„ER wird dir den Kopf zertreten“ (Gen 3,15): Zur Frauenbewegung in Kirche und Welt         

Von Lucia Tentrop

Was mir an feministischen Frauenbewegungen immer wieder aufstößt, sind ihre anmaßenden Grenzüberschreitungen.

Obwohl sie von einer Gemeinschaft getragen wird, benutzt sie diese Basis rücksichtslos für ihre eigenen Ziele.

Sie bemächtigt sich demonstrativ unserer geistig-seelischen Werte und missbraucht das religiöse Kraftzentrum unserer Geisteswelt, das Heiligtum der Liebe, für ihr banales Status- und Karrieredenken.

Wenn ein Sprayer seine politische Werbung auf eine öffentliche Hauswand, einen Kindergarten oder Bus sprüht, macht er sich strafbar.

Aber wenn sich ein Gruppen-Ego  –  nur weil es sich im Recht fühlt – als Besitzer unseres kulturellen Allgemeinguts aufführt, die Regeln unseres Kulturguts Sprache eigenmächtig verformt, die schriftliche Lektüre und Kommunikation durch ihre politischen „Werbe-Spots“ irritiert, um uns vom Wesentlichen abzulenken – und sogar unsere heiligen Schriften politisch „korrigiert“, um in ego-zentrischem Machtstreben unser Jahrtausende altes Kulturgut politisch zu besetzen, wird das hingenommen.

Die Verletzung unseres religiösen Empfindens und unseres kulturellen Identitäts-Gefühls wird in Orgien banalen Machtstrebens lieblos überrollt, weil man nicht mehr weiß, was das ist. Genießen Personen, die sich zu Unrecht benachteiligt fühlen, demokratie-übergreifende Sonderrechte ehemaligen Herrschertums? Wenn ja, warum? 

Egozentrische Ermächtigung, die sich über eine Gemeinschaft erhebt und sie rücksichtslos für eigene Interessen ausbeutet, ist diktatorisch. Die Machtinteressen männlicher Diktatoren haben Kriege ausgelöst, Völker unterdrückt und sich ein sexuelles Besitzrecht über weibliche Untertanen angemaßt.

Der zur Gewalt neigende Typ des Diktators ist aber erkennbar, egal ob in Familie, Beruf, am Stammtisch oder als Chef, der seine Sekretärin oder Ehefrau (ohne vorherige Absprache) als Mülltonne für seine Fehler benutzt, um selber gut dazustehen. 

Dieser Machttyp überzieht die Instinkt-Grundlage des „starken Mannes“. Weil er immer „oben“ sein muss, ist er auch immer „im Recht“, wenn nicht, macht er den Zweifler um einen Kopf kürzer.. 

Sein weibliches Pendant, das sich erst in unserer Zeit als „Macht von unten“ zeigt  und immer noch die Maske der Verdrängung trägt, ist schwerer zu erkennen:

Die ehemals unterdrückte Frau hat den Egoismus des männlichen Machttyps verinnerlicht  (Vampirismus des Bösen). Sie lebt ihn unbewusst bzw. spiegelbildlich  auf der Instinkt-Grundlage der „schwachen Frau“ und im Schutz einer Massen-Mentalität, für die ein Unrecht durch häufige Wiederholung und steigende Teilnahme zum Recht wird. Unermüdlich erinnert sie an die Opfer männlicher Gewaltsysteme und erhebt  pauschal Anklage gegen den Mann.

Auf der Mitleidsschiene unseres sozialen Denkens vereinnahmt sie das reale Leiden vieler Frauen, um sich durch den Erwerb männlicher Vorteile stellvertretend für sie zu entschädigen.

Wie passt es zum Vorwurf ihrer beruflichen „Herabsetzung“ in unserer männlich dominierten Kirche, dass sie sich dem islamischen Mann in unterwerfungslustiger Beflissenheit als ehrenamtliches Kindermädchen anbietet, damit dieser – obwohl er als arbeitsloser Flüchtling selber Zeit dafür hätte – es seiner Frau erlaubt, vorübergehend dreimal wöchentlich für drei Stunden an einem staatlich finanzierten Deutschkurs teilzunehmen? (Im Islam ist Bildung Männer- und Kinderbetreuung Frauensache.).

Warum sorgte sie zur Zeit der Kurse für eine aufwändige Trennung der Geschlechter nach islamischen Bedingungen, statt mit den Flüchtlingen von Anfang an die in unserem Staat geltende Gleichberechtigung von Mann und Frau einzuüben?

Wie kann eine freie christliche Frau sich der Überheblichkeit eines Mannes andienen, dem man nicht mal die kurze Beaufsichtigung seiner eigenen Kinder zumuten kann, weil ihm dabei ein Zacken aus seiner Potenzkrone fallen könnte? 

Warum hilft sie nicht seiner in ihren Grundrechten benachteiligten Frau und steht  – wie ihre gepriesenen Vorbilder Judith, Rahel und Maria – auf der Seite unseres eigenen Volkes, dessen Grundgesetz der Familie das Leben rettet und ihr die Möglichkeit gibt, gleichberechtigt in unserm Land zu leben?

Diese unbewusste Ambivalenz ist die „falsche Schlange“, die man seit Jahrtausenden bevorzugt der Frau anhängt (Eva), obwohl der aus Angst unterdrückte Lebenstrieb auch als kriecherische, aber latent aggressive und lieblose Männlichkeit auftreten kann (Adam in Genesis 3,12).

Während die aufgerichtete Schlange für Aufrichtigkeit und Leben steht (z.B. als innerer Lebensbaum, Kundalini, Moses- und Äskulap-Stab), ist sie in einem zusammengefallenem oder kriechendem Zustand eine seelische Gestalt der Angst, Bedrohung und des Todes.

In der Mann-Frau-Beziehung zerstört sie das Vertrauen in die ursprüngliche Liebe, einer  göttlichen Mitgift, die  die Beziehung übersteigt, trägt und erhält, solange sie als höhere Macht geglaubt wird.                                                 

Mit der rebellierenden Projektion des verinnerlichten männlichen Machttyps auf die Außenwelt – bei gleichzeitig innerer Unterwerfung – ruft sie aber langfristig eben diesen Typ Mann aus ihrem Innern wieder in die reale Gegenwart:

Insistierende Provokation und eine Vorwurfshaltung, die unter klagendem Hinweis auf vergangenes Unrecht und leidvolle Benachteiligung das Selbstgefühl des Mannes zum eigenen Vorteil durch Schuldgefühle zu schwächen sucht, sind gefährlich:

Die latent aggressive „Opfer-Mentalität“ einer äußerlich grundlos lamentierenden Frau kann die Instinkte des friedlichsten Mannes irritieren, aus der Reserve locken und zur Gewalt verführen. Er spürt die Lüge, kann sie aber nicht greifen und greift die Frau an…. Damit beginnt der Kreislauf des Unbewussten wieder von vorn (s.o.).

Die beste Gestaltung dieses zeitlosen Typs unbewusster weiblicher Ambivalenz ist für mich die Kundry in Richard Wagners Oper PARSIFAL.

In jeder Inszenierung begleitet sie ihren Aufstieg aus der Unterwelt mit einem „grässlichen Schrei“ und „lässt ein Klagegeheul, von größter Heftigkeit bis zu bangem Wimmern sich abstufend, vernehmen“ (Libretto).

In diesem Werk geht es – wie in der aktuellen Frauenbewegung – um die Vereinnahmung des religiösen Zentrums unserer europäischen Kultur durch  hinterhältiges Machtstreben: Äußerlich dient Kundry dem „Gral“, aber innerlich ist sie ihrem Klingsor hörig, einem zeitlos männlichen Machttyp, der ihre Weiblichkeit zur sexuellen Verführung der zölibatären Ritter einsetzt, um ihnen ihre besondere Kraft und damit den „Gral“ zu rauben: „Hüt´ ich mir selbst den Gral!“

Offiziell ist die Frau in unserm sozialen Staat unabhängig. Aber statt sich nun partnerschaftlich kreativ mit etwas Eigenem in die Kirche einzubringen, macht sie sich von Neuem abhängig, indem sie nach dem Prinzip „Kuckuck“ bequem in seine männlichen Schuhe steigen will.

Das Priesteramt ist entsprechend der männlichen Natur geschaffen. Was hindert die heutige Frau daran, aus ihrem eigenen Wesen heraus neben diese Position etwas Neues zu stellen, das diese zu einem größeren Ganzen ergänzt?   

1. Christus und das Patriarchat

Eine männlich geleitete Gruppe muss ebenso wenig schlecht sein, wie eine matriarchalische Gruppe unbedingt gut sein muss. Beides kann funktionieren. Entscheidend ist eine natürliche Autorität, deren Macht nicht ego-zentrisch, sondern gemeinschafts-orientiert eingesetzt wird und sich einer sie übersteigenden Macht verantwortlich fühlt, denn ein sich selbst vergöttlichende Herrscher wird zum Diktator.

Die Gesellschaft zur Zeit Jesu war eine patriarchalische Diktatur. Im AT werden Frauen und Vieh problemlos zusammengefasst.

Christus hat aber nicht seinen männlichen Vorteil in diesem System gesucht und sich der Gesellschaft angepasst, sondern die Frau gegen die lieblosen Regeln seiner Zeitgenossen in Schutz genommen. Er wusste sich als Mann, setzte die Liebe über die Macht und folgte mutig seinem männlichen Schutzinstinkt. So entsprach er der ursprünglichen Ordnung der Schöpfung.

Darüber hinaus führte er ausführliche Lehrgespräche mit Frauen, obwohl bereits das bloße Gespräch mit einer Frau als sittenwidrig galt. Das war revolutionär, der Beginn ein neues Gesellschafts-Systems.

Dass er trotz seiner paradiesischen Mentalität keine Frauen als Apostel einsetzte, hatte neben historischen Aspekten einen natürlichen Grund: Jesus war Naturmensch. Als Wanderprediger hatte er nicht einmal eine eigene Wohnung. Sein Bezug zur Natur ist mit unserer Urlaubsmentalität nicht zu vergleichen. Es gab keine festen Straßen, das normale Last- und Verkehrsmittel war ein Esel, die medizinische Forschung war antik.

Die Menschen lebten mit Familie und Verwandten sowie Knechten, Mägden und Tieren zusammen in selbsterrichteten Häusern und Hütten, hatten oft nur ein Kleidungsstück und aßen ihr eigenes Brot, Fleisch, Obst und Gemüse.

Die Theologie bzw. die Gleichnisse Jesu entstammen der Lebenswelt einer überwiegend ländlich lebenden  und naturhaft denkenden Menschheit. Welcher heutige Theologe könnte es sich leisten, sein Auditorium als „Herde“ anzusprechen, einen abwesenden Assistenten als verlorenes „Schaf“ zu bezeichnen, seinen Studenten zu empfehlen, „von den Vögeln des Himmels“ zu lernen und sich für die Missio canonica mit einem Angel-Schein zu begnügen?

Jesus selbst hat sich nicht geniert, sich mit einem Viehhüter zu vergleichen, obwohl die Hirten damals im gesellschaftlichen Abseits lebten und verachtet waren. Welcher renommierte Vertreter unseres Bildungssystems hätte dieses öffentliche Selbstbewusstsein?

Im Tierreich wird im allgemeinen  – damals wie heute – die Herde oder Familie von einem männlichen Mitglied geleitet, denn das stärkste Tier ist in der Regel männlich.

Wenn zwei Leittiere zusammenkommen, entsteht männliche Rivalität bzw. Kampf . Das kennt jeder, der mit seinem Hund spazieren geht. Hündinnen rivalisieren nicht.

Wenn ich die Vögel auf dem Hinterhof unseres Hauses füttere und ein bisschen spät dran bin, höre ich regelmäßig eine besonders kräftige Taube mit dickem Hals in dunkel grollendem Ton gurren, manchmal randaliert sie sogar vor meinem Küchenfenster  –   für alle! Denn die andern Vögel sind still. Die Tauben warten auf einem Mauer-Vorsprung des Hauses, die kleinen Vögel im Gebüsch; niemand zwitschert oder gurrt. Halten Sie dieses Kraft-Tier für weiblich? Ich tippe auf männlich.

Wir Menschen gehören – tierisch gesehen – zu den Primaten. Das männliche Tier dominiert. Es ist kräftiger als das weibliche und hat einen höheren Rang in der Herde. Auch die Gruppe des Urmenschen war männlich geleitet. Der Mann sorgte normalerweise für den Lebensraum, die Frau für die Innenwelt. Beide profitierten von ihren unterschiedlichen Aufgaben.

Die Ergänzung Mann-Frau mit äußerer Dominanz des Mannes ist eine auf genetischer Anlage erworbene Programmierung, mit der wir Jahrtausende lang gelebt und überlebt haben. Auch die heute verpönte Bevorzugung männlicher Führungskräfte ist instinktbedingt.

Die Nivellierung der polaren Mann-Frau-Beziehung (als Leitbild) erinnert mich an das Schmelzen der Pole unserer Erde. Dennoch erlauben uns Bildung und Technisierung, sehr weit von unserer natürlichen Basis abzuweichen, denn sonst hätten wir keine weiblichen Theologen, Chrirurgen, Politikerinnen und Fußballspielerinnen…

Aber wenn wir unsere Instinktbasis total vergessen und übergehen, degenerieren wir. Wir sind ja ein Teil der Natur.  Ihre Missachtung fällt auf  uns selbst zurück.

2. Zur Ordnung der Schöpfung

Von der Schöpfung her gesehen ist die starke Position des Mannes keine Wertung. Sein Rang hat dienende Funktion. Er erhält die Ordnung und dient dem Schutz und Wohlergehen der Herde. Würde sich im Tierreich ein Leittier auf Kosten seiner Herde dauerhaft zum ich-süchtigen Diktator entwickeln, wäre das krankhaft.

Ebenso krank wäre eine rebellierende weibliche Gruppe, die ohne existenzielle Not und auf  Kosten der Gemeinschaft dem Mann seine führende Rolle neidet und die Macht anstrebt. Das gesunde Tier, egal ob weiblich oder männlich, folgt in Demut dem ihm innewohnenden Gesetz seiner Gattung. Eine Tierart, die ihren Herden-Instinkt verliert, würde sich selbst vernichten.

Nur der Mensch kann auch große Irrtümer korrigieren. Unkritische Ab- oder Aufwertung einer anderen Person aufgrund ihrer Vorteile ist Mangel an Liebe zum eigenen Wesen. Der heute gesellschaftsfähig gewordene Neid der Frau auf natürliche oder erworbene Vorteile des Mannes irritiert seine Instinkte und schadet ihr selbst, dies stellt den Mann erst recht auf den Sockel unfreiwilliger Anbetung und zerstört im eigenen Innern die Basis  der Schöpfung: eine paradiesische Grundstimmung. Das von Jesus gegebene männliche Leitbild des Guten Hirten entspricht diesem naturhaft-harmonischen Zustand der Seele.

Warum also sollte die katholische Kirche angesichts unseres immer schneller und größer werdenden Fortschritts von der Natur nicht die Bewahrerin unseres Urwissens sein, zumal  seit Jahrhunderten jeder Christ täglich am Ende fast jeden Gebets an den Ursprung der Schöpfung erinnert: „Wie es war im Anfang…“ usw. 

Wer sonst könnte also angesichts der von den Schattenseiten des Fortschritts bedrohten Erde diese bewahrende Aufgabe erfüllen, wenn alles nur nach wirtschaftlichem Wachstum strebt, die Würde und das  Leben des Menschen zunehmend von Status, Besitz und formal bescheinigter Intelligenz abhängt, unsere Kinder computer- und cola-orientiert denken, die wissenschaftlich gewordene Pädagogik die gemüthaft-musische Vitalität unserer menschlichen Natur ver-fallen lässt (der kulturfähige solistische Sängernachwuchs in Deutschland ist ab ca. 1970 nahezu ausgestorben) und die Ausbeutung der Erde uns zu vernichten droht, weil eine wilde GIER den Instinkt für Sättigung ersetzt?

Ein Bewusstsein unserer eigenen Natur ist mindestens ebenso wichtig wie ein Geschichts-Bewusstsein; es dient der Erhaltung der Gattung Mensch.  

3. Apophis: der Neid

Dass ein Mensch, der unter dem Druck von Sklaverei und Gewalt steht, einen mörderischen Hass in sich hegt, ist verständlich. Wenn es ihm nicht gelingt, ihn auf einer ideellen Ebene, z.B. im Glauben an eine (religiöse) Gestalt der Liebe, zu übersteigen (Beispiel: Negro-Spirituals), geht er daran zugrunde.

Dass aber Frauen unserer freien und sozial abgesicherten Gesellschaft immer noch den historischen Neid auf  männliche Vorteile in sich horten, empfinde ich als Mangel an Selbsterkenntnis. Wenn ich habe, was ich für mein Leben brauche, kann es mir ziemlich egal sein, dass ein Anderer mehr hat.

Nur wenn ich an diesem äußeren Mehrwert meinen Selbstwert messe, fühle ich mich herabgesetzt. Für diese Denkweise (die dem  christlichen Menschenbild widerspricht), bin ich aber selbst verantwortlich und kann sie Anderen nicht anlasten.

Im übrigen kann ich als Frau vom Vorteil des Mannes profitieren. Auch das schützt vor Neid.

Neid ist allgemein menschlich. Er ist eine angstbesetzte Konfliktgestalt, die unkontrolliert zu tödlichem Hass werden kann (vgl. Kain und Abel).

Bedauerlicherweise wird er so gut wie immer versteckt und verdrängt, denn seine Annahme und Bearbeitung im Licht des Bewusstseins könnte diese lebensfeindliche Energie in positive Kräfte wandeln, z.B. in Dankbarkeit und innere Erfüllung, und die dem Neid innewohnende Abhängigkeit durch ein Bewusstsein der eigenen Identität ersetzen.

Im Zustand der Unterdrückung aber verversinkt er mitsamt seinem Schatz an wandelbarer Lebensenergie in die tiefste Finsternis des Unbewussten.

Unbemerkt nagt er wie ein Wurm an der Wurzel des Lebensbaumes und wird langfristig zum Drachen, der diesen Schatz  in seiner dunklen Neidhöhle hortet und ihn nicht mal sich selber gönnt.

Schon die uralte ägyptische Sonnen-Religion erkannte im Neid den Gegner der Gottheit bzw. des Lebensprinzips: 

Jeden Abend versinkt der Sonnengott im blutroten Nil, um bei seinem Kreislauf um die Erde die Unterwelt zu durchschreiten. In dunkler Tiefe erwartet ihn dort die abgründige Schlange Apophis, der Finsternis List und Neid. Sie neidet dem Licht seinen Glanz und will es verschlingen, um selber zu glänzen. Weil sie aber blind ist, fehlt ihr das Licht der Erkenntnis. 

In blindwütigem Streben erkennt sie nicht, dass sie mit der Einverleibung des Lichtes eine totale Sonnenfinsternis auslösen und auf der Erde das Licht auslöschen würde. Deshalb muss das Licht zur Erhaltung des Lebens auf der Erde und zum Erweis seiner unverminderten Göttlichkeit jede Nacht diese Schlange besiegen.

Gelingt ihm der Drachenkampf (drakon = Schlange und Drache), steigt es am Morgen wieder auf, um aus dem Wasser des Nil und der jungfräulichen Mutter Erde als strahlender Sonnengott  von neuem geboren zu werden. Ein Sieg der Finsternis aber wäre das Ende der Welt.

Hat dieser uralte Mythos denn nicht recht?

Der Neid ist bei uns – u.a. durch die Frauenbewegung – gesellschaftsfähig geworden. Er lebt nicht von ursprünglicher Lebensfreude, sondern vom Vergleich.

Weil der Neider sich nicht an sich selbst, sondern am Andern orientiert und ohne Not „mithalten“ zu müssen glaubt, also händeringend haben muss, was er nicht braucht, fühlt er sich minderwertig.

Die aus Neid und unkontrollierten Minderwertigkeitsgefühlen entstehende Anspruchshaltung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, nämlich ein Fass ohne Boden. Sie verschlingt die Güter unserer Erde – wie die Apophis-Schlange das Licht zu verschlingen droht.

Die situierte Frau, die dem Mann (im übertragenen Sinne Sigmund Freuds) seinen „Vor-teil“ nicht gönnt, setzt sich selbst als Frau herab, indem sie die Abwertung eines frauenverachtenden männlichen Typs glaubt, statt ihn in weiblichem Selbstbewusstsein abzuschütteln.

Wenn die in Freiheit lebende westliche Frau sich ihre masochistischen Zöpfe nicht endlich abschneidet und, statt sich in vorwurfsvollen Minderwertigkeitsgefühlen zu suhlen, diese als Antrieb für den ehrlicheren Weg der Selbsterkenntnis nutzt, verbreitet sie die gierige Mentalität des Neides über die Erde und wir können unseren Globus einpacken.

Der Drache (oder die Schlange) ist von der Bibel bis zur Oper eine der beliebtesten Gestalten unserer Kunst,  als Eva, Kundry, Klingsor, Lindwurm, Beckmesser, Mephisto, Jago, Python, Königin der Nacht u.v.a.

Die mythologische „Tötung“  des Drachen ist auf der realen Ebene ein Akt der Erkenntnis, das Schwert des Drachentöters ein geistiges Prinzip.  Der christliche Parsifal vernichtet Klingsors  Reich, indem er dem Gegner – ohne zu kämpfen oder ihn zu berühren – mit dem „heiligen Speer“ das Zeichen des Kreuzes re-flektiert. (Szenisch: Statt den Speer auf Klingsor zurückzuwerfen, wirft er ihm damit das Zeichen des Kreuzes zurück.

4. Neid ist ein anti-religiöser Antrieb

„Die Schlange (= der Neid) hat mich verführt“, sagt Eva, und wer auf die Strategien des Neides hereinfällt, verfällt der falschen Schlange. Das ist Urwissen unserer Seele.

Wenn einer ein Haus baut und sein neidischer Nachbar es ihm nicht verzeihen kann, dass er nur eine Wohnung hat, darf dieser dann aus sozial-rechtlichen Gründen bei dem Besitzer einziehen? Statt fremde Tapeten zu ändern, sollte er seine Denkweise ändern und entweder die Vorteile seiner kleineren Wohnverhältnisse erkennen  –  oder sich selber ein Haus bauen.       

Das männliche Priesteramt setzt niemanden herab. Wenn die heutige Frau das geistliche Amt des Mannes als Herabsetzung empfindet und ihm das Seine nicht gönnt, ist das ein Problem ihres Selbstbewusstseins. Nicht alle Frauen denken so wie sie.

Die mit ihrer Position unzufriedene Frau sollte sich – wie ehemals der Mann – aus ihrer eigenen Natur heraus etwas Eigenes schaffen, was die Gemeinschaft noch nicht hat, aber braucht, und den männlichen Priester dadurch ergänzen.

Angesichts der gegenwärtigen Situation der Kirche und unserer von Neid und Gier bedrohten Erde gibt es viele Möglichkeiten für ein Priestertum der Frau.

Ein faires Angebot an die  Kirchenführung hätte mehr Liebe als die destruktive Vorwurfshaltung innerlich abhängiger und unaufrichtiger Frauen, die die Verantwortung für ihr Wohlergehen dem Mann anlasten und ihre Probleme auf alle Frauen ausdehnen.

Es wäre der Auftakt zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Beginn einer Aufrichtung der Schlange zu positivem Leben.

Kein vernünftiger Unternehmer würde einem Mitarbeiter, der sich ständig über die Bedingungen des Unternehmens beklagt und ihn damit sogar öffentlich kompromittiert, aus sozialen Gründen eine leitende Stellung geben, um ihn zu besänftigen. 

Das Klagelied sich selbst frustrierender Frauen über ihre Herabsetzung und Benachteiligung übertönt die Tatsache,dass es in unserer Kirche seit eh und je herausragende Frauen gab, die höchste Anerkennung genossen, weil sie die christliche Gemeinschaft mit eigenständigen Leistungen und bedeutenden Erkenntnissen  bereichert haben. Auch die Heiligsprechung in unserer Kirche ist unabhängig von Rang und Geschlecht.

Jeder Mann und jede  Frau kann in der Kirche das höchste Ziel erreichen, aber das ist in einer Religionsgemeinschaft ein anderes als in einem Beamten- oder Wirtschaftssystem. Da geht es ja nicht um seelische Werte.

Die kirchliche Hierarchie ist ein Ordnungssystem, kein Gradmesser der Heiligkeit. Die glanzvollen Gewänder der Geistlichen werden im liturgischen Bereich der Darstellung des Heiligen getragen. Sie dienen der feierlichen Erhebung der ganzen Gemeinde zum Höchsten. Wer sie als persönliche Ehrung versteht, missbraucht sein Amt. Und wer pauschal jedem Geistlichen diesen Missbrauch unterstellt, der lügt.

Darüber hinaus spricht die 2000 Jahre alte Bedeutung und die weltweite Popularität der christlichen Maria für eine hohe kirchliche Anerkennung der Frau.

Ich weiß zwar nicht, welche Aufgabe man Maria heute geben, welchen Status man ihr zuerkennen und in welche Gehaltsstufe man sie einordnen würde. Wahrscheinlich ganz unten, denn sie war ein einfacher Mensch, hatte nicht studiert und konnte nicht schreiben…

Würde sie sich deshalb minderwertig fühlen und als Billig-Ausgabe in Münster gegen ihre ungerechte Behandlung demonstrieren?       

„Den heil´gen Speer – ich bring ihn Euch zurück!“ (PARSIFAL / Erlösungsakt)

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin  –  hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

 


Tor zur URZEIT: Ausstellung zur Krypto-Zoologie in Brügge zeigt „unbekannte Wesen“

Wissenschaft – Möglichkeit – Mythos

In Brügge (Schleswig-Holstein) informiert ein Museum über urzeitliche Fundstücke und Phänomene.

Eine kleine Gruppe von Kryptozoologen präsentiert dort auf ca. 50 Quadratmeter Ausstellungsfläche einige ausgewählte Exponate und Schautafeln. Darunter befinden sich Originale und Kopien sog. Kryptide sowie Abgüsse von Fährten von noch unbekannten (?) Wesen.

Soweit Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen vorliegen, wurden diese auch in den Texttafeln erwähnt. Ist der Sachverhalt noch unklar, werden die möglichen Erklärungen aufgezeigt und auch Schlussfolgerungen gezogen.

Nicht immer gibt es eine plausible Erklärung, so dass es bei einigen Sichtungen und Funden noch immer zu vielen Spekulationen kommen kann.

Das Museum ist bemüht, auf wissenschaftlicher Basis Lösungsansätze aufzuzeigen und diese der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Quelle (Text/Fotos): http://www.torzururzeit.de/startseite.html


Eine angebliche Prophetie von Nostradamus erweist sich als Nachhersage

Von Bernd Harder

Was liegt heute am 450. Todestag des großen “Sehers” Nostradamus näher, als sich mit dessen berühmtester Vorhersage zu beschäftigen – seiner “astrologischen Visitenkarte”, wie selbst Der Spiegel in einer Nostradamus-Titelgeschichte (53/1981) applaudierte:300

„Seit dieser prophetischen Glanzleistung war Nostradamus der gemachte Hellseher.”

Welche “prophetische Glanzleistung”?  – „Sogar nach Ansicht nicht-verhexter Skeptiker hat Nostradamus den Turnier-Tod des Franzosen-Königs Heinrich II. bis in die Details genau vorausgesagt.”

Es geht um Vers 35 der I. Centurie:
35Übersetzung:

„Der junge Löwe wird den alten im Zweikampf auf dem Schlachtfeld besiegen. Im goldenen Käfig wird er ihm die Augen ausstechen. Von zwei Flotten setzt sich eine durch, dann stirbt [er] einen grausamen Tod.”

 

So steht es in der Erstausgabe der “Centurien” von 1555.

„Am 1. Juli 1559 – bereits vier Jahre später – erfüllte sich dieses Orakel”,picture-45

meint der Spiegel unisono mit zahllosen Nostradamus-Fans und -Interpreten weltweit:

„Während einer königlichen Hochzeitsfeier fordert Heinrich II. den schottischen Grafen Delorges Montgomery, der ihm als Hauptmann seiner Leibwache dient, spaßeshalber zum Wettstreit mit Pferd und Lanze heraus. Aus der Show wird vor Zeugen ein Unglück: Montgomerys Lanze durchsticht Heinrichs goldenes Visier (“den Käfig”) und tritt in sein königliches Auge ein. Zehn Tage später ist Heinrich tot.”

Überaus tragisch. Was indes Nostradamus hier “bis ins Detail genau vorausgesagt” haben soll, bleibt das Geheimnis der Nostradamiker.

Vergleichen wir die realen Ereignisse am 30. Juni 1559 mit dem Nostradamus-Vers I/35: „Der junge Löwe wird den alten im Zweikampf auf dem Schlachtfeld besiegen.”

Es gab weder einen “jungen” und “alten” Löwen noch ein “Schlachtfeld”. Heinrich II. war 40 Jahre alt, sein Gegner Gabriel de Lorges nur sieben Jahre jünger. Gabriel I. de Lorges, Graf von Montgomery, war kein “Löwe” im Sinne eines Herrschers, sondern Hauptmann der Schottischen Garde. Weder er noch Henrich II. hatten einen Löwen als Wappentier.

Das ritterliche Zweikampfspiel war kein Kriegsduell, sondern fand anlässlich der Feierlichkeiten zum Frieden von Cateau-Cambrésis auf der Rue Saint-Antoine in Paris statt.

„Im goldenen Käfig wird er ihm die Augen ausstechen.”

Nirgends ist überliefert, dass der König einen goldenen Helm trug (was ein berichtenswertes, weil ungewöhnliches und auffälliges Detail gewesen wäre). Der Lanzensplitter verletzte das rechte Auge, nicht beide.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: http://blog.gwup.net/2016/07/02/entschlusselt-die-prophetische-visitenkarte-des-nostradamus-der-turniertod-von-heinrich-ii/

Weiterer Artikel von Bernd Harder zu Nostradamus: HIER