Nepal: Anschläge auf fünf christliche Kirchen

Auf fünf christliche Kirchen, darunter auch ein katholisches Gotteshaus, wurden im mehrheitlich hinduistischen Nepal innerhalb einer Woche Anschläge verübt. Die katholische Kirche St. Joseph in Kohalpur wurde am 18. Mai von Unbekannten in Brand gesteckt.

Wie Augenzeugen berichten, sollen die Täter die Bevölkerung zuvor aufgefordert haben, zuhause zu bleiben, wonach zehn unbekannte Männer in die Kirche eindrangen, Benzin ausgossen und das Gebäude in Brand steckten. Bei dem Brandanschlag wurde zwar niemand verletzt, doch der Innenraum der Kirche ist vollständig zerstört.

Die katholische Menschenrechtsaktivistin Kadhka Prakash aus Kathmandu erklärt gegenüber dem Fidesdienst: „Diese Schändung ist ein direkter Angriff auf die katholische Kirche… Dies ist eine Botschaft, die besagt, dass das Christentum an diesem Ort nicht willkommen ist.“

In den Tagen zwischen dem 9. und 13. Mai wurden mehrere andere christliche Kirchen in Dhangadhi, Doti, Kanchanpur (West-Nepal) und Panchthar (Ost-Nepal) Brand gesteckt, meistens während der Nacht. Obwohl bei den Angriffen niemand ermordet wurde, machen sich die einheimischen Christen große Sorgen über die wachsenden Feindseligkeiten gegenüber christlichen Gemeinden in Nepal.

Quelle: Fidesdienst


Nepal: Radikale Hinduisten gegen Christen

Die verfassungsgebende Versammlung Nepals hat am 14. September mehrheitlich dafür gestimmt, den weltlich-neutralen Status des Landes beizubehalten. Im Vorfeld der Abstimmung hatten hinduistische Gruppierungen vehement gefordert, ihre Religion offiziell als Staatsreligion Nepals festzuschreiben. 7e5988847c

Die extreme Hindugruppierung „Hindu Morcha Nepal“ kündigte jetzt in einer Presseerklärung an, das Christentum aus Nepal auslöschen zu wollen.

Für die christliche Minderheit Nepals ist die neue Version der Verfassung insofern positiv zu bewerten, als dass sie Nepals seit 2007 offiziell gültiges Selbstverständnis als „säkularer Staat“ aufrechterhält. Der Beschluss definiert „Säkularismus“ allerdings als „religiöse und kulturelle Freiheit, die den Schutz der überlieferten Religionen und Kultur beinhaltet“.

Dies schließt neben dem Hinduismus auch den Buddhismus und – mit Einschränkungen – den Islam ein, nicht jedoch den christlichen Glauben. Zudem wird die „Bekehrung anderer“ unter Strafe gestellt, was in der Praxis vor allem die Christen treffen dürfte.

Am Abend nach Bekanntgabe des Beschlusses detonierten in mehreren Kirchen Bomben. Betroffen waren die Jyoti-Kirche in Damak, die Immanuel-Kirche in Khajurgachi sowie eine Kirche in Gauradaha, wo der Sprengsatz allerdings nicht explodierte. Kreuzkuppel

Verantwortlich für die Anschläge ist mutmaßlich die radikale Hindugruppe „Hindu Morcha Nepal“. Sie veröffentlichte jetzt eine Presseerklärung, in der „ausländische Einflüsse“ für den Beschluss der verfassungsgebenden Versammlung verantwortlich gemacht werden. Die Entscheidung basiere maßgeblich auf der Meinung von nur 2% der nepalesischen Bevölkerung, heißt es dort. Diese Zahl entspricht in etwa der Anzahl einheimischer Christen im Land.

Im weiteren Verlauf der Presseerklärung wird die Gruppe noch deutlicher: „Das Christentum ist der größte Störfaktor der nationalen Einheit. Deshalb beginnen wir jetzt mit unserer Mission, das Christentum auszurotten, und rufen das nepalesische Volk auf, unser Land vom christlichen Glauben reinzuhalten.“

Christliche Leiter werden aufgefordert, das Land zu verlassen; jeder, der sich Christentum bekehrt habe, solle wieder zu seiner alten Religion zurückkehren. Hindu Morcha Nepal ist ein Sammelbecken zahlreicher extremistischer Hindu-Kleinparteien.  

Quelle: Open Doors


Israel hilft in Nepal: Clowns als therapeutische Medizin und Schmerzlinderer

2002 wurde in Israel das „Dream Doctors medical clowns project“ ins Leben gerufen. Die „Traum-Doktoren“ sind nun zum israelischen Ärzteteam in Nepal dazugestoßen und bringen Kinder und Erwachsene in Nepal, die sich von ihren Verletzungen erholen, zum Lächeln.

Israel ist führend in der Professionalisierung des medizinischen Einsatzes von Clowns und hat wissenschaftliche Beweise für die Effektivität dieser Methode geliefert.

In den letzten Jahren haben Clowns in Israel Operationssäle und Intensivstationen in Krankenhäusern mit Ballons und Tröten besucht, um gemeinsam mit Ärzten Lachtherapien zu entwickeln, die bei Schmerzen helfen sollen.

Die Traum-Doktoren Yaron Sancho Goshen, Smadar Harpak, Rotem Goldenberg, David DuSh BarasHi und Nimrod Eisenberg nutzen ihre Fähigkeiten, um die Auswirkung von Traumata zu reduzieren und Schmerzen und Angst der Patienten zu verringern.

Auf ihrem Blog und ihrer Facebook-Seite berichten die „Traum-Doktoren“ von ihren bewegenden Erlebnissen in Nepal. Auszüge daraus sind in deutscher Übersetzung hier zu lesen: Zum Botschaftsblog »

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Erdbeben/Katastrophenhilfe: DLR übermittelt Luftbild-Aufnahmen von Kathmandu

Das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellt den Hilfsorganisationen in Nepal Referenzkarten der Region Kathmandu zur Verfügung. Ausschnitt des südlichen Teils von Kathmandu

Diese stammen von hochauflösenden Luftbilddaten des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme. Unterdessen hat die Internationale Katastrophencharta („Space and Major Disasters“) Satellitenaufnahmen in Auftrag gegeben, um schnellstmöglich aktuelle Übersichtsbilder zur Verfügung zu stellen und eine Schadensanalyse zu ermöglichen.

Die hochaufgelösten Daten von Kathmandu entstanden im Januar 2014 und konnten nun vom ZKI als Referenzkarte an die Helfer vor Ort weitergegeben werden. Dadurch haben Organisationen wie THW oder DRK einen Lageplan, der die Infrastruktur vor dem Beben zeigt.

So können beispielsweise Zugangswege identifiziert, Landeplätze für Helikopter ausfindig gemacht und die Hauptkrisengebiete bestimmt werden. Auch zur Orientierung im Feld sind solche Karten hilfreich, da sie ein sehr detailliertes Bild der Stadt vor dem Beben wiedergeben.

Die Aufnahmen entstanden im Rahmen des Projekts Mountain Wave, in dem das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme das modulare Luftbildkamerasystem MACS (Modular Airborne Camera System) im Himalaya und über dem historischen Teil von Kathmandu testete.

Hintergrund:

Am 25. April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7.8 die Himalaya-Region, das Epizentrum befindet sich zwischen der Hauptstadt Kathmandu und Pokhara. Die ersten Rettungskräfte sind bereits vor Ort, allerdings wird die Hilfe durch die starken Schäden an Verkehrswegen. Stromversorgung und Kommunikation sowie den noch andauernden Nachbeben erschwert. Das komplette Ausmaß des Bebens ist bisher nicht bekannt. Das ZKI arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, weiteres Kartenmaterial zu erarbeiten, das auch abgeschiedene Gebiete abbildet.

Quelle und weiterführende Infos hier: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-13487/#/gallery/19335


Nepal: Leiche der vermißten Israelin gefunden

Der Leichnam einer israelischen Frau, die beim Unglück in Nepal in der vergangenen Woche ums Leben gekommen war, ist nun gefunden und identifiziert worden. Der Körper der 36 Jahre alten Michal Cherkesky wurde von der israelischen Versicherungsfirma Harel 669 in Koordination mit der nepalesischen Armee geborgen. israeltag2

Die Familie von Michal Cherkesky wurde benachrichtigt und die Botschaftsmitarbeiter in Katmandu bereiten bereits die Überführung des Leichnams nach Israel vor.

Unter den mindestens 39 getöteten Wanderern aus Kanada, Indien, Israel, der Slowakei, Polen und Japan waren auch drei Israelis. 12 weitere Israelis wurden bei den Stürmen und Lawinenabgängen im Himalaya verletzt.

Die nepalesischen Einsatzkräfte haben die Rettungsoperation am Montag beendet und teilten mit, dass alle noch eingeschlossenen Wanderer in Sicherheit gebracht werden konnten.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin