Hirn- u. Hormon-Forschung: Was Kleinkinder für ihre seelische Gesundheit benötigen

Von Christa Meves

Nun ist es so weit: Auf der ganzen Linie lässt sich im Hinblick auf das Leben in unserer Demokratie die Wahrheit nicht mehr unter den Teppich kehren. Viele Beschlüsse und Gesetze, die in den letzten Jahrzehnten von der Regierung erstellt worden sind, nützen der Bevölkerung nicht, viele schaden ihr sogar auf die Dauer.

Aber nun helfen die digitalen Systeme den Bürgern zum Austausch – schaffen die Möglichkeit zu raschen öffentlichen Meinungsäußerungen und dazu, ihre resignierte Sprachlosigkeit zu überwinden.

Und darüber hinaus bewirken die durch die Technik hervorgerufenen neuen Ergebnisse der Hirn- und Hormonforschung, dass Bürger sich stehenden Fußes darüber informieren können, was Fakt ist statt Manipulation.

Wer sich also bis heute seinen gesunden Menschenverstand bewahrt hat, kann sogar öffentlich protestieren.

Dadurch kommt nun erneut die strittige Frage ins Visier, was Kleinkinder brauchen, um zu seelisch gesunden, arbeits- und liebesfähigen Erwachsenen zu werden. Die natürlichen Belange der Kinder schienen jahrzehntelang vergessen zu sein.

Unsere Regierung hat vielmehr die Gemeinden genötigt, Krippen für Kleinstkinder zu erstellen, und sie hat es bisher unterlassen, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob Krippenbetreuung in den ersten drei Lebensjahren überhaupt bekömmlich ist. Dabei wird sie von Fachleuten als höchst bedenklich angesehen, ja mehr noch:

Darüber liegen aus einem halben Jahrhundert nun bereits überzeugende Ergebnisse einer internationalen Forschung, besonders mit der wissenschaftlichen Langzeitstudie NICHD aus den USA vor. (1) Auch hierzulande sind nun neue abstützende Ergebnisse präsent: aus dem Institut für Hirnforschung Bremen mit den Hirnforschern Gerhard Roth und Nicole Strüber. (2)

Vor einiger Zeit ist sogar von verantwortungsbewussten Außenseitern im Parlament eine Anfrage an die Regierung mit einem Fragenkatalog zum Thema erstellt worden. Mit der Drucksache 19/2621 (3) hat die Regierung Antwort gegeben und sich mit dem Thema beschäftigen müssen.

Windelweichgewaschen erscheinen hier nun auf dem Papier lang hingezogene Allgemeinplätze. Und nur mühsam lässt sich gegen Ende der verwirrenden Tiraden eine Quintessenz herauslesen, etwa in folgender Weise: Bei nicht direkt beobachtbaren und schwer zu operationalisierenden Konstrukten wie Bindungist der Nachweis vondirekten Wirkzusammenhängen schwierig bis unmöglich.“

Und weiter: Die psychoanalytisch orientierte klinische Psychologie geht von einer Vielzahl möglicher nachteiliger Effekte gestörten Bindungsverhaltens aus, die mit Regulationsstörungen im Säuglingsalter (z.B. Schwierigkeiten beim Essen und Schlafen), Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter (z.B. Konzentrationsstörungen sowie psychischen Störungen im Erwachsenenalter zusammen hängen können. Keiner dieser Effekte ist jemals im Zusammenhang mit familienergänzender, frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung nachgewiesen worden.“

Diese Vorstellung ist – bedingt durch die hochbrandende Erwerbstätigkeit auch der jungen Mütter – also erneut zu einer scheinbar strittigen Frage geworden. Und es findet keinerlei Beachtung, dass sie nun z.B. in der Sowjetunion und Rumänien mit dem Zusammenbruch dieser Staaten bereits ebenfalls negativ beantwortet worden ist.

Umso erstaunlicher ist es, dass unsere Regierung es im Jahr 2018 weiterhin wagt, den allgemeinen Stand so vieler internationaler Erfahrungen nicht nur zu verleugnen, sondern die Bürger nach einer erzwungenen allgemeinen Erstellung von Krippen für Kleinstkinder mit dem medial unterlegten Sirenenklang von einer dort angeblich stattfindenden Superbildung zu verführen, ihre knapp einjährigen Kinder der Krippe zu überlassen.

Ja, in der Bundesrepublik ist es noch nicht einmal allgemein bekannt, was die Hirn- und Hormonforschung per Fakt bestätigt hat: Die Erfahrungen, die das Kind in den ersten Lebensjahren macht, haben einen festprägenden Einfluss auf die Charakterentwicklung der Erwachsenen; denn in den ersten Lebensjahren findet der enorme Einfluss der Eindrücke des Kindes auf das sich entfaltende Gehirn statt.

Man setzt also durch eine unnatürliche Fremdbetreuung die Kinder einem erheblichen Risiko aus, was leicht beobachtbar ist. Die Kinder antworten nicht selten bereits mit vermehrtem Unruhigwerden, Verhaltensstörungen und häufigeren Krankheiten. Dieses – das wissen Fachleute längst – sind gelegentlich schon die Erstsymptome seelischer Störungen, die dann im Erwachsenenalter erhebliche Beeinträchtigungen bedeuten. Das ist mittlerweile hundertfältig international belegt worden.(4)

Ich konnte das mit den Erfahrungen, die Neoanalytiker in ihrem Berliner Institut bereits bis 1938 (dann wurden sie verboten) gemacht haben, nicht nur vermuten, sondern die daraus erwachsenden Störungen im Erwachsenenalter je nach Zeitpunkt der Kinderschädigung systematisieren.(5)

Das habe ich dann in den 70er Jahren in meiner Anthropologie ausgebaut, gleichzeitig mit darauf gründenden ständigen öffentlichen Mahnungen über das Anwachsen persönlichen Unglücks und gesellschaftlicher Zukunftsgefährdungen durch unbekömmliche Kleinkindbetreuungen gewarnt und unablässig in die Öffentlichkeit hineingerufen. Aber die Kollektivierung der Kinder gehört eben einhellig zu der jahrzehntelangen gezielten Fahrtrichtung in Politik und Medien.

Doch diese Eindeutigkeit verlor jetzt durch das Auftauchen der digitalen Möglichkeiten ihre Durchschlagskraft in der Bevölkerung; denn dadurch erhielt jedermann die Gelegenheit, nicht nur seine Meinung zu äußern, sondern sie auch miteinander auszutauschen und damit endlich einmal wieder natürlichen Erfahrungen mehr Raum zu geben. Unverändert aber blieb der Trend in der Regierung und ihren Medien.

Den mehr als traurigen Höhepunkt erbrachte das Regierungsparlament in der vorigen Woche mit seiner Reaktion auf eine Rednerin. Sie riet ihren Kollegen, mehr Subventionen für die Familie anzuberaumen. Als sie aber dabei den unaufgebbaren Wert der Mütter betonte, entstand massive Unruhe und ein hochbrandendes Gelächter.

Wie wird einst die Geschichte, wie würden die Gründer unseres Grundgesetzes ihr Haupt verhüllen, wenn diese Schande aller Schanden konstatiert werden wird. Ohne die Beachtung und Werthaltung der Mütter gibt es keine Zukunft!

Die leicht realisierbaren Änderungsvorschläge unseres Vereins VFA (Verantwortung für die Familie) für einen angemesseneren Umgang mit Kleinkindern in den Industriegesellschaften sind bereits in den 80er Jahren entworfen und der Regierung, damals noch in Bonn, in einer umfänglichen Petition überstellt worden. (6)

Antwort und Einsicht blieben aus – trotz aller Bewahrheitung besorgter negativer Prognosen, wenn der Trend sich fortsetzen würde. Werden nicht aufgrund der weiteren Verleugnung des unaufgebbaren Mutter-Wertes einst klügere, gesündere Völker das Erbe dieses Ausverkaufs antreten müssen?

Wir befinden uns in sehr später Stunde. Aber selbst Regierungen sind nicht unsere höchsten Instanzen. Wir sind jetzt wie Jonas vor Ninive. Dort nahm man seine Mahnungen an, Gott wieder ins Regiment zu setzen. Man änderte den leichtfertigen Trend, das Leben allein nach eigenen Maßstäben machen zu können, und deshalb verschonte sie der gnädige Gott.

Anmerkungen:

(1) http://www.nestbau-familie.de/fakten/langzeitstudien-zur-krippenbetreuung/nichd-studie/

(2) Strüber, N.: Die erste Bindung, Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Gehirns prägen,Stuttgart 2016, S.277, S. 297Ff,S. 304ff.

Roth,G.:Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt a. M. 1969

(3) http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/026/1902621.pdf

(4) Eliot, L.: Was geht da drinnen vor? Die Hirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren, Berlin 2001

http://www.vfa-ev.de/studien-und-materialien/#krippen (In Kinderkrippen werden Kinder krank)

https://www.zukunft-ch.ch/krippen-debatte-versachlichen/

(5) Meves, C.: Geheimnis Gehirn, Gräfelfing 2010

Dies.: Erziehen lernen,Gräfelfing 2011

(6) Resolution zur Förderung der Familie, Rothenfels 2002, ad infinitum

Christa Meves ist Psychagogin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

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Evangelischer Autor Riehle würdigt die natürliche Familie: Mann, Frau und Kind(er)

Von Dennis Riehle

Wann kann man ein menschliches Konstrukt „Familie“ nennen? Genügt das Prädikat „dort, wo Verantwortung gelebt wird“ bereits aus, um aus einem Miteinander von zwei Personen eine „Familie“ werden zu lassen? 

Zweifelsohne besteht dort, wo Kinder aufwachsen, ein besonders schützenswerter Rahmen, der über den von zwei Erwachsenen hinausgeht. Die homosexuelle Partnerschaft allerdings, wenngleich in ihr Kinder großgezogen werden, erfüllt den Anspruch an eine Familie nur bedingt.

Das Zusammenwachsen der Familie als eine Einheit beginnt mit der Zeugung des Nachwuchses. Denn die leibliche Elternschaft bleibt ein wesentliches Merkmal der Familie, die im Sinne eines mehrheitsgesellschaftlichen Verständnisses die Keimzelle neu entstehenden Lebens darstellt.

Die Bindung von Vater und Mutter an ihre Kleinsten muss schon aus Gründen der Vernunft dort am stärksten sein, wo eine natürliche Verquickung zwischen Herkunft und Heranwachsen gegeben ist. Nicht nur Emotionalitäten bilden sich am authentischsten in der nicht-künstlich geschaffenen Atmosphäre einer Beziehungsebene zwischen dem Kind und seinen Eltern ab.

Der Versuch, die biologische Elternschaft an die soziale anzugleichen und sie zu normieren, muss gleichermaßen so lange misslingen, wie die heterosexuelle Bipolarität von Vater und Mutter Einfluss auf Werte-, Gefühls- und Sozialentwicklung des Kindes hat.

Liebe ist nicht gleich Liebe  –  ein Kind wird um die unterschiedlichen Einflüsse zweier verschiedengeschlechtlicher Eltern schon aus der Sensibilität der Empfindung heraus zu unterscheiden wissen. Vater und Mutter komplettieren mit ihrer Verschiedenheit die Wesensbildung eines Kindes.

Die Startchancen bleiben äquivalent, solange leibliche Elternteile dem Kind mit Geburt an eine mehr oder weniger bewusste Geborgenheit schenken, die sich auch bei gutem Willen nicht nachbilden lässt.

Respektieren wir, dass Familie nach Worten von Papst Franziskus auf heterosexuelle Eltern beschränkt bleibt – ohne dabei die Anstrengungen zu missachten, die all jene aufbringen, die sich dem Wohlergehen von Kindern widmen, egal in welcher Konstellation.

Webpräsenz: http://www.Dennis-Riehle.de

 


Hält KGE – die grüne Fraktionschefin – Väter bei einer Familie für entbehrlich?

Der AfD-Bundessprecher Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto) hat am 12. April auf Facebook eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich kritisch mit Ansichten und Äußerungen der grünen Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt KGE) befaßt.
Wir veröffentlichen hieraus einige Auszüge:  

„Diese Frau steht wie kaum eine andere für die vollkommene Ablehnung all dessen, was Deutschland in der Vergangenheit einmal ein vernunftgeleitetes Land sein ließ.

So ist, glaubt man Frau Göring-Eckardt, Willkommenskultur bekanntlich der beste Schutz vor Terroristen. Eine bahnbrechende Erkenntnis, die Experten für innere Sicherheit zu Tränen rührt – seien es Tränen des Lachens oder auch der Verzweiflung.

Auch eine Sicherung der deutschen Grenze lehnt sie ab, da sie das Thema Grenzschutz irgendwie an die DDR erinnere, aus der man bekanntlich nicht ausreisen durfte.

Nun, auch wenn es für Deutschland ein herber Verlust wäre, auf solch ein intellektuelles Schwergewicht zu verzichten: Unsere Bürgerpartei verspricht hiermit hoch und heilig, sich im Falle der Grenzsicherung für eine freie Ausreise von Katrin Göring-Eckardt einzusetzen.

Deutschland braucht bekanntlich nicht nur qualifizierte Zuwanderung, sondern „wir brauchen hier auch Menschen, die in unseren Sozialsystemen zu Hause sind und sich zu Hause fühlen können.“

Auf derlei junge, kräftige, vom Steuerzahler lebenslang zu alimentierende Sofort-Rentner hat Deutschland jahrzehntelang händeringend gewartet – nun sind sie endlich da.

Jetzt hat sie auf einem anderen Politikfeld nachgelegt: Unser parlamentarischer Geschäftsführer Jürgen Braun fragte sie jüngst im Bundestag, wer aus ihrer Sicht denn alles zu einer Familie gehört. Er tat dies vor dem Hintergrund, dass es in Pinneberg mittlerweile staatlich geduldete Polygamie eines Syrers gibt.

Auf diese Frage hin sah sich das hellste Licht am grünen Firmament genötigt, ihr Familienbild energisch deutlich zu machen: „Mutter und Kinder, das ist für mich Familie, genau das. Mutter und Kinder!“

Halten wir also fest: Mutter und Kinder, das ist für Frau Göring-Eckardt Familie. Väter kommen in ihrem Familienbild nicht mehr vor, sie bedürfen daher keiner Erwähnung.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.facebook.com/Prof.Dr.Joerg.Meuthen/


Bürgerprotest gegen Kita-Pflicht erfolgreich: Ministerin Giffey macht einen Rückzieher

Von Christa Meves

80.000 Petitionen an die neu gewählte Familienministerin und an Bundestagsabgeordnete haben Erfolg gezeigt:

Die Bemerkung auf der Giffey-Homepage über ihren Plan, eine Kita-Pflicht ab 3 Jahren einzuführen, hat über die allgemeine Empörung darüber hinaus die erhoffte Wirkung hervorgebracht: Ministerin Franziska Giffey hat diese anrüchige Andeutung entfernen lassen und einen beschwichtigenden Rückzieher gemacht.

Diese Gegebenheit ist für die Gruppe von Menschen, die auf dem Elternrecht in der Kindererziehung beharren, außerordentlich ermutigend; denn das zeigt erstens, dass die digitale Veränderung, in die wir seit ca. 30 Jahren hineingeworfen sind, nicht einfach nur Negatives hervorruft. Es hat sich die erfreuliche Tatsache ergeben, dass eine viel stärkere Vernetzung bei Menschen, die das Zeitgeschehen wach verfolgen, möglich geworden ist.

Das kommt in Bezug auf die Familienpolitik einem Befreiungsschlag gleich; denn dies gilt es – auch angesichts der neu geschaffenen Regierung – ins Bewusstsein zu nehmen bzw. im Bewusstsein zu behalten:

Der ministeriale Ausrutscher lässt ahnen, dass der Trend zur Kollektivierung unserer Kinder – stufenweise der immer Kleineren – keineswegs geändert wird: er ist ja auch keineswegs neu. Er besteht vielmehr seit der Mitte der 60er Jahre und ist mit dem Schub der 68er Revolte zu einem fast allen sichtbaren Fanal geworden.

Auf dem Boden von Karl Marx und Friedrich Engels hat sich die Kollektivierung der Massen sogar schon seit dem 19. Jahrhundert wie ein Pilz in die Gesellschaften eingeschlichen.

Mit dem Beginn der 70er Jahre ist im linken Trend der Regierungen Brandt und Schmidt die Vorstellung von einer möglichst frühen Kollektivierung auch der Kinder schleichend, aber sukzessiv weitergeführt worden.

Aus den örtlichen Kleingrundschulen wurden zentrierte Großschulen, aus dem Vorrang der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder wurde eine Tendenz zur Einführung von Kinderrechten, z.B. mithilfe eines die Eltern entmachtenden Jugendhilfegesetzes.

Nach der Wende wurden die staatlichen Erziehungsmodelle der ehem. DDR auch in der Vorschul-Erziehung absurderweise zu einem Zukunftsmodell. (Konnte es nicht jedermann sichtbar werden, dass die DDR auch dadurch pleiteging?)

Das Familienmodell im Grundgesetz von 1949 geriet hingegen auch in der vereinigten Republik immer mehr in Misskredit.

Und nicht nur das: Verantwortungsbewusste Eltern, die diese Entwicklung als ungut empfanden, wurden, falls sie Einfluss in der Öffentlichkeit zu entwickeln suchten, immer mehr an den Rand gedrängt, ja, einzelne Familien, die auf ihrer Dominanz als Eltern beharrten, wurden von ihrem Umfeld derartig angefeindet, dass diese Phalanx – erst recgt nach Einführung der digitalen Medien – in der Versenkung verschwand. Es wurde nun existenzgefährdend, dem Zeitgeist zu widerstehen.

Als Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin ließ sich die Entwicklung in den frühen 70er Jahren durch die Zunahme der Verhaltensstörungen der Kinder sehr deutlich machen. Glückliche Kleinkinder in der Nähe ihrer Mütter wurden immer seltener.

Hingegen wuchs die Zahl von trotzig wütenden, schwer lenkbaren Kindern, die durch immer mehr Unruhe, durch Konzentrationsmangel in der Schule (ADHS), durch Naschsucht, Essverweigerung, Selbstbeschädigungen, Einnässen bis ins Schulalter hinein, Stuhlverhaltungen und Verlangsamung beim Lernen etc. auffielen.

Ich begann ab 1970 zu warnen und Prognosen für das nächste Jahrhundert zu stellen; denn diese Fehlverhaltensweisen sind lediglich die Erstsymptome von Beeinträchtigungen, die sich im Erwachsenenalter als Störungen, besonders in Depressionen, Süchten, Loser-Sein und Aggressionen bis zur Kriminalität auswirken würden.

Für eine Fachfrau der neoanalytischen Schule lag dafür zwar eine voll strukturierte Psychopathologie längst bereit. Und es war erkennbar, dass dieser so schwer und nachhaltig prägende Krankenstand sich vermeiden ließe – vor allem durch viel persönliche Nähe, am besten bei gesunden natürlichen Eltern, die besonders in den ersten sieben Lebensjahren auf dem Posten stehen.

Kinder, die sich in ihrer Vorschulzeit fremd und allein gelassen fühlen, halten das selten ohne Traumatisierung aus. Aber nun das Erschreckende: Ohne jede Einsicht in die zunehmend negativen Erfahrungen nahm der kollektivierende Trend ungehindert zu, führte zu einer Aufstockung der Kindergärten, zu Ganztagskitas und vor allem zur Einrichtung der Krippen für die 0 bis 3-Jährigen.

Nicht dass aufmerksame Eltern ruhig blieben: Verantwortungsbewusste Vereine organisierten Kongresse und schlugen auf diesen nachhaltig Alarm.

„Man kann doch die Mütter mit ihrer so erfüllenden zentralen Berufung als Frau nicht einfach diskriminieren, nicht Mutterschaft zu einer ‚Falle‘ erklären und den Kindern ihre maßgebliche Basis für eine gesunde Entfaltung immer mehr entziehen!“, rief ich unablässig in die deutschsprachigen Länder hinein.

Unser Verein „Verantwortung für die Familie e.V.“ begann auf seinen Tagungen zudem Petitionen an die Regierung zu schicken nach dem Motto: Wer kritisiert, muss etwas Besseres im Köcher haben.

2002 haben wir z.B. auf einer unserer Tagungen eine „Resolution zur Förderung der Familie“ erstellt. Darin heißt es:

„Die Mehrheit junger Eltern möchte ihre Kinder selbst erziehen. Junge Mütter geraten als ‚Heimchen am Herd‘ ins gesellschaftliche und ökonomische Abseits. Sie haben jedoch kein geringeres Recht als die Männer, gesellschaftlich anerkannt und finanziell unabhängig zu sein.

Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland brauchen also eine Konzeption, die die Familie anerkennt und funktional zur Geltung bringt, ohne dass dies die Frauen in eine Sackgasse führt.“

Folgendes Konzept wurde vorgeschlagen:

„1. Die werdende Mutter kann, sobald ihre Schwangerschaft ärztlich festgestellt worden ist, in eine spezifische Berufsausbildung eintreten, die mit einem Zertifikat abschließt. Pädagoginnen mit Familienerfahrung führen die Ausbildung durch.

2. Nach der Geburt des Kindes erhält die Mutter Anspruch auf ein Gehalt samt Rentenanspruch.

3. Ihre Erziehungsarbeit wird von Fortbildungen – etwa im 4-wöchigen Turnus  – begleitet, an denen auch die Väter teilnehmen können.

4. Bei den Wahlen erhält die Mutter so viele Stimmen, wie sie unmündige Kinder hat.

5. Wird das jüngste Kind 14 Jahre alt, kann sich die Mutter zur Ausbildungsleiterin für junge Mütter und andere entsprechende soziale Tätigkeiten ausbilden lassen. Analog können sich Großmütter betätigen, z.B. als Adoptiv-Großmütter in jungen kinderreichen Familien.

6. Zur Entlastung junger Mütter mit mehreren Kindern wird ein ‚Freiwilliges Familien-Jahr‘ eingeführt.

7. Jede Mutter kann aus ihrem Beruf ausscheiden und eine andere Tätigkeit ihrer Wahl ausüben.

Diese Regelungen werden die Gesellschaft qualitativ vorwärtsbringen, die Bevölkerungsimplosion aufhalten und unser Land aus der Existenzkrise auf folgende Weise herausholen:

– Mütter sind mit anderweitig Berufstätigen gleichberechtigt und finanziell unabhängig, auch im Hinblick auf den Tod bzw. die Untreue des Partners.

– Ungeplante Schwangerschaften brauchen nicht so oft zur Abtreibung führen: Der Lebensunterhalt der Mutter ist gesichert, ohne dass sie ihr Kind aufgeben müsste. Ihre Erfahrungen werden gesellschaftlich genutzt und eröffnen ihr auch in der zweiten Lebenshälfte Perspektiven.

– Durch die begleitenden Fortbildungskurse geht die Zahl schwerer Fehlentwicklungen – und auch die Isolation der ‚Grünen Witwen‘ – zurück.

– Die Arbeitslosigkeit wird reduziert. Kranken- und Sozialhilfekosten gehen deutlich zurück: Kinder reifen im gesunden Umfeld zu seelisch stabilen Erwachsenen.

– Das schulische Leistungsniveau hebt sich, wenn junge Mütter sich – planvoll angeleitet – mit ihren Kindern im Vorschulalter beschäftigen und ihnen z.B. durch Vorlesen die Freude an Büchern und am schulischen Lernen vermitteln.

Die Kosten sind langfristig (erst recht kurzfristig) niedriger als die Beträge, die das flächendeckende Aufstocken und der Betrieb von Krippen, Kinderhorten, -tagesstätten und Ganztagsschulen verursachen.

Da das Familien-Modell psychisch intakte, handlungs- und demokratiefähige Menschen hervorzubringen verspricht, ist es, wenn man Zukunft des christlichen Abendlandes will, vom Ergebnis her eine entscheidende Einsparung (im Staatssäckel).“

Heute, 16 Jahre später, wäre dieses Modell immer noch sinnvoll – in letzter Stunde gewissermaßen gegen das Schwach-, Krank- und Unglücklich-Werden in der Bevölkerung, besonders in der jungen Generation.

Es muss weiter nachhaltig gewarnt werden. Der zerstörerische Trend ist leider weiter das zentrale Modell in unserer Gesellschaft. Nicht nur der 50-jährige Kinderschwund, sondern vor allem die psychische Verelendung in der jungen Generation, ihre Minderung von Leistungs- und Liebesfähigkeit muss bei allen Menschen mit einem gesunden Menschenverstand Daueralarm hervorrufen.

Fassen wir neuen Mut!

Per Internet können wir, die Familienbefürworter, nun noch viel mehr Menschen bewegen, wie dies zur Änderung im Trend einer demokratischen Regierung nötig ist. Das ist jetzt besser möglich geworden und in höchster Zukunftsgefährdung neu gefragt.

Siehe hierzu auch: Meves, Christa.: Verführt. Manipuliert. Pervertiert. S. 13ff: Der Staat greift nach den Kindern. 5. Aufl., Gräfelfing 2002.


In Polen wurden über 800.000 Unterschriften gegen Abtreibung gesammelt

Der Vorstoß für eine Verbesserung der polnischen Abtreibungsgesetzgebung ist auf die Zielgerade eingebogen. Nachdem am 19. März der Rechtausschuss des Parlaments einen entsprechenden Gesetzentwurf befürwortet hatte, soll sich am 14. April nun der Familienausschuss mit der Vorlage befassen. 

Zuvor hatte die polnische Bischofskonferenz eine schnellere Bearbeitung des von einer Volksinitiative „Familie und Leben“ in das Parlament eingebrachten Gesetzentwurfs angemahnt. Diese Aktion hatte 820.000 Unterschriften gesammelt.

Laut Verfassung muss sich der Sejm (das polnische Parlament) mit Gesetzesvorlagen befassen, für die Bürger mehr als 100.000 Unterschriften gesammelt haben.

Der Gesetzesvorschlag sieht vor, vorgeburtliche Kindstötungen zu verbieten, bei denen eine schwere Behinderung des Kindes als Grund für die Abtreibung angegeben wird.

Das bislang geltende Recht erlaubt vorgeburtliche Kindstötungen, wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mutter bedroht, die Schwangere zuvor vergewaltigt wurde oder das Kind eine derart schwere Schädigungen aufweist, dass es außerhalb des Mutterleibes mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben kann.

Quelle: ALfA-Newsletter


CDL kritisiert Verzicht auf christdemokratische Prägung bei Sondierungs-Vereinbarung

Schwere Defizite bei Familie, Lebensschutz, Bioethik usw.

Stellungnahme der Bundesvorsitzenden der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (siehe Foto), zum CDU/CSU/SPD-Sondierungspapier anläßlich der jetzt  in Berlin beginnenden Koalitionsverhandlungen:

Nachdem der Parteitag der SPD am 21. Januar mit einer äußerst mageren Zustimmung von 56 % die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen befürwortet hat, wird jetzt eine erneute Fortsetzung der schwarz-roten Regierungskoalition trotz Abstrafung beider Parteien durch schlechte Wahlergebnisse im September 2017 durchaus möglich.

Nun scheint es bezeichnenderweise vor allem in der Hand der SPD-Parteimitglieder zu liegen, ob und zu welchen politischen Bedingungen sie sich auf ein neuerliches „Weiter so!“ mit der bisherigen Regierungskoalition einlassen wollen. Die Unionsführung ist bereits jetzt, leider ohne offene Debatte in der Partei oder auf einem Parteitag, der SPD in einem Maße inhaltlich entgegengekommen, dass es schwer fällt, im Koalitionspapier programmatische Positionen der Union zu identifizieren.

Die vorliegenden Ergebnisse der Sondierung müssen nun laut Stellungnahmen führender Unionvertreter bereits als sichere Basis für die kommende Koalitionsvereinbarung gelten. Aus Sicht der Christdemokraten für das Leben sind daher an diese Verhandlungsergebnisse sehr kritische Anfragen zu stellen. Denn für die Union und die Zukunft des Landes wesentliche Themen bleiben entweder ausgespart oder so vage, dass sie jeder beliebigen Interpretation zu einem späteren Zeitpunkt offen stehen. Dies betrifft nicht nur die Familienpolitik und zentrale bioethische Fragen.

Zu beiden Themenfelder seien folgende Punkte kritisch herausgegriffen:

Familien Kapitel I: Das CDU/CSU-Kernthema des Wahlkampfs „Familie“ umfasst  nur zwei Seiten und vermittelt eher ein deprimierendes Bild von Familie. Zwar geht es konkret um eine Kindergelderhöhung pro Kind in Höhe von insgesamt rd. 700 €, gestreckt über einen Zeitraum von vier Jahren.

Doch so erfreulich eine durchschnittliche, jährliche Erhöhung des Kindergeldes um 175 € sein würde, kompensiert es doch nicht die hohen Zusatzkosten von Familien mit Kindern. Deren weit höherer Bedarf bedeutet ständig weiter ansteigende Energie- und Mobilitätskosten, die durch diesen kleinen „Finanzausgleich“ kaum ausgeglichen werden. Gleiches gilt angesichts steigender Miet- und Baukosten, nicht nur in Ballungsräumen.

Kapitel II:  „Kinder stärken – Kinderrechte ins Grundgesetz“. Es besteht nur aus einem, bereits von der Sozialdemokratie, Linken und Grünen im Wahlkampf bekannten  Absichtserklärung: „Wir werden Kinderrechte im Grundgesetz ausdrücklich verankern.“  Eine Stärkung von Elternrechten gemäß Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“ kann daraus keineswegs abgelesen werden. Ganz gegenteilig will der Staat nun aber seine Zugriffsrechte auf Kinder und Familien stärken.

Auch nach anderen konkreten Maßnahmen zur Stärkung der Selbstverantwortung von Familien sucht man im Papier vergebens. Im Gegenteil: „Wir wollen die bestmögliche Betreuung unserer Kinder und die beste Vereinbarung von Familie und Beruf. Dazu unterstützen wir Länder und Kommunen weiterhin beim Ausbau bei der Steigerung der Qualität von Kinderbetreuungseinrichtungen und dem Angebot an Kindertagespflege sowie zusätzlich bei der Entlastung von Eltern bei den Gebühren.“ 

Dass täglich Kindererziehung und -betreuung nunmehr tatsächlich überwiegend in staatliche Hand wechseln sollen, ist auch folgender Formulierung zu entnehmen: „Auch die Bedarfe für Bildung und Teilnahme werden wir verbessern, unter anderem sollen hierzu das Schul-Starterpaket erhöht und die Eigenanteile zur gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen und für Schülerbeförderung entfallen.“ (S.9.)

Dies bedeutet  im Klartext für die nächste Regierungszeit eine kostenlose, auch in der DDR schon erprobte, kostenlose „Schulspeisung“ für alle Kinder in allen Kitas und Schulen. Weiter heißt es: „Wir werden einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter schaffen.“ Innerhalb der nächsten Jahre dürfte es damit wohl eher zu einer Ganztagsschulpflicht als zu einer offener Wahlfreiheit kommen, wie sie sich aber die meisten Frauen und Familien wünschen, insbesondere wenn sie mehrere Kinder haben.

Ein großer Erfolg für die Sozialdemokratie, die elterlicher Erziehungsleistung schon immer für die schlechtere Alternative hielt. Damit dürfte die bisherige Unionsposition und die Befürwortung von elterlicher „Wahlfreiheit“ und Zeit für häusliche Erziehung auch tagsüber, schrittweise bald musealen Charakter  bekommen und eine elterliche „Hoheit über Kinderbetten“ sich tatsächlich nur noch auf die „Bettenzeit“ beschränken.

Abschnitt III Familie befasst sich mit der Gleichberechtigung. Vor allem aber geht es um die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern und die zwingende 50:50-Parität von Frauen und Männern in Führungspositionen (z. B. im öffentlichen Dienst zu erreichen bis 2025). Ob dazu männliche Führungskräfte entlassen werden sollen oder wie man private Unternehmen dazu zwingen will, wird wohl noch weiter ausgearbeitet. Auch das Faktum, daß die Mehrzahl berufstätiger Frau bei Kindern unter 12 Jahren aus eigenem Wusch eine Teilzeittätigkeit bevorzugen, um mehr Zeit mit den Kindern zu erleben, wird hier völlig ausgeblendet

Abschnitt IV Familie schließlich beschäftigt sich ausschließlich mit der Bekämpfung von Gewalt gegenüber Frauen und Kindern, gehörte inhaltlich also eigentlich ins Strafrecht und nicht in die Familienpolitik. Dieser Gewalt will man, und das ist wohl wenig zielführend,  primär durch einen Ausbau von mehr Frauenhäusern  und entsprechenden ambulanten Hilfs- und Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfstelefonen entgegentreten. Kein Wort findet sich darin zu Prävention oder zu notwenigen Analysen von Ursachen oder Tätermustern. In diesem Kapitel geht es ausschließlich um die Opferberatung und -Betreuung im Bedarfsfalle. Jede Ursachen- oder Vermeidungsstrategie bleibt außen vor; es soll verstärkt Online-Beratungen für Opfer und anonymisierte Beweissicherung von Gewalt- und Missbrauchsfällen geben.

Über die rd. 400.000 Abtreibungen, die bundesweit in den letzten vier Regierungsjahren gemeldet wurden und die für die nächsten Regierungsjahr leider wieder fest zu erwarten sind,  geht das Papier ebenso stillschweigend hinweg wie über die derzeitig drängenden Herausforderungen der Reproduktionsmedizin, die sich z.B. in ständig steigenden Zahlen bei  Spätabtreibungen, PID´s, IVF-Zeugungen oder steigenden Infertilitätsquoten ausdrücken.

Damit kann das Koalitionsprogramm insgesamt kaum einen neuen, positiven Blick auf die Zukunft und Stärkung von Familien eröffnen. Auch wenn im Bereich Rente (S. 13) immerhin solchen Müttern, die vor 1992 drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht haben, ein weiterer Jahrespunkt für ihre Rente angerechnet werden soll. Dies ist aber bekanntermaßen laut Familienstatistik bei jüngeren Frauen deutlich weniger häufig der Fall, dient also vor allem dem Absichern gegen Altersarmut bei älteren Frauen und stärkt nicht die Lage der heutigen jungen Familien.

Das Kapitel: Soziales, Renten, Gesundheit und Pflege ist deutlich detaillierter und umfangreicher und verspricht u.a. die Einrichtung einer neuen „Rentenkommission“ mit dem Titel „Verlässlicher Generationenvertrag“. Die demographische Entwicklung wird darin wieder nur unter dem Aspekt stabiler Renten und Pflegeleistungen, nicht jedoch unter dem entscheidenden und notwenigen Perspektivwechsel „Mehr Entlastung und Ermutigung  von Familien“ betrachtet.

Das Thema demographischer Wandel mit allen problematischen gesellschaftlichen Folgen bleibt mit Ausnahme des Blicks auf die Alterssicherung weitestgehend ausgespart. Dies ist angesichts der Ausführlichkeit  und dominanten Priorität, mit der im ganzen Papier die  Europa-, Steuer-, Energie-, oder  Umweltthemen behandelt werden, mehr als bedenklich. Das Wahlprogramm der Unionsparteien setzte da ganz andere Akzente, die sich nun wieder einmal in den Verhandlungsdialog mit der SPD-Führung verflüchtigt haben.

Im Kapitel: Innen, Recht und Verbraucherschutz geht es nur ganz stichwortartig um offensichtlich wichtige, gesetzliche Veränderungsbereiche, die sicher aber absichtsvoll hier nicht näher ausgeführt sind. Besonders relevant ist aus Unionsperspektive allerdings z.B. das angekündigte „moderne“ Familienrecht und Abstammungsrecht.

Nach dem Arbeitsbericht, den das Bundesjustiz-, sowie Verbraucherschutzministerium (beide SPD-geführt)  bereits zu einem neuen „Abstammungsrecht“ für im Juli 2017 (!) als Forderung vorgelegt haben, lässt dies leider bereits den politischen Umsetzungswillen eines völlig neuen Familien- und Abstammungsrechtes (mit der  Aufteilung der Elternkind-Beziehungen in biologische, genetische, soziale und rechtliche Elternschaft) erwarten. Denn darauf zielte nicht nur der Entwurf aus dem Hause Minister Maas, sondern auch die Wahlprogramme von SPD, Grünen, Linken und FDP. Dass die Union hier noch klare Gegenpositionen beziehen und Ansprüche abwehren muss, bleibt dringend zu hoffen, wenn nicht Leihmutterschaft und anderes im dt. Recht Einzug nehmen sollen.

Im Kapitel: Verbraucherschutz werden kurioserweise nur die Themen  „digitale Welt“, „diskriminierungsfreier Netzzugang“ und „Musterfeststellungsklagen“ aufgerufen, nicht etwa aber z.B. das verlorene Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder die Gefahren von fehlender „Cybersecurity“ (sehr brisant auch im Gesundheitswesen z.B. bei der e-Gesundheitskarte oder Patientendatenschutz.

Ein solches besonders deutliches Engagement  für das bedrohte Leben am Lebensanfang, im Labor (in vitro) oder bei ungewollter Schwangerschaft oder bei möglicher Behinderung (in Vivo) würden viele Bürger und Bürgerinnen aber dringend seitens einer neuen christdemokratisch geführten Regierung erwarten und erhoffen.

Im ganzen Sondierungspapier findet sich zu neuesten Entwicklungen wie Genome Editing (CRISPR/Cas9) oder selektiven Pränatal und Genomtests  –  wie bald bundesweit krankenkassenfinanziert: NIPD  –  mit häufigen Abtreibungsfolgen kein Wort. Auch das Thema Lebensende bleibt merkwürdig ausgespart, obwohl über 10.000 Suizide und über 100.000 Suizidversuche wie der enorme starke Anstieg von psychischen Erkrankungen neben der Sicherung der Pflege zu dem großen Zukunftsthema in der Gesundheits-, Bildungs- und Familienpolitik gehören.

An keiner Stelle, auch nicht beim Verbraucherschutz wird  z.B. die aktuell vehemente Forderung der SPD u.a. nach Streichung des geltenden Werbeverbotes für Abtreibung (§ 219a) thematisiert. Das ist überraschend, denn es scheint der SPD doch derzeit von brennender gesetzlicher Wichtigkeit, die noch vor der Regierungsbildung ins Parlament gehöre. 

Zu immer drängender werdenden medizin- und bioethischen Themen fehlen im Unterschied zu vielen anderen Details in anderen Bereichen erstaunlicherweise alle politischen Signale. Anders dagegen in anderen ethischen Themenfeldern, wo präzise Statements zu lesen sind, wie z.B. „Das Töten von Eintagsküken werden wir beenden.“ (S. 24)  –  oder: „Weil es diejenigen braucht, die Kunst und Kultur schaffen, erarbeiten wir weitere Lösungen für die besondere soziale Schutzbedürftigkeit von Künstlern und Kreativen.“  (S. 28)

Medizin- oder bioethische Grenzziehungen finden sich weder im Kapitel Familie, Gesundheit oder sonst irgendwo im Text. Lapidar heißt im Kapitel „Bildung und Forschung“ (S. 12): „Umfassende Technologieoffenheit in der Forschungsförderung ist ein wichtiges Grundprinzip unserer Forschungspolitik.“ 

Kommt also nun das von der SPD u.a. schon länger vehement geforderte neues Fortpflanzungsmedizingesetz, wie es auch die Staatsakademie Leopoldina jüngst noch einmal unterstrichen hat? Oder wird einem solchen, leider zu befürchtenden, von der SPD gewünschten, radikalen gesetzlichen Kahlschlag beim Embryonenschutz hier nur schon einmal mit einer nebulös offenen  „Generalklausel“ (s.o. Technologieoffenheit) regierungsamtlich erst einmal für die Legislaturperiode eine „freie Bahn“ geschlagen?    

Allein schon die hier genannten Punkte belegen überdeutlich, dass die Koalitionäre ganz offensichtlich einen weiten Bogen um etliche besonders kontroverse und heiße Eisen und zentrale gesellschaftliche Zukunftsfragen machen. Oder sie interessanterweise auf den kommenden „Regierungsalltag“  vertagen wollen, wie dies die letzte Koalition z.B. bei der „Ehe für Alle“ oder der spontanen Grenzöffnung erfolgreich praktizierte.

Das Sondierungspapier ist leider insgesamt weit davon entfernt, eine glaubwürdige und überzeugende inhaltliche, wertorientierte und zukunftsgerichtete Handschrift der Unionsparteien zu zeigen. Es offenbart eine weiter gesteigerte Fixierung auf die Ausweitung zahlreicher staatlicher und europäischer Regelungen und Verantwortlichkeiten, sowie ein fehlendes Interesse an Stärkung von subsidiären Strukturen und Eigenverantwortung der Bürger/innen.

Ist dies wirklich im Interesse der Unionsparteien und ihrer Wähler?

Deutlich zeigt es politische Desinteresse an der Stärkungen von Ehe und stabilen Familienstrukturen. Erkennbar ist es das gemeinsame, übergreifende familienpolitische Ziel, Kinder und Familien noch stärker als bisher bevorzugt staatlicher Betreuung und Erziehung zu unterstellen und die volle Erwerbstätigkeit von Frauen und Mütter, die inzwischen im europaweiten Vergleich ohnehin schon besonders hoch ist, als zentrale Aufgabe der Familienpolitik zu betrachten.

Das zentrale Menschenrecht auf Leben und dessen Achtung und  Schutz von der Zeugung an, sowie wirksame Präventions- und Aufklärungsprogramme im Interesse des Lebensschutzes gerade am Lebensanfang und am Lebensende, finden keinerlei Erwähnung und Aufmerksamkeit. Ebenso fehlen jedwede politische Aussagen zu notwenigen rechtlichen und bioethischen Grenzen in Medizin und Forschung.

Sollte es bei den beginnenden Regierungsverhandlungen inhaltlich gleichermaßen weitergehen, bleibt wohl einerseits aus sozial- und wirtschaftspolitischen Gründen nicht nur die Zustimmung der Sozialdemokraten fraglich. Anderseits droht die Unionsführung ein Regierungsprogramm mit den Sozialdemokraten aufzusetzen, das ihren Mitgliedern und Wählern kaum neue Ergebnisse und Inhalte liefern würde, die sie in ihrer Wahlentscheidung oder Zugehörigkeit bestärken und bestätigen.

Im Gegenteil: gerade die stark werte- und familienorientierten Wähler der Unionsparteien werden sich immer häufiger fragen, ob sie dafür die Union gewählt haben. Nun liegt der „Ball“ in den nächsten Wochen im Tor der SPD, die nach Belieben damit umgehen kann.

Die Parteiführung der Union zeigt großen Anpassungswillen. Sie muss keine Urabstimmung, ja nicht einmal einen aktuellen Parteitag, keine offene Wahlanalyse fürchten. Denn sicherheitshalber wurde frühzeitig beschlossen, die Mitglieder der CDU und CSU  gar nicht erst anzufragen. Auch so kann man versuchen, unabhängig von eigener Parteiprogrammatik und Inhalten, politische Entwicklungen machtorientiert zu steuern, aufhalten lassen sich große Veränderungen und notwenige Auseinandersetzungen aber nicht.