Warum keine Priesterweihe für Frauen?

Von Felizitas Küble

Gerade deshalb, weil die Kirche Christi keine Willkürherrschaft ausüben will und darf, eben weil sie nicht nach eigener Lust und Laune und Machtvollkommenheit agiert und reagiert, sondern sich dem Willen Gottes verpflichtet fühlt, muß die Kirche das Priestertum auch weiterhin den Männern vorbehalten.

Für die Kirche ist nicht der Zeitgeist verbindlich, sondern der Heilige Geist, nicht weltliche Wünsche, sondern die göttliche Offenbarung, die Selbstmitteilung Gottes in der Bibel und in der Heilsgeschichte.

Nun wird oft der Einwand vorgebracht, daß sich der Standpunkt des Alten und Neuen Testamentes insoweit aus einer verständlichen Anpassung an damalige Zeitumstände ergibt, die sich aber mittlerweile im Laufe der Frauenemanzipation geändert hätten.

BILD: Kardinal Gerhard Müller  – damals Bischof von Regensburg  – weiht einen jungen Diakon zum Priester

Doch eben dieses Gegenargument einer damaligen Anpassung an die Umwelt trifft nicht zu, genau das Gegenteil ist wahr:

Israel kannte keine Priesterinnen, obwohl diese bei den heidnischen Völkern weit verbreitet waren, oft im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitskulten oder der Verehrung angeblich hellseherisch begabter „weiser“ Frauen usw.  –  Hätte sich also das von Gott erwählte Volk den Zeitumständen angepaßt, dann hätte es dort ebenfalls Priesterinnen gegeben.

Das zweite Argument, die Hebräer bzw das Volk Israel seien eben frauenfeindlich gewesen, ist noch unsinniger, auch hier stimmt exakt das Gegenteil:

Im  –  vielfach  kulturell durchaus hochstehenden  –  römischen Recht (das damals weltweit bewundert wurde)  besaßen die Frauen keinen Personen-Status; dieser kam allein dem männlichen römischen Bürger zu, nicht jedoch den Sklaven, Kindern und Frauen (!); diesen wurde lediglich ein „Sachwert“ als „Eigentum“ des römischen Hausherrn zugestanden. Dieser durfte übrigens auch entscheiden, ob er Neugeborene behält, aussetzt oder gleich ermordet.

Ein derartiges, uns heute mit Recht unverständlich erscheinendes, tatsächlich frauenfeindliches Rechtssystem war in Israel undenkbar. Der Einwand, im Alten Bund seien Ehebrecherinnen gesteinigt worden, zieht nicht, weil es männlichen Ehebrechern genauso erging (im Unterschied zum später entstandenen Islam).

Die sicherlich äußerst harte Todesstrafe sollte die Unantastbarkeit der Ehe schützen, doch enthielt sie keine Benachteiligung der Frau. Vielmehr dient die Ein-Ehe eindeutig dem Schutz der Frau vor Verstoßung durch männliche Willkür.

Zudem standen homosexuelle Handlungen von Männern im Alten Israel grundsätzlich unter Todesstrafe, nicht jedoch lesbisches Verhalten von Frauen; dieses wurde zwar abgelehnt, aber nicht mit der Todesstrafe geahndet. Es gab also auch Rechtsfälle einer Quasi-Benachteiligung der Männer.

 

Die Frau im Alten Israel besaß  –  verglichen mit der weiblichen Situation im damaligen Heidentum  –  eine recht hohe Stellung:

Es gab eine Reihe Prophetinnen, darunter Mirjam, Hulda oder Hanna; es gab die Volksführerin und „Richterin“ Deborah (bevor Könige eingesetzt wurden, bezeichnete man die Führer Israels als „Richter“), es gab Retterinnen und Volksheldinnen wie Esther und Judith. Also wurde das weibliche Geschlecht im Alten Bund beileibe nicht ins stille Kämmerlein verbannt.

Aber aufschlußreicherweise gab es bei den Hebräern keine Priesterinnen, auch keine Levitinnen (Altardienerinnen)  – obwohl dergleichen in der damaligen heidnischen Völkerwelt gang und gäbe war. Mit aller Selbstverständlichkeit hat sich das von Gott erwählte Volk hier von seiner Umgebung deutlich abgegrenzt, also gerade nicht angepaßt.

Daher ist es logisch, davon auszugehen, daß es sich hier um den Wunsch und Willen Gottes handelt, der dies dem Volk seines Bundes geoffenbart hat. Frauen als Staatschefin („Richterin“)? Kein Problem  – aber Frauen als Priesterin?  – Nein!

Diese heilsgeschichtlich klar erkennbare Linie wurde im Neuen Testament fortgeführt  – und zwar von Christus selbst, der seinem Menschsein nach ein Jude war und der von sich sagte, er sei nicht gekommen, um das Gesetz Gottes aufzulösen, sondern zu erfüllen. Er hatte in seiner Nachfolge zwar auch Jüngerinnen, aber zu seinen 12 Aposteln hat er ausschließlich Männer erwählt, wobei die Zwölferzahl symbolisch für die zwölf Stämme Israels steht – und damit erneut die Brücke zum Alten Bund herstellt.

Hierbei zieht der Einwand, Christus habe sich diesbezüglich lediglich seiner Umwelt angepaßt, erst recht nicht, denn unser Erlöser hat durch Wort und Tat seine herausragende Frauenfreundlichkeit unter Beweis gestellt und war damit seiner Zeit  – sowohl der heidnischen wie der jüdischen –  weit voraus. Folglich hat seine Wahl der männlichen Apostel nichts mit einer Verachtung von Frauen zu tun, sondern mit dem heilsgeschichtlichen Plan des Höchsten.

An diesen im AT und NT erkennbaren Willen Gottes ist die katholische Kirche als Stiftung Christi gebunden  – wenn sie hiervon abweicht, würde sie ihren göttlichen Erlöser verraten und den Weg der Wahrheit verlassen.


Johannes der Täufer und der hl. Joseph

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni feiert die Kirche alljährlich das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer. Normalerweise wird bei den Heiligen sonst der Todestag zum Gedenktag erhoben, denn er ist ja der Geburtstag für den Himmel.

Doch es gibt drei Ausnahmen, bei denen die Kirche ausdrücklich den Geburtstag feiert:

Bei Jesus Christus (25. Dezember), bei Maria (Fest Maria Geburt: 8. September) und beim hl. Johannes, dem Wegbereiter des HERRN.

Bevor unser Erlöser sein öffentliches Wirken begann und die zwölf Apostel um sich scharte, waren zwei Männer für ihn besonders wichtig: Der hl. Josef als sein Nährvater – und sein Verwandter Johannes, der spätere Bußprediger.

Dessen Vater Zacharias war ein Priester des Alten Bundes, Elisabeth seine Ehefrau – und zugleich die Kusine Mariens.

Die Madonna besuchte nach der Verkündigung des Engels ihre betagte Base Elisabeth, um ihr bei der Schwangerschaft beizustehen und zugleich ihre eigene Glückseligkeit mitzuteilen, die Mutter des Messias zu sein.

Elisabeth begrüßte Maria als Gottesmutter, indem sie sprach: „Wie wird mir die Gnade zuteil, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?“

Der Ausdruck „HERR“ (griechisch: Kyrios) bezieht sich im biblischen Sprachgebrauch immer auf GOTT, somit finden wir im Lukas-Evangelium bereits zum ersten Mal den Titel „Gottesmutter“ für Maria.

Jesus sprach über Johannes den Täufer ein geheimnisvolles Wort, über das sich viele Exegeten (Ausleger) den Kopf zerbrochen haben:  Johannes der Täufer sei mehr als ein Prophet (das leuchtet ein) – ER fügt aber hinzu: Unter allen von einer Frau Geborenen ist niemand größer als er – und zugleich ist der Kleinste im Himmelreich größer als er.

Was kann unser Heiland damit gemeint haben?

Es gibt einige Hinweise, vielleicht trifft einer der beiden folgenden zu:

Johannes steht mit beiden Füßen noch im Alten Bund, sein Vater war Priester in der Ordnung Aarons und diente im Tempel des HERRN  –  zugleich ragt Johannes als Vorläufer Christi in den Neuen Bund hinein.

Vielleicht wollte Jesus sagen, daß Johannes der Größte im Alten Bund gewesen ist, daß er die Endzeit des Alten Testaments vollendet – daß aber der Neue Bund noch viel höher steht, weshalb ein Kleiner im Neuen Bund größer ist als ein Großartiger im Alten Bund.

Es gibt zudem eine zweite Deutung:

Der hl. Joseph lebte ganz im Verborgenen, er war unscheinbar und wirkte demütig im „Schatten“ von Jesus und Maria. Vielleicht meinte Jesus seinen Nährvater, als er von dem „Kleinsten“ sprach, der im Himmelreich größer sei als der bedeutsame Wegbereiter des HERRN, Johannes der Täufer.

Fest steht jedenfalls, daß wir es bei beiden Männern mit herausragenden Persönlichkeiten zu tun haben, mit großen Heiligen, die uns mit ihrer Fürsprache zur Seite stehen und uns ein immerwährendes Vorbild sind: Johannes, der gewaltige Bußprediger, mit seinem Mut – und Joseph mit seiner Demut.


Die sonnenumkleidete Frau als Symbol für das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes

Heutige liturgische Festtagslesung der kath. Kirche: Offb 11,19a.12,1-6a.10ab:

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar:
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Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.
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Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.
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Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte.
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Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.

MARIA: Jungfrau aus Nazareth, Tochter Israels und Mutter des Messias

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Die selige Jungfrau Maria ist nicht allein ihrer Herkunft nach eine „Tochter Zion“, sondern auch hinsichtlich ihrer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.
tochterzion.
Dies bestätigt auch das Magnificat, ihr Lobgesang auf Gott, sehr schön und deutlich, denn dieses Dankgebet ist zugleich ein Befreiungslied für Israel, das an Gottes Großtaten für sein Volk und an seine Verheißungen erinnert, die in Christus, dem Messias Israels, ihrem Höhepunkt zustrebten.
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Dieser Aspekt wird von christlicher Seite nicht immer ausreichend beachtet  – teils auch verdrängt durch einen unausgegorenen religiösen Anti-Judaismus, der sich in der Geschichte allerdings sehr unheilvoll auswirkte. 

Wir verehren Maria, die Mutter unseres HERRN, als Urbild und Leitbild der Kirche. Als „Tochter Zion“ ist sie zugleich die Brücke (!)  – und nicht etwa eine Trennmauer  – vom Alten zum Neuen Bund.

In diesem Sinne schrieb Papst Paul VI. in seinem Apostolischen Schreiben „Signum Magnum“ (= Das große Zeichen) Folgendes:

„Du bist die neue Eva, die erhabene Tochter Zion, der Gipfel des Alten Bundes, die Morgenröte des Neuen Bundes, in der die „Fülle der Zeit“ angebrochen ist.

Du hast in Deinem Lobgesang die Ankunft des Ewigen begrüßt. Wir erbitten von Dir Demut und Großmut, damit wir die Aufgaben erfüllen, die Gott uns stellt.“


PLAKAT zum Rosenkranzmonat OKTOBER

Poster unseres ECCLESIA-Plakatdienstes (KOMM-MIT-Verlag):

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Das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes ist die Braut des Lammes

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 21,9b-14:

Ein Engel sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. tochterzion

Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.

Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

 


Das Gottesvolk des Alten und Neuen Bundes als „Braut des Lammes“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Offb 21,9b-14:

Ein Engel sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. jesus in der synagoge von nazareth

Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.

Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.