Juni in Münster: CDU-Politiker und BdV gedenken der deutschen Heimatvertriebenen

Von Felizitas Küble

Der 20. Juni wird in Deutschland bundesweit und staatsoffiziell als „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ begangen.

Damit soll an das Schicksal von ca. 14 Millionen deutscher Heimatvertriebener erinnert werden, die von 1945 bis 1949 aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, dem Sudetenland oder osteuropäischen Staaten vertrieben wurden oder vor der Roten Armee geflüchtet sind.

Rund zwei Millionen Deutsche aus den früheren Ostgebieten verloren nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihr Leben.

Vor fünf Jahren wurde der 20. Juni – zugleich seit langem internationaler Weltflüchtlingstag   –  erstmals als nationaler Gedenktag für deutsche Vertriebene begangen. Er kam auf Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zustande und war damals 70 Jahre nach Kriegsende auch überfällig. Leider wird er bis heute in den meisten Medien kaum beachtet.

Die OMV (Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung) in der CDU Münster hat gemeinsam mit dem BdV (Bund der Vertriebenen) am heutigen 20. Juni um 15 Uhr eine Gedenkstunde am städtischen Denkmal für Flüchtlinge und Vertriebene auf dem Servatiiplatz durchgeführt. Tausende von Betroffenen fanden in der Nachkriegszeit in Münster ein neues Zuhause.

Die Begrüßungsrede vor den über zwei dutzend Teilnehmern hielt Stefan Leschniok (siehe Foto), CDU-Ratsherr, Rechtsanwalt aus Hiltrup und Vorsitzender der OMV in Münster. Er sprach neben dem Denkmal mit der Inschrift „Den deutschen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen in Münster seit 1945“.

Leschniok erinnerte an den erst kürzlich erfolgten Farbanschlag gegen das Mahnmal. Auch gegen diese offenbar politisch motivierte Attacke sollte mit der heutigen Gedenkstunde ein klares Zeichen der Solidarität mit den Heimatvertriebenen gesetzt werden.

Weitere christdemokratische Vertreter waren Ratsherr Richard-Michael Halberstadt sowie Ratsfrau Jolanta Vogelberg (siehe 3. Foto) aus Coerde; die CDU-Kommunalpolitikerin ist gebürtig aus Münsters polnischer Partnerstadt Lublin. 

Zu den kirchlichen Teilnehmern gehörte Prälat Franz Jung, ehem. Apostolischer Administrator für die Vertriebenen aus der Grafschaft Glatz (dem katholischen Teil Niederschlesiens). Von evangelischer Seite beteiligte sich Dr. Marlis Rahe, Ehefrau des em. evangelischen Pfarrers Dr. Hans-Wilhelm Rahe, an der würdig begangenen Gedenkstunde bei sonnigem Wetter.

Roswitha Möller (siehe 4. Foto), Münsteraner BdV-Vorsitzende seit Jahrzehnten und gebürtig aus Danzig, hielt eine Ansprache über die Bedeutung dieses staatlichen Gedenktags.

Sie erwähnte dabei, daß es sich bei der Vertreibung der Deutschen angesichts von 14 Millionen Opfern um die größte Zwangsverschleppung der Menschheitsgeschichte handelt. Viele Betroffene seien durch ihr tragisches Schicksal lebenslänglich traumatisiert.

Möller erinnerte zugleich an Millionen Frauen, die am Ende des Krieges oder in der Zeitspanne danach von Rotarmisten vergewaltigt wurden, ebenso an die von Sowjetdiktator Stalin nach Sibirien verschleppten deutschen Landsleute aus Rußland sowie an die Ostdeutschen in den Internierungslagern etwa in Polen oder der „DDR“.

In einer stillen Minute wurde danach aller Opfer von Flucht und Vertreibung gedacht. Die Veranstaltung am Servatii-Denkmal endete mit der Nationalhyme (3. Strophe des Deutschlandsliedes).


Kinderschänderring aufgeflogen: Union will Missbrauch stärker bekämpfen

In Münster haben Ermittlungsbehörden einen Schlag gegen einen Kinderschänderring durchgeführt. Dazu erklärt der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei:

„Der Ermittlungserfolg von Münster lässt erschrecken: Wenn selbst erfahrene Ermittler von solchem Grauen und den Grenzen des Erträglichen sprechen, müssen die Taten monströs gewesen sein. Auch die riesigen Datenmengen deuten darauf hin, dass hier Kinderleben in unvorstellbarer Weise, Intensität und Dauer geschädigt worden sind.

Bei aller Erleichterung darüber, dass dieser große Schlag gegen die Täter offenbar in kurzer Ermittlungszeit gelungen ist, ist deshalb klar: Der entschlossene Kampf gegen Kinderpornographie und sexuellen Kindesmissbrauch ist aktuell wie nie zuvor.

Im Februar hat der Deutsche Bundestag es Ermittlern endlich ermöglicht, mit computergenerierten Missbrauchsbildern in Darknet-Foren einzutreten. Das ist ein wichtiger, wertvoller Schritt, der aus meiner Sicht schon sehr dabei helfen kann, Taten früher zu erkennen und Ermittler bei Ihrer Suche nach den Tätern zu ertüchtigen. Dabei darf es aber nicht sein Bewenden haben:

Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass der Strafrahmen für den Besitz von Kinderpornographie verschärft wird. Es kann nicht sein, dass dies in der höchstmöglichen Strafe unter dem Diebstahl liegt.

Verurteilungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern müssen länger, idealerweise sogar unbegrenzt, im erweiterten polizeilichen Führungszeugnis erfasst sein. Bislang werden Eintragungen bei Sexualstraftaten nach spätestens 10 Jahren gelöscht.

Wir müssen die Untersuchungshaft bei Kinderpornographie-Verdacht erleichtern. Denn bislang reicht die bloße Wiederholungsgefahr nicht aus. Außerdem muss es auch bei schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung möglich sein, die Untersuchungshaft leichter zu verhängen.

Für besonders wichtig halte ich, dass wir die Führungsaufsicht erweitern: Gerichte sollten auch bei Kinderpornographie Führungsaufsicht anordnen können. In vielen Fällen treten Täter zunächst mit Besitz von Kinderpornographie-Material in Erscheinung. Hier muss sichergestellt werden, dass sie danach nicht in der Versenkung verschwinden, bis sie mit neuen schlimmeren Taten erneut in Erscheinung treten.

Wir müssen uns täglich bewusst machen: Der sexuelle Missbrauch von Kindern trifft die Schwächsten unserer Gesellschaft. Jeder einzelne Fall steht für ein zerstörtes Kinderleben.“


Münster: AfD fordert fairen Umgang der Parteien im Kommunalwahlkampf

Die AfD mahnt einen fairen Umgang der Parteien im heraufziehenden Wahlkampf für die Kommunalwahlen an. „Wir sprechen uns eindeutig gegen den Versuch aus, einzelne Parteien und Gruppierungen im Wahlkampf von öffentlichen Veranstaltungen auszugrenzen, egal welcher Colour“, erklärt der AfD-Kreissprecher Martin Schiller (siehe Foto).

Die AfD reagiert damit auf eine Erklärung der Oberbürgermeister-Kandidaten von SPD, Grünen, Linkspartei und der ÖDP. 

Sie haben in einer Stellungnahme kundgetan, dass sie im Wahlkampf an keiner Veranstaltung teilnehmen werden, wenn der Veranstalter zugleich die AfD einlädt. „Erpressungsversuche von Parteien gegenüber Veranstaltern sind einer Demokratie unwürdig“, betont Martin Schiller.

Der Bürger sei der Souverän und jeder soll sich frei über die Inhalte aller Parteien informieren können.

Alle Parteien und Vereine, die eine reelle Chance auf einen Einzug in den Rat haben, sollen von den Veranstaltern zu Diskussionen eingeladen werden. Die AfD spricht sich für Meinungsfreiheit aus und gegen alle Versuche, das Recht auf freie Rede politisch zu beschneiden.

Deutlich gelassen sieht Schiller das jetzige Bündnis zudem und ergänzt: „Auf der anderen Seite haben diese Bündnisse noch nie gehalten. Während des EU-Wahlkampfes gab es eine ähnliche Vereinbarung, dies mit geringer Halbwertzeit. Zum Schluss saßen wir dann doch wieder alle  –  mit Ausnahme der Linkspartei  –  auf einer Bühne.“


Der ev. Kirchenhistoriker Wilhelm Rahe und sein aufrechter Gang auch in schwerer Zeit

Von Felizitas Küble

Buch-Daten: Wilhelm Rahe (1896 – 1976), westfälischer Pfarrer und Kirchenhistoriker. Ein Leben für Bekenntnis und Menschlichkeit. Autor: Hans-Wilhelm Rahe. Lit-Verlag Berlin/Münster, Bd. 44, 2019, 96 S., 19.90 EUR, ISBN 978-3-643-14124-8

Diese Monographie beschreibt und beleuchtet Leben und Werk des evangelischen Pfarrers Wilhelm Rahe, der zugleich jahrzehntelang als Lehrbeauftragter für westfälische Kirchengeschichte an der Universität Münster tätig war.

Doch er war nicht nur ein sachkundiger Theologe und pflichteifriger Pastor für seine Gemeinde(n). Für diesen aufrechten Mann war sein Christsein zugleich Auftrag und Bekenntnis in schwerer Zeit, zumal während der nationalsozialistischen Diktatur, wobei seine Sorge und Seelsorge nicht zuletzt den bedrohten Christen jüdischer Herkunft galt.

Der im anspruchsvollen Lit-Verlag (Berlin/Münster) erschienene Band beschreibt auf 63 Seiten das Leben und Wirken des Kirchenhistorikers von 1896 bis 1976. Danach folgen 22 Seiten Abkürzungserklärungen, eine Bibliographie, Literatur über Rahe sowie Bildnachweise. Die jeweiligen Anmerkungen sind als Fußnoten vermerkt.

Verfasser dieser Biographie ist der emeritierte Pfarrer Dr. Hans-Wilhelm Rahe aus Münster, der Sohn des Porträtierten. Mit Recht gibt er seinem Buch den Untertitel: „Ein Leben für Bekenntnis und Menschlichkeit.“

Mit „Bekenntnis“ ist dabei nicht allein die Bejahung lutherischer Bekenntnisschriften gemeint, sondern vielmehr eine Haltung der Bekenntnisfreudigkeit und eine Unerschrockenheit in der Verteidigung des Glaubens auch dann, wenn dies starke Nerven und Mut erfordert. Eben diese charakterliche Tapferkeit hat Rahe vor allem während der NS-Herrschaft unter Beweis gestellt.

Zugleich zeigt sein Wirken – so schreibt der Autor im Vorwort – „wie praktische Gemeindearbeit und historische Forschung miteinander verbunden werden kann“. Der Verfasser bedankt sich bei seiner Frau Dr. med. Marlis Rahe für ihre Mitwirkung am Zustandekommen der Bibliographie.

Der am 14.7.1896 geborene Wilhelm Rahe stammt aus der Gegend Minden-Ravensberg in Ostwestfalen. Sein Vater war auf einem Bauernhof aufgewachsen und wurde Postbeamter; im Elternhaus herrschte keine Not, aber bescheidene Verhältnisse und ein fester Glaube.

BILD: Stammhof der Familie Rahe in Kirchlengern

Doch nach seiner Konfirmation geriet Wilhelm Rahe in innere spirituelle Schwierigkeiten und entwickelte skeptische Neigungen. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Wehrdienst, wurde Leutnant und erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse. War ihm auch der Glaube weitgehend abhandengekommen, so doch nicht die „preußische Disziplin“ und männliche Tapferkeit.

Gleichwohl zeigten ihm die Schützengräben des Ersten Weltkriegs die Schrecken und Tragik des Krieges, so dass er „fast zum Pazifisten“ (S. 5) wurde.

Im Zweiten Weltkrieg ließ er sich nicht mehr zum Militär einziehen. Er wurde im Ersten Weltkrieg verwundet, was ihn Zeit seines Lebens beim Gehen behinderte. Der Abiturient lernte die „innere Not“ vieler Soldatenkameraden kennen und war mit der „ständigen Gefahr des Todes“ (S. 7) konfrontiert, so dass er ganz neu Wert und Wahrheit des Gottesglaubens erkannte.

Im Winter 1918 begann er aus Überzeugung mit dem Theologiestudium in Münster, wobei Martin Niemöller zu seinen Kommilitonen gehörte. Der spätere NS-Gegner teilte zwar mit Rahe die Vorliebe für Kirchengeschichte, war aber damals betont deutschnational eingestellt und „die Studentenverbindung, zu der Niemöller gehörte, war so nationalistisch, dass sie Rahe nicht bei sich aufnahm“ (S.10).

Nach dem 1. Theologischen Examen lernte Rahe 1921 als Synodal-Vikar des Kirchenkreises Hamm zunächst die seelsorgliche Praxis kennen und trat sieben Monate später ins Predigerseminar Soest ein. Direktor war damals kein Geringerer als Otto Zänker, der nicht „nur“ später sein Schwiegervater wurde, sondern auch evangelischer Bischof von Gesamtschlesien, der sich durch seine unbeugsame Haltung in Bekenntnisfragen den Zorn von NS-Instanzen und „Deutschen Christen“ zuzog.

Auch der bekannte „Prediger von Buchenwald“, der Pfarrer und Märtyrer Paul Schneider, gehörte damals zu Rahes Kandidaten-Jahrgang im Soester Seminar, was auch durch ein Gruppenfoto dokumentiert wird (S.11).

BILD aus dem Soester Predigerseminar: Wilhelm Rahe ist zweiter von rechts, Paul Schneider unten rechts.

Bald nach seiner Ordination wurde Rahe 2. Pfarrer der Deutschen Evangelische Gemeinde in Kopenhagen und Malmö und war dort zugleich Lehrer für Deutsch, Geschichte und Religion. „Zu seinen Schülern gehörten u.a. die Kinder des damaligen deutschen Botschafters in Kopenhagen, Ernst v. Weizsäcker, darunter Richard von Weizsäcker, der spätere Bundespräsident“ (S. 13).

Am 27. Juli 1926 promovierte Rahe in Theologie und wurde bald danach Pfarrer in Bönen-Altenbögge, einer Bergarbeitergemeinde, die ihm ans Herz wuchs. Doch das dortige Klima vertrug er nicht. Deshalb kehrte er schon nach zwei Jahren in seine Heimatregion zurück. Von der Mariengemeinde in die 1. Pfarrstelle gewählt, blieb er dort zwanzig Jahre.

1929 heiratete er Ilse Zänker, die älteste Tochter des bereits erwähnten Bischofs Otto Zänker. Die Ehe wurde mit fünf Kindern und gemeinsamer Einsatzfreude für die Gemeinde gesegnet. 1946 erhielt er an der Ev.-Theol. Fakultät der Universität Münster einen Lehrauftrag für Westfälische Kirchengeschichte, „der ihm 1935 von der NSDAP vorenthalten worden war“ (S. 17).

Kampf zwischen Bekennender Kirche (BK) und Deutschen Christen (DC)

Während manche evangelische Pastoren sich anfänglich von der NS-Propaganda beeindrucken ließen und erst später zur Bekennenden Kirche (BK) oder zum ebenfalls NS-kritischen Pfarrernotbund fanden, stand Rahe von Anfang an in Opposition zur NSDAP.

Als entschiedener Anhänger der BK geriet er schon früh in Konflikt mit dem Regime. 1935 wurde ihm ein Lehrauftrag für Westfälische Kirchengeschichte in Münster verweigert, denn er war kein Pg (Parteigenosse), weshalb ihm ein Mitglied der Deutschen Christen (DC) vorgezogen wurde. Sodann wurde Pfarrer Rahe der weitere Hebräisch-Unterricht am staatlichen Gymnasium in Minden untersagt. Außerdem schreibt der Verfasser: „Bis 1940 brachte er als Schriftleiter das Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte heraus, was ihm danach von der Partei unmöglich gemacht wurde (S.20).

An führender Stelle der Bekennenden Kirche stand D. Karl Koch, bis 1933 deutschnationaler Landtags- und Reichstagsabgeordneter.

BILD: Haus-Eingang von Präses Koch, führender Mann der Bekennenden Kirche

Von 1934 bis 1936 war er Präses sämtlicher Bekenntnissynoden in Westfalen, Preußen und im Reich. Nach dem Krieg nahm er an den Beratungen zum Grundgesetz teil. Auf Kochs Bitte hin beteiligte sich  Rahe von 1935 bis 1939 an den theologischen Prüfungen der BK, die von Staats wegen verboten wurden und daher oft an wechselnden Orten im Geheimen stattfanden, vielfach auf der Flucht vor der Gestapo.

Rahe vermied zwar „unbedachte provozierende Äußerungen auf der Kanzel“ (S.22), um sich nicht leichtfertig ins KZ zu bringen, blieb aber standhaft bei grundsätzlichen Entscheidungen und Amtshandlungen, etwa indem er besondere Fürbittengottesdienste für verhaftete oder strafversetzte BK-Pfarrer durchführte: „Durch die Gestapo in Bielefeld wurde Rahe am 8. März 1938 „das besondere Läuten für Pfarrer Niemöller-Dahlem untersagt“ (ebd).

Das Register der gegen ihn verhängten Strafmaßnahmen von Staat, Partei und Gestapo wurde immer länger: „Hausdurchsuchungen, ca. 20 Vernehmungen und Verwarnungen durch die Gestapo oder durch Sondergerichte, staatsanwaltliche und gerichtliche Verfahren, eine Polizeihaft – und das alles wegen seiner Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche“ (S.23/24).

BILD: Die evang. Marienkirche in Minden mit Pfarrhaus

In Minden, zumal in seiner Mariengemeinde, standen sämtliche Amtsbrüder auf Seiten der BK, so dass Rahe die nötige Rückendeckung erhielt. Auch das Presbyterium von St. Marien war bekenntnisbewegt, von zwei Ausnahmen abgesehen, wobei diese beiden radikalen DC-Anhänger sogar vor Denunziationen bei Polizei und Gestapo nicht zurückscheuten.

Partei, SS und DC-Protestanten empörten sich darüber, dass sich Rahe auch der Christen jüdischer Herkunft annahm, Taufen und Beerdigungen durchführte oder sie in die Gemeinde aufnahm. Jakobine Schweickhardt, eine getaufte Jüdin, musste er 1944 gezwungenermaßen zwischen russischen Soldaten bestatten. Insgesamt lässt sich festhalten: „Rahe suchte Christen jüdischer Herkunft möglichst unbemerkt von der Öffentlichkeit zu betreuen“ (S.25).

Verweigerung der Marienkirche für eine DC-Hochzeit

Die „Causa Bentz“ hielt die Stadt Minden sowie die weitere Umgebung fast ein Jahr lang – von Oktober 1937 bis Sommer 1938 – in Atem. Es ging darum, dass Melitta Bentz, „Erfinderin des gleichnamigen Kaffeefilters und Inhaberin der Melitta-Werke“ (S. 26), für ihre Tochter Hertha eine Hochzeit in der Marienkirche erbat, die aber durch den Bielefelder DC-Pfarrer Friedrich Buschtöns erfolgen sollte (der bereits für die widerrechtliche Ausweisung von zwei BK-Pfarrern gesorgt hatte). Die einflussreiche und finanzstarke Firmenchefin wünschte Rahe aus politischen Gründen nicht als Traupfarrer.

Rahe erlaubte zwar die Trauung durch einen auswärtigen Pastor, verwies hinsichtlich einer Freigabe der Marienkirche an sein Presbyterium. Dieses billigte das von Rahe erteilte Dimissoriale, verweigerte aber die Marienkirche für die Bentz-Hochzeit und verwies auf andere Räumlichkeiten wie z.B. die Aula der Mittelschule. Dieser Beschluss war der Startschuss für einen Dauerkonflikt zwischen den bekenntnistreuen Pfarrern und Presbyterien in Minden auf der einen Seite und dem NS-Staat auf der anderen, wobei sich das Konsistorium in Münster – die oberste evangelisch-kirchliche Verwaltungsbehörde für die Provinz Westfalen – auch in dieser Hinsicht als Gegner der Bekennenden Kirche erwies, zumal sie personell stark von „Deutschen Christen“ besetzt war.

Die Trauung der Bentz-Tochter mit dem Braunschweiger Kaufmann Eberhard Zillmer fand zwar am vorgesehenen Termin des 15. Oktober 1936 in der Marienkirche statt, allerdings nur durch massiven Einsatz von Staatsbeamten und Polizei, denn das Presbyterium hatte die Öffnung der Kirche verweigert, für das Brautpaar waren keine Stühle aufgestellt, die Schlüssel für die Orgel wurden nicht herausgerückt. „Auch weigerte sich der Küster so lange, die Kerzen auf dem Altar anzuzünden, bis ihm die Durchführung vom anwesenden Kriminalkommissar befohlen wurde“ (S.30).

Diese aufsehenerregende Hochzeit, an der 700 Personen teilnahmen (darunter die Belegschaft der Firma Bentz), führte zu verschärften Auseinandersetzungen zwischen Staatsmacht und Bekennender Kirche in Minden. Die evangelischen Pfarrer und Presbyterien der Stadt unterzeichneten gemeinsam eine Kanzelabkündigung, in der sie beklagten, die „Marienkirche sei zum ersten Mal in ihrer Geschichte durch die Polizei gewaltsam geöffnet worden“ (S.30). Man habe sie dem Brautpaar nicht zur Verfügung gestellt, weil man sich „für eine schrift- und bekenntnisgemäße Verkündigung des Evangeliums verantwortlich“ wisse. Die Deutschen Christen ständen aber „nicht auf dem Boden von Schrift und Bekenntnis“ (ebd.).

Der einflussreiche Oberregierungsrat Karl Wentz war vor 1933 Führer der Liberalen im Ravensberger Land, ab 1933 leitete er die westfälischen Deutschen Christen. Gegenüber dem Regierungspräsidenten von Westfalen beschwerte er sich brieflich über die „widerspenstigen Elemente“, womit Pastoren und Presbyterium der Mindener Mariengemeinde gemeint waren (S.32). Als Rahe am 8. Dezember 1937 von Gestapobeamten verhört wurde, setzte sich ein ebenfalls festgenommener Amtsbruder energisch für ihn ein und erklärte, wenn Rahe nicht aus der U-Haft entlassen werde, würde es „in der Mariengemeinde einen Aufstand geben. Auf diese Drohung hin wurde Rahe freigelassen“ (S.35).

So entschieden der bekenntnistreue Pfarrer und seine Frau in der Sache waren, so freundlich zugleich im Umgang mit Menschen, auch mit Gegnern: Die Firmenchefin Melitta Bentz wurde 1945 von Engländern aus ihrem Haus vertrieben. Wie es der „Zufall“ wollte, fand sie in genau demselben Hause Zuflucht wie Familie Rahe nach ihrer Ausbombung, nur ein Stockwerk höher: „Es entspann sich dort zwischen ihr und Familie Rahe ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis mit dieser liebenswürdigen Dame. So sangen die vier älteren Rahekinder mehrfach dreistimmig zu ihrem Geburtstag“ (Fußnote S. 37).

Zweiter Weltkrieg: Überlastung und Bombardierungen

Als der 2. Weltkrieg näher rückte, lehnte Rahe aus Überzeugung einen erneuten Militärdienst ab, wobei er sich dem staatlichen Drängen durch Verweis auf seine Verwundung im Ersten Weltkrieg entziehen konnte. Da die meisten Pfarrer in die Wehrmacht eingezogen wurden, blieb er zusammen mit dem schwer kriegsbeschädigten Amtsbruder Martin Lohmann in Minden zurück, was die beiden Geistlichen ständig überbeanspruchte: „Wegen der Tiefflieger begann er mit den Beerdigungen schon am frühen Morgen“ (S.39).

Im Bereich der Mariengemeinde kamen bei Luftangriffen ab Dezember 1943 hunderte Menschen ums Leben, darunter Mütter mit kleinen Kindern. Als die alliierten Bombardierungen immer schlimmer wurden, blieb er selber bei seiner Gemeinde in Minden, brachte aber seine Familie auf dem Lande in Sicherheit.

Er schrieb seinen Kindern am 5.12.1944 einen bewegenden Abschiedsbrief, worin es heißt, man müsse mit allem rechnen, „auch damit, dass ich vielleicht bald abgerufen werde“. Er bat seine Kinder, der Mutter zu helfen, ihr das Herz nicht schwer zu machen „und sucht Menschen zu werden, auf die man sich in jeder Hinsicht verlassen kann, weil sie von Herzen an den Herrn Jesus glauben“. – Er beendet seine Zeilen damit, dass er „auch in der Ewigkeit Euer gedenken wird und Euch stets mit seinen Gebeten begleitet“ (S. 41).Einen Tag später wurde sein Pfarrhaus von einer Bombe getroffen.

BILD: Das zerstörte Pfarrhaus in Minden

Rahe, seine Frau, die im Pfarrhaus nach dem Rechten sehen wollte, und eine Haushaltshilfe wurden unter den Trümmern verschüttet. Ein Gemeindeamtsleiter im Nachbarhaus rief eilig Soldaten herbei, denen es gelang, alle drei Personen lebend zu befreien. Rahes Frau ging zu ihren Kindern aufs Land, er selber erlebte einen erneuten Luftangriff und kam schließlich bei seinem Amtsbruder Lohmann unter.

Nach Kriegsende kümmerte Rahe sich um seine eigene große Familie, zudem Schwiegereltern, Schwägerin und Schwager, denen er Unterkünfte besorgte. Seine Frau schaffte für diese 13 Personen mit Radfahrten zu Bauern das Nötigste an Lebensmitteln herbei.

Entnazifizierung auf Abwegen

Die „Entnazifizierung“ durch die britische Militärregierung mag grundsätzlich berechtigt gewesen sein, traf aber nicht selten die Falschen – so auch im Fall Rahe. Wegen geringer Spenden an den Opferring der SS zu Beginn der NS-Zeit, die Rahe als Jugendpfarrer des Kirchenkreises Minden nur deshalb einzahlte, um den Kontakt zu den Jugendlichen des CVJM nicht zu verlieren, zog die britische Militärverwaltung ausgerechnet bei diesem unbeugsamen Nazi-Gegner im Frühjahr 1946 alle denkbaren Register: Entzug des Lehrauftrags an der Uni Münster, komplette Sperrung seines Vermögens und sogar Suspendierung vom Pfarramt.

BILD: An der Universität in Münster (in der linken Seite des Schlosses) lehrte Prof. Rahe Westfälische Kirchengeschichte 

Alle 28 Pfarrer des Kirchenkreises Minden, die Kirchenleitung der EKvW (Evangelischen Kirche von Westfalen) und natürlich sein Marien-Presbyterium protestierten gegen diese absurden Maßnahmen. Auch die Ev.-Theol. Fakultät der Universität Münster beschwerte sich empört bei der Militärregierung. Die Eingaben mussten monatelang wiederholt werden, bis die Besatzer ihre Strafen schrittweise zurücknahmen, zuletzt am 3. Dezember 1946 durch die Gestattung seines Lehrauftrags.

Ein halbes Jahr später wurde Rahe zum „geistlichen Landeskirchenrat“ ernannt und von Minden nach Bielefeld berufen. Das neue Amt war kein Zuckerschlecken: „Rahe selbst musste wegen der großen Wohnungsnot anfangs in seinem Dienstzimmer nächtigen“ (S.47). Seine Familie war dreieinhalb Jahre von ihm getrennt, er konnte sie nur am Wochenende besuchen. Als Landeskirchenrat war er zuständig für viele Kirchenkreise, die Äußere Mission, die Frauenhilfe und für das Archiv- und Bibliothekswesen, wobei er vieles am Nullpunkt aufbaute. Seine Gesundheit, die im Krieg durch eine Diphtherie mit schwerem Herzschaden stark gelitten hatte, wurde durch das Übermaß an Arbeit noch weiter strapaziert.

Dazu kam seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter und Honorar-Professor an der Universität Münster, sein 32 Jahre andauernder Vorsitz des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte samt Herausgabe von dessen Jahrbücher (von 1941 bis 1945 verboten) sowie seine Leitung der Westfälischen Missionskonferenz von 1961 bis 1966. Das „Institut für Westfälische Kirchengeschichte“ wurde wesentlich von ihm aufgebaut. Als  Dozent wie als Kirchengeschichts-Forscher war er trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung noch weit über seinen Ruhestand hinaus aktiv. Er zog von Bielefeld nach Münster, um seinen Lehrauftrag fortzuführen. Kein Wunder, dass er von vielen „als Verkörperung der westfälischen Kirchengeschichte“ angesehen wurde (S.63).

BILD: Grabstein von Prof. Wilhelm Rahe und seiner Frau Ilse in Bethel

Der aufrechte Gelehrte, der charakterstark seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgte, starb am 16. Oktober 1976. Sein Sohn und zwei Schwiegersöhne waren inzwischen als Pfarrer tätig. Sein Grab und das seiner zwanzig Jahre später verstorbenen Frau befindet sich auf dem Neuen Friedhof in Bethel, wo auch seine Schwiegereltern, Bischof Zänker und dessen Frau, bestattet worden waren.

Das Buch über Leben und Werk dieses bedeutenden Kirchenhistorikers beeindruckt durch Sachlichkeit und Eindringlichkeit zugleich, zudem durch seine kompakte, gehaltvolle Darstellung und die wissenschaftliche Gründlichkeit der Darlegungen.

Die Erstveröffentlichung dieser Rezension erschien zunächst in der katholischen Zeitschrift „Theologischen“ und danach im evangelischen Magazin „Diakrisis“


Münster: AfD-Ratsfraktion kritisiert mögliche Umbenennung der Wilhelms-Universität

Die AfD Münster sieht die derzeitige Debatte um eine mögliche Umbenennung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster kritisch und lehnt eine kostenintensive Umbenennung der WWU hin zur „Universität Münster“ ab.

Martin Schiller (siehe Foto), Kreissprecher und Ratsherr der AfD Münster, führte in einer Erklärung an:

„Die AfD Münster setzt sich für eine aufgeklärte Erinnerungskultur ein: sie verpflichtet einerseits, sich umfassend mit der eigenen Geschichte und den Fehlern der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Andererseits dürfen wir Personen, die vor 1945 gewirkt haben, nicht nach unserem heutigen Verständnis von Demokratie bewerten.

Würden wir dies tun, müsste die Stadt Münster vermutlich eine dreistellige Zahl an Straßen umbenennen. Die Kosten würden wieder vom Steuerzahler getragen werden.

In fast schon regelmäßigem Turnus versuchen einige wenige Personen, den Namen der Universität gegen den Mehrheitswillen der Studenten zu ändern.

In der Vergangenheit plädierte auch der Historiker Prof. Hans-Ulrich Thamer dafür, beim eingeführten Namen der Universität zu bleiben.

Für die AfD Münster ist der Name Westfälische Wilhelms Universität fester Bestandteil unseres Stadtbildes. Die zahlreichen Erfolge der WWU in Forschung, Lehre und Wissenschaft haben dem Namen längst einen überregionalen Charakter gegeben.“

 


Wird die Universität Münster umbenannt?

Der Senat der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, benannt nach Kaiser Wilhelm II. (1859 – 1941), berät über einen Namenswechsel. Grundlage sei der Abschlußbericht einer Arbeitsgruppe über den Namensgeber der Hochschule, berichteten die Westfälischen Nachrichten.

Der Monarch hatte die 1771 gegründete Universität nach ihrer zwischenzeitlichen Herabstufung zu einer Akademie 1902 wieder in ihren alten Rang erhoben. 1907 erfolgte die Umbenennung in Wilhelms-Universität.

In dem Abschlußbericht werde dem Kaiser aus dem Hause Hohenzollern vorgeworfen, „überaus militaristisch und nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch“ gewesen zu sein.

BILD: Fußgängerzone in Münster (Ludgeristraße)

Daher schlage die Arbeitsgruppe ein mehrstufiges Verfahren vor, an dessen Ende ein Namenswechsel stehen solle.

Der Fall erinnert an die Vorgänge rund um die Umbenennung des ehemaligen Hindenburgplatzes in der westfälischen Metropole.

Quelle: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/vorwuerfe-gegen-wilhelm-ii-universitaet-muenster-diskutiert-umbenennung/


Widersprüchliche Phänomene in Coronazeiten

Von Felizitas Küble

Am 7. April 2020 beschwerte ich mich in einem Artikel darüber, daß das Sprüchlein „Wir bleiben daheim“ nicht nur in aller Munde ist, sondern z.B. in Münster zig-fach auf großen Plakatwänden prangt  – dies wurde durch zwei Fotos belegt: https://charismatismus.wordpress.com/2020/04/07/neues-deutsches-mantra-wir-bleiben-daheim-aber-nein-sich-regen-bringt-segen/

Hier sehen sie nun ein weiteres Bild aus Münster, das zwar nicht dieses Mantra enthält, aber im Grunde noch verrückter ist: Die Getränkefirma „Hohes C“ bedankt sich bei allen, „die dieses Plakat nicht sehen“ – die also schön brav „daheim bleiben“. Dummer gehts nimmer!

Einige dieser Stubenhocker-Werbeflächen sind jetzt nach zwei Monaten immer noch zu sehen –  und dies, obwohl jeder, der bis Fünf zählen kann, wissen dürfte, wie unsinnig diese Aufforderung gerade in Coronazeiten ist:

Erstens geht das Virus draußen am schnellsten zugrunde (im Unterschied zu geschlossenen Räumen), zweitens ist für den Corona-Schutz die Stärkung des Immunsystems besonders wichtig – und dies geschieht nicht in den eigenen vier Wänden, sondern vielmehr durch Bewegung, frische Luft, viel Sauerstoff und Sonne!

Vier Wochen später schreibt der FAZ- und WELT-Autor Dr. Gerd Held in seinem Artikel ganz in diesem Sinne: „Vor diesem Hintergrund ist die Leichtigkeit erstaunlich, mit der in Deutschland der Satz „Wir bleiben zu Hause“ die Macht erobert hat.“    (Quelle: http://wordpress.gerdheld.de/?p=2272)

Während also auf der einen Seite übertriebene Ängste geschürt werden, kann man andererseits genau die gegenteiligen Vorgänge beobachten, nämlich z.B. eine absurde Leichtfertigkeit in Sachen Maskentragen:

Die Stadt Münster kümmert sich – soweit sehr erfreulich – um die Beköstigung von Wohnungslosen und sozial Schwachen bzw. Bedürftigen, die seit vielen Wochen täglich im Eltrop-Heim von 10 bis 16 Uhr essen können (das Mittagessen 1 Euro, sonst alles gratis).

Dort am Eingang sind zwei Kisten auf je einem Stuhl  plaziert: eine enthält Masken mit der Aufschrift „NEU“  –  und daneben eine andere Kiste Masken mit der Aufschrift „ALT“. Die dort gelagerten Exemplare sehen auch entsprechend aus.

Daß ein gebrauchter Mund-Nasen-Schutz ziemlich das Letzte ist, was man in Corona-Zeiten tragen sollte, dürfte sich von selbst verstehen.

Selbst wenn die Kiste vielleicht als Entsorgungsidee gedacht ist (was aus der Beschriftung aber nicht hervorgeht), so wirkt dies für Besucher zumindest irreführend – zumal im Eßraum bereits mehrere Müllsäcke herumstehen.

Seltsame Sumpfblüten in Corona-Zeiten: Auf der einen Seite diese spießige Panikmache mit Bleibt-daheim-Appellen, andererseits ein derartiger Masken-Leichtsinn.

HINWEIS: Inzwischen wurde die Situation mit den alten Masken im Eltrop-Heim verbessert und unserer Beschwerde Rechnung getragen: Die kritisierte Kiste steht an einem Platz im Flur und ein erklärender Zettel an der Wand weist auf den Entsorgungszweck hin. Auf Nachfrage erklärte eine Ordnerin, die Änderung sei wegen einer „Kritik im Internet“ erfolgt.

 

 


Münster: Rathaus-CDU verurteilt die Schändung des Vertriebenens-Denkmals

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„Eine widerliche Verhöhnung und unmenschliche Verachtung der Opfer und ihrer Angehörigen.“ – Mit diesen Worten hat die Rathaus-CDU den politischen Farbanschlag auf das Denkmal für Heimatvertriebene am Servatiiplatz in Münster verurteilt.
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Das 2003 vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann eröffnete städtische Mahnmal war am vorigen Wochenende mit roter Farbe überschüttet und mit politischen Parolen beschmiert worden – wie auch andere Gebäude, darunter die Bezirksregierung Münster am Domplatz.
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BILD: Das attackierte Denkmal  – links Roswitha Möller, Vorsitzende des BdV (Bund der Vertriebenen) in Münster

„Der erneute Farbanschlag auf das Denkmal ist Ausdruck der Menschenverachtung und ein Schlag ins Gesicht vieler. Ich bin mir aber sicher, dass die Täter als Resonanz nichts als Trauer und Wut finden werden“, so CDU-Ratsherr Stefan Leschniok.

Er hatte sich mit der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen in Münster, Roswitha Möller, seinem Fraktionskollegen Richard Halberstadt und dem CDU-Kommunalpolitiker Meik Bruns an dem geschändeten Denkmal getroffen.

Der ordnungspolitische CDU-Sprecher Leschniok kündigte eine Initiative seiner Fraktion gegen den Vandalismus in Münster an.

Die städtische „Ordnungspartnerschaft Graffiti“ soll stärker aktiviert werden. Ratsherr Halberstadt hat sich beim Grünflächenamt für eine schnelle Beseitigung der Schmierereien eingesetzt, die auch erfolgen werde.

Vertriebenenbund-Vorsitzende Roswitha Möller kündigte zudem eine Strafanzeige gegen Unbekannt an.

Quelle: Pressemitteilung der CDU Münster


Unser POSTER über die heilige CORONA

Plakat aus dem KOMM-MIT-Verlag in Münster:

Dieses „aktuelle“ PLAKAT kann bei uns bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück insgesamt nur 6 €  und Porto. – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Unser Artikel über die hl. Corona: https://charismatismus.wordpress.com/2020/03/07/die-heilige-corona-war-eine-maertyrerin-2-jahrh/

 


Münster: Die heilige Corona im Paulus-Dom

Von Felizitas Küble

Über die heilige Corona, eine frühchristliche Märtyrerin, die interessanterweise seit jeher als Schutzpatronin „gegen Seuchen“ angerufen wird, hat unser CHRISTLICHES FORUM bereits vor ca. fünf Wochen berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2020/03/07/die-heilige-corona-war-eine-maertyrerin-2-jahrh/
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Nun ist eine ansprechende Figur der hl. Corona unlängst im St.-Paulus-Dom von Münster in Westfalen aufgestellt worden (siehe Foto).
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Dompropst Kurt Schulte, dem die ansprechende Statue gehört, erhielt sie einst von der Familie Hellraeth aus Rees. Frau Clara Hellraeth war kirchlich sehr aktiv und im Jahre 1916 sogar eine Mitbegründerin der Caritas für das Bistum Münster. Anläßlich der Corona-Krise kam der Geistliche auf die Idee, diese Heiligenfigur zur Verehrung in der Bischofskirche aufzustellen.
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Die Heilige ist natürlich nicht der Namensgeber für das verderbliche Virus. Corona (lat.) heißt einfach „Krone“ –  und das Virus erhielt diesen Namen aufgrund seines Aufbaus bzw. „kronenförmigen“ Aussehens.
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Inzwischen ist die Corona-Statue vom Altarraum des Domes nach ganz hinten in der Kirche verlegt worden – mit einem Betschemel davor.
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Diese Lösung ist besser, weil die Gläubigen die Heiligenfigur nun genauer anschauen können. Vorher war sie meterweit entfernt. In der Nähe der Statue liegen Infozettel mit einer Lebensbeschreibung der heiligen Corona aus.
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