Junger pakistanischer Christ ist „Gefangener des Monats“

Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Sajjad Masih Gill (siehe Foto) benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. gill_masih_sajjad_gdm_pr13_a683fe4e11

Ein Gericht im islamisch-pakistanischen Gojra (Provinz Punjab) hatte den 28-Jährigen am 13. Juli wegen angeblicher „Blasphemie“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Er gehört zur evangelischen Freikirche der Adventisten.

Mehrere islamische Religionsvertreter beschuldigen ihn, „blasphemische“ Inhalte per SMS von seinem Mobiltelefon verschickt zu haben.

Die IGFM bezeichnet Anklage und Urteil gegen den jungen Christen als höchst fragwürdig. Es gebe keine Beweise dafür, dass von dem beschlagnahmten Mobiltelefon lästerliche Botschaften versandt wurden. Sajjid Masih beteuert seine Unschuld.

Nach Angaben von Menschenrechtlern werden die Blasphemie-Gesetze in Pakistan  –  sie richten sich gegen die Beleidigung des Islam und seines Propheten Mohammed – immer wieder dazu mißbraucht, um gegen religiöse Minderheiten wie die Christen vorzugehen.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, beim neuen pakistanischen Staatspräsidenten Mamnoon Hussain gegen das offenkundig haltlose Urteil zu protestieren. 

Quelle: http://www.idea.de


IDEA: „Berliner Gericht lässt Kirchenbeschimpfung zu“

Meldung der evangelischen Nachrichten-Agentur IDEA vom 23.2.2012:

Die katholische Kirche darf als „Kinderf…-Sekte“ bezeichnet werden.

Berlin (idea) – Die katholische Kirche darf als „Kinderf…-Sekte“ bezeichnet werden. Das geht aus einem Beschluss des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten hervor.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen Jörg Kantel, Betreiber des Weblogs „Schockwellenreiter“, wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen (Paragraf 166 StGB) erhoben.

Kanthel hatte in einem Beitrag am 29. Juni 2011 den Kölner Kardinal Joachim Meisner als Oberhaupt der „Kinderf…-Sekte“ tituliert. Er berief sich dabei auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Die zuständige Richterin lehnte die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab. Die Aussage sei nicht geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören, denn es gebe „in der Tat heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche“.

Da die Staatsanwaltschaft keine sofortige Beschwerde gegen den Nichteröffnungsbeschluss einlegte, ist dieser rechtskräftig.

„Skandalöses Urteil“

Die Vorsitzende des Christoferuswerks (Münster) – einer Aktionsgemeinschaft evangelischer und katholischer Christen – Felizitas Küble, spricht von einem „skandalöses Gerichtsurteil“. Es handele sich „offenbar um die juristischen Sumpfblüten einer hysterischen Medienkampagne“; sie polemisiere „sensationsgierig und scheinheilig gegen die Kirche“, vor allem gegen die katholische Priesterschaft.

Zum Vergleich führt sie den Fall der österreichischen Autorin Elisabeth Sabaditsch-Wolff an. Ihre Aussage, Mohammed sei „nach heutigem Rechtsverständnis ein Kinderschänder“, wurde vom Wiener Landesgericht wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren“ mit einer Geldstrafe von 480 Euro belegt. Küble: „Obgleich historisch unbestritten ist, dass Mohammed mit einem neunjährigen Mädchen die ‚Ehe’ vollzog“.