Der oberschlesische Priester Karl Heda wurde Ehrenbürger von Friedrichshafen

Auf Antrag der Kreisgruppe der Landsmannschaft der Oberschlesier wurde der katholische Priester und Monsignore Karl Heda zum Ehrenbürger der Stadt Friedrichshafen ernannt; auf dem dortigen städtischen Friedhof befinden sich auch sein gut gepflegtes Grab.

Der Seelsorger und Schriftsteller Heda hatte über Jahrzehnte hindurch die gehaltvollen „Kattowitzer Rundbriefe für die Priester und Gläubigen“ herausgegeben.

Der CDU-Parlamentarier und langjährige Präsident des Bundes der Vertriebenen, der 1997 verstorbene Dr. Herbert Czaja (siehe Foto), erinnerte einst ausführlich an diesen vorbildlichen Geistlichen.

Gerne veröffentlichen wir hier seinen Nachruf mit freundlicher Erlaubnis seiner Tochter Christine Czaja, der Vize-Vorsitzenden der „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“:

Am 3. September 1992 verstarb im Alter von 83 Jahren in Langenargen am Bodensee Monsignore Karl Heda, Beauftragter für die Priester und Gläubigen der Diözese Kattowitz.

Er war ein unermüdlicher Priester und ein treuer, gerecht urteilender Oberschlesier.

Er liebte die Seelsorge und die Pfarrangehörigen liebten ihn. Er war vom Dienst an der Eucharistie durchdrungen. Es ging ihm um die Kernfragen des Glaubens und des sakramentalen Lebens, nicht um Streitigkeiten am Rande.

In weltlichen Fragen wirkte er überzeugend durch Sachkunde, durch gerechtes Urteil und lebensnahe Forderungen – überzeugend auf Deutsche verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Amtes und auf Nichtdeutsche.

Im Geisteskampf mit dem Nationalsozialismus und mit polnischen Chauvinisten hat er seinen Mann gestanden. Als junger Kaplan hat er materiell und geistig die deutsche katholische Hochschulgruppe in Krakau nach 1932 unterstützt und von der Ferne mitgeformt.

Er war ein überzeugter Anhänger der nicht gleichgeschalteten Deutschen Christlichen Volkspartei in Ostoberschlesien bis 1939. Im Kriege hat er in priesterlicher Treue auch zu seinen polnischen Pfarrkindern gestanden. Nach dem Krieg kam er in die Diözese Rottenburg.

Von Anfang an – schon in Ravensburg – sammelte und beriet er viele Heimatvertriebene. Geschickt im Verkehr mit den Behörden wurde er sachkundiger Nothelfer vieler und betrieb in Südwürttemberg ihren organisatorischen Zusammenschluss. 

Als ihm das Ordinariat auf Fürsprache des unvergessenen Prälaten Prof. Dr. habil. Alfons Hufnagel eine der größten oberschwäbischen Pfarreien, St. Canisius in Friedrichshafen übertrug, gab es vielfaches Kopfschütteln und Misstrauen. Aber schon binnen weniger Wochen gewann er das breite Vertrauen seiner Pfarrangehörigen. Hervorragend war sein Ansehen bei den Behörden und beim französischen Militär.

Als ostdeutscher Priester hatte er eine hervorragende politische Sachkenntnis und scheute nie ein maßvolles, aber entschiedenes politisches Wort, ohne in der Politik aufzugehen und irgendetwas in der Seelsorge zu vernachlässigen.

Mehrere neuernannte polnische Bischöfe waren seine Kursgenossen, auch ihnen – einige besuchten ihn später in Friedrichshafen – sagte er ehrlich und offen und in verbindlicher Form seine Meinung.

Er war der Beauftragte für die Priester und Gläubigen der Diözese Kattowitz nach dem Tode von Prälat Franz Wosnitza und gab für sie ein Informationsblatt heraus.

Sein Schmerz war es, dass er nur wenige Mitbrüder hier hatte und die meisten vor ihm starben.

In der Seelsorge stark beansprucht, konnte er das Ringen und Wirken der deutschen Priester und Gläubigen in der Diözese Kattowitz nicht so fundiert in den meist unbekannten Schwierigkeiten der Zwischenkriegszeit darstellen, wie er es gern gewollt hätte. Es ist schade, dass dieser umfassende Kenner der Vorgänge nicht Hilfskräfte zur Dokumentation dessen hatte, was mit seinem Tode unweigerlich verlorengeht.

Von Anfang an wirkte Msgr. Heda nicht nur bei den großen Wallfahrten der Vertriebenen in Südwürttemberg mit, sondern er war auch ein eifriger Mitarbeiter in der Landsmannschaft der Oberschlesier. Hier gehörte er dem Rat der Landsmannschaft der Oberschlesier viele Jahre an. Seine Aussagen waren von großem Gewicht.

Als überzeugter deutscher katholischer Oberschlesier tadelte er nationalistische Auswüchse auf beiden Seiten, war aber auch ein ehrlicher Freund gerechter polnischer Oberschlesier und ein verständiger Begleiter jener, die sich zu Oberschlesien bekannten, aber auch dem schwebenden Volkstum zuzurechnen waren.

Er war ein überzeugter Anhänger des unbeugsamen Vorsitzenden der Deutschen Christlichen Volkspartei, Senator Dr. Eduard Pant, der viele deutsche Irrtümer weit voraussah und ihnen entgegentrat.

Wenige Tage vor seinem Tode schrieb er mir noch, dass wir Deutsche uns auch mehr um große und gerechte polnische oberschlesische Priester, wie Prälat  Emil Szramek, der im KZ getötet wurde, kümmern müssten.

Ältere Priester aus Kattowitz schätzten Heda sehr hoch, wie er auch in Friedrichshafen – früher mit seiner verstorbenen Schwester – ein beliebter Betreuer einer nicht ganz kleinen Priesterschar war. Bis zum letzten Atemzug hat er in der Seelsorge ausgeholfen.

Ich selbst verdanke diesem Freund sehr viel an Rat, an Zuspruch und Bekräftigung. Msgr. Karl Heda wird den Oberschlesiern, insbesondere den Ostoberschlesiern sehr fehlen, sehr viele aber werden ihm auch ein treues Andenken bewahren.

Quelle: https://kulturportal-west-ost.eu/blog/2020/30142/in-memoriam-monsignore-karl-heda-1909-1992

 


Hesemann wirbt wieder für Heroldsbach

Von Felizitas Küble

Der katholische Schriftsteller und Historiker Dr. h.c. Michael Hesemann schaukelt nach wie vor in schillerender Weise zwischen Glaube und Aberglaube hin und her.
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Hatten es ihm früher etwa die UFO-Phänomene angetan, so waren es danach und bis heute vor allem wundersame religiöse Geschehnisse und inbesondere Marienerscheinungen, wobei es für den schreiblustigen Autor keine ernsthafte Rolle spielt, ob die betreffenden Privatoffenbarungen kirchlich anerkannt sind oder nicht.
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Von Garabandal über Sievernich bis hin zu Heroldsbach wird alles Mögliche und Unmögliche gerne bejubelt  – wobei zu beachten ist, daß gerade die „Marienerscheinungen“ in der fränkischen Ortschaft Heroldsbach besonders strikt abgelehnt wurden – bis hin zur Exkommunikation der Sehermädchen in den 50er Jahren.
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Das kirchliche NEIN   – das vom Bamberger Ortsbischof bis hinauf zu Papst Pius XII. reichte  –  war auch inhaltlich-theologisch berechtigt. Wir haben dies mehrfach ausführlich begründet, u. a. mit einem Beitrag des Priesters Prof. Dr. Albert Mock:  https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/heroldsbach/
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Am heutigen Dienstag (5.5.) nutzte Hesemann auf dem charismatischen Portal „Kath.net“ die Chance, seinen Nachruf auf die gestern verstorbene Philosophin Dr. Alma von Stockhausen mit seinem Plädoyer für Heroldsbach zu verknüpfen: http://www.kath.net/news/71544
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Anlaß für diese Verquickung war die Tatsache, daß die hochbetagte Professorin ihre letzten Lebenswochen in dieser Pfarrgemeinde verbrachte, in welcher ihr Bruder Dietrich v. Stockhausen jahrzehntelang als Leiter des dortigen Gebetszentrums wirkte.

Eine freundliche Würdigung der zweifellos hochgradig gelehrten Alma v. Stockhausen, die ich selbst seit vierzig Jahren durch ihre Vorträge kannte, ist sicher berechtigt.

Allerdings klingen manche Passagen in Hesemanns Nachruf wie eine vorzeitige Heiligsprechung, zumal er versichert, er sei Zeit seines Lebens  „keiner weiseren, gütigeren, frömmeren, ja heiligmäßigeren Frau begegnet“: „Sie lebte und starb wie eine Heilige“ und sei daher jetzt „zum HERRN heimgekehrt“, wo sie die „Wahrheit Gottes schaut“.

Am Schluß nutzt der Verfasser die Gelegenheit, erneut auf Heroldsbach zu verweisen: „…dort, wo sich zwischen 1949 und 1952 der Himmel weit öffnete und den sieben Sehermädchen die Gottesmutter, Christus und viele Heilige und Engel erschienen“.

Davon kann in Wirklichkeit keine Rede sein.

Derselbe Historiker, der in seinen Büchern und Vorträgen Papst Pius XII. gegen falsche Vorwürfe verteidigt (siehe Buchtitel), sollte auch zur Kenntnis nehmen, daß die Ablehnung der „Botschaften“ von Heroldsbach von Papst Pius XII. selbst approbiert (gebilligt) wurde, indem er ausdrücklich ein entsprechendes Dekret der vatikanischen Glaubenskongregation (damals „Hl. Offizium“ genannt) bestätigte.

HIER ein sachlicher, ausgewogener Nachruf auf die Philosophin: https://www.kathnews.de/ein-nachruf


Wir trauern um Gertrud Dörner (†)

Von Felizitas Küble

Seit weit über 20 Jahren sind wir freundschaftlich mit ihr verbunden: Gertrud Dörner aus Stadtlohn (NRW) ist am 13. Januar 2020 im Alter von 77 Jahren an Herzversagen verstorben.

Die katholische Familienmutter (siehe Foto) ist  –  getröstet und gestärkt mit den hl. Sakramenten  – von GOTT in die Ewigkeit heimgerufen worden. 

Wir trauern mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern um diese glaubensstarke Katholikin, die kein Blatt vor den Mund genommen hat, dabei aber inhaltlich fundiert und stets argumentativ zu schreiben und zu reden wußte.

Oft bin ich mit Gertrud und ihrem Ehemann Reinhard gemeinsam zu Tagungen und Sitzungen gefahren, nicht zuletzt zum Kongreß „Freude am Glauben“ in Fulda oder Aschaffenburg.

Noch vor wenigen Wochen traf ich Gertrud wohlgelaunt bei einer Zusammenkunft glaubenstreuer katholischer Gruppen in Münster.  Humor- und schwungvoll war sie von ihrem Naturell her sowieso. Umso mehr überraschte und erschütterte mich ihr plötzlicher Herztod.

Die Pädagogin setzte sich seit Jahrzehnten mit einem Eifer ohnegleichen, aber auch intellektuell und theologisch kenntnisreich, für die Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche ein. Sie veröffentlichte in zahlreichen Publikationen, brachte aber auch selber eine Zeitschrift im Rahmen der von ihr gegründeten „Marianischen Liga“ heraus.PICT0294

Gemeinsam mit ihrem Mann nahm sie fast jedes Jahr am Kreuze-Gebetszug für das Leben in Münster teil, der stets Mitte März stattfindet und seit langem regelmäßig von linksradikalen Chaoten gestört wird, weshalb die Lebensrechtler ihre Prozession nur mit Hilfe starker Polizei-Begleitung durchführen können. (Das FOTO zeigt in der Mitte Reinhard Dörner mit einem weißen Holzkreuz.)

Die ehem. Studienrätin verstand ihren Ruhestand nicht als Ruhekissen, sondern nutzte die Chance, sich besonders intensiv für die Belange des Glaubens einzusetzen. Dabei gehörte sie zu den kenntnisreichsten Kritikern des immer mehr absackenden Religionsunterrichts an den Schulen und verfaßte gehaltvolle Studien und Broschüren hierüber, rezensierte Religionsbücher und zeigte Wege aus der Krise auf.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann veranstaltete sie dutzende Vorträge und Tagungen im Rahmen des „Kardinal-von-Galen-Kreises“. Besonders beliebt ist seit jeher die mehrtägige „Osterakademie“ im traditionsreichen und altbewährten Marienwallfahrtsort Kevealer am Niederrhein.

Gertrud pflegte eine glaubensfrohe und bodenständige Marienverehrung, gehörte aber nicht zu jenen Katholiken, die allen möglichen (und unmöglichen) „Sehern“ und „Erscheinungen“ hinterherlaufen. Die Gründerin der Frauenbewegung „Marianische Liga“ war geistig zu besonnen und wachsam, um sich in schwärmerische oder gar abergläubische Gefilde zu begeben. Auch der Charismatik stand die nüchtern denkende Katholikin daher kritisch gegenüber.

Zugleich grenzte sie sich deutlich vom Feminismus und progressiven Gruppen wie „Maria 2.0“ ab und verteidigte ihre katholischen Standpunkte auch bei „Streitthemen“ wie Zölibat, Frauenpriestertum, Abtreibung usw.

Gertrud Dörner wird am kommenden Montag, dem 20. Januar 2020, um 13.30 Uhr auf dem kath. Friedhof in Emsdetten (Nordwalder-Str.) beigesetzt, anschließend ist das Requiem (Totenmesse) in der Kirche St. Pankratius (nicht weit vom Friedhof entfernt).

Emsdetten ist ein westfälischen Städtchen, das zwischen Münster und Rheine liegt. Mehrere Freunde des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKs – das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt – werden dieser tapferen und einsatzfrohen Frau gerne die letzte Ehre erweisen. Bei aller Trauer und Wehmut freue ich mich, ihrem freundlichen und ebenfalls sehr glaubensengagierten Ehemann Reinhard wieder zu begegnen.

HIER einige frühere Artikel von und über Gertrud Dörner im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/?s=gertrud+d%C3%B6rner


Hanau: Gedenkgottesdienst mit Würdigung von Pater Lothar Groppe SJ

Die katholische Pfarrgemeinde St. Josef in Hanau hat in einem weiteren Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Jesuitenpater Lothar Groppe gebetet und sein Glaubensleben gewürdigt.

Von Hans-Michael Müller und Dr. Tobias Angert, zwei engagierten Katholiken und Freunden des Geistlichen, wurde ein Nachruf angefertigt, der in der Kirche zum Mitnehmen ausliegt.

Er geht vor allem auf die vielfältigen Beziehungen des Paters und seines Vaters  – Generalleutnant Theodor Groppe  –  zu Hanau ein.

General Groppe war ein mutiger Judenretter und Widerständler in der NS-Diktatur; sein Sohn Lothar Groppe (siehe Foto) ein einsatzfreudiger Seelsorger, Vortragsredner, Pädagoge und Autor.

Der Text dieses Nachrufs lautet:

Pater Lothar Groppe, jüngster Sohn des mit seiner Familie von 1936 bis 1954 in Hanau lebenden Widerstandskämpfers Generalleutnant Theodor Groppe, ist am 17. November 2019 in einem Altersheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

Lothar Groppe war der St. Josefskirche sehr verbunden, wohnte er doch mit seinen Eltern viele Jahre in der Engelhardstraße. Gemeinsam mit den bereits verstorbenen Ge-meindemitgliedern Josef (Seppl) Fuchs und Paul Angert ministrierte er in der Kirche St. Josef.

Seine Verbindung zu Hanau und zu Hanauer Familien währte über viele Jahrzehnte. Immer wieder besuchte er „sein Hanau“ und übernahm – nach seiner Pensionierung – bereitwillig Urlaubsvertretungen in Hanau und Bruchköbel.

Von 1963 bis Ende 1971 war Pater Groppe als Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg tätig. Jahrzehntelang war er der Militärseelsorge in Deutschland und Österreich sehr verbunden.

BILD: Pater Lothar Groppe vor der im Jahre 2011 in Hanau errichteten Theodor-Groppe-Straße (Foto: H.-M. Müller)

Der Leitende Militärdekan Joachim Simon vom Katholischen Militärbischofsamt, der einige Jahre als Kaplan in Hanau wirkte, würdigte bei der Beisetzung in Berlin den engagierten Jesuiten als ein Vorbild für viele Soldaten und Offiziere, der ihnen eine christlich-ethische Orientierung gegeben habe.

Pater Lothar Groppe SJ leitete einige Jahre die Deutsche Sektion von Radio Vatikan in Rom.

Am 7.9.2018 konnte er seine 70jährige Zugehörigkeit zum Orden der Jesuiten und sein 60jähriges Priesterjubiläum feiern.

Groppes Vater, von den Nazis „Schwarzer General“, in dem damals „braunen“ Hanau gar „katholischer Hund“ genannt, ging in der NS-Zeit mit seiner Generalsuniform in die Kirche St. Josef. Das war ein starkes und mutiges Zeichen und sorgte dafür, dass er deswegen mehrfach angezeigt und von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhört wurde.

Die Gestapo holte auch den jungen Lothar Groppe zu Hause ab und brachte ihn zum Verhör in das „Braune Haus“ an der Nussallee, die Infanteriekaserne am Freiheitsplatz (heute Finanzamt) oder nach Darmstadt. Der Junge sollte nicht nur seinen Vater belasten, sondern hatte in der Schule einmal an eine Tafel geschrieben: „Hitler ist ein Verbrecher!“

BILD: General Groppe neben Stauffenberg auf dem Titelblatt der Berliner Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

Als Junge musste Lothar Groppe auch miterleben, wie die Nazis seinen Vater am Freiheitsplatz in Generalsuniform Schützengräben ausheben ließen, um ihn zu demütigen. Später wurde Vater Groppe zeitweise als Luftschutzwart bei der Firma Heraeus eingesetzt.

Der „Schwarze General“ hat sich mehrfach sehr mutig nationalsozialistischen Befehlen widersetzt. Als Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall verhinderte er durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP betriebene „spontane Volkskundgebung gegen die Juden“. Das ist eines der wenigen bekannten Beispiele dafür, dass hochrangige deutsche Soldaten mit Waffengewalt Juden vor Pogromen geschützt haben.

Generalleutnant Groppe wagte es auch, Himmlers Befehl, deutsche Frauen auch außerhalb der Ehe zu schwängern, um den zu erwartenden Blutzoll im Krieg abzumildern, scharf zu kritisieren. Das war einmalig!

Daraufhin wurde er umgehend unehrenhaft aus dem Heer entfernt und auf Befehl Himmlers 1944 mit dem Ziel der Liquidierung zunächst ins Gestapo-Gefängnis in Darmstadt, von dort Anfang 1945 in die Festungshaftanstalt nach Küstrin gebracht, wo er mit Zustimmung Hitlers umgebracht werden sollte.

BILD: Letztes Buch von P. Lothar Groppe über die Wiener Hilfsstelle für Judenchristen

Nur knapp entging Theodor Groppe Dank mutiger Hilfe von Nazigegnern der Hinrichtung und kam 1945 – von französischen und amerikanischen Militärs hoch geachtet – zurück in das zerbombte Hanau. 1954 zog es ihn dann in seine Geburtsstadt Trier, wo er sich intensiv der deutsch-französischen Aussöhnung widmete.

Seinem Sohn Lothar hat Vater Groppe mit auf den Weg gegeben: „Niemals aufgeben, sich nicht mit dem billigen Gerede: „Es hat ja doch keinen Zweck“ aus Auftrag und Verantwortung stehlen, sondern alles in der eigenen Kraft Stehende tun und fest auf Gott vertrauen!“

Das hat Pater Lothar Groppe immer befolgt und sich auch dann zu Wort gemeldet, wenn es galt, sich mutig, unbequem und deutlich bewusst gegen den Zeitgeist zu artikulieren. Folgerichtig verstand er sich sehr gut mit Erzbischof Johannes Dyba, über den er in dem Erinnerungsband „Der Löwe von Fulda“ entsprechend berichtete.

Groppes Vater wurde im Hanauer Lamboygebiet auf einstimmigen Beschluss der Hanauer Stadtverordnetenversammlung mit einer nach ihm benannten Straße geehrt (siehe 2. Foto).

Pater Lothar Groppe war ein weit über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannter Redner, Lehrer, Zeitzeuge und Autor. Er ist der deutsche Jesuit, der die meisten Veröffentlichungen zu religiösen, geschichtlichen und politischen Themen geschrieben hat.

Sein jüngstes Werk ist das 2016 erschienene Buch: „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich – Die Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien“.

Die Katholische Kirche in Hanau und in Deutschland verliert mit Lothar Groppe einen unerschrocken mutigen Bekenner und Verteidiger des Glaubens.

Er möge in Frieden ruhen!

HIER ergänzend unser eigener Nachruf auf Pater Groppe: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/


4. Teil: Bilder über Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Nun folgt der 4. Teil unserer FOTO-Serie über den am vor-vorigen Sonntag (17.11.) verstorbenen Geistlichen Lothar Groppe, mit dem wir seit dreißig Jahren freundschaftlich verbunden sind und der zugleich Autor unseres CHRISTLICHEN FORUM war.

Hier geht es zum 3. Teil: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/21/3-teil-bilder-ueber-pater-lothar-groppe-sj/

Die Beisetzung des Jesuitenpaters findet am 28. November in Berlin-Reinickendorf statt – und zwar um 11 Uhr mit einem Requiem (Totenmesse) in der Kapelle des Domfriedhofs St. Hedwig. 

Gemeinsam mit Freunden wollen auch wir vom CHRISTLICHEN FORUM dem mit 92 Jahren verstorbenen Geistlichen das letzte Geleit geben.

Das erste Bild ist ein sehr guter Nachruf auf diesen Priester, der in der Berliner Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT in der vorigen Woche erschien. Durch das Draufklicken wird diese Würdigung besser lesbar.

Das zweite Bild zeigt Pater Groppe auf einem Aussichtsturm in Ronneburg im Sommer 2012, wohin er mit seinem evangelischen Freund Dr. Bernd F. Pelz hingefahren war, von dem ich auch dieses Foto erhielt.

Ein Jahr später reiste Dr. Pelz mit unserem Pater nach Lübeck – hier steht er frohgemut vor der
evangelischen Marienkirche dort.

Dr. Pelz ist zugleich Fotograf für unser CHRISTLICHES FORUM.

Die meisten Bilder auf unserer Startseite stammen von ihm – dies gilt auch für das trinkende Eichhörnchen ganz obenf. Dieses niedliche Tierchen befand sich im Garten von Pater Groppe, als er noch im Niendorf als Seelsorger in einem Mutter-Kind-Heim wirkte.

Wir sehen hier rechts zudem ein kletterndes Eichhörnchen, das sich an einem Vogelhäuschen in Pater Groppes Rasen etwas zu essen holt.

Dieses Bild bekamen wir von der Familie Truthmann, die den Geistlichen bis zuletzt regelmäßig besucht hat.

Ein guter Kontakt bestand seit vielen Jahren auch mit dem Ehepaar Hans-Michael und Gabriele Müller aus Hanau.

Unser letztes Foto zeigt Pater Groppe mit Frau Müller im Juni 2015 in Timmendofer Strand.

Hier unser ebenfalls illustrierter NACHRUF über das Leben und Wirken Pater Groppe: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/


Stuttgart: Assyrische Gemeinde würdigt den verstorbenen Philosophen Spaemann

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Tief bewegt trauert die Assyrische Christengemeinde in Stuttgart um den großen christlichen Philosophen Prof. Robert Spaemann.
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Besonders würdigen möchte ich seine Anteilnahme an das Schicksal der christlichen Assyrer im Nahen Osten. Kennengelernt haben wir uns nach der heiligen Messe der Petrusbruderschaft in St. Albert in Stuttgart-Zuffenhausen, die er bis zu seinem Tod regelmäßig besucht hat.
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Im Herbst 2016 besuchte er einen für die verfolgten, entführten und getöteten Christen gefeierten Bittgottesdienst der Gemeinde der Assyrischen Kirche des Ostens, die in der evangelischen Berger Kirche in Bad Cannstadt beheimatet ist. Ganz erschüttert nahm er sich nach dem Gottesdienst Zeit, um sich mit den Gemeindemitgliedern über das Schicksal der Glaubensgeschwister im Nahen Osten zu unterhalten.
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Sein Andenken werden wir in Ehren bewahren.
Möge er in Frieden ruhen.
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Theodor Lazar
Ehrenamtl. Vorsitzender der Assyrische Kirche des Ostens in Stuttgart

Regensburger Bischof würdigt verstorbenen Philosophen Robert Spaemann

Prof. Dr. Robert Spaemann, einer der führenden katholischen Philosophen im deutschsprachigen Raum, ist tot. Er starb am Montag mit 91 Jahren in seinem Haus in Stuttgart.

Dazu erklärt Dr. Rudolf Voderholzer, der Bischof von Regensburg: 

„Der bedeutendste katholische Philosoph unserer Zeit. Sein Wort hatte Gewicht und fand Gehör in der Welt. Seine glasklaren Analysen und sein unbestechliches Urteil waren ein Kompass in stürmischen und unübersichtlichen Debatten.

Der Begründung der Würde des Menschen als Person und deren Schutz vor allen Funktionalismen und Totalitarismen von rechts wie links widmete er sich mit intellektueller Leidenschaft.

Seine frühen Warnungen vor den unabsehbaren Folgen der Nutzung der Kernenergie und seine unwiderlegbare Argumentation für den Lebensschutz in der Abtreibungsfrage sind ebenso wertvoll wie seine Gedanken zur Gottesrede nach Nietzsche. Ein großer Zeuge für die Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft!

Gott der HERR, auf den er seine Hoffnung gesetzt hat, vergelte ihm seinen Dienst in der Wahrheitssuche und führe ihn nun vom Glauben zum Schauen.“

Diesen Beitrag von Prof. Dr. Robert Spaemann über ein Sterben in Würde hat er 2015 der Presseabteilung im Bistum Regensburg zur Verfügung gestellt.

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-rudolf-voderholzer-zum-tod-von-robert-spaemann-6462/