Aktueller Datenreport belegt starken Streß durch Mehrfachbelastung der Mütter

Müttergenesungswerk über „Bermuda-Dreieck“: Kinder, Haushalt, Beruf

Von rund 50.000 Müttern, die 2014 an einer Mutter-Kind-Kurmaßnahme im Müttergenesungswerk teilgenommen haben, leiden über 80 Prozent unter Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn-out. 008_Index - Kopie

Von rund 72.000 mitreisenden Kindern sind zwei Drittel behandlungsbedürftig. Dies zeigt der aktuelle Datenreport des Müttergenesungswerkes (MGW).

Viele Mütter stehen nach wie vor als Hauptverantwortliche für Familienarbeit in einer permanenten Überlastungssituation mit Zeitstress und hohem Erwartungsdruck: Die Krankheiten von Kindern stehen oft in Verbindung mit belastenden Familiensituationen.

BILD: Glückliche Mutter, fröhliche Kinder – das ist bei großer Streßbelastung leider anders

Bei den Kindern nehmen insbesondere Atemwegserkrankungen (26 Prozent) und psychische Störungen (23 Prozent), beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Störungen oder ADHS zu. Hinzu kommen oft krankmachende Familiensituationen (18 Prozent) wie Trennung und Trauer oder auch Gewalterfahrungen.

„Mütter sind durch die Vielzahl der Anforderungen und Erwartungen stark überlastet. Das ständige Hin und Her zwischen Kindern, Haushalt und Beruf ist zu einem Bermudadreieck für Mütter geworden, in dem ihre eigenen Bedürfnisse verloren gehen, sie werden krank. Die Folge ist die Schwächung des sozialen Systems ‚Familie‘ und damit auch der Kinder“, erläuterte die Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler, MdB.

 Quelle: https://www.muettergenesungswerk.de/DesktopDefault.aspx?content=article&ID=1280&mid=3064


Der Muttertag verdankt seine Entstehung einer US-amerikanischen Christin

In Deutschland wird seit 90 Jahren der Muttertag gefeiert. Kinder ehren in diesem Jahr am 12. Mai ihre Mütter, indem sie ihnen mit Blumen und anderen Geschenken eine Freude bereiten.

Vielen ist nicht bekannt, dass die Welt diesen Ehrentag einer Christin verdankt, der US-amerikanischen Methodistin Anna Marie Jarvis (1864 – 1948). Sie ließ am 12. Mai 1907  –  zwei Jahre nach dem Tod ihrer Mutter  –  in Grafton (Bundesstaat West-Virgina) einen Gedenkgottesdienst feiern.  SDC12294

Ein Jahr später wurde auf Initiative von Jarvis in der dortigen Methodistenkirche der erste offizielle Muttertag begangen. Nach der Predigt des Pastors verteilte sie 500 weiße und rote Nelken, die Lieblingsblumen ihrer Mutter. Die roten sollten die lebenden Mütter ehren, die weißen die verstorbenen.

Heute wird der Muttertag an unterschiedlichen Tagen in aller Welt gefeiert. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ (Berlin) hat er für 39 Prozent der Deutschen eine „große“ oder „sehr große“ Bedeutung. Für fast ein Viertel (24 Prozent) hat der Muttertag dagegen keine Bedeutung mehr. 62 Prozent der Bundesbürger, deren Mutter noch am Leben ist, besuchen sie an diesem Tag. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 88 Prozent.

Allerdings nimmt die Zahl der Mütter in Deutschland ab. Während sie 1991 noch bei 13,2 Millionen lag, betrug sie im vergangenen Jahr nur noch 11,5 Millionen. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass Frauen, die Karriere machen, häufig keine Kinder bekommen. 77 Prozent der weiblichen Führungskräfte sind kinderlos.

Belastungen für Mütter nehmen zu

Der „Mutterjob“ ist auch kein „Zuckerschlecken“  –  so das Handelsblatt (Düsseldorf) in einem Beitrag zum Muttertag. Die Zeitung zitiert die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, Anne Schilling (Berlin), mit den Worten: „Die Belastungen nehmen zu. Es gibt einen Wahnsinnsdruck.“

Mütter müssten gut aussehen, für den Partner attraktiv bleiben, interessiert sein und möglichst erfolgreich im Beruf: „Und sie sollen die Kinder breit fördern – schulisch, musisch und sportlich. Das alles unter Zeitdruck.“

Viele Mütter hätten außerdem einen Perfektionsanspruch an sich selbst. Als Folge komme es bei Zehntausenden zu schwerer Erschöpfung, Schlafstörungen und Erkrankungen. Schilling: „2012 sind 135.000 Mütter in unsere Beratungen gekommen, 44.000 von ihnen sind mit 64.000 Kindern zur Kur in eine unserer Kliniken gekommen.“

Quelle: http://www.idea.de