„Wir haben keine andere Wahl als die, unsere Existenz zu verteidigen“

„Dies ist kein Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern“

Tal Gat (siehe Foto), Öffentlichkeitsreferent der israelischen Botschaft in Berlin, richtete am 10. Juli diesen Offenen Brief an die Israel-Freunde in Deutschland:

Liebe Freunde,

sehr gern hätte ich mit Ihnen meine Aufregung nach dem phantastischen Spiel der deutschen Nationalelf am Dienstagabend geteilt. Doch leider kann ich es nicht. 080513093119

Der jüdische mittelalterliche Dichter Jehuda Halevi schrieb aus dem spanischen Exil die Zeile: „Im Osten weilt mein Herz, ich selbst im fernen West“.

Während ich mir das Fußballspiel im Fernsehen ansehe, spuckt der Computer neben mir laufend Nachrichten zu den Ereignissen in Israel aus. Raketen auf Ashkelon und Ashdod, Raketen auf Jerusalem, Sirenen in ganz Israel.

Über WhatsApp berichtet mir mein Bruder über den Alarm in Tel Aviv, der ihn auf der Straße überraschte. Er und seine schwangere Frau mussten die Nacht im Haus ihrer Eltern verbringen, weil es in ihrem eigenen Haus keinen Bunker gibt.

Im Westen, gegenüber dem Fenster meiner Wohnung mitten in Berlin, Jubeltrompeten, Freudenschreie und Feuerwerkskörper. Und im Osten, wo mein Herz weilt, Raketenalarm, Angstschreie und Explosionen. Screen-Shot-2014-07-08-at-3.54.46-AM-240x160

Eine Terrororganisation, die nicht vor Dörfern und Städten, Schulen und Krankenhäusern, Synagogen und Moscheen Halt macht, hat vier Millionen Israelis und zwei Millionen Palästinenser in Geißelhaft genommen. Sie feuert Tag und Nacht Raketen, besonders zu Beginn und am Ende des Arbeitstages, weil dies die statistische Chance erhöht, Menschen zu treffen und Schaden anzurichten.

Raketen flogen nach Jerusalem, wo die Klagemauer und die Al-Aqsa-Moschee nebeneinander stehen. Eine Organisation, die vorgibt, im Namen Gottes zu handeln, aber keine Achtung vor Menschen und Religionen hat. Eine Organisation, deren einziges Bestreben es ist, zu zerstören und Angst zu verbreiten, ohne dabei einen Unterschied zu machen.

Und die Israelis?  –  Zu meinem großen Kummer haben wir Erfahrung mit solchen Situationen. Die Terrororganisation hat kein anderes Ziel als die Zerstörung des Staates Israel. Wir haben keine Wahl, als unsere Existenz zu verteidigen und unsere Bürger zu schützen.

Dies ist kein Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Dies ist ein Konflikt zwischen den Verfechtern des Lebens und jenen, die Tod und Zerstörung wollen. Wir werden siegen, weil wir das Leben wollen. Eine Zerschlagung der Hamas dient der Stabilität im Nahen Osten und der Sicherung des Zusammenlebens. Der Gazastreifen muss von der Hamas befreit werden.

Meine ganze Hoffnung ist es, dass ich am kommenden Sonntag meine Aufmerksamkeit auf das Fußballspiel richten kann und meinen Körper und mein Herz nicht zwischen West und Ost zerteilen muss.

Quelle: Botschaft des Staates Israel

1. Foto: http://haolam.de

 


Christen in Nahost: Gespräch mit dem Jesuitenpater Prof. Dr. Samir Khalil Samir am 24.8. in München

Einladung der katholischen Medienagentur „Domspatz“:

Tag für Tag hallten uns Bilder von schreienden, schießenden und weinenden Menschen aus Syrien, Ägypten oder dem Irak. Wir hören viel von Kämpfen zwischen „dem Regime“ und „Aufständischen“. Nur selten fragen Journalisten nach, wie es der Bevölkerungsgruppe geht, die uns am nächsten steht und die letztlich mehr als alle anderen unter den Ereignissen leidet  –  den Christen.

Peter Scholl-Latour befürchtet, dass die mögliche Christenverfolgung in Syrien „bald so schlimm werden kann, wie sie im Irak stattgefunden hat“. Es sei ein Skandal, dass in Europa niemand über die Bedrohung der Christen in dem Bürgerkriegsland spreche. Recht hat er: Es ist skandalös und unklug dazu.

 Grund genug, dass wir mit unseren beiden nächsten Domspatz-Soiréen den Blick auf unsere bedrängten Mitchristen im Nahen Osten lenken. Wir wollen hören, wie sie über die „Arabellion“ denken, welche Erfahrungen sie mit andersgläubigen Landsleuten machen, was sie uns aus mehr als tausend Jahren Erfahrung im Zusammenleben mit Muslimen raten und was sie von uns jetzt erwarten.

Am Freitag, den 24. August 2012, können wir Pater Prof. Dr. Samir Khalil Samir SJ   –  einen herausragenden Orientalisten und Islamwissenschaftler der katholischen Weltkirche  –  als Gast unserer Domspatz-Soirée begrüßen.

Prof. Samir (siehe Foto) lehrt Geschichte der Arabischen Kultur und Islamische Studien an der kath. Universität des Hl. Josef in Beirut und unterrichtet zudem am Päpstlichen Orient-Intitut in Rom. Der gebürtige Ägypter ist Berater vieler Kirchenvertretern und Politiker in Europa und in Nahost.

Wir sind gespannt, die Sicht dieses exzellenten Fachmanns zu hören. – Auch Medienvertreter haben bereits ihr Interesse an unserer Veranstaltung bekundet.

Mit dabei ist die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Michaela Koller, die mit Pater Samir das Buch „Muslime und Christen: Geschichte und Perspektiven einer Nachbarschaft“ veröffentlichte (siehe Foto: bei der Überreichung des Buches an den Papst). Die fachkundige Journalistin leitet die kath. Internetseite Vaticanista News.

Wir beginnen wie immer um 19:30 Uhr, diesmal wieder im Kulturzentrum Movimento, Neuhauser Straße 15.

Der Eintritt beträgt 12,50 Euro.

Das Movimento finden Sie in der Münchner Fußgängerzone, direkt gegenüber St. Michael (Eingang durch die KULT-Passage, die früher Haertle-Passage hieß).

Mehr über diese Soirée finden Sie auf unserer Internet-Seite.