FAZ zur „Pille danach“: Nicht nur „Notfallverhütung“ – auch Abtreibung!

Unter dem Titel „Zweifelhaftes Verhütungsmittel  –  Was tut die „Pille danach“?“ veröffentlichte FAZ-online am 21. März 2014 einen bemerkenswerten Artikel von Martina Lenzen-Schulte.

Dabei geht es vor allem um die Wirkungsweise von Ulipristal, jener jüngeren Variante der Pille-danach, von der in der öffentlichen Debatte gerne behauptet wird, sie beinhalte angeblich keine nidationshemmenden (frühabtreibenden) Wirkstoffe, verhindere also nicht die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter, sondern allein die Befruchtung. Daher handle es sich um ein „Verhütungsmittel“.baby

Einleitend heißt es zu dieser Streifrage in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Der Wirkstoff steht im Verdacht, einen Abtreibungsmodus auszulösen.“

Sodann wird aktuell berichtet: „Die Gruppe um Bruno Mozzanega von der Universität in Padua meldet erhebliche Zweifel an, dass Ulipristal tatsächlich ein Mittel zur Notfallverhütung ist. Sie behauptet vielmehr, dass es eher in die Kategorie „Abtreibungspille gehört („Reproductive Sciences“).

Der Unterschied ist keineswegs trivial. In dem einen Fall verhindert das Mittel, dass ein Embryo entsteht, im anderen Fall, dass der bereits vorhandene Embryo weiterleben kann.“

Außerdem schreibt die FAZ-Autorin, daß Ulipristal über einen weiteren biochemischen Mechanismus „wie eine Abtreibungspille“ wirke:

„Das zeigt der Vergleich mit der bekannten „Pille danach“, dem Gestagen-Hormon Levonorgestrel. Levonorgestrel muss spätestens 72 Stunden nach dem Verkehr eingenommen werden. Dies funktioniert umso schlechter, je näher die Frau am Eisprung ist, weil dann der Eisprung umso weniger zuverlässig verhindert werden kann.“

Quelle und Fortsetzung des aufschlußreichen FAZ-Beitrags HIER: http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/verhuetungsmittel-was-tut-die-pille-danach-12851458.html

HINWEIS: Damit bestätigt der FAZ-Bericht, was unser CHRISTLICHES FORUM in mehreren dutzend Artikeln bereits erläutert hat: https://charismatismus.wordpress.com/category/causa-meisner-pille-danach/


Genforschung: Wissenschafts-Kontroverse um Gen-Food und zur Wirkung der „Pille danach“

Von Dr. med. Edith Breburda

Wird Wissenschaft zunehmend abhängig von ihren Geldgebern?  – Man denke an Dr. Arpad Pusztai, eine Weltberühmtheit in Sachen Lebensmittel-Sicherheit. Er arbeitete im Rowett-Institut in England  –  die erste Adresse für Food-Safety.

Dr. Edith Breburda

Dr. E. Breburda

Er warnte vor dem Verzehr von genetisch manipulierten Lebensmitteln, sie seien zu wenig getestet. Pusztai behauptete immer, er berufe sich nur auf seine Wissenschaft, er  betreibe keine Reklame gegen diese Lebensmittel. Ideologische Gründe für die Ablehnung von GMO-Food seien nicht ausschlaggebend für seine Haltung.

Er finde es unfair, seine Mitmenschen als Versuchstiere zu benutzen. Er würde niemals genetisch manipulierte Lebensmittel essen, wenn er die Möglichkeit zu wählen hätte. Dr. Pusztai sagt, es sei seine Pflicht, vor diesen Lebensmitteln zu warnen. Es handle sich um eine irreversible Technologie.

Es würde auch nichts nützen, in 50 Jahren zu sagen: „Wir hätten das wissen sollen. Wir haben diese Methoden doch noch gar nicht getestet. Mit der Zeit werden auch die langsam wirkenden Schadstoffe ans Tageslicht kommen.“

Dr. Pusztai arbeitete mit Lezithin-Kartoffeln. Ratten, die mit diesen Kartoffeln gefüttert wurden, zeigten ein defektes Immunsystem. Auch das Wachstum der Tiere hörte auf.

Warnungen von Dr. Arpad Pusztai

Doch es hieß, der Wissenschaftler hätte sich mit seiner Warnung viel zu weit aus dem Fenster gelehnt. Seine Aussagen würden den teuren Werbekampagnen der Biotechnologie-Konzerne eminenten Schaden zufügen.

Nachdem der Forscher davon abriet, GMO-Techniken einseitig anzuwenden, wurde er sofort entlassen. Weiterhin wurde ihm im Augst 1998 verboten, mit den Medien zu sprechen, um sich zu verteidigen.

Das Rowett-Institut verkündete, Pusztai sei ein alter, seniler Mann. Damals war er 68 Jahre alt. 24 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern bestätigten unabhängig voneinander Pusztai’s Aussagen. Ein Ärzte-Komitee bescheinigte, dass Pusztai keinerlei Demenz-Symptome oder sonst etwas dergleichen aufweise.

Mit diesem Urteil war der Biotechnologische Konzerne nicht zufrieden. Die Königliche Gesellschaft in England wurde beauftragt, ein zweites Untersuchungskomitee einzuberufen. Die Forschungsergebnisse von Pusztai’s wurden von diesem Komitee als nicht beweiskräftig und fehlerhaft eingestuft.

Lancet, eines der weltweit bekanntesten wissenschaftlichen Magazine, war empört über ein derartiges unverschämtes Urteil.

Das Rowett Research Institut in Aberdeen, Schottland, war früher einmal gemeinnützig und unabhängig. Margaret Thatcher und ihre Regierung kürzten die Mittel  – und so wurde die Forschungseinrichtung von der Industrie abhängig.

Diffamierung eines kritischen Wissenschaftlers

Nachdem Pusztai rausgeflogen war, hörte man Gerüchte, dass ein führendes Saatgutunternehmen dem Institut enorm viele US-Forschungsgelder bewilligt hatte. Deshalb zog man die Aussagen von Pusztai ins Lächerliche.

Weltweit wurde berichtet, der Wissenschaftler sei nicht mehr Herr seiner Sinne und seine Erklärungen über die Schädlichkeit von gentechnisch manipulierten Organismen seien nichts anderes als ein Hirngespinst. Sie würden jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren.

Man fürchtet, ein Multimilliarden-Projekt zu verlieren  – und so musste man den „Whistleblower“ vernichten. Es wäre eher ungewöhnlich, wenn man gegen Pusztai nicht mit maximaler Schärfe vorgegangen wäre, erklärte die Gesellschaft der Ärzte und Wissenschaftler für Verantwortungsbewußte Forschung und Technologie im Jahr 2000. Man nennt sie „Physicians and Scientists for responsible application of science and technology“, abgekürzt PRSAST[1].

Kritischer Genforscher Prof. Gilles-Eric Séralini

2013 machte Professor Gilles-Eric Séralini Schlagzeilen. Der umstrittene französische Genforscher hatte 2012 in einem angesehenen wissenschaftlichen Journal Rattentumorfotos mit der dazugehörigen Schockstudie „Genmais verursacht Krebs“ publiziert.

Die Aussagen seiner Studie wurden von einigen Fachwissenschaftlern aufgrund „ungeeigneter Designs, unzureichender Auswertung, lückenhafter Darstellung der Ergebnisse und fehlender aussagekräftiger statistischer Tests“ angezweifelt.

Dieter Janey nahm die Publikation total auseinander. Alles sei falsch, die Qualität der Daten, die zu geringe Zahl der Versuchstiere, die Verwendung von Tieren, die ohnehin leicht Krebs bekommen, der Inhalt, Studiendesign und die Interpretation der Daten. Das Einzige, was er nicht anfechten konnte, war die Fülle der Daten, die Séralini in seiner Langzeitstudie gesammelt hatte.

Prof. Séralini wurde empfohlen, seine Forschungsergebnisse zu widerrufen. Er weigerte sich. Die Fachzeitschrift „Food and Chemical Toxicology“ hat daraufhin im November 2013 den Artikel zurückgezogen. Dabei gibt es keinerlei Belege für ein wissenschaftliches Fehlverhalten von Prof. Séralini.

Wissenschaftler, welche die Korrektheit der Studie bestätigten, wurden mundtot gemacht. Man argumentierte, Amerikaner konsumieren GMO-Produkte und es haben sich noch keine Hinweise auf gesundheitliche Wirkungen ergeben. GMO- Lebensmittel sind jedoch nicht in den USA ausgezeichnet. Die krankheitserregende Wirkung von gentechnisch veränderten Nahrungsmittelen kann somit lange Zeit unbemerkt bleiben.

Gesundheits-Sendung „Dr. OZ“ klärte auf

Die meistgesehenen Fernsehsendungen in den USA sind Talk-Shows über gesunde Ernährung, wie die Sendung von „Dr. OZ“. Sie berichtete über Séralini’s Ratten-Versuche. Die Studie wurde als bemerkenswert und ungemein wichtig bezeichnet.

Gleich zu Beginn erfuhr der Zuschauer über die Spargue-Dawley-Ratten und ihre spontane, mehr altersbedingte Krebsrate von 15-20%. Bei den Langzeit-Fütterungsversuchen mit GMO-Nahrungsmitteln erkrankten jedoch 80% der Tiere.  – Dr. OZ fragte seinen Gast Dr. Bernhoft, warum unter solchen Umständen derartige Versuche unter den Tisch gekehrt werden.

Dr. Bernhoft ist ehem. Präsident der Amerikanischen Akademie für Umweltmedizin. Bernhoft verbindet das Auftreten von Allergien, Asthma, Autoimmunkrankheiten, gastrointestinalen Erkrankungen, Diabetes vom Typ-2, einen hohen Cholesterinspiegel und vieles mehr mit dem Verzehr von genetisch modifizierten Nahrungsmitteln.

Es ist unter solchen Umständen unverständlich, dass nicht bereits vor 20 Jahren Sicherheitsstudien über genmanipulierte Lebensmittel begonnen haben. Aber wie war es damals?

Mitarbeiter der Amerikanischen „Food and Drug Administration“ bedrängten ihre Vorgesetzten, Langzeitstudien durchzuführen. Sie vermuteten, genmanipulierte Nahrungsmittel seien gefährlich, weil sie zu Vergiftungen und zum Ausbruch von neuen unbekannten Krankheiten führen könnten. Die FDA, so meinte Dr. Bernhoft, spielte die Befürchtungen herunter.

Die Warnungen der Wissenschaftler wurden ignoriert. Man bezeichnet in den USA Kurzzeitstudien, die die Leute beruhigen sollen, als Tabakwissenschaften [2].

Debatte um die „Pille danach“ in Deutschland

Derartige Kontroversen kann man auch auf anderen Gebieten beobachten. Weltweites Aufsehen erregte im Dezember 2012 eine Auseinandersetzung bezüglich der Abgabe der ‚Pille danach’ (PD) in Köln. Ein katholisches Krankenhaus erlaubte schließlich die Freigabe der Pille danach im Fall einer Vergewaltigung.

Kardinal Meisner wurde von Frauenärzten über ein neues verfügbares Präparat zur Notfallkontrazeption in Kenntnis gesetzt. Es handelt sich um die angeblich ausschließlich ovulationshemmende Pille ellaOne®, die Ulipristalacetat (UPA) als Wirkstoff enthält.

Dabei bestehen eindeutige Äußerungen der ellaOne® vertreibenden Firmen Watson- und HRA-Pharma, wonach Ulipristalacetat auch eine nidationshemmende (frühabtreibende) Wirkung aufweist. Nur wenige Wissenschaftler erwähnen diesen Zusammenhang.

Nachweis frühabtreibender Wirkung

Prof. Dr. Rudolf Ehmann hat  im November 2013 in einer langen Abhandlung mit dem Titel „Kontroverse um Wirkungsmechanismen von Postkoitalpillen“ die nidationshemmende Wirkung des UPA eindeutig bestätigt.

Es handelt sich um einen selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator (SPRM), der die Progesteronwirkung im inneren Genitale der Frau außer Kraft setzt, wodurch insbesondere die Tubenfunktion und das Endometrium so verändert werden, dass eine Einnistung des Embryos nicht erfolgen kann. Die agonistische Wirkung auf die Progesteronrezeptoren im Ovar bewirkt eine negative Rückkopplung. Damit wird die LH-Ausschüttung reduziert. bzw. der LH-Peak verhindert (Hypothalamus-Hypophysen-Achse).

Die Ovulationshemmung ist in diesem Fall der Hauptwirkmechanismus, jedoch nicht der alleinige Wirkmechanismus. Wird UPA während des LH-Anstiegs verabreicht, findet in 79% kein Eisprung statt. Damit hätte man in 21% „Durchbruchsovulationen“, bei denen dann ein nidationshemmender Effekt zum Tragen kommt, beschreibt Prof. Ehmann.

Angriff auf menschliches Leben

Die Wirkungsdauer von ellaOne® bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr beruht demnach nicht nur auf der Ovulationshemmung. Die angegebene hohe Sicherheit des UPA deutet auf eine Nidationshemmung hin. Diese übernimmt jetzt die Rolle der Hauptwirkung. Somit hat das Ulipristalacetat eine lebensvernichtende Wirkung aufgrund der Nidationshemmung«. Es handelt sich um einen indirekten Angriff auf entstandenes Leben, indem ihm die nötigen Voraussetzungen zu seinem Weiterleben entzogen werden.

EllaOne® beschleunigt des weiteren die Tubenpassage der Eizelle  –  und das Endometrium wird nicht auf eine Einnistung vorbereitet.

Aus der Tierzucht weiß man, dass Embryos, die am 3. Tag in den Uterus eingebracht werden, schlechtere Überlebenschancen haben, weil sie sich in einem zu frühen  Entwicklungsstadium befinden [3]. Bei Menschen und Primaten findet die Einnistung zwischen dem 7-9 Tag im Blastozystenstadium statt [4].

Die Schlussfolgerung zu der Prof. Ehmann in seiner Studie kommt ist, dass ellaOne® dem  medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs-Präparat Mifepriston (RU 486, Mifegyne®) ähnelt. Aus katholischer Sicht sollte somit auch ellaOne® abgelehnt werden.

Führenden Wissenschaftlern wie Dr. James Trussell, Direktor des Princeton’s Office of Population Research sowie Dr. Elizabeth G. Raymond bestätigen diese Ergebnisse.

Ganz klar heißt es in ihrem Statement vom Februar 2013: „Die Morning After Pill  (Pille danach) verhindert nicht immer den Eisprung – und der Embryo wird somit an einer Einnistung gehindert. Frauen, die solche Präparate einnehmen, müssen darauf hingewiesen werden, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können.“ [5]

HIER unser INFO zu Dr. Breburdas jüngstem Buch: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/01/unser-buch-tip-globale-chemisierung/


[1] Edith Breburda, Promises of New Biotechnologies, Scivias Veralg, September 2011, ISBN-10: 0615548288, ISBN-13: 978-0615548289
[2] Edith Breburda, Globale Chemisierung,vernichten wir uns selbst. Kindle E-book, Scivias Veralg, Nov. 2013
[3] Edith Breburda, Verheissungen der neuesten Biotechnologien, Christiana Verlag 2010
[4] Breburda EE, Dambaeva SV, Golos TG. Selective: Distribution and Pregnancy-Specific Expression of DC-SIGN at the Maternal-Fetal Interface in the Rhesus Macaque: DC-SIGN is a Putative Marker of the Recognition of Pregnancy. Placenta 2006, 27, 11-21
[5] Craine P. B.: World’s top authority on morning after pill says women must be told it may cause abortions. 22. Feb. 2013

Zur Pille „davor“ und „danach“, Frühabtreibung, Eisprung-Hemmung und gesundheitliche Nebenwirkungen

Von Dr. med. Edith Breburda

Die Medien beschäftigt heutzutage mehr denn je die Fruchtbarkeit der Frauen. Unter „reproduktiver Freiheit“ versteht man, dass die Frau selbst bestimmen kann, wann und wo sie schwanger wird.

So will man den Eisprung nach einer Vergewaltigung verhindern. Oder wenn man seine Eizellen spendet für die künstliche Befruchtung oder die humane embryonale Stammzellforschung.

Bei der Eizellspende mit Hilfe der Super-Ovulation wird die Eizellreifung zunächst unterdrückt und danach stimuliert, damit man multiple Eizellen gewinnen kann. 

Dr. Edith Breburda

Dr. E. Breburda

Das Präparat, das zur Unterdrückung der Ovulation verabreicht wird, ist ein synthetisches (künstlich hergestelltes) Hormon, das die Ausschüttung der sog. gonadotropen Hormone LH und FSH aus der Hirnanhangsdrüse hemmt.

LH und FSH steuern die Aktivität der Eierstöcke und bereiten die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos vor.

Das Präparat wird im Fall der Eizellgewinnung so appliziert, dass der Eisprung auch tatsächlich nicht stattfindet.

Führende Wissenschaftler  –   wie Dr. James Trussell, Direktor des Princeton’s Office of Population Research sowie Dr. Elizabeth G. Raymond  –   erklärten im Februar 2013, dass die Pille danach keineswegs immer den Eisprung verhindert   –  und so den Embryo an einer Einnistung hindern kann.

Frauen, die solche Präparate einnehmen, müssen darauf hingewiesen werden, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können (P. B. Craine, World’s top authority on morning after pill says women must be told it may cause abortions. 22. Feb. 2013).

Judy Norsigan, die Direktorin der US-Vereinigung „Our Bodies Ourselves“  –   einer Organisation, die sich um Frauengesundheit und deren Gesundheitsberatung kümmert  –  weist bereits 2005 im Rahmen der Eizellspende auf die gesundheitlichen Gefahren von synthetischen (künstlichen) Gestagenen hin und spricht von einer langen Liste von Nebenwirkungen, die da sind:

Ausschläge, Vasodilatation (Ausdehnung der Gefäße mit der Folge von «Hitzewallungen»), Brennen, Prickeln, Jucken, Kopfweh und Migräne, Schwindel, Haarausfall, Gelenkschmerzen, Schwierigkeiten beim Atmen, Brustschmerz, Brechreiz, Depressionen, emotionale Instabilität, Libido-Verlust, Sehschwäche,  Amnesie, Hypertonie, Anstieg der Herzfrequenz, Muskelschmerzen, Knochenschmerzen, Unterleibsschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwellung von Händen, allgemeine Ödeme, chronische Vergrößerung der Schilddrüse, Leberfunktions-Abnormität, Angst und Gleichgewichtsstörungen (vgl. E-book, Verheissungen der neuesten Biotechnologien).

Einige Nebenwirkungen der Pille „davor“ führten bereits  weltweit zu unzähligen Klagen gegen den Pharmakonzern Bayer.


IMABE-Institut bestätigt frühabtreibende Wirkweise aller Präparate der „Pille danach“

Warum lobt IMABE dennoch die verwirrende „Pillen-Erklärung“ Kardinal Meisners?

IMABE, das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien, veröffentlichte am 13. Februar dieses Jahres eine Stellungnahme zur Wirkweise diverser „Pille danach“ angesichts der gegenwärtigen Debatte zu diesem „heißen Eisen“   –  und fügte in einem Anhang aktualisierte medizinische Erläuterungen hinzu.

Bereits vor ca. drei Jahren hatte IMABE-Direktor Prof. Dr. Johannes Bonelli in einem Fachartikel dargelegt, daß die seit Jahrzehnten bekannten Präparate der „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG)  –  es handelt sich dabei um ein künstliches Gestagen-Hormon   –  dann eine frühabtreibende Wirkung entfalten,  wenn sie kurz vor, während oder relativ bald nach dem Eisprung eingenommen werden  –  und sofern eine Befruchtung stattfand.  images

In den jetzigen Erläuterungen des IMABE-Wissenschaftsinstituts wird auch der Wirkmechanismus einer neueren Variante der „Pille danach“ untersucht, die erst seit 2009 unter dem Handelsnamen EllaOne im Umlauf ist:

Dieses Präparat enthält kein Kunst-Gestagen wie die „klassische“ Pille-danach, sondern blockiert durch den Wirkstoff Ulipristalacetat die natürliche Funktion jenes Geschlechtshormons Progesteron, das z.B. den Eisprung der Frau ebenso reguliert wie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. 

Wird nun das Progesteron in seiner eigentlichen Wirkweise durch Ulipristal blockiert, dann logischerweise in beiderlei Hinsicht, also nicht nur betreffs Eisprung, sondern auch hinsichtlich der Nidation bzw. Implantation, die gehemmt bzw verhindert wird.

Diese Nidationshemmung bedeutet aber, daß sich der Keimling bzw. Embryo  –  die kleinste Erscheinungsform des Menschen  –  nicht in die Gebärmutter einnisten kann, also innerhalb der ersten oder zweiten Woche seiner Existenz abstirbt.

Sowohl die herkömmliche „Pille danach“  (Levonorgestrel) wie auch die „jüngere“ Variante (Ulipristal) wirken potentiell frühabtreibend, wenn sie zu einem Zeitpunkt eingenommen werden, in dem eine Verhinderung des Eisprungs nicht mehr möglich ist.

Die Stellungnahme von IMABE bestätigt diese abortive Wirkung von Ulipristal mit ausführlichen Erläuterungen unter dem Zwischentitel „Nidationshemmende Wirkung von Ulipristal“.  –  Das Präparat wird als „Nachfolgepräparat der Abtreibungspille Mifepristone“ bezeichnet.

„Ulipristal hat auch abtreibende Wirkung“

Zudem heißt es: „Ulipristal hat ovulationshemmende, aber  –  dosisabhängig wie Mifepristone  –  auch abtreibende Wirkung.“  –  Dieser Befund wird mit Studien belegt.

Der Vergleich der herkömmlichen mit der jüngeren „Pille danach“ zeigt zwar methodisch unterschiedliche Wirkmechanismen, doch das Ergebnis bzw. der frühabtreibende Faktor ist grundsätzlich derselbe, wie IMABE klarstellt:

„Der Anteil der nidationshemmenden Wirkung ist bei beiden Präparaten praktisch gleich groß.“

Wir halten demnach fest, daß alle im Handel erhältlichen Sorten der „Pille danach“ potentiell frühabtreibend wirken, wenn die Präparate relativ kurz vor dem Eisprung, während dieser Phase oder im baldigen Zeitraum danach eingenommen werden.

Aber selbst dann, wenn die „Pille danach“ zu einem für die Verhütung passenden Zeitpunkt eingenommen wird, ist die Verhinderung der Befruchtung durchaus nicht hundertprozentig gewährleistet. Findet dennoch eine Empfängnis statt, dann tritt die frühabtreibende Wirkung in Kraft  –  sie ist gleichsam ein schlußendlicher „Sicherheitsfaktor“. baby

Das IMABE-Institut schreibt jedenfalls zu den „beiden Substanzen“ (Levonorgestrel, Ulipristal) Folgendes (Linie von uns):

„Gemeinsam ist ihnen, dass sie den Eisprung hemmen oder um einige Tage verzögern und dadurch eine Befruchtung nach Geschlechtsverkehr verhindern können, wenn die „Pille danach“ rechtzeitig vor dem zu erwartenden Eisprung eingenommen wird.“

Es heißt hier nicht, daß diese Substanzen Eisprung und Befruchtung „verhindern“, sondern verhindern „können“.

Dabei ist grundsätzlich zu bedenken: Auch bei der „empfängnisverhütenden“ Anti-Baby-Pille, die von Frauen dauerhaft eingenommen wird, kann es zu sog. Durchbruchs-Ovulationen kommen, so daß eine Empfängnis stattfindet, was zur Folge haben kann, daß das befruchtete Ei sich wegen des nidationshemmenden Pillenfaktors nicht in die Gebärmutter einnistet, der Keimling also stirbt.

Daher enthalten auch „normale“ Pillen einen potentiell frühabtreibenden Faktor (der je nach Hormonbestandteilen differiert), worauf die hohe Sicherheit der Pille beruht.  Diese abortive Wirkweise bestätigt auch IMABE   –  siehe hier.

Unabhängig von diesem speziellen Aspekt steht aber ohnehin fest, daß bislang keine „Pille danach“ ohne Nidationshemmung bekannt ist.

Dieser Befund  w i d e r s p r i c h t   jedoch jenen entscheidenden Aussagen von Kardinal Meisner, der am 31. Januar 2013 in seiner aufsehenerregenden Erkärung eingangs festgestellt hat:

„Aus gegebenem Anlass habe ich mich mit Fachleuten über die Frage der Verordnung der so genannten „Pille danach“ beraten. Dabei wurde deutlich, dass darunter unterschiedliche Präparate mit unterschiedli­chen Wirkprinzipien zu verstehen sind, deren Wirkungen und Nebenwirkungen sich in der wissenschaftlichen Diskussion immer weiter klären. Daraus ergeben sich ethische Konsequenzen.

Wenn nach einer Vergewaltigung ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Verhinderung einer Zeugung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Befruchtung zu verhindern, dann ist dies aus meiner Sicht vertretbar.“

In Meisners Text ist ausdrücklich vonunterschiedliche Präparate mit unterschiedli­chen Wirkprinzipiendie Rede, so daß unmittelbar der Eindruck entsteht, als gäbe es zwei verschiedene Varianten der „Pille danach“, nämlich einerseits jene, die empfängnisverhütend wirken  – und andererseits jene, die eine Nidation verhindern, die also im Falle einer Befruchtung abortiv (frühabtreibend) sind.

Eine „Pille danach“ ohne frühabtreibenden Faktor gibt es aber nicht, wie IMABE in seinem medizinischen „Anhang“ ebenfalls feststellt.

Meisners „Wunschpille“ gibt es nicht

Es handelt sich bei den Darlegungen des Kölner Erzbischofs  insofern um eine Art „Phantom-Pille“   –  man könnte auch von „Meisners Wunschpille“ sprechen.

Es ist aber gewiß keine „Kardinaltugend“   –  weder eine der Klugheit noch der Gerechtigkeit, geschweige der Tapferkeit  –  eine verwirrende öffentliche Debatte über die „Pille danach“ und ihre kirchliche Beurteilung anzustoßen, wobei hypothetische Was-wäre-wenn-Argumente wie ein klarer Sachverhalt präsentiert werden, obwohl dies von der wissenschaftlich nicht gedeckt ist.

Daß der Kölner Kardinal nicht etwa nur von diversen Medien, sondern auch von katholischen Fachleuten durchaus so verstanden wurde, als gäbe es rein empfängnisverhütende „Pillen danach“, erweist sich beispielhaft anhand eines Domradio-Gesprächs mit Dr. Manfred Lütz:

Am 31. Januar 2013 veröffentlichte Meisners Kirchenfunk dieses Interview mit dem Psychiater und Theologen, der die „Pillen-Erkärung“ des Kardinals vom selben Tag lobte und als “beeindruckende Reaktion” würdigte.

Bereits in seiner ersten Antwort bestreitet Dr. Lütz weitgehend eine frühabtreibende Wirkung der “Pille danach”:

“Bei den beiden derzeitig auf dem Markt befindlichen Pillen danach ist von Wissenschaftlern ganz offenbar, zumindest bei der einen Pille, möglicherweise aber auch bei der anderen, kein nidationshemmender Effekt feststellbar, wobei in der Wissenschaft wie immer unterschiedliche Beurteilungen existieren.”

Im nächsten Satz erklärt Dr. Lütz sogar ohne Wenn und Aber, das “Wirkprinzip Nidationshemmung” sei bei den beiden Präparaten nicht der Fall”.

Dies widerspricht  freilich seiner vorhergehenden Aussage, wonach diesbezüglich “in der Wissenschaft wie immer unterschiedliche Beurteilungen existieren” würden.

Sein Interview offenbart jenen Irrtum, den er aus Meisners Stellungnahme ableitet: Es gäbe Präparate der „Pille danach“ ohne frühabtreibende Wirkung   –   immerhin bezieht sich Dr. Lütz hierbei auf die Pillen-Erklärung des Kardinals.

Äußerst problematisch ist im Meisner-Text aber auch folgende Aussage zum angeblich wünschenswerten Verhalten kath. Krankenhäuser gegenüber vergewaltigungsbetroffenen Frauen:

“Darüber hinaus ist nichts dagegen einzuwenden, dass sie in diesem Fall auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, und über deren Zugänglichkeit aufklären, wenn sie dabei, ohne irgendwelchen Druck auszuüben, auf angemessene Weise auch die katholische Position mit Argumenten erläutern.”

Warum sollte eine kath. Klinik “Aufklärung” über frühabtreibende Mittel und deren “Zugänglichkeit“  (!) betreiben?   –  Kann es ernsthaft Aufgabe kirchlicher Einrichtungen sein, den “Zugang” zu Abtreibungsmitteln und damit zur vorgeburtlichen Kindstötung aufzuzeigen?!

Irreführende „Erläuterungen“ der Pressestelle

Ergänzend zum Meisner-Text wurde am 31. Januar zeitgleich eine Stellungnahme  mit “Erläuterungen” der Pressestelle des Kölner Erzbistums veröffentlicht, die mit den Worten beginnt:

“Die Erklärung des Erzbischofs von Köln berücksichtigt neuere Erkenntnisse bezüglich der so genannten „Pille danach”. Sie betrifft nicht die nach katholischer Auffassung nach wie vor abzulehnende Abtreibungspille Mifepriston (RU 486, „Mifegyne”).”

Hier wird nun   –   in diesem Zusammenhang völlig sachfremd  –   das Abtreibungsmittel RU 486 (Mifegyne) ins Spiel gebracht, das aber ohnehin keine Frühabtreibungspille ist, sondern vielmehr die Vernichtung des ungeborenen Kindes in den ersten neun Wochen bewirkt, also schlicht eine chemische Methode der Abtreibung darstellt.

Anscheinend möchte man mit diesem deplazierten Hinweis den Eindruck erwecken, als verträte man durchaus eine eindeutige Haltung gegen Frühabtreibung; dabei geht es bei RU 486 freilich gar nicht um jene Ebene der Nidationshemmung.

Unstrittig ist jedenfalls, daß Kardinal Meisner sowohl für seine eigene Erklärung wie auch für die „Erläuterungen“ seiner erzbischöflichen Pressestelle die Verantwortung trägt.  Somit ist er auch für die  –   durch beide Stellungnahmen entstandene – Verwirrung und Verirrung in der öffentlichen Wahrnehmung mitverantwortlich. 

Mit dieser irreführenden Debatte wurde der kirchlichen Glaubwürdigkeit in puncto glasklarer Lebensschutz ein enormer Schaden zugefügt.

Dennoch schreibt das IMABE-Institut, das der Katholik Dr. J. Bonelli leitet, in einem 13.2.2013 versandten Info-Newsletter wörtlich Folgendes:

„Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte aus gegebenem Anlass die ethischen Richtlinien für eine Abgabe der „Pille danach“ festgehalten hat. In einer Erklärung (online, 31.1.2013) stellte Meisner klar, dass die Einnahme bzw. die Verabreichung eines Medikaments, das frühabtreibend wirkt, moralisch unerlaubt ist, da es sich dabei um unerlaubte Tötung menschlichen Lebens handle. Wenn eine „Pille danach“ dagegen die Befruchtung der Eizelle verhindert, ist dies im Fall einer Vergewaltigung sittlich erlaubt.

IMABE begrüßt die klare und eindeutige Stellungnahme des Kölner Kardinals.“

Meisners Erklärung war aber weder klar noch eindeutig, sonst wäre wohl kaum allenthalben in den Medien von einem „sensationellen Kurswechsel“ und ähnlichen Schlagzeilen die Rede gewesen.

Außerdem erweckt seine Erklärung und erst recht jene seiner Pressestelle sehr wohl den unzutreffenden Eindruck, als gäbe es Präparate der „Pille danach“, die rein empfängnisverhütend wirken  – und eben dies trifft nicht zu, wie IMABE selber zweifelsfrei analysiert hat.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Ergänzender HINWEIS: Hier folgt eine diesbezügliche Stellungnahme von Professor M. Spieker:

Der Osnabrücker Professor für Christliche Gesellschaftslehre, Dr. Manfred Spieker, erlaubt uns die Veröffentlichung seines folgenden Briefes an IMABE:

Nach Lektüre der Stellungnahme von IMABE zur Diskussion über die Wirkungsweise der „Pille danach“ ist festzustellen, dass das Lob für die Erklärung von Kardinal Meisner durch die Ergebnisse der Untersuchung nicht gedeckt ist.
1. Die Untersuchung stellt fest, dass jedes Präparat der Pille danach ein Abortivum, also nicht nur ein Ovulationshemmer, sondern auch ein Nidationshemmer ist.
2. Die unterschiedliche Wirkung der Pille danach hängt lediglich davon ab, zu welchem Zeitpunkt des Zyklus der Frau die Pille eingenommen wird.
3. Damit hängt Punkt 1 der Unbedenklichkeitserklärung des Kardinals (Die Verordnung eines Antikonzeptivums nach einer Vergewaltigung ist moralisch unbedenklich) in der Luft. Die entscheidende Frage bleibt doch, ob es dieses Antikonzeptivum gibt. Die Untersuchung macht deutlich, dass es dieses unbedenkliche Präparat nicht gibt. Es gibt lediglich unbedenkliche Phasen im Zyklus der Frau.
4. Fern der Praxis, in der die Pille danach im Internet jederzeit erhältlich ist, fordert die Untersuchung dann eine Verfeinerung des diagnostischen Instrumentariums zur Feststellung der Eireifung und der Bestimmung des Zyklus der Frau. Ein solches Instrumentarium sowie entsprechende therapeutische und rechtliche Regelungen müssten doch geklärt und eingeführt sein, bevor man sich seitens der Kirche und der Moraltheologie zu den ethischen Konsequenzen äußert.

Prof. Dr. Manfred Spieker


Kardinal Meisners Verwirrspiel um die „Pille danach“: Alle Klarheiten beseitigt?

Es gibt keine „verbrecherische“ Befruchtung!

Die heißen Schlagzeilen über die heutige Stellungnahme von Kardinal Meisner überschlagen sich derzeit. Von „später Einsicht“ oder gar einem „sensationellen Kurswechsel“ ist die Rede; dem Kölner Erzbischof wird hierbei gnädig bescheinigt,  daß er endlich die Zeichen der Zeit erkannt habe etc.

Dabei hat der Kardinal in seiner „Erklärung  zur Pille danach“ durchaus nach wie vor jede Frühabtreibung (Nidationshemmung) grundsätzlich verworfen; er stellt aber infrage, ob die „Pille danach“ pauschal frühabtreibend wirkt, erwähnt „unterschiedliche Wirkprinzipien“ von „unterschiedlichen Präparaten“ und fügt an, hieraus ergäben sich „ethische Konsequenzen“.

Damit ist  –  bei genauer Betrachtung des Textes  –  zwar  festzuhalten, daß der Kölner Erzbischof die „Pille danach“ keineswegs  ohne weiteres pauschal akzeptiert, zumal von „unterschiedlichen“ Präparaten  und „Wirkprinzipien“ die Rede ist.

Gleichwohl ist seine Stellungnahme zum Teil hochgradig mißverständlich bis irreführend, erst recht in einer Mediengesellschaft wie der unsrigen, die solche verbalen Eiertänze in ihrem Sinne bzw. Unsinne ausschlachtet und noch weiter vergröbert  –  und eben dies hat der Kardinal zumindest in Kauf genommen, denn über die absehbaren Folgen seiner Äußerungen mußte er sich im klaren sein.

Dabei stellt Meisner grundsätzlich zu frühabtreibenden Mitteln zutreffend fest:   Embryo

„Wenn ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Nidationshemmung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Einnistung der bereits befruchteten Eizelle zu verhindern, ist das nach wie vor nicht vertretbar, weil damit der befruchteten Eizelle, der der Schutz der Menschenwürde zukommt, die Lebensgrundlage aktiv entzogen wird.“

Daß die „Pille danach“ nicht automatisch und in jedem Falle frühabtreibend wirkt, ist schon deshalb von vornherein klar, weil die fruchtbaren Tage der Frau innerhalb des Monatszyklus begrenzt sind; daher kann bei einer Vergewaltigung zB.  dann keine Befruchtung stattfinden, wenn die Tat bzw. Untat in den zwei Wochen nach einer fruchtbaren Phase erfolgt. Natürlich ist ohne Empfängnis auch keine Frühabtreibung möglich.

Diese biologische Selbstverständlichkeit wird aber von Gegnern der „Pille danach“ ohnehin nicht bestritten. Logischerweise bewirkt die Einnahme einer „Pille danach“ in einer solchen Situation keine Frühabtreibung, weil zuvor keine Zeugung stattfand. Es liegt auf der Hand, daß nur etwas „abgetrieben“ bzw. vernichtet werden kann, was überhaupt vorhanden ist.

Zu den „verschiedenen Wirkprinzipien“ der Pille danach:

Die „Pille danach“ enthält mehrere Wirkmechanismen, doch hängt ihre frühabtreibende Wirkung weniger von verschiedenen Präparaten ab, wie der Kardinal nahelegt, sondern vor allem vom Zeitpunkt der Einnahme:

Die „Pille danach“ kann z.B. den Transport der bereits befruchteten Eizelle im Eileiter stören, dann stirbt der Embryo in den ersten Lebenstagen bzw. er „verhungert“ auf dem Weg zur Gebärmutter. Selbst wenn diese Wirkung nicht eintritt, wird danach die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut verhindert.
 
Die „Pille danach“  kann unter bestimmten Bedingungen zwar die Befruchtung verhindern, wenn sie nämlich in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Eisprung und der Vereinigung von Ei- und Samenzelle eingenommen wird (nach dem Eisprung ist die Eizelle nur 12 bis 18 Std. befruchtungsfähig). Selbst dann ist eine Empfängnis nicht sicher ausgeschlossen, so daß danach die frühabtreibende Wirkweise eintreten würde.

Nun gibt es seit vier Jahren eine neuere Variante der „Pille danach“, genannt EllaOne. Falls Kardinal Meisner daran dachte, als er die „empfängnisverhütende“ Wirkweise erwähnte, liegt er trotzdem nicht richtig:

Auch dieses Präparat enthält Substanzen, die das Geschlechtshormon Progestoron blockieren, das den Eisprung steuert und die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten des Embryos vorbereitet.  Dadurch kann EllaOne beides verhindern: sowohl den Eisprung wie  die Nidation.  baby

Das bedeutet aber ebenfalls: Wird diese Pille zeitlich nach der Empfängnis eingenommen, blockiert sie die Implantation des Embryo in die Gebärmutter (Frühabtreibung). EllaOne erscheint in dieser Hinsicht eher noch bedenklicher als die ältere Variante mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, denn EllaOne enthält das Kunsthormon Ulipristal, das länger wirkt als Levonorgestrel.

Die bisher erhältlichen Präparate der „Pille danach“ können also alle eine bereits befruchtete Eizelle vernichten, sei es auf dem Weg über den Eileiter oder etwas später bei der Nidation.

Medizinisch ist klar: Wenn eine Befruchtung stattgefunden  h a t   und zur gleichen Zeit bzw. nachfolgend die „Pille danach“ eingenommen wird, wirkt sie nidationshemmend, also frühabtreibend: das Präparat verhindert die Einnistung des Embryos in die mütterliche Gebärmutterschleimhaut; die kleinste Erscheinungsform des Menschen stirbt also in den ersten sechs bis zehn Tagen seines Lebens.  Näheres dazu siehe hier.

Äußerst problematisch ist in der Erklärung des Kardinals aber auch folgende Aussage zum angeblich wünschenswerten Verhalten katholischer Krankenhäuser gegenüber vergewaltigungsbetroffenen Frauen:

„Darüber hinaus ist nichts dagegen einzuwenden, dass sie in diesem Fall auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, und über deren Zugänglichkeit aufklären, wenn sie dabei, ohne irgendwelchen Druck auszuüben, auf angemessene Weise auch die katholische Position mit Argumenten erläutern.“

Warum sollte eine katholische Klinik „Aufklärung“ über frühabtreibende Mittel und deren „Zugänglichkeit“  (!) betreiben?   –  Kann es etwa Aufgabe kirchlicher Einrichtungen sein, den „Zugang“ zu Abtreibungsmitteln und damit zur vorgeburtlichen Kindstötung aufzuzeigen?!

KRITIK an den „Erläuterungen“ der Pressestelle des Erzbistums:

Ergänzend zum Meisner-Text wurde heute eine Stellungnahme  mit „Erläuterungen“ durch die „Pressestelle des Erzbistums“ veröffentlicht.

Was dort zum „Besten“ gegeben wird, übertrifft das Verwirrspiel des Erzbischofs um weitere Steigerungen; zudem fällt auf, daß mehrere direkte oder indirekte Seitenhiebe gegen den Vatikan in diese zweite Erklärung hineingepackt wurden.

Gab es deshalb sonderbarerweise  z w e i   Stellungnahmen zum gleichen Thema „Pille danach“? – Läuft es nach der Devise: Die Sticheleien gegen Rom macht sich besser nicht der Herr Kardinal selber zu eigen, sondern seine Pressestelle?!

So heißt es dort gleich eingangs:

„Die Erklärung des Erzbischofs von Köln berücksichtigt neuere Erkenntnisse bezüglich der so genannten „Pille danach“. Sie betrifft nicht die nach katholischer Auffassung nach wie vor abzulehnende Abtreibungspille Mifepriston (RU 486, „Mifegyne“).“

Hier wird nun  –   in diesem Zusammenhang völlig sachfremd  –   das Abtreibungs-Präparat RU 486 (Mifegyne) ins Spiel gebracht, das aber ohnehin kein Frühabtreibungsmittel ist, sondern vielmehr die Vernichtung des ungeborenen Kindes in den ersten neun Wochen bewirkt  –  insofern also schlicht eine chemische Methode der Abtreibung darstellt.

Anscheinend möchte man mit dieser merkwürdigen Argumentationsschiene den Eindruck erwecken, als verträte man wohl doch eine eindeutige Haltung gegen Frühabtreibung; dabei geht es bei RU 486 überhaupt nicht um diese Ebene.  –  Soll mit dem Hinweis auf RU 486 evtl. davon abgelenkt werden, daß man in puncto „Pille danach“ von einem klaren und konsequenten Lebensrechts-Standpunkt bereits abgekommen ist? Geht es hier wohl eher um die Aufrechterhaltung eines gewissen „frommen Scheins“?

Aufschlußreich ist überdies Folgendes:

Die vatikanische Instruktion „Dignitas Personae“  vom 8.9. 2008 nennt unter den  frühabtreibenden Mitteln bzw. „Interzeptiva“ ausdrücklich die Pille danach in der betreffenden Fußnote.

Dieser Sachverhalt wird in der Erklärung von Meisners Pressestelle durchaus eingeräumt und auch zitiert.  Zugleich wird unterstellt, die päpstliche Glaubenskongregation sei nicht so recht auf dem Laufenden und bedürfe daher wohl dringlich einer Kölner Nachhilfe:

„Die Grundsätze dieser Erklärung bleiben also weiterhin gültig, es muss allerdings offenbar eine Differenzierung bei der „Pille danach“ vorgenommen werden.“

Übrigens wird der Titel der Instruktion falsch zitiert („Dignitatis“ statt „Dignitas“)  –  nicht einmal das Zitieren römischer Dokumente ist korrekt, geschweige die Kritik daran.

Abschließend erwähnt die erzbischöfliche Pressestelle, es gehe beim Thema Vergewaltigung „um die Verhinderung einer verbrecherischen Befruchtung„. 

Wie kann bittschön eine Befruchtung „verbrecherisch“ sein?  –  Die Entstehung neuen menschlichen Lebens ist als solche nie verbrecherisch  –  und im Falle einer Vergewaltigung ist sicherlich der Täter verbrecherisch, nicht jedoch eine nachfolgende Empfängnis bzw. Befruchtung.

Wer nicht einmal das ABC der begrifflichen Logik einhält, sollte besser schweigen!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Jugendverlags und des Christoferuswerks in Münster


Die vatikanische Instruktion „Dignitas Personae“ zur Frühabtreibung inkl. „Pille danach“

Die römische Glaubenskongregation hat sich in ihrer Instruktion „Dignitas Personae“ vom 8. September 2008 glasklar zum Thema Frühabtreibung geäußert, also zur sog. Nidationshemmung bzw. jenen Präparaten, welche die Einnistung eines Keimlings bzw. Embryos in die Gebärmutter verhindern und damit die kleinste Erscheinungsform des Menschen in den ersten zwei Wochen seiner Existenz vernichten.

Dabei erwähnt das lehramtliche Dokument in den betr. Fußnoten ausdrücklich die Pille danach als „interzeptives“ bzw. frühabtreibendes Mittel.

Im Abschnitt 23 schreibt die vatikanische Instruktion Folgendes:

„Neben den empfängnisverhütenden Mitteln im eigentlichen Sinn, welche die Empfängnis im Anschluss an einen Geschlechtsakt verhindern, gibt es andere technische Mittel, die nach einer Befruchtung vor oder nach der Einnistung des schon gebildeten Embryos in der Gebärmutter wirken.

Diese Techniken sind interzeptiv, wenn sie die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter verhindern. Sie sind kontragestiv, wenn sie die Vernichtung des schon eingenisteten Embryos zur Folge haben.  imagesCA2YAIGF

Um die Verbreitung der Interzeptiva zu fördern, wird manchmal behauptet, dass ihre Wirkweise nicht genügend bekannt sei. Wahr ist, dass die Wirkweise der verschiedenen angewandten Mittel nicht immer zur Gänze bekannt ist. Experimentelle Studien zeigen aber, dass die nidationshemmende Wirkung gewiss vorhanden ist.

Dies bedeutet freilich nicht, dass die Interzeptiva (43) immer, wenn sie eingenommen werden, eine Abtreibung bewirken, auch weil es nicht nach jedem Geschlechtsverkehr zu einer Befruchtung kommt.

Man muss jedoch anmerken, dass bei denen, welche die Einnistung eines möglicherweise empfangenen Embryos verhindern wollen und deshalb solche Mittel wünschen oder verschreiben, im allgemeinen die Vorsätzlichkeit zur Abtreibung vorhanden ist.

Wenn das Ausbleiben der Menstruation festgestellt wird, greift man gelegentlich auf die Kontragestion (44) zurück, die gewöhnlich in der ersten oder zweiten Woche nach Feststellung des Ausbleibens der Menstruation angewandt wird. Das erklärte Ziel besteht darin, die Menstruation wieder erscheinen zu lassen, aber in Wirklichkeit handelt es sich um die Abtreibung eines bereits eingenisteten Embryos.

Bekanntlich ist die Abtreibung „die beabsichtigte und direkte Tötung eines menschlichen Geschöpfes in dem zwischen Empfängnis und Geburt liegenden Anfangsstadium seiner Existenz“.

Deshalb zählt die Anwendung der interzeptiven und der kontragestiven Mittel zur Sünde der Abtreibung und ist in schwerwiegender Weise unsittlich.

Wenn man zur Gewissheit kommt, eine Abtreibung vorgenommen zu haben, bringt dies nach kanonischem Recht darüber hinaus einige schwere strafrechtliche Auswirkungen mit sich.“

Insofern ist die in letzter Zeit öffentlich bekundete Haltung verschiedener, auch kirchlicher Verbände in dieser Frage mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar.“

Die amtlichen FUSSNOTEN dieses vatikanischen Dokuments zu diesem  Abschnitt Nr. 23 lauten wörtlich wie folgt:

[43]  Die bekanntesten interzeptiven Mittel sind die Spirale (Intrauterinpessar) sowie die so genannte „Pille danach“. 
[44]  Die hauptsächlichen Mittel der Kontragestion sind Mifepriston (Pille RU 486), Prostaglandine und Methotrexat.

Quelle und vollständiger Text hier