Theologische Einwände zu den „Visionen“ der Schwester Faustyna Kowalska

Von Felizitas Küble

Am 29. Oktober 2016 veröffentlichte eine Userin mit dem Nicknamen „Maria lieben“ auf der katholischen Webseite „Gloria-TV“ einen Beitrag über die „Botschaften“ von Sr. Faustyna Kowalska, einer von Johannes Paul II. heiliggesprochenen polnischen Ordensfrau.

Vor jeder Debatte über Einzelheiten jener Visionen wollen wir uns klarmachen, daß die katholische Kirche noch nie jemanden aufgrund von Erscheinungen oder sonstigen außergewöhnlichen Phänomenen zur Ehre der Altäre erhoben hat. Es geht hierbei allein um den sog. „heroischen Tugendgrad“, also die sittliche Qualität der vorbildlichen Persönlichkeit.  faustine

Damit ist keineswegs gesagt, daß die theologischen (geschweige sonstigen) Ansichten oder etwa gar „Privatoffenbarungen“ der heiliggesprochenen Person unfehlbar sind. „Irren ist menschlich“ – dies gilt selbstverständlich auch für Selige und Heilige.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist die hl. Katharina von Siena, die sogar zur Kirchenlehrerin ernannt wurde, obwohl sie nachweisbar eine völlig unzutreffende „Botschaft“ verkündet hatte, wonach die Madonna ihr mittels einer Erscheinung geoffenbart habe, sie – Maria – sei nicht unbefleckt empfangen. (Näheres dazu HIER)

Außerdem sind auch kirchlich „anerkannte“ (genauer gesagt: approbierte  = genehmigte, gebilligte) Erscheinungen für Katholiken nicht verbindlich. Eine Approbation beinhaltet also keine Verpflichtung, sondern stellt lediglich eine Erlaubnis dar.

Nun zu den Visionen der Schwester Faustyna, die vor allem durch das Bild und die Andacht zum „Barmherzigen Jesus“  sowie durch den „Barmherzigkeits-Rosenkranz“ weltbekannt geworden sind.

Die erwähnte Schreiberin „Maria lieben“ ist hell empört und liebt es gar nicht, daß auf der theologisch anspruchsvollen Webseite ZEITSCHNUR eine ausführliche Kritik am Kult um den „Barmherzigkeits-Jesus“ geübt wird (siehe HIER).

Die Userin bezeichnet die skeptische Autorin Hanna Jüngling in ihrer Überschrift als „Unheilsprophet“ und „Kirchengegner“; sie fürchtet gar eine „erstklassige Zersetzung unseres Glaubens“. Oho – man könnte meinen, die Künstlerin und Musikerin habe etwa die Gottheit Christi geleugnet oder die Wunder der Heiligen Schrift in Abrede gestellt  – aber nichts von alledem.

Es wurden lediglich eine Reihe von Einwänden hinsichtlich der Faustyna-Visionen veröffentlicht. Dies ist jedem Katholiken selbstverständlich erlaubt – und zwar grundsätzlich gegenüber allen (!) Privatoffenbarungen.

Dies gilt erst recht in diesem Falle, denn der Vatikan hatte die „Botschaften“ jener Nonne noch im Jahre 1959 nicht nur amtlich abgelehnt, sondern den auf Faustyna zurückgehenden Kult um den „Barmherzigen Jesus“ sogar strikt verboten. In Polen mußten seinerzeit diese (Kitsch-)Bilder aus den Kirchen entfernt werden, auch schriftliche Werbung für jene Visionen wurde untersagt. Radio Vatikan

Das Nein des hl. Offiziums bzw. der Glaubenskongegration war immerhin jahrzehntelang gültig  – bis Papst Johannes Paul II., der eine persönliche Verehrung für diese Ordensfrau pflegte, für einen kompletten Schwenk in dieser Causa sorgte:

Bereits als polnischer Bischof mit Namen Karol Wojtyla ließ er in den 60er Jahren sogar einen diözesanen Seligsprechungsprozeß für Sr. Faustyna durchführen. Zudem wies er die Pfarreien seines Bistums an, Bilder des „Barmherzigen Jesus“ in Pfarrkirchen wieder aufzuhängen, nachdem sie aufgrund der vatikanischen „Notifikation“ abgehängt worden waren. Dabei kann sich jeder an seinen fünf Fingern abzählen, daß der Vatikan seine handfesten theologischen Gründe gehabt haben wird, die zu seiner ablehnenden Haltung führten.

Es ist also jedem Katholiken völlig freigestellt, ob er diese „Visionen“  –  wie die Kirche unter Papst Johannes XXIII.  –  ablehnt oder sie im Sinne von Papst Johannes Paul II. befürwortet. Diese Meinungsfreiheit demonstrieren indirekt auch die Leserkommentare unter dem erwähnten Beitrag der Maria-lieben-Userin, die von Pro bis Contra wechseln oder unschlüssig erscheinen.

 Vor ca zehn Jahren erschien das Buch „Geschichte einer großen Sehnsucht“ (siehe Abbildung oben).christus

Darin beschreibt der Autor, Kaplan Ulrich Filler, das Leben und die Visionen von Sr. Faustyna. Die Schrift ist immerhin differenziert und von Sachlichkeit geprägt, wenngleich sie eindeutig für den Kult um den Barmherzigkeits-Jesus eintritt.

Der Verfasser erwähnt aber immerhin, daß kirchlich „anerkannte“ Privatoffenbarungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind, weil sie nicht zur „göttlichen Offenbarung“ (Bibel und Dogma) gehören, nicht einmal zum allgemeinen Glaubensgut der Kirche.

Ich frage mich ohnehin, warum der Himmel nach ca. zweitausend Jahren auf die Idee kommen sollte, die Lehre von der Barmherzigkeit Gottes wie etwas aufregend Neues zu präsentieren. Immer schon wurde das Erbarmen des Ewigen verkündet (übrigens bereits im Alten Testament), so daß dieser Kernpunkt biblischer Lehre nicht erst durch eine polnische Nonne „geoffenbart“ werden mußte.

Darüber hinaus scheint es in unserer Zeit wichtiger, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes wieder etwas stärker zu betonen, denn seine Gnade und Barmherzigkeit wird doch seit Jahrzehnten geradezu inflationär hervorgehoben.

Zurück zu Fillers Buch „Geschichte einer großen Seele“:

Auch er erwähnt auf S. 142 jene vatikanische Instruktion von 1959, in welcher den Bischöfen weltweit eingeschärft wurde, auf die Einhaltung des Verbotes betr. der Faustyna-Visionen zu achten. Die Verfügung des Hl. Offiziums wurde auch in den kirchl. Amtsblättern veröffentlicht.

Der Verfasser beschreibt die erste angebliche Christus-Erscheinung der Visionärin, die damals noch keine Ordensfrau war. Bei einer Tanzveranstaltung zeigte sich ihrchrkn der „entblößte“ (!) Jesus als leidender Heiland. Wer mag denn wirklich glauben, daß ihr der verklärte Gott-Mensch splitterfasernackt erschienen ist? 

Bekanntlich gehört zum Kreuzweg auch die Station „Christus wird seiner Kleider beraubt“.  –  Diese Aktion der römischen Soldaten sollte ihn demütigen und geschah gegen seinen Willen. Der Auferstandene ist weder den Frauen am Grab noch seinen Aposteln „entblößt“ erschienen. Warum sollte er es fast zweitausend Jahre später bei einer Ordensfrau plötzlich anders halten?

Auf S. 145 des Filler-Buches findet sich folgender Traum, der Sr. Faustine in einer Begegnung mit Therese von Lisieux angeblich zuteil wurde; er spricht wohl für sich – genauer: gegen die wahre Demut dieser „Seherin“, weil sich hier offenbar eine „Heilige“ in ihrer vermeintlichen „Heiligkeit“ gefällt  – so etwa wohl, als wäre man stolz auf die eigene „Demut“?!

Ich (Sr. Faustine) fragte sie: „Hl. Therese, sag mir, werde ich im Himmel sein?“ –  „Ja Schwester, Sie werden im Himmel sein“.  –  „Und werde ich heilig sein?“  – „Ja Schwester, Sie werden heilig sein.“   –  „Aber Therese, werde ich so heilig sein wie du  –  auf den Altären?“  – „Ja, du wirst heilig sein wie ich, aber du mußt Jesus vertrauen.“

Auf S. 64 wird erneut eine „Vision“ der „Seherin“ beschrieben, diesmal während einer Hl. Messe, in der sie die „Nähe“ Christi besonders „gespürt“ (!) habe:

 „Jesus, ich  möchte Dir so gerne etwas sagen.“  –  „Und was wünschest Du mir zu sagen?“  – „Jesus, ich bitte Dich kraft Deiner unbegreiflichen Barmherzigkeit, daß alle Seelen, die heute sterben, vor dem Feuer der Hölle bewahrt bleiben, auch wenn es die größten Sünder wären. Heute ist Freitag, der Gedenktag Deines bitteren Todes am Kreuz. Weil aber Deine Barmherzigkeit unbegreiflich ist, werden die Engel sich darüber nicht wundern.“  –  Jesus drückte mich an Sein Herz und sagte: „Geliebte Tochter, du hast die Tiefe meiner Barmherzigkeit gut erkannt. Ich werde tun, wie du bittest, aber vereinige dich ohne Unterlaß mit Meinem sterbenden Herzen und leiste Meiner Gerechtigkeit Genugtuung. Wisse, daß Du Mich um eine große Sache gebeten hast; aber ich sehe, daß sie dir die reine Liebe zu Mir diktiert hat, deshalb komme ich deiner Forderung entgegen.“

Hierzu ergeben sich aus katholischer Sicht folgende Fragen:   Kreuzkuppel

  1. Wie ist solch ein „Vorgang“ vereinbar mit der Lehre von der Willensfreiheit des Menschen, die Gott respektiert?  Wurden die Menschen, die an jenem Freitag starben, also allesamt in den Himmel oder ins Fegefeuer versetzt, auch wenn sie „eigentlich“ reif für die Hölle waren?!  Oder wurden sie vorher schnell von Gott zwangsbekehrt?!  – Im Gegensatz hierzu steht der biblische Bericht von den beiden Schächern am Kreuz, wobei einer sich bekehrte, der andere lästerte.
  2. Nachdem es also dem Kreuzesopfer unseres HERRN und Millionen von hl. Messen nicht gelang, zu erreichen, daß an einem einzigen Tag keine einzige Seele in die Hölle wandert,  klappt das mit Hilfe einer Bitte von Sr. Faustine mal eben im Vorübergehen? –  Ist die göttliche Lösung vor 2000 Jahren auf Golgotha sowie das höchste Sakrament der Kirche (hl. Messe) nicht optimal genug, um alle Heils-Chancen zu vermitteln?!
  3. Diese Causa mit einer Allerlösung (!) an einem bestimmten Freitag begünstigt die allgemeine Allerlösungs(Irr-)Lehre.  Denn wenn es einer Nonne mühelos gelingt, alle Seelen eines Tages per Appell an Christus zu „retten“, dann könnte doch  d a s , was dieser Freitag „bietet“,  grundsätzlich immer denkbar sein.   –   Offenbar ist das „Potential“ der göttlichen Barmherzigkeit nur nicht genügend ausgeschöpft worden, vermutlich weil der Kirche 2000 Jahre lang die Spezial-Andacht zum „Barmherzigen Jesus“ noch fehlte?!
  4. Diese Allerlösungs-Forderung der „Seherin“ ist keineswegs von der „reinen Liebe“ zu Christus geprägt (wie die „Erscheinung“ lobend konstatiert), sondern vielmehr  von der indirekten Unterstellung, die ewige Verdammnis sei nicht gerecht  –  und daher müsse Gott nur an seine Barmherzigkeit „erinnert“ werden, damit die Hölle 0022zugeklappt wird.

Dazu kommt, daß die „Visionärin“ hier eine angemaßte Mittlerfunktion zur umfassenden Seelenrettung einnimmt, die jene des priesterlichen Amtes weit übersteigt, ja anscheinend sogar jene des göttlichen Erlösers selbst.

Würde man in konservativ-katholischen Kreisen pro Frauenpriestertum plädieren, würde dies (mit Recht) Widerspruch hervorrufen.  Wenn jedoch eine Ordensfrau sich quasi-erlösende Vermittlerfunktionen zuspricht, soll das ok. sein und plötzlich allen Lobes wert? – Wo bleibt hier die (Theo-)Logik?

Offensichtlich fragwürdig erscheint mir zudem Folgendes:

  1. Durch die von der „Erscheinung“ geforderte Einführung des „Barmherzigkeits-Sonntags“ ausgerechnet am Sonntag nach Ostern wird der klassische „Weiße Sonntag“ verdrängt, also ein Sakrament, die (Erst-)Kommunion, wird durch ein „Fest“ ersetzt, das nur auf eine Privatoffenbarung zurückgeht. (Außerdem wird die liturgische Einheit der Osterzeit durchbrochen!)
  2. Das Sakrament der Beichte und der Krankensalbung bzw Letzten Ölung  wird verdrängt durch diverse „Andachtsübungen“ (Anrufungen und Novenen zum „Barmherzigen Jesus“ etc), zumal in den „Botschaften“ öfter suggeriert wird, es handle sich quasi um den „letzten Rettungsanker“ (!)  für die „Menschheit“ (!).
  3. Der überlieferte, fast 1000 Jahre alte Rosenkranz mit seinen 150 Ave-Marias wird indirekt weggeschoben durch den „Barmherzigkeits-Rosenkranz“, der schon seiner Kürze wegen bequemer ist, was n atürlich seine weite Verbreitung begünstigt.media-373855-2

Unsere Schlußfolgerung hieraus:

3 Sakramente und 1 Sakramentale (Rosenkranz) werden durch eine fragwürdige „Andacht“ verdrängt, wodurch unfaßbarer Schaden für das Heil der Seelen entsteht. Daher ist die gesamte „Botschaft“ der Sr. Faustine wegen ihrer problematischen Tendenzen nicht empfehlenswert.

Höchst bedenklich sind zudem die mit der Faustyna-Andacht verbundenen „Verheißungen“ samt absoluter Heilssicherheit. Laut Dogma (Konzil von Trient) gibt es, solange wir auf Erden leben, durchaus keine Heilsgewißheit. Dies wurde in Abgrenzung zu protestantischen Vorstellungen als unfehlbare Lehre definiert. Ein Dogma steht selbstverständlich  ü b e r  einer Privatoffenbarung.

Die Faustyna-Zusage (Wer das Barmherzigkeits-Bild verehrt, der ist gerettet) widerspricht diesem Glaubenssatz. Es wäre eine „billige Gnade“, des heiligen Gottes nicht würdig, wenn man sich allein aufgrund einer bestimmten frommen Übung das ewige Heil sichern könnte – frei nach der Devise: „Die Andacht allein macht selig“.  Dies entspräche einer pseudo-katholischen Variante zu Luthers Leitwort: „Der Glaube allein macht selig.“

Demgegenüber besteht die katholische Kirche darauf, daß auch die Beachtung der Gebote Gottes notwendig ist. Immerhin hat Christus selber gelehrt: „Willst Du zum Leben eingehen, dann halte die Gebote.“  (Mt 19,17)  – Wenn der sog. „Barmherzigkeits-Jesus“ etwas anderes verkündet, handelt es sich nicht um unseren Erlöser – so einfach ist das.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Sr. Hatune beklagt Gefahren unkontrollierter Einwanderung: „Die Wölfe hereingelassen“

„Aber die Schafe stehen noch draußen“

Die deutsche Regierung und die Medien haben in der Flüchtlingskrise versagt. Diese Ansicht vertrat die syrisch-orthodoxe Ordensschwester Hatune Dogan (siehe Foto) gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. sr-h

Im vergangenen Jahr seien viele sunnitische Muslime ins Land gekommen, die die grundlegenden europäischen Werte wie Religionsfreiheit und Demokratie zutiefst ablehnten. Die deutsche Bundesregierung habe das Problem nicht ernst genug genommen, und die Medien hätten zu wenig recherchiert und berichtet.

Viele Asylsuchende wollten die europäische Gesellschaft umkrempeln: „Wer hier Parallelgesellschaften aufbauen will, muss sofort zurück. Da darf Deutschland nicht zögern.“  –  Die Behörden müssten genau wissen, wen man hereinlasse, betont die Nonne.

Bei Hilfstransporten in den Irak und nach Syrien sehe sie das Leid der oft in bitterster Armut zurück gebliebenen jesidischen und christlichen Mütter, Witwen und Kinder: „Um sie kümmert sich jetzt vor Ort kaum jemand. Europa hat die Wölfe reingelassen, während die Schafe noch draußen stehen.“

Die Frauen seien fast alle traumatisiert. Die Grausamkeit, mit der die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) vorgehe, sei mit Worten kaum zu beschrieben. Für „echte Flüchtlinge“, etwa bedrängte religiöse Minderheiten, müsse die Tür nach Europa immer offen sein.

Koran und Demokratie unvereinbarMoschee-Bonn-4

Wie Sr. Dogan ferner sagte, sei der Koran mit dem demokratischen Rechtsstaat nicht vereinbar. Als Gründe nannte Dogan die Gleichsetzung von politischer und religiöser Ordnung und den Anspruch, der Islam müsse die Welt beherrschen. Ohne eine umfassende Reform der islamischen Theologie, die dann anschließend weltweit von allen führenden muslimischen Schriftgelehrten vertreten werde, könne es keinen Frieden geben.

BILD: Große Moschee mit Minarett in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

ZUR PERSON: Sr. Dogan flüchtete 1970 aus der Ost-Türkei nach Deutschland. Ihre Familie gehörte zur kleinen syrisch-orthodoxen Minderheit. Als ihr Vater von Muslimen Todesdrohungen erhielt, entschloss sich die Familie 1985 zur Flucht nach Deutschland. Mit 17 Jahren trat Hatune in ein Kloster ein.

Sie gründete das Hilfswerk „Helfende Hände für die Armen“ und rief die „Schwester-Hatune-Stiftung“ ins Leben. Inzwischen koordiniert sie die Arbeit von weltweit über 5000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in 37 Ländern. Die Hilfe kommt ihren Angaben zufolge unabhängig von der Religionszugehörigkeit den „Ärmsten der Armen“ zugute.

2010 erhielt Dogan das Bundesverdienstkreuz und 2012 für ihren weltweiten Einsatz für verfolgte und benachteiligte Christen den „Stephanus-Preis“.

Quelle: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/schwester-hatune-regierung-hat-in-der-fluechtlingskrise-versagt-98288.html


Peru: Menschenrechtspreis für die katholische Ordensschwester Maria del Carmen

Einsatz für Frauen aus dem Volk der Awajún gewürdigt

Schwester María del Carmen von der Kongregation vom heiligen Joseph wurde mit dem Peruanischen Menschenrechtspreis 2013 ausgezeichnet.

Der Sonderpreis, den die Peruanische Menschenrechtskommission alljährlich vergibt, ging an den Priester Gerald Veilleux. Die Auszeichnungen wurden anläßlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember überreicht. Die spanische Missionsschwester ist im Vikariat San Francisco in Bagua im Regenwald im Norden Perus tätig. 

Seit 45 Jahren ist ihre Kongregation unter den indigenen  (eingeborenen) Völkern im peruanischen Amazonasgebiete in Bagua tätig. Dort werden vor allem Projekte für Frauen aus dem indigenen Volk der Awajun gefördert.

Schwester Maria del Carmen arbeitet seit sechs Jahren in dieser Region und bezeichnet ihre Erfahrung als „Teil einer wunderbaren Geschichte der Frauen aus dem Volk der Awajún, die typische Merkmale der Kultur der indigenen Völker des Amazonasgebiet verkörpern und heute gebildete Frauen sind“

Sie fügt hinzu: „Diese Frauen, die heute in unserem Bildungszentrum unterrichten, waren unsere ersten Schülerinnen und der Kontakt zu dieser Kultur ist Teil des Volkes“.


Die stille Heldin Ruth Pfau – die „Mutter der Leprakranken“ – erhielt den „Bambi“

Preisverleihung an eine 83-jährige Ordensfrau aus Leipzig

„Als Ruth Pfau die Bühne betritt, schweigt der Saal“, beschreibt die Tageszeitung Die Welt den Moment der Bambi-Verleihung an die katholische Ordensschwester.

Bei der Preisübergabe in Düsseldorf am gestrigen Donnerstagabend gab es stehende Ovationen für Sr. Ruth Pfau, die den Bambi in der Kategorie Stille Helden erhielt. 

Seit mehr als 50 Jahren hilft die Nonne in Pakistan, wo sie liebevoll „Mutter der Leprakranken“ genannt wird. Von Ruhestand will die 83-Jährige dennoch nichts wissen. 

Gemälde: Evita Gründler

Trotz einiger Altersbeschwerden setzt die aus Leipzig stammende Ordensfrau ihren Kampf gegen Lepra, Tuberkulose und Augenerkrankungen in dem islamischen Land fort.  

Dabei gab es auch Rückschläge zuletzt: Das große Erdbeben von 2005, das fast 100.000 Pakistanis in den Tod riß, hatte auch rund 30 der 170 Gesundheitsstationen zerstört, die Sr. Pfau zusammen mit den Behörden in Pakistan betreibt. Laboreinrichtungen, Mikroskope und Pflegematerial wurden vernichtet. Doch die Ordensfrau ließ sich nicht deprimieren  –  inzwischen ist alles wieder aufgebaut.

Geboren 1929 in Leipzig, kam Ruth Pfau nach Kriegsende nach Westdeutschland und studierte Medizin. Mit 22 ließ sie sich evangelisch taufen, trat aber wenig später zur katolischen Kirche über.

Während ihrer ärztlichen Weiterbildung in Bonn kam der nächste große Wendepunkt. „Das kann doch nicht alles sein: Geld verdienen – Auto kaufen – mehr Geld verdienen – anderes Auto kaufen.“

1957 trat sie in die Kongregation der „Töchter vom Herzen Mariens“ ein: Die Ordensschwestern wirken ohne Klausur und Tracht – mitten im Leben. 1960 begann Pfau ihre Arbeit als Ärztin in den Elendsquartieren von Karachi. Bald stand für die junge Nonne fest: Sie wollte ihr Leben in den Dienst an den Leprakranken stellen.

Bald zog ihre Lepra-Station aus dem Slum ins Zentrum von Karachi. Das heute weltweit angesehene „Marie Adelaide Leprosy Centre“ ist vor allem ihr Werk. Die Klinik wurde der Ausgangspunkt für den Aufbau eines dichten Netzes von Ambulanzen in ganz Pakistan. Mehrere Hundert Helfer tragen derzeit dazu bei, die Lepra, Augenkrankheiten oder Tuberkulose bis ins kleinste Dorf zu bekämpfen.

Hinzu kamen nach und nach all die Maßnahmen, die verhindern, dass die Hilfe ein Tropfen auf den heißen Stein bleibt: Gesundheitserziehung, Vorsorge, die Eingliederung Geheilter. 

Längst ist diese tatkräftige Ordensfrau Trägerin höchster deutscher und pakistanischer Orden. Die Regierung des islamischen Landes ernannte sie 1980 zur Beraterin für das Lepra- und Tuberkulose-Kontrollprogramm und gab ihr damit den Status einer Staatssekretärin.

Auch die einfachen Menschen sind ihr dankbar: In Karachi haben die Bewohner des Slumviertels Malir ihr zu Ehren den kleinen „Ruth-Pfau-Park“ angelegt.

Völlig wird sich die Lepra nicht besiegen lassen. Doch immerhin ist die Zahl der Neuerkrankungen in Pakistan pro Jahr auf rund 440 zurückgegangen.

Mittlerweile seien die Menschen so weit, daß sie Erkrankte von sich aus in die Gesundheitszentren schickten, berichtet sie stolz. So sei eine Behandlung im Frühstadium gesichert. „Wenn wir im Kampf gegen Lepra heute nachlassen“, so unterstreicht sie, „wird die Seuche morgen zurückkehren.“

Quelle: Kölner Domradio


Die Schauspielerin Annette Frier wollte einst Nonne werden und läßt ihre Kinder taufen

Die Schauspielerin Annette Frier erzählte in einem Interview mit der Illustrierten Bunte, daß sie einst ins Kloster gehen wollte. Die Komödiantin berichtet, daß Glaube und Kirche immer noch wichtig in ihrem Leben seien.

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Annette Frier
Für sie sei es ein großer Schritt gewesen, ihre Kinder taufen zu lassen, sagte Frier, obwohl dies unter Schauspielern als „total unpopulär“ gelte. Aber sie habe es in ihrer eigenen Kindheit als „grossen Gewinn“ empfunden, außerhalb der Familie „ein gemeinschaftliches Gefühl vermittelt zu bekommen“, sagt Frier, deren Mutter Religionslehrerin und deren Vater Rechtsanwalt war.

„Ich hatte mit acht oder neun Jahren eine sehr gläubige Phase  –  nach der Kommunion wollte ich Nonne werden“, berichtet sie. Sie habe „jeden Morgen und jeden Abend gebetet“ und fügt hinzu: „Das war mir wahnsinnig wichtig. Auch heute sind Glaube und Religion noch ein grosses Thema.“

Papst Benedikt hält sie für „hochintelligent“. „Von ihm würde ich gern an der Uni die Theorie der Herzensbildung lernen.“

Annette Frier wurde 1974 in Köln geboren. Sie studierte klassisches Schauspiel und wirkte am Schauspielhaus Köln mit. Nach bestandener Theaterausbildung spielte sie zunächst in der RTL-Serie «Hinter Gittern» mit, später in der Comedy-Sendung «Switch» auf ProSieben. Zwischen 2000 und 2002 war Frier Co-Moderatorin der «Wochenshow» auf Sat.1, danach hatte sie immer wieder Engagements in Theatern. Seit 2010 spielt Frier in der Comedy-Serie «Danni Lowinski» auf Sat.1 die Hauptrolle, wofür sie mehrere Auszeichnungen erhielt. Die Serie erreicht Quoten von drei bis vier Millionen Zuschauern.

Quelle: evangelikale Webseite www.jesus.ch  sowie Medienmagazin Pro

Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)