Neues PLAKAT: Durch MARIA zu JESUS

POSTER aus dem Ecclesia-Plakatdienst in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten (Betrag bitte vorweg in Briefmarken beilegen), vier Stück kosten nur 6 € inkl. Porto (gegen Rechnung). – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

 


Die Pfarrei „Heilig Kreuz“ in Münster – eine lebendige katholische Gemeinde?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Münsteraner Pfarrei „Heilig Kreuz“ wurde vor wenigen Monaten die Bewegung „Maria 2.0“ von Frau Lisa Kötter und Andrea Voß-Frick gegründet. Die Bewegung „Maria 2.0“ fordert bekanntlich u.a. die Zulassung von Frauen zum Priesteramt.

Was ist das für eine Pfarrgemeinde, aus der eine solche Initiative hervorgegangen ist, die bundesweit Schlagzeilen macht?

Diese Pfarrei in Müünster hat über 10.000 Kirchenmitglieder, 120 Messdiener und rund 250 Ehrenamtliche. „Der Gottesdienstbesuch ist einer der geringsten im Bistum Münster: Die regelmäßige Sonntags-Kerngemeinde bilden etwa 100 Personen“.

Damit liegt die Gottesdienstbeteiligung bei rund 1%. Offensichtlich gehen nicht einmal alle Messdiener und die 250 Ehrenamtlichen zum Sonntagsgottesdienst. So sieht also der katholisch-vitale Ausgangsort der Initiative „Maria 2.0“ aus. 

Der derzeitige Pfarrer Stefan Jürgens, der bereits vor zwei Jahren in einem Vortrag die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern in der Kirche gefordert hatte, verlässt im September die Pfarrei.

Sein Vorgänger Pfarrer Thomas Frings hat die Pfarrei „Heilig Kreuz“ wegen des „unaufhaltsamen Bedeutungsverlustes des in der Kirche gelebten Glaubens und der zu starken Serviceorientierung in der Sakramentenpastoral“ verlassen.

Diese Service-Orientierung hat anscheinend bei 80 Taufen, 25 kirchlichen Trauungen und 68 Kommunionkindern im Jahr 2018 noch funktioniert. Aber dieser Pastoralservice führt offensichtlich wie auch andernorts nicht zu einer Kirchenbindung und zu einem persönlichen Glauben.

Unser Autor Prof. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

Quelle für die Infos: Konradsblatt, Nr. 30/2019, S. 20 bis 22.


Causa Pfr. Zurkuhlen in Münster: Ist das „Predigtverbot“ von Bischof Genn berechtigt?

Von Felizitas Küble

Hier im CHRISTLICHEN FORUM wurde bereits mehrfach über die Skandalisierung einer Predigt berichtet, die der Ruhestands-Pfarrer Ulrich Zurkuhlen unlängst in der Heilig-Geist-Kirche von Münster gehalten hat.

Das von Medien und Kirchenleitung hochgeschaukelte „Ereignis“ schlägt deutschlandweite Wellen auch in Funk und Fernsehen. 

Der mittlerweile von (fast) allen Seiten kritisierte Geistliche hatte dafür plädiert, daß höhere kirchlichen Amtsträger gegenüber missbrauchsschuldigen Priestern irgendwann zur Vergebung bereit sein sollen.

Dieser Predigtteil wurde vielfach in der Öffentlichkeit so ausgelegt, als hätte Pfarrer Zurkuhlen ausdrücklich von den Opfern verlangt, den Tätern zu verzeihen, was jedoch   – jedenfalls nach Zurkuhlens Darstellung – so nicht zutrifft.

BILD: Bischof Genn mit Gläubigen bei einem Fest auf dem Domplatz

Nun hat Bischof Dr. Felix Genn wenige Tage nach jener aufregenden Sonntagsmesse einen Brief an den 79-jährigen Priester geschrieben und ihn aufgefordert, bis auf weiteres nicht mehr zu predigen.

Zunächst einige Hinweise zum formalen Gang der Dinge: Der Münsteraner Oberhirte hat dem Ruheständler damit kein formelles Predigtverbot per Dekret erteilt, sondern ihn „nur“ schriftlich zu einem Predigtverzicht aufgefordert.

Warum wählte der Bischof nicht den Weg eines Dekrets?

Dies ist aber nur scheinbar eine „mildere“ Vorgangsweise – eher umgekehrt wird ein Schuh draus:

Im Falle eines förmlichen Dekrets hätte Pfarrer Zurkuhlen den Bischof innerhalb einer kirchenrechtlich vorgeschriebenen Frist von zehn Tagen um Rücknahme der Maßnahme bitten können.

Hätte der Bischof dies abgelehnt oder innerhalb einer Frist von vier Wochen überhaupt nicht reagiert, so wäre der Weg zur vatikanischen Kleruskongregation für Pfr. Zurkuhlen frei gewesen – er hätte also einen Rekurs (Beschwerde) in der Kurie einreichen können.

Die Wahrscheinlichkeit wäre vermutlich groß gewesen, daß Rom dem Priester recht gegeben hätte. Oder warum sollte die Kleruskongregation ein Predigtverbot für gerechtfertigt halten, weil der Geistliche über Vergebung predigte, die auch Missbrauchstäter miteinbeziehe?

Bischof Genn hat den formalen Weg also vermieden, was für den betreffenden Priester aber kein Vorteil ist, da er sich nun kirchenrechtlich nicht wehren kann, der Rechtsweg ist ihm quasi versperrt.

Andererseits wird von ihm natürlich erwartet, daß er der Aufforderung des Bischofs nach einem Predigtverzicht nachkommt – eine klassische Zwickmühle also.

Fall Spätling: Bischof mußte Predigtverbot zurücknehmen

Der Münsteraner Oberhirte hatte in der Causa Spätling schon einmal den Kürzeren gezogen:

Damals erteilte er Pfarrer Paul Spätling per Dekret ein Predigtverbot, nachdem dieser am Abend zuvor eine islamkritische Ansprache gehalten hatte. Der Priester ging den oben erwähnten Rekurs-Weg, was zur Folge hatte, daß der Vatikan das Predigtverbot aufhob, also diese Maßnahme Genns für ungültig erklärte. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/13/vatikan-hebt-predigtverbot-fuer-islamkritischen-pfarrer-paul-spaetling-auf/)

In der Causa Zurkuhlen heißt es nun in kirchl. Äußerungen (so auch bei der gestrigen Gemeindeversammlung in der Hl.-Geist-Kirche), der Bischof habe deshalb kein formelles Predigtverbot erteilt, weil die Äußerungen von Pfr. Zurkuhlen nicht schriftlich vorlägen (der Geistliche hat frei gepredigt).

Dies war bei Pfarrer Spätling durchaus vergleichbar (dem Bischof lag kein Rede-Manuskript vor), trotzdem folgte blitzschnell das Dekret  – und dies sogar über die Medien, die früher darüber informiert waren als der betroffene Priester selbst. 

Mag Zurkuhlens Predigt auch ungelenkig und mißverständlich vorgetragen worden sein, so frag ich mich: Hätte ein bischöflicher „Rippenstoß“ – also eine Rüge oder sonstige Sachkritik  – hier nicht genügt? Oder weshalb nicht speziell begrenzt auf das Missbrauchsthema, wozu sich der Priester nicht mehr äußern solle?

BILD: Dieses Buch „Wagen wir zu sprechen“ von Pfr. Zurkuhlen behandelt das Vaterunser-Gebet

Vielleicht ging es zunächst darum, für „Ruhe im Karton“ zu sorgen, den Medien gleichsam einen Köder hinzuwerfen, damit sie in ihrem Sensationseifer erst einmal zufriedengestellt sind – und somit das Thema einpacken.

Vermutlich wird genau das Gegenteil eintreffen – nämlich nach der Devise: Wer A sagt, muß auch B sagen.

Schon auf der Gemeindeversammlung am gestrigen Montag wurde mehrfach der Ruf nach einer amtlichen Abberufung Zurkuhlens aus dem Seelsorgsteam laut.

Oder steckt womöglich eine weitere Überlegung hinter dieser Vorgangsweise?

Will sich Dr. Felix Genn gerne als Supersaubermann in puncto Missbrauchsbekämpfung profilieren?  Wäre es aber nicht ehrlicher, hierbei eigene  –  und zwar schwerwiegende  –  Versäumnisse einzuräumen? Oder soll mit diesem markigen Verhalten gerade davon  abgelenkt werden?!

Bischof Genn hatte Pfr. Terlinden befördert

Wie steht es denn mit der Causa Ulrich Terlinden?  – Hier ging es nicht um eine ungeschickte Predigt, sondern um tatsächliche Übergriffe eines Geistlichen an Schutzbefohlenen und Jugendlichen.

Obwohl diese dem bischöflichen Ordinariat längst bekannt waren, hat man den Priester allen Ernstes nach Kevealer versetzt, den größten Wallfahrtsort im Bistum Münster  – dort hatte er sogar einen eigenen Beichtstuhl.

Damit nicht genug, hat Bischof Dr. Felix Genn ihn danach sogar zum leitenden (!) Pfarrer von St. Johannes Baptist in Bedburg-Hau ernannt, obwohl dessen Übergriffigkeiten der Bistumsleitung doch seit vielen Jahren bekannt waren.

Pfr. Terlinden wurde erst im Dezember 2018 amtsenthoben bzw. suspendiert, nachdem weitere Vorwürfe laut wurden.

Die „Westfälischen Nachrichten“ (WN) schreiben dazu: „Das Bistum weist außerdem darauf hin, dass der Beschuldigte schon an zwei früheren Stationen auffällig geworden sei.“

Genau so ist es – und trotzdem hat man ihn nicht etwa „nur“ hin- und hergeschoben (wie dies früher oft in solchen Fällen erfolgte und was schon schlimm genug wäre), sondern ihn sogar befördert.

Lesen wir aus den WN weiter hierüber:

„So kam es…2006, als er Pfarrer in Ottmarsbocholt war, zu sexuellen Annäherungen an einen Erwachsenen. Terlinden musste sich daraufhin einer psychologischen Beratung unterziehen. Erneut sei es 2011 in Kevelaer zu für einen Priester unangemessenen Kontakten…mit zwei Männern gekommen, heißt es weiter. Der Priester habe daraufhin eine längere Therapie gemacht.“

Wohlgemerkt: Trotz dieser Vorgänge und der „längeren Therapie“ konnte Terlinden hinterher leitender Pfarrer in Bedburg-Hau werden. Hierfür trägt der Oberhirte von Münster zumindest eine amtliche Verantwortung.

Auch in der Causa Beese hat sich die Bistumsleitung wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern den verbal übergriffigen Pastor von Lippetal nach Rheine verschoben, wo er munter weitermachte: https://www.wn.de/Muensterland/2016/06/2410013-Gereon-Beese-in-Rheine-entpflichtet-Pastor-schickte-voellig-unangemessene-Nachrichten-an-Jugendliche

Soll das harte Vorgehen in der Causa Zurkuhlen darüber hinwegtäuschen, daß der Bischof allen Grund hätte, sich selber an seine eigene Brust zu schlagen?! 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Stellungnahme zur Causa Zurkuhlen von evangelikaler Seite: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/


Gemeinde debattiert in der Hl.-Geist-Kirche über die Predigt von Pfarrer Zurkuhlen

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Montagabend (9. Juli) versammelten sich in der Heilig-Geist-Kirche von Münster etwa 120 bis 150 Besucher, die über die „umstrittene“ Predigt des Ruhestandspfarrers Ulrich Zurkuhlen sprechen wollten, der selber nicht anwesend war. 

Die Veranstaltung war von Presseleuten und Kameras begleitet, die teils vorne im Kirchenschiff standen.

Der  –  seit Jahrzehnten als theologisch liberal bekannte  –  Geistliche Zurkuhlen hatte in seiner Predigt vom 30. Juni in diesem Gotteshaus (siehe Fotos) zur Vergebung – auch für Missbrauchstäter – aufgerufen, was zu großer Empörung bei einigen Gläubigen und danach bundesweit in vielen Medien führte.

Der zuständige Pfarrer Dr. Stefan Rau hatte zu der Veranstaltung eingeladen, wobei nicht ganz klar war, warum sie nicht im Pfarrgemeindehaus stattfand, zumal es keinerlei gottesdienstliche Handlungen gab, weder ein gemeinsames Gebet noch einen priesterlichen Segen zum Ende der Versammlung. 

Vielleicht hätte auch ein Vaterunser-Gebet mit seinem Vergebungsthema („…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“) zu sehr daran erinnert, daß der in dieser Zusammenkunft  kritisierte Pfarrer Zurkuhlen auf einer rein grundsätzlichen Ebene durchaus richtig lag, denn die christliche Verzeihung gehört gleichsam zur DNA des Christentums – und sie hört nicht bei Mißbrauchstätern auf, auch nicht bei sonstigen schweren Sündern.

Freilich setzt dies echte Reue und Umkehrbereitschaft beim Täter voraus.

Unabhängig von dieser prinzipiellen Sachlage scheint freilich klar zu sein, daß der 79-jährige Zurkuhlen seine Predigt ungeschickt „aufgezogen“ und sein Anliegen daher wohl auch mißverständlich präsentiert hat.

Ein einseitiger Blick auf die Täter  – und deren Wunsch nach Vergebung –  wirkt zudem verstörend, wenn nicht zugleich die Sichtweise und das Leiden der Opfer klar zur Sprache kommt.

Andererseits konnte der Priester wiederum seine Worte nicht zu Ende führen, weil etwa 1/3 der Meßbesucher aus Protest die Kirche verließen. Es wurde auf der Versammlung zwar von einigen Teilnehmern bestritten, daß es hierbei besonders lautstark zugegangen sei – allerdings berichtete eine ältere Dame von einem „Tumult am Altar“, von dem ihr Mann (der jene Messe Pfarrer Zurkuhlens besuchte) ihr erzählt habe.

Der leitende Pfarrer Stefan Rau übte sowohl in seiner Ansprache zu Beginn wie auch zum Ende der Versammlung scharfe Kritik an der Predigt seines priesterlichen Mitbruders, weil der Täter kein „Recht“ und das Opfer keine „Pflicht“ zur Vergebung hätten.

Allerdings ist nicht ersichtlich, daß der kritisierte Prediger von einem „Recht“ auf Vergebung sprach, auch erwähnte er keine „Pflicht“ zur Verzeihung, schon gar nicht seitens der Opfer, was als Forderung völlig abwegig wäre. 

Vielmehr plädierte der Priester offenbar dafür, daß die „kirchlichen Hierarchen“ – also oberen Amsträger – den Tätern irgendwann mal vergeben sollten. Seine Frage lautete angeblich – wie ein Teilnehmer erklärte – folgendermaßen: Wie sollten die Schuldigen sonst seelisch-psychisch weiterleben können?

Von daher hatte der Priester – auch seiner eigenen Darstellung zufolge – keineswegs von den Opfern selbst eine Haltung der Vergebung verlangt.

Wenn bestimmte Aussagen beanstandet werden, sollte man sie zuvor korrekt darstellen, weil sonst leicht ein Zerrbild entstehen, weil die Fairneß einer Debatte durch emotionale Reaktionen schnell unter die Räder gerät.

Sodann kritisierte Pfarrer Rau in seiner Schlußansprache einen „perfiden Vergleich“, den es in der Predigt Zurkuhlens gegeben habe, nämlich zwischen jenen Frauen, die an ihren verstorbenen Ehemännern kein gutes Haar lassen  – und den Missbrauchsopfern, die ihren Tätern nicht vergeben.

Aber eben dieser Vergleich geht nicht eindeutig aus der Predigt-Darstellung Zurkuhlens hervor (zumal er betr. Vergebung anscheinend nicht die Opfer, sondern die „kirchlichen Hierarchen“ ansprach).

Wie dem auch sei: Daß der Prediger evtl. zu abrupt von seiner Rüge über unversöhnliche Witwen zum Thema Vergebung für Mißbrauchstäter gelangte, daß er hier  keine erklärende und relativierende Überleitung brachte, ist durchaus möglich, aber vielleicht als verbale Ungeschicklichkeit zu werten, auf die man nicht unbedingt mit dem rhetorischen Hammer reagieren muß.

In den Medien wurde angekündigt, in dieser Versammlungen sollten auch jene Mißbrauchsopfer zu Wort kommen, die bei der umstrittenen Predigt anwesend waren und besonders betroffen gewesen seien. Diesbezüglich hat sich niemand zu Wort gemeldet. Einzig am Schluß sprach ein älterer Betroffener aus Rhede, er habe ein entsprechendes Netzwerk gegründet, was ja auch sehr zu begrüßen ist.

Pfarrer Rau lobte mehrfach seine eigene Gemeinde, weil sie gegen die Predigt des Ruhestandspfarrers aufgestanden sei, was deutschlandweit für große Zustimmung gesorgt habe. Es gehe um die „Ermächtigung“ und „Selbstermächtigung“ der Gläubigen, betonte er hierbei.

Während der Versammlung hatten sich mehrere Personen gemeldet, die aus der Kirche ausgetreten waren, aber ebenfalls die Heilig-Geist-Gemeinde lobten (und die Zurkuhlen-Predigt kritisierten).

Sodann wurde von weiteren Besuchern mehrfach beklagt, daß Pfarrer Zurkuhlen nach dem Tumult während seiner Predigt die Messe einfach   – als sei nichts geschehen –  zu Ende geführt habe. Einer ärgerlichen Dame kam das vor „wie in den 60er Jahren“.

Was hätte der Priester denn sonst tun sollen? Die heilige Messe einfach ausfallen lassen? Immerhin sind zwei Drittel der Gläubigen im Gotteshaus geblieben. Hatten sie kein Recht auf eine Fortsetzung der Eucharistiefeier? Oder gilt allein der Wunsch einer protestierenden Minderheit?

Zudem waren die „Herausgelaufenen“ kirchlich gesehen verpflichtet, ihre Sonntagspflicht in einer anderen Kirche nachzuholen, zumal es in Münster etliche Abendmessen gibt. Ob das der Fall war? Oder gilt dies Kirchengebot nicht mehr, wenn sich jemand in einem „erhöhten Erregungszustand“ befindet?

Ein Mitglied der reformkatholischen KFD (Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands) erklärte sodann, Pfarrer Zurkuhlen von früher her in sehr guter Erinnerung zu haben, er habe vor zwanzig Jahren KFD-Tagungen geleitet oder begleitet – und hierbei konzilsgemäße und „fortschrittliche“ Standpunkte vertreten. Umso mehr erstaunt sei sie über seine umstrittene Predigt.

„Fortschrittlich“ scheint nicht nur der kritisierte Ruhestandspriester, sondern auch die Gemeindeleitung der Pfarrei Heilig-Geist zu sein: Auf dem Schwarzen Brett in der Kirche befindet sich ein Riesen-Plakat der Aktion „Maria 2.0“, die bekanntlich „alle kirchlichen Ämter“ für Frauen fordert, somit Priestertum, Bischofsweihe und Papstamt.

Wie Pfarrer Rau den Versammelten ankündigte, sei nach den Sommerferien eine weitere Veranstaltung zu dieser Predigt und der ganzen Missbrauchs-Thematik geplant, an der dann Pfr. Zurkuhlen teilnehmen solle.

Abschließend stellt sich die Frage, warum Pfarrer Rau sich einseitig gegen seinen attackierten Mitbruder positionierte, statt eine vermittelnde Haltung einzunehmen und zu versuchen, die Wogen zu glätten und Brücken zu bauen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Stellungnahme zur Causa Zurkuhlen von evangelikaler Seite: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/

 


Münster: Pfarrer Ulrich Zurkuhlen berichtet selbst von seiner umstrittenen Predigt

Von Felizitas Küble

Seit einer Woche gehen nicht nur in Münster die Wogen hoch, weil ein Ruhestands-Pfarrer namens Ulrich Zurkuhlen in der Sonntagsmesse der Heilig-Geist-Kirche über Vergebung predigte und darüber sprach, daß christliche Verzeihung auch für Missbrauchstäter gelten sollte.

Dabei ging es dem Priester nicht um die rechtlich-juristische, sondern um die geistliche Ebene.

Infolge seiner Äußerungen sollen rd. 30 Besucher den Gottesdienst verlassen haben, teils schweigend, teils protestierend. Der Predigt-Eklat findet seitdem bundesweite Resonanz in Presse, Funk und Fernsehen.   

Da der Geistliche seine Predigt frei gehalten hat, sind seine Äußerungen nicht schriftlich und somit nicht exakt bekannt.

Nun hat sich Pfarrer Zurkuhlen heute auf seinem eigenen Internet-Blog unter dem Titel „So war es“ selbst zu dem vieldiskutierten Vorgang geäußert, der dazu führte, daß ihn Bischof Dr. Felix Genn aus Münster (siehe Foto) aufforderte, in Zukunft nicht mehr zu predigen.

Nach der Devise „Man soll beide Seiten hören“ dokumentieren wir hier die Stellungnahme des Priesters, der die Ereignisse am vorigen Sonntag folgendermaßen aus seiner eigenen Sicht beleuchtet:

Das war das erste Mal in meinem 54 Jahre langen Priesterleben, dass ich bei der Predigt von einer Gruppe Protestler/innen niedergeschrien wurde. Mein Predigtthema war „Vergebung“; den Anlass meiner Predigt habe ich genannt:

Zwei Frauen hatten deutlich hörbar sich über ihre ehemaligen Partner unterhalten und dabei kein heiles Haar an ihnen gelassen: Waren sie nur böse gewesen, keine Spur von Freundlichkeit und Menschlichkeit…

Ich habe in der Predigt die rhetorische Frage gestellt, ob die ehemaligen Partner überhaupt keine guten Seiten hatten.

Dann habe ich gesagt, dass ich es auch an der Zeit fände, dass unsere kirchlichen Hierarchen doch auch den Missbrauchs-Tätern irgendwann vergeben würden.

Ich hätte gern begründet, warum ich meine, dass Vergebung zu den Grundaufgaben von Christen gehört und dass auch keinen anderen Weg zum Frieden gibt: ich hätte gern die Geschichte zitiert, in der Jesus der Ehebrecherin  vergibt, oder die Geschichte vom barmherzigen Vater, der seinem Sohn, der sehr Böses getan hat, vergibt, während der „brave“ Sohn diese liebevolle Zuwendung des Vaters in diesem Augenblick nicht erfährt.

Oder ich hätte gern auf die Geschichte des Brudermörders Kain erzählt, wo Gott den Verbrecher begnadigt und ihm sogar Lebensschutz verspricht. Aber das alles war nicht möglich, weil die Leute so herum schrieen, dass ich mich nicht mal durch das Mikrofon verständlich machen konnte….“

FORTSETZUNG der Erklärung von Pfr. Zurkuhlen hier: http://www.zurkuhlen.de/2019/07/08/so-war-es/

Unser BERICHT über die Gemeindeversammlung zu diesem Thema hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/07/09/gemeinde-debattiert-in-der-hl-geist-kirche-ueber-die-predigt-von-pfarrer-zurkuhlen/

Stellungnahme zur Causa Zurkuhlen von evangelikaler Seite: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/


Münster: Teilnahme an Demonstration von „Maria 2.0“ fiel bescheiden aus

Von Felizitas Küble

Vor zwei Tagen brachte die linkslastige katholische Bistumszeitung „Kirche und Leben“ (KuL) wieder einen euphorischen Bericht über die ultrafeministische Aktion „Maria 2.0“.
Die  – zudem reichlich spät erfolgte – Distanzierung von Bischof Felix Genn scheint sein Kirchenblatt in seiner Jubelberichterstattung nicht zu bremsen.
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Das war auch nicht anders zu erwarten, schließlich hatte die ständige Gratiswerbung von KuL für Maria-zwei-null ohnehin keine Konsequenzen durch die Bistumsleitung zur Folge.
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BILD: Einige Schilder und Slogans lauteten: „Macht Kirche Beine“, „Männer gegen Männerkirche“ oder „Schweigen war gestern, Schwestern!“
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Der Titel der Kirchenzeitung „Mehr als 1000 katholische Frauen zu Demo in Münster erwartet“ sollte mit seinen Vorschußlorbeeren schonmal auf ein großes Ereignis einstimmen.
Allerdings kamen am heutigen Samstagmittag  – dem 6. Juli  –  höchstens 300 Teilnehmer/innen (darunter auch Männer) zur Kundgebung vor den Lamberti-Kirchplatz in Münster.
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Wie die Plakate zeigten, reisten viele Besucher aus dem Rheinland, dem Ruhrgebiet oder dem Niederrhein an. Die meisten Frauen waren im mittleren und höheren Alter. Jugendliche fehlten fast völlig.
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FOTO: Ein ikonenartiges Marienbild mit einem zugepflasterten Mund ist das Logo von Maria 2.0
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Angesichts der riesigen Werbung mit Großplakaten – wofür vielfach kirchliche Räume wie z.B. Pfarrbüchereien genutzt werden konnten – hielt sich der Erfolg diesmal in recht bescheidenen Grenzen.
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Die Veranstaltung lief als gemeinsame Aktion von Maria 2.0 und der reformerischen KFD (Kath. Frauengemeinschaft) unter  dem Motto „Viva Maria! Für eine Erneuerung der Kirche“.
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Unter „Erneuerung“ verstehen die Demonstranten den „Zugang der Frauen zu allen Ämtern“, also neben Frauenpriestertum auch die Bischofsweihe und das Papstamt. Damit solle erreicht werden, daß die „Kirche wieder glaubwürdig wird und Gemeinden lebendig bleiben“.
Die Aktion „Maria 2.0“ verrät allerdings nicht, warum es in der EKD (Evangelische Kirche n Deutschland) seit Jahrzehnten weitaus mehr Kirchenaustritte und zugleich sehr viel weniger Sonntagskirchgänger gibt als bei den Katholiken, obwohl (oder womöglich eher weil?) in der EKD seit langem Pastorinnen und Bischöfinnen tätig sind.
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Wie das Kölner „Domradio“ berichtet, wurde die Rede des Vize-Generalvikars Jochen Reidegeld gestört und durch Buhrufe unterbrochen.
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Dabei war der liberale Geistliche den frauenbewegten Katholiken weit entgegengekommen, sprach von einer schnellen Erfüllung ihrer Forderungen, allerdings gelte das nicht für die Themen weibliches Diakonat und Priestertum. Sein Aufruf zur diesbezüglichen Geduld führte zu Sprechchören und Pfiffen.
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Wenn kirchliche Amtsträger meinen, sie könnten diese grundsätzlichen theologischen Auseinandersetzungen  mit einem halbherzigem Entgegenkommen gewinnen, befinden sie sich auf dem Holzweg.
Hier ist eine klare Ansage gegen den Zeitgeist fällig, auch wenn dieser im Gewande des Feminismus einhergeht.
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Der Jesuitenpater August Benninghaus SJ war ein mutiger Märtyrer in der NS-Zeit

Von Hermann Rieke-Benninghaus     

August Benninghaus  wurde am 7. November 1880 in Druchhorn geboren. Am 26.4.1900 trat er in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek (Niederlande) ein. Am 24. August 1913 wurde er vom Kölner Erzbischof Kardinal von Hartmann in Anwesenheit seiner Eltern in Valkenburg zum Priester geweiht.

Bis 1941 wirkte Pater Benninghaus als Exerzitienmeister und Volksmissionar im Kettelerheim im westfälischen Münster.

Sein offenes Wesen brachte ihn unausweichlich in Konflikt mit der Gestapo. Bereits während einer Gebetswoche 1934 in Ankum mußte sich P. Benninghaus wegen einer Predigt vor dem NSDAP-Ortsgruppenleiter verantworten.

Am 27. Juni 1941 wurde er von der Gestapo in Münster festgenommen und in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt.  An seinem Verhaftungsort in der Nähe der Ludgeri-Kirche in Münster ist ein „Stolperstein“ der Stadt seinem Gedenken gewidmet.

Im KZ wurde er von zwei SS-Männern derart verprügelt, daß er stürzte und auf eine Tischkante aufschlug. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung, von der er sich bis zu seinem Tode nicht erholte.

Am 11. März 1942 wurde Pater Benninghaus in das KZ Dachau verlegt, wo die katholischen Priester im Sonderblock 26 zusammengezogen wurden. Von den Ordensleuten gehörte ein überdurchschnittlich hoher Anteil  –  etwa 25 Prozent   –  dem Jesuitenorden an. 

P. Benninghaus war mit der Häftlingsnummer 29.373 im Block 24/1, dem zusätzlichen Invalidenblock, vorgesehen für die Vergasung in Schloß Hartheim.

Besonders hart traf ihn der Ausspruch des Lagerführers: „Das deutsche Volk hat euch ausgestoßen“. Er war doch Deutscher und überzeugter Diener Gottes zugleich.

Zeugen berichten, er habe am Karfreitag, dem 3.4.1942, auf die 3. Etage der Bettkiste steigen müssen. Von dort sollte er das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen. Völlig entkräftet hat er es nach vielen Schlägen mit schwacher Stimme schließlich getan.

Infolge Hungers, ständiger Kopfschmerzen und Schwäche verschlechterte sich sein körperlicher und geistiger Zustand immer mehr, bis er schließlich in das Krankenrevier eingeliefert wurde. Am 20. Juli 1942 ist er dort verhungert, er war nicht ganz 62 Jahre alt.

Am 31. August 1942 fand eine Beisetzung mit einer Urne auf dem Ankumer Friedhof statt. Auf dem Grabmal stehen die Worte: „Märtyrertod Dachau“.

Die Gemeinde Ankum hat zu seiner Würdigung eine Straße am Ortseingang von Ankum nach Pater Benninghaus benannt. Im Artländer Dom erinnert eine Bronzeplatte an ihn. Die Ankumer Oberschule ist nach ihm benannt.

Der August-Benninghaus-Preis wird jährlich verliehen, in diesem Jahr am 20. Juli in Ankum.

Die Auszeichnung erhält der jüdische Komponist Dr. Moisei Boroda aus Georgien im Rahmen einer abendlichen Gedenk- und Feierstunde im Haus Kirchburg. Der seit langem in Herne lebende Autor (siehe Foto) engagiert sich seit langem für das Gedenken an die christlichen Märtyrer in der NS-Zeit. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/muenster-juedischer-kuenstler-dr-mosei-boroda-wuerdigt-christliche-maertyrer-der-ns-diktatur/)

Die katholische Kirche hat Pater Benninghaus in ihr Martyrologium aufgenommen. Sein Gedenktag ist der 20. Juli.