Sex-Youtuberin bereut Abtreibung – Tabak-Warnschild für das „ungeborene Kind“

Von Felizitas Küble

Manchmal lesen wir Nachdenkliches zum Thema Lebensrecht für alle Menschen (vor und nach der Geburt) von ungewohnter Seite:

Während Abtreibungsbefürworter gerne verschleiern, daß es sich beim Baby im Mutterleib um einen wirklichen kleinen Menschen handelt (weshalb sie lieber von einem „Zellhaufen“ oder bestenfalls vom Embryo reden), fotografierte ich kürzlich an der Kasse eines Supermarktes einen Warnhinweis, wie er auf Tabakwaren seit Jahren hinsichtlich der gesundheitlichen Schäden des Rauchens grundsätzlich üblich ist.

Aber interessant in diesem Falle, daß ausdrücklich von einem „ungeborenen Kind“ die Rede ist, das durch die Auswirkungen des Glimmstengels „getötet“ werden kann. Die Texte werden von der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ – und somit einer staatlichen Behörde – bestimmt.

Immerhin: Wenn es darum geht, vor dem Rauchen zu warnen, ist eindeutig vom „ungeborenen Kind“ die Rede.

Ungewöhnlich wirkt es auch, wenn eine Sex-Youtuberin wie Katja Krasavice auf Instagramm öffentlich mitteilt, ihre Abtreibung zu bedauern und daher zum Muttertag eine Botschaft an ihr Baby sendet, das sie einst töten ließ:

„Zum Muttertag will ich meinem ungeborenen Schatz, Engel, Kind sagen, dass ich es liebe und dass es mir unendlich leid tut. Ich liebe dich Engel.“

 


Die Diktatur im Iran hält viele Mütter aus politischen Gründen gefangen

Der Muttertag sollte weltweit ein glückliches Datum sein – für Mütter, die aus politischer Willkür gefangen gehalten werden, ist er es nicht.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist darauf hin, dass die Islamische Republik Iran gezielt Eltern den Kontakt zu ihren Kindern unmöglich macht, um die Eltern zu bestrafen und gefügig zu machen.

Das iranische Diktatur missachtet dabei nicht nur das Wohl der Kinder und völkerrechtliche Mindeststandards, sondern sogar das eigene iranische Recht.

Im Iran sind viele politische Gefangene gleichzeitig auch Mütter. Darunter sind international geachtete Menschenrechtsverteidigerinnen wie die Anwältin Nasrin Sotoudeh.

Das Europäische Parlament zeichnete sie mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit aus. Sie war neben der Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi Mitgründerin des vom Regime verbotenen iranischen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger und sie ist Mitglied im Kuratorium der IGFM.

Ein Islamisches Revolutionsgericht hat sie für ihren Einsatz für Frauenrechte zu 33 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt.

Schon bei früheren Haftstrafen musste sie durch lange Hungerstreiks hart dafür kämpfen, dass ihre beiden Kinder sie besuchen durften. Sie bezahlte dafür mit ihrer Gesundheit. Ihr Ehemann Reza Khandan ist wie sie Menschenrechtsverteidiger und ebenfalls im Gefängnis, erläutert die IGFM.

Als weiteres Beispiel verweist die IGFM auf die Frauenrechtlerin Narges Mohammadi, die mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2016 ausgezeichnet wurde. Sie leidet nicht nur unter der Trennung von ihrem Sohn – durch die katastrophalen Haftbedingungen ist ihr Gesundheitszustand besorgniserregend.

„Frauen wie Nasrin Sotoudeh und Narges Mohammadi sind im Gefängnis, weil sie für die Freiheit aller Iraner gekämpft haben – für eine bessere Zukunft für sich, ihre Mitmenschen, ihre Kinder. Die Regierung der Islamischen Republik missbraucht die Kinder dieser politischen Gefangenen als Waffe, um ihre Mütter zu quälen und zum Schweigen zu bringen. Es ist eine stille, aber dauerhafte Grausamkeit, die auch die Bundesregierung wahrnehmen und offen kritisieren muss“, fordert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto).

Anders als in Deutschland und vielen Ländern der Welt wird im Iran der Muttertag nicht am zweiten Sonntag im Mai gefeiert, sondern am Geburtstag von Fatima Zahra bint Muhammad, der Tochter des islamischen Propheten Mohammed. Nach dem islamischen Mondkalender ist dieser Tag im Jahr 2019 daher bereits am 25. Februar begangen worden.

„Das Problem ist damit leider nicht verschwunden: Der Schmerz über die willkürliche Trennung von ihren Kindern hält an. Daran wird sich nichts ändern, bis der Druck auf die iranische Führung groß genug wird“, erklärt die IGFM.

Der Link „Mütter im Gefängnis“ führt Sie zu zahlreichen Opfern des iranischen Regimes, die als Mütter von ihren Kindern getrennt sind. www.menschenrechte.de/muetter-im-gefaengnis/

Weitere Infos:
www.menschenrechte.de/nasrin-sotoudeh/
www.menschenrechte.de/iran/


Vorfahrt für die Familie: Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ergänzen

Von Birgit Kelle

Wie ein gutes Anliegen kippen kann in eine Forderung, die manchen Müttern schadet, zeigen am heutigen Muttertag ausgerechnet Mütter bei einer Demo in Berlin. Ein Bündnis gegen Kinderarmut, darunter  sehr viele Alleinerziehende, die genau wie wir bei Frau 2000plus e.V. politisch engagiert sind, demonstrieren dort für eine bessere Politik für Menschen mit Kindern, sodass nicht mehr so viele Kinder an der Armutsgrenze leben in einem der reichsten Länder der Welt.

Alleinerziehende benötigen bekanntlich besonders häufig staatliche Unterstützung, nahezu 40 Prozent von ihnen leben von Hartz 4 oder müssen aufstocken, ihre finanzielle Situation ist in der Regel nicht einfach. So weit ein wichtiges Anliegen.  

Das Ganze kippt an dem Punkt, an dem  dort auf der Demo gefordert wird, das Ehegattensplitting zu streichen, wie es die Bloggerin Fee Linke in der TAZ erklärt: „Wenn das Ehegattensplitting abgeschafft würde, hätten wir schon viel gewonnen. Wir brauchen ein Steuerrecht, das Kinder fördert, nicht Ehen“.

Und genau an diesem Punkt kann ich nicht mehr mitgehen, denn vom Ehegattensplitting profitieren Millionen anderer Mütter und Familien. Warum fordert man nicht einfach ein zusätzliches Familiensplitting?

Denn Ehegattensplitting ist nicht nur eine Steuererleichterung  – die Kehrseite bedeutet eine Verpflichtung zum Unterhalt eines Ehepartners, das was Alleinerziehende als Verpflichtung ja nicht haben.

Warum enden alle diese Debatten immer darin, dass die am häufigsten gewählte Familienform in Deutschland: Vater-Mutter-Kind, finanziell trocken gelegt werden soll zu Gunsten anderer Familienformen?

Wir werden nie vorankommen, wenn sich Eltern gegenseitig das Wasser abgraben. Ja gerne helfen wir mit, Alleinerziehende finanziell zu sichern, aber bitte: Lasst uns zusammen stehen als Mütter, egal, welches Leben wir wählen.


Der Staat soll Mütter-Betreuung von Kindern in Höhe der Kitakosten bezahlen

Jenniffer Ehry-Gissel, Mutter von zwei kleinen Kindern und Vorstandsmitglied im Verband Familienarbeit, erklärt zum Muttertag am 13. Mai:

„Einmal im Jahr wird sie geehrt. Idealerweise darf die Mutter am sogenannten Muttertag, an ihrem Ehrentag, ausschlafen, Sie bekommt ein üppiges Frühstück ans Bett serviert, und ihre Familie hält Dankesreden ob der täglichen Höchstleistungen.

Kein Wunder, vollbringen Mütter doch tatsächlich Großes: Sie müssen immer präsent sein, auf Abruf rund um die Uhr, egal an welchen Wochentagen. Sie haben keinen Anspruch auf Urlaub und Krankheitstage. Sie sind ständig auf den Beinen. Sie sind Krankenschwester, Lehrerin, Chauffeur, Köchin, Waschfrau, Putzfrau, Managerin, Entertainerin.

Wie sehen die restlichen 364 Tage des Jahres für diese Mütter aus? Die Arbeit, die eine Mutter leistet, wird in der Gesellschaft schlichtweg nicht anerkannt, weder finanziell noch ideell. Betreut eine Mutter ihre Kinder selbst und ständig, wird sie müde belächelt. Gibt sie ihr Kind nach dem ersten Geburtstag in eine Kinderkrippe und geht einer Erwerbstätigkeit nach, erfährt sie Anerkennung.

Das gilt auch dann, wenn ihr Erwerbsarbeitsplatz eine Kinderkrippe ist. Wenn sie fremde Kinder betreut, ist das angesehen. Betreut sie eigene Kinder, gilt das als Nichtstun. Warum ist das so? Es ist so, weil das eine bezahlt wird und das andere nicht.“

Ehry-Gissel weist darauf hin, inzwischen sei nachgewiesen, dass sich ein Kind in den ersten Jahren zu Hause, meist bei der Mutter, am wohlsten fühlt und dort am ehesten eine feste Bindung zu den Eltern entwickelt, als beste Grundlage für eine stabile Psyche fürs ganze Leben. Durch Messung von Hormonspiegeln sei auch bekannt, dass die Fremdbetreuung in frühen Jahren meist ein gewaltiger Stress für das Kind ist, so dass es eher dazu neigt, Angstgefühle zu entwickeln, die die spätere Entwicklung belasten.

Die Familienmutter sagt daher: „Es besteht für den Staat kein sachlicher Grund, für eine Betreuung in der Krippe mehr Geld auszugeben als für eine Betreuung zu Hause. Eine Arbeit darf nicht danach bewertet werden, wie sie bezahlt wird, sondern muss danach bezahlt werden, was sie wert ist.

Ein Erziehungsentgelt in den ersten drei Jahren in Höhe der Krippenkosten  – also etwa von 1000 €  –  ist sachlich gerechtfertigt und ermöglicht die Gleichberechtigung aller Mütter. Unsere Politik fordert dagegen die Gleichstellung der Frauen im Erwerbsleben und verhindert so echte Gleichberechtigung. Und was noch schlimmer ist: Sie schadet in vielen Fällen den Kindern. – Das Erziehungsentgelt kann dagegen auch dazu verwendet werden, eine Fremdbetreuung eigener Wahl zu finanzieren.“


BVL zum MUTTERTAG: Danke für jedes JA zum menschlichen Leben!

Alexandra Linder, neue Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), und Mutter von drei Kindern, betonte anlässlich des Muttertags am Sonntag, dem 14. Mai, die Notwendigkeit des Respekts vor dem, was Mütter leisten:    

„Jahr für Jahr erinnert der „Muttertag“ an die Bedeutung der Mütter und ihren unverzichtbaren Beitrag für eine lebens- und liebenswerte Gesellschaft und Zukunft. Bei allen Anstrengungen im Interesse einer echten Gleichberechtigung von Männern und Frauen sollte positiver und starker herausgestellt werden, was Frauen leisten, wenn sie „Ja“ zum Leben ihres Kindes sagen, gerade wenn sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden.“

Die BVL-Chefin fügt hinzu:

„Immer öfter geht es in der Schwangerschaft nicht vorwiegend um die Unterstützung für Mutter und Kind, sondern um eine Güterabwägung und die gezielte Suche nach auszusortierenden Kindern. Die aktuell aufkommende Debatte um die so genannte „Leihmutterschaft“ verstärkt den Eindruck, ein Kind sei planbar, gestaltbar und qualitätsgeprüft bestellbar und die Frau, die es austrägt, sei nur eine Gebärmaschine. Dies wird weder der Mutter noch dem Kind gerecht. Daher sollte unsere Gesellschaft allen Müttern konkrete Unterstützung bieten und Respekt erweisen – von der Entstehung des Kindes an und nicht nur am Muttertag, sondern an jedem Tag.“


MUTTERTAG: Die Zeit, die Eltern für ihre Kinder aufbringen, ist Gold wert

Poster aus dem ECCLESIA-Plakatdienst (KOMM-MIT-Verlag):

1512


Narges M. erlebt ihren Muttertag hinter Gittern – Massive Frauenfeindlichkeit im Iran

Für Narges Mohammadi gibt es am Muttertag wenig Grund zum Feiern, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Fussmatte__

Die im Iran sehr bekannte Menschenrechtsanwältin und Mutter von zwei Kindern ist seit dem 3. Mai erneut in Haft. Wie viele andere Iranerinnen und Iraner ist sie inhaftiert, weil sie gewagt hatte, ihre Meinung zu sagen.

Die IGFM beklagt, dass die iranische Regierung nach außen hin vorgibt, sich für die Rechte von Frauen einzusetzen. In Wahrheit entrechte die Islamische Republik Frauen aber hochgradig, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Offiziell genießen Mütter im Iran höchste Achtung. Die Regierung hat sogar einen eigenen „islamischen“ Muttertag eingeführt, den Geburtstag von Mohameds Tochter Fatima, der nach dem islamischen Mondkalender dieses Jahr auf den 10. April fiel.

Mädchen und Frauen benachteiligt

Doch das schöne Bild täuscht. Zunächst gilt die zur Schau getragene Achtung ausschließlich Müttern. Ledige Frauen sind im Rollenbild des iranischen Staatsislam nicht vorgesehen. Fest verankert dagegen sind vielfache rechtliche Diskriminierungen und Benachteiligungen von Frauen und Mädchen, so die IGFM weiter. RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Narges Mohammadis Kinder, ihre Tochter Niyayesh und ihr Sohn Ali, werden ihre Mutter an diesem Muttertag nicht sehen können, denn sie hat gegen das Unrecht im Iran aufbegehrt. Die Rechtsanwältin ist die stellv. Leiterin des international berühmten – und im Iran verbotenen – Zentrums für Menschenrechtsverteidiger in Teheran.

Viele ihrer Mandantinnen litten und leiden unter den frauenfeindlichen Regelungen des islamischen Familien- und Prozessrechts. Beide schließen eine Gleichberechtigung von Mann und Frau kategorisch aus.

Gefängnis wegen fehlendem Kopftuch

Die Zeugenaussagen von Frauen – und auch von Nichtmuslimen – haben nach der Scharia nur den halben Wert der Aussagen von muslimischen Männern, wenn sie überhaupt zugelassen sind. IGFM-Kampagne-IKEA-Saudi-Arabien-1_01

Männer hingegen haben ein „Recht“ auf sexuellen Gehorsam, ein Züchtigungs-„Recht“ und können ihre Frauen ohne Unterhalt verstoßen, während sich Frauen nur extrem schwer scheiden lassen können. „Dieses haarsträubende Unrecht ist kein Ausrutscher. Es ist ein grundsätzlicher Fehler im System der Islamischen Republik“, stellt IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin fest.

Jede Iranerin muss sich den islamischen Kleidervorschriften unterwerfen. Ein markantes Beispiel dafür ist die Rechtsanwältin, Sacharow-Preisträgerin und IGFM-Kuratoriumsmitglied Nasrin Sotoudeh, eine der exponiertesten Frauenrechtlerinnen des Iran. Die zweifache Mutter wurde im Jahr 2011 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, u.a. wegen „Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften“. Sie hatte in einer im Iran nie gezeigten Videobotschaft kein Kopftuch getragen.

Weitere Infos zum Iran: www.menschenrechte.de/iran